Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

berlin

Palast-Zweifel

Momentaufnahme

Palast der Republik
Palast der Republik im Rückbau

Es ist Sonntag, und Ihr habt ein Recht auf ein Ruinenbild! Sogar zwei. Der jüngste Besuch in Berlin musste selbstverständlich zu einem Besuch bei der sozialistischen Lieblingsruine, dem »Palast der Republik«, genutzt werden. 18 Monate liegen zwischen den beiden Bildern, und sie zeigen, dass die »Zweifel« des Palastes trotz des einst noch sonnigen blauen Himmel gerechtfertigt waren. Der Wahn, Geschichte mit der Abrissbirne zu entsorgen, wird noch ziemlich teuer werden. Und die Zukunft nach dem so genannten »Rückbau« liegt im grauen Himmel über der entkernten Ruine verborgen und bietet reichhaltigen Raum für trefflich zu lesende ausschweifende Betrachtungen.

palastderrepublik berlin rückbau

Schreie vom Campus

Weblogtalk Ontour

BarCampBerlin ist in vollen Gange. Nach der Phase der Selbstorganisation ging es in die Sessions.

Mein erstes Thema war AJAX vs Accessibility. Vorrangig ging es um die Problematik der Zugänglichkeit von Websites beim Einsatz von Ajax, einige kollektive Notizen gibt es im Netz zu lesen.
Und an meinem Platz gab es Strom und WLAN. Oh ja! ;-)

Danach gab Oliver Gassner eine Einführung in die Möglichkeiten für Pro-Blogger in Deutschland, hier meine Notizen, live getippt und relativ uneditiert (wir erwarten gleich Mittagessen, Zeit drängt ;-)):

BarCampBerlin: Oliver Gassner verrät die Geheimnisse des Pro-Bloggen Pro-Bloggen: Weblogs schreiben und dafür Geld bekommen. Nicht: Firma haben und ein Blog machen.
Die Modelle:

1. Adsense und Co.:
Funktioniert in USA recht gut (5-6 stellige Beträge/Monat), teilweise ergänzt mit Partnerprogrammen. Bildblog+Spreeblick sagen für D: “Man kann davon nicht leben.” Es geht nur für deutsche Blogger, wenn sie Englisch schreiben (Google Blogoscope).

2. Banner:
Zu wenig los auf deutschen Blogs dafür.

3. Honorar:
Was bloggen und sich dafür von irgendwem bezahlen lassen.
Übliche Tarife: 500 EUR für “ich pflege Euer Blog für einen Monat und bloggen jeden Tag etwas, wenn es nix zu bloggen gibt dann eben nicht”

4. Sponsoring:
Bsp. blog.literaturwelt.de – Bloggen von der Buchmesse

5. Sonderfall “Kompetenz”:
Man bloggt über sein Kompetenzfeld und lockt damit Kundschaft an.

6. Modell “Blog-Kompetenz-Nomade”:
A la Johhny Häusler auf allerlei Konferenzen auftauchen und Vorträge halten und Panels moderieren und “London Calling” singen. ;-)

These: Man muss im Netzwerk bloggen, und Geld mit einem Mix der obigen Methoden einfangen.

barcampberlin barcamp berlin

Berliner Camp 2.0

Ontour Weblogtalk

Dieses Wochenende hat es den Teilzeitblogger in die Hunde-Hauptstadt der Republik nach Berlin verschlagen: BarCampBerlin steht auf dem Programm. Eine Art Web-Montag, nur länger. Und mehr. Ich bin sehr gespannt.
Ihr könnt daher ob dieses Anlasses an diesem Wochenende mehr Sachen in diesem alten Blog auf dem Weg nach unten erwarten, als sonst derzeit in 3 Wochen. Verweilt also eingeschaltet!

Wikipedia: »BarCamp«

[Update]: Es hat begonnen, WLAN gibt es auch. Und die ersten Fotos sind schon in flickr. Von mir gibt es ein Set, das laufend aktualisiert wird.

BarCampBerlin: Treiben im Hof

barcamp barcampberlin berlin

Aus den Zeiten des Spreeblicks

Ontour Momentaufnahme

Spreeblick Die Zeiten des Blickens in die Spree sind wieder vorbei, die Jahresendzeittour ist beendet und die Redaktion befindet sich wieder im heimischen Bürohochhaus in Wiesbaden. Hä? Redaktion? Hochhaus? Klar, das macht man jetzt so, Pluralis Majestatis ist im Microcontent-Kosmos der Blogosphäre schwer en vogue. Das machen wir jetzt auch so. ;-)

Silvester trieben wir uns auf den Straßen Berlins herum. Noch nie haben wir so viele Knaller gehört und gesehen. Vom Nachmittag an knallte es in einer Tour, wobei die dumpfe Freude am reproduzierbaren Wunder des Knallens nach unseren empirischen Forschungen korreliert mit der Zugehörigkeit zu gewissen bildungsfernen Schichten, auf den Punkt gebracht: Je Unterschicht, desto laut. Jederzeit rechneten wir damit, dass ein Knaller neben unserem Ohr explodiert, weil die besonders unterschichtigen Unterschichtlicher maximale Satisfaktion erst aus dem Knallen in dicht bevölkerten Menschengruppen gewinnen können …

Vor dem Palast der Republik fand, von zwei Polizeiautos aufmerksam beobachtet, eine kleine Silvesterparty mit Musik und Lightshow statt. Es hätte dort aber voller sein können:

Silvester am Palast der Republik Silvester am Palast der Republik

Überhaupt, Palast der Republik. Eingedenk der Tatsache, dass selbiges Bauwerk demnächst wohl abgerissen wird, veranstalteten wir dort eine ausgiebige Fotosession, dessen Resultate peu à peu an den bekannten Orten zu sehen sein werden. Abgerissen wird der Palast sicher werden, denn es geht nicht um eine rationale städteplanerische Entscheidung, sondern um eine ideologische Abrechnung, wie die Wortwahl »sozialistischer Schandfleck« des CDU-Generalsekretärs Frank Henkel (lt. heute) sehr schön verdeutlicht. Für manch einen sind die ideologischen Kämpfe von damals noch lange nicht vorbei…

Palast der Republik Abbruch statt Aufbau Ost? Symbol Ost und Symbol West

Für die Palast-Bilder gibt es einen eigenen Flickr-Set, der in den nächsten Tagen noch Zuwachs bekommen wird.

