Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Archivierte Artikel mit dem Tag linux

Techkram

Adieu, mein kleiner Alturo-Server

Da der Hoster Alturo bekanntlich den Laden dicht macht, musste ich notgedrungen mein kleines Alturo-Serverchen töten. Also: Rettungssystem booten, alle Partitionen weghauen, und mit einem beherzten dd if=/dev/zero of=/dev/hda die gesamte Festplatte mit Nullen überschreiben. Aber das ist noch nicht sicher genug, in den üblichen Foren der ganz ganz tollen klugen Linuxexperten war zu lesen (sinngemäß), dass eine Festplatte, die nur mit Nullen überschrieben wurde, von usbekischen Datenspionagespezialisten in Kältekammern, die mit Nanopinzetten die Magnetpartikel richten, ausgelesen werden könnten. Da ich mir schon lebhaft vorstellen kann, wie sie Schlange stehen werden, um meine gebrauchte Server-Platte mit all’ den geheimen Web-3.0-Projekten drauf abzugreifen, wenn Alturo das Lager räumt und die alten Server alle in eine große Schuttmulde wirft, musste also noch ein dd if=/dev/urandom of=/dev/hda her. Ah, nun fühle ich mich sicher, nehmt das, Ihr Usbeken!

Wirklich schade, dass Alturo dicht macht, denn das Serverchen (es hatte 512MB RAM, obwohl ich nur 256 gekauft hatte) war sehr zuverlässig, in den 1,5 Jahren gab es überhaupt kein Problem und 100% Verfügbarkeit. Nun bin ich auf einen größeren tolleren Server woanders umgestiegen, der genug Leistung für Web-3.0- und sogar Web-4.0-Projekte mit Rails bietet. Doppelt so teuer, versteht sich. Aber dafür nun auch mit 4804 statt 2523 Bogomips.

server linux rootserver alturo bogomips

Mac Linux

Der »Un-Unswitcher«

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

mac ubuntu linux unswitch apple

Linux

Debian vs. Ubuntu

Debian ist bekanntlich »der Felsen, auf den Ubuntu erbaut wurde«. Aber, die Popularität von Ubuntu stößt so manchem Debian-Urgestein sauer auf. Debian-Paketpacker »Madduck« hat einmal alles zusammen getragen, was Debian-Menschen an Ubuntu stört. Der einzige Punkt, den ich nicht unter »leichten Anflug von Neid« einreihen würde, ist der mit der Rücklieferung von Patches durch die Ubuntu-Paketmeister an die Debian-Paketpacker. Wer in diesem Punkt Recht hat, ist schwer zu beurteilen, ohne sich das en detail anzuschauen.

Madducks Liste hat natürlich eine Reaktion auf Ubuntu-Seite provoziert, die aber, ganz Ubuntu-like, sehr gemäßigt ausfällt.

Wie hängen Debian und Ubuntu eigentlich zusammen? Das kann man auf der Ubuntu-Site nachlesen, kurz zusammen gefasst: Wann immer, nach einem Ubuntu-Release, die Arbeit am nächsten Ubuntu-Release beginnt, nehmen die Ubuntu-Menschen einen Snapshot der Debian-Development-Pakete und bauen darauf ihre eigene Ubuntu-Paketstruktur auf, die dann irgendwann zum nächsten Release wird. Der Weg, den ein Paket vom eigentlichen Entwickler (denn die Software wird ja nicht »bei Debian« entwickelt, sondern nur für das apt-System zusammen gepackt) hin zum Release nimmt, ist bei Ubuntu dadurch deutlich schneller als bei Debian. Und deshalb benutzen die Leute da draußen lieber Ubuntu. Und damit haben einige Debian-Paketpacker ein Problem.

Letztendlich tut sich das Debian-Projekt mit solchen Beiträgen keinen Gefallen.
Die GPL ist eindeutig: Ubuntu dürfte die Debian-Pakete einfach nehmen, was draus machen, und bräuchte sich gar nicht weiter um einen Rückfluß an Informationen und Patches an Debian kümmern.
Und, die Realität ist: Debian-Releases sind sehr stabil, aber bereits am Release-Tag veraltet. Wenn ich sehe, das Debian Sarge noch stets kein PHP5 im Repository hat, und daran denke, wie viele Leute da draußen deshalb Backports aus obskuren Quellen benutzen oder, mit gesundem Halbwissen ausgestattet, PHP selbst kompilieren, führt die Realität den Stabilitäts-Fetisch von Debian ad absurdum.

