Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Archivierte Artikel mit dem Tag karlsruhe

Weblogtalk

Montag! Web-Montag! Live!

Ich bin schon wieder auf einem Web-Montag, diesmal in Karlsruhe. Und weil das so sensationell ist, wird es auch live mitgetippert, damit die Welt an den Ereignissen in der Fächerstadt teilhaben kann! ;-)

Nachschlag: Beim live mittippen kam mir der Gedanke, dass ein Live-Textile-Interpreter auf dem Webserver für solche Einsatzzwecke ein Desiderat ist. Live mitschreiben in einem Textfeld eines Blog-Systems im Browser geht nicht, es muss schon ein Editor sein. Und es wäre doch fein, wenn man eine Textile-Datei einfach auf den Server wirft und beim Tippen aktualisiert, und sie dann automatisch interpretiert wird.

Ansonsten war der Karlsruher Web-Montag wieder eine rundherum gelungene Veranstaltung, interessante Vorträge, und auch das »Networking« kam nicht zu kurz. Und ein herzliches Danke schön für die schöne Lokation geht an Johannes und seine Mitstreiter von Kubik, ich denke, der Karlsruher Web-Montag hat seine Stamm-Lokation gefunden.

webmontag karlsruhe

Musik

»Ein Volk steht wieder auf, na toll, bei Aldi brennt noch Licht...«


Stammleser wissen um das Faible des Autors für deutschsprachigen Indie-Rock mit problematisierenden Texten vornehmlich Hamburger Provenienz. Da verwundert es natürlich niemanden, dass der erste Tag von »Das Fest« in Karlsruhe ein Pflichttermin war. Es hatten nämlich die Gitarren das Wort, und niemand anders als Kettcar gab sich die Ehre. Und die Herren um Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff, ihres Zeichens auch die Chefs eines der wenigen Labels, von denen man Platten kaufen kann, ließen sich nicht lumpen und brachten das zahlreich erschienene Publikum zum toben. Sie spielten fast alle Songs vom zweiten Album und ein paar Hits aus alten Zeiten. Erstaunlich, wie textsicher die Karlsruher Massen waren, die Choreinlage am Ende von »Stockhausen, Bill Gates und ich« (von wegen »der gebrochene Daumen von Carlos Santana« ;)) funktionierte hervorragend. Kettcar wurde übrigens nach Marcus’ eigenen Worten eingeladen, weil die Fans von Juli und Silbermond, die letztes Jahr eingeladen waren, zu wenig Bier tranken. ;) Und aus Getränkeverkäufen finanziert sich das »Das Fest«, denn ansonsten ist es umsonst und draußen. Wo kann man schon Bier trinken für einen guten Zweck?

Kettcar: Erik Langer Das Fest 2006: Kettcar Kettcar Kettcar: Reimer Bustorff Das Fest 2006: Kettcar

Danach spielten noch die alten Haudegen von der New Model Army. Ich war weiland nie ein großer Fan von ihnen, aber »Here comes the war« und andere alte Klassiker entbehren, live und äußerst wild vorgetragen, nicht ihres animalischen Reizes…

Das Fest 2006 - New Model Army

Das Fest ist badisch-effizient organisiert, Getränkezufuhr und Leergut-Abfuhr klappt ausgezeichnet. Eine strenge Kontrolle am Eingang verhindert (zu Recht), dass die Kiddies sich mit mitgebrachten brennbaren Getränken die Kante geben und bewahrt damit eine friedliche Atmosphäre. So kann man zwischen den Live-Acts entspannt über das Gelände schlendern und wunderliche Dinge, wie einen Turm aus leeren Desperado-Kästen, bewundern:

Und ewig leuchtet der Desperado-Turm...

Mein persönliches musikalisches Fest-Highlight ist mit Kettcar schon rum. Einen Geheimtipp für die Indie-Gitarren-Fraktion gibt es noch am Sonntag, wenn »Kate Mosh« auf der kleinen Bühne spielen. Ansonsten spielen u.a. noch Seeed (Rap und Hip-Hop ist nun einmal gar nicht mein Ding, werde ich zum »Konzertfotos üben« nutzen ;-)) und Skin, die ehemalige Sängerin von Skunk Anansie. Ihre durchaus goutierbare Musik wird leider durch ihre auf die Dauer exorbitant nervtötende Stimme relativ unhörbar gemacht.
Nun ja, wir werden sehen. Und in Zeiten des Web 2.0 geht es natürlich nicht ohne einen über das ganze Wochenende beständig aktualisierten flickr-Set vom Fest.

kettcar indierock dasfest karlsruhe dasfest2006 newmodelarmy

Rundesleder

Zerstörte Fußballhistorie in Karlsruhe: Der Engländerplatz

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Auf dem Engländerplatz in Karlsruhe wird durch den Neubau einer Mensa ein historischer Bolzplatz zerstört! 1889 war dieser Platz einer der ersten Orte in Deutschland, auf dem das »englische Spiel«, Fußball, gespielt wurde, folgerichtig heisst er seit 1913 »Engländerplatz«.

