Dieser Artikel erschien ursprünglich in der zweiten Version meines Weblogs, uninformation.org, das von Dezember 2006 bis Juni 2009 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Neue Artikel hat die aktuelle Blogversion der Uninformat im Angebot.

Von Roboterinsekten und Vogeldrohnen

Bald kommt der Frühling, und dann fliegen wieder die Insekten zum Fenster hinein. Die Insekten? Es könnten auch Cyber-Insekten im Überwachungsauftrag sein, unterwegs natürlich im Auftrag von Frieden und Sicherheit, wie immer…

BLDBLOG philosophiert über diese und andere Dinge, die nicht sind, was sie scheinen und stellt lapidar fest:

»What fascinates me about this, though, much more than simply pointing out how advanced surveillance technology has become, is the fact that such statements would have been dismissed as absolute schizophrenia as little as two decades ago.«

Zwei Dekaden? Noch heute wird man sicher schräg angeschaut, wenn man die Fliege an der Wand als Abhöreinrichtung ausmacht. Bei den »normalen« Menschen.
Aber vor nicht allzu langer Zeit hätte man jemanden für einen Spinner gehalten, der behauptet hätte, die Machthaber eines demokratischen Staates würden hinter unserem Rücken in unseren Rechnern wühlen wollen. Oder welche Medikamente hätte ich wohl bekommen, wenn ich vor ebenso nicht all zu langer Zeit behauptet hätte:
Mitten in Europa, in der so genannten »Wertegemeinschaft des freien Westens«, bastelt sich die Polizei Überwachungsdrohnen, die wie Vögel aussehen, und begründet das mit Demonstrationen und Fußballspielen? Schöne neue Welt, kann man da nur sagen.

Achtet auf die Vögel. Und die Insekten.



3 Kommentare


Bjoern am 08.03.2008:


Was mich beruhigt: Um die Datenmengen einer umfassenden Überwachung überhaupt sichten zu können, braucht es (rechnergestützte Filterung eingerechnet) ungefähr so viele Analytiker wie Überwachte.
Das will ich erst mal sehen.

mehlstaub am 10.03.2008:


Ich denke, dass Nachrichtendienste genügend Erfahrung haben, wie man mit großen Datenmengen umgeht. Warum sollte das die Polizei in Zukunft nicht auch schaffen? Die sächsische Polizei hat kürzlich erst zwei Drohnen zur Überwachung von Fußballspielen bestellt. Aber man kann wohl vermuten, dass sich deren Einsatz eben nicht nur auf Hooligans beschränken wird. Wie auch?

Sehr beunruhigend finde ich allerdings, dass genau in diesem Moment eine Fliege über meine Notebooktastatur läuft. :P

Ralf G. am 13.03.2008:


Die Erfahrung haben sie, es wurden auch schon Stadionverbote durch die Filmererei bei Fußball-Spielen ausgesprochen, da müssen sie auch nicht wenige Daten abgleichen.

bigbrother überwachungsstaat