Dieser Artikel erschien ursprünglich in der zweiten Version meines Weblogs, uninformation.org, das von Dezember 2006 bis Juni 2009 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Neue Artikel hat die aktuelle Blogversion der Uninformat im Angebot.

23C3: Das Fazit

Nun ist er also schon wieder Geschichte, der 23C3. Am gestrigen Silvesterabend waren die Nachwirkungen von vier Tagen Congress deutlich zu spüren, ich schaffte es so gerade noch ins neue Jahr hinein, man ist halt keine 20 mehr. ;-)

Der CCC-Congress ist wohl das einzige Ereignis, bei dem man bereits in der Nacht vor dem eigentlichen Start in einer Schlange steht, um das Ticket zu erwerben (Foto: ioerror@flickr). Das ist stets ein neuralgischer Punkt, da es keinen Vorverkauf gibt. Wir waren dieses Mal bereits am Abend vorher in Berlin eingetroffen und dachten, man könne um 01:00 Uhr in Ruhe vorher ein Ticket erwerben, denn man wollte schließlich nicht John Perry Barlow am ersten Tag verpassen. War nix!

Der Congress hat seine ganz eigene Atmosphäre, die man nur schwer denen vermitteln kann, die nicht dabei waren. Er ist nicht einfach nur ein weiteres Geek-Event mit Vorträgen, er ist auch nicht nur Hacken im schummrigen Licht des Hackcenters, er ist nicht nur ein Ort lebhafter Debatten über Themen der Netzkultur – er ist das alles zusammen und viel mehr. Man staunt immer wieder auf’s Neue über die tollen Ideen und Projekte, die dort vorgestellt werden. Bicyclemark hat einige Impressionen in einem hübschem Video zusammengestellt, das schon wieder Lust auf den nächsten Congress macht, wo man nicht mal die Tasche richtig ausgeräumt hat…

Fazit: Mir hat es auch dieses Mal gut gefallen, ein großes Danke schön geht an alle, die den Congress möglich gemacht haben. Und wenn nichts furchtbar Wichtiges dazwischen kommt, bin ich beim 24C3 natürlich wieder dabei.

Ein großes Problem, für das ich aber keine Lösung habe, ist die Sache mit der Konferenzsprache. Ich weiß, der Congress ist international, aber es gab einige Vorträge, bei denen man das Englisch der Sprecher kaum verstehen konnte, weil es von einem heftigen Akzent ihrer Muttersprache durchdrungen war. Und ich kann keinem noch so interessantem Thema folgen, wenn ich mich schon auf das nackte Verstehen der Worte höllisch konzentrieren muss. Martin hat die Problematik schon einmal sehr treffend geschildert. Simultanübersetzungen und ähnliche Dinge sind für eine solche Veranstaltung undenkbar, ergo scheint es so, dass wir uns mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner »Englisch« auf Kosten des Wortwitzes (man kann sich nun einmal in einer fremden Sprache nicht so ausdrücken wie in seiner eigenen) und (zumindest manchmal) der Verständlichkeit abfinden müssen. Schade.

Weitere Zusammenfassungen und Links:

23c3 berlin geotagged