Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Archivierte Artikel mit dem Tag linuxtag

Linux Ontour

»Delivering on the Promise of Free Software«

Marc Shuttleworth Andrang
Der Auftritt von Mark Shuttleworth, dem, wie er selbst sagte, »Chief Dreamer« des Ubuntu-Projektes war von einem enormen Andrang begleitet, der Raum platzte aus allen Nähten, die Kameras surrten und blitzten um die Wette. Der »Chief Dreamer« erwies sich als großer Kommunikator und verstand es, durch seine sehr sympathische Art das Publikum für sich einzunehmen. Wie die verehrte Zielgruppe vielleicht mitbekommen hat, gab es einige Unstimmigkeiten mit Kubuntu, die in einer sogenannten »Protestwoche« gipfelten. Heute gab es von Mark ein deutliches Bekenntnis zu Kubuntu (und auch zu Xubuntu), das darin gipfelte, dass er sein Hemd öffnete und ein KDE-T-Shirt zum Vorschein kam. ;-)
Ansonsten gab es die Info, dass am 1. Juni erwartungsgemäß die nächste Ubuntu-Version erscheinen wird, und zeitgleich auch Kubuntu und Xubuntu als offizielle Releases. Und es wird eine offizielle Server-Version geben, mit fünf Jahren garantiertem Support. Und allerlei neue Tools für die Open-Source-Community.

Aber darum ging es eigentlich nicht. Für das Publikum ging es vor allem darum, den Mann anzuschauen, der die Idee hatte, Debian-Pakete zu nehmen und mit Hilfe einer ständig wachsenden Community die führende und modernste Linux-Desktop-Distribution zu entwickeln. Und Mark gab sich alle Mühe, seine Vision herüber zu bringen:

»Free Software enables a different economic paradigm. Embrace it. [Und:] The Free Software Desktop is ready for widespread adoption and deployment.«

Fazit: Ein toller, mitreißender Vortrag, für mich der Höhepunkt des LinuxTags. Man darf von Ubuntu und Mark Shuttleworth noch viele spannende Dinge erwarten. Und wenn es nur die Änderung im »Ton« ist. In den einschlägigen Linux-Foren und sonstigen Orten verschwindet langsam das typische, von einem Studenten mit Uni-Account auf Staatskosten zigfach in die Linux-Newsgroups gerotzte »RTFM, Trottel« als Standardantwort auf alle Fragen. Alleine das wäre schon ein großer historischer Verdienst von Ubuntu. ;-)

Feierabend 1

Nun ist er also herum, der LinuxTag, Zeit für ein Fazit. Das offizielle Fazit des ersten LinuxTag in Wiesbaden sagt: 9.000 Besucher. Etwa 3.000 weniger als im Vorjahr in Karlsruhe (lt. Pro-Linux). Mein Eindruck war, es gab mehr Community als Big-Business, die großen Protz-Stände mit zweifelhaften Features fehlten. Was man nicht vermissen muss. Statt dessen gab es Anregungen zu Linux-Geek- und Netzkultur-Themen, die eine nähere Beschäftigung lohnen. Alles in allem hat es mir gefallen. LinuxTag in Wiesbaden ist anders als in Karlsruhe, aber es kann etwas draus werden…

linuxtag linuxtag2006 wiesbaden

Linux Ontour

LinuxTag - Zwischen Kommandozeilen, Friedrich Nietzsche und dem Mann der im Weltraum war

Bunt Entgegen meiner eigenen Skepsis hat sich das Vortragsprogramm doch noch als anregend interessant heraus gestellt. So ein Vortrag auf dem LinuxTag (oder anderen Veranstaltungen dieser Art) soll ja, wie ein guter Zeitschriftenartikel, kein erschöpfendes Detailwissen liefern, sondern als Appetitanreger dienen, sich mit Dingen, die man im Prinzip schon länger kennt, mal wieder oder erstmals genauer zu befassen.

Diesen Anspruch erfüllte exaktement die als »Guckes’ Großer Kommandozeilenmarathon« angekündigte Veranstaltung von Sven Guckes. Sven ist ein bekennender »Kommandozeilenfetischist« und brachte in einem Rundgang durch sein Setup viele Tipps für Programme wie mutt, vim, screen oder elinks rüber. Daneben versteht sich der gute Sven auch als »Community-Antreiber«, immer wieder forderte er das Publikum auf, nicht nur zu zu hören, sondern selbst aktiv zu werden. So gab es noch Kurzvorträge in der Art der Lightning Talks zu verschiedenen Themen von Projekten, die sich auf dem LinuxTag herum treiben. Eines davon muss ich hier einfach erwähnen: Race Against Root.

