Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Ja, wo rebooten sie denn?

Am 1. November ist es mal wieder so weit, allenthalben wird wieder kaskadiert gestylt rebooted. In der Blogrollen-Nachbarschaft hat z.B. Thomas seine Phase des lakonischen Minimalismus abgeschlossen, und Beate sagt sich: »Weil ich ein Mädchen bin …«. Getreu meiner Vorliebe für die Loser des (Netz-)Lebens sind meine Favoriten aber Leute wie er hier, bei denen die hochfliegenden Redesign-Pläne von den Unbillen des Lebens eingeholt wurden. Das kenne ich auch gut, darum melde ich mich zu solchen Veranstaltungen auch gar nicht erst an. Der einzig angemessene Termin für einen kollektiven Reboot wäre sowieso ein 13. oder 27., ein 1. ist so typisch für das gar so kleingeistige Bestreben des Menschen, dem wahrhaft ewigen Fluss der Zeit seine kleine hilflose Ordnung aufzuerlegen …

css reboot

Seltsames

Gefährliche Mixtur

iPod-Wahn und aus den Auswüchsen des anglo-amerikanischen Kulturimperialismus geronnene Pseudo-Feiertage (Helloween ist natürlich gemeint, was für eine gesellschaftskritische Formulierung, wa? ;-)) sind eine gefährliche Mischung für den ästhetisch anspruchsvollen Betrachter. Insbesondere Damen scheint es zu erwischen. Neben dem laufenden iPod aus dem kleinen Bildchen links (»Oh Baby, let me turn your clickwheel …«) gibt es noch die laufenden weiblichen Silhouetten aus den berühmten iPod-Anzeigen und, »Push play to start«, die klassischen Bedienlemente des MP3-Players auf weiblicher Haut. Abgründe tun sich auf, wenn man nur lange genug in Flickr wühlt …

ipod helloween

Weblogtalk

Von Purzelbäumen und hohen Auflösungen

98 und ein Schlüssel Man bildet sich ein, so nach dreieinhalb Jahren Weblog-Rummacherei ein wenig Durchblick durch die Materie zu haben, aber man trifft immer wieder auf Entwicklungen und Begriffe, die komplett am Schlüsselloch des Aufmerksamkeitsfokus vorbei gerauscht sind. Wie z.B. der Begriff »Tumblelog«. Tumble bedeutet so viel wie »Purzelbaum«, und Chris Neukirchens »Anarchaia« gilt als das Ur-Tumblelog. Es heisst so, weil Bilder, Links, Chatlogs und Zitate wild über die Seite purzeln, ohne dass eine Unterscheidung in einzelne Einträge erkennbar ist. Ein weiteres Tumblelog ist der Projectionist, dessen Layout mir sehr gut gefällt, genau der Stil auf den ich gerade abfahre.
Nachtrag: Jason Kottke hatte es kürzlich auch von Tumblelogs.

Noch ein Nachtrag: Nach einem Moment des Nachdenkens, nach der Lektüre von Kottkes Artikel, komme ich zu dem Schluss, dass Tumblelogs der Weg zurück zu den Ursprüngen des Webloggens sind, gemäß der »klassischen Definition«: Links und kurze Kommentare. Aber vor allem Links. Ein Weblog ohne Links war kein Weblog. Hey, alte Zeiten kommen wieder.

Weitere aktuelle Zugänge auf meiner Leseliste:

Dirk Jesse, bekannt aus Funk, Film und Fernsehen für sein legendäres Fotoblog Staring at the sun, hat mit High Resolution ein neues Weblog eröffnet: »Es geht also um digitale Fotografie, um den digitalen Workflow, den ein jedes Foto vom ersten Motivgedanken über die Kamera, den Rechner und schließlich ins Internet oder auf Fotopapier durchläuft. […] Fotos werden gemacht, um sie zu zeigen. Daher wird auch das Thema Webdesign hier mit angerissen werden. Keine exzessiven Exkurse in die Theorie […], dafür hin und wieder Hinweise zu praktischen und optisch ansprechenden Lösungen.«

Ein Blog-Urgestein aus Wiesbaden meldet sich zurück! Unter dem Motto »Das Leben geht weiter, Weblogs auch« möchte Sven Przepiorka aka Tzwaen wieder regelmäßig Bloggen. 1-2-3, bloggen! ;-)

Und, one more thing, als Business-Blogger muss man stets die Zahlen im Auge haben. Dieses unscheinbare kleine Fußball- und Internet-Weblog hier auf Eurem Schirm ist 93.713,64 Dollar wert (via 79.600-Dollar-Sonderangebot-Blogger Alp ;-)). Nun ja, es fällt mir ja durchaus schwer, aber ich bin bereit für Übernahmeverhandlungen…

weblogs tumblelogs

Rundesleder

Oben festsetzen!

