Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

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Twitter fliegt: #flytwitter

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Eine neue Twitter-Version kündigt sich an: [»Gehe auf Entdeckungsreise«](http://fly.twitter.com/). Die »kindgerechte« Sprache mit Ausdrücken wie »Verbinde«, »Entdecke« und »Geschichten« lässt nichts Gutes erahnen. Nutzer der Smartphone-App kommen schon jetzt in den Genuss von neuer Optik und Terminologie, ein erster Test damit bestätigte die durch zu viel »Erklärbär« bedingte Umständlichkeit.

140 Zeichen sind genug

twitter blase20

Die berühmten 140 Zeichen in unser aller Lieblings-Tool Twitter reichen einigen nicht mehr. Darum erklärt uns ReadWriteWeb »Why Twitter Must Expand Beyond 140 Characters«.

Viele werden die nervigen abgekürzten Tweets kennen, wo sich jemand in seinem Mitteilungsdrang nicht beherrschen konnte und man auf einen Link zu deck.ly klicken muss, um die komplette Nachricht zu lesen. Was man natürlich nicht macht, wenn man ein wenig Selbstachtung hat.

Dieses »Feature« wurde vom Social-Media-Wichtigleute-Tool TweetDeck eingeführt. Ich bin natürlich komplett dagegen, das führt dazu dass einige Vielredner ihre Follower mit ungezähmten Ergüssen langweilen werden. Die 140 Zeichen, die erzwungene Kürze, das macht Twitter aus.

Es gibt übrigens bereits ein im Internet syndiziertes Werkzeug für Texte die länger als 140 Zeichen sind: Das nennt man »Weblog« oder »Blog«. Kann das mal jemand den hyperaktiven Leuten in der Social-Media-Blase erklären?

Ich weiß, wo Du gestern Mittag getwittert hast

twitter location hyperlocal

Unser aller Lieblingsdienst Twitter bietet seit Ende letzter Woche die Möglichkeit, einem Tweet die aktuelle geografische Position mitzugeben. Immerhin muss man das erst in seinen Profil-Einstellungen explizit aktivieren:

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Hat man das aktiviert, können Twitter-Clients über dessen API die mitgelieferten Geodaten auslesen und ausgeben. Derzeit können das nur Clients über die API, auf der Twitter-Website ist die Information nicht nutzbar.

Ein Twitter-Client, der diese Funktion schon drauf hat, ist der iPhone-Client Birdfeed. Ein »Tatsch« und man bekommt auf einer wunderschönen Google-Karte angezeigt, wo sich der twitternde Gesell gerade aufhält:

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Hübsch. In diesen Zeiten ist »Location awareness« das ganz heiße Dingen in den zwonulligen Diensten. Twitter kann das nun auch. Dabei gilt doch:

»[…] everyone hopes that we like to know where they are just at the moment. We don’t.«

Wir sind ja nicht in Unterschichten-Medien, es liegt auf der Hand, dass man mit dem automatischen Kundtun dieser Information eher vorsichtig sein sollte. In den vielfältigen sozialen Interaktionsdickichten des beruflichen und privaten Alltags könnte eine Diskrepanz zwischen einer mündlich kommunizierten Ortsangabe und derjenigen des Twitter-API für Verwerfungen sorgen, die den »Mehrwert« des Twitter-Spiel-Faktors deutlich übersteigen…

Twittertim.es: Das Alte ist wohl doch noch neu

twitter twittertimes zeitung journalismus

»The Twitter Times« ist ein Webdienst, der, nach einer vorherigen Autorisierung durch den eigenen Twitter-Account, die gerade verlinkten Sites und Artikel als – und jetzt kommt´s – personalisierte Zeitung(!) anordnet.

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Warum »kommt es jetzt«? Allenthalben wird das Ende der zwanghaften Informationsverpackungsform »Zeitung« gefeiert zu Gunsten der Freiheit, sich seinen eigenen Informationscocktail aus den »small pieces loosely joined« im Netz zusammen zu stellen. Und am Ende wird das, was dabei heraus kommt, wieder in Form einer »Zeitung« konsumiert.

