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Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel des »Neben-Weblogs« zweisprech, das von 2009 bis 2011 aktiv war und »Leben und Arbeiten im Web Zwei« zum Thema hatte. Aktuellere Artikel zu ähnlichen und weiteren Themen hat das aktuelle Blog der Uninformat im Angebot.

Google jetzt offiziell böse

google

Da Google nun offiziell böse ist beginnt allenthalben das Suchen nach Alternativen. Plötzlich und unerwartet dämmert es allen Fans der so kühlen Produkte, dass das Deponieren des E-Mail-Verkehrs, der RSS-Lesegewohnheiten, des Social-Rumgemache in Plus sowie das Erledigen der Arbeit in Google Docs unter dem Dach einer Suchmaschine, die ihr Geld mit Online-Werbung verdient, vielleicht nicht die Schlaueste aller Ideen war.

Was die Suchalternative angeht: Ich nutze bei Google fast nur die Suchmaschine, auf die absurde Idee meine private und/oder geschäftliche Post von Google durchfiltern zu lassen bin ich nie gekommen. Somit bin ich natürlich auch nicht eingeloggt, wenn ich in Google was suche, was die Echokammer irgendwelcher Plus-Kontakte aus den Ergebnissen fern halten sollte. Außerdem ist das regelmäßige Löschen der Google-Cookies immer eine gute Idee. Umgekehrt wird eine Lösung draus: Als Suchmaschine ist Google nicht verzichtbar, die ganzen anderen Dienste sind dies aber durchaus.

Verkaufe Deine Erinnerungen mit Facebook

facebook socialnetworks

Betabeat hat »geleakte« Informationen wie Facebook das neue Timeline-Feature an Werbetreibende verkaufen möchte. Und man kann endlich ungefragt zum Star einer »Sponsored Story« werden, wenn man irgendeinen Markenkram mal »geliked« hat. Stowe Boyd: »Everyone should simply stop using Facebook.«

Das brauche ich aber nicht, denn das einst vor fast 3 Jahren postulierte gilt noch stets:
We still don’t do Facebook.

Werkzeugkasten 2012: Historious, die Bookmark-Tonne

bookmarks werkzeugkasten historious

Typische Lebens-Situation eines im Web browsenden Informationssuchenden: »Ich hatte da doch letztens so einen Blog-Artikel gelesen, wo die Dressur von Küchenschaben beschrieben wurde!« Hat man diese Seite in den Bookmarks des Browsers abgelegt und erinnert sich an den Titel, ist alles gut. Aber wehe man sitzt an einem anderen Rechner oder hat den Titel vergessen – keine Chance.

Dieses Problem geht Historious an. Ähnlich dem guten alten Delicious legt es via Browser-Extension oder Bookmarklet eine Seite als Bookmark ab. Historious geht aber noch einen Schritt weiter und erzeugt eine Volltext-Kopie der Seite in seiner Datenbank, so dass Stichwortsuchen mit Bezug dem Inhalt der Seite gefunden werden können – es ist eine persönliche Volltext-Suchmaschine in den darin abgelegten Bookmarks.

Das funktioniert ganz ausgezeichnet, bis auf eine Handvoll Seiten die ich immer schnell aufrufen möchte habe ich meine Browser-Bookmarks abgeschafft und benutze Historious als »große Tonne« zur Ablage von Seiten die ich noch einmal wiederfinden möchte. Geräte- und Browser-Übergreifend ist so die persönliche Suchmaschine stets verfügbar.

Historious bietet einen kostenlosen Account für bis zu 300 Bookmarks an, ein unlimitierter Bezahlaccount ist für 19,95$ im Jahr zu haben. Ich benutze das nunmehr seit fast zwei Jahren und es war bis auf einen Tag immer verfügbar.

Und das Beste: Es behelligt den Nutzenden mit keinerlei überflüssigem »social« Gedöns, keine Freunde, »Storytelling« oder sonst was Unnötiges – einfach eine große zuverlässige Bookmark-Tonne mit cleveren Wiederfinde-Funktionen.

