Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

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Tumblen beim P.K.K.

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Nach der Erkenntnis, auf halbgare Rails-Skripte zu verzichten, wurde der Editor angeworfen und ein Tumblelog mit SQLite und good old PHP geschrieben. Ich wollte sowieso schon immer mal SQLite mal in einer real world application testen. Und es wurden gleich zwei Damen mit Hang zum Tumblen dienstverpflichtet, und das Resultat, meine Damen und Herren: P.K.K. – Purzel-Kollektiv Kübelreiter.

Und übrigens, Herrschaften: Wenn man sich berühmte Tumblelogs anschaut kann man nicht ernsthaft behaupten, ein Tumblelog wäre eine Linkspalte im Weblog. Wir müssen schon ernsthaft distinguieren in der Weblog-Wissenschaft, sonst wird das nix mit der zwölfbändigen »Kleinen Weblogkunde«… ;-)

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Purzeln auf Schienen: ozimodo

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Von »Tumblelogs« hatte ich es kürzlich schon einmal. Es sind komische Zeiten, diese Zeiten. Bloggen driftet in eine merkwürdige Richtung ab. Mehr so in Richtung »Wannabee-Popliteratur«. Oder ermüdend penetrantes »Watchbloggen« von Publikationen, die den ganzen Aufwand eigentlich nicht wert sind. Tumblelogs sind dagegen »old school«, reduzieren bloggen auf das, was es mal war, und was es auch sein soll. Gefällt mir!

Der Tumbletrend kommt aus der Ruby-Ecke. Chris’ Anarchaia, das Ur-Tumblelog, läuft mit einer selbst gestrickten Ruby-Lösung namens Nukumi2. Der Projectionist wird von Geeks aus der RubyOnRails-Ecke betrieben. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es die erste Tumblelog-Software in Rails geben musste, et voilà: »ozimodo – a rails tumbleloggin’ engine«. Wurde ausprobiert und für sehr kühl befunden! So ein reduziertes Bloggen mit so einem kleinen hübschen Tool macht richtig Spaß. Vielversprechend! Und der Vorteil von einem Framework wie Rails: Man findet sich, wenn man Rails kennt, sofort zurecht, wenn man selber drin hacken will. Das kann man wahrhaftig nicht von jedem Blog-System behaupten.

Also, auf geht’s: Rails installieren, Ozimodo starten, und »tumblen« was das Zeug hält! ;-)

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Parteitagsbloggen geht doch: Im Küchenkabinett!

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Das Jahr 2005 mit seiner unerwarteten Bundestagswahl-Bescherung bescherte uns bekanntlich auch das neue Weblog-Genre Parteitagsbloggen. Die ersten Versuche während des Wahlkampfes haben mich nicht vom Hocker gerissen, das »Klein-Fritzchen der Blogger besucht die große Welt der Parteitage und bloggt staunend seine Beobachtungen«-Bloggen traf meinen Geschmack überhaupt nicht.

Um so positiver überrascht war ich dagegen vom Geblogge der Jungs vom Küchenkabinett (sowieso mein Lieblings-Politblog) vom SPD-Parteitag (schaut einfach selbst, neumodischen Kram wie Tags oder Kategorien, die man direkt verlinken könnte, gibt es da nicht ;-)) zu Beginn dieser Woche. Pointierte Beobachtungen und meinungsfreudige politische Einschätzungen statt zwanghaftes Aufsuchen und Bloggen lustiger Randbegebenheiten – so kann das eigentlich bereits abgeschriebene Parteitagsbloggen tatsächlich ein Gewinn sein. Gut gemacht, Jungs!

Apropos Jungs vom Küchenkabinett: Küchenkabinettinitiator TH befindet sich gerade im Krankenhaus, alles Gute, »alter Sack«.

