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Debian Wheezy auf dem PowerBook: Bedingungslose Kapitulation

!http://www.uninformation.org/images/2013-06-23-113138_1024x768_scrot.png! Da ist das Ding wieder! "Das vor einigen Tagen durch meinen vorwitzigen Upgrade-Wahn ruinierte Powerbook":http://uninform.at/e/wheezy_powerbook_1 lebt wieder! Und das in seiner ganzen Pracht. Nur mit einem kleinen Haken: Es wurde zurück gesetzt auf Debian Squeeze aus einem glücklicherweise vorhandenen Backup der System-Partition. Das Wheezy mit dem »nouveau«-Treiber war nicht dazu zu bewegen, mit dem Powerbook G4 (genauer mit der darin verbauten GeForce4-Grafikkarte) zu funktionieren. Lt. den »guten« Tipps aus dem Internetz sollte man die Framebuffer-Devices beim Starten ausschalten, weil sonst das Kernel-Modul von nouveau nicht den richtigen Modus einstellen kann. Dummerweise hat das Nebenwirkungen wie einen einfrierenden Bildschirm beim Systemstart. Das System vermisst dann seinen Framebuffer um beim Boot "solche einfach nur großartig aussehenden Startlogos":http://www.uninformation.org/images/ubuntu-logo-wie-hulle.jpg oder "einen Pinguin in der Ecke des Bildschirms":http://www.uninformation.org/images/pb12-boot-fb-penguin.jpg anzeigen zu können. Überflüssig wie ein Kropf, schafft nur zusätzliche Fehlerquellen. Zusätzlich soll man dann noch 3D-Beschleunigung für nouveau ausschalten damit das funktioniert. Diese funktionierte ja bei Squeeze mit dem alten nv-Treiber einwandfrei, aber der musste ja aus mir unbekannten Gründen ja unbedingt raus. Das ist Fortschritt! Testhalber habe ich noch Linux MintPPC einmal installiert und eine Lubuntu-13.04-PPC-CD gestartet. (Lubuntu musste es übrigens sein weil Ubuntu aktuell nur CD-Images zum Download anbietet die nicht auf eine CD gebrannt werden können, unfassbar!). Beide, Mint und Ubuntu haben ja unter der Haube sowieso Debian Wheezy im Einsatz, sie nehmen Debian Testing und packen einen grünen Desktop (Mint) oder Amazon-Ads und die eigene hässliche Desktop-Umgebung (Ubuntu) dazu. Und beide zeigten nach dem Start die gleichen Symptome: Sie zeigten nach dem Start nämlich gar nichts mehr an. Somit ergeht nun das Urteil: *Wheezy kann auf alten Powerbooks mit GeForce-Grafikkarte nicht benutzt werden.* Kapitulation war die einzige Lösung. Es läuft keine aktuelle auf Debian basierende Distribution mehr mit den alten Powerbooks. Damit blieb nur der Weg zurück zu Squeeze. Zum Backup/Restore einer ganzen Partition kann man übrigens "diese Anleitung benutzen":http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=35087, evtl. muss beim Restore aber das Journaling der Partition repariert und die Platten-IDs in yaboot.conf angepasst werden. Dazu benötigt man dann eine Squeeze-Installations-CD, die man im »rescue«-Modus startet und dort diese Reparaturen einfach durchführen kann. Oder man macht es mit der "harten Methode mit dd":https://wiki.archlinux.org/index.php/Disk_Cloning. Das funktioniert eigentlich immer mit jeder Boot-CD, ist aber nicht gerade »verbose«, man muss wissen was man tut (z.B. nicht wie ich die falsche Partition sichern ;-), zum Glück hatte ich noch ein älteres Backup). Dafür ist nach dem Restore sofort alles in Ordnung, weil einfach Sektoren auf die Platte zurück geschrieben werden. Fazit: Upgrade war eine überflüssige Frickel-Aktion, mit solchen Sachen muss man halt immer rechnen wenn man sich auf Linux einlässt (gerade mit Hardware abseits des Mainstreams, wie das PPC-Rechner heute leider sind).

