Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

socialnetworks

Verkaufe Deine Erinnerungen mit Facebook

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Betabeat hat »geleakte« Informationen wie Facebook das neue Timeline-Feature an Werbetreibende verkaufen möchte. Und man kann endlich ungefragt zum Star einer »Sponsored Story« werden, wenn man irgendeinen Markenkram mal »geliked« hat. Stowe Boyd: »Everyone should simply stop using Facebook.«

Das brauche ich aber nicht, denn das einst vor fast 3 Jahren postulierte gilt noch stets:
We still don’t do Facebook.

We dont do Facebook

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Ich mache ja normalerweise jeden Mist im Web mit. Facebook ist aber ein Laden, der mir von Anfang an suspekt war. Für mich ist Facebook sogar das einzige SN, dem man rundweg nicht trauen kann. Schon die Anmeldeprozedur mit den AGB, die einen mit Tonlage und Inbrunst eines Offiziers der DDR-Grenztruppen klar machen, dass es »verboten« ist, falsche Daten anzugeben, ließen mich selbstverständlich sofort einen Fake-Account mit falschen Daten anlegen, damit man das kommerzielle Datengefängnis mal in Ruhe anschauen konnte. ;)

Nun hat Facebook verraten, wie sie Geld verdienen zu gedenken. Sie verkaufen einfach alle ihre Mitglieder an die Werbeindustrie. Wer als Hersteller von Gadgets schon immer wissen wollte, ob diese bei skandinavischen Schwulen in festen Beziehungen gut ankommen, kann sich nun die entsprechende Kohorte bei Facebook kaufen, die in ihrer Auswertung und Datenangeboten grundsätzlich keinen Bereich ausnehmen.

Nun werden natürlich wieder einige so genannte »Social-Media-Experten« kommen und schreiben, dass das doch total toll wäre und Werbung doch eigentlich Information sei (Frieden ist schließlich auch Krieg, steht auch im Wörterbuch des Neusprech).
Das liegt aber daran, dass ihr desperates Treiben auf Anteile am großen Kuchen der Werbe-und PR-Maschinerie ausgerichtet ist. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wäre Facebooks Treiben, also die kommerzielle Verwertung von Angaben zur sexuellen Orientierung, z.B. in Deutschland komplett illegal.

Fazit: We don’t do Facebook. And you shouldn’t, too.

[Update] Facebook wiegelt ab, laut einer Stellungnahme von Facebook dazu gegenüber dem Facebook-Fanblog allfacebook.com sei das eine Fehlinterpretation des ursprünglichen Artikels einer englischen Zeitung gewesen (via netzwertig).

Facebook machts möglich: Endlich ein Star in der Werbung!

facebook socialnetworks web2.0

Ja, dieses zweinullige Web! Man landet als unfreiwilliger Star in der Facebook-Werbung. Gar nicht schlecht, werben Sie ruhig mit meinem guten Namen…

Als nächstes werden wir bestimmt Facebook-Werbung mit »Räkel-Fotos« aus dem eingestellten Fundus etwas naiver junger weiblicher Facebook-Mitglieder sehen. Schnöde Textlinks können ja nicht der Werbeweisheit letzter Schluss sein. Wir brauchen schließlich Aufmerksamkeit, von russischen Download-Seiten lernen heisst siegen lernen…

Den passendsten und endgültigen Kommentar zu dieser unsäglichen Geschichte hat Herr Klein ge-twitter-t:

»An alle: Es ist nicht peinlich, in der Facebook-Werbung genannt zu werden, es ist peinlich, FB-Mitglied zu sein. Sagt ein FB-Mitglied. So.«

Update: Johnny plant inzwischen rechtliche Schritte und andere Seltsamkeiten in diesem Fall hat er noch verlinkt.

Die Informationsernte V

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Über-Aggregatoren wie socialthing! sind nach der Ansicht eines Artikel in »Insight Buzz« ein erster Schritt, um die Mauern um die »Sozialen Netzwerke« einzureißen. Das glaube ich nicht, der »umzäunte Garten« mit seinen (Deinen!) Benutzerdaten ist das einzige, was das SN an digitalen Gütern hat. Darum werden sie weiter mit Hingabe an ihren Zäunen arbeiten.

Chefproblematisierer Scobleizer hat einen Fall von Facebook-Rauswurf, der wunderschön demonstriert, auf welches dünne Eis man sich begibt, wenn man Geld von anderer Leute Benutzer abgreifen möchte (aka »die Plattform nutzen«) und sich dazu in jenen »umzäunten Garten« begeben muss.