1899 gab es hier sogar vor 1.500 Zuschauern das dritte Länderspiel der deutschen Fußball-Geschichte auf heimischen Boden, als eine deutsche Mannschaft gegen eine englische Profi-Auswahl antrat und mit 0:7 unterlag. Kurios: Der Veranstalter Walther Bensemann fungierte auch als Schiedsrichter.

karlsruhe fußball engländerplatz

Webworking

Zweiter Webmontag in der Fächerstadt

Am letzten Montag (3.7.2006) gab es den zweiten Web-Montag in Karlsruhe. Der zweite Anlauf fand auf Initiative von Johannes in den Räumen des Kulturvereins Kubik statt. WLAN, kühles Grape, »loungige« Atmosphäre und sogar ein Beamer – das war eine gute Wahl, Danke an Kubik!

Zwei Vorträge gab es zu bewundern: Johannes plauderte ein wenig über die Erfahrungen mit Social-Software-Tools in Unternehmen, die er im Rahmen seiner Diplomarbeit machen konnte. Das deckte sich weitestgehend mit meinen Erfahrungen aus den Abgründen der »Corporate IT«.

Und Eric gab eine kleine aber feine Einführung in Mikroformate. Sehr schön, bisher fehlte mir die Lust, mich damit tiefer zu beschäftigen, nun habe ich einen Eindruck. Letztendlich sind auch Mikroformate nur Bits und Bytes. ;-)

Fazit: Etwas weniger gut besucht als die erste Auflage, hat der Web-Montag in Karlsruhe aber trotzdem eine gute Chance, sich zu etablieren. Im Web-Montags-Wiki findet man Links zu Bildern und weiteren Blog-Beiträgen. Und natürlich laufen bereits die Planungen zur nächsten Auflage.

webmontag webmontag20060703 karlsruhe

Rundesleder Momentaufnahme

Verfallende Historie: Das Stadion an der Telegrafenkaserne

KFV-Stadion Mitten in Karlsruhe verrottet mit dem »Stadion an der Telegrafenkaserne« des Karlsruher FV einer der historischen Orte des deutschen Fußballs. Ich habe es besucht, natürlich mit Kamera, das Ergebnis ist einem flickr-Set zu bewundern.

Der Karlsruher FV, 1891 gegründet, war einer der ruhmreichen Vereine der Frühgeschichte deutschen Kickerwesens. 1905 wurde das »Stadion an der Telegrafenkaserne« gebaut und war damals eines der modernsten in Deutschland. Während sich die Kicker an anderen Orten der frühen Fußballkunst nach getaner Arbeit an Waschschüsseln waschen mussten, gab es in Karlsruhe Wannen mit fließendem Wasser und entspannende Unterwasser-Massagen!

1910 wurde der KFV Deutscher Meister, im Jahr zuvor übrigens mit Phönix Karlsruhe der Lokalrivale und Vorläuferverein des heutigen Karlsruher SC. Der KFV hatte zu dieser Zeit mit Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius »Juller« Hirsch den gefährlichsten Sturm Deutschlands. Alle drei waren Nationalspieler, und Gottfried Fuchs hält mit 10 Toren in einem Spiel, erzielt beim 16:0-Sieg Deutschlands gegen Russland während der Olympischen Spiele 1912, den bis heute gültigen Rekord für deutsche Nationalspieler. Dieser Rekord wurde übrigens auch international erst 2001 überboten.
Berühmt wurden Fuchs und Hirsch aber weniger für ihre fußballerischen Heldentaten, sondern weil sie als Juden vom DFB in vorauseilender Anbiederung an die Nationalsozialisten 1933 aus allen Länderspiel-Statistiken gestrichen wurden (vgl. diesen Artikel von Hans Wille). Fuchs war schlau genug, rechtzeitig auszuwandern, Juller Hirsch blieb in Deutschland und wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der DFB tat sich lange schwer mit der Aufarbeitung dieses dunklen und ruhmlosen Kapitels, erst in jüngster Zeit tat sich etwas in Sachen Aufarbeitung.