[Reihe »Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012«]

Twitter fliegt: #flytwitter

twitter

Eine neue Twitter-Version kündigt sich an: [»Gehe auf Entdeckungsreise«](http://fly.twitter.com/). Die »kindgerechte« Sprache mit Ausdrücken wie »Verbinde«, »Entdecke« und »Geschichten« lässt nichts Gutes erahnen. Nutzer der Smartphone-App kommen schon jetzt in den Genuss von neuer Optik und Terminologie, ein erster Test damit bestätigte die durch zu viel »Erklärbär« bedingte Umständlichkeit.

Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, oder: Alles ist nur vorübergehend

delicious werkzeugkasten

Wovon man sich verabschieden kann: Seinen Daten. Nein, nicht unbedingt, es ist nur so: Kein Webdienst ist für die Ewigkeit. Er wird entdeckt, für nützlich befunden und genutzt. Eines Tages wird er verkauft und dann bleibt nur noch das Weiterziehen. So wie bei Delicious. Damals, 2004, als del.iciou.us das kühle Ding gewesen: Social Bookmarks, minimalistische Oberfläche – tolles Ding. Nun aber zweimal verkauft, beim zweiten Mal war bei mir Feierabend, denn wer mir wie die neuen Herren damals ein riesiges AGB-Dokument unformatiert an den Kopf wirft zeigt deutlich, dass er keine Nutzer will. Und das war eine gute Wahl, man schaue sich Delicious heute an: Minimalismus war gestern, endlos ladendes Gedöns, Kraft-Benutzer-Features wie RSS auf Tags ist gestrichen. Danke, braucht man nicht.

Und das geht ja immer schneller: Trunk.ly, gestern noch eine hübsche Alternative, heute auch von AVOS geschluckt und in zwei Monaten ist »Feierabend«.

Aber es gibt immer Alternativen und Empfehlungen über Werkzeuge die man gerade benutzen kann. Und damit dieses arme kleine Bloglein nicht zu einem weiterer Haufen digitalen Mülls auf der kompostierenden Halde der verrottenden Informationseinheiten wird, soll es in den nächsten Tagen eine kleine Serie geben unter dem Motto Des Netzmenschen Werkzeugkasten 2012, wo aktuell empfehlenswerte Dienste und Werkzeuge die sich in der Praxis des Autors dieser Zeilen bewährt haben vorgestellt werden. Wie die Amis sagen: Verbleibe eingeschaltet! ;)

Google+

googleplus

Google hat was neues, die »Techblogs« überbieten sich im Ausschmücken von »nichts genaues weiß man noch nicht, schaun mer mal«, oder wie ich heute morgen an anderer Stelle schrieb:

Alles was man drüber weiß steht in einem Artikel bei Wired. Das ist der einzige den man lesen muss, und danach noch zur Erdung einen anderen. Die nach einem bestimmten Muster (s.o.) aufgebauten Ergüsse der Zwei-Null-Problogger dazu, die alles immer spannend finden: Schenkt sie Euch.

140 Zeichen sind genug

twitter blase20

Die berühmten 140 Zeichen in unser aller Lieblings-Tool Twitter reichen einigen nicht mehr. Darum erklärt uns ReadWriteWeb »Why Twitter Must Expand Beyond 140 Characters«.

Viele werden die nervigen abgekürzten Tweets kennen, wo sich jemand in seinem Mitteilungsdrang nicht beherrschen konnte und man auf einen Link zu deck.ly klicken muss, um die komplette Nachricht zu lesen. Was man natürlich nicht macht, wenn man ein wenig Selbstachtung hat.

Dieses »Feature« wurde vom Social-Media-Wichtigleute-Tool TweetDeck eingeführt. Ich bin natürlich komplett dagegen, das führt dazu dass einige Vielredner ihre Follower mit ungezähmten Ergüssen langweilen werden. Die 140 Zeichen, die erzwungene Kürze, das macht Twitter aus.

Es gibt übrigens bereits ein im Internet syndiziertes Werkzeug für Texte die länger als 140 Zeichen sind: Das nennt man »Weblog« oder »Blog«. Kann das mal jemand den hyperaktiven Leuten in der Social-Media-Blase erklären?