Rundlederwelten

Am Neujahrstag ging es in die Rundlederwelten. Ein Ausstellung rund um Fußball und Kunst, noch bis zum 8. Januar im Gropius-Bau zu sehen. Tolle Sache, erstaunliche Werke gibt es da zu sehen, wie den Eckball mit Borussia-Enblem, der tatsächlich an einer Mauerecke klebt, oder die verbotenerweise mit dem Handy fotografierte Heldengalerie der Weltmeisterelf von 1974. Die Helden von einst schauen in bewährter Fußballbildermanier in den Trikots von damals, die Fotos sind aber von heute. Bei manch einem muss man zweimal hinschauen, um ihn wieder zu erkennen.

Danach waren wir durstig wie nach einem harten Spiel, darum stand ein kühler Trunk im FC Magnet auf dem Plan, denn dort gibt es nicht nur kühle Getränke, sondern auch eine Ausstellung mit Fotos des Gladbacher Ballgott Günter Netzer zu sehen. Netzer im ersten Ferrari auf den Straßen Mönchengladbachs, Netzer auf den Rängen des Bökelbergs, usw. Kann man sich anschauen, als Hardcore-Gladbacher, wenn man eh in der Nähe ist. Ist aber auf alle Fälle eine nette Bar, der FC Magnet.

Auf dem Weg dorthin verliefen wir uns ganz kräftig und standen plötzlich an den Überresten der Berliner Mauer in der Bernauer Straße: Die Mauer Dank allzeit bereitem Stativ in der Tasche konnten wir auch dort ein paar Fotos machen. Das Ambiente des ehemaligen Todesstreifens, der auch in seinem Zustand als Gedenkstätte vergangener Zeiten nicht gerade die Aura eines netten Plätzchens für einen lauschigen Spaziergang ausstrahlt, und das feuchte, leicht neblige Wetter schrien laut »Bilder machen«…

Die Mauer Die Mauer Die Mauer Die Mauer Nach so einem düsteren Ort braucht man ein wenig Spass, den hatten wir dann mit Kameras auf dem Bahnsteig der Berliner U-Bahn.

Und zum guten Schluss, damit wir die Tagebuchseite mit Berlin abschließen können, speziell für Herrn andI, das ultimative Old-School-Foto-Konferenz-Blogger-Mützen-Bild, aufgenommen als Selbstportrait auf dem Balkon an der Glasfront des verfallenen Palast der Republik: Auf dem Palast der Republik

berlin palastderrepublik fußball rundlederwelten mauer

22C3 hinterlässt Spuren - nicht nur im Schnee

22c3 Ontour

Schon der dritte Tag auf dem 22C3. Das bleibt nicht ohne Spuren. So kam der Autor dieses kleinen Blogs aus heiterem Himmel auf die Idee, dass es ziemlich kühl ist, auch in geschlossenen Räumen eine Mütze zu tragen. Wenn sich also jemand aus der verehrten Leserschaft auf dem 22C3 herumtreibt und einen Typen (oft ;-)) im Art-&-Beauty-Bereich mit einem Mac auf dem Schoß und einer Mütze auf dem Kopf herum sitzen sieht – einfach mal Tach sagen, denn mit einem Bloggertreffen wird es ja wohl mangels global anerkannter Koordinierungsinstanz nix mehr werden. Alex im Winter Das Wetter in Berlin ist die Hölle, nichts kann ich so wenig ausstehen wie Schnee und Kälte. Andererseits hat diese Witterung, ästhetisch gesehen, auch ihre interessanteren Momente, wie dieser nächtliche Schuss aus dem Fenster des Circus andeutet. Volksbühne

22c3 berlin winter mütze

Berlin im Schnee

22c3 Ontour

Volksbühne im Schnee Ganz Berlin, wo ich gerade beim 22C3 weile und kräftig konferenzblogge, liegt im Schnee und ist genau so kalt, wie man sich Sibirien halt so vorstellt. Das Bildchen zeigt übrigens den Blick aus der Unterkunft auf die berühmte Volksbühne.

Hier, wo wir unter uns sind, kann ich mal erzählen, dass dieses Jahr der Anteil der Ober-Verpeilten und Kiddy-Pseudo-Hacker ziemlich hoch ist. Neben mir sitzen ganz pöse Hacker, die meinen, wenn sie Enigmail im Thunderbird installieren, wäre die Abfrage ihres unverschlüsselten POP3-Accounts sicher. Dem schadet ein gecrackter Account aber nicht, er fiel mir schon vorher durch telefonieren während eines Vortrags auf und trägt damit den Stempel Wünschenswertes Opfer fett auf der Stirn…
Und ein voluminöser Verpeilter von geschätzten 100 Kg flog quer durch das Auditorium und riss dabei fast die versammelten Notebooks vom Tisch. Ne ne ne. ;-)

Die interessanten und guten Sachen (die natürlich in der Überzahl sind, keinen falschen Eindruck hier mitnehmen) erzähle ich weiterhin drüben

berlin volksbühne 22c3