Und, um wieder die Kurve zum Stadion zu bekommen, in diesem Stadion rannten diese drei legendären Helden der deutschen Fußballgeschichte dem Ball hinter her. Ein historisches Länderspiel gab es auch an der Telegrafenkaserne, hier gelang der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem 1:0 über die Schweiz am 4. April 1909 vor 7.000 Zuschauern der erste Sieg in einem Länderspiel überhaupt.

Am Anstosspunkt

Haupteingang

KFV-Stadion: Die namensgebende ehemalige Telegrafenkaserne

KFV-Stadion: Blick auf die Haupttribüne

Aber die glorreichen Zeiten Karlsruher Fußball-Historie liegen fast 100 Jahre zurück, im Oktober 2004 fand der einst ruhmreiche Klub in den Niederungen der unteren Amateurligen ein ruhmloses Ende mit einer prosaischen Insolvenz. Seitdem rottet das Stadion an der Telegrafenkaserne vor sich hin.

Die meisten Zuschauer fanden sich an der Telegrafenkaserne am 19. Juni 1949 beim Wiederholungsspiel im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zwischen Offenbach und Worms ein: 35.000 (lt. dieser Quelle). Wenn man in dem Stadion heute steht, kann man sich kaum vorstellen, wo die einst alle Platz gefunden haben. Die reguläre Kapazität war 4.000 Zuschauer, auch wenn sich in den Niederungen der Amateurligen manches mal gerade noch 20 einfanden…

Wie man dem Stadtwiki entnehmen kann, soll auf dem historischen Grund ein Seniorenheim errichtet werden. Darum, wenn Euer Freund aus Leder ist und Ihr mal in Karlsruhe seid: Werft einen Blick auf das alte Stadion an der Telegrafenkaserne, Ihr findet es in der Hertzstraße.

Mein Freund ist aus Leder.

fußball karlsruhe kfv telegrafenkaserne

Zeugs

Ralle rennt

Der Rennkalender, nach Bloggerart öffentlich ;-), damit es ohne peinliche Nebeneffekte kein zurück mehr gibt:

Da ich, seit ich letztes Jahr das Laufen begonnen habe, mittlerweile die Dosis auf drei- bis fünfmal 10 bis 15km pro Woche gesteigert habe, ist Ettlingen mehr oder weniger ein Trainingslauf mit Publikum. ;-)

Aber der Halbmarathon ist schon ein stärkeres Kaliber, zumal er um 9:00 Uhr gestartet wird und ich alles andere als ein Morgengrauen-Läufer bin. Und ich habe bisher noch keine 20 km in Wettkampftempo (also, das was ich darunter verstehe, versteht sich) zurück gelegt, da müssen wir noch ein wenig drauf trainieren.

Apropos Laufen 1: Beim Laufen kann man wirklich hervorragend nachdenken, da kann ich dem Herrn Powerbook-Blogger nur zustimmen. Darum laufe ich auch, wie andernorts schon ausgiebig problematisiert, stets ohne Musik auf den Ohren. Der Flow im perfekten Gleichgewicht von Bewegung, Atmung und Gedanken wird nicht erreicht, wenn man stets auf die Musik lauscht. Es sei denn, man hört Mercedes-Mixed-Tape-Fahrstuhl-Musik, die kann man natürlich ohne Zuhören durchrauschen lassen, aber das ist meine Sache nicht.

Apropos Laufen 2: Mit laufrausch.net gibt es eine sehr hübsche Web 2.0-Anwendung auf der Basis der Google-Maps für das Teilen von Laufstrecken im Web. Mittlerweile gibt es dort auch detaillierteres Kartenmaterial, aber bisher habe ich noch vor dem »Gefummel« in dem kleinen Kartenfenster zurückgeschreckt. Aber nichtsdestotrotz eine gute Idee 2.0, da kann etwas draus werden. Und eines Tages, wenn ich mental zu Fummelorgien aufgelegt bin, werde ich mal meine Killerstrecke in den Wiesbadener Weinbergen eintragen. ;-)

laufen ettlingen karlsruhe halbmarathon

Weblogtalk Webworking

Bunter Abend in Karlsruhe

Farbiger Web-Montag Der erste Web-Montag in Karlsruhe war ein ziemlich bunter Abend. Er begann schon recht bunt, da in der ausgeguckten Lokation »Stadtmitte« niemand etwas von Web-Montag wusste, aber die Leute dort bemühten sich und stellten uns die Tanzfläche zur Verfügung. Das war zwar mitten im Lokal, aber immerhin konnte, nachdem einige Teilnehmer noch einen Beamer organisierten, das Programm wie geplant über die Bühne, äh, die Tanzfläche, gehen.

