Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

microsoft

Und das Letzte was er las ...

Seltsames

… bevor sein Formel-1-Auto heftig in die Leitschiene einschlug, war:
»Allgemeine Schutzverletzung in Modul Lenkung…«

F1Total:

»Die FIA hat nach der heutigen Sitzung des World Councils in Paris bekannt gegeben, dass das amerikanische Softwareunternehmen ‘Microsoft’ den Zuschlag für die Herstellung einer einheitlichen Formel-1-Elektronik für alle Teams von 2008 bis 2010 bekommen hat.«

formel1 microsoft

Microsoft möchte »kooperierende Redaktionen«

Techkram

Eine gute Story hat das CIO-Weblog, denn ausgerechnet die Computerbild erklärt in einer Pressemeldung, dass sie, im Gegensatz zur c’t, auf das Hinzufügen einer Heft-CD mit der Beta von MS Office 2007 verzichten wolle, da Microsoft einen Vertrag mit, sagen wir, besonderen Bedingungen als Gegenleistung dafür erwarte (Zitat):

»Ein Kernpunkt der ‘Vertriebsvereinbarung’: Die Verlage stellen Microsoft einen Entwurf der geplanten Artikel zur ‘Prüfung und Stellungnahme’ zur Verfügung. Die Redaktionen sollen dann bei der Einbeziehung der empfohlenen Änderungen ‘kooperieren’. Damit sollen etwa ‘Inkorrektheiten in bezug auf die Produkte’ und eine ‘Herabsetzung von Microsoft und/oder jeglichen Produkten’ vermieden werden. Außerdem gibt Microsoft in einer ‘Anleitung für Verlage zu genehmigten Inhalten’ einige Textpassagen für die Heftveröffentlichung vor.
Der Vertrag regelt auch die Inhalte der Heft-CDs/-DVDs, auf denen ‘Microsoft Office 2007’ vertrieben wird. So sind etwa sogenannte ‘Open-Source-Produkte’ auf solchen Datenträgern verboten. Namentlich wird das kostenlose Büroprogramm ‘Open Office’ genannt. Zwar will Microsoft zusätzliche Programme ‘nicht vorschreiben’, behält sich aber das Recht vor, ‘zusätzliche Inhalte zu genehmigen’. Dazu soll eine Vorabkopie der Heft-CDs/-DVDs zur Prüfung an Microsoft geschickt werden.«

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage: Hat die c’t den Vertrag unterschrieben, lässt ihre redaktionellen Berichte von Microsoft gegenlesen und »kooperiert« anschließend? In diesem Zusammenhang würde auch die völlig groteske Überschrift der kommenden c’t »Microsoft erfindet den Desktop neu« erklärlicher…

[Update:] c’t-Chefredakteur Christian Persson nimmt dazu Stellung

microsoft computerbild ct

Der Mythos der »Roten Box«

Mac Techkram

Seit der Boot-Camp-Vorstellung kann man Spekulationen lesen, Apple würde ins nächste OS X eine »Red Box« einbauen, die das Starten von Windows-Programmen (à la Classic) unter OS X erlauben würde, so in der Art von Wine. Schöner und detaillierter als ich es je könnte, führt Daniel Eran aus, warum derartige Vorstellungen von einer gewissen technischen Naivität gespeist und daher eher unwahrscheinlich sind: »Unraveling the Red Box Myth«:

»Which raises a question for the second leap of logic: why? Why would Apple have an interest, desire, or profit motive to sideline its existing business, and developments already in progress, to devote a massive investment in maintaining a secondary version of the Windows platform, entirely dependent on the whim of Microsoft? […] No, Cringely and an army of wishful thinkers demand that Apple spend up its limited resources making Mac OS X run a limited selection of Windows applications in a strange compatibility box, where they look and feel neither exactly like Windows nor native to Mac OS X. How ridiculous! The ideas behind the Red Box Myth are so patently absurd that anyone who refers to it as the logical next step for Apple deserves to have their credibility seriously called into question.«

Für jede(n) mit Interesse am immerwährenden Betriebssystemzirkus aus der Perspektive eines angebissenen Stück Obstes gilt: Lesebefehl!

mac apple windows microsoft redbox bootcamp

Happy Birthday, MS Windows!