Und, auch ein wichtiger Punkt, die »Community«. Irgendwo im Ubuntu-Land bekommt man in der Regel eine freundliche und hilfreiche Antwort, der Debian-Paket-Betreuer an sich aber wird sich alle Mühe geben, dem Fragenden ein RTFM an den Kopf zu werfen und ihm das Gefühl zu geben, ein »Klein-Doofi« zu sein. Das ist sein gutes Recht, aber auch deshalb ist Ubuntu erfolgreich.

Bei mir sind noch stets die Server mit Debian ausgestattet, aber der nächste, der aufzusetzen sein wird, wird ein Ubuntu-Server bekommen. Und auf dem Desktop ist Debian sowieso keine Option.

linux debian ubuntu

Mac Linux

Die »Unswitcher« und der große gelbe Vogel

(Meines Wissens) unbemerkt von der normalerweise alles Mac-Bezogene pedantisch sezierenden deutschsprachigen Mac-Blog-Szene hat sich in der internationalen Blog-Szene eine kleine Debatte um das »Switchen« weg vom Mac hin zu Ubuntu entwickelt.

Es begann alles mit einem Beitrag von Mark Pilgrim, in dem er in seiner unnachahmlich polarisierenden Art den Wechsel vom Mac zu Ubuntu verkündet. Und das nach was-weiß-ich-wievielen Jahre als Mac-User. Grund: Die Plattform Mac OS X ist ihm nicht frei (im Sinne von Freier Software) genug (Zitat):

»Mac OS X was ‘free enough’ to keep me using something that was not in my long-term best interest. But as I stood in the Apple store last weekend and drooled over the beautiful, beautiful hardware, all I could think was how much work it would take to twiddle with the default settings, install third-party software, and hide all the commercial tie-ins so I could pretend I was in control of my own computer. Beauty is in the eye of the beholder, and to my eye Apple isn’t beautiful anymore. I’ve worked around it or ignored it for a long time, but eventually the bough breaks.«

John Gruber zerlegte gewohnt wortreich Marks Argumente. Kurz darauf bloggte Cory Doctorow in »Boing Boing« ein identisches Ansinnen, worauf Jason Kottke meinte:

»If I were Apple, I’d be worried about this. […] Nerds are a small demographic, but they can also be the canary in the coal mine with stuff like this.«

Tim O’Reilly griff im »O’Reilly Radar« das Thema als nächstes auf. Und schon war, ob dieser Blogosphären-Schwergewichte, die Debatte vom Zaun gebrochen, spätestens als es eine Slashdot-Story wurde.

Rui Carmo, Autor von »The Tao Of Mac«, wähnt Tim O’Reilly von kommerziellen Interessen in Sachen Ubuntu motiviert und Cory Doctorow auf einem reinen »Me too«-Trip:

»The difference between Mark Pilgrim and Cory Doctorow where it regards switching from Mac OS X to Ubuntu is that Mark made an informed decision, whereas Cory will just be the loudest ‘me too’ parroting his beliefs from one of the most absurdly popular sites on the Internet.«

Und weil das so ist, liefert Rui gleich das passende T-Shirt-Design zur Debatte (Sorry, I had to steal this):

Und was machen wir nun aus dieser Debatte? Mark Pilgrim hat bereits eine »Software-Essentials«-Liste für den Switcher erstellt. Gibt es eine Gefahr für den Mac durch Ubuntu? Erstaunlich ist übrigens, dass fast überall von Ubuntu gesprochen wird, nicht von Linux.

Worum es eigentlich geht, ist die Sicherheit unserer Daten. Werde ich in, sagen wir, 5 Jahren noch das ganze Ordnungszeug von iPhoto in irgendeiner Form auslesen und benutzen können? Was ist, wenn ein Mac dann schon ein von der DRM-Knute geschütteltes Monstrum geworden ist, das man nicht mehr benutzen möchte?

Durchaus valide Fragestellungen (vgl. dazu noch einmal Rui Carmo). Ich habe hier auf meinem Notebook diverse lange Arbeiten von mir aus den 90er Jahren, die in Word für DOS geschrieben wurden. Angenommen, ich würde diese jetzt gerne noch einmal so ausdrucken wollen wie damals, oder überhaupt nur die Texte anschauen, was mache ich dann?

