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Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

Virale Kampagnen: Blogger funktionieren einfach

weblogs virales

Das es einfach ist, den gemeinen Blogger an sich für seine wie auch immer gearteten Zwecke zu instrumentalisieren, sollte jedem klar sein, der sich die Realität so genannter »viraler Kampagnen« angeschaut hat. Dass es aber reicht, ein Päckchen an Blogger zu versenden, die sich ob dieser scheinbaren »Wertschätzung« ihrer Online-Persona gleich hinsetzen und drüber bloggen (die Liste), hätte selbst ich als von der Natur des Menschen relativ desillusionierter Beobachter nicht gedacht. Kolleginnen und Kollegen, Ihr funktioniert auf Knopfdruck und macht die Blogosphäre zu einem Paradies der so genannten »Marketing-Strategen«. Glückwunsch dazu.

[Update] Man lese auch diesen Artikel in der Blogbar dazu.

Die Informationsernte XI

web2.0 twitter flickr

Wieder ein brilliantes Stück gegen den Strom von 37 Signals: »Are you sure you want to be in San Francisco?«

Heute ist Earthday und treibt seltsame Blüten: »15 of the Best Green Search Engines«.

Der beliebte Tumblelog-Dienst tumblr kommt lt. Webware demnächst mit »Pro-Accounts«, ebd. können Neugierige einige Bildschirmschüsse bewundern.

»Luminotes« ist ein »personal wiki notebook«, entweder kostenpflichtig beim Anbieter oder frei selbst gehostet möglich. Linux.com hat drüber geschrieben.

Compfight ist eine flickr-Suche, die flotter funktioniert als die beim Original.

Und natürlich wieder – na was wohl – Twitter. Keine Ahnung warum, aber gerade ist wohl das Klima für wortreiche Betrachtungen über Anwendung und Auswirkung unseres Lieblings-Web-2-Dingens besonders fruchtbar. Werbebelogger und Blogpiloten referieren Grundsätzliches, Spreeblick und Web Worker Daily haben neue »Tools«. Nate Ritter hat sehr spezielle Anwendungsfälle, und »The Ultimate List of Moms on Twitter« soll auch nicht fehlen. Und die Blogbar hat eine Zukunftsvision über den Lauf der Dinge in Sachen Twitter.

Und wer von diesen ganzen Dingen schon derartig gestört ist, dass er ohne selbstverordnete Zwangsmassnahmen gegen das Web nichts mehr gebacken bekommt, für den gibt es »Freedom«

Twitter nun mit Werbung. In Japan.

twitter socialsoftware web2.0

Screenshot: Twitter auf japanisch

An den jüngsten Gerüchten über die Einführung von Werbung in Twitter ist wohl doch mehr dran, als man zunächst zugeben wollte: Die japanische Ausgabe ist zum Start mit Werbung versehen worden. Joi Ito, dessen Firma Digital Garage an der japanischen Lokalisierung beteiligt war, sagte webware:

»Ads are important. It’s always harder to add ads later. So we’re launching with them in Japan. [..] The idea is to get companies to have Twitter feeds.«

Die Links unter der Werbung sollen die Klicker zum Twitter-Feed des Werbenden führen. Wenn das der Weg der Twitter-Werbung werden sollte, wäre es harmloser als das, was man sich sonst so vorstellen könnte, wie z.B. wildes »Getwitter« von Anzeigen in unseren Twittereien.

Facebook machts möglich: Endlich ein Star in der Werbung!

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Ja, dieses zweinullige Web! Man landet als unfreiwilliger Star in der Facebook-Werbung. Gar nicht schlecht, werben Sie ruhig mit meinem guten Namen…

Als nächstes werden wir bestimmt Facebook-Werbung mit »Räkel-Fotos« aus dem eingestellten Fundus etwas naiver junger weiblicher Facebook-Mitglieder sehen. Schnöde Textlinks können ja nicht der Werbeweisheit letzter Schluss sein. Wir brauchen schließlich Aufmerksamkeit, von russischen Download-Seiten lernen heisst siegen lernen…

Den passendsten und endgültigen Kommentar zu dieser unsäglichen Geschichte hat Herr Klein ge-twitter-t:

»An alle: Es ist nicht peinlich, in der Facebook-Werbung genannt zu werden, es ist peinlich, FB-Mitglied zu sein. Sagt ein FB-Mitglied. So.«

Update: Johnny plant inzwischen rechtliche Schritte und andere Seltsamkeiten in diesem Fall hat er noch verlinkt.