Philosophisch startete dann der vierte und letzte Tag des LinuxTag, der Samstag, in das Programm. Dr. Miriam Ommeln erzählte etwas über »Die Relevanz F. Nietzsches für die Open-Source-Bewegung«. Dabei stellte sie die These auf, Friedrich Nietzsche wäre der Philosoph des Netzes und der Open-Source-Bewegung. Ist er das? Ist das mal jemandem aufgefallen? Mir eigentlich nicht. Zu dem Thema später noch einmal mehr, darüber muss ich erst mal in Ruhe nachdenken.

Meike Richter erzählte danach etwas über FAIR CODE Free/Open Source Software and the Digital Divide. Den Vortrag hatte ich beim 22C3 verpasst, schön dass er hier wiederholt wurde, auf Meikes Website FAIR CODE gibt es reichlich Material dazu.

Und dann kam Mark Shuttleworth und hielt eine großartige Rede. Bilder und mehr dazu ebenfalls später, wenn ich Kabel und Zeit habe.

Was hat sich sonst noch so ereignet? Gestern war Brigitte Zypries da, Sven wollte die Gelegenheit nutzen, mit ihr ein wenig über Softwarepatente zu plaudern, aber unsere verehrte Bundesjustizministerin präsentierte sich wenig diskussionsfreudig. ;-)

Freitag abend gab es eine Community-Party. Diese fiel aber zu der glorreichen Party der KaLUG in Karlsruhe letztes Jahr deutlich ab, da muss die lokale Szene nachlegen.

Nun aber geht es in den LinuxTag-Endspurt!

linuxtag linuxtag2006 wiesbaden

Linux Ontour

Vorträge, Vorträge, Vorträge!

Und noch stets steht der LinuxTag-Besucher als solcher im Mahlstrom der Worte, Bilder, Menschen und Eindrücke und versucht, alles zu ordnen und zu verarbeiten.

Übrigens, die Veranstaltung rund um Creative Commons und die Filmvorführung war sehr gelungen. Markus hielt eine kurze Einführung in die CC, und danach gab es eine Reihe von interessanten und/oder amüsanten Kurzfilmen. Das Thema, CC und FilmCommons, hat mich, wie man so schön sagt, »gepackt«, darauf werden wir nach dem LinuxTag noch einmal ausführlicher zurück kommen.

Heute gab es (Überraschung! ;-)) auch Vorträge. Den Auftakt meines Programms machten Tobias Hauser und Christian Wenz mit dem Thema »Open Source AJAX«. Zum Auftakt gab es müde Witzchen über das Wort Ajax, also von wegen Putzmittel, Fußballklub etc. (das Übliche halt), und ich war vom zwanghaften Pausenclown-Gebaren des Referenten eigentlich schon nach fünf Minuten bedient, so etwas kann ich morgens überhaupt nicht vertragen. Aber die beiden bekamen noch die Kurve, obschon es für mich nichts Neues zu erfahren gab, war es letztendlich noch eine im Rahmen der verfügbaren Zeit gelungene Einführung in Ajax und die verfügbaren Frameworks.

Danach quetschte ich mich in den viel zu kleinen Workshop-Raum in den Keller, um Noèl Köthes Vortrag »Wie das Debian Projekt die Debian GNU/Linux Distribution entwickelt« zu lauschen. Noèl liess uns ein wenig hinter die Kulissen und Mechanismen des Debian-Projektes schauen. Interessant, auch für mich als langjährigen Debian-User gab es Neuigkeiten. Und, so ganz nebenbei erfuhr man, dass Debian Etch, die nächste Stable-Version, im Dezember 2006 erscheinen soll. Man hat, wie Noèl süffisant anmerkte, im Debian-Projekt aus den Erfahrungen des Releases von Sarge gelernt. Man darf gespannt sein!

Und es gibt noch mehr Vorträge, immer mehr Vorträge, mein armer kleiner Kopf schwirrt schon ob der vielen vielen Informationen. Gleich gibt es einen Kommandozeilen-Marathon, das wird etwas nach meinem Geschmack sein. ;-)

linuxtag linuxtag2006 wiesbaden linux

Linux Ontour

LinuxTag am Haken

Am Haken Am dritten Tag ist Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Es ist schwierig zu beurteilen, aber es scheint mir, als wäre es dieses Jahr in Wiesbaden um einiges leerer als letztes Jahr in Karlsruhe.