Bunt ging es weiter, unverhofft kam ich zu der Ehre, den Moderator des Web-Montags zu geben. ;-) Und so durfte ich Vorträge von Andreas Zwinkau zu Turbo Gears, von Sebastian Wagner zu Open Laszlo, erneut ein Vortrag zu qooxdo, dieses Mal von Andreas Ecker und schließlich ein Vortrag von Hanno Böck mit dem schönen Titel »Web 2.0 – A Security Nightmare?« ansagen und -hören.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten klappte alles sehr gut, die Referenten hielten sich an den Zeitplan, der Beamer beamte zuverlässig. Einziges Problem war die langsam anschwellende Lautstärke im Lokal, die nach den Vorträgen pünktlich zur »Networking-Kuschel-Phase« zu einem Crescendo in Form eines quizzenden DJ anschwoll.

Fazit: Trotz aller Probleme ein gelungener Web-Montag-Auftakt in Karlsruhe. Der nächste ist für Juli geplant, dann in etwas ruhigeren Räumlichkeiten (evtl. wieder in der »Stadtmitte«), vielleicht etwas weniger bunt und etwas heller. ;-)

Dunkler Web-Montag

webmontag webmontag20060529 karlsruhe

Musik

Großartig: Tomte live!

Tomte live, 31.3.06 - 1

Freitag abend spielten Tomte live im Substage in Karlsruhe. Und der Laden war ausverkauft! Die Glücklichen, die hinein durften, erlebten ein großartiges Konzert. Tomte-Sänger Thees Uhlmann war glänzend aufgelegt und begrüßte das Publikum mit den Worten »Hallo, wir sind Umbra et Imago, mein Name ist Mozart« (Für die Uneingeweihten: Wikipedia: Umbra et Imago). Tomte spielten einige alte Klassiker und natürlich die Songs ihres aktuellen fantastischen Albums »Buchstaben über der Stadt«. Obwohl die Band aus großartigen Musikern besteht (3/5 davon waren bereits letztes Jahr mit Olli Schulz in Karlsruhe zu bewundern, und der Hund Marie sitzt bei Tomte am Keyboard), lebt sie in erster Linie von Stimme und Präsenz des Sängers Thees. Hat er, so wie gestern, einen richtig guten Abend, wird es ein großes Konzert.

Wenn man die eher ruhigen Songs von Tomte von Tonträgern kennt, mag man sich es kaum vorstellen, aber die Menge war so enthusiasmiert, dass sich verzeinzelte BesucherInnen zum Crowd Surfing (erstaunlich, für was es alles Einträge in der Wikipedia gibt ;-)) animiert fühlten. Und sie trieb die Band zu zwei Zugaben, eine davon spielte Thees alleine mit der Gitarre. Fazit: Wer dabei war, wird garantiert beim nächsten Mal wieder kommen, und dann wird das Substage sicher zu klein sein…

Pardon für das lausige Bild (ich habe noch eins und noch eins), aber die Umstände ließen keine Highlights der Fotokunst zu.

tomte musik karlsruhe substage

Momentaufnahme

Der Frühling kommt!

Spur des Frühlings Zur Erbauung in diesen ewigen weißen Zeiten des Schneefalls ein wenig unmotivierte Naturfotografie, gestern in Karlsruhe gesehen. Wird wirklich Zeit, dass das mit dem Winter aufhört, ich bin sowieso kein Freund davon. Im Interesse der guten Sache ( = Vertreibung des Winters) verstoße ich gerne mal wieder gegen das 12. Gebot, das da lautet: »Du sollst Deine Blogleser nicht langweilen mit Bildnissen Deiner Kinder, Deiner Haustiere und unmotivierten Lichtbildern von Pflanzen.« ;-)

krokus karlsruhe frühling

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden!

Was hier noch mit einem Fragezeichen versehen war, kann nun mit einem fetten Ausrufezeichen versehen werden, wie man dieser Meldung der Freie Software Presseagentur entnehmen kann. In seinem Blog plaudert LinuxTag-Pressemeldungs-Mensch Markus ein wenig über die Hintergründe: »Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der ‘grünen Wiese’ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten.« Das macht die ganze Sache verständlich. Die Rhein-Main-Hallen befinden sich zumindest schon mal in der Innenstadt Wiesbadens, also das, was man hier in Wiesbaden so Innenstadt nennt. Also keine grüne Wiese ;-)
Schade ist es schon, der LinuxTag in Karlsruhe hatte durch seine Einbettung in die örtliche Szene seinen besonderen Charme. Da in Wiesbaden keine nennenswerte vergleichbare Szene existiert, bin ich gespannt, wie der LinuxTag dann, gerade was das »nicht-offizielle Programm« angeht, aussehen wird.

linuxtag karlsruhe wiesbaden

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden?