Die Informationsernte X

openid twitter web2.0

myOpenID kann man nun auch mit einer eigenen Domain nutzen. Das ist gut. Warum? Wenn man eines OpenID-Providers überdrüssig wird, kann man ihn so wechseln, ohne die schon verbreitete Domain ändern zu müssen.

»Normale« Menschen haben gar keine Zeit für Social-Media-Gedöns, sagt ReadWriteWeb. Und im »Museum 2.0« widmet man sich der Frage, wieviel Zeit denn man dafür eigentlich braucht. Damit dann anschließend leichter festlegen kann, welche Zeit man nicht hat. Denn um zu wissen, dass man keine Zeit hat, muss man ja erst einmal wissen, wieviel Zeit man braucht…

Telepolis problematisiert wunderhübsch über »Lifestreams«:

»Mit der Authentizität der Lifestreams vergegenwärtigt sich die Person bei anderen und bildet so eine verteilte Präsenz aus: Man wird von verschieden Menschen an verschieden Orten wahrgenommen und tritt mit diesen wiederum in Kontakt. Es ist ein volatiler Kommunikationsraum einer völlig neuen Art entstanden.«

Und wer den »volatilen Kommunikationsraum« nicht selbst beackern will, heuert einen »Ghostblogger« an. Das wäre doch auch ein Geschäftsmodell für den deutschsprachigen Raum?

Dann gibt es noch eine haarsträubende Twitter-Räuberpistole. Überhaupt, natürlich wieder Twitter, Twitter und Twitter. Und eine Liste mit twitternden Unternehmen. Was wohl ein Wert an sich ist, nicht die Liste, sondern twitternde Unternehmen. Sonst würde es nicht so hervorgehoben. Einige auf der Liste sind mir eher als »Twitter-Spammer« aufgefallen, die Grenze ist da wohl schmal…

Das Qualitätsproblem des Bloggens

weblogs mac

»Mac Rumors« kam mit einer Meldung über einen Anbieter, der angeblich für 400$ einen »Eigenbau-Mac« verkaufen möchte. Und dann haben sie sich alle alle alle draufgestürzt und die Geschichte samt Herstellername und link weiter gebloggt, offensichtlich vom ewigen Wunschtraum nach dem Billig-Mac beseelt (und dabei verkennend, dass das Nutzer-Erlebnis »Mac« keine Sache des Betriebssystem ist, sondern ein Gesamtpaket aus Soft und Hardware, aber das nur nebenbei).

Nun kommt aber nach und nach der etwas zweifelhafte Charakter des »Anbieters« und des »Produkts« (sofern es eines gibt) heraus (siehe auch Guardian-Technology-Blog). Und alle, die das als »brandheiße Info« gebloggt haben, stehen ziemlich dumm da. Es sieht so aus, als wäre die so oft gepriesene »schnelle Verbreitungskette« der Webloggerei ziemlich anfällig für interessengesteuerte Nachrichtenverbreitung und die »Hack-Mac«-Story nur ein erfolgreicher PR-Stunt für was auch immer. Im Bestreben, alles nur »schnell schnell schnell« raus zu hauen, gibt es kein Halten mehr. Kaum einer wartet mal ab – gerade bei solchen merkwürdigen Geschichten, wo jeder klar denkende Mensch erst einmal »hm hm hm« sagend den Kopf wiegt – wie sich die Geschichte entwickelt und welche weiteren Quellen sich auftun. Als wäre »Geschwindigkeit« eine Tugend…

Kollegen, die Ihr diese Story gebloggt habt: Ihr habt gut funktioniert.

Man darf gespannt sein, wann jemand Herdentrieb und Geschwindigkeitswahn der Bloggerei mal so richtig ausnutzt.

Die Informationsernte IX

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Für den kleinen potenziellen Pro-Blogger in uns: »25 Blogs und Ihre Einnahmen im März«.

37 Signals positionieren sich ein weiteres Mal gegen den Branchen-Mainstream: »Urgency is poisonous«. Und liegen ein weiteres Mal richtig.

Das mobile Web ist tot, bevor es überhaupt richtig gelebt hat! Sagt Russell Beattie (via ReadWriteWeb).

Infohäppchen: 2 Minuten Videoimpressionen von »The Next Web«, die zeitgleich zur re:publica in Amsterdam statt fand und darum in Deutschland deutlich im Schatten selbiger stand.