Also, ich sehe da einen Widerspruch. Ist die gute alte Zeitung am Ende doch nicht nur ein überkommenes Transportmedium, sondern möchte der Mensch an sich seinen Informationscocktail von irgend jemandem zusammen gestellt bekommen? Nur dass das nun nicht mehr eine Redaktion nach wie auch immer gearteten Kriterien macht, sondern die Twitter-Kontakte.

Aus der Twitterpraxis: Zwangsöffentlich gemachte Replys filtern

twitter mac

»Zwangs-öffentliche« Replys an jemanden, den andere nicht »followen«, für alle mit ».@« zu erzwingen, ist das digitale Gegenstück zum lautstarken Telefongespräch im vollbesetzten Großraumwagen: Nervig und impertinent. Wen interessiert halbe Kommunikation, wenn man die Gegenstelle (a) nicht hört oder gar (b) nicht hören will als bewussten Akt persönlichen Nicht-Erfassens?

Abhilfe:

Für Twitterrific im Terminal eintippen:

defaults write com.iconfactory.Twitterrific tweetTextFilter -string “.@”

Für den neuen Lieblingslieblings Tweetie besorgt man sich zunächst jenen brandheißen inoffiziellen gefährlichen Insiderbuild und tippt dann ins Terminal:

defaults write com.atebits.tweetie-mac filterTerms -array-add “.@”

Nach dem Tweetie-Neustart verschwindet die Zwangsbeglückung, es ist Ruhe im Großraumwagen.

»Thats not writing, its typing.«

twitter journaille

Sagte einst Truman Capote über das Werk Jack Kerouacs. Daran fühlte sich BLDGBLOG erinnert im Angesicht der merkwürdigsten Beschäftigung einer Vertreterin der überkommenen sterbenden Medien mit dem Phänomen »Twitter«, die ich bisher gelesen habe. Maureen Dowd interviewte (naja, sagen wir, sie formulierte ihre ablehnende Haltung in Frageform) Biz Stone und Evan Williams für die NYT und fragte:

»I would rather be tied up to stakes in the Kalahari Desert, have honey poured over me and red ants eat out my eyes than open a Twitter account. Is there anything you can say to change my mind?«

Worauf Biz Stone nur trocken antwortete:

»Well, when you do find yourself in that position, you’re gonna want Twitter. You might want to type out the message ›Help‹.«

Letztendlich, diagnostiziert BLDBLOG, haben wir es nur mit dem üblichen »wo kommen wir da hin wenn einfach jeder alles schreibt und jeder kann das lesen« zu tun.

Zusammengefasst, Leseempfehlung des Tages:

Was zum Hashtag...

twitter hashtag microblogging

Schon mal überlegt, was es mit so manchem »Hashtag« auf sich hat, der es in der Twitter-Suche zu temporärer Prominenz als »Trending Topic« gebracht hat?

»What the Hashtag?!« ist ein Wiki, dass Erklärungen für die Uneingeweihten liefern möchte. So kann man z.B. über das Rätsel hinter #Fisting Aufklärung erlangen…

[Via Trivium]

Und wer bei Twitter und Hashtags nur zweifelnd den Kopf schüttelt, ist sicher ein Kandidat für das Vorlesen von Twitter-Ergüssen über eine Telefonleitung…

Webdienste sind keine öffentlichen Güter

twitter socialtoo mashup

Schreibt der Entwickler von tumblr.com, Marco, in seinem Tumblr als Reaktion auf das große Geheule über Twitters Ankündigung API-Zugriffe zu beschränken, Zitat:

»These dangers apply to reliance on any service. Even Facebook. Even Google. Even if they call their services “application platforms” and you call your business “new media” or a “mashup”. Building a business exclusively on top of another service is irresponsible and naïve.
Dependence on public infrastructure is unavoidable: your service requires power and internet connectivity. But other web services are not public infrastructure, and no matter how many “new media” people say so in discussion panels, they never will be.«

Mein Reden schon lange, ich habe mich darüber im Zusammenhang mit Facebook an anderer Stelle bereits einmal ausgelassen. Das Risiko liegt auf der Hand, die Chance natürlich auch. Aber wenn es dann passiert, ist das große Rumheulen anschließend ist sehr peinlich zu lesen.