Die Antwort auf Fragestellungen dieser Art könnte »Open Source« heißen. Andererseits hilft das auch nur theoretisch. Wenn ich meine Musik in amaroK statt in iTunes organisiere, stecken die Metadaten halt in irgendeiner amaroK-Struktur statt in der iTunes-Datenbank. Da amaroK Freie Software ist, könnte ich mir theoretisch die Datenstrukturen anschauen und alles in was-auch-immer konvertieren, meine Daten wären sicherer. Praktisch ist das aber für 99% aller Anwender keine Lösung, da sie nicht gut genug Programmieren können, um die Datenstrukturen von amaroK zu verstehen und auslesen zu können. Ergo macht es für sie überhaupt keinen Unterschied, ob die Meta-Daten ihrer Musik in amaroK-eigenen oder im iTunes-eigenen Format gefangen sind.

Man darf auf den weiteren Verlauf dieser Debatte gespannt sein!

[Update 9.7.06]

mac ubuntu linux opensource macosx

Linux

Ein »adretter Erpel«

The Drake has arrived!

Das hat geklappt, der »adrette Erpel« (»Dapper Drake«) ist gelandet.
Von einer Nervtöterei, nämlich dumme Fragen während des Upgrades, die das Upgrade anhalten, und einem Fehler mit einer Kette von Warnhinweisen wg. nicht mehr gefundener Symbole, ist alles sehr, wie man neudeutsch sagt, smooth gelaufen. Neuerdings ist übrigens Epiphany der Standard-Webbrowser des Gnome-Desktops. Das kann man zwar abstellen, der Firefox-Fan an sich wird davon jedoch wenig erbaut sein, wo er doch gerade vorher ob der Tatsache, dass auf Ubuntu Drapper nun Firefox 1.5.0.3 seinen Dienst tut, sicherlich doch erbaut war. So ist das Leben, man ist mal erbaut und mal nicht erbaut, so ein dist-upgrade ist halt doch eine Gratis-Opel-Fahrt durch die hügeligen Landschaften des (Linux-)Lebens. ;-)

Ebenfalls wenig erbaulich: Amarok ist nur 1.3.9, und mein selbst kompilierter 1.4 ist »verschwunden«, da muss noch einmal der Compiler angeworfen werden.

Sehr erbaulich: Das neue zackige schnelle Gnome 2.14, und darin das wirklich unfassbar zackig und schnell gewordene Gnome-Terminal. Macht mal ein »Rennen« mit xterm mit einer üppigen Ausgabe, z.B. dpkg -l, das ist ein Unterschied.

ubuntu dapper drake linux dapperdrake

Linux

Goodbye Breezy, Hello Dapper!

Heute wurde der Release-Candidate für Ubuntu »Dapper Drake« veröffentlicht, in dem aktuelle Breezy-Anwender explizit zum Test ermuntert werden. Dieser Aufforderung zum Tanz der Pakete komme ich gerne nach, natürlich nicht ohne vorher, ganz Weichei, vom aktuellen System ein Image zu ziehen und die Konfigurationsdateien meines Home-Verzeichnisses zu sichern, man weiß ja nie! ;-)

Das Upgrade ist heutzutage wirklich einfach geworden, man startet den aktuellen update-manager von Ubuntu mit dem Switch -d, wartet ein wenig und, simsalabim, erfreut ein neues System das Ubuntu-User-Gemüt. Diese Prozedur ist im Ubuntu-Wiki noch etwas ausführlicher beschrieben. Nun glüht die DSL-Leitung und die Redaktion wartet gespannt auf das Ergebnis!

In der Zwischenzeit kann man ein weiteres Interview mit Mark Shuttleworth lesen und sich bereits, wie schon auf dem Linuxtag verkündet, auf die übernächste Version freuen:

»Dapper Drake, das jetzt anstehende Release, wird äußerst stabil und zuverlässig sein und damit sehr geeignet für den Produktiveinsatz. Ich bin die treibende Kraft dahinter. Ich habe die Richtung vorgegeben. Und jetzt, beim Folge-Release Edgy Eft, sagen wir den Entwicklern: Nun seid ihr dran, Jungs! Jetzt bestimmt Ihr, was passiert. Danach übernehme ich wieder und gebe die Zielrichtung einer nächsten Unternehmens-Version vor.
Entwickler können viel besser große Sprünge machen als ich. Darum lassen wir das Pendel bei Edgy Eft in Richtung mehr Risiko und weniger Stabilität schwingen. Dieses kommende Release, das für November geplant ist, wird gewagt sein. Es wird eine Vielzahl neuer Features enthalten, nicht 110 Prozent ausgereift sein, und es wird dafür auch keine fünf Jahre Support wie für Dapper Drake geben. Ein solches Ubuntu kann ich nur machen, wenn ich den Entwicklern freies Spiel lasse und sage: ‘Habt Spaß!’«

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Linux Ontour

Vorträge, Vorträge, Vorträge!