Und natürlich wieder Twitter, Twitter, Twitter, halbgare Twitter-Gerüchte in Sachen Werbung und eine Ode an Twitter mit einer Prognose der Marke »Man weiß es halt nicht«.

Und wem das nicht reicht: Ein Problematisier-Video über Twitter von Chris Pirillo.

Shyftr = Content-»Thievr«?

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Shyftr ist ein online RSS-Feedreader mit »sozialer Komponente«. Und genau das ist das Problem, denn die soziale Komponente ist nichts anderes als eine öffentliche Reproduktion der Inhalte anderer Leute, die das dann kommentieren können. Shyftr veröffentlicht anderer Leute Inhalte und zieht auch noch die potenziellen Diskussionen (»Weblogs are conversations«, sagen die Weblog-Weisen seit Äonen) von der Original-Site ab, in ihr obskures RSS-Reader-Social-Network-Whatever.

Nicht erstaunlich, dass solcherart Dreistigkeit gleich Widerspruch erregt, z.B. bei Eric Berlin – »An argument against Shyftr and communities built around full-text RSS feeds«, der Mathew Ingram zitiert:

»I think RSS gives people the right to read your content — but not to build a business around it.«

Genau so ist es. Mein Hauptblog z.B. steht unter der »CC-Non Commercial«-Lizenz, da wäre eine Reproduktion in den kommerziellen Rahmen von Shyftr schlicht und ergreifend ein Lizenz-Verstoß, ganz zu schweigen von Blogs unter »Alte-Schule-Alle-Rechte-Vorbehalten-Lizenz«.

Loius Gray und Eric Scoble sehen das anders (Zitat Scoble):

»The era when bloggers could control where the discussion of their stuff took place is totally over.«

Das sehe ich anders, ein RSS-Feed ist kein Freibrief für Geschäftsmodelle mit anderer Leute Inhalte, und der Abzug der Diskussionen damit in das eigene kommerzielle System ist mehr als unfair.

Im Shyftr-Blog hat man dazu Stellung bezogen, in meinen Augen wenig überzeugend und mit viel zu viel »Our users«-Wischiwaschi als Rechtfertigung. Und das Shyftr-Blog hat natürlich keine Kommentare. Weblogs are conversations. But not outside Shyftr for Shyftr.

[Update] Hier steht, wie man den Shyftr-Roboter ausbremst. Robots.txt wird gar nicht gelesen und als User-Agent die verwendete Magpie-Bibliothek angegeben – schlechter Stil wie der Rest dieses Projekts…

Wochenendkino: flickr und die Anti-Video-Front

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Die Benutzer von flickr sind ein problematischer Haufen. Nach jeder Änderung von Was-auch-immer bricht (oft genug auch zu Recht, keine Frage) ein Sturm der Entrüstung los, der sich in der Regel in einer immens populären flickr-Gruppe manifestiert. So auch dieses Mal, kurz nach der Einführung des Video-Uploads in flickr brach der zu erwartende Unmut los und ergoss sich in die obligatorische Protestgruppe mit dem passenden Namen »We Say NO to Videos on Flickr«.

Dieses Mal schießen die Empörten aber etwas das Ziel hinaus. Mancher Betrachter fragt sich, warum die Benutzer, die keine Videos wollen, sich nicht einfach darauf beschränken, einfach keine Videos hoch zu laden. Zumal flickrs Beschränkung auf »long photos« von 90 Sekunden meine anfänglichen Bedenken, flickr könne ein zweites Youtube werden, zerstreute.

Darob Unmut verspürt auch Benutzerin »iJustine«, die eben jenen Unmut über den Unmut in ein hübsches kleines Video gepackt hat. Viel Spaß. ;)

Flickr Video : Quit being a btchr

Soziale Lesezeichen - Delicious in der Krise?

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Die soziale Lesezeichenseite del.icio.us gehörte, damals, Anfang 2005, zu den ersten so genannten »Web-2.0-Diensten«, die ich genutzt habe und denen ich bis heute treu geblieben bin. Delicious’ trockene und funktionale Oberfläche sowie die Zuverlässigkeit des Dienstes liessen sämtliche Verlockungen von Konkurrenten wie ma.gnolia oder gar Mr. Wong, die durch nervige »kindgerechte Ansprache« gegenüber Delicious punkten wollen, ins Leere laufen.