Die Revolution des politischen Diskurses...

tsg wahlkampf twitter

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… in Deutschland fand genau heute statt, als Auktions-Blogger Robert alias robgreen den twitternden SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Hessen Torsten Schäfer-Gümbel alias @tsghessen via Twitter interviewte. Für die Nachwelt habe ich dieses denkwürdige Ereignis als Bild festgehalten.

Und was machen wir nun mit diesem ersten Niederschlag der hereinbrechenden Obamafizierung deutscher Wahlkämpfe? Das war sicher keine Offenbarung, die das Wahlvolk voller Erkenntnis »Heureka!« riefen ließ. Andererseits unterschied es sich nicht sonderlich in Niveau und Wortumfang von dem, was so manche Lokal- oder Boulevardzeitung oder gar ein Privatsender als »politisches Interview« raus haut.

Freuen dürfen wir uns auf alle Fälle, dass das Leben im Web nun erstmals von einem Politiker auf höherer als nur kommunaler Ebene als ebenso legitimer Teil der Lebenswirklichkeit wie Marktplätze und Altersheime wahr genommen wird. Das ist vielleicht der wahrhaft »zeitenwendlerische« Aspekt an dieser Geschichte.

Twitter und Identica. Zwei Thesen zum Microblogging.

twitter identica microblogging

In Hamburg gibt es ab dem 23. Januar die (IMHO schon ausverkaufte) erste Konferenz zum Thema »Microblogging«.

Als »Microblogging« bezeichnet man das, was man normalerweise in Twitter macht, also das Heraushauen von Botschaften in 140 Zeichen an eine mehr oder weniger aufmerksam lauschende Schar von »Followern« da draußen im Netz.
Im letzten Sommer, als Twitter eine besonders ausufernde »Performance-Krise« erlitt, erlangte ein in PHP zusammengeknüppelter Twitter-Klon namens »Identi.ca« eine gewisse Popularität. Das besondere daran: Theoretisch kann sich jeder die Software installieren und seinen eigenen Server betreiben, aber trotzdem mit Benutzern auf anderen Servern kommunizieren. Das musste ich natürlich damals ausprobieren, es funktionierte zu der Zeit vieles mehr theoretisch und die Software konnte mich in ihrer handwerklichen Ausführung nicht überzeugen.
Seitdem hat sich aber einiges getan, eine Handvoll Entwickler versuchen sich daran, eine dezentrale quelloffene Alternative zu Twitter zu schaffen. »Popularitätsmäßig« kommt aber die Gesamtheit der damit geschaffenen Twitter-Klone nicht richtig in Gang. Auffallend ist, dass sich dort einige schon jahrelang in der Blogossphäre als Nervtöter bekannte Persönlichkeiten samt der Claque aus ihrer Kommentarspalte häuslich eingerichtet haben und rege Microbloggen, ansonsten aber großes Schweigen unter »vernetzten Karteileichen-Accounts« herrscht.

IMHO liegt das an zwei Dingen, meine zwei »Thesen« dazu:

1. Microbloggen (»Twittern«) ist unwichtig.

Klar, ich twittere gerne und mag es, es würde mir fehlen, wenn es plötzlich weg wäre. Aber im Gegensatz z.B. zu einem Dienst wie flickr, der mit unseren getaggten Bildern »Assets« unserer digitalen Existenz aufbewahrt, die bleibenden Wert haben, hat der einzelne »Tweet« keinen Wert. Wenn die Datenbanken morgen abrauchen würden, wäre es zwar schade um das viele Getippe, aber im Grunde gibt es keinen Grund, alles Getwitterte ewig aufzubewahren. Wir zeichnen ja auch nicht alles auf Band auf, was wir beim geselligen Beisammensein in einer Kneipe so in den Raum werfen. Twitter ist vernetzte »Raushauen, lesen und weg damit«-Kommunikation.

