Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

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Aus der Twitterpraxis: Zwangsöffentlich gemachte Replys filtern

twitter mac

»Zwangs-öffentliche« Replys an jemanden, den andere nicht »followen«, für alle mit ».@« zu erzwingen, ist das digitale Gegenstück zum lautstarken Telefongespräch im vollbesetzten Großraumwagen: Nervig und impertinent. Wen interessiert halbe Kommunikation, wenn man die Gegenstelle (a) nicht hört oder gar (b) nicht hören will als bewussten Akt persönlichen Nicht-Erfassens?

Abhilfe:

Für Twitterrific im Terminal eintippen:

defaults write com.iconfactory.Twitterrific tweetTextFilter -string “.@”

Für den neuen Lieblingslieblings Tweetie besorgt man sich zunächst jenen brandheißen inoffiziellen gefährlichen Insiderbuild und tippt dann ins Terminal:

defaults write com.atebits.tweetie-mac filterTerms -array-add “.@”

Nach dem Tweetie-Neustart verschwindet die Zwangsbeglückung, es ist Ruhe im Großraumwagen.

Das Qualitätsproblem des Bloggens

weblogs mac

»Mac Rumors« kam mit einer Meldung über einen Anbieter, der angeblich für 400$ einen »Eigenbau-Mac« verkaufen möchte. Und dann haben sie sich alle alle alle draufgestürzt und die Geschichte samt Herstellername und -link weiter gebloggt, offensichtlich vom ewigen Wunschtraum nach dem Billig-Mac beseelt (und dabei verkennend, dass das Nutzer-Erlebnis »Mac« keine Sache des Betriebssystem ist, sondern ein Gesamtpaket aus Soft- und Hardware, aber das nur nebenbei).

Nun kommt aber nach und nach der etwas zweifelhafte Charakter des »Anbieters« und des »Produkts« (sofern es eines gibt) heraus (siehe auch Guardian-Technology-Blog). Und alle, die das als »brandheiße Info« gebloggt haben, stehen ziemlich dumm da. Es sieht so aus, als wäre die so oft gepriesene »schnelle Verbreitungskette« der Webloggerei ziemlich anfällig für interessengesteuerte Nachrichtenverbreitung und die »Hack-Mac«-Story nur ein erfolgreicher PR-Stunt für was auch immer. Im Bestreben, alles nur »schnell schnell schnell« raus zu hauen, gibt es kein Halten mehr. Kaum einer wartet mal ab – gerade bei solchen merkwürdigen Geschichten, wo jeder klar denkende Mensch erst einmal »hm hm hm« sagend den Kopf wiegt – wie sich die Geschichte entwickelt und welche weiteren Quellen sich auftun. Als wäre »Geschwindigkeit« eine Tugend…

Kollegen, die Ihr diese Story gebloggt habt: Ihr habt gut funktioniert.

Man darf gespannt sein, wann jemand Herdentrieb und Geschwindigkeitswahn der Bloggerei mal so richtig ausnutzt.