Na, das wird ja immer besser mit dem VfL Borussia! Offensichtlich bringt es Glück, wenn ich hier die Tabelle blogge (nicht, dass ich abergläubisch bin …), also muss das heute wieder sein. Ein souveränes 4:1 gegen Kaiserslautern, das sieht richtig gut aus. Auch wenn man nicht durchdrehen soll, so kann man doch den Kollegen von seitenwahl.de zustimmen: »Sicherlich soll man die aktuelle Platzierung und die bis dato gezeigten Leistungen nicht überbewerten, doch darf man ruhig mit breiter Brust und dem Anspruch auf weiteren Erfolg in die nächsten Partien gehen, in denen mit Dortmund, Hamburg und Leverkusen ungleich stärkere Gegner warten. […] In den vergangenen Jahren haben mehrere Mannschaften erstaunliches Stehvermögen in diesen Tabellenregionen bewiesen, auch wenn große Teile der Medien und im Umfeld wöchentlich darauf gewartet haben, dass irgendwann der Dämpfer kommen müsse.« Ansonsten erfüllt den Gladbach-Anhänger als solchen sicherlich auch die deftige Packung für unsere »Freunde« aus der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche mit einer gewissen Schadenfreude. Ja, ich weiß, ist echt fies, aber bei denen okay! Hielten selbige sich doch bereits für die Größten, nur weil sie nicht gleich von Saisonbeginn an ordentlich Senge bezogen haben …

Als nächstes geht es diese Woche im Pokal zu Hertha BSC. Und am Samstag dann zur falschen Borussia aus Dortmund. Wir werden sehen, im Moment bin ich exorbitant optimistisch, denn: Mein Freund ist aus Leder!

borussia fußball gladbach

Musik

Olli Schulz - Nachschlag

Oli Schulz und der Hund Marie Gestern dann Olli Schulz und der Hund Marie live gesehen. Zwar ohne Kostum, aber klasse war es trotzdem. Olli spielte Lieder von allen Alben, erzählte Geschichten, brachte das Publikum dazu, ihn mit typischer Heavy-Metal-Fan-Gestik (Taurus-Hände und Pointer ;-)) zu seinem Heavy-Song »Zwei bangen, einer spricht« anzufeuern, und zeigte einen Dokumentarfilm vom Country-Festival Hamburg-Horn. Olli ist ein Entertainer erster Güte und ich denke, es gab nicht eine(n) im Publikum, der oder die sich an diesem Abend gelangweilt hat.
Ich kann der verehrten Zielgruppe nur wärmstens empfehlen, sich den guten Olli live anzuschauen, wenn er in der Nähe auftaucht, das lohnt sich auf jeden Fall auch, wenn man nicht bedingsloser Anhänger der Männer-mit-Gitarren-Fraktion ist.

Related: »Olli Schulz und der Hund Marie – Und dann schlägt Dein Herz«

ollischulz musik live

Linux Weblogtalk

Raggle

Raggle Eine weitere Komponente für die implizite Netzbuch-Serie Leben im Terminal: Raggle ist ein RSS-Reader für unixoide Konsolen, bspw. Linux oder Mac OS X. Geschrieben in der Modesprache Ruby, ermöglicht Raggle das Lesen liebster Blogs und Newsquellen ohne grafischen Schnickschnack in jeder Terminal- oder ssh-Session. Und ist damit ein Konkurrent von Snownews. Raggle bietet eine dreiteilige Ansicht, wie ein grafischer Reader, und kann Einträge, die man sich im Browser (wie ELinks) anschauen möchte, an neue »screen«- Sessions senden. Und das Lesen funktioniert recht übersichtlich und flott und, für ein Konsolenprogramm, intuitiv.
Raggle ist als Tarball oder als Debian-Paket erhältlich. Und auf der Website sind allerlei Screenshots verfügbar.

raggle linux osxcli rss snownews

Liedgutderwoche Musik

Olli Schulz und der Hund Marie - Und dann schlägt Dein Herz

Olli Schulz und der Hund Marie
Und dann schlägt Dein Herz
Album »Das beige Album« – 2005