Ein kleiner LinuxTag-Knigge:

  • Grundsätzlich ca. 6 Minuten zu spät zu einem Vortrag kommen.
  • Sodann grundsätzlich, übelst und lautstark mit der Papiertüte (s.o., Bild) voller schon beim Druck zum Altpapierschicksal verdammten obsoleten Werbegedöns-Schriften raschelnd, einen Platz in der Mitte einer der vorderen Reihe suchen.
  • Sich diesem dann durch die Reihen drängelnd nähern und laut schnaufend niederlassen.
  • Mit den Klettverschlüssen der Tasche ratschend was zu schreiben suchen.
  • Nix notieren.
  • Die Kunst des richtigen Endes nicht beherrschen. Soll heißen: Dann, wenn alle klugen Fragen gestellt sind, alle inkl. Dozent sich auf den Kaffee freuen, noch eine peinlich dumme langatmige Frage stellen.

Wenn Du diesen kleinen Knigge beherrschst, fällst Du auf dem LinuxTag gar nicht auf. ;-)

linuxtag linuxtag2006 wiesbaden

Linux Ontour

LinuxTag 2006 - Tag 2

Geek-Stilleben Heute startete das Freie Vortragsprogramm auf dem LinuxTag, und entsprechend ist es heute auch deutlich voller als gestern.
Ich startete heute morgen mit dem Vortrag von Peter Prochaska zum Thema »Neue Trends im Webhacking«. Nach allerlei Gefrickel mit Bildschirmauflösungen wurden zwei relativ neue Gefahren vorgestellt: HTTP Response Splitting und Cross Site Request Forgery. Ich erspare mir große Texte, man folge den Links, wenn Ihr nach Wissen dazu dürstet. Für Insider in der Materie enthielt der Vortrag eher weniger Neuigkeiten, aber er war recht lebendig und flüssig vorgetragen.

Danach war Datenbank-Zeit. MySQL-Legende David Axmark musste leider absagen, damit fiel der angekündigte traditionelle »State of MySQL«-Talk leider aus. Kai Vogt sprang ein und erzählte etwas über MySQL-Cluster und was in den nächsten Versionen dazu zu erwarten sein wird. Ein informativer Talk, zumindest wenn man sich für die Materie interessiert, zumal er sicher kurzfristig erst vorbereitet wurde.

Bernd Helmle referierte im Anschluss über PostgreSQL. Dieser Vortrag war aber für Datawarehouse-Freaks von Datawarehouse-Freaks. Da ich so etwas eher nicht bin, hatte der, wie man fairerweise sagen muss, sehr fachkundig vorgetragene Talk für mich gewisse Längen. ;-)

Und sonst? Es gibt Geek-Radio vom LinuxTag bei Radio Tux, ich kam aber noch nicht dazu, da rein zu hören, was beim Besuch von Vorträgen auch naturgemäß schwierig ist. Dem Vortragsprogramm aus Raum 7 kann man via Internet live folgen. Auch hier gilt das zu Radio Tux gesagte.

Mal schauen, was wir heute noch anschauen. Nächster fixer Termin sind die »FilmCommons« um 16:00 Uhr. Meike Richter, Karsten Gerloff und Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl (der natürlich auch eine Ankündigung gebloggt hat) stellen Creative Commons und einige unter CC entstandene Filme vor. Das wird eine verdiente Entspannung nach dem harten Brot PostgreSQL werden. ;-)

linuxtag linuxtag2006 wiesbaden

Linux Ontour

amaroK, die Killerapplikation

<img class=“thumbtext” src=“/img/f/139944471_24393f60ca_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="amaroK – Die “Killerapplikation” in Aktion" /> Am ersten Tag des Linuxtags gab es einen gelungenen Vortrag von Sven Krohlas zu amarok. Darüber hat Sven natürlich auch schon gebloggt und seine Folien verlinkt. AmaroK ist ein unter KDE laufendes iTunes-artiges Musikplayer und -verwaltungsprogramm unter Linux. Ich benutze Gnome als Desktop-System unter Linux, und hatte die nativen Alternativen wie Rythmbox, Banshee oder Quod Libet alle einmal ausprobiert. Der KDE-Fremdling amaroK mit seinen geekigen Features wie dem automatischen Suchen von Lyrics oder dem Nachschlagen des Interpretens in der Wikipedia (ein Produkt der letztes Jahr auf dem LinuxTag verkündeten Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia) hat es mir aber wirklich angetan und ist erste Wahl in Sachen Musik unter Linux. Es hat viele der Features, die ich auch an iTunes schätze plus einiger singulärer Gimmicks.