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

linuxtag linux karlsruhe wiesbaden

Linux Ontour

LinuxTag 2005 - Das wars!

Aus und vorbei! Aus und vorbei, der LinuxTag, lieblos hängt das Eintrittskärtchen mit seinem gelben Band am erstbesten Plakat auf der Straße. ;-)

Ein Fazit: Ich werde nicht in den »früher war alles besser«-Chor einstimmen. Im Gegenteil, ich finde es interessant, dass der LinuxTag, trotz aller Kommerzialisierungsbemühungen noch stets vom bunten Auftreten der Community geprägt ist und die business-uniformierten StandwächterInnen wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren bis auf einen gut vorbereitet und angenehm zu verfolgen. Man bekommt Anregungen, dieses und jenes einmal auszuprobieren, und es ist eine tolle Sache den Heroen der Freien Software-Welt einmal leibhaftig zu begegnen. Damit genug des Geblogge vom LinuxTag, meine Bildsammlung, die das gratis Flickr-Monatsvolumen gesprengt hat, gibt es hier zu sehen, aller Bilder mit dem Tag linuxtag sind auch einen Blick wert.

Andere Leute haben auch über den LinuxTag gebloggt. Der Preis für den kürzesten LinuxTag-Besuch geht an Steven: »Angekommen beim Kongresszentrum, wunderte ich mich schon, warum alle so gelbe Plaketten um den Hals trugen. Diese bekam ich dann aber beim Bezahlen der Eintrittskarten auch ;) Leider war das Event dann total auf die Firmenschiene gelegt, was mich dazu veranlasste nach knapp einer Stunde den Heimweg anzutreten.« Das mit der interessanten persönlichen Begegnung wird mitunter auch ganz eigen interpretiert, wie z.B. bei honza: »Es war auch interessant, mal die Typen zu sehen, die den ganzen Kram entwickeln. Ich hätte es nie gedacht und für ein Klischee gehalten, aber die meisten sehen wirklich irgendwie gestört aus. Manche von ihnen scheinen nur ab und zu mal Sonne oder Tageslicht zu sehen…« Und manchmal hinterlassen LinuxTag-Besuche auch ihre Spuren in den ewigen Annalen menschlicher Tragik, die Rammstein einmal so treffend mit »die selbe Sache, das alte Leid« besungen haben, höret was Tolimar zu berichten hat: »Met a nice girl the other day and I would really like to tell you all that I have fallen in love. But I haven’t, since she seems quite happy with her current boyfriend.« Das Schlußwort gehört dem Sil53r Surf3r, zum Thema LinuxTag und persönliche Begegnung: »Allein schon, einige der Gesichter zumindest einmal gesehen zu haben, macht bereits eine Menge aus. Um nicht zu vergessen, daß Software von Menschen für Menschen gemacht wird und daß es sich dabei nicht bloß um seelenlose Produkte handelt. Wenn man den Enthusiasmus erlebt, mit dem einige der Autoren ihre Projekte vorstellen, dann spürt man deutlich, wieviel Engagement und Herzblut sie – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – in ihre Software-Produkte investiert haben und auch heute immer noch investieren. Das motiviert auch, sich als Anwender weiterhin intensiv damit zu befassen.«

linuxtag linux karlsruhe

Linux Ontour

LinuxTag 2005

Nun ist es schon wieder so weit, der LinuxTag 2005 wird unter dem Motto »Linux everywhere« eröffnet. Wie im letzten Jahr werde ich auch bei der diesjährigen Ausgabe in Karlsruhe weilen und mich in das bunte Treiben rund um das freie Betriebssystem stürzen. Gleich zur Eröffnung gibt es einen prominenten Gast: Jimmy »Jimbo« Wales wird mit einer Keynote zum Thema »Free Content in a Free World: The Wikipedia Phenomenon« das freie Vortragsprogramm eröffnen. Zur Einstimmung: In der LinuxNacht gibt es bereits jetzt ein Audio-Interview mit Jimbo Wales.

Außerdem interessant am Donnerstag: Im Practical Linux Forum dreht sich alles um PHP und MySQL, Heroen wie der PHP-»Erfinder« Rasmus Lerdorf und MySQL-Mastermind Michael »Monty« Widenius haben den Weg nach Karlsruhe gefunden.

Und es gibt auch noch ein Treffen der S9Y-Blogger, und für Donnerstag abend ist auch noch ein Bloggertreffen im Rahmen des KaLUG-Grillfestes geplant. Ordentlich was los also, in Karlsruhe. ;-)

linux linuxtag karlsruhe