Nun zitiert TechCrunch den VC-Menschen Fred Wilson, der sich über die Ignoranz gegenüber den Webdiensten beim Aktienschacher à la Yahoo-Microsoft beklagt und am Beispiel von Delicious die These aufstellt, dass Webdienste Benutzer verlieren, wenn sie erst einmal von den »Großen« aufgekauft wurden (Zitat):

»But if you look deeper, I wonder. Delicious grew nicely for a while under Yahoo!’s ownership but recently the user base has fallen off pretty dramatically.«

Techcrunch fragte den Delicious-Entwickler Joshua Schachter, der sagte:

»We continue to grow normally. Unique users is not a good measure of our growth, though. […] Additionally, we cut off search indexing several months ago, which also hurts the UU [unique user] numbers. Since our goal here is not to grow traffic but instead provide a way for people to save things, it’s not something I am really worried about.«

Das Delicious Traffic Traffic sein lässt, statt à la Mr.Wong mit seinen berüchtigten (wer hat drüber nicht schon geflucht bei der Google-Recherche) »Sie interessieren sich für…«-Seiten Google zu füllen, finde ich ebenso interessant wie löblich.

Und die Moral von dieser Geschichte? Man sollte sich in der Beurteilung von Erfolg oder Misserfolg nicht von halbgaren Messungen (Alexa-Traffic!) nach halbgaren Kriterien verleiten lassen.

del.icio.us bleibt auch nach über drei Jahren meine Empfehlung für einen Online-Sozialgedöns-Lesezeichendienst. Lieber das Original nehmen. Und hoffen, dass der Kelch der Microsoft-Akquisition an uns Delicious-Benutzern vorbei geht…

Die Informationsernte VIII

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Alle wollen Geld. Dein Geld. Aber Du willst es einfach nicht rausrücken, darum stimmt »zweinull.cc« ein garstiges Klagelied an. Der live.hackr relativiert es.

Jesse Patel von der »Participatory Culture Foundation« (die hinter dem großartigen Miro steht) im Interview bei Golem, Zitat:

»Wir wollen ein System, über das jeder seine Videos verbreiten kann, ein System, das so einfach ist wie YouTube, aber bei dem man seine Inhalte nicht an ein Angebot wie YouTube zu dessen Bedingungen abgibt.«

Und natürlich wieder Twitter, Twitter und Twitter.

Noch einmal Twitter: »foodfeed« aggregiert die Nahrungsgewohnheiten der Twitterer. Ebenso sinnlos wie technisch und ästhetisch perfekt!

Unterhaltung (Horrorfilm oder Tragödie): »Web 2.0 – Der Film« ist da.

Dem Hype hinterher jagen: Der »Web 2.0 Kongress«

worst web2.0

Wenn dieses kleine Blog jemals einen »Worst 2.0«-Award vergeben wird, dann ist der so genannte »Web 2.0 Kongress« (sic!) ein ganz heißer Kandidat dafür. Mit einer für professionelle Ansprüche geradezu unfassbar schlampigen Website – man schaue sich nur einmal die »runden Ecken« an, die aussehen, als hätte eine Horde von Nagetieren an den Ecken ihr gieriges Werk verrichtet – möchte man Interessenten gewinnen, die für EUR 1.895 Referenten zuhören dürfen, von denen in den allermeisten Fällen in der Web-2.0-Szene noch nie jemand etwas gehört hat. Aufregende Themen wie »Vorgehensweise bei der Einführung eines Wikis« sollen zahlwillige Interessenten anlocken. Die meisten Themen wären für einen Barcamp-Vortrag sicher interessant, als Programm einer 1.895-EUR-Konferenz sind sie aber ein schlechter Scherz. Aber die »Krawattenszene« bleibt halt lieber unter sich und steuert das über den Preis. Da konferieren sie dann ohne diese komischen Web-2.0-Typen und Blogger, die sich auf freien (Un-)Konferenzen herumtreiben…

Gratis-Tipps für das nächste Jahr, verehrte IIR-Deutschland:

  • Website von jemandem gestalten und bauen lassen, der davon etwas versteht.
  • Einen Duden konsultieren zum Thema »zusammengesetzte Substantive im Deutschen«.
  • Ein Programm anbieten, dass den Preis wenigstens ansatzweise rechtfertigt.