Und psst, ich weiß ja nicht, ob ich es verraten darf, aber hier gibt es eine spezielle Linuxtag-Vorab-Version von amaroK 1.4 (im Source-Code), die ich gerade gebacken habe und die auf dem Screenshot oben in Aktion zu sehen ist.

amarok linuxtag linuxtag2006 ubuntu linux

Linux Ontour

Hallo vom LinuxTag

Rhein-Main-Halle Noch leer! Practical Linux Forum Kantine


Da sind wir also auf dem LinuxTag in Wiesbaden! Eine Rhein-Main-Halle als Baustelle begrüßt die Geeks und Krawattenmenschen aller Art zum LinuxTag. Am heutigen ersten Tag ist es noch nicht arg voll, denn die größte Attraktion, das Freie Vortragsprogramm, startet erst am morgigen Donnerstag. WLAN gibt es auch, standesgemäß wird gerade live gebloggt. Und, es sind die Zeiten 2.0, ein Flickr-Set angelegt, welches in den nächsten Tagen kontinuierlich gefüllt wird. Wer den optischen Eindruck aus der Ferne mit dem vom letzten Jahr vergleichen möchte, kann das mit dem Flickr-Set vom letzten Jahr tun.

Einem ersten Vortrag wurde auch schon gelauscht, und die ersten Linux-Community-Promis gesichtet! Watch out for more exclusive Premium-Content! ;-)

linuxtag linuxtag2006 linux wiesbaden

Linux Ontour

LinuxTag 2006: Pinguine im Landeshauptdorf

Vor kurzem noch drüber problematisiert, nun ist es schon so weit: Morgen beginnt der LinuxTag 2006 in Wiesbaden.

Wie in den Jahren zuvor bin ich auch bei dieser Ausgabe, erstmals in unserem hessischen Landeshauptdorf Wiesbaden, dabei. Aber, so unter uns, der Blick ins Programm macht mir in diesem Jahr nicht unbedingt den Mund wässerig. Natürlich möchte ich mir den Vortrag von Mark Shuttleworth nicht entgehen lassen. Aber sonst? Anscheinend verliert sich die Linux-Realität im Jahre 2006 derart im Alltäglichen, dass allenthalben Partikularthemen zu sichten sind. Und: Nichts gegen einen Blick über den Tellerrand, aber bietet Linux derart wenig Stoff für Themen dass es zwei Riesenstrecken mit Vorträgen zu OpenBSD und Solaris geben muss? Ein wenig Fokussierung auf das Kernthema Linux würde dem ganzen Programm sehr gut tun, denn sonst kann man die Veranstaltung gleich »Linux und alles was irgendwie mit Unix, Web und Open Source zu tun hat-Tag« nennen.

Aber, genug im Vorfeld gemotzt, was es dort zu erleben und zu hören gibt werde ich wie stets hier berichten.

Und ich habe noch 4 Tagestickets für den freien Eintritt zu Kongress, Freiem Vortragsprogramm und Practical-Linux-Forum abzugeben. Bei Interesse einfach aufschreien!

linuxtag linuxtag2006 linux wiesbaden

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden!

Was hier noch mit einem Fragezeichen versehen war, kann nun mit einem fetten Ausrufezeichen versehen werden, wie man dieser Meldung der Freie Software Presseagentur entnehmen kann. In seinem Blog plaudert LinuxTag-Pressemeldungs-Mensch Markus ein wenig über die Hintergründe: »Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der ‘grünen Wiese’ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten.« Das macht die ganze Sache verständlich. Die Rhein-Main-Hallen befinden sich zumindest schon mal in der Innenstadt Wiesbadens, also das, was man hier in Wiesbaden so Innenstadt nennt. Also keine grüne Wiese ;-)
Schade ist es schon, der LinuxTag in Karlsruhe hatte durch seine Einbettung in die örtliche Szene seinen besonderen Charme. Da in Wiesbaden keine nennenswerte vergleichbare Szene existiert, bin ich gespannt, wie der LinuxTag dann, gerade was das »nicht-offizielle Programm« angeht, aussehen wird.

linuxtag karlsruhe wiesbaden

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden?