Techkram

Heute vor 20 Jahren, am 20. November 1985, erschien in den USA die erste Version von Microsoft Windows. Bei der Gelegenheit fällt mir einmal mehr auf, dass es praktisch keine Windows-Fan-Blogs gibt, die solche Daten ähnlich den zahlreichen Mac- und Linux-Blogs angemessen feiern würden. Anscheinend benutzen es (fast) alle, weil sie es nicht anders wollen/können/dürfen. Während aber die Mac- und Linux-User ihr System »ins Herz geschlossen haben«, behandeln die Windows-UserInnen ihr System eher wie eine Grippeschutzimpfung: Man braucht es, aber man mag es eigentlich nicht.

Da ich ja alt bin ;-), kann ich ein wenig vom Krieg erzählen. Damals, Mitte der 80er, hat das Erscheinen von Windows niemanden wirklich interessiert. Selbst Microsoft Deutschland muss angesicht des Geburtstags eingestehen, dass »Windows im Jahre 1985 noch eine Software für EDV-Enthusiasten« war. Wir PC-Benutzer schauten damals ein wenig neidisch auf die Benutzer von Apple-, Atari- und Amiga-Rechnern. Während wir DOS booteten und der Norton Commander der einzige Luxus auf der kargen Benutzeroberfläche war, konnten sich die Benutzer der anderen Rechner den Luxus graphischer Benutzeroberflächen gönnen.
Nicht Windows war damals der Favorit auf die Position der grafischen Standard-Oberfläche für PCs, sondern eine Portierung der Atari-Oberfläche für PCs namens GEM (Bild: Toastytech via Wikipedia):

Als die Pläne für die Portierung von GEM auf den PC ruchbar wurden, verklagte Apple (schon damals klagefreudig) den Hersteller Digital Research, und GEM auf dem PC musste so verkrüppelt werden, dass es niemand benutzen mochte. Letztendlich bereitete damit Apple den Boden für den Siegeszug von Windows, der aber erst 1990 mit Windows 3.0 beginnen sollte.
GEM ist übrigens im Laufe der Zeit zu einer OpenSource-Anwendung mutiert und kann erstaunlicherweise sogar noch gesaugt und installiert werden.

Zurück in die Mitte der 80er-Jahre. Selbstverständlich sahen die zeitgenössischen Entwickler für die PC-Plattform die Notwendigkeit, $AnwenderIn mit einer komfortableren Oberfläche für die tägliche Büroarbeit auszustatten. Es entstanden die so genannten integrierten Pakete, die MS-DOS mit einer eigenen Oberfläche für Standardanwendungen und Dateimanagement ausstatteten. Sehr verbreitet war ein Paket namens »Framework« von Ashton-Tate, einer Firma die damals berühmt war für die später von Borland geschluckte Datenbank »dBase«. Mit solchen Paketen bewältigte $AnwenderIn die tägliche Arbeit, so dass, wenn überhaupt ein Desktop als Symbol für den PC der 80er-Jahre steht, es der von Framework sein muss (Quelle):

Framework existiert übrigens auch noch, als Windows-Software der eher exotischen Art.

Was bleibt zum Geburtstag von Windows? War ein weiter Weg in den letzten 20 Jahren, vom 1.0er-Exotensystem für PC-Frickler zum Hoffnungsträger in Version 3.0 zum omnipräsenten Sicherheitsrisiko in den aktuellen Varianten, dass in seinen aktuellen Entwicklungen nur noch Standards hinterher hechelt, die andere Systeme längst gesetzt haben.
Objektiv gesehen liegt es auf der Hand, dass mit einem Betriebssystem, dass man nur benutzen kann, wenn man diverse so genannte »Sicherheitspakete« von Drittanbietern installiert, etwas nicht stimmen kann und es nicht empfehlenswert ist, einer solchen Dauer-Baustelle wichtige Daten anzuvertrauen. Ich persönlich hatte bereits 1994 genug davon (das war damals Win 3.1 mit guter alter 8+3-Dateinamenkonvention und einem Desktop, der schneller abstürzte als man gucken konnte) und wechselte zu OS/2 und Linux, und später, im neuen Jahrtausend, zum Mac.

windows gem framework dos microsoft

Aus-ge-vista-t?

Techkram

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich Microsoft ob des Umstands, dass (in Redmond!) schon eine Firma namens Vista existiert, vielleicht genau mit der passionierten Prozesshanselei konfrontiert sehen wird, die sie selbst so gerne an den Tag legen. Aber wahrscheinlich wird das Problem in bewährter Manier mit einer handvoll Dollars gelöst.

Apropos Vista, es gibt mit installvista.com und vistalicious.com bereits mindestens zwei Vista-Blogs.

microsoft windows vista