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Von Purzelbäumen und hohen Auflösungen

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98 und ein Schlüssel Man bildet sich ein, so nach dreieinhalb Jahren Weblog-Rummacherei ein wenig Durchblick durch die Materie zu haben, aber man trifft immer wieder auf Entwicklungen und Begriffe, die komplett am Schlüsselloch des Aufmerksamkeitsfokus vorbei gerauscht sind. Wie z.B. der Begriff »Tumblelog«. Tumble bedeutet so viel wie »Purzelbaum«, und Chris Neukirchens »Anarchaia« gilt als das Ur-Tumblelog. Es heisst so, weil Bilder, Links, Chatlogs und Zitate wild über die Seite purzeln, ohne dass eine Unterscheidung in einzelne Einträge erkennbar ist. Ein weiteres Tumblelog ist der Projectionist, dessen Layout mir sehr gut gefällt, genau der Stil auf den ich gerade abfahre.
Nachtrag: Jason Kottke hatte es kürzlich auch von Tumblelogs.

Noch ein Nachtrag: Nach einem Moment des Nachdenkens, nach der Lektüre von Kottkes Artikel, komme ich zu dem Schluss, dass Tumblelogs der Weg zurück zu den Ursprüngen des Webloggens sind, gemäß der »klassischen Definition«: Links und kurze Kommentare. Aber vor allem Links. Ein Weblog ohne Links war kein Weblog. Hey, alte Zeiten kommen wieder.

Weitere aktuelle Zugänge auf meiner Leseliste:

Dirk Jesse, bekannt aus Funk, Film und Fernsehen für sein legendäres Fotoblog Staring at the sun, hat mit High Resolution ein neues Weblog eröffnet: »Es geht also um digitale Fotografie, um den digitalen Workflow, den ein jedes Foto vom ersten Motivgedanken über die Kamera, den Rechner und schließlich ins Internet oder auf Fotopapier durchläuft. […] Fotos werden gemacht, um sie zu zeigen. Daher wird auch das Thema Webdesign hier mit angerissen werden. Keine exzessiven Exkurse in die Theorie […], dafür hin und wieder Hinweise zu praktischen und optisch ansprechenden Lösungen.«

Ein Blog-Urgestein aus Wiesbaden meldet sich zurück! Unter dem Motto »Das Leben geht weiter, Weblogs auch« möchte Sven Przepiorka aka Tzwaen wieder regelmäßig Bloggen. 1-2-3, bloggen! ;-)

Und, one more thing, als Business-Blogger muss man stets die Zahlen im Auge haben. Dieses unscheinbare kleine Fußball- und Internet-Weblog hier auf Eurem Schirm ist 93.713,64 Dollar wert (via 79.600-Dollar-Sonderangebot-Blogger Alp ;-)). Nun ja, es fällt mir ja durchaus schwer, aber ich bin bereit für Übernahmeverhandlungen…

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Bloggen mit Zeichen: sadlittlewebjournal

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Weblogsoftware. Ja, letztendlich nutzen wir alle die großen Brummer unter den Weblog-Softwarepaketen, die sich alle ähnlich sind, mit den vielen komfortablen Funktionen, mit Glocken und Pfeifen. Aber es gibt auch die Exoten, die einen ganz anderen Ansatz verfolgen (vgl. z.B. Nanoblogger). Eines davon: sadlittlewebjournal.
Dabei handelt es sich um ein Bündel von Perl-Skripten, das mit MySQL oder Postgresql zusammen werkeln mag. Das Besondere: Die Oberfläche wird ausschließlich aus ASCII-Zeichen aufgebaut. Oben links baut man ein Stück ASCII-Art für den individuellen Touch ein, oben rechts rotieren Zitate oder blöde Sprüche, die man über das Backend eingebaut hat. Kurze Nachrichten, ein Weblog/Journal, statische Seiten für längere Beiträge, eine Bilder-Galerie: alles drin! Ich habe mal eine Testsite gebaut, und ich muss sagen, es macht wirklich Spaß, mit sadlittlewebjournal zu spielen. Und wo gibt es schon ein Weblog, dass in einem grafischen Browser (siehe Bild oben) fast genauso aussieht wie im Terminalbrowser lynx (s.u.)? ;-) sadlittlewebjournal steht unter der GPL, benötigt, wie gesagt, MySQL oder Postgresql, und einige Perl-Module, die man aber flott mit der CPAN-Shell installiert bekommt.

