Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Archivierte Artikel mit dem Tag apple

Mac Linux

Der »Un-Unswitcher«

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

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Mac

Ein Fass namens Powerbook

So ein Apple Powerbook ist ein Fass ohne Boden: Nach dem Akku und der Festplatte hat es nun, kurz vor dem dritten Geburtstag des kleinen Silberlings, das Netzteil erwischt. Es wird heiß und hat einen Wackelkontakt am weißen Gehäuse, außerdem roch es gestern Abend nach dem typischen »Der Lötkolben war zu lange am Transistor«-Aroma und wurde glühend heiß. Da so ein Wackelkontakt das Risiko eines Kurzschlusses beinhaltet, und man nicht ständig mit dem Feuerlöscher im Anschlag neben dem Schreibtisch stehen kann, musste also am heutigen Vormittag ein neues Netzteil organisiert werden. Was bei MKV problemlos klappte. Das Netzteil scheint bei Apple Verbrauchsmaterial zu sein, anders ist der wirklich beeindruckende Vorratsstapel von Netzteilen bei MKV, dekorativ gleich am Eingang platziert, nicht zu erklären.

Apple ist aber lernfähig, die 2006er-Generation ist an den entscheidenden wackelkontaktanfälligen Stellen verbessert worden, das Bildchen zeigt den entscheidenden Unterschied zur 2003er Auflage:

Auch die zweite Bruchstelle, am Stecker mit den dekorativen LED-Ringen, wurde stabilisiert und verbessert. Nun denn, hoffe ich mal, dass das nun der letzte Defekt war.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die Arbeit mit Mac OS X lohnt alle Mühen. Ich habe Erfahrung mit OS X, Linux und Windows, in letzter Zeit habe ich eine Website-Produktion mit Windows-Maschinen und eine mit dem Mac gemacht. Es sind Welten, die in Sachen Produktivität, Workflow und nicht zuletzt dem »Look-and-Feel«-Faktor zwischen den beiden Systemen liegen.

Apple-Powerbook-Netzteil Apple 65 W Liebliche Pictogramme Verpackung, offen Das neue teure Stück

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Mac Techkram

Der Mythos der »Roten Box«

Seit der Boot-Camp-Vorstellung kann man Spekulationen lesen, Apple würde ins nächste OS X eine »Red Box« einbauen, die das Starten von Windows-Programmen (à la Classic) unter OS X erlauben würde, so in der Art von Wine. Schöner und detaillierter als ich es je könnte, führt Daniel Eran aus, warum derartige Vorstellungen von einer gewissen technischen Naivität gespeist und daher eher unwahrscheinlich sind: »Unraveling the Red Box Myth«:

»Which raises a question for the second leap of logic: why? Why would Apple have an interest, desire, or profit motive to sideline its existing business, and developments already in progress, to devote a massive investment in maintaining a secondary version of the Windows platform, entirely dependent on the whim of Microsoft? […] No, Cringely and an army of wishful thinkers demand that Apple spend up its limited resources making Mac OS X run a limited selection of Windows applications in a strange compatibility box, where they look and feel neither exactly like Windows nor native to Mac OS X. How ridiculous! The ideas behind the Red Box Myth are so patently absurd that anyone who refers to it as the logical next step for Apple deserves to have their credibility seriously called into question.«

Für jede(n) mit Interesse am immerwährenden Betriebssystemzirkus aus der Perspektive eines angebissenen Stück Obstes gilt: Lesebefehl!

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Mac

Die Hölle friert zu: Windows auf Macs!

Sowas! Apple ist immer wieder für eine Überraschung gut und unterstützt mit Boot Camp offiziell die Installation von WinXP auf Intel-Macs. Vielleicht lässt die Namenswahl ja auf die Intention schließen: Wikipedia – Bootcamp.

Mir persönlich würde schlecht und ich bräuchte ganz schnell eine Tüte, wenn auf dem schönen Mac das abscheuliche Virenschleudersystem booten würde. Abgesehen davon lehrt die Dual-Boot-Erfahrung mit Linux und Windows auf einem PC, dass man keinen Bock hat, ständig das System zu rebooten, nur um eine Anwendung zu starten.
Dual- (oder Multi-)Boot ist also, außer man ist Softwareentwickler und braucht einen Zoo von Systemen zum Testen, auf die Dauer nicht praktikabel. Zumal es auf Macs mit Mac OS X nicht üblich ist, das System nach der Arbeit herunter zu fahren und zu Beginn der nächsten Session wieder neu zu booten.

Aber: Ist das ein genialer Schachzug oder der Anfang von Apples Ende?

