Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk Webworking

Bloggen mit Zeichen: sadlittlewebjournal

Weblogsoftware. Ja, letztendlich nutzen wir alle die großen Brummer unter den Weblog-Softwarepaketen, die sich alle ähnlich sind, mit den vielen komfortablen Funktionen, mit Glocken und Pfeifen. Aber es gibt auch die Exoten, die einen ganz anderen Ansatz verfolgen (vgl. z.B. Nanoblogger). Eines davon: sadlittlewebjournal.
Dabei handelt es sich um ein Bündel von Perl-Skripten, das mit MySQL oder Postgresql zusammen werkeln mag. Das Besondere: Die Oberfläche wird ausschließlich aus ASCII-Zeichen aufgebaut. Oben links baut man ein Stück ASCII-Art für den individuellen Touch ein, oben rechts rotieren Zitate oder blöde Sprüche, die man über das Backend eingebaut hat. Kurze Nachrichten, ein Weblog/Journal, statische Seiten für längere Beiträge, eine Bilder-Galerie: alles drin! Ich habe mal eine Testsite gebaut, und ich muss sagen, es macht wirklich Spaß, mit sadlittlewebjournal zu spielen. Und wo gibt es schon ein Weblog, dass in einem grafischen Browser (siehe Bild oben) fast genauso aussieht wie im Terminalbrowser lynx (s.u.)? ;-) sadlittlewebjournal steht unter der GPL, benötigt, wie gesagt, MySQL oder Postgresql, und einige Perl-Module, die man aber flott mit der CPAN-Shell installiert bekommt.

Fazit: Ein kühles Progrämmchen, ich suche nun händeringend nach einer sinnvollen Anwendung dafür. ;-)

weblogs sadlittlewebjournal

Weblogtalk Ontour

ZKM-Tagung: Weblogs, Podcasting & Videojournalismus

Am kommenden Freitag und Samstag, den 23. und 24. September 05, veranstaltet das ZKM in Karlsruhe eine Veranstaltung mit dem wohlklingenden Titel »WEBLOGS, PODCASTING & VIDEOJOURNALISMUS. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potentialen«. Referieren werden, neben Größen aus dem akademischen Umfeld, u.a. Don Alphonso und der in diesen Zeiten wohl unvermeidliche Spreeblick-Johnny.

Solch’ eine interessante Problematisiererei lasse ich mir normalerweise nicht entgehen, aber leider ruft am Freitag die Pflicht. Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es noch ein Bloggertreffen in räumlicher Nähe des ZKM, da werde ich dann auch erscheinen.

weblogs podcasting zkm

Lagedernation Seltsames

Ho ho ho, und ne Buddel voll Rum!

Ahoi, Ihr Leichtmatrosen und Landratten! Heute ist »International Talk Like A Pirate Day«, und ich werde Euch Kielholen, wenn Ihr nicht umgehend etwas wie ein Pirat bloggt.
Apropos, heute konnte man in Berlin erleben, dass eine windschiefe Kogge mit Pfeffersäcken und Landratten an Bord von Berlin aus Kurs auf Jamaika nehmen will. Ho ho ho, drei Steuerleute wollen sie auf die Brücke stellen. Jeder gibt einen anderen Kurs an, und statt in Jamaika landen sie an Kap Horn, wo sie die Frau Kapitän über die Planke laufen lassen werden. Den grünen Smutje werden sie zu den Haien schicken, und wenn die Kogge zerschmettert an den Gestaden der Osterinseln liegt, werden uns die Reeder ein weiteres Mal an die Wahlurne schicken.

Ne ne, Ihr Leichtmatrosen, lasst Euch man kein Seemannsgarn auftischen, öffnet ein Fass und singt den Seefahrern nach Jamaika zu Ehren: »Ja, wir sind Piraten und fahren zu Meere
Und fürchten nicht Tod und Teufel dazu!
Wir lachen der Feinde und aller Gefahren,
Im Grunde des Meeres erst finden wir Ruh!«

[Gefunden bei Sperrobjekt-Matthias]

talklikeapiratday wahl05

Lagedernation

Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Nun ist sie also fast ausgezählt, die Bundestagswahl, und wir wissen nur wenig. Fakt ist:

  • Rot-Grün ist Geschichte.
  • Schwarz-Gelb bleibt glücklicherweise noch länger zurück liegende Geschichte.

Aber sonst? Wenn man die Wahlsendungen verfolgt, dann möchte eigentlich niemand mit niemandem koalieren, aber jede/r Kanzler werden. Tja, mich dünkt, das wird so einfach nicht gehen.