Aus Hamburg, von Grand Hotel van Cleef, kommt deutschsprachige Musik von Männern mit Gitarren. Z.B. Kettcar oder Tomte. Oder Olli Schulz, der sich von den Labelgenossen durch die Devise »Weniger bedeutungsschwanger problematisieren, dafür mehr Humor« unterscheidet. Das aktuelle Album von Olli Schulz und seinem treuen Helfer, dem Hund im Hasenkostüm namens Marie (alias Max Schröder von Tomte), heisst einfach »Das beige Album« und ist für mich eine der Überraschungen des Jahres. »Und dann schlägt Dein Herz« war auf einem Visions-Sampler vertreten, und ein Mann, der sich Verse zutraut wie »Weil Du dem Leben trotzt, tanzt Du den Diskofox
komm stell’ Dich in die Mitte, alte Plastiktüte«
dessen Album muss man einfach haben. Und welcher Musiker hat schon einen eigenen Antville-Fanklup?

Und mit jedem Anhören taucht der geneigte Hörer mehr in die schräge, humorvolle und tiefsinnige Welt des Olli Schulz ein. Olli erzählt in seinen Songs kleine Geschichten aus dem Alltag des Lebens, der Liebe und überhaupt.
Olli steht in dem Ruf, ein sehr unterhaltsamer Live-Künstler zu sein. Und das wird am Freitag überprüft, denn Olli Schulz und der Hund Marie befinden sich seit heute auf Deutschland-Tour. Und das, obwohl es in »Und dann schlägt Dein Herz« heisst, dass »dieses Land nicht für Rock’n Roll gemacht« ist. Vielleicht doch, ein bißchen! ;-)

ollischulz musik

Fotografie Rundesleder

Besuch auf dem Bökelberg

Premium-Content-Cross-Marketing! Drüben im Fotoblog gibt es Bilder vom Besuch im alten Stadion der Borussia auf dem Bökelberg in Mönchengladbach am vorletzten Wochenende. Wir drangen in das Stadion ein und knippsten was das Zeug hält, denn im November soll es abgerissen werden und wird dann für immer mythische Geschichte sein.

bökelberg mönchengladbach borussia

Rundesleder

Oh, Borussia: UEFA-Cup-Platz!

Ja, was sind denn das für Sachen mit dem VfL Borussia? Um ein Haar fast schon wieder Auswärts gewonnen, und trotz der leichtfertig verschenkten zwei Zähler auf einem UEFA-Cup-Platz – da reibt sich der Borussia-Fan als solcher die Augen, wann hat man sowas zuletzt erlebt?
Mit dem Eigentor in letzter Minute war das Unentschieden natürlich unglücklich, schade.

Ausgesprochen gut gefällt mir auch, dass die Bayern als Tabellenführer gestürzt wurden. So muss das sein! Im Moment gilt eindeutig: Mein Freund ist aus Leder.

borussia fußball

Fotografie

Autochromes de la guerre

Schwarz-Weiß-Fotografien von Kriegen haben die Tendenz, das sinnlose Kriegstreiben für den heutigen Betrachter zeitlich weiter nach hinten zu schieben, als das Geschehen tatsächlich einzuordnen ist. Darum schaffen es die im Autochromverfahren erstellten »Autochromes de la guerre 1914-1918«, auf den Betrachter unmittelbarer zu wirken. Das Benutzerinterface ist lausig, aber die Aufnahmen sehenswert. Die Fotografen Cuville, Castelnau, Aubert und Albert Samama-Chikli waren als Soldaten an den Kampfhandlungen beteiligt, dementsprechend realistisch (das ist als Warnung für sensible Gemüter zu verstehen) sind einige Bilder. Andererseits fällt auf, dass es auch zahlreiche eher »touristische« Aufnahmen aus für die damaligen Zeitgenossen weit entfernten und exotischen Gegenden wie Griechenland gibt.

Um die Bilder anzuschauen, muss man oben rechts unter Accès aux Images auf einen der Schauplätze klicken und erhält dann eine neue Seite mit einer Übersicht.

[Via Metafilter]

fotografie 1.weltkrieg ww1

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden!