Erstaunlich finde ich, dass namhafte Unternehmen in ein solch unprofessionelles Umfeld ihr Logo draufpappen…

flickr nun mit 90 Sekunden Video

flickr video

Hier wurde noch geunkt, nun ist es soweit: flickr verarbeitet nun auch Videos. Einfach beim Hochladen (als Besitzer eines Pro-Accounts) eine bis zu 90 Sekunden großes Videodatei angeben und schon ist es »drin«:

Der erste Versuch hat natürlich prompt nicht funktioniert, aber das wollen wir ihnen nachsehen, schließlich gibt es die Funktion erst einige Stunden.

Die Beschränkung ist sinnvoll, so vermeidet man, dass flickr ein zweites Youtube wird. Außerdem sind Videos für flickr keine Videos, sondern »long photos«. Und ein langes Foto ist doch nicht länger als 90 Sekunden, oder?

Und die ersten »Pools« mit langen Fotos gibt es auch schon (via).

Die Informationsernte VII

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Auf der re:publica 08 haben wir von einem weiteren Barcamp in Berlin erfahren: dem Socialcamp-Berlin. Geplant ist es für den 14.-15. Juni 2008. Es findet statt im ersten selfHUB in Deutschland, in Berlin-Kreuzberg. Das ist ein temporär mietbares Büro für Selbstständige, Freiberufler, Gründer und Gründerteams oder Projektgemeinschaften.

Ein Hörbuch über Web 2.0 und 3.0 gibt es vom FOCUS.

Techcrunch: »[..] a cross-border Web 2.0 culture is definitely gaining steam across Europe.« Ja?

Manchmal scheint es, die Welt dreht sich um 140 Zeichen: Twitter, Twitter, Twitter.

Und dann, tja, die Automatismen: »Sometimes Auto-Complete sucks…«

Feeds finden mit Toluu

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Toluu ist ein (Zitat) »a utility that makes it easy to discover the feeds your friends read and find your new favorite feed«. Und ist derzeit in geschlossener Beta. Was denn sonst? ;)

Das Mutige an Toluu: Es ist nicht einmal ein vernünftiger Online-RSS-Reader, sondern lediglich ein Feed-Vorschlag-Dienst auf der Basis von Datenvergleich. Nach Registrierung und Eintrag der Lieblingsblogs (letzteres kann auch mit dem Upload einer OPML-Datei erledigt werden) werden Benutzer gesucht, deren Feedliste zu n Prozent »matcht« und noch unbekannte Feeds aus deren Fundus vorgeschlagen. Aus dem FAQ:

»We like using our feed reader of choice and we bet you like your feed reader too. We see Toluu as a thin service that sits above your feed reader.«

Das Mutige daran ist die Vorstellung, dass sich tatsächlich eine »kritische Masse« die Mühe macht, seine Feedlisten an zwei Stellen zu pflegen. ReadWriteWeb bietet 10 Gründe an, warum man Toluu lieben wird. The Next Web hingegen ist skeptisch, ob nicht die sozialen Features des Google-Readers solche Dienste überflüssig machen. Das gute alte Bloglines hatte eine ähnliche Funktion übrigens schon vor Urzeiten.

Ist das interessant? Im Prinzip schon, zumal die vom magischen System vorgeschlagenene Blogs auf meinen Geschmack zutrafen.

Werde ich das auf Dauer nutzen, ist das nützlich für meinen Web-Alltag? Eher nicht. Dafür müsste es einen Automatismus bereit stellen, der meine Feed-Vorlieben aus meinem Desktop-Feedreader liest.

Adobe Photoshop Express - Killeranwendung mit Community-Faktor?

adobe photoshopexpress onlineapps

Während der Zweisprech-Osterpause hat Adobe bekanntlich seinen Online-Dienst Photoshop Express gestartet. Auch wenn Adobe als Unternehmen ziemlich gewöhnungsbedürftig ist (wer je in Lizenzdingen mit Adobe zu tun hatte weiß wovon ich rede), ist Photoshop natürlich nach wie vor der Maßstab schlechthin für Bildbearbeitung. Grund genug also, mal einen Blick drauf zu werfen. Ist das die leistungsfähige Online-Bildbearbeitung, die einen Software-Kauf sparen hilft, gar ein Google-Docs für Bilder?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: Ist es nicht. Photoshop Express ist eigentlich keine richtige Online-Anwendung zur Bildbearbeitung, wie man aufgrund des Namens vielleicht vermuten könnte, sondern eine Art Online-Bilderdienst mit einigen grundlegenden Bildbearbeitungsoptionen.