Und noch stets steht der LinuxTag-Besucher als solcher im Mahlstrom der Worte, Bilder, Menschen und Eindrücke und versucht, alles zu ordnen und zu verarbeiten.

Übrigens, die Veranstaltung rund um Creative Commons und die Filmvorführung war sehr gelungen. Markus hielt eine kurze Einführung in die CC, und danach gab es eine Reihe von interessanten und/oder amüsanten Kurzfilmen. Das Thema, CC und FilmCommons, hat mich, wie man so schön sagt, »gepackt«, darauf werden wir nach dem LinuxTag noch einmal ausführlicher zurück kommen.

Heute gab es (Überraschung! ;-)) auch Vorträge. Den Auftakt meines Programms machten Tobias Hauser und Christian Wenz mit dem Thema »Open Source AJAX«. Zum Auftakt gab es müde Witzchen über das Wort Ajax, also von wegen Putzmittel, Fußballklub etc. (das Übliche halt), und ich war vom zwanghaften Pausenclown-Gebaren des Referenten eigentlich schon nach fünf Minuten bedient, so etwas kann ich morgens überhaupt nicht vertragen. Aber die beiden bekamen noch die Kurve, obschon es für mich nichts Neues zu erfahren gab, war es letztendlich noch eine im Rahmen der verfügbaren Zeit gelungene Einführung in Ajax und die verfügbaren Frameworks.

Danach quetschte ich mich in den viel zu kleinen Workshop-Raum in den Keller, um Noèl Köthes Vortrag »Wie das Debian Projekt die Debian GNU/Linux Distribution entwickelt« zu lauschen. Noèl liess uns ein wenig hinter die Kulissen und Mechanismen des Debian-Projektes schauen. Interessant, auch für mich als langjährigen Debian-User gab es Neuigkeiten. Und, so ganz nebenbei erfuhr man, dass Debian Etch, die nächste Stable-Version, im Dezember 2006 erscheinen soll. Man hat, wie Noèl süffisant anmerkte, im Debian-Projekt aus den Erfahrungen des Releases von Sarge gelernt. Man darf gespannt sein!

Und es gibt noch mehr Vorträge, immer mehr Vorträge, mein armer kleiner Kopf schwirrt schon ob der vielen vielen Informationen. Gleich gibt es einen Kommandozeilen-Marathon, das wird etwas nach meinem Geschmack sein. ;-)

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Linux Ontour

amaroK, die Killerapplikation

<img class=“thumbtext” src=“/img/f/139944471_24393f60ca_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="amaroK – Die “Killerapplikation” in Aktion" /> Am ersten Tag des Linuxtags gab es einen gelungenen Vortrag von Sven Krohlas zu amarok. Darüber hat Sven natürlich auch schon gebloggt und seine Folien verlinkt. AmaroK ist ein unter KDE laufendes iTunes-artiges Musikplayer und -verwaltungsprogramm unter Linux. Ich benutze Gnome als Desktop-System unter Linux, und hatte die nativen Alternativen wie Rythmbox, Banshee oder Quod Libet alle einmal ausprobiert. Der KDE-Fremdling amaroK mit seinen geekigen Features wie dem automatischen Suchen von Lyrics oder dem Nachschlagen des Interpretens in der Wikipedia (ein Produkt der letztes Jahr auf dem LinuxTag verkündeten Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia) hat es mir aber wirklich angetan und ist erste Wahl in Sachen Musik unter Linux. Es hat viele der Features, die ich auch an iTunes schätze plus einiger singulärer Gimmicks.

Und psst, ich weiß ja nicht, ob ich es verraten darf, aber hier gibt es eine spezielle Linuxtag-Vorab-Version von amaroK 1.4 (im Source-Code), die ich gerade gebacken habe und die auf dem Screenshot oben in Aktion zu sehen ist.