Die Union, die vor einigen Wochen bereits Posten verteilt hat und nur über die Höhe des Sieges diskutierte, hat eines der schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten eingefahren. Ein Dankestelegramm geht an den Professor aus Heidelberg. Daraus einen politischen Führungsanspruch für Merkel abzuleiten, ist noch abenteuerlicher als Gerhard Schröders Anspruch auf die Kanzlerschaft nach dem Verlust der rot-grünen Mehrheit. Ich denke, ab Montag werden die Geier aus der eigenen Partei über die gute Frau herfallen.
Das hohe Ergebnis der FDP ist ein Übel, das hätte es nun nicht gebraucht.

»Meine« grüne Farbe bleibt ungefähr da, wo sie beim letzten Mal war. Damit bin ich zufrieden. Eines ist aber klar: Sollten die Grünen sich auf eine sogenannte »Jamaika-Koalition« (Schwarz-Gelb-Grün) einlassen, kündige ich ihnen die politische Gefolgschaft auf.

Was passiert nun? Niemand weiß was. Es bleibt spannend, und vielleicht dürfen wir bald wieder an die Wahlurne …

Eines finde ich bemerkenswert: Es gibt nun die dritte Wahl hintereinander eine Mehrheit jenseits des so genannten bürgerlichen Lager aus Union und FDP!

wahl05

Rundesleder

Borussia - Grauen auf dem Rasen

Gestern hatte ich nicht einmal Lust, die Sportschau zu gucken, so hat mich die erneute Auswärtsniederlage der Borussia aus Mönchengladbach in Köln angeödet. Zur Erinnerung, der letzte Auswärtssieg war im April 2004 in Rostock. Und sich ausgerechnet von den Kölnern abschlachten lassen – das schmerzt. Und zwar so, dass sich Martin vom VfLog dazu hinreißen ließ, die zyklische obligatorische Gladbacher Trainerdiskussion vorzuziehen und schon einmal los zu poltern: »Es wird Zeit, dass man bei Borussia einsieht: Wir haben im Kader nur Mittelmaß, und mittelmäßige Neuverpflichtungen werden daran nie etwas ändern können, auch 100 nicht. Dieser Verein braucht nicht immer neue Trainer, die immer neue mediokre Kicker ihres Geschmacks serviert bekommen. Borussia braucht einen Trainer, der aus dem, was wir haben, eine Mannschaft formt. Horst Köppel ist dazu nicht in der Lage. Horst Köppel muss weg!« Und streckt schon begierig die Händchen aus nach Jürgen Klopp oder Ralf Rangnick, von denen mit Sicherheit einer demnächst verfügbar ist. Einserseits sind das Protagonisten modernern Fußballs, andererseits spielen ihre Vereine auch nicht unbedingt besser als die Borussia. Ich finde, man sollte ein wenig Geduld mit Horst Köppel und der neu formierten Mannschaft haben. Dass die Borussia mit ihren ewigen Spieler- und Trainer-Tauschereien ins neue Vereinsheim eine Drehtür hätte einbauen können, ist nicht Köppels Schuld. Andererseits sollte man Köppel an seinen eigenen Aussagen messen, im Interview mit der Torfabrik sagte er: »Man hat doch in den letzten Jahren gesehen, dass man keinen Schritt weiter gekommen ist, wenn es mal nicht lief und man etwas auf der Trainerposition geändert hat. Ich bin der Meinung, dass wir mit der Mannschaft, wenn sie sich besser eingespielt hat, unsere Ziele erreichen können. Und das ist nicht der UEFA-Cup. Ich habe davon gesprochen, dass wir mal nach zehn Spielen nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ob uns das gelingt, müssen wir sehen. Aber wir sind keine Spitzenmannschaft, da soll man sich nicht irgendwas in die Tasche lügen.« Also denn, am Dienstag, gegen Werder Bremen, wollen wir Punkte. Drei Punkte!

borussia gladbach fußball

Lagedernation

Die Stimme abgeben

Bilder von Promis bei der Stimmabgabe (es gibt ja Stimmen, die der Ansicht sind, dass man das mit dem Stimme abgeben durchaus wörtlich nehmen darf) sind einfach Pflichtprogramm an einem solchen Wahlsonntag. Das Bild oben zeigt den bekannten Weblogger Ralf G., der mit einem »Tomaten, Tomaten« auf den Lippen im Wiesbadener Wahllokal gesichtet wurde. Und der Stimmzettel? Der wird gefaltet und in die Tonne geworfen. Abgegeben, die Stimme. Nun heisst es warten …

wahl05

Weblogtalk

Es wird so sein!