Was hier noch mit einem Fragezeichen versehen war, kann nun mit einem fetten Ausrufezeichen versehen werden, wie man dieser Meldung der Freie Software Presseagentur entnehmen kann. In seinem Blog plaudert LinuxTag-Pressemeldungs-Mensch Markus ein wenig über die Hintergründe: »Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der ‘grünen Wiese’ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten.« Das macht die ganze Sache verständlich. Die Rhein-Main-Hallen befinden sich zumindest schon mal in der Innenstadt Wiesbadens, also das, was man hier in Wiesbaden so Innenstadt nennt. Also keine grüne Wiese ;-)
Schade ist es schon, der LinuxTag in Karlsruhe hatte durch seine Einbettung in die örtliche Szene seinen besonderen Charme. Da in Wiesbaden keine nennenswerte vergleichbare Szene existiert, bin ich gespannt, wie der LinuxTag dann, gerade was das »nicht-offizielle Programm« angeht, aussehen wird.

linuxtag karlsruhe wiesbaden

Linux

Breezy im Anmarsch!

1068 aktualisiert, 420 neu installiert, 47 zu entfernen und 1 nicht aktualisiert.
Es müssen 878MB Archive geholt werden.
Nach dem Auspacken werden 644MB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Aber sicher! Nachdem es bei Beate geklappt hat und thorte die Vorreiterrolle erwartet ;-), geht es nun also los. Ich bin gespannt, ob das alles klappt. Wer den Distri-Hasardeur in sich spürt und gleiches Begehr hat, möge vorher das und das lesen. Ihr müsst übrigens nicht den Server der TU Dresden nehmen (den nehmen sie jetzt alle, weil es so im UbuntuUsers-Wiki steht), ziemlich flott ist jetzt gerade de.archive.ubuntu.com. Hm, nachdem ich das gebloggt habe, wahrscheinlich nicht mehr.

<img src=“/img/f/52534113_4d4fa703c9_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="Ubuntu “Breezy Badger”" />

[Update] Etwa zweieinhalb Stunden später war alles fertig. Einmal blieb das Upgrade stehen, ein apt-get -f install musste helfen. Danach dann ein weiteres Mal apt-get dist-upgrade, und alles war gut. Unbedingt zu beachten sind die Hinweise zu den Sprachanpassungen im UbuntuUser-Wiki.
Sehr eindrucksvoll ist das neue Anwendungen hinzufügen-Programm, so smooth habe ich das noch bei keinem Linux gesehen. Einfach auswählen, hinzufügen, dann wird installiert und das Progrämmchen sagt dem Anwender noch, wo im Menü das Programm zu finden ist. Vorbildlich! Mal schauen, was noch alles so im neuen Ubuntu steckt.

linux ubuntu breezy

Linux

LinuxTag nach Wiesbaden?

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

linuxtag linux karlsruhe wiesbaden

Linux

Ubuntu »Breezy Badger« ist da!

Pünktlich sind sie ja: Version 5.10 »Breezy Badger« des besten Desktop-Linux von allen, Ubuntu, wurde pünktlich am heutigen 13.10. frei gegeben. Am virtuellen Kühlschrank der Ubuntu-Community hängen lauter Zettelchen und Bildchen dazu, z.B. die Geburtstagstorte der Ubuntu-Spezialversion für Schulen, Edubuntu. Und auch das KDE-Ubuntu kubuntu wurde frei gegeben. Glückwunsch!

Am Wochenende werde ich vom bestehenden Ubuntu ein Image ziehen und dann kommt der Moment der Wahrheit, ein Upgrade des laufenden Systems. Ich bin gespannt!

Beate macht das Upgrade natürlich ohne vorheriges Image, ui ui ui, kann ich da nur sagen. ;-)

ubuntu linux

Lagedernation Seltsames

»Well, whats wrong with a little destruction?«

Manchmal entdeckt man Sachen, die kann sich kein Satiriker ausdenken. Politikwissenschaftler Gerd Strohmeier hat sich für die Bundeszentrale für politische Bildung über Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg und ihre schwerwiegenden Auswirkungen auf die kindliche politische Sozialisation hergemacht. Und schlimme Dinge entdeckt (Zitat): »Politiker sind in den Hörspielen grundsätzlich lächerliche und inkompetente Figuren, die faul, reich, geld- und machtgierig, verschlagen, am eigenen Wohl orientiert sowie unfreundlich, unmenschlich und unbeliebt sind.« Öhm, nun ja, ich würde das eher einen schonungslosen Realismus nennen. Und die arme Wirtschaft wird natürlich auch wieder nicht ausreichend verstanden und gewürdigt (ebd.): »Die Wirtschaft wird durch Herrn Schmeichler sowie durch verschiedene andere Akteure, wie z.B. Ulrich Umsatz oder Bankdirektoren, repräsentiert, die in einigen (wenigen) Geschichten vorkommen. Ihnen gemeinsam ist, dass ihnen Geld sehr viel bedeutet und ihnen beinahe jeder Weg recht ist, um an Geld zu kommen.« Tja, was soll man sagen? ;-) Muss man denn die armen Kinder schon so früh mit der grausamen Realität konfrontieren? Da helfen dann auch keine Kampagnen mehr, womit sich der Kreis schliesst und es klar ist: All’ diese Typen haben in ihrer Jugend zuviel Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg gehabt und sind deshalb so undankbar und destruktiv gegenüber den wohlmeinenden Segungen von Politik und Wirtschaft geworden. Danke, Herr Strohmeier! Sie haben das fehlende Steinchen zum großen Puzzle des Weltverständnis geliefert!

