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Arbeitswelt 2.0, oder: Der Dot-Com-Tod ist wieder da!

"!http://www.uninformation.org/images/Bundesarchiv_Bild_183-21358-0003.jpg!":http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-21358-0003,_VEB_Berliner_Glühlampenwerk,_Abteilung_Allgebrauchslamp.jpg Die Älteren unter den drei LeserInnen dieses kleinen Blogs werden sich noch an die so genannte »Dot-Com-Tod-Phase« zu Beginn des Jahrtausend erinnern. Nun, in den Zeiten der ökonomischen Rezession, fallen zwischen den kippenden Dominosteinen des Banken- und Autokonzernmonopolys auch Arbeitsplätze in »coolen Internetunternehmen« vom Spielbrett, und die »coolen Internetunternehmen« zeigen ihre hässlichen Seiten. So zum Beispiel Yahoo bei "der selbst für Ami-Unternehmen besonders stillosen Entlassung des bei flickr für »The Commons« zuständigen George Oates":http://george08.blogspot.com/2008/12/not-quite-what-i-had-in-mind.html (siehe auch "»The Tragedy Of The Commons«":http://adactio.com/journal/1534). Derartiges Verhalten scheint bei Yahoo! "wohl auch kein Einzelfall":http://www.techcrunch.com/2008/12/17/screw-you-yahoo/ zu sein, unangenehmer Laden. "!http://farm2.static.flickr.com/1026/995181917_36f6eefd0b_d.jpg!":http://www.flickr.com/photos/jyri/995181917/ Wie gesagt, das hatten wir ja alles schon einmal. Ende des letzten Jahrtausends kamen sie, die ein Geschäft witterten, an, zu jedem der »Internet« sagen konnte: »Arbeite für uns, hey, hier, coole Internet-Projekte, und hey, das ist »New Economy«, wir haben nicht mehr die alten Hierarchien und Grenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wir arbeiten alle als große Familie an coolen Sachen und sind alle Freunde«. Bis etwa 2000 und 2001, dann gab es reihenweise die »Du hast 5 Minuten, Deinen Schreibtisch auszuräumen«-Shows zu bewundern, die »Freundschaft« war beendet. In der Web-2.0-Blase wiederholt sich das. Die Arbeitswelt sieht nicht mehr so aus wie auf dem Bild ganz oben. Heute gibt es coole Büros (Bild nicht ganz oben), Sitzsäcke, 'nen Mac auf dem Schreibtisch, und auch 'ne Wii für die Pause. Und wieder sind wir eine große Familie die coole Internetprojekte baut. Bis zu dem Zeitpunkt, wo das Geld ausgeht, dann unterscheiden sich die Arbeitswelten auf den beiden Bildern nicht mehr. Die Frage der Macht in Arbeitsverhältnissen ist unverändert und glasklar und hat sich seit der Industrialisierung nicht geändert. Das bedeutet: Auch wenn Ihr in coolen zwonulligen Startups oder sich zwonullig gebenden Alt-Unternehmen mit ja ach so flachen Hierarchien arbeitet - achtet auf klare vertragliche Regelungen des Arbeitsverhältnisses, macht Euch Eure Rechte als Arbeitnehmer bewusst. Zieht eine klare Grenze zwischen der abhängigen Arbeit und dem »Rest des Lebens«, auch wenn die Arbeit Spaß macht. Gründet vielleicht ab einer bestimmten Größe des Unternehmens Betriebsräte - ja, ist so gar nicht neu, bunt, cool und zwonullig und scheinbar ja so total altmodisch. Aber es kann der Tag kommen, wo man froh sein könnte über solche ach so altmodischen Sachen. Glaubt es einfach einem alten Mann ;), der so manches ruhmlose Ende einer »coolen« Internet- oder IT-Unternehmung und die damit einhergehenden Verwerfungen miterlebt hat. [Bilder: "Bundesarchiv":http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-21358-0003,_VEB_Berliner_Glühlampenwerk,_Abteilung_Allgebrauchslamp.jpg und "jiry@flickr":http://www.flickr.com/photos/jyri/995181917/.] Und passend zum Comeback des digitalen ökonomischen Sensemanns ist auch "DotComTod 2.0":http://www.dotcomtod.com/ da. ;)

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