Im Himmel über Frankfurt tat sich eine Wolke auf, und eine Stimme verriet mir ein Geheimnis: Die Google-Blogsuche wird nur eingeführt, damit dann eines Tages die Blogs aus dem »richtigen Google« herausgeworfen werden können und das verlotterte Web 1.0 mit seinen Linkfarmen und Google-Fallen beim Geschäfte machen von lästigen Blogeinträgen in Ruhe gelassen wird. ;-)

Mehr zu diesem nichtstofflichen Gadget gibt es natürlich bei Gadgetmania.

google blogsearch

Lagedernation

Bundestagswahl: Wiesbadener Kandidatenauswahl

Am Sonntag findet bekanntlich die Bundestagswahl statt (das ist mal eine Neuigkeit, wa?). Neben der wahlentscheidenden Zweitstimme, mit der man tunlichst keine Experimente machen sollte (sonst greifen einem, ehe man sich versieht, ein Professor aus Heidelberg und ein alter Rocker aus dem Sauerland in den Geldbeutel), hat man auch eine Erststimme für den oder die Wahlkreiskandidaten/in, mit der man ein wenig taktisch agieren kann.

Lässt man die esoterischen Kandidaten der obskuren Kleinparteien weg, stellt sich das Feld in Wiesbaden als Tummelplatz juveniler KandidatInnen und einer routinierten Favoritin dar.

Entwicklungshilfeministerin Heidi Wieczorek-Zeul hatte den Wahlkreis 180 (Wiesbaden) bei der letzten Wahl gewonnen und ist auch dieses Mal als hinreichend bewährte und bekannte Größe die Kandidatin der SPD für Wiesbaden.

Ihre Herausfordererin ist Kristina Köhler, die wieder für die CDU ins Wahlrennen geht. Jung, blond und weiblich zu sein, ist aber keine Tugend. Die Dame besticht auf ihrer Website in erster Linie mit larmoyantem Gejammer über angebliche Lügenkampagnen der SPD. Und mit dem peinlichsten Zitat aller Wiesbadener KandidatInnen, anlässlich eines Wahlkampfbesuchs des Altkanzlers und Geldboten Helmut Kohl in Wiesbaden: »Ihretwegen, Herr Bundeskanzler, bin ich an meinem 14. Geburtstag in die Junge Union eingetreten« Ich wusste gar nicht, dass unser Geldkofferfan noch Kanzler ist, und die Unfähigkeit, schlimme Jugendsünden (nämlich wg. Helmut Kohl in die CDU eingetreten zu sein) zu überwinden, macht Kristina Köhler für die Wahl als Kandidatin nicht geeigneter. Fazit: Unwählbar.

Für Bündnis90/Die Grünen geht Matti Seithe an den Start. Matti überzeugt mit vollem Einsatz, klaren Programmansagen und einem amüsanten Wahltagebuch: »Anna Lührmann, unsere Vertreterin in dieser Diskussion war echt gut. Sie nahm sich an richtigen Stelle einfach selbst das Wort, sie war auf einer 0-10 Zickigkeitsskala maximal bei einer 1,5, wobei meine Wiesbadener Gegenkandidatin Kristina Köhler hier schon jenseits der 7 lag.«

Auch die Linkspartei hat mit Hartmut Bohrer einen Kandidaten aufgestellt, auf seiner Website komme ich aber kaum mit der Aufnahme der vielen Informationen nach. Da der gute Mann auch sonst nicht gerade durch eine lokale Omnipräsenz überzeugt, wollen wir ihn nicht durch eine unvorsichtige Stimmabgabe mit Gewalt ins Rampenlicht zerren …

Bleibt noch ein weiterer junger Kandidat, Eric Starke von der FDP. Bei ihm erstaunt, dass er erst im Mai eine eigene Firma gegründet hat, aber nun, fünf Monate später, schon die Zeit findet, sich in den Bundestag zu verabschieden… Programmatisch und optisch ist Eric Starke ein klassisches Produkt seiner Partei und derartig »typisch FDP«, dass schnell klar wird: Den wählen wir nicht.

Die Entscheidung fällt somit zwischen Matti Seithe und der »Roten Heidi«. Politisch tendiere ich zu Matti, andererseits gilt es, eine Direktwahl von Kristina Köhler zu vermeiden, so dass eigentlich aus taktischen Erwägungen eine Wahl von Heidi geboten scheint. Schwierig! Darüber muss ich noch bis Sonntag problematisieren …

wahl05 wiesbaden kandidaten

Zeugs

Achtung Durchsage!

Der Fahrer des Wagens vom Typ NetNewsWire/2.0b45 lite mit dem amtlichen Kennzeichen 84.182.75.171, der seit heute Mittag jede Minute den RSS-Feed des Netzbuchs abruft, wird gebeten, das Erfrischungs-Intervall des Newsreaders auf mindestens 1 Stunde zu erhöhen. Hört das das dauernde Abrufen des Feeds nicht auf, werde ich leider eine .htaccess-Kollektivstrafe gegen alle NetNewsWire 2.0 lite b45-Nutzende aussprechen müssen. Ende der Durchsage!

