Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

osx

Zeigt her eure Mac-Apps...

Mac

Immer wieder beliebt: Sachen zeigen im Web. Manche Leute zeigen ihre Sachen in Flickr, Mac-Nerds eher in Ihrem Blog. Ich beschränke mich auf Letzteres… ;-)

»Todos« ist nicht etwa ein weiteres GTD-Tool für den mac, sondern ein kleines Open-Source-Programm für Mac OS X, was ein Fenster mit allen Symbolen von installierten Programmen erzeugt, die es finden kann (via The Apple Blog). Im Vergleich zu den anderen Screenshots bin ich eigentlich harmlos, die ersten Reihen sind nur Werkzeuge des Systems und der Entwicklungstools. Was sicher daran liegt, dass kürzlich eine Neuinstallation fällig war.

mac osx todos

Luther, die Konzentration und der Blockwriter

Gtd Mac

Martin Luthers Schreibtisch Martin Luther übersetzte im Jahre 1521 in gerade einmal 11 Wochen das Neue Testament ins Deutsche. Das Bild zeigt das Zimmer auf der Wartburg, das sie uns Touris als jenes verkaufen, in dem Luther seine herkulische Fleißarbeit weiland vollbracht haben soll. Der Stuhl ist definitiv ein Fake, den hat im 19. Jahrhundert jemand da rein gestellt. Ist aber im Prinzip egal, denn betrachten wir Luthers Arbeitsplatz einmal unter dem GTD-Aspekt (wer hätte gedacht, dass der gute alte Luther am neuzeitlichem »whatsonyourdesk«-Mem teilnimmt), so finden wir hier eine ideale Arbeitsumgebung: Eine klar definierte Aufgabe, keine ablenkenden Gadgets, dank der praktischen Reichsacht keine Veranlassung, in der Weltgeschichte rum zu reisen – kurz und gut: Der Mann wusste, was zu tun war, er konzentrierte sich auf seine Aufgabe und erledigte sie.

Das hätte er nicht geschafft, wenn er einen Computer benutzt hätte. Er hätte Tage darauf verwendet, die »Connectivity« auf der Wartburg einzurichten, hätte dann, sobald er online mit dem Reich verbunden gewesen wäre, während der Arbeit ständig Rückfragen per IM und/oder E-Mail von seinem Kumpel Melanchthon empfangen, hätte zwischendurch einmal bei reichsacht.de nachgeschaut, ob er immer noch die Nummer 1 auf der Liste ist, und hätte in Google nachgeschaut, ob schon einmal jemand ein Stück Neues Testament übersetzt und in seinem Blog drüber etwas geschrieben hat. Wie man es auch betrachtet: Luther hätte länger gebraucht. Sein Glück, dass es noch etwa 430 Jahre dauern sollte, bis es so etwas wie Computer geben würde…

Wir, die Notebook-Nomaden des 21. Jahrhunderts, deren Scriptorium die ganze Welt ist, die es mit schlauer Technik geschafft haben, fast überall mit alles und jedem verbunden zu sein, haben ein gewaltiges Problem: Wir verlieren die Fähigkeit zur Konzentration auf die eigene Aufgabe. Unsere Rechner können zwar eine Menge Dinge gleichzeitig machen, wir aber nicht.

Diese Beobachtung machte auch Khoi Vinh, Autor des famosen Weblogs »Subtraction«. In einem Artikel zu dieser Beobachtung propagiert er die gute alte mechanische Schreibmaschine als Ausweg aus diesem Dilemma. Aber, ganz Kind des 21. Jahrhundert, natürlich nicht als Hardware, sondern als Software. Er wünscht sich einen Editor, der den »Rest« des Rechners abklemmt, und der keine Editor-Funktionen mehr hat, sondern einfach nur den Text entgegennimmt, eben wie eine Schreibmaschine: Der »Blockwriter«. Also der etwas absurde Versuch, das durch Technik verursachte Problem durch Technik zu lösen, statt das eigentliche Problem anzugehen: Die mangelnde Fähigkeit zur Konzentration auf eine Aufgabe.

Erstaunlicherweise hat bisher noch kein Entwickler diese Idee aufgegriffen. Wenn man einmal die seltsame Idee der »Schreibmaschinen-Funktionalität« außen vor lässt, ist aber ein Gedanke gar nicht so verkehrt: Das Schreibprogramm so zu öffnen, dass man das andere Zeug auf dem Schirm des Multitasking-System nicht sieht, sondern wie in guten alten DOS-Zeiten, seinen Text (und nur seinen Text) vor sich hat. Auch unser aller GTD-Halbgott Merlin Mann hat sich darüber schon seine Gedanken gemacht und eine etwas hanebüchene Lösung vorgestellt. Auf dem Mac gibt es allerdings schon diverse Programme, die diese Funktionalität vernünftig anbieten (absteigend nach Preis sortiert ;-)):

WriteRoom ist das neueste Projekt dieser Art, zur Zeit noch frei erhältlich. Für Khoi Vinh geht der Ansatz von WriteRoom noch nicht weit genug, und er propagierte seine Idee mittlerweile sogar im britischen Guardian. Man darf gespannt sein, ob es die Software-Schreibmaschine jemals geben wird. Es ist eigentlich absurd, ein technisches Problem durch mehr Technik lösen zu wollen. Wenn wir etwas von Luther lernen können, dann das: Konzentration auf die Aufgabe hilft. Das neue Testament in 11 Wochen zu übersetzen. Oder einfach »den Job« geregelt zu bekommen…

gtd blockwriter luther konzentration mac osx

Mac-Voodoo: Zugriffsrechte reparieren

Mac

Als Mac-UserIn kennt man das: Spricht man mit einem anderen Mac-User über irgendein OS X-Problem, kommt die Sprache unweigerlich auf die Universal-Lösung für alle Mac-Probleme: »Zugriffsrechte reparieren«.

