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Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

Twitter-Spielzeuge

twitter mashup web2.0

Websites mit »Web-2.0-Touch« werden pro Tag viele ins Netz gestellt. Wenige schreien nicht gleich »Her mit Deinen Daten, wir brauchen Geld«, sondern geben sich Daten-genügsam, erfüllen genau einen Zweck perfekt, hinterlassen einen bleibenden Eindruck und werden derartig Teil des eigenen digitalen Lebens, dass man sich fragt: »Was habe ich bloß vorher ohne das gemacht?«

Twitter ist so eine. Twitter gibt dem einsamen Laptop-Arbeiter die Atmosphäre des informellen Geschnatters eines typischen Großraumbüros, bettet ihn ein in eine »Ambient Intimacy« (ein unübersetzbarer Ausdruck: »fließende Vertrautheit«, »umgebende Intimität«?).

Twitter regt die Fantasie der Mashup-Bastler an, die Listenblogger von »Flowing Data« haben »17 Ways to Visualize the Twitter Universe« zusammengestellt (via Twitter Blog).

Mein persönlicher Favorit ist der »Twitter Friend Network Browser«:

Wunderschön, wie man immer neue Kontakte anklicken und mit der Maus herum ziehen kann. Nutzwert eher eingeschränkt, aber Spielfaktor dafür enorm hoch.

Die rätselhafteste Anwendung ist tweetpad:

Es kommt heute nicht mehr oft vor, dass ich vor einem Programm sitze und mich frage, was ich denn nun damit machen soll. Es erscheint die Public-Timeline, und je voller es wird, desto mehr verändern sich die Kurven am unteren Bildrand. Warum und zu welchem Zweck – keine Ahnung. Aber in seiner ganzen »Fullscreen-Pracht« eignet sich tweetpad auf jeden Fall dafür, passiv dem Vergehen der Zeit zu folgen. Und das ist ja schließlich auch etwas.

Die Informationsernte I

web2.0 video yahoo startup

»Die Informationsernte« wirft einen (vielleicht) täglichen kurzen Blick auf frische bemerkenswerte Fakten und Dinge aus der weiten Welt des Webs mit Bezug zur großen glorreichen 2. Und damit auch gleich zur Erstausgabe!

Loic Le Meur behauptet in Techcrunch: Internet-Start-Ups sollen nicht »lokal« denken, sondern »global« agieren. Darum soll man als dynamischer »Web-Entrepreneur« auch gleich mal umziehen in eine Metropole wie London oder San Francisco. Raus aus dem lokalen Kontext!

Blabbr ist wie Twitter, aber man kann zu allem was gesagt wird per Knopf-Klick eine Meinung haben (via hackr).

Bicyclemark wirft einen Blick auf den Stand der Dinge in Sachen Online-Video, mit dem Schwerpunkt auf unabhängige Vlogger.

Die Yahoo-Microsoft-Übernahme-Sache köchelt derzeit wohl wenig schlagzeilenträchtig im Untergrund, darum ist Zeit für eine in meinen Augen sehr naive Sichtweise auf die positiven Auswirkungen für die Open-Source-Kultur bei Microsoft (haben die sowas?) durch frisches Blut von Yahoo bei O’Reillys OnLamp.

Und dann war da noch der Herzschrittmacher mit Funkschnittstelle…

Auf der Suche nach der »Net Generation«

web2.0 bildung

Meine Generation (die Endkohorten der deutschen Baby Boomer, an der Grenze zum Pillenknick ;)) erlebte die Entstehung der Computertechnologie von ihren schlichten Anfängen mit wohnzimmergroßen Anlagen und »Heimcomputer selbst löten« hin zu den heutigen »Wundern« wie internetfähige Computer im Telefonformat, ein ubiquitäres Netz und ganzheitlichem »Online sein« als kontinuierlichen Prozess mit. Die »jungen Leute« aber, die in den Internet-Zeiten aufwachsen und gerade in der Bildungs- und Konditionierungs-Maschinerie unserer Gesellschaft stecken, auch mal griffig »Generation Y« genannt, sehen das Internet als ebenso normal an wie fließendes Wasser oder asphaltierte Straßen. Die Frage ist, ob sie diese schlichte Tatsache irgendwie »anders« macht. Soziologen fragen sich: »Gibt es eine Net Generation?«

Prof. Rolf Schulmeister von der Uni Hamburg sucht die »Net Generation« nun wissenschaftlich, und stellt seine Erkenntnisse erfreulicherweise als PDF-Dokument zur Verfügung (via education & media). Zwei Zitate daraus:

»Die Selbstverständlichkeit und Allgegenwärtigkeit des Internet ist für diejenigen, die sie seit Geburt vor?nden, so banal, dass Fragen danach, ob Computer ihr Leben beein?usst haben, bei Jugendlichen auf keine Resonanz stoßen.«

Und:

»Die Tatsache, dass heute andere Medien genutzt werden als in
früheren Zeiten rechtfertigt es nicht, eine ganze Generation als andersartig zu mysti?zieren.«

Das Werk wird vom Autor als »Work in progress« bezeichnet, bei Interesse am Thema lohnt es sich also, es ab und an zu aktualisieren.