Fazit: Ein kühles Progrämmchen, ich suche nun händeringend nach einer sinnvollen Anwendung dafür. ;-)

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ZKM-Tagung: Weblogs, Podcasting & Videojournalismus

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Am kommenden Freitag und Samstag, den 23. und 24. September 05, veranstaltet das ZKM in Karlsruhe eine Veranstaltung mit dem wohlklingenden Titel »WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potentialen«. Referieren werden, neben Größen aus dem akademischen Umfeld, u.a. Don Alphonso und der in diesen Zeiten wohl unvermeidliche Spreeblick-Johnny.

Solch’ eine interessante Problematisiererei lasse ich mir normalerweise nicht entgehen, aber leider ruft am Freitag die Pflicht. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es noch ein Bloggertreffen in räumlicher Nähe des ZKM, da werde ich dann auch erscheinen.

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Frische Ware!

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In der Blogosphäre wurde frische Ware von altbewährten Fachkräften angeliefert, verehrte Zielgruppe! Normalerweise bin ich ja nicht der Blogosphären-Grüßaugust, aber heute muß das mal sein!

Da wäre zunächst einmal Marcus’ neues Blog »Noiseblog«. Worum geht es da? »Um was geht es hier? In erster Linie um Musik. Um gute Musik. Und was hier gute Musik ist, das bestimme ich!« Klare Ansage, jawoll! ;-) Das wird sicher lesenswert, da ich Marcus und seinen Musikgeschmack schon länger per Weblog kenne, wird es im Noiseblog um (vornehmlich britische) »Männer mit Gitarren« gehen. Und das ist gut, komisches Elektrogefiepse wird einem schließlich fast in jeder Ecke der Blogosphäre angetragen.

Gefährlich wird es hingegen im neuen Blog von Dee und Josh, die beiden ziehen als »Bedeutungsmafia« marodierend und schutzgelderpressend durch die Blogosphäre. Wurde auch Zeit, dass das mal jemand übernimmt! ;-)

Schöne Sachen, ich bin gespannt. Finde ich gut, neue Sachen von altbewährten Leuten zu lesen statt leise aufstöhnend bloggige Neuzugänge von Pseudopromis, Werbe- und Marketingstrategen, die jetzt auch bloggen, zur Kenntnis nehmen zu müssen …

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Wie wahr!

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smi anlässlich seines Comeback-Posts: »Nicht alles im Leben braucht ein Archiv.« Ich muß zugeben, dass mir im Rahmen meiner noch stets unauffällig voran gehenden Umbauarbeiten ähnliche Gedanken gekommen sind. Sogar verbunden mit der Idee eines Google-Suizids. Will ich stets gefunden werden mit Sachen, die ich irgendwann 2002 mal geschrieben habe, von schweigsamen Google-Besuchern? Nach Monaten eine E-Mail bekommen, dass mein Beitrag dem Black-Metal-Standort Deutschland schweren Schaden zufügt? Nö, eigentlich nicht. Der Gedanke an Löschen und Neuanfang hat schon einen gewissen Reiz …

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»Coined the term weblog, never made a dime.«

Weblogtalk

Wired-Autor Paul Boutin traf Internet-Legende Jorn Barger als Obdachlosen auf der Straße, ein Typ mit einer Google-Mütze und einem Pappschild mit der Aufschrift : »Coined the term ‘weblog,’ never made a dime.« Barger hatte mit Robot Wisdom eines der ersten Weblogs und gilt als der Erfinder eben jenes heute so berühmten Wortes Weblog, als Bezeichnung für logging the web, also das Festhalten der Dingen, die er beim Durchforsten des Webs fand.

Ein paar Links (hatten wir schon einmal, aber es gibt sicher noch genug so genannte Weblog-Experten, die nicht wissen wer Jorn Barger ist):

Barger erfand im Jahre 1994 auch das, unter veränderten Vorzeichen (Weblog statt Usenet), noch heute gültige Inverse Law of Usenet Bandwidth: »The more interesting your life becomes, the less you post… and vice versa.«

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