RSS, das Web und der Tod

rss

In den letzten Jahren, seit alles so toll social ist, wird immer mal wieder der Tod von RSS ausgerufen:

»It’s time to get completely off RSS and switch to Twitter. RSS just doesn’t cut it anymore.«

Das war 2009. Aber noch stets gedeiht mein Feedreader eigentlich ganz ordentlich.

[Was bei solchen Gelegenheiten immer der Ersatz des sicher in den Tod gehenden sein soll ist schon abenteuerlich. Wie soll denn Twitter, also die Links die meine verehrte Timeline da täglich reinwirft und »retweetet«, der Ersatz für den exquisit nach meinen Wünschen kuratierten Feedreader sein? Wollen wir alle nur noch Blog-Säue, die durchs Twitter-Dorf getrieben werden, so genannte »Skandale« und Rickroll-Videos zu uns nehmen? Völlig absurd!]

Dieses Mal wurde der Tod durch Herrn Camen ausgerufen, weil man bei Firefox den RSS-Knopf aus der Adressleiste ausbauen will. Dieser könnte DAUs verschrecken. Ja, schlimm, immer diese Knöpfe. Verunsichert laufen die armen Benutzer gegen Straßenbahnen.

Daraufhin gab es ein hübsches Duell zwischen RSS-Erfinder Dave Winer und den Oberschlaumeiern von Techcrunch. Sehr amüsant zu lesen, Onkel Dave war ganz schön sauer und teilte mächtig aus gegen das unappetitlichste aller Pro-Blogs. ;)
Und natürlich mussten alle wichtigen ihren Senf dazu geben.

Aber was sagt uns das nun?

Der Tod von RSS ist auch dieses Mal ein »blödsinniger hubbub«. Das Gegenteil ist der Fall. RSS ist für Freunde der Information, die systematisch Informationen über ihre Themengebiete gewinnen wollen (oder müssen), absolut »alternativlos«. Kein Twitter- oder gar Facebook-Fluss von Links wird das jemals ersetzen können. Letztere können höchstens eine Ergänzung zu der eigenen Feed-Sammlung sein. Und ich bin mir sicher, dass nicht nur ich das so sehe, deshalb ist es völlig irrelevant, ob Firefox den RSS-Button entfernt oder nicht. Aber ’ne schöne Debatte war es.

Ich weiß, wo Du gestern Mittag getwittert hast

twitter location hyperlocal

Unser aller Lieblingsdienst Twitter bietet seit Ende letzter Woche die Möglichkeit, einem Tweet die aktuelle geografische Position mitzugeben. Immerhin muss man das erst in seinen Profil-Einstellungen explizit aktivieren:

screenshot

Hat man das aktiviert, können Twitter-Clients über dessen API die mitgelieferten Geodaten auslesen und ausgeben. Derzeit können das nur Clients über die API, auf der Twitter-Website ist die Information nicht nutzbar.

Ein Twitter-Client, der diese Funktion schon drauf hat, ist der iPhone-Client Birdfeed. Ein »Tatsch« und man bekommt auf einer wunderschönen Google-Karte angezeigt, wo sich der twitternde Gesell gerade aufhält:

screenshot

Hübsch. In diesen Zeiten ist »Location awareness« das ganz heiße Dingen in den zwonulligen Diensten. Twitter kann das nun auch. Dabei gilt doch:

»[…] everyone hopes that we like to know where they are just at the moment. We don’t.«

Wir sind ja nicht in Unterschichten-Medien, es liegt auf der Hand, dass man mit dem automatischen Kundtun dieser Information eher vorsichtig sein sollte. In den vielfältigen sozialen Interaktionsdickichten des beruflichen und privaten Alltags könnte eine Diskrepanz zwischen einer mündlich kommunizierten Ortsangabe und derjenigen des Twitter-API für Verwerfungen sorgen, die den »Mehrwert« des Twitter-Spiel-Faktors deutlich übersteigen…

Twittertim.es: Das Alte ist wohl doch noch neu

twitter twittertimes zeitung journalismus

»The Twitter Times« ist ein Webdienst, der, nach einer vorherigen Autorisierung durch den eigenen Twitter-Account, die gerade verlinkten Sites und Artikel als – und jetzt kommt´s – personalisierte Zeitung(!) anordnet.

screenshot

Warum »kommt es jetzt«? Allenthalben wird das Ende der zwanghaften Informationsverpackungsform »Zeitung« gefeiert zu Gunsten der Freiheit, sich seinen eigenen Informationscocktail aus den »small pieces loosely joined« im Netz zusammen zu stellen. Und am Ende wird das, was dabei heraus kommt, wieder in Form einer »Zeitung« konsumiert.