2. Twitter ist nur ein Webservice. Verschwindet Twitter, wird es Ersatz geben.

Die Erfolgsgeschichte von Twitter zeigt: Es gibt ein Bedürfnis dafür, fast jeder, der einmal mit dem Twittern anfängt, bleibt dabei und findet Gefallen daran. Das bedeutet: Selbst wenn Twitter morgen »einfach so« verschwinden würde, würde ein anderer Webservice in die Bresche springen und es gäbe nach einiger Zeit einen allgemein akzeptierten Ersatz, wo sich die Netzstrukturen wieder aufbauen würden.

Aus diesen beiden mal so locker in den Raum geworfenen Thesen folgt für mich: Die Mühe, sich ein PHP-Gefrickel zu schnappen, um eine freie Alternative zu Twitter zu schaffen, lohnt nicht. Außer man macht das, weil es Spaß macht und weil es geht, sowas ist Selbstzweck und fragt nicht nach Sinn und Notwendigkeit. Aber eine objektive Notwendigkeit dafür kann ich nicht erkennen.
Da gäbe es lohnendere Dinge. Wo bleibt ein dezentrales flickr z.B., um vernetzt Bilder zu speichern etc., ohne den latenten Unsicherheitsfaktor, den ein zentraler Dienst nun mal mitbringt?

Plurk statt Twitter? Nein!

plurk twitter web2.0 socialsoftware

Ende letzter Woche lief mal wieder ein virtuelles Borstenvieh durch das Dorf 2.0 – und die Horde der »üblichen Verdächtigen« aus dem deutschsprachigen Raum, die man in jedem Social-Network jenseits und diesseits des Äquators findet, fiel über einen armen putzigen kleinen Web-Dienst namens Plurk her.

Was ist das denn schon wieder? Zunächst einmal ein weiterer Status-Nachricht-Verkündungsdienst mit zeitverschwenderischer Tendenz à la Twitter, technisch brilliant (man schaue einmal, wie »smooth« sich die grafische Zeitleiste mit dem Mausrad scrollen lässt) und mit putziger Grafik umgesetzt, und mit einem merkwürdigen Namen versehen. Zusätzlich zum vom »Status-Message-Godfather« Twitter gewohnten Funktionsumfang gibt es »Karmapunkte« zu verdienen, außerdem kann man »Cliquen« bilden. Diese Funktionen deuten schon auf die »Zielgruppe« hin: Mit Ausnahme der »deutschen Horde« findet man hinter den vielen Profilbildchen in erster Linie junge Damen zwischen 14 und 24. Plurk ist also eine eher juvenile Community, und dabei sollte man es auch belassen.

Ist das also ein »nächstes großes Ding«, wo man nun »rein muss«? Eindeutig Nein. Hinter diesbezüglichen Spekulationen darüber steckt eher die übliche kurzatmige Sensationsschreibe der boulevardesken kommerziellen Web-2.0-Blogs als irgendeine Substanz.

Die Twitter-Lektion: Protokoll statt Dienst. Und Schluss mit dem Geheule.

twitter web2.0 socialsoftware

Das Geheule um die technische Unzuverlässigkeit Twitters nimmt langsam Dimensionen an, die befürchten lassen, dass demnächst eine Einheit Web-Blauhelme das Twitter-Hauptquartier einnehmen und Twitter unter Kontrolle bringen wird.