Geschichte wiederholt sich zwar nicht. Aber man kann, soll und muss aus ihr lernen. Also: Einst gab es ein System namens OS/2. Innerhalb des Systems lief das damalige Windows 3.1. Also sagten die Softwarehäuser: »Hey, OS/2-User, warum sollen wir uns der Mühsal unterziehen, eine OS/2-Version von KannNichtVielAberKostetNeMenge zu entwickeln, wo Du doch problemlos die Windows-Version nutzen kannst?«
Tja, und so wollte irgendwann niemand mehr das schöne OS/2 benutzen, weil es keine Software dafür gab, und heimlich still und leise verstarb es, weil es nur noch auf Geldautomaten Verwendung fand…

Man darf gespannt sein. Vielleicht markiert dieser Tag den Anfang vom Ende.

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Mac

iTunes + iWeb = iSekte

Nach der Keynote von Steve Jobs, dem großen Heiligen der Apfel-Sekte, wird Apple Microsoft immer ähnlicher. Nicht nur, dass die Rechner nun Virenschleuder-Prozessoren enthalten (okay, vergesst die Polemik, das ist nur eine Abstraktion im Rahmen meiner globalen Argumentation, das hier, mit dem bekloppten Namen, hat definitiv den ultimativen »Haben-Wollen-Faktor« ;-)), auch die Software aus Cupertino legt zunehmend Verhaltensweisen an den Tag, für die Microsoft und Konsorten in der Vergangenheit oft, und das zu Recht, kritisiert wurden.

Da wäre zum einen die skandalöse »iTunes telefoniert nach Hause«-Geschichte. Präzise gesagt, nicht nach Hause, sondern mit einer Domäne 2o7.net, die einer Marketing-Firma(!) names Omniture gehört (siehe since1968.com: Omniture, Apple, iTunes, and Privacy). Wie drückt es Airbag-Blogger Greg Storey 100%ig zutreffend aus: »Apple is starting to tread on grounds they normally blast MS for, lame.«
Richtig ärgerlich ist der Tenor der Reaktionen (exemplarisch: Die Kommentare zu diesem Mac-Essentials-Artikel): »Apple sind die GUTEN!« schreibt dort einer wahrhaftig. Welches Maß an naivem Apologetentum kann man einem (selbstverständlich) gewinnorientiertem Unternehmen entgegenbringen? Damit können wir also festhalten: iTunes ist der würdige Nachfolger des Windows Media Player, denn dessen seinerzeit entdeckte E.T.-Funktion bewegte sich auch nicht in anderen Daten-Dimensionen…

Mit etwas weniger Tragweite für unsere Daten kann man diese Beobachtung, zum anderen, ein weiteres Mal machen: Todd Dominey stellt fest, dass der Quellcode der mit der neuen iWeb-Applikation erstellten Seiten eine große unschöne unsemantische div-Suppe ist (man schaue sich einmal hier den Quellcode an). Und wieder feiern die Sekten-Anhänger in der Kommentarspalte von Mac Essentials ein fröhliches »Alles nicht so schlimm«-Fest, denn es ist ja von Apple, und das sind die Guten…
Über iWeb kann man natürlich erst etwas sagen, wenn man es einmal genauer zwischen Maus und Tastatur hatte, möglicherweise liegt die div-Suppe an einer fehlerhaften Einstellung. Daher behalten wir die Plakette mit »iWeb ist das neue Frontpage« noch ein wenig in der Schublade und warten erst auf weitere Fakten…

Interessant ist übrigens auch, dass die Reaktionen auf die iTunes-Datenübertragung in der englischsprachigen Blogosphäre deutlich harscher und weniger Apfel-Sekte-geprägt waren als im deutschsprachigen Bereich. Ist es im Lande der Payback-Karten sowieso den meisten egal, was mit ihren Daten passiert? (»Ich habe ja sowieso nichts zu verbergen…«)

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Mac

Mein toter Powerbook-Akku

Akkus von Apple-Notebooks und das nette Progrämmchen coconutBattery, das auch auf dem Bildchen oben zu sehen ist, sind gerade in aller Blog-Munde, z.B. bei Andreas, metamac oder vowe.

Wie man auf dem Bild oben sehen kann, ist mein Akku nach 27 Monaten und 270 Ladezyklen hinüber. Er lädt nicht mehr (ja, die üblichen Ratschläge von wg. Reset der PMU etc. wurden ausprobiert), oder zumindest nicht mehr viel. Er hält zwar noch tagsüber mehrere Stunden ohne Strom den Ruhezustand im Speicher, aber zieht man im eingeschalteten Zustand den Stecker ab, ist 20 Sekunden später Feierabend.
Da ich ein Feuer-Paranoiker bin, lasse ich das Notebook niemals unbeaufsichtigt am Stromnetz hängen, d.h., der Akku wird praktisch ständig ein wenig entladen und bekommt dann beim nächsten Gebrauch wieder Strom und lädt. Das ist ihm wohl gar nicht gut bekommen.