Also, ich sehe da einen Widerspruch. Ist die gute alte Zeitung am Ende doch nicht nur ein überkommenes Transportmedium, sondern möchte der Mensch an sich seinen Informationscocktail von irgend jemandem zusammen gestellt bekommen? Nur dass das nun nicht mehr eine Redaktion nach wie auch immer gearteten Kriterien macht, sondern die Twitter-Kontakte.

Blaue und rote Pillen

url freiheit web2.0

Chris Messina sieht in »The death of the URL« den Tod der URL-Leiste als Werkzeug der Freiheit der Wahl im Web am Horizont erscheinen:

»[…] I see signs that the essential freedoms of the web are being undermined by a cadre of companies through the introduction of new technologies and interfaces that, combined, may spell the death of the URL

Zur Unterstützung dieser These führt Messina dann eine Web-TV-Oberfläche, das iPhone, Facebook und eine Login-Form mit Buttons an. Und die »Top Sites« des Safari. Also alles, wo man mit der Begründung, das Eintippen von URLs sei einfach zu kompliziert und fehleranfällig, bunte Knöpfchen klickt statt die Adresse selbst zu tippen.

Das erinnert mich an die »Browserkriege« des letzten Jahrhunderts, wo sich Kartellbehörden mit den im Browser serienmäßig mitgelieferten Startseite und den vorgefüllten Bookmarks-/Favoriten-Ordnern beschäftigten, weil der dumme User etwas zum Anklicken und »Starten« haben soll und dadurch schon in eine gewisse Richtung gesteuert werden soll.

Messina zum Schluss: »Whether this threat is real or imagined, it’s one that I believe bears inspection.« Ich würde eher zu »imagined« tendieren. Das Problem ist weniger, dass irgendwer einen Zwang ausübt, sich nur noch in den »geordneten Welten« des sauberen Geld-Verdien-Web zu bewegen, sondern die Tendenz breiter Massen, statt »Online zu sein« lieber »in Facebook zu gehen«.

Den »Kampf« um das Web...

web2.0 facebook internet

… sieht "Tim O´Reilly in seinem Artikel »The War For the Web« herauf ziehen (Zitat):

»We’re heading into a war for control of the web. And in the end, it’s more than that, it’s a war against the web as an interoperable platform. Instead, we’re facing the prospect of Facebook as the platform, Apple as the platform, Google as the platform, Amazon as the platform, where big companies slug it out until one is king of the hill.«

Indikator: Ein »Bug« in Facebook, der sich in nicht mehr klickbaren Links in Facebook-Updates manifestierte. O´Reilly sieht die Zeiten der mittleren 90er wieder heraufziehen, als – die Älteren werden sich dunkel erinnern – Dienste wie CompuServe oder AOL abgeschlossene »Online-Welten« bildeten, an deren Ausgänge ins große böse Internet Warnschilder aufleuchteten.

Man darf prognostizieren, dass dieser Text in den nächsten Tagen ein reichhaltiges Echo auslösen wird. Dabei wäre die Lösung ganz einfach: Man lässt sich einfach nicht in »Datenknäste« wie Facebook einsperren. Oder, wie Tim O´Reilly schreibt:

»And it’s time for developers to take a stand. If you don’t want a repeat of the PC era, place your bets now on open systems. Don’t wait till it’s too late.«

Aus der Twitterpraxis: Zwangsöffentlich gemachte Replys filtern

twitter mac

»Zwangs-öffentliche« Replys an jemanden, den andere nicht »followen«, für alle mit ».@« zu erzwingen, ist das digitale Gegenstück zum lautstarken Telefongespräch im vollbesetzten Großraumwagen: Nervig und impertinent. Wen interessiert halbe Kommunikation, wenn man die Gegenstelle (a) nicht hört oder gar (b) nicht hören will als bewussten Akt persönlichen Nicht-Erfassens?

