Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

facebook

Verkaufe Deine Erinnerungen mit Facebook

facebook socialnetworks

Betabeat hat »geleakte« Informationen wie Facebook das neue Timeline-Feature an Werbetreibende verkaufen möchte. Und man kann endlich ungefragt zum Star einer »Sponsored Story« werden, wenn man irgendeinen Markenkram mal »geliked« hat. Stowe Boyd: »Everyone should simply stop using Facebook.«

Das brauche ich aber nicht, denn das einst vor fast 3 Jahren postulierte gilt noch stets:
We still don’t do Facebook.

Den »Kampf« um das Web...

web2.0 facebook internet

… sieht "Tim O´Reilly in seinem Artikel »The War For the Web« herauf ziehen (Zitat):

»We’re heading into a war for control of the web. And in the end, it’s more than that, it’s a war against the web as an interoperable platform. Instead, we’re facing the prospect of Facebook as the platform, Apple as the platform, Google as the platform, Amazon as the platform, where big companies slug it out until one is king of the hill.«

Indikator: Ein »Bug« in Facebook, der sich in nicht mehr klickbaren Links in Facebook-Updates manifestierte. O´Reilly sieht die Zeiten der mittleren 90er wieder heraufziehen, als – die Älteren werden sich dunkel erinnern – Dienste wie CompuServe oder AOL abgeschlossene »Online-Welten« bildeten, an deren Ausgänge ins große böse Internet Warnschilder aufleuchteten.

Man darf prognostizieren, dass dieser Text in den nächsten Tagen ein reichhaltiges Echo auslösen wird. Dabei wäre die Lösung ganz einfach: Man lässt sich einfach nicht in »Datenknäste« wie Facebook einsperren. Oder, wie Tim O´Reilly schreibt:

»And it’s time for developers to take a stand. If you don’t want a repeat of the PC era, place your bets now on open systems. Don’t wait till it’s too late.«

We dont do Facebook

facebook socialnetworks

Ich mache ja normalerweise jeden Mist im Web mit. Facebook ist aber ein Laden, der mir von Anfang an suspekt war. Für mich ist Facebook sogar das einzige SN, dem man rundweg nicht trauen kann. Schon die Anmeldeprozedur mit den AGB, die einen mit Tonlage und Inbrunst eines Offiziers der DDR-Grenztruppen klar machen, dass es »verboten« ist, falsche Daten anzugeben, ließen mich selbstverständlich sofort einen Fake-Account mit falschen Daten anlegen, damit man das kommerzielle Datengefängnis mal in Ruhe anschauen konnte. ;)

Nun hat Facebook verraten, wie sie Geld verdienen zu gedenken. Sie verkaufen einfach alle ihre Mitglieder an die Werbeindustrie. Wer als Hersteller von Gadgets schon immer wissen wollte, ob diese bei skandinavischen Schwulen in festen Beziehungen gut ankommen, kann sich nun die entsprechende Kohorte bei Facebook kaufen, die in ihrer Auswertung und Datenangeboten grundsätzlich keinen Bereich ausnehmen.

Nun werden natürlich wieder einige so genannte »Social-Media-Experten« kommen und schreiben, dass das doch total toll wäre und Werbung doch eigentlich Information sei (Frieden ist schließlich auch Krieg, steht auch im Wörterbuch des Neusprech).
Das liegt aber daran, dass ihr desperates Treiben auf Anteile am großen Kuchen der Werbe-und PR-Maschinerie ausgerichtet ist. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wäre Facebooks Treiben, also die kommerzielle Verwertung von Angaben zur sexuellen Orientierung, z.B. in Deutschland komplett illegal.

Fazit: We don’t do Facebook. And you shouldn’t, too.

[Update] Facebook wiegelt ab, laut einer Stellungnahme von Facebook dazu gegenüber dem Facebook-Fanblog allfacebook.com sei das eine Fehlinterpretation des ursprünglichen Artikels einer englischen Zeitung gewesen (via netzwertig).

Facebook machts möglich: Endlich ein Star in der Werbung!