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Debian Wheezy auf dem PowerBook: »Tu es nicht! TU ES NICHT!« Er hat es getan! m(

!http://www.uninformation.org/images/oh-wheezy-my-wheezy.jpg! Hätte ich mal lieber auf den inneren Skeptiker gehört. "Vor ein paar Wochen noch »nur mit dem Gedanken gespielt«":http://uninform.at/e/debian_7_wheezy_ist_da, konnte ich natürlich nicht widerstehen, denn "Upgrade ist ja ganz einfach":http://www.sysadminslife.com/linux/howto-upgrade-debian-6-squeeze-zu-debian-7-wheezy/ ;-), und musste mit einem eklatanten Verstoß gegen das eherne Gesetz der Informationstechnik, das da lautet »never touch a running system«, das Debian-Squeeze-befeuerte "PowerBook":http://uninform.at/tag/powerbook auf das "neue Release »Wheezy«":http://uninform.at/e/debian_7_wheezy_ist_da aktualisieren. Und es kam wie es kommen musste: Das System ist nach Aktualisierung und Neustart _natürlich_ hinüber, wie das schöne Bild da oben zeigt. Aus mir unbekannten Gründen ist in Wheezy der benötigte Bildschirmtreiber für die Nvidia-Grafikkarte »nv« verschwunden und durch den freien »nouveau« ersetzt worden. Beim Start wird aber (für den Framebuffer der das Terminal verschönert und ggf. ein Bootlogo einblendet, Fortschritt my ass) ein falsches Kernel-Modul geladen, welches dann zu einem abrupten Ende des Bootvorgangs mit der trockenen Meldung »fb: conflicting fb hw usage nouveaufb vs OFfb NVDA,Displ - removing generic driver« führt. Abhilfe sollte eine Option in der yaboot.conf »video=offb:off« schaffen, die dann dieses herrliche Bildchen da oben produzierte. Aber immerhin keine Fehlermeldung mehr. ;-) Mit dem Parameter "nomodeset" am yaboot-Prompt konnte man immerhin wieder in ein Text-Terminal booten, Versuche die grafische Oberfläche zum Laufen zu bewegen scheiterten aber allesamt. Als nächstes werde ich dann mal eine Live-CD auf Basis von Wheezy besorgen und schauen, ob man damit booten kann und dann von da aus mal die Konfiguration anschauen. nouveau braucht wohl das Kernel-Modul beim Booten, um X richtig laufen lassen zu können, das wird aber mit »nomodeset« unterbunden. Und ohne den Parameter gibt es das herrlichen grafische Kunstwerk auf dem Bild da oben. Das Powerbook ist nur ein Spielzeug, von daher ist das nicht so tragisch, wird halt mal ein Tag gefrickelt und gut ist. Es zeigt aber schön das noch stets existente Problem mit Linux auf dem Desktop. Nicht mal beim populären Ubuntu funktionieren die halbjährlichen Upgrades von Desktop-Systemen ohne Schäden (was dazu führte dass ich von meinem Intel-Mac die Ubuntu-Partition runter warf und durch Arch ersetzte, das ist aber eine Geschichte für einen anderen Artikel), und auch das elaborierte wohlgetestete Debian mit seiner angeblichen "»unrelenting quality«":http://powerpcliberation.blogspot.de/2013/06/debian-unrelenting-quality.html produziert ein kaputtes System. Gerade in den aktuellen finsteren Zeiten des "PRISM-Skandals":https://netzpolitik.org/tag/prism/ gibt es ja "Naive die meinen, wenn sie jetzt auf Freie Software setzen wären sie geschützt":http://words.steveklabnik.com/returning-to-free-software-a-guide. Was natürlich eine in ihrer Naivität rührende Illusion ist, die Schnorchelei von NSA und Co. findet hauptsächlich an Routern und Switches draußen im Internetz statt. Und da ist es völlig egal ob die abzuschnorchelnden Daten von einem OSX oder von einem Linux- oder Windows-System kommen. Der Preis für die scheinbare Freiheit auf dem Desktop ist die Zuverlässigkeit des Systems. Seit dem Switch vor über 10 Jahren auf den Mac, wg. des Erreichen der Toleranzgrenze in Sachen »Kernel-Module und ndiswrapper-Skripte«, hat noch kein OSX-Update etwas »unbenutzbar« kaputt gemacht, und ich verlor nicht ein Byte meiner Daten oder konnte meine Arbeit wg. irgendwelcher plötzlich nicht mehr funktionierenden Dinge am System nicht machen. Da kann Apple noch so »böse« und Linux noch so »frei und die Guten« sein - für mein Alltags-Desktop-Gerät kommt nichts anderes als OSX in Frage, man kann nur hoffen dass Apple es nicht kaputt macht indem es OSX mehr und mehr abschließt und iOSifiziert. So lange ich Signing-Gedöns abschalten kann und eine Shell habe ist mit OSX weiterhin alles in Ordnung. Ich kenne ja Ubuntu-Freunde, die umgehen die Upgrade-Probleme indem sie /home auf eine eigene Partition legen und dann jedes halbe Jahr das System komplett neu aufsetzen. Aber das ist keine Lösung, das ist im Jahre 2013 ein schlechter Witz. So habe ich schon Mitte der 90er Upgrades gemacht, als man noch die SuSE-CD-Packs per Post bekam, da kann man fast 20 Jahre später schon etwas anderes erwarten.