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

linuxtag linux karlsruhe wiesbaden

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Das wars!

Aus und vorbei! Aus und vorbei, der LinuxTag, lieblos hängt das Eintrittskärtchen mit seinem gelben Band am erstbesten Plakat auf der Straße. ;-)

Ein Fazit: Ich werde nicht in den »früher war alles besser«-Chor einstimmen. Im Gegenteil, ich finde es interessant, dass der LinuxTag, trotz aller Kommerzialisierungsbemühungen noch stets vom bunten Auftreten der Community geprägt ist und die business-uniformierten StandwächterInnen wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren bis auf einen gut vorbereitet und angenehm zu verfolgen. Man bekommt Anregungen, dieses und jenes einmal auszuprobieren, und es ist eine tolle Sache den Heroen der Freien Software-Welt einmal leibhaftig zu begegnen. Damit genug des Geblogge vom LinuxTag, meine Bildsammlung, die das gratis Flickr-Monatsvolumen gesprengt hat, gibt es hier zu sehen, aller Bilder mit dem Tag linuxtag sind auch einen Blick wert.

Andere Leute haben auch über den LinuxTag gebloggt. Der Preis für den kürzesten LinuxTag-Besuch geht an Steven: »Angekommen beim Kongresszentrum, wunderte ich mich schon, warum alle so gelbe Plaketten um den Hals trugen. Diese bekam ich dann aber beim Bezahlen der Eintrittskarten auch ;) Leider war das Event dann total auf die Firmenschiene gelegt, was mich dazu veranlasste nach knapp einer Stunde den Heimweg anzutreten.« Das mit der interessanten persönlichen Begegnung wird mitunter auch ganz eigen interpretiert, wie z.B. bei honza: »Es war auch interessant, mal die Typen zu sehen, die den ganzen Kram entwickeln. Ich hätte es nie gedacht und für ein Klischee gehalten, aber die meisten sehen wirklich irgendwie gestört aus. Manche von ihnen scheinen nur ab und zu mal Sonne oder Tageslicht zu sehen…« Und manchmal hinterlassen LinuxTag-Besuche auch ihre Spuren in den ewigen Annalen menschlicher Tragik, die Rammstein einmal so treffend mit »die selbe Sache, das alte Leid« besungen haben, höret was Tolimar zu berichten hat: »Met a nice girl the other day and I would really like to tell you all that I have fallen in love. But I haven’t, since she seems quite happy with her current boyfriend.« Das Schlußwort gehört dem Sil53r Surf3r, zum Thema LinuxTag und persönliche Begegnung: »Allein schon, einige der Gesichter zumindest einmal gesehen zu haben, macht bereits eine Menge aus. Um nicht zu vergessen, daß Software von Menschen für Menschen gemacht wird und daß es sich dabei nicht bloß um seelenlose Produkte handelt. Wenn man den Enthusiasmus erlebt, mit dem einige der Autoren ihre Projekte vorstellen, dann spürt man deutlich, wieviel Engagement und Herzblut sie – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – in ihre Software-Produkte investiert haben und auch heute immer noch investieren. Das motiviert auch, sich als Anwender weiterhin intensiv damit zu befassen.«

linuxtag linux karlsruhe

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 3

Leon Shiman Leon Shiman von der XOrg-Foundation sagte: »The X Window System is the backbone of the Open Desktop.« Ansonsten bezog er Position in allerlei, wohl offenkundig heiß diskutierten Fragen bei der Entwicklung von X Window und stocherte in der Vergangenheit herum. Allein, mir fehlt das Hintergrundwissen, um das alles einordnen zu können.
Live im Grid! Interessanter, als von der »Papierform« zu erwarten, war der Auftritt der Hochenergiephysiker der Uni Karlsruhe. Sie gaben einen Überblick über ihre Projekte, die verwendete Hard- und Software und machten deutlich, welche wichtige Rolle die Freie Software bei ihrer Forschungsarbeit spielt. Demnächst fliegt sogar ein Linux aus Karlsruhe hinauf zur ISS. Interessant war auch (siehe Bildchen) ihre Live-Demonstration, bei der eine Berechnung im gewaltigen weltweiten Grid der Kernforscher durchgeführt wurde

Danach gaben vier Vertreter des Debian-Projektes einen von der Thematik her zwar hochinteressanten Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise von Debian, aber böse Zungen würden wohl behaupten, dass dieser Vortrag ähnlich organisiert und strukturiert war wie die Release-Politik. Dieser Vortrag war leider ein Ausreißer in der Reihe gut vorbereiteter und präsentierter Vorträge, die ich gesehen habe, sprich: Das war gar nix.