Sorgengeschwängerte Betrachtungen und verzweifelte Suche nach Ursachen fluten die Blogosphäre, und manch einer offenbart unfreiwillig sein peinliches technisches Nicht-Wissen: »It requires memcached, or some other open source cache…it would take hours to do. Hours!« Ist klar, in dem Thema angemessener Sprache kann man da nur sagen: LOL! Thanks, Webware, darauf wäre garantiert niemand ohne Eure Weisheit gekommen…

(Vgl. dazu auch diesen klugen Artikel.)

Wenn wir wieder ernst werden, kann man zwei Dinge festhalten:

1. Twitter ist im Grunde nicht sonderlich wichtig. Wie man auf neudeutsch sagt: »Nice to have«. Schön, wenn es funktioniert, aber kein Beinbruch, wenn es nicht funktioniert. Wer Twitter ernsthaft für den unverzichtbaren Bestandteil der Internet-Kommunikation des 21. Jahrhunderts hält, sollte nicht so viele lächerliche Listen wie diese hier konsumieren oder den »Social Media Consultant« wechseln…

2. Wenn Twitter entgegen meiner Einschätzung doch ein neuartiges unabdingbares hyper-wichtiges Bedürfnis nach unverbindlicher Netzkommunikation abdeckt, so gibt es nur einen Weg zu technischer Zuverlässigkeit: Twitter, oder besser, »die Art zu kommunizieren wie Twitter«, muss ein Protokoll werden, damit es dezentral organisiert und damit weniger anfällig wird. Niemals in der Geschichte des Internets hat sich etwas durchsetzen können, das ein zentraler Dienst eines Anbieters gewesen ist. Alle erfolgreichen Dinge im Netz sind hersteller- und anbieterunabhängig, egal ob Weblogs, Usenet, E-Mail oder gar das Web selbst.
Dazu gibt es sogar schon einen frühen ersten Ansatz: SMOB.

Und bis es soweit ist, würde ich vorschlagen, das ständige Geheule einzustellen. Danke. Und wer ohne Twitter keinen Sinn findet, kann hier nachschauen. ;)

Die Informationsernte XII - Twitter-Ausgabe

web2.0 twitter

Wenn man sich nach ein paar Tagen des lebensbedingten Online-Kürzer-Tretens die eingefahrene Informationsernte in der Scheune betrachtet, so ist eines klar: Die (Web-)Welt ist besessen von Twitter.
Man fragt sich: »Can we use Twitter for business?« Zerbricht sich Twitters Kopf, was deren Einnahmen angeht. Überlegt sich, wie man Twitter für journalistische Aktivitäten nutzen kann. Und startet ein Themenblog: »140 Zeichen für ein Halleluja«.

Und an jeder Ecke tauchen mehr oder weniger sinnvolle »Mashups« auf: Twitt(url)y hält nach, welche URLs denn so getwittert werden. TweetLater ermöglicht das zeitversetzte Twittern – praktisch, wenn man mal ein Alibi braucht. secrettweet bietet »anonymes« Twittern an.

Sehr hübsch, aber weitestgehend sinnfrei ist TweetWheel, dass die Beziehungen der Kontakte eines Twitterers grafisch eindrucksvoll darstellt, was ab einer bestimmten »kritischen Masse« aber in einem hoffnungslosem Durcheinander endet:

Screenshot: TweetWheel

Das perfekte Tool für den kleinen Twitter-Stalker zur Visualisierung von Gewohnheiten ist xefer, der das Twitterverhalten eines Nutzers nach bestimmten Zeit-Kriterien addiert:

Screenshot: xefer

So schön diese lebendige Szene ist, eines fällt negativ auf: Weil Twitters API keine Authentifizierung für Automaten kennt, soll man einigen Diensten, deren Betreiber völlig unbekannt sind, seine Kombination von Benutzername und Passwort für den eigenen Twitter-Account übergeben. Eigentlich ist es aber »Gesetz«, niemals einem dritten Dienst solche Daten zu übermitteln. Es werden auf diese Art und Weise den Benutzern mühsam abgewöhnte inakzeptable Verhaltensweisen wieder »salonfähig« gemacht. Darum sollte man diese Art von Zusatzdiensten nicht nutzen.