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Debian 7.0 "Wheezy" ist da

"Debian 7.0 »Wheezy«":http://www.debian.org/News/2013/20130504 ist da! Distributionen haben ihre Moden und kommen und gehen, aber Debian war immer da und wird immer das »wahre Ding« sein. Und vor allem ist es die große Distribution die nicht davon ausgeht »dass ja eh jeder einen Intel-Rechner benutzt« und eine ganze Reihe von Plattformen unterstützt. So natürlich auch PowerPC, und ich spiele "nun doch mit dem Gedanken das PowerBook":http://uninform.at/e/neues_aus_dem_ppc_lager "up-zu-graden":http://bits.debian.org/2013/05/wheezy-released.html.

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Neues aus dem PPC-Lager

!http://www.uninformation.org/images/debian-ppc-210413-600.jpg! Das gute alte PowerBook G4, dessen "»verlängertes Leben dank Linux« hier ja schon in einigen der spärlichen Beiträge thematisiert wurde":http://uninform.at/tag/ppc, läuft immer noch wunderbar, obwohl "es in ein paar Monaten schon seinen 10. Geburtstag erlebt":http://www.das-netzbuch.de/article/1001/ralle-the-switcher. Das war halt noch Qualität, damals, als Apple noch richtige Rechner für Geekettes und Geeks herstellte statt Gadgets für Social-Media-Poserinnen und Poser die damit ihr Essen fotografieren und es twittern. ;-) Das Setup ist seit den letzten Einträgen zum Thema vor schon fast 2 Jahren unverändert, das gute alte Motto »never touch a running system« habe ich mir dafür zu eigen gemacht. Es funktioniert, und Update-Bedarf sehe ich eigentlich nur bei Browsern und Clients für Twitter und ADN. Aber da wird sich wohl sowieso nicht mehr viel tun, gerade der Bereich »Clients für Twitter und ADN« sieht in Linux an sich ziemlich mau aus… Ganz tot ist die Szene aber noch nicht. Auf "Youtube hat jemand ein etwas langatmiges Video von seinem PowerBook mit Ubuntu 12.10 PPC gestellt":http://www.youtube.com/watch?v=GjGeyolo6Xc. Scheint leidlich zu laufen, aber bei Ubuntus merkwürdigen Strategien habe ich meine Zweifel ob es den PPC-Port noch lange geben wird. "»PPC Luddite« testete kürzlich MintPPC 11":http://ppcluddite.blogspot.de/2013/03/mintppc-11-vs-lubuntu-1304-shootout.html und "Lubuntu 13.04 PPC":http://ppcluddite.blogspot.de/2013/02/lubuntu-1304-raring-ringtail-preview.html an. Gerade MintPPC sieht recht vielversprechen aus, aber "wie der Tester schrieb":http://ppcluddite.blogspot.de/2013/03/mintppc-11-vs-lubuntu-1304-shootout.html: »This being Linux, though, there are issues.« Ja, »Issues«. Von daher hält sich meine Experimentierlust mit neuen Distributionen derzeit in Grenzen. Ich bin mir nicht mal sicher ob ich auf Debian 7 upgraden soll wenn es demnächst final wird, denn, wie gesagt: »Never touch a running system…«

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Neues von der Linux-PowerPC-Front