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Linux Ontour

Hallo vom LinuxTag

Rhein-Main-Halle Noch leer! Practical Linux Forum Kantine


Da sind wir also auf dem LinuxTag in Wiesbaden! Eine Rhein-Main-Halle als Baustelle begrüßt die Geeks und Krawattenmenschen aller Art zum LinuxTag. Am heutigen ersten Tag ist es noch nicht arg voll, denn die größte Attraktion, das Freie Vortragsprogramm, startet erst am morgigen Donnerstag. WLAN gibt es auch, standesgemäß wird gerade live gebloggt. Und, es sind die Zeiten 2.0, ein Flickr-Set angelegt, welches in den nächsten Tagen kontinuierlich gefüllt wird. Wer den optischen Eindruck aus der Ferne mit dem vom letzten Jahr vergleichen möchte, kann das mit dem Flickr-Set vom letzten Jahr tun.

Einem ersten Vortrag wurde auch schon gelauscht, und die ersten Linux-Community-Promis gesichtet! Watch out for more exclusive Premium-Content! ;-)

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Linux Ontour

LinuxTag 2006: Pinguine im Landeshauptdorf

Vor kurzem noch drüber problematisiert, nun ist es schon so weit: Morgen beginnt der LinuxTag 2006 in Wiesbaden.

Wie in den Jahren zuvor bin ich auch bei dieser Ausgabe, erstmals in unserem hessischen Landeshauptdorf Wiesbaden, dabei. Aber, so unter uns, der Blick ins Programm macht mir in diesem Jahr nicht unbedingt den Mund wässerig. Natürlich möchte ich mir den Vortrag von Mark Shuttleworth nicht entgehen lassen. Aber sonst? Anscheinend verliert sich die Linux-Realität im Jahre 2006 derart im Alltäglichen, dass allenthalben Partikularthemen zu sichten sind. Und: Nichts gegen einen Blick über den Tellerrand, aber bietet Linux derart wenig Stoff für Themen dass es zwei Riesenstrecken mit Vorträgen zu OpenBSD und Solaris geben muss? Ein wenig Fokussierung auf das Kernthema Linux würde dem ganzen Programm sehr gut tun, denn sonst kann man die Veranstaltung gleich »Linux und alles was irgendwie mit Unix, Web und Open Source zu tun hat-Tag« nennen.

Aber, genug im Vorfeld gemotzt, was es dort zu erleben und zu hören gibt werde ich wie stets hier berichten.

Und ich habe noch 4 Tagestickets für den freien Eintritt zu Kongress, Freiem Vortragsprogramm und Practical-Linux-Forum abzugeben. Bei Interesse einfach aufschreien!

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Linux

Hässliche Desktops

Ein schönes Freitags-Thema ;-) wirft Computerwoche-Autor und Blogger Thomas Cloer auf: »Last, but not least ist das ganze Open-Source-Zeug (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel) auch noch immer irgendwie hässlich. Woran das liegt, weiß ich auch nicht. Programmierer verstehen halt selten was von Eye Candy, und Designer umgekehrt selten was vom Coden. Aber die Community muss irgendwann mal kapieren, dass das sprichwörtliche Auge auch mitisst.« Leute, mal ehrlich: Gibt es etwas hässlicheres als Windows? Von Benutzer-Konsistenz mal ganz zu schweigen. Jeder, der mal in einem hässlichen Dialog voller Reiter den Erweitert-Knopf gedrückt hat, um dann einen neuen Dialog mit hässlichen Tabs und Erweitert-Knöpfen präsentiert zu bekommen, weiss, wovon ich rede. Und dass Thomas ausgerechnet OpenOffice als Beispiel für die Hässlichkeit von Open-Source-Software anführt, ist mehr als unfair, denn das verbreitet in dem Bestreben, DAU-sicher zu sein, mit seiner Windows-95-Optik auf jedem System, egal ob Windows, Linux oder Mac OS X, die übelriechende Aura von Tod, Verderben, Flickwerk, Viren und Datenverlust, die man logischerweise gemeinhin mit Windows assoziiert. Sprich: Es ist so hässlich, weil es so nach Windows aussieht. Darum suchen auch alle auf dem Mac händeringend nach Office-Alternativen.