Abhilfe:

Für Twitterrific im Terminal eintippen:

defaults write com.iconfactory.Twitterrific tweetTextFilter -string “.@”

Für den neuen Lieblingslieblings Tweetie besorgt man sich zunächst jenen brandheißen inoffiziellen gefährlichen Insiderbuild und tippt dann ins Terminal:

defaults write com.atebits.tweetie-mac filterTerms -array-add “.@”

Nach dem Tweetie-Neustart verschwindet die Zwangsbeglückung, es ist Ruhe im Großraumwagen.

Gleichschaltung 2.0, oder: Chrome OS

google chromeos

Screenshot

[Bild: Rivva-Screenshot mit Reaktionen, etwa auf 1/30 verkürzt]

Google verkündet Vaporware, die in mehr als einem Jahr(!) vielleicht verfügbar ist, und fast die gesamte so genannte neue, ach so freie, von den Fesseln der unflexiblen überkommenen alten Medien befreite »Web-Zwo-Szene« funktioniert allerbestens in Googles Sinne als gigantische dezentrale PR-Maschine. Wie immer gefallen sich »die Experten« in der Rolle des Lehnstuhl-Strategens – »Was wird Google wohl wollen, bla bla, yadda yadda, und oh, diese Implikationen auf den Desktop-Markt, blah« – und zerbrechen sich überflüssigerweise öffentlich anderer Leute Kopf.

Dabei gilt doch:

»[…] issuing a press release a year before launch was never a good omen for any product.«

Und einer, ein einziger Beitrag, stellt die Frage, die in Sachen »Google OS« offensichtlich ist und auf der Hand liegt:

»What will Google’s Chrome OS watch you do?«

[Update] Und bei den Geiern von TheReg macht sich Ted Dziuba über die bloggenden Super-Tech-Experten mit ihren messerscharfen Analysen lustig:

»The pundits are losing their shit all over again, which is fairly impressive, because multiple Googasms from a single product are very rare. Last year, I highlighted the glorious incompetence of writers who fancy themselves tech journalists. Much in the way that everybody who saw Sideways is now an expert on wine, the tragedy of blogging is that anybody with a laptop and a Gmail account is an expert on technology.«

Amtlich: Opera Unite ist böse

opera operaunite blogosphere

Ich zitiere mich ausnahmsweise mal selbst, gestern schrieb ich:

» Sofern man noch keinen »bösen« (ist er bestimmt, wartet nur ein paar Tage, die üblichen Verdächtigen werden etwas Böses finden ;)) Opera-Account hat […]«

Und, was sage ich, auf die vom steten Fluss der Worte einem Mühlstein gleich ewig rotierende Dauerproblematisiermaschine Blogosphäre ist Verlass, selbstverständlich ist das alles »alter Käse«, böse, nur halbherzig implementiert, zu unfrei und sowieso überhaupt nix Neues. ;) Lest einfach:

Factory Joe: »Thoughts on Opera Unite«

Operas nächstes großes Ding: Opera Unite. Ein Webserver im Browser.

opera operaunite dev

Opera hat sich seit ein paar Tagen mit einer Aura des Geheimnisvollen umgeben, kündigte sogar an, heute das Web revolutionieren zu wollen. Und heraus kam – (übrigens tatsächlich von einem Blogger korrekt vorhergesagt) – Opera Unite:

»So what is Opera Unite? In a nutshell, Opera Unite is a collaborative technology that uses a compact server inside the Opera desktop browser to share data and services. You can write applications — in the form of Opera Unite Services — that use this server to serve content to other Web users.«

Also ein weiterer Weg zu Chatten, »Sharen« und all dem üblichen Zwo-Null-Zeugs. ;)

Man installiert sich die neue Beta 10 des Opera, wie in der englischsprachigen Einführung beschrieben und auch etwa in der Mitte des Texts verlinkt, richtet sich bei Opera einen Account ein (ich denke, der wird so eine Art »DynDNS-Funktionalität« bereit stellen, damit der Unite-Server vom Dial-Up-Zugang auch erreichbar ist), und kann dann anfangen das übliche Zeug zu »sharen«.