Das alte "PowerBook G4 mit seinem Debian Squeeze":http://uninform.at/e/linux_powerbook_g4_debian gedeiht noch stets auf das Allerfeinste. Es heilt sich sogar selbst! War der Kontakt, der beim Zuklappen des Lieblings-Mac normalerweise den Ruhezustand auslöst (unter OS X, mit Linux funktioniert das bei mir nicht) jahrelang kaputt, so funktioniert er neuerdings wieder einwandfrei! Das sind die heilenden Kräfte der Freiheit! ;-) Auch wenn man so langsam merkt, dass PowerPC eine sterbende Plattform ist, so gibt es doch trotzdem auch noch brauchbare Linux-Softwareperlen (nicht nur) für die PPC-Plattform. h3. Mirage !http://www.uninformation.org/images/debian-ppc-mirage.png! "Mirage":http://mirageiv.berlios.de/index.html ist ein wirklich sehr schneller Bilder-Angucker für Linux. _apt-get install mirage_ bringt es in das System und man kann auch große Verzeichnisse mit großen Bildern außerordentlich schnell durchschauen, neben "sxiv":https://github.com/muennich/sxiv das schnellste Programm seiner Art. h3. Minitube !http://www.uninformation.org/images/debian-ppc-minitube.jpg! Ein anderes Problem ist Flash. Das gibt es von Adobe schon lange nicht mehr für Linux/PPC, was natürlich mal wieder hervorragend belegt, wie hirnrissig das von den so genannten »Pragmatikern« stets gebrachte Argument, Flash sei zwar keine freie Software aber trotzdem praktisch frei verfügbar, in der Realität tatsächlich ist. Aber ich schweife ab. Ab und an möchte man mal ein Youtube-Video schauen, HTML5-Video ist dort aber noch in den Kinderschuhen. Dafür gibt es "Minitube":http://flavio.tordini.org/minitube. Auf PPC besorgt man sich "den Source":http://flavio.tordini.org/files/minitube/minitube-1.4.3.tar.gz und kompiliert das Dingen selbst.
sudo apt-get install build-essential qt4-dev-tools libphonon-dev
sudo make install
Das war schon alles, nun kann man Youtube durchsuchen und Videos schauen. Da oben auf dem Screenshot, da wo das blaue Rechteck ist, da würde nun das Video laufen, der Screenshotter scrot mochte das laufende Video partout nicht mitknipsen. Das Video läuft auch in Fullscreen und so genügsam, dass auf der alten Kiste nicht einmal der Lüfter anspringt. h3. Browser-Krise Wie erwähnt, PowerPC ist eine sterbende Plattform, die neuen scharfen Browser sind alle nach und nach nicht mehr für diese Plattform verfügbar, Intel-Monokultur rulez! Weder der Opera 11 noch der Firefox 4 sind mehr für Linux/PPC verfügbar, Chromium/Chrome bekanntlich noch nie, weil deren V8-Engine zwingend einen Intel-Prozessor voraussetzt. Noch gibt es brauchbare Alternativen wie "Midori":http://www.twotoasts.de/index.php?/pages/midori_summary.html (installieren mit _apt-get install midori_), einen flotten Webkit-Browser im GTK-Kleid (sogar mit Werbeblocker, damit auch in der Praxis einsetzbar), aber letztendlich wird man in der Welt der freien Systeme früher oder später in eine veritable Browser-Krise geraten, wenn man ein System abseits der Intel-Monokultur benutzt. Zumindest im Browser-Bereich ist die Vielfalt der freien Software also eigentlich keine.