Und wahrscheinlich hat Thomas noch gar nicht mitbekommen, dass man Linux-Desktops optisch so tunen kann, wie man gerne möchte. Im Gegensatz zu Windows, übrigens…

linux windows desktop openoffice

Linux

Reload - Internet Explorer 6 unter Linux

Wunder der Interoperabilität Das Thema MS Internet Explorer unter Linux war bereits vor fast zwei Jahren ein Thema im Netzbuch. Da ich mich in meinem Home-Netz nun von der letzten Windows-Installation getrennt habe (unnötige Verschwendung meines kostbaren Festplatten-Platzes), es aber leider notwendig ist, Web-Kreationen in dem antiken Windows-Stamm-Stöberer MSIE 6 zu testen, wurde dieses Thema re-problematisiert. So wie es damals beschrieben wurde, kann man es natürlich noch stets machen. Heutzutage ist es aber geradezu kindisch einfach, eine Kollektion von drei IEs zu Testzwecken unter Linux zu installieren.

Zur Vorbereitung installiert man mit dem Paketmanager der GNU/Linux-Distribution des Vertrauens Wine, cabextract und die Truetype-Schriften. Danach steuert man seinen Browser zur Seite »IEs 4 Linux – Internet Explorers für Linux«. Dort lässt man sich von der etwas merkwürdigen Sprache nicht weiter beeindrucken, sondern besorgt sich das Installationsskript. Das heruntergesaugte Archiv packt man aus und startet das darin enthaltene Skript. Man beantwortet ein paar Fragen (bspw. nach dem Zielort für die IEs, ich habe sie in ~/bin installieren und mir Shortcuts auf dem Desktop anlegen lassen, s. Screenshot), geht einen Kaffee trinken, und wenn man zurück kommt, kann man die IEs unter Linux benutzen.

Der Screenshot zeigt den IE unter Ubuntu, das wiederum per VNC auf dem Mac-Desktop angezeigt wird, so dass die Testsession für den unsäglichen Schleuderbrowser ohne Unterbrechung des Mac-WebWorker-Workflows erfolgen kann. So liebe ich das!

Und so ist es nun tatsächlich so, meine Damen und Herren, nachdem ich nun die letzte WinXP-Partition geplättet habe: Erstmals seit 1986 ist auf meinen Rechnern kein einziges Betriebssystem von M$ mehr zu finden! :-)

linux wine msie ubuntu gnulinux

Linux

nUbuntu - Network Ubuntu

Eine feine Sache: nUbuntu – Network Ubuntu. nUbuntu ist eine Ubuntu-Version, die als Live-System von CD bootet und auf einem Fluxbox-Desktop alles anbietet, was das Herz derer erwärmt, die sich in Netzwerken bewegen wollen/müssen/sollen. Neben allerlei Security-Werkzeugen findet man auch Firefox, Gaim und Irssi, so dass man sich umgehend mit der Welt verbinden kann und bei seinen »Untersuchungen« (welcher Art auch immer ;-)) nicht so alleine ist. Kühl ausehen tut es auch, finde ich.

Interessanterweise funktioniert die Hardware-Erkennung besser als mit der Original-Ubuntu-Live-CD. Mein Rechner im Büro hat Schwierigkeiten mit der Grafikkarte und startete Ubuntu von der Live-CD nur nach vorherigem manuellen Eingriff in die xorg.conf, nubuntu dagegen startet ohne »Gegenwehr«.

nubuntu linux ubuntu

Linux Weblogtalk

Raggle

Raggle Eine weitere Komponente für die implizite Netzbuch-Serie Leben im Terminal: Raggle ist ein RSS-Reader für unixoide Konsolen, bspw. Linux oder Mac OS X. Geschrieben in der Modesprache Ruby, ermöglicht Raggle das Lesen liebster Blogs und Newsquellen ohne grafischen Schnickschnack in jeder Terminal- oder ssh-Session. Und ist damit ein Konkurrent von Snownews. Raggle bietet eine dreiteilige Ansicht, wie ein grafischer Reader, und kann Einträge, die man sich im Browser (wie ELinks) anschauen möchte, an neue »screen«- Sessions senden. Und das Lesen funktioniert recht übersichtlich und flott und, für ein Konsolenprogramm, intuitiv.
Raggle ist als Tarball oder als Debian-Paket erhältlich. Und auf der Website sind allerlei Screenshots verfügbar.

raggle linux osxcli rss snownews

Linux

Breezy im Anmarsch!