Dazu besuche man unite.opera.com und installiere sich eine der unten auf der Seite aufgelisteten Komponenten:

Die »Lounge« z.B., denn wir wollen schließlich immer und über alle Kanäle kommunizieren, gemäß dem Peter-Fox-Motto »jeder hat nen Hund aber keinen zum Reden«.

An der Seite im Opera gibt es einen eigenen Button, der einen »Tab« öffnet, wo man den Unite-Server starten kann. Sofern man noch keinen »bösen« (ist er bestimmt, wartet nur ein paar Tage, die üblichen Verdächtigen werden etwas Böses finden ;)) Opera-Account hat, muss man selbigen nun erstellen:

Wenn man das hinter sich gebracht hat, startet der Server und man ist unter seiner schönen neuen Unite-Adresse im Web zu finden, so wie der Schreiber dieses selten aber dann formidabel mehrwertig operierenden Blogs: unitedwestand.zweisprech.operaunite.com

Und nun?

Mal schauen, was man damit anstellen kann und wie die bloggende und twitternde Rezeptions- und Verwertungsmaschine den Dienst annimmt.

Einige Links (wird noch ergänzt, ist ja noch alles taufrisch):

Wolfram Alpha

wolfram suchmaschinen

Ordentlichen Aufruhr auch in den überkommenen Medien des 20. Jahrhunderts verursachte der Start der …, ja, der was eigentlich, Such-, Frage- , Antwortmaschine Wolfram|Alpha.

Wolfram ist eine Art Web-Frontend zu den Auswertungsalgorithmen von Wolframs sündhaft teurer Software Mathematica. Das größte Missverständnis, was man Wolfram entgegenbringen kann, ist, es für einen »Google-Killer« zu halten und mit einer Web-Suchmaschine zu verwechseln.

Während Google auf einen Begriff eine Liste mit Web-Fundstellen liefert, die vielleicht weiter helfen können, versucht Wolfram, in den Worten der Anfrage einen Sinn zu entdecken, wühlt in seinen Datenbeständen herum und versucht, eine passende Antwort zu liefern. Das funktioniert mal besser und mal schlechter.

Für eine selbsternannte »Alpha« gelingt das aber recht gut. Was es über Koffein zu sagen gibt oder über die Temperatur der Sonne kann Wolfram dem Fragenden vor dem Schirm verraten. Wolfram ist dabei aber durchaus wählerisch in der Wortwahl. Während es in Google ausreicht, ein paar Worte, die irgendetwas mit dem Thema zu tun haben, in das Wortfeld zu rotzen und dann die Ergebnisse durch zu klicken, muss man bei Wolfram die Worte mit Bedacht wählen.

Ein Beispiel: Mich würde mal die Hitze auf der Sonne interessieren. Also frage ich die schlaue Maschine nach »heat sun« und bekomme, warum auch immer, die Wettervorhersage für Essen am kommenden Sonntag zurück:

Frage ich korrekter nach »temperature sun«, so bekomme ich die Oberflächentemperatur der Sonne nebst einigen weiteren passendem Informationen angezeigt:

Wer Wolfram fragt, muss sich also zunächst einmal klar werden, wonach er eigentlich sucht und sich Mühe geben, das vernünftig zu formulieren.

Aber auch Alltagsdinge wie das Wetter in Karlsruhe liefert Wolfram sehr hübsche und informative Dinge.

Fazit: Wolfram sieht sehr vielversprechend aus für eine ein paar Tage alte Alpha. Etwas seltsam finde ich das Ausliefern aller Ergebnisse als Bilder, hier sollte auf die Dauer nach neuen, etwas mediengerechteren Wegen gesucht werden.