Die Informationsernte XI

web2.0 twitter flickr

Wieder ein brilliantes Stück gegen den Strom von 37 Signals: »Are you sure you want to be in San Francisco?«

Heute ist Earthday und treibt seltsame Blüten: »15 of the Best Green Search Engines«.

Der beliebte Tumblelog-Dienst tumblr kommt lt. Webware demnächst mit »Pro-Accounts«, ebd. können Neugierige einige Bildschirmschüsse bewundern.

»Luminotes« ist ein »personal wiki notebook«, entweder kostenpflichtig beim Anbieter oder frei selbst gehostet möglich. Linux.com hat drüber geschrieben.

Compfight ist eine flickr-Suche, die flotter funktioniert als die beim Original.

Und natürlich wieder – na was wohl – Twitter. Keine Ahnung warum, aber gerade ist wohl das Klima für wortreiche Betrachtungen über Anwendung und Auswirkung unseres Lieblings-Web-2-Dingens besonders fruchtbar. Werbebelogger und Blogpiloten referieren Grundsätzliches, Spreeblick und Web Worker Daily haben neue »Tools«. Nate Ritter hat sehr spezielle Anwendungsfälle, und »The Ultimate List of Moms on Twitter« soll auch nicht fehlen. Und die Blogbar hat eine Zukunftsvision über den Lauf der Dinge in Sachen Twitter.

Und wer von diesen ganzen Dingen schon derartig gestört ist, dass er ohne selbstverordnete Zwangsmassnahmen gegen das Web nichts mehr gebacken bekommt, für den gibt es »Freedom«

Twitter nun mit Werbung. In Japan.

twitter socialsoftware web2.0

Screenshot: Twitter auf japanisch

An den jüngsten Gerüchten über die Einführung von Werbung in Twitter ist wohl doch mehr dran, als man zunächst zugeben wollte: Die japanische Ausgabe ist zum Start mit Werbung versehen worden. Joi Ito, dessen Firma Digital Garage an der japanischen Lokalisierung beteiligt war, sagte webware:

»Ads are important. It’s always harder to add ads later. So we’re launching with them in Japan. [..] The idea is to get companies to have Twitter feeds.«

Die Links unter der Werbung sollen die Klicker zum Twitter-Feed des Werbenden führen. Wenn das der Weg der Twitter-Werbung werden sollte, wäre es harmloser als das, was man sich sonst so vorstellen könnte, wie z.B. wildes »Getwitter« von Anzeigen in unseren Twittereien.

Die Informationsernte X

openid twitter web2.0

myOpenID kann man nun auch mit einer eigenen Domain nutzen. Das ist gut. Warum? Wenn man eines OpenID-Providers überdrüssig wird, kann man ihn so wechseln, ohne die schon verbreitete Domain ändern zu müssen.

»Normale« Menschen haben gar keine Zeit für Social-Media-Gedöns, sagt ReadWriteWeb. Und im »Museum 2.0« widmet man sich der Frage, wieviel Zeit denn man dafür eigentlich braucht. Damit dann anschließend leichter festlegen kann, welche Zeit man nicht hat. Denn um zu wissen, dass man keine Zeit hat, muss man ja erst einmal wissen, wieviel Zeit man braucht…

Telepolis problematisiert wunderhübsch über »Lifestreams«:

»Mit der Authentizität der Lifestreams vergegenwärtigt sich die Person bei anderen und bildet so eine verteilte Präsenz aus: Man wird von verschieden Menschen an verschieden Orten wahrgenommen und tritt mit diesen wiederum in Kontakt. Es ist ein volatiler Kommunikationsraum einer völlig neuen Art entstanden.«

Und wer den »volatilen Kommunikationsraum« nicht selbst beackern will, heuert einen »Ghostblogger« an. Das wäre doch auch ein Geschäftsmodell für den deutschsprachigen Raum?

