Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

mashup

Webdienste sind keine öffentlichen Güter

twitter socialtoo mashup

Schreibt der Entwickler von tumblr.com, Marco, in seinem Tumblr als Reaktion auf das große Geheule über Twitters Ankündigung API-Zugriffe zu beschränken, Zitat:

»These dangers apply to reliance on any service. Even Facebook. Even Google. Even if they call their services “application platforms” and you call your business “new media” or a “mashup”. Building a business exclusively on top of another service is irresponsible and naïve.
Dependence on public infrastructure is unavoidable: your service requires power and internet connectivity. But other web services are not public infrastructure, and no matter how many “new media” people say so in discussion panels, they never will be.«

Mein Reden schon lange, ich habe mich darüber im Zusammenhang mit Facebook an anderer Stelle bereits einmal ausgelassen. Das Risiko liegt auf der Hand, die Chance natürlich auch. Aber wenn es dann passiert, ist das große Rumheulen anschließend ist sehr peinlich zu lesen.

Twitter-Spielzeuge

twitter mashup web2.0

Websites mit »Web-2.0-Touch« werden pro Tag viele ins Netz gestellt. Wenige schreien nicht gleich »Her mit Deinen Daten, wir brauchen Geld«, sondern geben sich Daten-genügsam, erfüllen genau einen Zweck perfekt, hinterlassen einen bleibenden Eindruck und werden derartig Teil des eigenen digitalen Lebens, dass man sich fragt: »Was habe ich bloß vorher ohne das gemacht?«

Twitter ist so eine. Twitter gibt dem einsamen Laptop-Arbeiter die Atmosphäre des informellen Geschnatters eines typischen Großraumbüros, bettet ihn ein in eine »Ambient Intimacy« (ein unübersetzbarer Ausdruck: »fließende Vertrautheit«, »umgebende Intimität«?).

Twitter regt die Fantasie der Mashup-Bastler an, die Listenblogger von »Flowing Data« haben »17 Ways to Visualize the Twitter Universe« zusammengestellt (via Twitter Blog).

Mein persönlicher Favorit ist der »Twitter Friend Network Browser«:

Wunderschön, wie man immer neue Kontakte anklicken und mit der Maus herum ziehen kann. Nutzwert eher eingeschränkt, aber Spielfaktor dafür enorm hoch.

Die rätselhafteste Anwendung ist tweetpad:

Es kommt heute nicht mehr oft vor, dass ich vor einem Programm sitze und mich frage, was ich denn nun damit machen soll. Es erscheint die Public-Timeline, und je voller es wird, desto mehr verändern sich die Kurven am unteren Bildrand. Warum und zu welchem Zweck – keine Ahnung. Aber in seiner ganzen »Fullscreen-Pracht« eignet sich tweetpad auf jeden Fall dafür, passiv dem Vergehen der Zeit zu folgen. Und das ist ja schließlich auch etwas.