Ben Mako Hill

Das Kontrastprogramm kam gleich hinterher, Benjamin Mako Hill, seines Zeichens sowohl Debian- als auch Ubuntu-Entwickler, stellte die Entwicklung von Ubuntu in einem engagierten und lebhaften Vortrag als gelungenes Beispiel eines der bei OpenSource-Projekten gefürchteten »Forks« dar. Interessant: Jedes halbe Jahr, nach einem Ubuntu-Release, nehmen die Ubuntu-Entwickler das zu dem Zeitpunkt aktuelle Debian-Unstable und packen die Ubuntu-Pakete neu. Der Bursche hat einen wirklich unterhaltsamen Vortragsstil, gestikuliert wild mit den Händen und turnt in Flip-Flops dazu auf der Bühne herum. Und weiß, wovon er spricht, natürlich. Sehr kurzweilig! Solltet Ihr je auf einer Konferenz sein, wo Benjamin spricht: Unbedingt anschauen!

Michael Kofler

Ubuntu war dann auch das Stichwort für den letzten Vortrag: Buchautor Michael Kofler stellte Ubuntu, »das afrikanische Linux« vor, beleuchtete dabei die Hintergründe des Projektes und zeigte sich durchaus angetan von Ubuntu. Das sei die Distribution, die er einem normalen Anwender installieren würde. Und auch der Poweruser kann, dank des ausgefeilten Debian-Paketsystems, durchaus mit Ubuntu leben. Deshalb hat er auch gleich ein Buch über Ubuntu geschrieben. ;-)

linuxtag debian ubuntu xorg

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 3: »Was bedeutet Freie Software«

Georg Greve Der erste Vortrag des Samstags, des dritten Tags des freien Vortragsprogramm, wollte eine Antwort auf die Frage geben: »Was ist Freie Software?« Georg Greve, Präsident der FSF Europe, und bestens bekannt aus seiner »Brave GNU World«-Kolumne in verschiedenen Linux-Publikationen, hatte sich zur Beantwortung dieser Frage Verstärkung geholt: Federico Heinz von der argentinischen Freie Software Organisation Vía Libre versuchte sich zunächst auf Englisch, traf damit aber erstaunlicherweise auf Widerstand im Publikum und setzte seinen Vortrag in perfektem Deutsch fort.
Federico Heinz
Da man es einer Software nicht ansieht, ob sie frei oder unfrei ist, gibt es vier Kriterien, die eine Software frei machen:

Die Freiheit, sie nach Belieben zu benutzen. Beileibe keine Selbstverständlichkeit, wie das von Federico angeführte Beispiel eines HTML-Editors, der in seinen Benutzungsbestimmungen die Verwendung für Websites, in denen das Produkt kritisiert wurd, untersagt.

Die Freiheit, die Software zu studieren. Quelltextoffenheit, ein wichtiges Kriterium, wenn der Quelltext nicht mitgeliefert wird, weiß man auch nicht genau, was diese Software eigentliche genau macht. Und man hat die Möglichkeit, sie bei Bedarf zu verändern, Federico: »Wenn wir Software nicht an unsere Bedürfnisse anpassen können, verlieren wir die Selbstbestimmung in der Datenverarbeitung.«

Die Freiheit, kopierte Software zu verteilen. Der soziale Aspekt. Die Nutzungsbedingungen unfreier Software, die mir unter Strafandrohung verbieten, von mir benutzte Software weiter zu geben, schränkt die Freiheit ein, solidarisch zu sein. Der Reichtum, den ein Programm darstellt, wird künstlich begrenzt, weil jemand seinen Reichtum maximieren möchte.

Die Freiheit, das geänderte oder verbesserte Programm weiter zu geben.