Update: Tja, was sagen wir dazu. Auch unter Mac-Benutzern gibt es welche, die eindeutig meine Erkenntnis verifizieren. Good Bye, NetNewsWire b45 (die Version ist sowieso alt ;-)). .htaccess-Strafe wurde vollstreckt!

Ontour Weblogtalk

Sozial in Dresden

Sinnieren. Wie der sinnierende steinerne Herr auf dem Bild hatten sich ca. 25 Leute auf Einladung von Martin zum Sinnieren und Diskutieren über Weblogs, Social Software, Informationen und den Umgang damit, kurz, zu Roell2005, in Dresden eingefunden.
Es war schon spannend zu sehen, wie sich durchaus unterschiedliche Leute trafen, die eigentlich nur eines alle gemeinsam hatten: Leser von Martins Weblog zu sein. Es waren interessante Tage, ich habe viele Meinungen und Anregungen gehört und aufgenommen. Das ist zwar nun bereits eine Woche her, aber ich kann natürlich nicht die Unzulänglichkeiten von Blogger’s Darling Firefox meine Texte planen lassen, daher nun der zweite Versuch. ;-)

Es gab Erkenntnisse! So zum Beispiel die, dass die Entwicklung eines Weblog-Wiki-Social-Software-Enterprise-Collaboration-Tools völlig überflüssig ist, da es dafür keinen Markt gibt. Unternehmen kommen gut mit dem Chaos auf den Netzwerklaufwerken und der Datenhaltung in an ihre Speichergrenzen stoßende Outlook-PST-Dateien zurecht und haben keinen Bedarf an wikioiden Werkzeugen zur Ordnung und Zusammenarbeit. Ist schon okay, mein Arbeitgeber verdient an derartigen Dokumentationspraktiken und ihren zwangsläufigen Konsequenzen. Andererseits gab es einige Ideen und Anregungen zu eben solchem Werkzeug, die ich eifrig notiert habe. Natürlich nehme ich Meinungen zur Kenntnis, ebenso natürlich werde ich das nämliche Werkzeug trotzdem weiter entwickeln.

Es gab Einblicke! Lehrreich die von Olli Gassner in die Methodologie und Praxis des Profi-Bloggens, ein hartes Brot. Härter, als es sich der unbefangene Konsument vor dem Schirm vielleicht vorstellen mag. Wenn man es für Geld tut, muß man etwas zielstrebiger und systematischer Informationen erfassen und bloggerecht verarbeiten, als dass der gemeine Hobbyblogger tut.
Ich will nicht alles wiederholen, im Wiki zur Veranstaltung finden sich Links zu allen Beiträgen, die veröffentlich wurden.

Es gab Bewegung! Martin hatte mit seiner Programmplanung dafür gesorgt, dass nicht nur das Sitzfleisch und der Kopf gefordert wurden. Die Aktivitäten am Abend und in den Pausen waren mit reichlich Spaziergängen und Märschen verbunden, das abendliche Bierchen musste sich mit Kilometern verdient werden.

Es gab angenehme Leute! Ich war überrascht, die Versammelten waren durchweg freundliche Zeitgenossen ohne Dünkel (das haben wir auch schon anders erlebt bei weblog-bezogenen Veranstaltungen).

Es gibt noch mehr! Wer Vollständigkeit anstrebt, möge auf der bereits erwähnten Wikiseite den Links zu flickr-Galerien und Weblog-Einträgen folgen, um sich ein Bild zu machen.

Ein Danke möchte ich noch hinüberschleudern zu Martin für die gute Idee und zu Knallgrau für das Sponsern der Veranstaltung!

Die Zitate des Wochenendes stammen von Fukami, der mit farbigen Schilderungen vom alltäglichen Krieg an der Webfront zwischen Blackhats, Whitehats und Websitebetreibern unterhielt: »Das Web ist kein Kindergeburtstag!« Und von smi, der, konfrontiert mit allerlei Titelwünschen, als er beim Grillabend auf der Gitarre spielte, meinte: »Ich bin keine Jukebox!«

dresden roell2005

Zeugs

Sommer ist vorbei!

Darum ist nun auch die inoffizielle und unverkündete Blog-Sommerpause offiziell und verkündet beendet und es wird nun wieder gebloggt. Regelmäßig, ohne Gnade! Schließlich müssen wir uns langsam auf 2006 vorbereiten, wenn der Marktführer und Industriestandarderzeuger uns mit einer übersichtlichen Produktpalette seines vorzüglichen Betriebssystems beglückt. Da hilft nur Netzbuch Ultimate Edition, um die Welt zu verstehen.

