Dieser Artikel erschien ursprünglich in der zweiten Version meines Weblogs, uninformation.org, das von Dezember 2006 bis Juni 2009 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Neue Artikel hat die aktuelle Blogversion der Uninformat im Angebot.

Der arme Tim Berners-Lee ist neben der Spur

Der WWW-Erfinder Tim Berners-Lee hat natürlich seine ewig leuchtenden Verdienste.

Aber nun ist er komplett neben die Spur geraten: So fordert Berners-Lee doch tatsächlich eine Art »Web-Behörde«, die entscheiden soll, ob auf einer Website die Wahrheit steht oder nicht. Das mit der »Wahrheit« ist ja so eine Sache, schon Thomas von Aquin befand zwar, dass Wahrheit die Übereinstimmung von Sache und Verstand sei, aber darauf kann man wohl kaum ein »objektives« Bewertungssystem für Websites aufbauen. Abgesehen davon wäre das eine Steilvorlage für die Schäubles dieser Welt.

Kurz und gut, eine ziemliche Schnapsidee. Findet auch The Inquisitr:

»He [Berners-Lee] may have created the world wide web, and for that he deserves a lifetime of praise, but the idea that his creation be rated based on rankings around truths needs to die quickly before repressive governments, and those that nearly are, use his words as an excuse to censor and filter the internet further.«

(Via Johannes’ Friendfeed)



1 Kommentar


Boris am 15.09.2008:


Ich denke, konsequenter wäre doch so etwas wie ein “Wahrheitsministerium”, das nicht nur nachträglich prüft, sondern gleich vorsorglich Wahrheit bestimmt.
Hat es das nicht sogar in einem älteren und inzwischen historisch weitgehend überholten Roman gegeben?

timberners-lee seltsames stasi2.0