1068 aktualisiert, 420 neu installiert, 47 zu entfernen und 1 nicht aktualisiert.
Es müssen 878MB Archive geholt werden.
Nach dem Auspacken werden 644MB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Aber sicher! Nachdem es bei Beate geklappt hat und thorte die Vorreiterrolle erwartet ;-), geht es nun also los. Ich bin gespannt, ob das alles klappt. Wer den Distri-Hasardeur in sich spürt und gleiches Begehr hat, möge vorher das und das lesen. Ihr müsst übrigens nicht den Server der TU Dresden nehmen (den nehmen sie jetzt alle, weil es so im UbuntuUsers-Wiki steht), ziemlich flott ist jetzt gerade de.archive.ubuntu.com. Hm, nachdem ich das gebloggt habe, wahrscheinlich nicht mehr.

<img src=“/img/f/52534113_4d4fa703c9_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="Ubuntu “Breezy Badger”" />

[Update] Etwa zweieinhalb Stunden später war alles fertig. Einmal blieb das Upgrade stehen, ein apt-get -f install musste helfen. Danach dann ein weiteres Mal apt-get dist-upgrade, und alles war gut. Unbedingt zu beachten sind die Hinweise zu den Sprachanpassungen im UbuntuUser-Wiki.
Sehr eindrucksvoll ist das neue Anwendungen hinzufügen-Programm, so smooth habe ich das noch bei keinem Linux gesehen. Einfach auswählen, hinzufügen, dann wird installiert und das Progrämmchen sagt dem Anwender noch, wo im Menü das Programm zu finden ist. Vorbildlich! Mal schauen, was noch alles so im neuen Ubuntu steckt.

linux ubuntu breezy

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden?

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

linuxtag linux karlsruhe wiesbaden

Linux

Ubuntu »Breezy Badger« ist da!

Pünktlich sind sie ja: Version 5.10 »Breezy Badger« des besten Desktop-Linux von allen, Ubuntu, wurde pünktlich am heutigen 13.10. frei gegeben. Am virtuellen Kühlschrank der Ubuntu-Community hängen lauter Zettelchen und Bildchen dazu, z.B. die Geburtstagstorte der Ubuntu-Spezialversion für Schulen, Edubuntu. Und auch das KDE-Ubuntu kubuntu wurde frei gegeben. Glückwunsch!

Am Wochenende werde ich vom bestehenden Ubuntu ein Image ziehen und dann kommt der Moment der Wahrheit, ein Upgrade des laufenden Systems. Ich bin gespannt!

Beate macht das Upgrade natürlich ohne vorheriges Image, ui ui ui, kann ich da nur sagen. ;-)

ubuntu linux

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Das wars!

Aus und vorbei! Aus und vorbei, der LinuxTag, lieblos hängt das Eintrittskärtchen mit seinem gelben Band am erstbesten Plakat auf der Straße. ;-)

Ein Fazit: Ich werde nicht in den »früher war alles besser«-Chor einstimmen. Im Gegenteil, ich finde es interessant, dass der LinuxTag, trotz aller Kommerzialisierungsbemühungen noch stets vom bunten Auftreten der Community geprägt ist und die business-uniformierten StandwächterInnen wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren bis auf einen gut vorbereitet und angenehm zu verfolgen. Man bekommt Anregungen, dieses und jenes einmal auszuprobieren, und es ist eine tolle Sache den Heroen der Freien Software-Welt einmal leibhaftig zu begegnen. Damit genug des Geblogge vom LinuxTag, meine Bildsammlung, die das gratis Flickr-Monatsvolumen gesprengt hat, gibt es hier zu sehen, aller Bilder mit dem Tag linuxtag sind auch einen Blick wert.