Die Wahl, die gibt es auch noch. Nächste Woche. Mit Nachschlag in Dresden. Angela Merkel als Bundeskanzlerin ist noch weit jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Meiner zumindest. Ich hoffe schwer, dass das auch so bleibt. Mit der Angela, außerhalb meiner Vorstellung.
Und ansonsten: Heute ist der 11. September! Wieso habe ich noch kein annuales Betroffenheitsblogging (»Ey, ich erzähle Euch jetzt, wo ich am 11. September war, ey«) lesen dürfen? Darauf freue ich mich doch jeden 11. September auf’s Neue, wenn ich den Feedreader anwerfe!

Internet Techkram

Drecksding Firefox

Ich wollte mich zwar nicht mehr im Weblog aufregen (am Ende sagt man noch Josh zu mir ;-)). Naja, jedenfalls war ich gerade groß am Problematisieren über das abgelaufene Wochenende, dummerweise im Firefox, den ich leider nehmen musste, weil im Safari der Flickr-Organizer nicht richtig funktioniert (tja, der mehr oder weniger traurige Zustand der ja angeblich so tollen Auswahl an Browsern auf dem Mac wäre einen eigenen Rant wert, irgendeine Macke haben sie alle), als das Drecksding Firefox sich in Richtung Dauer-Strandbällchen verabschiedete (nicht zum ersten Mal, eigentlich gehöre ich dafür geschlagen, in dem Drecksding einen Beitrag zu schreiben). Der Beitrag war natürlich noch nicht gesichert. Drecksding. Drecksding. Firefox ist ein Drecksding. Und, noch einmal für Google: Firefox ist ein Drecksding. Auf diversen Ubuntu-Systemen lässt sich übrigens ähnliches beobachten, so dass wohl der Firefox, ganz alter Verführer, nackt in der Tür steht, mit den Augen verführerisch zwinkert und ins Betriebssystem haucht: »Sag’ Internet Explorer zu mir, Baby …«

Jetzt habe ich keine Lust mehr, (morgen vielleicht wieder), möchte aber nicht schließen, ohne auf meinen üppig gefüllten Set mit Bildern vom Dresden-Trip aufmerksam zu machen …

firefox mac

Moblog

Hallo Dresden!


Mein erster Besuch in der ehemaligen DDR. An diesem verlängerten Wochenende halte ich mich in Dresden auf, anlässlich des Röllschen Event.

Und für die Anwesenden, die hier Informationen zum Thema Wiki-Weblog-Social-Software-Enterprise-Collaboration-Tool suchen: Hier im Blog ist gerade Sommerpause, und die Entwicklung findet im Verborgenen statt. ;-)

[Moblogged via Flickr von leralle.]

Original-URL: http://www.flickr.com/photos/leralle/39786834/

dresden

Zeugs

Google jabbert, aber ich schon wieder nicht!

Auf meinen Jabber-Aktivitäten liegt ein Fluch (wir berichteten). Der amessage-Server wurde kaputt »geupdated«, und wieder ist meine Jabber-Verbindung flöten gegangen. Das geht doch alles gar nicht. Es muß doch außer mir noch andere Individuen auf dieser Welt geben, denen paranoide Admins den Zugang zur Welt via 5222 verwehren, wie machen die das denn?

Aber, trotz seines (vollauf berechtigten) Image als IM-Protokoll-Domäne der Frickler und Amateure steht Jabber nun vor dem ganz großen Durchbruch, denn Google jabbert jetzt. Statt wie Yahoo oder das »Evil Empire« M$ einfach ein weiteres Protokoll zu erfinden, nutzt Google Jabber für seinen neuen IM-Dienst! Bravo!

Bei thorte gibt es mehr zu lesen über Google IM.

google jabber amessage

Musik Internet

last.fm vernünftig benutzen

Über die Neuerungen bei Last.fm habe ich bereits ausführlich problematisiert. Der neue Player ist eine Zumutung, unter Mac OX beansprucht er kontinuierlich 50% Prozessorleistung, das kommt zu den sonstigen Nachteilen noch hinzu.

Rettung naht aber in Gestalt des findigen Programmierers Vidar Madsen. Vidar hat einen LastFM-Proxy in Python geschrieben, der gegenüber Last.fm als Player fungiert und es ermöglicht, weiterhin vernünftige Abspielsoftware zu benutzen. Das funktioniert ganz ausgezeichnet, das wurde hier sowohl unter Mac OS X Tiger (mit dem eingebautem Python) als auch unter Windows (wo man zunächst Python downloaden und installieren muß) getestet.

