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Ryszard Kapuściński

!http://www.uninformation.org/images/422px-Ryszard_Kapuscinski.jpg! (Bild: "Wikimedia Commons":http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Ryszard_Kapuscinski.jpg) bq. »Wir werden gerade Zeugen eines machtvollen Versuchs des großen Kapitals, der großen Mediennetzwerke, einen neuen Mythos zu schaffen: Es ist die Utopie einer Revolution durch die neuen elektronischen Kommunikationsmittel. Ihr Inhalt ist der Glaube, mit den neuen technischen Mitteln die sozialen Probleme der Menschheit lösen zu können. Und weil es so einen starken Druck und so viele Mittel der Manipulation gibt, glauben das auch viele Menschen.« (Interview mit der Frankfurter Rundschau, 2. September 2000, "höchst indirekt zitiert.":http://fsub.schule.de/bildung/itbildung/selbstbetrug.htm#Anfang) Der "große Reporter Ryszard Kapuściński ist verstorben":http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,461773,00.html. Einer der wenigen, der sich auf eigene Faust aufmachte, die so genannten Brennpunkte der Welt und die »vergessenen« Orte zu besuchen und darüber zu schreiben. Kapuścińskis Reportagen waren eine ganz eigene Mischung aus Reportage und literarischem Reisebericht, mit vielerlei gedanklichen Ausflügen in geistesgeschichtliche Hintergründe und philosophische Betrachtungen. Im heutigen Zeitalter des »eingebetteten« und des mittels Agenturen aus zweiter Hand im sicheren und warmen Redaktionsbüro »berichtenden« Häppchen-Journalismus wirken seine Reportagen auf eine schöne Art anachronistisch. Kapuścińskis Wissen und Erlebnisse ließen ihn eine kritische Haltung gegenüber den Heilsversprechungen einer Moderne einnehmen, die mit »Fortschritt« für jedes Problem eine Lösung haben will ("Zitat aus Lettre International":http://www.lettre.de/archiv/42_kapuscinski.html): bq. »Wissen Sie, was den Analphabetismus in Afrika verursacht? Es ist der Mangel an Stiften. Es gibt Schulen. Aber die Menschen haben keine Stifte. Wenn ich in Afrika durch entlegene Gegenden kam, wurde ich bei meiner Ankunft in einem Dorf häufig von Kindern umringt. Sie bettelten nicht um Essen, auch wenn sie hungrig waren, oder um Geld. Sie wollten meinen Kugelschreiber, damit sie in der Schule schreiben konnten. Vor ein paar Jahren wurden am MIT und in Paris große Pläne gewälzt, Computer nach Afrika zu bringen, um im Informationszeitalter die Kluft zwischen den Besitzenden und den Besitzlosen schließen zu helfen. Aus den Plänen wurde nichts. Aber die Chinesen sind mit Stiften gekommen. Stifte, die drei oder fünf Cents kosten.« Und Kapuściński war ein kritischer Beobachter der industriellen Medienproduktion unserer Zeit: bq. »Jede Auswahl der Information ist Zensur. Sie kann autoritär und administrativ sein, wie in der alten Sowjetunion oder im China von heute. Oder sie kann daherkommen als Konsequenz der Entscheidungen von Verbrauchern und Produzenten, die sich dem Massengeschmack anbiedern.« Verfügbare Texte von Ryszard Kapuściński: * "Le Monde Diplomatique: »Das organisierte Böse«":http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Ryszard_Kapuscinski.jpg * "Lettre Internation: »Der lange Marsch der Geschichte«":http://www.lettre.de/archiv/42_kapuscinski.html * "Die Welt: »Fremde und wir«":http://www.welt.de/data/2005/11/12/801962.html?prx=1 Interviews: * "NZZ Folio: »Das erste Mal -- Was suchen Sie, Ryszard Kapuscinski?«":http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/b46cc217-63e2-4bb8-b135-a089edb4e453.aspx * "misik.at: »Mangel an Respekt macht zornig«":http://www.misik.at/die-grossen-interviews/mangel-an-respekt-macht-zornig.php Artikel: * "Wikipedia: Ryszard Kapuściński":http://de.wikipedia.org/wiki/Ryszard_Kapuściński Empfehlenswerte Bücher, selbst gelesen, eine spannende Lektüre, auch wenn die philosophischen Ausflüge manchmal ein wenig kostruiert wirken: * »Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies. Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren.« * »Die Welt im Notizbuch.« * »Der Fußballkrieg. Berichte aus der Dritten Welt.«

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