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Ja, dieses zweinullige Web! Man landet als unfreiwilliger Star in der Facebook-Werbung. Gar nicht schlecht, werben Sie ruhig mit meinem guten Namen…

Als nächstes werden wir bestimmt Facebook-Werbung mit »Räkel-Fotos« aus dem eingestellten Fundus etwas naiver junger weiblicher Facebook-Mitglieder sehen. Schnöde Textlinks können ja nicht der Werbeweisheit letzter Schluss sein. Wir brauchen schließlich Aufmerksamkeit, von russischen Download-Seiten lernen heisst siegen lernen…

Den passendsten und endgültigen Kommentar zu dieser unsäglichen Geschichte hat Herr Klein ge-twitter-t:

»An alle: Es ist nicht peinlich, in der Facebook-Werbung genannt zu werden, es ist peinlich, FB-Mitglied zu sein. Sagt ein FB-Mitglied. So.«

Update: Johnny plant inzwischen rechtliche Schritte und andere Seltsamkeiten in diesem Fall hat er noch verlinkt.

Die Informationsernte V

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Über-Aggregatoren wie socialthing! sind nach der Ansicht eines Artikel in »Insight Buzz« ein erster Schritt, um die Mauern um die »Sozialen Netzwerke« einzureißen. Das glaube ich nicht, der »umzäunte Garten« mit seinen (Deinen!) Benutzerdaten ist das einzige, was das SN an digitalen Gütern hat. Darum werden sie weiter mit Hingabe an ihren Zäunen arbeiten.

Chefproblematisierer Scobleizer hat einen Fall von Facebook-Rauswurf, der wunderschön demonstriert, auf welches dünne Eis man sich begibt, wenn man Geld von anderer Leute Benutzer abgreifen möchte (aka »die Plattform nutzen«) und sich dazu in jenen »umzäunten Garten« begeben muss.

»Lovd By Less« ist ein Social-Network-Modul in Ruby On Rails, frei unter der GPL. Damit kann man flugs sein eigenes SN aufmachen, z.B. eines an sein Kaninchen-Blog antackern.

Das Milchmädchen stand Pate bei einer neuen Apple-Switcher-Story. Der Held der Geschichte hat 70.000 $$$ gespart, weil er auf den Mac und Basecamp umgestiegen ist und auf die ganze überkommenene typische M$-Office-Infrastruktur verzichtet hat. Nehmt Euch ein Beispiel!

Auch das noch: Adobe möchte uns mit dem nächsten Flash-Update heimlich seinen eigenen Media-Player unterjubeln, sagt NewTeeVee.

Die Informationsernte III

skitch facebook firefox weblogs

Auch am Wochenende schläft die Webwelt nicht! ;)

Etwas für die Mac-Freunde: Mit Skitch kann man nun auch gleich twittern, dass man ein Bild hat. Skitch ist eine Mischung aus Bildbearbeitungsprogramm und Online-Bilder-Dienst für den Mac. Gerade Beta, versteht sich. ;-)

Kottke.org feiert 10-jähriges Jubiläum. Das ist nicht nur eines der ältesten Blogs überhaupt, sondern Jason Kottke war einer der ersten Weblog-Stars, deren Bloggen und Leben der »normalen« Presse Artikel wert war.

O’Reilly-Radar problematisiert in »Shelly Farnham on What Makes Facebook Apps Work«, ohne aber die richtigen Grundfragen zu stellen. Denn wer braucht ein proprietäres »Facebook Operating System« für das Web?

Das OS für das Web ist das Web. Oder höchstens Firefox! Webware besuchte den Mozilla-CEO John Lilly und liefert einen vorzüglichen und informativen Blick hinter die Kulissen von Firefox.

Und für langweilige Stunden endlich mal wieder eine Liste: »The Freelancer’s Toolset: 100 Web Apps for Everything You Will Possibly Need«.

Zum Abschluss ein Stück aus dem Grenzgebiet zum Boulevard: Webware zeichnet nach, wie die alten Medien Soziale Netzwerke in der New Yorker Story »Die käufliche Schöne und Herr Spitzer« im Leben von »Kristen« wühlen und die Dame verzweifelt versucht, rechtzeitig ihre Daten und Vernetzungen anzupassen. Ich weiß, nicht jeder von uns wird in diesem Geschäft arbeiten ;), aber die beste Strategie ist es, erst gar nicht Unmengen von offensichtlich interessanten Daten für einen zweifelhaften Nutzen in solche Systeme zu stecken. (Update) Siehe dazu auch den Artikel des FAZ-Feuilletons.