Dann gibt es noch eine haarsträubende Twitter-Räuberpistole. Überhaupt, natürlich wieder Twitter, Twitter und Twitter. Und eine Liste mit twitternden Unternehmen. Was wohl ein Wert an sich ist, nicht die Liste, sondern twitternde Unternehmen. Sonst würde es nicht so hervorgehoben. Einige auf der Liste sind mir eher als »Twitter-Spammer« aufgefallen, die Grenze ist da wohl schmal…

Die Informationsernte IX

web2.0 weblogs twitter

Für den kleinen potenziellen Pro-Blogger in uns: »25 Blogs und Ihre Einnahmen im März«.

37 Signals positionieren sich ein weiteres Mal gegen den Branchen-Mainstream: »Urgency is poisonous«. Und liegen ein weiteres Mal richtig.

Das mobile Web ist tot, bevor es überhaupt richtig gelebt hat! Sagt Russell Beattie (via ReadWriteWeb).

Infohäppchen: 2 Minuten Videoimpressionen von »The Next Web«, die zeitgleich zur re:publica in Amsterdam statt fand und darum in Deutschland deutlich im Schatten selbiger stand.

Und natürlich wieder Twitter, Twitter, Twitter, halbgare Twitter-Gerüchte in Sachen Werbung und eine Ode an Twitter mit einer Prognose der Marke »Man weiß es halt nicht«.

Und wem das nicht reicht: Ein Problematisier-Video über Twitter von Chris Pirillo.

Die Informationsernte VIII

twitter web2.0 video

Alle wollen Geld. Dein Geld. Aber Du willst es einfach nicht rausrücken, darum stimmt »zweinull.cc« ein garstiges Klagelied an. Der live.hackr relativiert es.

Jesse Patel von der »Participatory Culture Foundation« (die hinter dem großartigen Miro steht) im Interview bei Golem, Zitat:

»Wir wollen ein System, über das jeder seine Videos verbreiten kann, ein System, das so einfach ist wie YouTube, aber bei dem man seine Inhalte nicht an ein Angebot wie YouTube zu dessen Bedingungen abgibt.«

Und natürlich wieder Twitter, Twitter und Twitter.

Noch einmal Twitter: »foodfeed« aggregiert die Nahrungsgewohnheiten der Twitterer. Ebenso sinnlos wie technisch und ästhetisch perfekt!

Unterhaltung (Horrorfilm oder Tragödie): »Web 2.0 – Der Film« ist da.

Die Informationsernte VII

web2.0 twitter socialsoftware

Auf der re:publica 08 haben wir von einem weiteren Barcamp in Berlin erfahren: dem Socialcamp-Berlin. Geplant ist es für den 14.-15. Juni 2008. Es findet statt im ersten selfHUB in Deutschland, in Berlin-Kreuzberg. Das ist ein temporär mietbares Büro für Selbstständige, Freiberufler, Gründer und Gründerteams oder Projektgemeinschaften.

Ein Hörbuch über Web 2.0 und 3.0 gibt es vom FOCUS.

Techcrunch: »[..] a cross-border Web 2.0 culture is definitely gaining steam across Europe.« Ja?

Manchmal scheint es, die Welt dreht sich um 140 Zeichen: Twitter, Twitter, Twitter.

Und dann, tja, die Automatismen: »Sometimes Auto-Complete sucks…«

Die Informatiornsernte IV

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Charlene Li droht: »Social networks will be like air.« Überall vorhanden, wie die Atemluft. Die Frage wird dann sein, was mehr kontaminiert ist…

Die »Weisheit der Wenigen« beleuchtet »Insight Buzz«, Zitat:

»So Web 2.0 is not exactly a simple democracy with one vote/one voice, but with different levels influence coming from individual commitment to participation and creation, it doesn’t have to be the tyranny of the few either.«

Der Artikel zitiert auch eine wirklich hübsche Grafik, diesem Artikel entnommen, der wortreich ausführt, das Nichtpartizipation nur ein Mythos sei, es gehe vielmehr um bestimmte Stufen der Partizipation.