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Linux auf dem Powerbook G4 »Reloaded«: Debian GNU/Linux

!http://uninform.at/images/debian-gnome.png! Die guten alten Stammleserinnen und -leser werden sich erinnern: "Vor fast zwei Jahren wurde mein Lieblings-Mac, das Powerbook G4, mit Gentoo-Linux einer zweiten Karriere zugeführt.":http://www.uninformation.org/weblog/133 Gentoo stellte sich aber als grandiose Fehlentscheidung heraus, ein Wirrwarr von undurchsichtigen Abhängigkeiten, verbunden mit grotesken Kompilierorgien, machte jedes Update einer noch so kleinen Komponente oder eines Stücks Software zu einer Geduldsprobe. Abhilfe musste her! Ein erneutes Sondieren des GNU/Linux-Marktes für PowerPC brachte das Resultat, dass der Ubuntu-PowerPC-Build auch anderthalb Jahre später immer noch nicht booten wollte. [Und wenn schon die CD nicht sauber bootet, sollte man an eine Installation gar nicht erst denken]. Die Rettung kam dieses Mal vom "Debian PowerPC-Build":http://www.debian.org/ports/powerpc/. Und warum? Habe ich ja bereits "damals":http://www.uninformation.org/weblog/133 geschrieben: bq. Mein schönes altes Powerbook G4 aber, dass noch stets als mein Zweitgerät für Reisen und Konferenzen aller Art am Start ist, wird demnächst von Apple offiziell zum alten Eisen erklärt. Man bemerkt schon, dass Apple einen rigorosen Strich ziehen möchte. Der »Snow Leopard« wird Gerüchten zufolge keine Unterstützung mehr für Power-PC-Prozessoren enthalten, und der aktuelle Leopard und neuere Programme überfordern das kleine Powerbook mit seinen 867Mhz und 640 MB RAM ein wenig. Man sieht trotz leistungsfördernder Massnahmen wie das Deaktivieren von Spotlight fast so oft den Strandball wie auf vergurkten Windows-Kisten die Sanduhr. ;) Also entstand die Idee, mal wieder ein wenig in die nerdige Welt des Betriebssystem-Frickeln abzutauchen und das kleine Powerbook mit einem alternativen, schnelleren Betriebssystem für den Alltags-Bedarf unterwegs zu versehen.

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Gentoo-Linux auf dem Powerbook G4, oder: Wenn dem Mac-Benutzer zu wohl wird...

!http://www.uninformation.org/images/gentoo-g4-kompilieren.jpg! h5. Warum denn das? Der Schreiber dieser Zeilen war von 1994 bis 2003 vornehmlich mit Linux unterwegs. "Geswitcht":http://www.das-netzbuch.de/article/1001/ralle-the-switcher wurde damals vor allem, weil in Sachen »Notebook und Linux« bspw. die Rumfrickelei mit ndiswrapper-Skripten und dem Herausfinden des Chipsatzes einer WLAN-Karte für das Benutzen eines Computers im 21. Jahrhundert völlig unangemessen erschien. Und das habe ich nie bereut, der Mac ist und war die perfekte Plattform für meine Arbeit, er funktioniert einfach. Mein schönes altes Powerbook G4 aber, dass noch stets als mein Zweitgerät für Reisen und Konferenzen aller Art am Start ist, "wird demnächst von Apple offiziell zum alten Eisen erklärt":http://www.tuaw.com/2009/02/04/apple-welcome-to-the-obsolete-list-powerbook-g4/. Man bemerkt schon, dass Apple einen rigorosen Strich ziehen möchte. Der »Snow Leopard« wird Gerüchten zufolge keine Unterstützung mehr für Power-PC-Prozessoren enthalten, und der aktuelle Leopard und neuere Programme überfordern das kleine Powerbook mit seinen 867Mhz und 640 MB RAM ein wenig. Man sieht trotz leistungsfördernder Massnahmen wie das Deaktivieren von Spotlight fast so oft den Strandball wie auf vergurkten Windows-Kisten die Sanduhr. ;) Also entstand die Idee, mal wieder ein wenig in die nerdige Welt des Betriebssystem-Frickeln abzutauchen