Ein paar Links zum Thema:

David Gelernter

lifestreaming cloud

»A lifestream is a sequence of all kinds of documents — all the electronic documents, digital photos, applications, Web bookmarks, rolodex cards, email messages and every other digital information chunk in your life — arranged from oldest to youngest, constantly growing as new documents arrive, easy to browse and search, with a past, present and future, appearing on your screen as a receding parade of index cards. Documents have no names and there are no directories; you retrieve elements by content: ›Fifth Avenue‹ yields a sub-stream of every document that mentions Fifth Avenue.«

Schrieb David Gelernter im Jahre 2000 in seinem Essay »The Second Coming«. 2009 gilt es ein sehr kluges Gespräch von John Markoff and Clay Shirky mit David Gelernter zu studieren.

Noch ein interessantes Zitat daraus. Ein »stetiger Fluss« von Daten passt zu uns Menschen besser als »der Desktop«, meint Gelernter:

»It seemed to me that, obviously there are two ways you can organize things; in space or in time. I can take the spatial route that the desktop, which was a brilliant PARC invention in 1974, and I can say, ›Well, certain things will be here and certain things will be there.‹ But usually space is not as good a cue as time. We all know when we were born more or less and what our childhoods were like and what we were doing when we were in college. We move around all the time — I move desks and I move offices and I move buildings and stuff like that — but history, time, the life that I live, my experiences are automatically arranged chronologically. So it seemed to me that data objects should be arranged that way.«

via netzwertig.com

»Thats not writing, its typing.«

twitter journaille

Sagte einst Truman Capote über das Werk Jack Kerouacs. Daran fühlte sich BLDGBLOG erinnert im Angesicht der merkwürdigsten Beschäftigung einer Vertreterin der überkommenen sterbenden Medien mit dem Phänomen »Twitter«, die ich bisher gelesen habe. Maureen Dowd interviewte (naja, sagen wir, sie formulierte ihre ablehnende Haltung in Frageform) Biz Stone und Evan Williams für die NYT und fragte:

»I would rather be tied up to stakes in the Kalahari Desert, have honey poured over me and red ants eat out my eyes than open a Twitter account. Is there anything you can say to change my mind?«

Worauf Biz Stone nur trocken antwortete:

»Well, when you do find yourself in that position, you’re gonna want Twitter. You might want to type out the message ›Help‹.«

Letztendlich, diagnostiziert BLDBLOG, haben wir es nur mit dem üblichen »wo kommen wir da hin wenn einfach jeder alles schreibt und jeder kann das lesen« zu tun.

Zusammengefasst, Leseempfehlung des Tages:

blo.gs mit neuem Leben?

blogroll blo.gs

blo.gs hat nicht nur einen kühlen Namen, sondern auch eine schlaue Idee: Damals, so in der Zeit ab 2002, als man noch regelmäßig bloggte und seine Sympathien für gewissen Blog-Kolleginnen und -Kollegen mittels einer regelmäßig gepflegten »Blogroll« kund tat und diese Liste sogar für das regelmäßige Abgrasen der Lieblingsblogs nutzte, grapschte blo.gs die gepingten Aktualisierungs-Informationen von weblogs.com und sortierte damit die eigene Blogroll nach Aktualität. Das konnte man mit ein wenig PHP dann auch in sein Weblog einbauen, wie z.B. bei meiner alten Blogroll aus vergangenen Blog-Zeiten.

Dann kaufte Yahoo den cleveren kleinen Dienst_ und liess ihn einfach so im Netz verrotten.

Exkurs: Warum große böse Konzerne immer schöne kleine Dienste kaufen, um sie dann verrotten zu lassen, wird mir immer ein großes Rätsel bleiben.

Heute wurde bekannt, dass Yahoo! blo.gs an das etwas undurchsichtige WordPress-Imperium von Matt M. und Automattic verschenkt hat.

Auch wenn man bei den Empfängern der digitalen Gabe vorsichtig sein muss (versteckte Textads, irgendwer?): Vielleicht gibt es ein neues Leben für blo.gs, und sogar ein Comeback der guten alten Blogroll.