Mal schauen, ob das so bleibt. Ich habe ja den aus meiner hinlänglichen Erfahrung im Web-Business gespeisten Verdacht (wohlgemerkt, ich schreibe hier Verdacht, reine Vermutung von mir!), dass der Last.FM-Player mitnichten nur eine Abspielsoftware sein soll und wird, sondern eines Tages als Werbemonstrum (à la RealPlayer) gebraucht wird. Dann werden solche Umwege sicher abgeklemmt. Aber zunächst kann man wieder den Stream von Last.FM vernünftig genießen! Thanks, Vidar!

lastfm last.fm musik python lastfmproxy

Weblogtalk Musik

Frische Ware!

In der Blogosphäre wurde frische Ware von altbewährten Fachkräften angeliefert, verehrte Zielgruppe! Normalerweise bin ich ja nicht der Blogosphären-Grüßaugust, aber heute muß das mal sein!

Da wäre zunächst einmal Marcus’ neues Blog »Noiseblog«. Worum geht es da? »Um was geht es hier? In erster Linie um Musik. Um gute Musik. Und was hier gute Musik ist, das bestimme ich!« Klare Ansage, jawoll! ;-) Das wird sicher lesenswert, da ich Marcus und seinen Musikgeschmack schon länger per Weblog kenne, wird es im Noiseblog um (vornehmlich britische) »Männer mit Gitarren« gehen. Und das ist gut, komisches Elektrogefiepse wird einem schließlich fast in jeder Ecke der Blogosphäre angetragen.

Gefährlich wird es hingegen im neuen Blog von Dee und Josh, die beiden ziehen als »Bedeutungsmafia« marodierend und schutzgelderpressend durch die Blogosphäre. Wurde auch Zeit, dass das mal jemand übernimmt! ;-)

Schöne Sachen, ich bin gespannt. Finde ich gut, neue Sachen von altbewährten Leuten zu lesen statt leise aufstöhnend bloggige Neuzugänge von Pseudopromis, Werbe- und Marketingstrategen, die jetzt auch bloggen, zur Kenntnis nehmen zu müssen …

weblogs bedeutungsmafia noiseblog musik

Lagedernation

Sie kommen!

Joschka kommt!Münte kommt!
Nun sind sie wieder überall zu sehen, die Plakate der Parteien, und die Politprominenz kommt vorbei um wahlkämpferische Worte zu schwingen.
Da ich, im Gegensatz zur harmoniesüchtigen (und damit nur die inhärente Sehnsucht nach dem großen weisen gütigen Herrscher verdeckenden) Mehrheit des Wahlvolks unseres Landes den sogenannten »Parteienstreit«, präziser gesagt, den Wettstreit der Parteien um Ideen und Wähler für essenziell in einer Demokratie halte, faszinieren mich Wahlkampf und -plakate.

In den Zeiten des Web 2.0 hat man die Werkzeuge um das öffentlich auszuleben. Daher:

wahl05 wiesbaden

Seltsames Rundesleder

Metaphysisches ...

… von jemandem, von dem man so etwas eher nicht erwartet, nämlich dem Fussball-Gott Zinedine Zidane, lt. taz: »Eine rätselhafte Erscheinung hat Frankreichs Fußball-Star Zinédine Zidane zur überraschenden Rückkehr in die Nationalelf bewegt. ‘Eines Nachts um drei Uhr morgens bin ich plötzlich aufgewacht und habe mit jemandem gesprochen’, sagte er dem Magazin France Football. Er habe mehrere Stunden mit der Person verbracht, die außer ihm sonst niemand gesehen habe. Dabei habe eine ‘unwiderstehliche Macht’ von ihm Besitz ergriffen. ‘Ich musste dieser Stimme gehorchen, die mir Ratschläge gab’, sagte der 33-Jährige. […] ‘Das ist jemand, den Sie wahrscheinlich nie treffen werden’, sagte ‘Zizou’ den Reportern. ‘Diese Person existiert, aber sie kam von sehr weit her …’« Ah ja. Update: Ach, Zizou, Du bist so langweilig wie nur ein Fussballspieler es sein kann. Statt Dich mit dem Mythos der metaphysischen Erscheinung zu verklären, erzählst Du nachträglich, dass die Person Dein Bruder war (lt. 11 Freunde) …