Die Anwendung ist komplett in Flash gehalten und bietet damit alle Vor- und Nachteile, die einer solchen Lösung innewohnen. Schon das Login-Fenster ist in Flash gehalten, damit kann sich der Browser Benutzernamen und Passwort nicht merken. Nichts hat einen Permalink für die Favoriten- oder Lesezeichen-liste. Ist man eingeloggt und möchte in einem anderen Tab eine zweite Ansicht öffnen, merkt die Anwendung davon nichts und man muss sich erneut anmelden.

Nach Registrierung und Login kann man Bilder hochladen, sie bearbeiten und in Galerien und Alben organisieren. Der »Uploader« ermöglicht die Auswahl von mehreren Bildern in »einem Rutsch«, die dann nacheinander hochgeladen werden. Danach findet man seine Bilder in einem Album wieder, wo man sie anschauen und bearbeiten kann, über ein kleines Menü an jedem Bild.

Die Bearbeitungsfunktionen beschränken sich auf Basisfunktionen wie Rote-Augen-Entfernung, Sättigung, Zuschneidewerkzeug etc. und sechs Filter. Das funktioniert ausgesprochen gut, manchmal ist die Anwendung etwas schwerfällig und man fragt sich, ob die gewünschte Aktion wohl schon ausgeführt wird. Hübsch sind die kleinen Vorschaubilder, die in verschiedenen Graden eine Vorschau auf die Auswirkungen erlauben. Diese Bildbearbeitung ist das Prunkstück des Dienstes.

Heutzutage wird ja nichts »gelauncht« ohne einen Hauch von »Community, ey«. Man kann die Alben anderer Benutzer anschauen, zu seinen Favoriten hinzufügen und über einen Knopf am unteren Bildschirmrand einen Link zur Galerie in die Zwischenablage legen lassen, den man dann bookmarken kann. Das ist so umständlich, wie es sich liest. Tags und andere gewohnte Hilfsmittel zur systematischen Suche gibt es keine.

Fazit: Auch wenn andernorts schon vor dem entstehenden Adobe-Online-Imperium gewarnt wird – Photoshop Express ist für einen Online-Dienst vom Photoshop-Macher mit seinen gewaltigen $$$-Resourcen etwas enttäuschend. Nach den Maßstäben, die Flickr und Co. gesetzt haben, ist das, wie Thomas Doll sagen würde, »einfach zu wenig«. Die Bedienung als Flash-Anwendung ist mir zu umständlich. Die Bearbeitungsfunktionen bieten einfache Werkzeuge wie iPhoto auch, wenn auch nicht online. Selbst Apples .Mac-Fotogalerien bieten in Kombination mit iPhoto mehr und die pfiffigere Technologie. Und die »Community-Funktionen« wirken halbherzig der hervoragenden Bildbearbeitung angeflanscht.

Flickr und Co. müssen in absehbarer Zeit nicht angsterfüllt an den Nägeln kauen, da muss Adobe noch gewaltig nachlegen. Um aber mal eben ein Bild ein wenig zu bearbeiten, wenn gerade keine Bildbearbeitung zur Hand ist, ist es fast die richtige Online-Anwendung – aber eben nur fast, denn die umständliche Flash-Anwendung drumherum trübt den Spaß.

Die Informationsernte VI

web2.0 startup adobe

Einige fragen sich ja noch: »Ja, sind wir denn in einer Blase?« Da sind andere schon weiter, sie sehen sie bereits platzen. Dazu passen die glorreichen Start-Up-Helden, die einmal satte 160 Millionen Dollar in den Sand gesetzt und andere, die nur 25 Millionen verbraten haben für – nichts. ;) Dafür hatten sie aber sicher eine gute Zeit, Pizza, Cola und Massage im Büro inbegriffen. Der Dot-Com-Tod schleift seine Sense…

Ein kühler Dienst ist MethodIzaz. Dort bestellt man sich online einen Fotografen, der einen dann »stalkt« und ungezwungene Fotos vom Verhalten im natürlichen Lebensraum macht, die dann, wie die Beispiele auf der Website zeigen, mal mehr und mal weniger gut gelungen sind (via Swissmiss).

Mal was Schönes: Art Bastard, eine »neue Platform für Urban Contemporary Art & Culture«.