Nun habe ich in Ebay einen neuen Akku erstanden, ein kompatibles Gerät von einem anderen Anbieter (schlechter als das Original-Teil von Apple kann er ja kaum sein…). Den habe ich einige Male be- und entladen und erst einmal raus genommen. Für den normalen Daheim-Betrieb reicht der kaputte noch. Nun müsste ich noch einen Trick kennen, wie man den Akku wechseln kann, ohne anschließend das System neu starten zu müssen. Oder sollte ich lieber denken: »Egal, ich nehme jetzt den neuen Akku bis er auch kaputt ist, zu viel problematisieren darüber schadet nur dem Karma…«

Übrigens: coconutBattery ist nett, aber echte Männer holen Informationen über den Akku ein, indem sie das Terminal öffnen und ioreg -l | grep -i IOBatteryInfo in die Kommandozeile tippen (via weiß nicht mehr, findet man in diversen Foren).

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Mac

Crufty Apple?

Okay, Microsoft ist ein dankbares Opfer. Aber Apple! Was ist nur mit Apple los? Frage nicht nur ich mich, sondern auch Rui Carmo fragt sich auf The Tao Of Mac: »Is Mac OS X Becoming Crufty?« Crufty kommt von cruft (ich kannte das Wort auch nicht ;-)). Wenn man Apple nicht als religiöses Objekt betrachtet, muß man feststellen, dass Mac OS X und die Apple-Applikationen Verhaltensweisen an den Tag legen, die für Windows-Benutzer normal sind, aber eben nicht auf dem Mac. Damit meine ich nicht nur die angebliche Notwendigkeit, beim Wechsel des Betriebssystems eine Neuinstallation machen zu müssen, sondern auch Abstürze und Unzuverlässigkeiten, die der Mac-User als solcher nicht tolerieren mag. Apple mag sich wohl derzeit lieber obercooler Hardware für blasse Jüngelchen, die mit weißen Ohrhörern posen möchten, oder irgendwelchem Home-Entertainment-Video-Zeugs, dass niemand braucht, widmen, statt den Tiger (und damit das eigentliche Kerngeschäft) in die Schiene der gewohnten Qualität zu heben. Es ärgert mich schon jetzt granatenmäßig, dass ich demnächst einen halben bis ganzen Tag opfern muß, um das Powerbook neu zu installieren.

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Ich halte Mac OS X für das beste Betriebssystem weit und breit, nichts kommt an dessen durchdachte Benutzungs- und Designkonzepte heran. Aber windows-mäßiges Gebaren (Abstürze, Neuinstallationen, endlose Reboots etc.) halte ich in einer Hard- und Softwarekombination der Appleschen Preisklasse für nicht akzeptabel.

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Mac

Mac OS X Tiger - Der Reinfall des Jahres?

Es geht doch nichts über eine reißerische Überschrift. ;-) Aber mit einem durchaus ernsthaften Kern, mir geht es wie Jon, Jeremy oder Andreas: Mac OS X Tiger ist alles andere als der große Wurf. Zumindest auf meinem »schon« zwei Jahre altem Powerbook. Seit dem Update swapt der Rechner in allen Lebenslagen, letztens habe ich es in sieben Minuten(!) nicht geschafft, das aus iPhoto gestarte Photoshop zu schließen, iPhoto zu schließen und den bereits geöffneten Safari zwecks Upload des gerade bearbeiteten Bildes dazu zu bringen, auf Benutzereingabe zu reagieren. Fröhlich rotiert das Strandbällchen. Das ist lächerlich, die übelste Virenschleuder mit XP ist nicht so lahm!
Dashboard habe ich schon deaktiviert, den Spotlight-Prozeß nach jedem Boot mit renice niedrigste Priorität gegeben – trotzdem ist das Notebook ständig auf der Festplatte am rödeln. Und die Krönung – das Dingen stürzte tatsächlich im laufenden Betrieb ab oder das Trackpad reagiert plötzlich nicht mehr auf Eingaben, während der Rechner weiter läuft – früher undenkbar, was für eine bodenlose Schlamperei.

Okay, ich habe nun bereits von Jaguar auf Panther und von Panther auf Tiger aktualisiert – aber hey, das ist Mac OS X, nicht Windows ME, das muß das abkönnen. Nun muß ich es wohl oder übel wie Andreas am baugleichen Powerbook machen, nämlich eine Neuinstallation durchführen. Das geht mir granatenmäßig auf alles mögliche, ich habe auf solch’ überflüssige Beschäftigungen überhaupt keine Lust. Aber was will man sonst machen.

Fazit: Fetter, sehr fetter Minuspunkt für Apple.

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