Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

werkzeugkasten

Werkzeugkasten 2012: Historious, die Bookmark-Tonne

bookmarks werkzeugkasten historious

Typische Lebens-Situation eines im Web browsenden Informationssuchenden: »Ich hatte da doch letztens so einen Blog-Artikel gelesen, wo die Dressur von Küchenschaben beschrieben wurde!« Hat man diese Seite in den Bookmarks des Browsers abgelegt und erinnert sich an den Titel, ist alles gut. Aber wehe man sitzt an einem anderen Rechner oder hat den Titel vergessen – keine Chance.

Dieses Problem geht Historious an. Ähnlich dem guten alten Delicious legt es via Browser-Extension oder Bookmarklet eine Seite als Bookmark ab. Historious geht aber noch einen Schritt weiter und erzeugt eine Volltext-Kopie der Seite in seiner Datenbank, so dass Stichwortsuchen mit Bezug dem Inhalt der Seite gefunden werden können – es ist eine persönliche Volltext-Suchmaschine in den darin abgelegten Bookmarks.

Das funktioniert ganz ausgezeichnet, bis auf eine Handvoll Seiten die ich immer schnell aufrufen möchte habe ich meine Browser-Bookmarks abgeschafft und benutze Historious als »große Tonne« zur Ablage von Seiten die ich noch einmal wiederfinden möchte. Geräte- und Browser-Übergreifend ist so die persönliche Suchmaschine stets verfügbar.

Historious bietet einen kostenlosen Account für bis zu 300 Bookmarks an, ein unlimitierter Bezahlaccount ist für 19,95$ im Jahr zu haben. Ich benutze das nunmehr seit fast zwei Jahren und es war bis auf einen Tag immer verfügbar.

Und das Beste: Es behelligt den Nutzenden mit keinerlei überflüssigem »social« Gedöns, keine Freunde, »Storytelling« oder sonst was Unnötiges – einfach eine große zuverlässige Bookmark-Tonne mit cleveren Wiederfinde-Funktionen.

[Reihe »Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012«]

Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, oder: Alles ist nur vorübergehend

delicious werkzeugkasten

Wovon man sich verabschieden kann: Seinen Daten. Nein, nicht unbedingt, es ist nur so: Kein Webdienst ist für die Ewigkeit. Er wird entdeckt, für nützlich befunden und genutzt. Eines Tages wird er verkauft und dann bleibt nur noch das Weiterziehen. So wie bei Delicious. Damals, 2004, als del.iciou.us das kühle Ding gewesen: Social Bookmarks, minimalistische Oberfläche – tolles Ding. Nun aber zweimal verkauft, beim zweiten Mal war bei mir Feierabend, denn wer mir wie die neuen Herren damals ein riesiges AGB-Dokument unformatiert an den Kopf wirft zeigt deutlich, dass er keine Nutzer will. Und das war eine gute Wahl, man schaue sich Delicious heute an: Minimalismus war gestern, endlos ladendes Gedöns, Kraft-Benutzer-Features wie RSS auf Tags ist gestrichen. Danke, braucht man nicht.

Und das geht ja immer schneller: Trunk.ly, gestern noch eine hübsche Alternative, heute auch von AVOS geschluckt und in zwei Monaten ist »Feierabend«.

Aber es gibt immer Alternativen und Empfehlungen über Werkzeuge die man gerade benutzen kann. Und damit dieses arme kleine Bloglein nicht zu einem weiterer Haufen digitalen Mülls auf der kompostierenden Halde der verrottenden Informationseinheiten wird, soll es in den nächsten Tagen eine kleine Serie geben unter dem Motto Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, wo aktuell empfehlenswerte Dienste und Werkzeuge die sich in der Praxis des Autors dieser Zeilen bewährt haben vorgestellt werden. Wie die Amis sagen: Verbleibe eingeschaltet! ;)