Die Ersten beißen die Hunde…

Mit dem Alter kommt bei uns allen die Weisheit. So schreibt Justin Mayer in »Don’t Pay the Early Adopter Tax«:

»I used to be an early adopter. I have always loved technological advancements in computing, and I was usually one of the first to adopt the latest hardware and software. But being an early adopter has had a terribly high cost. Not a fiscal cost (although that also often applies), but expensive in terms of time and frustration.«

Völlig richtig. Wenn eine neue iOS-Version rauskommt, erst einmal alle installieren lassen und sich auf Twitter über die teuren Bilderrahmen (sie zeigen nur noch einen weißen Apfel auf schwarzem Grund…) amüsieren. Gilt auch für Linux-Versionen und Upgrades von bei der Programmierarbeit benutzten Frameworks und Libraries…

macos ios osx

Doch nicht…

»Firefox benutzen?« Eher nicht. Mozilla hat sich ein hausgemachtes Code-Signierungs-Durcheinander geschaffen und fiel dem zum Opfer: »Firefox: Erweiterungen wurden automatisch deaktiviert« (Caschys Blog) Und dabei war das »Amazon-Ads-Desaster« gerade erst vergessen. »Wir retten das Internet vor dem Monopol«-Ideologie alleine wird die Leute da draußen an den Rechnern nicht zum Umstieg bewegen, wenn das Produkt einfach die schlechtere Wahl ist…

firefox browser

Amtliche Bekanntmachung

miszellen

Ostrich reads newspaper of caretaker, Nationaal Archief, Wikimedia Commons

In meinem »Blog-Imperium« gibt es ein paar Neuigkeiten:

Das kürzlich eröffnete Unterblog »nil?« für Developer-Dinge ist auf eine eigene Domain umgezogen:

old-school.dev

Warum und wieso wird ebd. erläutert.

Außerdem bekamen sowohl dieses Blog als auch nil? ein kleines »Realignment« verpasst und sehen nun ein wenig »aufgeräumter« und dezent verändert aus.

Die Dame des Hauses gab zu Bedenken, dass es bei gewissen Themen ja wohl eine höchst mangelnde Trennschärfe zwischen diesem Blog, dem Uninformat, und dem Devblog nil? gäbe. Stimmt, deshalb gibt es nun einen gemeinsamen Feed, der Artikel aus beiden Blogs aggregiert: https://uninform.at/alles.rss.

Weitere Neuheiten sind »in der Pipeline«. Raus aus den Datensilos!

[Bild: Ostrich reads newspaper of caretaker von Nationaal Archief, keine bekannte Urheberrechtsbeschränkung]

Firefox benutzen?

firefox browser chrome

Filip Borkiewicz schreibt in »It is your moral obligation to use Firefox«, bezugnehmend auf das sich gar nicht mehr so schleichend etablierende Monopol der auf Googles Chromium basierenden Browser und was wir dagegen tun können:

»Right now the only solution I can see is trying to even out the scales and switching back to Firefox, if you haven't already done so. Firefox is a modern browser and its performance has been drastically improved with recent updates. If you want to try to retain balance - try using it again.«

Das versuche ich immer mal wieder, trotz eines schon traditionell angespannten Verhältnisses mit der Mac-Version des Stöberers aus dem Hause Mozilla. Die große Comeback-Version »Quantum« kam mit dem Versprechen: »It’s fast. Really fast.« Aber Chrome »is faster«, und gefällt alles in allem einfach besser…

Das Problem ist natürlich da (siehe auch »Browsers« von Jeremy Keith). Auch Microsoft stampfte seine eigene Browser-Engine ein und setzt nun unter der Haube auf Chromium. Safari benutzt WebKit, Googles Chromium-Engine Blink ist ein Fork davon. Opera ist heutzutage eine chinesische Firma und setzt ebenfalls auf Blink. Somit ist Firefox der letzte Browser, der nicht auf WebKit/Blink basiert. Aber wenn ihn niemand benutzt, dann wird es ihn irgendwann auch nicht mehr geben…

Also doch: »It is your moral obligation to use Firefox«

Wikipedia hat geschlossen!

netzpolitik wikipedia

Screenshot: Wikipedia am 21.3.2019

Die Wikipedia hat aus Protest gegen die Uploadfilter in der EU-Urheberrechtsreform erstmals in ihrer Geschichte für 24 Stunden geschlossen: »24 Stunden ohne Freies Wissen: Warum die Wikipedia-Freiwilligen protestieren«. Und Wikipedia wäre nicht Wikipedia, wenn darüber nicht gleich mal in den Kommentaren ordentlich gestritten würde. ;-)

Zur Sache »Uploadfilter« selbst: Auf savetheinternet.info gibt es Informationen, worum es geht. Und was man vor der Abstimmung im EU-Parlament noch tun kann: Nämlich eine Petition zeichnen, sich an eine »Volksvertreterin« oder einen »Volksvertreter« wenden und/oder am kommenden Samstag (23. März 2019) an einer der zahlreichen Demos teilnehmen. Ob es hilft, werden wir dann am 25. März sehen…