FriendFeed-Redesign-Beta. Plus Verschönerung.

friendfeed realtime

Screenshot: FF-Beta

Einer meiner Lieblingsdienste, FriendFeed, bringt eine Verschönerung der Oberfläche an den Start.
Sieht sehr »twitterig« aus und eigentlich ansprechend, bis auf den grauen Hintergrund.

Daran störte nicht nur ich mich, darum gibt es bereits ein Userscript, um die Beta schön weiß einzufärben und über die gesamte Bildschirmbreite »floaten« zu lassen.

Screenshot: FF-Beta mit Userscript

FriendFeed entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Twitter mit Links und Bildern, alles wird auf »Realtime« getrimmt, Zitat:

»And, one of the most defining features of our redesign — and what we believe will underlie everything about FriendFeed from now on: real-time. There’s no longer a need for refreshing — every view in FriendFeed now updates in real-time.«

[Via fast überall in Friendfeed]

Was zum Hashtag...

twitter hashtag microblogging

Schon mal überlegt, was es mit so manchem »Hashtag« auf sich hat, der es in der Twitter-Suche zu temporärer Prominenz als »Trending Topic« gebracht hat?

»What the Hashtag?!« ist ein Wiki, dass Erklärungen für die Uneingeweihten liefern möchte. So kann man z.B. über das Rätsel hinter #Fisting Aufklärung erlangen…

[Via Trivium]

Und wer bei Twitter und Hashtags nur zweifelnd den Kopf schüttelt, ist sicher ein Kandidat für das Vorlesen von Twitter-Ergüssen über eine Telefonleitung…

Ein Tag ohne Google?

google

»One day without Google«:

»Anything we do on the Internet or in “real life”, Google knows about. Maybe this sounds a bit exaggerated, but think about it:
Google knows what we are looking for.
Where we are from. What we are interested in. What we´re blogging about. What we are reading. What we advertise. What we click on. What our hobbies are. What we are going to do.
And so on.«

Ich darf mal ergänzen: Das Benutzen von Google-Anwendungen ist auch eine individuelle Symbolhandlung zur Selbstvergewisserung eines zeitgemäßen internettigen »modernen zwonulligen« Lifestyle.

Denn, mal im Ernst: Rational ist das massenhafte Anvertrauen von privater Kommunikation an eine Suchmaschine(!), die ihr Geld mit Werbung und Auswertung eben solcher Informationen verdient(!), nicht erklärbar. Das geht nur mit Graben in der finsteren Lifestyle-Psychokiste. ;)

Bespin - Ein Online Code-Editor von Mozilla

editor socialsoftware bespin

Screesnhot: bedlin

Kollaboratives oder überhaupt Editieren ohne Editor im Browser ist wohl das »nächste große Ding«. Nach EtherPad kommt nun Mozilla mit einem potenziell kollaborativen Online-Editor namens »Bespin« raus. Gleich mal ausprobiert, funktioniert, wenn auch noch sehr Beta. In der finalen Ausbaustufe soll man damit online ein irgendwo herumliegendes Code-Repository bearbeiten können, und das auch noch kollaborativ.

Ein Video gibt es ebenso zu sehen wie den Quellcode. Eindrucksvolles Projekt, im Auge zu behalten.

[Via The Next Web]

Gemeinsam schreiben mit EtherPad

etherpad socialsoftware editor

Screenshot: etherpad.com

EtherPad ist eine Webanwendung für das kollaborative Bearbeiten eines Textdokuments, ganz so wie in SubEthaEdit oder Gobby, nur halt als Webanwendung.

Vor ein paar Jahren, als SubEthaEdit noch frei erhältlich war, war es mal in Mode, bei webbigen Veranstaltungen gemeinsam Mitschriften von interessanten Vorträgen zu erstellen, was ganz gut geklappt hat und ergiebiger war als der meist komplett in die Hose gehende Versuch des Live-Twitterns. EtherPad wäre das richtige Werkzeug, um diese Mode wieder auferstehen zu lassen.

So wie ich das verstehe, ist der Dienst frei und soll auch frei bleiben, mit der Option eines bezahlten Zugangs zu optionalen Dingen wie eine SSL-Variante. EtherPad gefällt, mal eine wirkliche »social Software«, Daumen hoch! ;)