Und dann war der noch der Adobe-CEO Shantanu Narayen, der sich in Sachen Flash und iPhone zu einem herrlichen Zitat hinreißen ließ (Hervorhebung von mir):

»Well, you really believe that Flash is synonymous with the Internet, and frankly, anybody who wants to browse the Web and experience the Web’s glory really needs Flash support.«

Die Informationsernte V

socialnetworks web2.0 facebook

Über-Aggregatoren wie socialthing! sind nach der Ansicht eines Artikel in »Insight Buzz« ein erster Schritt, um die Mauern um die »Sozialen Netzwerke« einzureißen. Das glaube ich nicht, der »umzäunte Garten« mit seinen (Deinen!) Benutzerdaten ist das einzige, was das SN an digitalen Gütern hat. Darum werden sie weiter mit Hingabe an ihren Zäunen arbeiten.

Chefproblematisierer Scobleizer hat einen Fall von Facebook-Rauswurf, der wunderschön demonstriert, auf welches dünne Eis man sich begibt, wenn man Geld von anderer Leute Benutzer abgreifen möchte (aka »die Plattform nutzen«) und sich dazu in jenen »umzäunten Garten« begeben muss.

»Lovd By Less« ist ein Social-Network-Modul in Ruby On Rails, frei unter der GPL. Damit kann man flugs sein eigenes SN aufmachen, z.B. eines an sein Kaninchen-Blog antackern.

Das Milchmädchen stand Pate bei einer neuen Apple-Switcher-Story. Der Held der Geschichte hat 70.000 $$$ gespart, weil er auf den Mac und Basecamp umgestiegen ist und auf die ganze überkommenene typische M$-Office-Infrastruktur verzichtet hat. Nehmt Euch ein Beispiel!

Auch das noch: Adobe möchte uns mit dem nächsten Flash-Update heimlich seinen eigenen Media-Player unterjubeln, sagt NewTeeVee.

Nur für den Fall...

seltsames web2.0

»Manchmal sieht der Mensch schon vor dem Tod seinen Geist«, schrieb der weise Bukowski. Auch so manchem im Netz aktiven Zeitgenossen dämmert es in einer düsteren Minute, dass die eigene Existenz im Netz auf fatale Weise von der Biologie abhängig ist. Dachte sich wohl auch der Entwickler jener putzigen Site:

Bei justincaseidie.com kann man eine Nachricht hinterlegen, die regelmäßig deaktiviert werden muss, also nach dem Prinzip der »Tote-Mann-Taste« bei Lokführern. Wenn man nicht deaktiviert, wird die hinterlegte Mail bezüglich des eigenen Ablebens an die definierten Empfänger gesendet. Damit diese wissen, dass mit weiterem Content nun nicht mehr zu rechnen ist. Praktisch.

Und alleine für die putzige Illustration hat die Site schon einen Artikel verdient.

Die Informatiornsernte IV

web2.0 twitter socialnetworks

Charlene Li droht: »Social networks will be like air.« Überall vorhanden, wie die Atemluft. Die Frage wird dann sein, was mehr kontaminiert ist…

Die »Weisheit der Wenigen« beleuchtet »Insight Buzz«, Zitat:

»So Web 2.0 is not exactly a simple democracy with one vote/one voice, but with different levels influence coming from individual commitment to participation and creation, it doesn’t have to be the tyranny of the few either.«

Der Artikel zitiert auch eine wirklich hübsche Grafik, diesem Artikel entnommen, der wortreich ausführt, das Nichtpartizipation nur ein Mythos sei, es gehe vielmehr um bestimmte Stufen der Partizipation.

Gramlee ist »Outsourcing 2.0«, dort überprüfen echte Linguisten Ihre Texte auf korrekte Rechtschreibung, Ausdruck und Grammatik. Leider nur auf Englisch. Auch ein Geschäftsmodell für unsere Breiten?

Und wer gar nicht genug vom Problematisieren und Visualisieren in Sachen »Twitter« bekommen kann, möge bei Twittes vorbei schauen. Twittes kann man auch in Twitter »followen«, das war mir aber schon nach wenigen Stunden zu viel des Guten…

Xing will jetzt Twitter sein: Der Kuchen ist verteilt, Krümel werden knapp

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Und wo wir gerade beim Thema »ein Werkzeug für einen Zweck« waren: Xing hat sich nun ein Status-Verkündungs-Feature à la Twitter eingebaut, aber nur für Premium-Mitglieder. ;)

Ist das eine gute Idee? Xing ist der einzige »Social-Network«-Dienst, der auch von wenig »Web-Zwei-affinen« Business-Menschen genutzt wird. Wie einer meiner Ex-Chefs, der, wenn er eine Website aufruft, den Namen immer erst in Google eingibt und dann drauf klickt. Und der soll nun Status-Updates innerhalb von Xing »twittern«?