Eher ein professioneller Metaphysiker ist der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Er berichtete von katholischer Metaphysik in einem Interview mit Spiegel Online: »Als Johannes Paul tot war, war ich am Boden zerstört, weil er mich mit dem Weltjugendtag allein ließ. Aber als ich dann vor dem aufgebahrten Papst kniete, habe ich seine Stimme vernommen: ‘Das müsstest du eigentlich wissen: Wenn Heilige im Himmel sind, dann nehmen sie teil an den unbegrenzten Möglichkeiten Gottes.’ […] Beim Requiem des Papstes habe ich den Sarkophag gesehen und dahinter Kardinaldekan Ratzinger – was für eine Symbiose. Da habe ich gedacht: ‘Papa Wojtyla, jetzt tu was, dass der dein Nachfolger wird!’ Und danach habe ich noch dem einen oder anderen Kollegen vor dem Konklave gesagt: Denkt daran, der Wojtyla-Papst guckt euch über die Schulter. Und als Benedikt XVI. gewählt wurde, hat er mir auch gleich zugesagt, nach Köln zu kommen – noch bevor ich überhaupt die Einladung aussprechen konnte. Und das ist für mich wirklich ein Wunder.« Weniger metaphysisch sind Meisners in diesem wirklich erstaunlichen Interview geäußerten Ansichten zu gesellschaftlichen Themen wie Kindererziehung oder Homosexualität. Hassprediger-Mentalität findet man nicht nur im Islam. Gehet hin und leset dieses Interview, und freuet Euch, dass Ihr in Zeiten lebet, in denen Leute wie Meisner nichts Wirkliches mehr zu melden haben in dieser unserer Gesellschaft. Und nehmet es als Ansporn, jene zu wählen, die sich eine weitere Beschränkung des kirchlischen Einflusses auf die säkulare demokratische Gesellschaft auf die Fahne geschrieben haben. Kirchensteuer, kirchliche Vertreter in Gremien wie Rundfunkräten wären da noch Dinge, die umgehend abgeschafft gehören.

Zidane Meisner

Internet

last.fm verhärmt sich selbst

Last.fm, der in einem früheren Beitrag einmal von mir empfohlene Social-Software-Internet-Radio-Anbieter, hat nun eine sehr hübsch anzuschauende neue Website.

Das ist leider das einzig positive, was von last.fm zu berichten ist. Nachdem der Dienst ohne jede Ankündigung tagelang nicht zu erreichen war, gingen last.fm vorgestern mit der neuen Website online und änderten ihren Dienst radikal. Was vorher ein »normaler« Internet-Stream war, ist nun ein proprietäres Zeug, dass nur noch mit ihrem eigenen Player, den man sich downloaden soll, anzuhören ist. Was das für den Mac-Hörer bedeutet, ist klar: Nix mehr mit Stream per Airport Express drahtlos an die Stereo-Anlage senden.
Aber das Allerbeste: Sie gingen online, ohne Player für Linux und Mac OS X verfügbar zu haben. Ich habe nun, um mal testen zu können, extra die Playstation, äh, ich meine, mein Windows XP hochgefahren, auch der Windows-Player funktioniert nicht, sondern begeistert nur durch eine nie enden wollende Kette von Fehlermeldungen. Update: Gerade habe ich den Player unter WinXP das erste Mal zum Laufen gebracht. Der Player bietet nichts anderes als das Browser-Fenster der alten Site. Sogar weniger, weil man nicht mehr sieht, wessen Stream man gerade lauscht, wenn man im Nachbarschaftsradio lauscht.

Und in den Foren, wo sich harsche Kritik ansammelt (auch von mir, btw.), gefallen sich die Entwickler darin, ihre potenziellen und tatsächlichen zahlenden Kunden anzupflaumen.

Last.fm ist ein Lehrbeispiel eines kleinen erfolgreichen Social-Software-Dienstes, der wachsen wollte und dem weder technisch, noch administrativ, noch intellektuell gewachsen ist. Wir müssen im Auge behalten, dass es sich bei last.fm um eine »richtige« Firma handelt, nicht um ein loses ehrenamtliches Open-Source-Projekt. Man kann nicht sein System umstellen und dabei wissen, dass es nicht funktionieren wird. Man kann nicht »twenty something«-Entwickler als Foren-Support auf die Menschheit loslassen. Und man kann nicht, wenn man von seinen Benutzern auf die Erfolgspur getragen wurde, mit einer »Wir ziehen nun unser Ding durch und Ihr, wenn es Euch nicht gefällt, seid uns sch**ßegal«-Attitüde hausieren gehen.

Schade, last.fm war wirklich eine tolle Sache, aber meine hier ausgesprochene Empfehlung für last.fm muß ich leider zurück ziehen. Last.fm hat sich erledigt. Selbst erledigt. Und ich bin froh, dass ich nur bis September »donated« habe.

socialsoftware last.fm lastfm

Weblogtalk Weltalssolche

Tim Berners-Lee ...

