Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

weakerthans

Landungsbrücken raus

Musik

Auf geht’s nach Bonn! Männer mit Gitarren aus Norddeutschland geben sich die Ehre, das Line-Up lässt dem Eingeweihten das Wasser im Munde zusammen laufen. Und die leibhaftigen Weakerthans geben sich die Ehre, Ihr wisst schon, »… als die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang…«

Update: Großartig war’s! Nur dass man am Eingang die Kamera abgeben musste, weil ein großer Eiweißklotz (diese Security-Typen sollte man lieber nicht zur Doping-Probe schicken, dagegen ist Floyd Landis garantiert »clean«) am Eingang das so will, und sie, die Kamera, halt groß und mächtig ist, war ungut. Deshalb auch fast den ganzen Auftritt von Felix Gebhardt alias Home Of The Lame verpasst. Das mit der Kamera hat mich auch während Pale (Daumen nach unten, der Sänger arbeitet wohl an einem Bewerbungsvideo für die Guano Apes mit seinem ständigen infantilen Gehampel) noch geärgert.
Dann kamen aber Olli Schulz und der Hund Marie, und an Kamera habe ich gar nicht mehr gedacht. Nur Olli Schulz bringt eine Menschenmenge dazu, sich freiwillig in den Staub zu knien. Großartiger Bursche. Demnächst kommt übrigens ‘ne Platte vom Hund Marie aka Max-Martin Schröder. Und im November ein neues Album von Olli Schulz.
Dann die Weakerthans, ihren gefälligen Weisen lauschte ich aus der Ferne, wir mussten uns etwas entspannt niederlassen und ein wenig Nahrung zu uns nehmen. Denn Kettcar und Tomte, die danach kamen, verlangen auch dem Publikum alles ab.
Das lakonische Rocken von Kettcar, optisch wie altgewordene Physikstudenten wirkend, ihre Texte voller Seele unter eine Fassade der Kryptik verborgen, reißen immer wieder auf’s Neue mit, auch nach nur einer Woche Pause.
Und dann Tomte. Thees an der Weinflasche nuckelnd, große wirre Reden haltend, um sich dann ob der zweifelnd schauenden Mitmenschen auf und vor der Bühne lieber die Gitarre zu greifen und ein großartiges Stück zu spielen.
Schönes Festival, und wie immer bei Konzerten mit Bands der Indie-Männer-mit-Gitarren-Fraktion, eine entspannte, friedliche proletenfreie Atmosphäre. Wie pflegt Marcus Wiebusch immer zu sagen: »I will remember!«

Update 2: Auch den Bonnern hat es gefallen.

ghvc weakerthans bonn tomte kettcar ollischulz