und das kleine Powerbook mit einem alternativen, schnelleren Betriebssystem für den Alltags-Bedarf unterwegs zu versehen. h5. Der Power-PC, das Stiefkind der Distributionen Mein Lieblingslinux Ubuntu wäre eigentlich erster Kandidat dafür gewesen, aber "PowerPC-Rechner werden seit Ausgabe 6.10 nicht mehr unterstützt":https://wiki.ubuntu.com/PowerPCFAQ, es gibt nur noch "einen inoffiziellen veralteten Release":http://cdimage.ubuntu.com/ports/releases/hardy/release/, der schon beim Boot von CD abstürzt. Danke, Herrschaften, so viel frickeln wollte ich dann auch wieder nicht. ;) Nach ein wenig Herumschauen blieb als ernsthafte halbwegs aktuelle Alternative nur noch die »Linux-Distribution für Masochisten«, "Gentoo":http://www.gentoo.org/, übrig. Auch "das hatte ich einst schon mal im Einsatz":http://www.das-netzbuch.de/article/769/gentoo-linux, war dann aber nach dem ersten Ubuntu-Release gewechselt, weil die ewige Kompiliererei für alles und jedes eigentlich ein Witz ist. Auf dem PowerPC stellt sich gerade das als Stärke heraus. Da nicht irgendwer eine Binärdistribution erzeugen muss, steht für fast alles, was man so braucht, ein Paket zur Verfügung. h5. Installation Frisch ans Werk, mit einem Boot von der Leopard-DVD wurde die Festplatten-Partition von Mac OS X um 15 GB verkleinert, das funktionierte wunderbar ohne Datenverlust. Dann besorge man sich "die Installations-CD für ppc/ppc64":http://www.gentoo.org/main/en/where.xml und boote das Powerbook durch das Halten der »C«-Taste beim »Tataa« von der Installations-CD. Es folgt der mühsame Part, grafische Installation und ähnliches neumodisches Zeug gibt es nicht. Die Installation von Gentoo läuft noch wie im letzten Jahrhundert mit der Eingabe einer Myriade von Kommandozeilen-Befehlen ab. Man halte sich sklavisch an "die Installationsanleitung der Online-Dokumentation":http://www.gentoo.org/doc/en/handbook/handbook-ppc.xml?part=1&chap=1, dann klappt die Installation ohne größere Probleme. Dabei nicht vergessen, ein Ethernet-Kabel an das Powerbook zu hängen. Und bei der Erstellung des Kernels unbedingt "die manuelle Methode":http://www.gentoo.org/doc/en/handbook/handbook-ppc.xml?part=1&chap=7#doc_chap3 verwenden, die genkernel-Prozedur funktioniert nämlich nicht. Und auf gar keinen Fall die plausibel klingende Tastaturbelegung »mac-latin-1« verwenden, diese führt zum kompletten Chaos auf allen Tasten und der Notwendigkeit, von der CD zu booten, die Festplatte zu mounten und die Tastaturbelegung wieder auf »de-latin-1« umzustellen… h5. Grundkonfiguration Nach dem ersten Boot mit dem neuen System steht man vor einem nackten Terminal-Login. Nun ist man noch lange nicht fertig, denn wir wollen ja auch eine grafische Oberfläche haben. Was es bei der Konfiguration der einzelnen Komponenten zu beachten gibt, steht im "Gentoo Linux/PowerPC-FAQ":http://www.gentoo.org/doc/en/gentoo-ppc-faq.xml. Es wurde zunächst einmal nach dem "X-Server-Konfigurations-HOWTO":http://www.gentoo.org/doc/de/xorg-config.xml der X-Server eingerichtet und als Window-Manager "Fluxbox":http://www.gentoo.org/doc/de/fluxbox-config.xml installiert. Für das Alu-Powerbook G4 aus dem Baujahr 2003 verwendet man übrigens den »nv«-Videotreiber. Nach der Eingabe der entsprechenden _emerge_-Kommandos stellt man dann das Powerbook erst einmal ein paar Stündchen in die Ecke, denn das ganze Zeug muss nun erst einmal aus dem Code kompiliert werden. Am Ende stand dann ein funktionierendes grafisches System mit fluxbox, ein wenig »gepimpt« mit dem "GSM-Theme":http://customize.org/fluxbox/themes/49241. flickr-Bild: Gentoo with fluxbox on a Powerbook G4 h5. Software besorgen Man braucht natürlich auch eine Software-Grundausstattung für den Unterwegs-Einsatz, als da wäre: * "Firefox":http://www.mozilla-europe.org/de/firefox/ als Webbrowser: _emerge firefox_. Stundenlange Kompilierung. * "mutt":http://www.mutt.org/ als E-Mail-Client für Zugriff auf den E-Mail-Server: _emerge mutt_. Als grafische Alternative "claws":http://www.claws-mail.org/. * Der "Midnight-Commander":http://de.wikipedia.org/wiki/Midnight_Commander für Dateimanagement: _emerge mc_. * "mpg123":http://www.mpg123.de/ als MP3-Player für die Konsole: _emerge mpg123_. * "vlc":http://www.videolan.org/vlc/ für Streams, Video und sonstigen Bedarf an Tönen und Bewegtbildern. Damit der auch etwas Abspielen kann, muss vlc per USE-Flags auf alle denkbaren Formate vorbereitet werden: _USE="aac altivec dvd flac id3tag matroska mmx mp3 mpeg ogg skins stream theora vorbis win32codecs x264" emerge vlc_. Stundenlange Kompilierung folgt. * Als kleines Gadget für die Anzeige des Batteriestands, CPU-Auslastung etc., "gkrellm":http://members.dslextreme.com/users/billw/gkrellm/gkrellm.html: _emerge gkrellm gkrellm-themes gkrellm-pmu_. * "Psi":http://psi-im.org/ für Jabber: _emerge psi_. h5. Problemzonen Wie sich das für ein ordentliches Frickel-Linux gehört, funktioniert natürlich außer den Basisfunktionen nichts »einfach so«. *Trackpad und die drei Maustasten* Das Trackpad hat natürlich keine rechte Taste, und die Sache mit »Ctrl-Klick« ist eine Funktion von Mac OS X, nicht der Hardware. "In den weiten des Webs":http://www.ncc.up.pt/~rvr/kh/kh.html findet sich ein Würgaround, nämlich das Legen von Maustaste 3 und 2 auf die Funktionstasten F11 und F12, dazu schreibt man in /etc/sysctl.conf an das Ende:
	dev/mac_hid/mouse_button2_keycode=87
	dev/mac_hid/mouse_button3_keycode=88
	dev/mac_hid/mouse_button_emulation=1
*Sonderzeichen auf der Tastatur* Die Powerbook-Tastatur wird nicht vernünftig unterstützt, also muss man sich eine Datei ins Home-Verzeichnis legen unter dem Namen _.Xmodmap_. Da Alt unter Linux als Meta-Key benötigt wird, und die Apfel-Taste beschäftigungslos ist, und eine unterschiedliche Tastaturbelegung auf unterschiedlichen Systemen die geistige Flexibilität bis ins hohe Alter erhält, habe ich die Sonderzeichen wie »[]|{}@« auf die Apfel-Taste umgelegt, die _.Xmodmap_:
	keycode 13 = 4 dollar dead_tilde
	keycode 14 = 5 percent bracketleft
	keycode 15 = 6 ampersand bracketright
	keycode 16 = 7 slash bar
	keycode 17 = 8 parenleft braceleft
	keycode 18 = 9 parenright braceright
	keycode 20 = ssharp question backslash
	keycode  94 = less greater bar
	keycode 115 = Mode_switch
	keycode 46 = l L at 
	keycode 57 = n N dead_tilde 
Je nach verwendetem Window-Manager wird die .Xmodmap evtl. nicht gelesen, dann muss man mit einem _xmodmap ~/.Xmodmap_ in einem Terminal nachhelfen. *Hässliche Schriften* Die Standardschriften im Browser sind einfach unbeschreiblich abscheulich. Mit den "Informationen aus dem Gentoo-Wiki":http://en.gentoo-wiki.com/wiki/X.Org/Fonts kann man Abhilfe schaffen. Ein _emerge world_, wie dort empfohlen wird, habe ich aber nicht ausgeführt, denn das hätte zu einem tagelangen Rekompilieren des gesamten Systems geführt. *Sound* Töne möchte man auch gerne hören. Ist aber nicht so einfach, natürlich. In der Kernel-Config »ALSA« (Advanced Linux...) aktivieren, PowerPC-Sound-Devices in den Kernel einbauen und »Apple Onboard Audio Driver« als Modul erstellen. Drauf achten, dass