Gramlee ist »Outsourcing 2.0«, dort überprüfen echte Linguisten Ihre Texte auf korrekte Rechtschreibung, Ausdruck und Grammatik. Leider nur auf Englisch. Auch ein Geschäftsmodell für unsere Breiten?

Und wer gar nicht genug vom Problematisieren und Visualisieren in Sachen »Twitter« bekommen kann, möge bei Twittes vorbei schauen. Twittes kann man auch in Twitter »followen«, das war mir aber schon nach wenigen Stunden zu viel des Guten…

Xing will jetzt Twitter sein: Der Kuchen ist verteilt, Krümel werden knapp

xing socialnetworks web2.0 twitter

Und wo wir gerade beim Thema »ein Werkzeug für einen Zweck« waren: Xing hat sich nun ein Status-Verkündungs-Feature à la Twitter eingebaut, aber nur für Premium-Mitglieder. ;)

Ist das eine gute Idee? Xing ist der einzige »Social-Network«-Dienst, der auch von wenig »Web-Zwei-affinen« Business-Menschen genutzt wird. Wie einer meiner Ex-Chefs, der, wenn er eine Website aufruft, den Namen immer erst in Google eingibt und dann drauf klickt. Und der soll nun Status-Updates innerhalb von Xing »twittern«?

Und die hippen Zwei-Nuller? Sollen die nun ihre Stati nacheinander in Twitter, Pownce, Jaiku, Plazes, Facebook, DingensZV und zusätzlich auch noch in Xing eintippen? Wie viele solcher Dienste mag man wohl gleichzeitig bedienen?

Seinen zweinulligen Dienst auf eine Kernfunktion hin auszurichten und diese perfekt zu erledigen, halte ich für erheblich aussichtsreicher als hektisch nach allen Trends zu grabschen und einen halbgaren Gemischtwarenladen zu schaffen.

Twitter-Spielzeuge

twitter mashup web2.0

Websites mit »Web-2.0-Touch« werden pro Tag viele ins Netz gestellt. Wenige schreien nicht gleich »Her mit Deinen Daten, wir brauchen Geld«, sondern geben sich Daten-genügsam, erfüllen genau einen Zweck perfekt, hinterlassen einen bleibenden Eindruck und werden derartig Teil des eigenen digitalen Lebens, dass man sich fragt: »Was habe ich bloß vorher ohne das gemacht?«

Twitter ist so eine. Twitter gibt dem einsamen Laptop-Arbeiter die Atmosphäre des informellen Geschnatters eines typischen Großraumbüros, bettet ihn ein in eine »Ambient Intimacy« (ein unübersetzbarer Ausdruck: »fließende Vertrautheit«, »umgebende Intimität«?).

Twitter regt die Fantasie der Mashup-Bastler an, die Listenblogger von »Flowing Data« haben »17 Ways to Visualize the Twitter Universe« zusammengestellt (via Twitter Blog).

Mein persönlicher Favorit ist der »Twitter Friend Network Browser«:

Wunderschön, wie man immer neue Kontakte anklicken und mit der Maus herum ziehen kann. Nutzwert eher eingeschränkt, aber Spielfaktor dafür enorm hoch.

Die rätselhafteste Anwendung ist tweetpad:

Es kommt heute nicht mehr oft vor, dass ich vor einem Programm sitze und mich frage, was ich denn nun damit machen soll. Es erscheint die Public-Timeline, und je voller es wird, desto mehr verändern sich die Kurven am unteren Bildrand. Warum und zu welchem Zweck – keine Ahnung. Aber in seiner ganzen »Fullscreen-Pracht« eignet sich tweetpad auf jeden Fall dafür, passiv dem Vergehen der Zeit zu folgen. Und das ist ja schließlich auch etwas.