25 Jahre Debian

25 Years of Debian, from bits.debian.org

Heute vor 25 Jahren verkündete Ian Murdock in der Newsgroup comp.os.linux.development:

»This is just to announce the imminent completion of a brand-new Linux release, which I'm calling the Debian Linux Release.«

Murdock, der 2015 verstarb, benannte seine neue Linux-Distribution mit einem Kunstwort aus dem Vornamen seiner Freundin Debra und seinem eigenen, Ian.

Das offizielle debian-Blog schreibt zum Jubiläum:

»When the late Ian Murdock announced 25 years ago in comp.os.linux.development, "the imminent completion of a brand-new Linux release, […] the Debian Linux Release", nobody would have expected the "Debian Linux Release" to become what's nowadays known as the Debian Project, one of the largest and most influential free software projects.«

So sieht es aus, aus einer alternativen Linux-Distribution wurde die Standard-Distribution. Auch der Server, den Sie gerade anschauen, läuft unter Debian. Im Laufe der Jahre wurde Debian legendär für seine Zuverlässigkeit und Stabilität, was es zum De-facto-Standard für Webserver und andere Systeme mit hohen diesbezüglichen Anforderungen machte.

Der Nachteil: Die in einem Debian-Release enthaltene Software wird, wenn sie einmal draußen ist, nicht mehr aktualisiert, sondern nur noch Sicherheitsupdates eingespielt. Und es gibt keinen festen Release-Zirkel, eine Debian-Version ist fertig, wenn sie fertig ist.

Deswegen entstanden im Laufe der Jahre verschiedene mehr oder weniger langlebige Derivate auf Basis von Debian, das berühmteste und erfolgreichste davon ist sicherlich Ubuntu.

In Zeiten gehypeter Drei-Mann-Linux-Ubuntu-Derivat-Distributionen (»Schnuppi-Linux, wie Ubuntu, aber mit einem KDE mit grünen Icons statt Gnome als Default-Umgebung«), die nur entwickelt werden, um die Desktop-Umgebung zu wechseln (was jedes Linux sowieso problemlos kann) und nach dem Hype sang- und klanglos verschwinden, war und ist Debian eine bewährte Größe.

Glückwunsch Debian, auf die nächsten 25 Jahre!

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Digitale Teilhabe und statische Seiten

Armin Hanisch hat zwei schöne »Weblog-Meta-Longreads« gebloggt (via Schockwellenreiter):

In »WordPress, Hugo & Digitale Teilhabe« wird anlässlich der »DSGVO-Blog-Abschaltwelle« der Bogen gespannt von den Anfängen der Bloggerei, der Weltherrschaft von Wordpress, den aktuellen Trends zu statischen Blogging-Systemen wie Jekyll, Hugo, Hexo, Gatsby und Co. bis hin zum Anspruch, seine Inhalte nicht in irgendeiner Plattform zu versenken, sondern unter eigener Domain und eigener Kontrolle zu halten.

Soweit so gut und lesenswert, doch IMHO geht es dabei inhaltlich ein wenig durcheinander. Ich kontrolliere meine Inhalte selbstverständlich auch dann, wenn ich auf meinem Server oder Webspace ein Wordpress installiere. In der Hinsicht unterscheidet sich das nicht von statisch generierten Webseiten, natürlich muss ich dann für die Daten auf dem Server eine Backup-Strategie haben. So wie ich das auch für mein Verzeichnis mit Markdown-Dateien auf meinem Computer daheim haben muss.

Und am Ende heißt es, als statische Generatoren als einfachere Alternative zu Wordpress und Co. vorgeschlagen werden:

»Der überwiegende Teil alle der Auftritte, die im Zuge der DSGVO panikartig abgeschaltet wurden, ging deshalb vom Netz, weil die Betreiber schlichtweg keine Ahnung hatten, was da alles passiert.«

Nach meiner Erfahrung wird aber jemand, der durch ein doch relativ übersichtliches (sofern man es bei Themes und Plugins nicht übertreibt) System wie Wordpress nicht durchblickt, mit statischen Generatoren auch nicht glücklich werden. Ohne Kommandozeile kommt man praktisch nicht aus, man muss die benötigten Komponenten installieren (je nach System mit Ruby und RubyGems oder man begibt sich gar in die selbst unter Entwicklerinnen und Entwicklern verhasste »npm-Hölle«) und sich ein Deployment (Übertragen der fertig gerenderten Website zum Hoster oder Server) überlegen. Nicht umsonst war die erste »Catchline« der ersten Jekyll-Versionen damals »Blogging for Hackers«…

In »Warum Markdown« liefert Armin Hanisch dann noch eine schöne Einführung in Markdown. Früher war ich eigentlich eher der Typ für Textile, aber es ist wie mit VHS vs Beta oder Windows vs Mac: Das bessere System hat verloren und man gewöhnt sich auch an Markdown…

Grundsätzlich finde ich es natürlich hervorragend, dass durch DSGVO, die »Datenkonzerne« und dem modischen Trend zu statischen Generatoren das Bloggen auf dem eigenen digitalen Grundstück wieder einen zarten Aufschwung nimmt. Weiter so!

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Sie kommen alle wieder!

Wenigstens ein paar Konstanten gibt es in diesen unsteten Zeiten: Viele der »alten« Blogger von »damals« (als wir noch eine »Blogosphäre« hatten) sind noch da oder kommen wieder. So auch Konstantin, dessen Bloggerabschied nicht allzu lange andauerte. Und das auch noch hypermodern mit Hugo, einem rasend schnellen Generator für statische Seiten (via Schockwellenreiter, auch so ein »Alt-Blogger«…).

Hugo habe ich mir auch schon mal angeschaut. Das Ding ist in Go geschrieben und wirklich rasend schnell. Letztendlich bin ich bei Jekyll geblieben, weil Ruby halt »meine« Programmiersprache ist und ich mir, wenn ich ein Feature für die Blogs brauche, stets mit einem kleinen Plugin zu helfen weiß. Was in Hugo deutlich komplizierter ist.

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