das Modul snd_powermac durch einen Eintrag in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 beim Systemstart geladen wird. Alsa-Mixer mit emerge installieren und schauen, dass der Ton nicht stumm geschaltet ist, was er als Standardeinstellung aus welchem Grund auch immer stets ist… *WLAN* Eine einzige Katastrophe, offensichtlich gibt es hier seit 2003 nur marginalen Fortschritt zu verzeichnen. Das "PowerPC-FAQ von Gentoo gibt nur eine marginale Hilfestellung":http://www.gentoo.org/doc/en/gentoo-ppc-faq.xml#airportextreme, man muss dann "hier im Forum weiterlesen":http://forums.gentoo.org/viewtopic-t-409194.html und "mit obskuren Tools mit Firmware rummachen":http://linuxwireless.org/en/users/Drivers/b43?action=show&redirect=en%2Fusers%2FDrivers%2Fbcm43xx und dann die systemunabhängigen Ratschläge "im Handbuch beachten":http://www.gentoo.org/doc/en/handbook/handbook-ppc.xml?part=4&chap=4. Das hat dann irgendwie tatsächlich funktioniert. Und Hände weg von grafischen Tools wie NetworkManager, der stundenlang kompiliert, um dann die Einstellungen des obskuren »WPA-Supplicant« zu zerstören. Oder gar »wicd«, der für überhaupt keine Konnektivität mehr sorgt, sondern mit D-BUS-Fehlern glänzt. Man arbeitet lieber mit _iwlist wlan0 scanning_ im Terminal, das funktioniert besser und zerstört nichts. *Epic FAIL* Was überhaupt nicht funktioniert: Der »Sleep-Modus«, _hibernate_ und Co. führten nur zum Einfrieren des Rechners. Ärgerlich, aber verkraftbar, da der Rechner mit Gentoo innerhalb eineinhalb Minuten hoch- bzw. runter fährt. Und es gelang mir nicht, das USB-Kernel-Geschlonz samt gphoto davon zu überzeugen, Bilder von meiner Powershot G5 herunter zu laden. Und es gibt kein Flash und kein AIR, da Adobe nichts für Linux auf PowerPC anbietet, das sind die Freuden proprietärer Pseudo-Standards. Und auch keinen brauchbaren Twitter-Client, da ohne Gnome, KDE und Adobe-AIR einfach nichts Brauchbares im Gentoo-Angebot steckt. h5. xfce Da mir fluxbox doch zu minimalistisch erschien, habe ich mir zum guten Schluss noch die Pakete des Window-Managers "xfce":http://www.xfce.org/ besorgt: _emerge xfce4 xfce4-mixer_. Dessen Kompilierung dauert dann auch »ein wenig«, ist aber problemlos. xfce ist resourcenschonend, aber trotzdem in Verhalten und Optik einem richtigen Computer ähnlich und sieht auch leidlich hübsch aus: flickr-Bild: Gentoo with xfce on a Powerbook G4 h5. Praxiseinsatz Diese Woche war das kleine Powerbook dann unterwegs im Einsatz. Hat gut funktioniert, das episch kompilierte Gentoo läuft rasend schnell und ist auch beim Offenhalten eines Firefox mit 10 Tabs sehr genügsam, im typischen Einsatz benötigt es nicht mehr als etwa 300 MB RAM. Und das grausame WLAN-Gefrickel buchte sich tatsächlich automatisch in die verfügbaren Hotspots ein, einem technischen Wunder gleich. h5. Fazit Eigentlich ist der Einsatz von Gentoo grotesk, jede Installation kann den Rechner für Stunden beschäftigen, vieles was selbstverständlich funktionieren müsste, erfordert ewige Frickeleien. Ohne meine 14 Jahre Linux-Erfahrung und dem reichhaltigen Refugium Google wäre ich daran grandios gescheitert. Der Frickelfaktor beim Einsatz von Linux auf einem Notebook ist auch 15 Jahre nach Erscheinen des Linux-Kernels 1.0 unverändert hoch, zumindest mit Gentoo und einem Powerbook. Auf der »Haben-Seite« steht ein flottes System mit einer Grundausstattung für den elementaren Bedarf, ein »Eigenbau-Netbook«, dass dem kleinen Powerbook neues Leben einhaucht.

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