… in einem Interview mit der BBC (via Ed Cone) über das Web, Weblogs und Wikis: »The idea was that anybody who used the web would have a space where they could write and so the first browser was an editor, it was a writer as well as a reader. Every person who used the web had the ability to write something. It was very easy to make a new web page and comment on what somebody else had written, which is very much what blogging is about.
For years I had been trying to address the fact that the web for most people wasn’t a creative space; there were other editors, but editing web pages became difficult and complicated for people. What happened with blogs and with wikis, these editable web spaces, was that they became much more simple.
When you write a blog, you don’t write complicated hypertext, you just write text, so I’m very, very happy to see that now it’s gone in the direction of becoming more of a creative medium.«
Letztendlich eine Reformulierung seines berühmten geflügelten Wortes »Everyone’s a publisher«. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob Berners-Lee das je so gesagt hat, wenn ich danach google finde ich mich selbst zu erst …

Übrigens, auch wenn im Lichte solcher durchaus ironisch gemeinter Beiträge der gegenteilige Eindruck entstehen könnte: Ich teile diese Vision durchaus. Ich war schon immer der Ansicht, dass jemand, der täglich in’s Internet geht um bild.de und die tagesschau zu lesen, nur den halben Spaß an der Sache hat. Das Internet ist keine kommunikative Einbahnstraße wie Fernsehen, Radio oder die gedruckte Zeitung. Erst wenn man selbst aktiv wird, wird es richtig lustig. Und ich bin davon überzeugt, dass in diesen Zeiten des Internets, der Weblogs, der Wikis und der Foren mehr geschrieben wird als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Und das ist für sich selbst schon einmal eine gute Sache. Das Web hat einige (viele!) Menschen von ihrem Couchpotatoe-Dasein erlöst.
Begleiterscheinungen wie diese Geschichte, die Nico erzählt, passieren im Web, weil Menschen halt so sind wie sie nun einmal sind. Dass man, wenn man bemüht ist, sich im Leben von diesem Menschenschlag so weit wie möglich fern zu halten, durch das Web damit konfrontiert wird, ob man will oder nicht, ist die dunkle Seite des Webs.

web berners-lee problematisieren

Moblog Momentaufnahme

love SYS

Sonntägliche Exkursion, natürlich an verfallene Bahnhöfe. Dieses Mal am Bahnhof Wiesbaden-Ost. Beim Fotoblogger-Treffen stellte sich übrigens heraus, dass die Leidenschaft für verfallene Bahnanlagen von (fast) allen geteilt wird.

Interessante Problematisiererei: Blogge und verlinke ich ein in flickr deponiertes Bild im Netzbuch, erhält es etwa die zehnfache Anzahl an Views, verglichen mit der Zahl, wenn es einfach nur in flickr allein veröffentlicht wird. Und das völlig unabhängig von der Qualität des Bildes. Interessant, oder? ;-)

[Original-URL: http://www.flickr.com/photos/leralle/32021763/]

flickr bahn graffiti

Rundesleder

Niemand weiß, wo er steht

Heute ist es mal wieder so weit: Die Zeit der sinnlosen leeren Samstage ist vorbei, komische Radfahrer und ähnliche Zeitgenossen machen den Bildschirm frei für wichtigere Sachen, nämlich getretene Bälle auf grünem Rasen: Die Fussball-Bundesliga startet in die Saison 2005/06. Und da zu Saisonbeginn niemand weiß, wo er steht, ist die Hoffnung, dass in der neuen Saison alles besser wird, der Antrieb jeglichen fussballerischen Strebens.

Wer wird Meister? Mir eigentlich egal, so lange es nicht sie werden, die üblen Gesellen des FC Bayern München. Nicht schon wieder!

Und Borussia Mönchengladbach? Ausgerechnet heute Abend mit einem Auswärtsspiel bei eben jenen Bayern in die neue Saison starten zu müssen, ist natürlich nicht gerade optimal. Wenn man bedenkt, dass sich an den letzten Gladbacher Auswärtssieg (das war am 10.4.2004 ein 3:1 in Rostock, wenn ich das jetzt richtig recherchiert habe) nur noch die Graubärte erinnern, und der letzte und einzige Gladbacher Sieg in München ein 2:1 am 14.10.1995 war (8 Unentschieden und 32 Niederlagen gab es sonst noch), muss man schon einen unerschütterlichen Optimismus an den Tag legen, um an einen Gladbacher Erfolg zu glauben. Aber egal, das ist ja das schöne am Fussball: Jedes Spiel beginnt mit 0:0.

Saisonwünsche für die Borussia: Zwei Siege gegen Bayern, und dieses Mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Mögen die Bälle rollen und die Besten gewinnen, so lange es nicht die Bayern sind! ;-)

Mein Freund ist aus Leder!

bundesliga fussball borussia mönchengladbach