Dieser Artikel erschien ursprünglich in der zweiten Version meines Weblogs, uninformation.org, das von Dezember 2006 bis Juni 2009 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Neue Artikel hat die aktuelle Blogversion der Uninformat im Angebot.

Netztand V: Redundanz

Okay, die Zeiten von »eine Frau, ein Blog« oder »ein Mann, eine URL« sind vorbei. Heutzutage sind wir im Netz verteilt, Twittern hier, legen Links dort ab, usw. Und kaum sind wir verteilt, wollen wir uns wieder vereinen. Dazu baut/installiert man sich einen Aggregator, der dann alles, was man erst verteilt, wieder zusammen fasst. Auch dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wir wollen überall dabei sein, für jede Mikroanforderung ein spezialisiertes Mikrotool haben, aber dann doch irgendwie wieder eine Einheit mit uns selbst bilden.

Was aber nicht geht, ist: Alle Links in deli werfen, diese dann per Skript twittern, das Getwittere und die Links dann wieder in Blogeinträge aggregieren, daraus dann automatische Blogeinträge erzeugen, die dann automatisch getwittert werden. Und dann natürlich per Skript zu identi.ca übertragen werden. Wir sind Mensch 2.0, alles was wir tun muss überall sein. Und alles zusammen wird dann noch einmal in einen Feed aggregiert. Von manchen Herrschaften lese ich Links und Tweets bis zu vier Mal. Bei aller Sympathie für die sich dahinter verbergenden Personen: Da werde ich bald einmal massiv unsubskribieren müssen.

Versetzt Euch beim Kreuz- und Queraggregieren mehr in »normale« Leser und »Follower«, statt zu versuchen, jeden nur theoretisch auftretenden Fall, wo einer etwas »Wichtiges« verpassen könnte, abzudecken. Danke! ;)

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3 Kommentare


mspro am 21.11.2008:


Bei mir hört das schon bei personalisiertem aggregieren auf. Das Konzept von Friendfeed und co ist mir suspekt. Wer einen bestimmten Teil meiner Online-Aktivität mitbekommen möchte, kann den abonnieren, wer alles wissen will, abonniert halt alles.
Aggregation hat beim Leser stattzufinden, nicht beim Sender. Das ist doch der Witz der Sache.

Ralf G. am 21.11.2008:


Ich mag das schon, und gerade in Facebook kann man sehr schön bestimmte Aspekte einer “Online-Persönlichkeit” ausblenden, wenn man z.B. jemandes Ruby-Beiträge schätzt, aber keine Lust auf Flickr-Bilder seiner Kinder und Haustiere hat.

Aber wenn Aggregieren, dann einmal und nicht kreuz und quer, alles überall, das nervt kolossal und wird zukünftig mit Unsubskribieren bestraft. Ich twittere ja auch nicht jedes Mal, dass ich irgendwo gerade was gebloggt oder einen Link abgelegt habe.

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