»Lovd By Less« ist ein Social-Network-Modul in Ruby On Rails, frei unter der GPL. Damit kann man flugs sein eigenes SN aufmachen, z.B. eines an sein Kaninchen-Blog antackern.

Das Milchmädchen stand Pate bei einer neuen Apple-Switcher-Story. Der Held der Geschichte hat 70.000 $$$ gespart, weil er auf den Mac und Basecamp umgestiegen ist und auf die ganze überkommenene typische M$-Office-Infrastruktur verzichtet hat. Nehmt Euch ein Beispiel!

Auch das noch: Adobe möchte uns mit dem nächsten Flash-Update heimlich seinen eigenen Media-Player unterjubeln, sagt NewTeeVee.

Die Informatiornsernte IV

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Charlene Li droht: »Social networks will be like air.« Überall vorhanden, wie die Atemluft. Die Frage wird dann sein, was mehr kontaminiert ist…

Die »Weisheit der Wenigen« beleuchtet »Insight Buzz«, Zitat:

»So Web 2.0 is not exactly a simple democracy with one vote/one voice, but with different levels influence coming from individual commitment to participation and creation, it doesn’t have to be the tyranny of the few either.«

Der Artikel zitiert auch eine wirklich hübsche Grafik, diesem Artikel entnommen, der wortreich ausführt, das Nichtpartizipation nur ein Mythos sei, es gehe vielmehr um bestimmte Stufen der Partizipation.

Gramlee ist »Outsourcing 2.0«, dort überprüfen echte Linguisten Ihre Texte auf korrekte Rechtschreibung, Ausdruck und Grammatik. Leider nur auf Englisch. Auch ein Geschäftsmodell für unsere Breiten?

Und wer gar nicht genug vom Problematisieren und Visualisieren in Sachen »Twitter« bekommen kann, möge bei Twittes vorbei schauen. Twittes kann man auch in Twitter »followen«, das war mir aber schon nach wenigen Stunden zu viel des Guten…

Xing will jetzt Twitter sein: Der Kuchen ist verteilt, Krümel werden knapp

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Und wo wir gerade beim Thema »ein Werkzeug für einen Zweck« waren: Xing hat sich nun ein Status-Verkündungs-Feature à la Twitter eingebaut, aber nur für Premium-Mitglieder. ;)

Ist das eine gute Idee? Xing ist der einzige »Social-Network«-Dienst, der auch von wenig »Web-Zwei-affinen« Business-Menschen genutzt wird. Wie einer meiner Ex-Chefs, der, wenn er eine Website aufruft, den Namen immer erst in Google eingibt und dann drauf klickt. Und der soll nun Status-Updates innerhalb von Xing »twittern«?

Und die hippen Zwei-Nuller? Sollen die nun ihre Stati nacheinander in Twitter, Pownce, Jaiku, Plazes, Facebook, DingensZV und zusätzlich auch noch in Xing eintippen? Wie viele solcher Dienste mag man wohl gleichzeitig bedienen?

Seinen zweinulligen Dienst auf eine Kernfunktion hin auszurichten und diese perfekt zu erledigen, halte ich für erheblich aussichtsreicher als hektisch nach allen Trends zu grabschen und einen halbgaren Gemischtwarenladen zu schaffen.

Die Informationsernte II

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Freitag: »Ach Schadzii, du bist so tolliii! Das soziale Leben findet im Netz statt. Wie Jugendliche sich auf der Online-Plattform SchülerVZ inszenieren. Eine Feldforschung«

»What does it mean to follow? The digital footprint« Susan Mernit fabuliert über »Folgen« vs. »Lesen«. Wobei die Ursache des Ganzen wahrscheinlich mehr ein nachlässiger Sprachgebrauch in den Zeiten des Social-Network-Wahns ist…

»User-Generated-Content« ist »out«! Schreibt Newsweek in »Revenge Of The Experts«.

Und immer wenn man denkt, der vergessene Konsonant wäre nicht mehr so frchtbr originell, schlägt der nächste zu: Coordinatr. Immerhin, mal ein o vergessen statt des obligatorischen e

Aber am 19. Januar 2038 um 3:14 Uhr ist sowieso Schluss. Ein Hoch auf den 32-Bit Integer!