Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

ipod

Gefährliche Mixtur

Seltsames

iPod-Wahn und aus den Auswüchsen des anglo-amerikanischen Kulturimperialismus geronnene Pseudo-Feiertage (Helloween ist natürlich gemeint, was für eine gesellschaftskritische Formulierung, wa? ;-)) sind eine gefährliche Mischung für den ästhetisch anspruchsvollen Betrachter. Insbesondere Damen scheint es zu erwischen. Neben dem laufenden iPod aus dem kleinen Bildchen links (»Oh Baby, let me turn your clickwheel …«) gibt es noch die laufenden weiblichen Silhouetten aus den berühmten iPod-Anzeigen und, »Push play to start«, die klassischen Bedienlemente des MP3-Players auf weiblicher Haut. Abgründe tun sich auf, wenn man nur lange genug in Flickr wühlt …

ipod helloween

»All the things that bring the idiots joy«

Mac

Apples »One more thing«-Events waren auch schon mal besser. Wer um alles in der Welt will sich denn auf einem sonderbriefmarkengroßen Schirmchen Videoclips anschauen? Oder all’ den Müll, der sich auf den ca. 300 Kanälen meines digitalen Sat-Receivers täglich durch den unschuldigen Äther quält, auch noch im iTMS kaufen oder downloaden oder was weiß ich? Oder gar Videoclips von irgendwelchen hampelnden Dödeln für 1,99 Dollar kaufen und dann auf dem winzigen Dingen gucken? Verstehe ich nicht.

Ich hoffe doch sehr, dass es nächstes Jahr nach dem großen Switch auf die Virenschleuder-Plattform zur Abwechslung mal ein paar anständige Rechner von Apple gibt statt dieses immer sinnfreier werdenden multimedialen Gedöns …

AdbdB mac ipod

Der iPod verändert unser Leben

Musik

Behauptet Michael Althen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: »Wie der iPod unser Leben verändert hat«. Dabei schlägt er den ganz großen Bogen, von den Zeiten, die meine Generation (gute Güte, klingt das Oldie-mäßig ;-)) noch gut kennt: »Vor langer, langer Zeit – kunstgeschichtlich also etwa vor Erfindung der Zentralperspektive – haben Menschen Musik auf tellergroßen schwarzen Scheiben mit einem Loch in der Mitte gespeichert, auf denen eine Rille vom Rand zur Mitte lief, die von einer Nadel abgetastet werden mußte, um die Musik hörbar zu machen. […] Man muß sich das mal vorstellen: Menschen kauften sich Schallplatten, setzten sich auf einen Sessel oder legten sich aufs Bett und starrten stundenlang aufs Plattencover, küßten es, falls der Künstler darauf abgebildet war, oder rätselten über dessen Bedeutung, falls es abstrakterer Natur war. « Über das Tapedeck und die CD geht es hin zur Digitalisierung und der digitalen Musikikone unserer Zeit, dem iPod. Und bringt recht gut auf den Punkt, was den iPod (oder eben andere tragbare Player mit großen Platten) von Walkman, Minidisc-Player und Konsorten unterscheidet: »Das Problem mit Musik ganz allgemein ist jedoch, daß man mitunter zwar gerne etwas hören würde, aber nicht immer die Entscheidungskraft aufbringt, sich auf eine bestimmte CD, Gruppe oder auch nur Richtung festzulegen. […] Der iPod stößt in diese Lücke des musikalischen Leerlaufs. Man stellt ihn an, und der Zufallsgenerator wählt irgendeinen Song, von dem man nur so viel sicher weiß: daß man ihn irgendwann mal gut genug fand, um ihn auf den iPod zu überspielen. Und regelmäßig ist man überrascht: Man wäre selbst nie auf den Song gekommen, hätte sich gegebenenfalls womöglich sogar dagegen entschieden, aber in dem Moment, wo er erklingt, kommt die Erinnerung zurück.« Der Zufall also wieder. Auf den kommt man in diesen digitalen Zeiten immer wieder zurück. Irgendwie related: Flickr: Photos tagged with ipod

musik mp3 ipod