Als neuer Mac-User, Anno 2003, aber routinierter Linux-User seit 1994, hatte ich in meinem Inneren stets leise Zweifel an der Wirksamkeit dieser Universallösung. Es keimte der Verdacht, das »Zugriffsrechte reparieren« für den Mac-User das ist, was »Festplatte defragmentieren« für den Windows-User ist: Eine mythische Ersatzhandlung, welche längst von ihrem ursprünglichen Anwendungszweck befreit, nur noch ein Ritus ist, um die Geister des Computers gnädig zu stimmen. ;-)

Nun kodifiziert niemand geringeres als John Gruber »Zugriffsrechte reparieren« als religiöse Mac-User-Handlung: »Seriously, `Repair Permissions´ Is Voodoo«

Nachschlag von MacFixIt (via fscklog)

mac osx macosx

Bluetooth-Fernsteuerung für den Mac: Romeo

Mac

Wenn von Fernsteuerung per Bluetooth für Mac OS X die Rede ist, fällt meistens der Name Sailing Clicker. Eine weniger bekannte, freie Alternative dazu ist Romeo. Wenn man nur iTunes fernsteuern möchte, ab und an mal auf Geekveranstaltungen einen Vortrag mit Keynote halten oder auf der OS X-Oberfläche eingeblendet bekommen möchte, wer gerade anruft, wenn in der Tasche das Mobiltelefon klingelt, ist Romeo wahrscheinlich schon ausreichend. Und man kann es über fremde oder eigene Plugins auf simple Art und Weise erweitern, was für alle Applikationen und Aktionen funktioniert, die per AppleScript erreichbar sind (wobei sich die AppleScript-»Programmierung« auf, am Beispiel von Keynote demonstriert, »tell application “KeyNote” / activate / end tell« beschränkt) und für die es Tastaturkommandos gibt, die man dann in einem Dialog von »Romeo« zuordnen kann. Und es gibt eine Liste mit fertigen Plugins, wenn man keine Lust hat, sie sich selbst zusammen zu klicken.

Mit meinem T610 funktioniert Romeo ausgezeichnet, es hat eigentlich alles, was ich für meine bescheidenen Bluetooth-Anforderungen benötige.

romeo bluetooth mac osx

Reboot!

Mac

Nun ist es also soweit, ich mache es Andreas und Gerrit nach und installiere den lahmenden Tiger (wir berichteten in boulevardesk-reißerischer Wortwahl) neu. Während ich hier am Ubuntu-PC sitze, wird mein Powerbook neu installiert.

Der Tiger benahm sich immer schlimmer, das System fuhr nicht mehr sauber herunter, und beim Neustart dauerte es fast 15 Minuten bis ich den Login-Bildschirm sah. Untragbar. Okay, ich weiß, ich wiederhole mich, aber ein letztes Mal: Ich arbeite seit fast 20 Jahren mit Computern, dass ausgerechnet ein Mac der erste Rechner ist, der neu installiert werden muß, weil ein Update das System verhärmt hat, gibt 100 Minuspunkte für Apple. Das kam in meiner Computergeschichte nur einmal bisher vor, ein SuSE ging beim Update kaputt, aber es wurde dann komplett gelöscht und durch Debian ersetzt, seitdem habe ich kein SuSE-Linux mehr angerührt. Mal schauen, was wir mit Mac OS X machen. ;-)

Damit es objektive Fakten gibt, die belegen, ob das kleine putzige Powerbook nun tatsächlich schneller wird, habe ich vorher noch einen XBench unter Andreas-Bedingungen (statt Bluetooth war Airport eingeschaltet, sonst identisch) gemacht und den mehr als bescheidenen Wert von 77,26 erzielt. Wohlan, auf dass die Daten von Steves teurem Silberling auf der kleinen Magnetplatte mit den rotierenden Scheiben wohlgeordnet eintreffen!

mac osx tiger

Tipp: OS X-Terminal teilen

Mac

Man kennt das: Da steckt man im Terminal mitten in einer vim- oder mysql-Kommandozeilen-Session, und plötzlich fehlt eine Information, die vor noch nicht allzu langer Zeit durch den Schirm gescrollt ist. Oder man muß zwei wie auch immer geartete textuell vorliegende Informationen vergleichen. Dazu gibt es im Terminal von Mac OS X eine relativ unbekannte (ich weiß, Profis kennen so was natürlich ;-)) Möglichkeit. Man kann das Terminalfenster mit einem Klick auf das »Durchreiß-Symbol« teilen, wobei beide Fenster in einer Session weiterlaufen: Nun kann man im oberen Teil herumscrollen und Texte vergleichen, Dateinamen in die Zwischenablage usw. Ein Klick auf das nun nicht mehr zerrissene Quadrat vereint das Fenster wieder:

osx terminal