Diese Freiheiten sind nicht selbstverständlich. Federico, der einen Hang zu zitierfähigen Ausführungen hat, drückte es so aus:»Freiheit ist eher seltzen gratis, Freiheit muß erkauftft werden, Freiheit muß erkämpft werden.« Es gibt genug Organisationen und Unternehmungen auf dieser Welt, denen die pure Existenz Freier Software ein Dorn im Auge ist, da sie ihre eigenen auf Profitmaximierung ausgelegten Software-Unternehmungen stört. Zur Unterstützung der Freien Software gibt es daher bereits seit 1985 die Free Software Foundation, und seit 2001 einen europäischen Ableger, die FSF Europe. Und als nächstes, gerade im Aufbau, die FSF Lateinamerika. Diese unterschiedlichen FSFs sind übrigens nebeneinander und voneinander unabhängig, nicht hierarchisch, organisiert.

Die FSF-Europe setzte übrigens weltweit zum allerersten Male gerichtlich die GPL gegen ein Unternehmen durch.

Was ist freie Software?

Zum Abschluß berichtete Fernanda Weiden aus Brasilien (auf dem Bild in der Mitte) über die Zusammenarbeit der Freie Software-Aktivisten in Brasilien mit der Regierung. In deren Büros findet man keinen Rechner, der unfreie Software einsetzt. Erstaunlicherweise können sie ihren Aufgaben dort nachkommen, ohne ein Word oder Excel. Ich sehe ihn vor meinem geistigen Auge, den beamteten IT-Verantwortlichen einer typischen deutschen Behörde, das Wort Industriestandardkompatibilität wie eine Monstranz vor sich her tragend.

linuxtag fsf freiesoftware

Linux Weltalssolche

HP auf dem LinuxTag: Wir haben nichts verstanden, aber wir sind dabei!

Werbung für Netzwerküberwachungskameras Where .com meets .org ist bekanntlich das Motto des LinuxTags. Dementsprechend ist auch das IT-Business-Establishment, z.B. in Form von Hewlett-Packard, auf dem LinuxTag anwesend. Wie es sich für das Big Business gehört, natürlich mit einem pompös ausgestatteten Stand. Der Stand selbst und das krawatten- und kostümmäßig ausgestattete Standpersonal wirken wie ein Fremdkörper im bunten Treiben des LinuxTags. Das wäre nicht weiter tragisch, ist halt so, wenn .com auf .org trifft.
Das für HP das Mitmischen im Bereich OpenSource nur ein Geschäft ohne jegliches Verständnis der Idee dahinter ist, verdeutlicht die glorreiche Idee, ausgerechnet auf dem LinuxTag zu versuchen, ein Netzwerkkamera-Überwachungssystem an den Mann zu bringen.
Überwachungskamera
Und, wenn man diesem Newsgroupbeitrag glauben darf (via AK’s weblog), steht der Verdacht im Raum, das HP das Treiben auf dem Messestand mit diesen Kameras aufzeichnet. Was zwar nicht verboten ist (denn es handelt sich ja um eine öffentliche Veranstaltung, sonst dürfte man auch keine Fotos machen), aber doch zeigt, dass man zwar mit Linux Geschäfte machen will, aber im Grunde von diesen ganzen Zusammenhängen dahinter (Was wohl »Freiheit«, »Offenheit« und »OpenSource« miteinander zu tun haben?) nichts verstanden hat. Schwaches Bild!

hp linuxtag

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Tag 2

Zukunft von KDE Torsten Rahn und Matthias Ettrich (seines Zeichens niemand geringeres als der Initiator des KDE-Projekts himself) warfen am Freitag, dem 2. Tag des freien Vortragprogramms, einen Blick in die Zukunft von KDE und den Linux-Desktop. Es fällt auf, dass die KDE-Entwickler sich bei neuen Features von den Entwicklungen in Mac OS X inspirieren lassen und versuchen, etwas besseres zu entwickeln. Beispiele dafür sind plasma, eine Art Panel mit Elementen, die Apples Dashboard ähneln, oder Tenor, eine Art Spotlight mit erweiterter Funktionalität. Links liefere ich nach, die Websites des KDE-Imperiums sind gerade nicht benutzbar. Tenor soll nicht nur Inhalte finden, sondern auch die Historie eines Dokumentes per lokaler Suchfunktion verfügbar machen. Zum Beispiel, wenn ein Bild einmal ein Anhang einer E-Mail war, soll das auch später nachvollziehbar sein, wenn das Bild längst, von der Mail gelöst, im Dateisystem schlummert. Man darf gespannt sein.

