Dieser Artikel erschien ursprünglich in der zweiten Version meines Weblogs, uninformation.org, das von Dezember 2006 bis Juni 2009 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Neue Artikel hat die aktuelle Blogversion der Uninformat im Angebot.

Aus der Podcast-Playlist

iPod-Shuffle-Impression

Das Marathontraining hat wieder begonnen. Das bedeutet: Bei stundenlangen Läufen durch den Wald hat man Zeit für das Hören von Podcasts, Pendeln ist bei mir ja nicht mehr. Dieses Jahr möchte ich hörenswerte Podcasts als Empfehlung weitergeben, ich werde mich sowohl durch meine Lieblings-Podcasts hören als auch mal (für mich) neue Podcasts ausprobieren.

Z.B.: Küchenradio Nr. 195, mit Herrn Spreeblick Johnny Häusler zu Gast. Es geht dort etwas chaotisch zu, nichtsdestotrotz gibt es einen für Blogarchäologen interessanten Streifzug durch die Spreeblick-Historie. Man muss anschließend den iPod trocken föhnen, denn ein Teil des Küchenradio-Personals geifert durch das Audio-File nach Informationen und Zahlen, als es um das heikle Thema »Werbung in Blogs« geht. ;) Außerdem erfährt man noch, wieso Nachwuchskräfte auf Journalistenschulen fürchterliche Spießer sind. Hörenswert, kurzweilig – Empfehlung!

Bewährte Kost ist Chaosradio Express 100 »Das Internet und die Hacker« mit Hans Hübner. Es gibt zunächst einen etwas zähen Streifzug durch die Historie der Vernetzung und der Hacker der 80er Jahre. Ab etwa 1:30 h wird es aber richtig interessant, es geht u.a. um den KGB-Hack aus der Sicht eines Beteiligten, nach dem Motto: »Ich wollte eine VAX, und ich wollte sie in Ost-Berlin«. Wer Zeitmangel hat, bis etwa 1:30 h »vorspulen«.

Ebenfalls Chaosradio Express, anderes Thema in Episode 101 »iPhone Anwendungsentwicklung«. Für am Thema interessierte Pflichtprogramm, der Rest langweilt sich furchtbar.

Meta Meta Meta

Ich will nicht dissen und daher lasse ich mich nicht über die Podcasts aus, die ich nach 10 Minuten weggedrückt habe. Generell frage ich mich stets, wie sich das die Damen und Herren Podcaster so vorstellen: Es gibt da draußen mehr als einen Podcast, und das Zeitbudget der potenziellen Hörerinnen und Hörer ist begrenzt. Denn ich bin nicht der Ansicht, dass man Sprachprogramme hören kann, während man etwas anderes macht dessen Grad geistiger Beanspruchung über Spülen und Wäsche falten hinausgeht. Dazu ist der Mensch nicht konstruiert. Warum also soll ich mir einmal in der Woche ausgerechnet Euren Podcast geschlagene 2 bis 3 Stunden anhören?

Viele Podcasts ufern zeitlich immer mehr aus, ohne dass der Inhalt das hergeben würde. Kann man z.B. »ja, ich glaube Du bist ein bisschen leise«, »du musst mal Skype lauter pegeln« etc. nicht raus schneiden? Und einigen würde ich etwas mehr Konzentration auf den »roten Faden« empfehlen. Zumindest wenn Ihr wollt, dass ich zuhöre, ziellos brabbeln ohne Punkt und Komma kann ich nämlich selbst ausgesprochen gut, dazu brauche ich keinen Podcast. ;)

Und natürlich würde ich mich über Empfehlungen freuen, was man denn noch so hören kann, unterwegs zu Fuß in den endlosen Weiten der Wälder.



5 Kommentare


Thibaud am 04.02.2009:


Sehr schön. Ich bin für Podcast-Tipps immer dankbar. KR195 werde ich mir mal anhören.

Meta Meta Meta: Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist. Es gibt auch so einige Podcasts, die ich nach 10 Minuten (oder weniger) wegdrücke, aber was solls? Denn es ist ja nicht wie beim klassischen Fernsehen/Radio und “es gibt da draußen mehr als einen Podcast”. Das ist es ja, was den Charme von Podcasts ausmacht, denn dadurch dass jeder einen eigenen (wenn auch noch so schlecht gemachten) Podcast machen kann, entstehen ganz neue Formate, die es sonst vielleicht so nicht gegeben hätte. Klar, auch ich höre lieber gut produzierte Podcasts, die nicht zu lang sind und einem roten Faden folgen, aber die anderen, die schlechten, kann man ja einfach ignorieren/wegdrücken und dem Gesetz von Angebot und Nachfrage vertrauen.

Die Fülle an (unterschiedlich guten) Informationen ist einfach die große Chance und zugleich das große Problem des Webs.

Ralf G. am 04.02.2009:


Naja, Problem ist da keines, man hört es einfach nicht, wohl wahr.

Ich denke mir halt manchmal »Mensch, Ihr habt gute Themen und könnt es eigentlich, warum macht Ihr das durch Ausufern und gepodcastete technische Selbstreferenz kaputt?«

KaTe am 09.02.2009:


Tipps? Musik! Gerade zum Laufen. Netzklang (.twoday.net) ist eine nette Show, derzeit nur recht ruhig.

Aber der Rest vom gleichen Typen mit seinem komischen Namen ist ganz fein. Wie die recht frische Pam Grier Hommage @ http://www.tobitobsucht.de/wordpress/?p=45.

Sehr empfehlenswert. Und auf seine Art auch recht geekig, falls das hier ein relevantes Kriterium ist.

Ralf G. am 10.02.2009:


Danke für den Tipp, wird demnächst mal reingehört, immer nur Gequatsche auf den Ohren ist in der Tat nicht immer das Wahre. ;)

Gutti am 10.02.2009:


Hallo zusammen. Lustigerweise “muss” ich auch in diesem Jahr an einem Marathon teilnehmen und kenne daher das Problem. Wie es der Zufall so will bastelle ich gerade an der Webseite für einen neuen Podcast, den ich mit zwei Freunden gestartet habe. Die Page (http://www.oc-records.de/netzspannung/)ist noch lange nicht fertig, aber das Feed (http://www.oc-records.de/rss/netzspannung.php) wird schon zuverlässig generiert. Wir beschäftigen uns ähnlich wie Herr Tobsucht mit der Netaudio Szene und stellen in der zweistündigen Sendung zunächst ein paar Tracks vor, bevor es dann noch einen DJ Mix gibt. Über Kritik würden wir uns freuen.

podcast