Andere Leute haben auch über den LinuxTag gebloggt. Der Preis für den kürzesten LinuxTag-Besuch geht an Steven: »Angekommen beim Kongresszentrum, wunderte ich mich schon, warum alle so gelbe Plaketten um den Hals trugen. Diese bekam ich dann aber beim Bezahlen der Eintrittskarten auch ;) Leider war das Event dann total auf die Firmenschiene gelegt, was mich dazu veranlasste nach knapp einer Stunde den Heimweg anzutreten.« Das mit der interessanten persönlichen Begegnung wird mitunter auch ganz eigen interpretiert, wie z.B. bei honza: »Es war auch interessant, mal die Typen zu sehen, die den ganzen Kram entwickeln. Ich hätte es nie gedacht und für ein Klischee gehalten, aber die meisten sehen wirklich irgendwie gestört aus. Manche von ihnen scheinen nur ab und zu mal Sonne oder Tageslicht zu sehen…« Und manchmal hinterlassen LinuxTag-Besuche auch ihre Spuren in den ewigen Annalen menschlicher Tragik, die Rammstein einmal so treffend mit »die selbe Sache, das alte Leid« besungen haben, höret was Tolimar zu berichten hat: »Met a nice girl the other day and I would really like to tell you all that I have fallen in love. But I haven’t, since she seems quite happy with her current boyfriend.« Das Schlußwort gehört dem Sil53r Surf3r, zum Thema LinuxTag und persönliche Begegnung: »Allein schon, einige der Gesichter zumindest einmal gesehen zu haben, macht bereits eine Menge aus. Um nicht zu vergessen, daß Software von Menschen für Menschen gemacht wird und daß es sich dabei nicht bloß um seelenlose Produkte handelt. Wenn man den Enthusiasmus erlebt, mit dem einige der Autoren ihre Projekte vorstellen, dann spürt man deutlich, wieviel Engagement und Herzblut sie – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – in ihre Software-Produkte investiert haben und auch heute immer noch investieren. Das motiviert auch, sich als Anwender weiterhin intensiv damit zu befassen.«

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Linux Ontour

LinuxTag 2005 - 10 Jahre PHP/MySQL

Am Donnerstag gab es ein Fragestündchen mit den zwei Herren, die im Web, wie es sich heute darstellt, deutliche Spuren hinterlassen haben: Rasmus Lerdorf, der Erfinder von PHP, und Monty Widenius, Chefentwickler von MySQL. Es gab ein wenig Webarchäologie, die älteste Spur von PHP im Internet ist ein Newsgroup-Announcement von Rasmus Lerdorf für die erste Version seiner Personal Homepage Tools. Warum ist PHP überhaupt OpenSource? Rasmus: »Pure Lazyness!« Er fand es überaus cool, Probleme mit seinen Tools von der sich schnell bildenden Community gelöst zu bekommen. ;-)
Zur Geschichte von MySQL hatte Michael Monty Widenius schon am Nachmittag gesprochen, in einer seiner bekannten State Of The Dolphin-Vorträge. Neben einem Abriss der Geschichte von MySQL, aus den Anfängen als Teilzeitfirma, die sich über den Verkauf der ersten MySQL-Versionen für Windows als Shareware finanzierte, erfuhr man, dass MySQL mitnichten für engl. mein SQL steht, sondern der Name von Montys Tochter My ist, es heisst also eigentlich, phonetisch ausgesprochen, müeskuell. Folgerichtig wurde die zweite DB im MySQL-Portfolio, MaxDB, nach Sohnemann Max benannt. Wichtiges Wissen, falls ihr mal bei einem Günter-Jauch-Open-Source-Quiz sitzt. ;-)

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Linux Ontour

LinuxTag 2005

Nun ist es schon wieder so weit, der LinuxTag 2005 wird unter dem Motto »Linux everywhere« eröffnet. Wie im letzten Jahr werde ich auch bei der diesjährigen Ausgabe in Karlsruhe weilen und mich in das bunte Treiben rund um das freie Betriebssystem stürzen. Gleich zur Eröffnung gibt es einen prominenten Gast: Jimmy »Jimbo« Wales wird mit einer Keynote zum Thema »Free Content in a Free World: The Wikipedia Phenomenon« das freie Vortragsprogramm eröffnen. Zur Einstimmung: In der LinuxNacht gibt es bereits jetzt ein Audio-Interview mit Jimbo Wales.

Außerdem interessant am Donnerstag: Im Practical Linux Forum dreht sich alles um PHP und MySQL, Heroen wie der PHP-»Erfinder« Rasmus Lerdorf und MySQL-Mastermind Michael »Monty« Widenius haben den Weg nach Karlsruhe gefunden.

Und es gibt auch noch ein Treffen der S9Y-Blogger, und für Donnerstag abend ist auch noch ein Bloggertreffen im Rahmen des KaLUG-Grillfestes geplant. Ordentlich was los also, in Karlsruhe. ;-)

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