Kasper Skårhøj (TYPO3) Ein Highlight war der Vortrag von Mr. Typo3 höchstpersönlich, Kasper Skårhøj. Kasper ließ ein Bekenntnis zu Linux los: Typo3 »Works on Windows but LIVES on Linux :-)« Außerdem sprach er über seine hinreichend bekannte, religiös untermauerte Philosophie und seinen Antrieb, OpenSource-Software zu erstellen. Und er erstellte live eine Website in Typo3, benutzte dabei die TemplateVoila-Extension. Das sah, wenn Kasper das macht, verblüffend einfach aus. Kein Vergleich zu den Schmerzen, die man als Typo3-Newbie normalerweise hat. Nach einem Ausblick auf die kommenden Versionen garantierte er sozusagen höchstpersönlich und hochoffiziell, dass die aktuelle Typo3-Version XHTML-Transitional ausspuckt. Fazit: Interessanter Vortrag, macht Lust darauf, das CMS für Masochisten noch einmal auszuprobieren!

linuxtag kde typo3

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - 10 Jahre PHP/MySQL

Am Donnerstag gab es ein Fragestündchen mit den zwei Herren, die im Web, wie es sich heute darstellt, deutliche Spuren hinterlassen haben: Rasmus Lerdorf, der Erfinder von PHP, und Monty Widenius, Chefentwickler von MySQL. Es gab ein wenig Webarchäologie, die älteste Spur von PHP im Internet ist ein Newsgroup-Announcement von Rasmus Lerdorf für die erste Version seiner Personal Homepage Tools. Warum ist PHP überhaupt OpenSource? Rasmus: »Pure Lazyness!« Er fand es überaus cool, Probleme mit seinen Tools von der sich schnell bildenden Community gelöst zu bekommen. ;-)
Zur Geschichte von MySQL hatte Michael Monty Widenius schon am Nachmittag gesprochen, in einer seiner bekannten State Of The Dolphin-Vorträge. Neben einem Abriss der Geschichte von MySQL, aus den Anfängen als Teilzeitfirma, die sich über den Verkauf der ersten MySQL-Versionen für Windows als Shareware finanzierte, erfuhr man, dass MySQL mitnichten für engl. mein SQL steht, sondern der Name von Montys Tochter My ist, es heisst also eigentlich, phonetisch ausgesprochen, müeskuell. Folgerichtig wurde die zweite DB im MySQL-Portfolio, MaxDB, nach Sohnemann Max benannt. Wichtiges Wissen, falls ihr mal bei einem Günter-Jauch-Open-Source-Quiz sitzt. ;-)

linuxtag linux mysql php

Linux Ontour

Hängt den Tux! Oder: LinuxTag in Flickr?


Der arme Tux! Hängt da in dieser unbequemen Haltung in der Ausstellungshalle!
Der LinuxTag findet keinen übermäßigen Niederschlag in meinem neuen Lieblingsspielzeug Flickr. Ich habe einen Fotoset angelegt, in dem nun nach und nach meine Pics vom LinuxTag eintrudeln. Ansonsten gibt es aber nicht viel mehr an Bildern zum Tag linuxtag. Wahrscheinlich befindet sich der Blogger als solcher tatsächlich in einer anderen Wahrnehmungswelt, was den Verbreitungsgrad der neuen Websites mit social touch angeht.

linuxtag flickr

Linux Ontour

LinuxTag 2005

Nun ist es schon wieder so weit, der LinuxTag 2005 wird unter dem Motto »Linux everywhere« eröffnet. Wie im letzten Jahr werde ich auch bei der diesjährigen Ausgabe in Karlsruhe weilen und mich in das bunte Treiben rund um das freie Betriebssystem stürzen. Gleich zur Eröffnung gibt es einen prominenten Gast: Jimmy »Jimbo« Wales wird mit einer Keynote zum Thema »Free Content in a Free World: The Wikipedia Phenomenon« das freie Vortragsprogramm eröffnen. Zur Einstimmung: In der LinuxNacht gibt es bereits jetzt ein Audio-Interview mit Jimbo Wales.

Außerdem interessant am Donnerstag: Im Practical Linux Forum dreht sich alles um PHP und MySQL, Heroen wie der PHP-»Erfinder« Rasmus Lerdorf und MySQL-Mastermind Michael »Monty« Widenius haben den Weg nach Karlsruhe gefunden.

Und es gibt auch noch ein Treffen der S9Y-Blogger, und für Donnerstag abend ist auch noch ein Bloggertreffen im Rahmen des KaLUG-Grillfestes geplant. Ordentlich was los also, in Karlsruhe. ;-)

linux linuxtag karlsruhe