Und die hippen Zwei-Nuller? Sollen die nun ihre Stati nacheinander in Twitter, Pownce, Jaiku, Plazes, Facebook, DingensZV und zusätzlich auch noch in Xing eintippen? Wie viele solcher Dienste mag man wohl gleichzeitig bedienen?

Seinen zweinulligen Dienst auf eine Kernfunktion hin auszurichten und diese perfekt zu erledigen, halte ich für erheblich aussichtsreicher als hektisch nach allen Trends zu grabschen und einen halbgaren Gemischtwarenladen zu schaffen.

flickr bald mit Videos?

flickr video web2.0

flickr, der in Deutschland seit der »Zensur-Affäre« mit einem etwas zweifelhaften Ruf ausgestattete Fotodienst im Besitz von Yahoo!, soll lt. TechCrunch demnächst auch Videos speichern und ver-web-zwei-nullen.

Braucht man das? Ich weiß noch nicht. Eher nicht. Ich mag lieber Dienste, die genau einen Zweck erfüllen, und genau den. Und das gut. Diese Tendenz, alles Mögliche »auch anzubieten«, damit Herr oder Frau Benutzer sich um Gottes Willen nicht woanders rumtreibt, erscheint mir ob der Größe des Angebots draußen im Web ein wenig weltfremd.

Ein Foto ist ein Foto ist ein Foto. Kein Video.

Die Informationsernte III

skitch facebook firefox weblogs

Auch am Wochenende schläft die Webwelt nicht! ;)

Etwas für die Mac-Freunde: Mit Skitch kann man nun auch gleich twittern, dass man ein Bild hat. Skitch ist eine Mischung aus Bildbearbeitungsprogramm und Online-Bilder-Dienst für den Mac. Gerade Beta, versteht sich. ;-)

Kottke.org feiert 10-jähriges Jubiläum. Das ist nicht nur eines der ältesten Blogs überhaupt, sondern Jason Kottke war einer der ersten Weblog-Stars, deren Bloggen und Leben der »normalen« Presse Artikel wert war.

O’Reilly-Radar problematisiert in »Shelly Farnham on What Makes Facebook Apps Work«, ohne aber die richtigen Grundfragen zu stellen. Denn wer braucht ein proprietäres »Facebook Operating System« für das Web?

Das OS für das Web ist das Web. Oder höchstens Firefox! Webware besuchte den Mozilla-CEO John Lilly und liefert einen vorzüglichen und informativen Blick hinter die Kulissen von Firefox.

Und für langweilige Stunden endlich mal wieder eine Liste: »The Freelancer’s Toolset: 100 Web Apps for Everything You Will Possibly Need«.

Zum Abschluss ein Stück aus dem Grenzgebiet zum Boulevard: Webware zeichnet nach, wie die alten Medien Soziale Netzwerke in der New Yorker Story »Die käufliche Schöne und Herr Spitzer« im Leben von »Kristen« wühlen und die Dame verzweifelt versucht, rechtzeitig ihre Daten und Vernetzungen anzupassen. Ich weiß, nicht jeder von uns wird in diesem Geschäft arbeiten ;), aber die beste Strategie ist es, erst gar nicht Unmengen von offensichtlich interessanten Daten für einen zweifelhaften Nutzen in solche Systeme zu stecken. (Update) Siehe dazu auch den Artikel des FAZ-Feuilletons.

Die Informationsernte II

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Freitag: »Ach Schadzii, du bist so tolliii! Das soziale Leben findet im Netz statt. Wie Jugendliche sich auf der Online-Plattform SchülerVZ inszenieren. Eine Feldforschung«

»What does it mean to follow? The digital footprint« Susan Mernit fabuliert über »Folgen« vs. »Lesen«. Wobei die Ursache des Ganzen wahrscheinlich mehr ein nachlässiger Sprachgebrauch in den Zeiten des Social-Network-Wahns ist…

»User-Generated-Content« ist »out«! Schreibt Newsweek in »Revenge Of The Experts«.

Und immer wenn man denkt, der vergessene Konsonant wäre nicht mehr so frchtbr originell, schlägt der nächste zu: Coordinatr. Immerhin, mal ein o vergessen statt des obligatorischen e

Aber am 19. Januar 2038 um 3:14 Uhr ist sowieso Schluss. Ein Hoch auf den 32-Bit Integer!