Link: Strohmeier-Interview in der SZ

AdbdB

Mac

»All the things that bring the idiots joy«

Apples »One more thing«-Events waren auch schon mal besser. Wer um alles in der Welt will sich denn auf einem sonderbriefmarkengroßen Schirmchen Videoclips anschauen? Oder all’ den Müll, der sich auf den ca. 300 Kanälen meines digitalen Sat-Receivers täglich durch den unschuldigen Äther quält, auch noch im iTMS kaufen oder downloaden oder was weiß ich? Oder gar Videoclips von irgendwelchen hampelnden Dödeln für 1,99 Dollar kaufen und dann auf dem winzigen Dingen gucken? Verstehe ich nicht.

Ich hoffe doch sehr, dass es nächstes Jahr nach dem großen Switch auf die Virenschleuder-Plattform zur Abwechslung mal ein paar anständige Rechner von Apple gibt statt dieses immer sinnfreier werdenden multimedialen Gedöns …

AdbdB mac ipod

Lagedernation

»Just because you like to destroy«

Danke, SPD! In einem Nachnahme-Paket, auf dem »Schröder« stand, steckten letztendlich Merkel und Stoiber drin. Es erstaunt, dass in der professionellen Publizistik noch niemand problematisiert hat, ob das denn den SPD-Wählern gegenüber fair ist. Und dann diese Ministerriege. Das kleine dicke Gabriel wird Minister! Warum nicht gleich noch den unsäglichen Kurt Beck dazu?

Es zeigt sich wieder einmal deutlich, dass die SPD nicht wählbar ist. Aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein eine kühle Macht-Technokratin ohne Vision zur Kanzlerin zu machen, ist keine gute Idee. Ich hoffe, sie bekommen dafür bei den nächsten Landtagswahlen die Quittung!

AdbdB spd wahl05

Lagedernation Weblogtalk

»Some say youre trouble, boy«

Alp stellt die These auf, dass an der im Handelsblatt geäußerte Behauptung des “Du-bist-Deutschland”-Oberkampagneros Michael Trautmann (»Mit dem negativen Feed-Back bei den Weblogs haben wir gerechnet. Die sind immer destruktiv.«) (Zitat) »mehr Wahrheit dran [ist], als es so manchem Blogger lieb sein dürfte«. Gerade bei der Kampagne stimmt das nicht, ich finde die Blogosphären-Reaktionen sogar noch recht gemäßigt. Ob dieser Propaganda-Offensive, in der Ellebogen-Gesellschaft Wir-Gefühl zu verordnen, fällt mir nicht mal mehr ein Bildchen ein. So etwas nennt man in der Fachsprache Propaganda. Heute lässt man die halt nicht mehr von Leni Riefenstahl, sondern von den »glattgekämmten« Profis bewerkstelligen, denen es einerlei ist, ob sie Joghurt oder »deutsches Mut machendes Wir-Gefühl« in die medialen Massen transportieren. Aber egal, das Thema ist durch …

Destruktiv!

Aber dass Blogs destruktiv sind, stimmt natürlich. Egal ob Klingeltöne, Value-Added-Software mit integrierten Produktinformationen oder lustige Quiz-Profi-Blogs (»Wer findet am schnellsten die drei Zeilen Content zwischen Google-Ads und blinkenden Affiliate-Bannern«), nichts kann man denen recht machen. ;-)

Darum rufe ich nun den »Abend des besonders destruktiven Bloggens«, kurz AdbdB, aus. Zur ersten Strophe des Songs The Fallen vom grandiosen fantastischen neuen Album von Franz Ferdinand (Mist, das war jetzt nicht destruktiv!) wird destruktiv gebloggt, was das Zeug hält! Stoff gibt es ja genug! ;-)

Wer mitmischen will: Einfach Eintrag mit AdbdB taggen!

AdbdB

Internet

Taggen ist eine Kunst

Die nicht jeder beherrscht. Die Theorie ist einfach: Man vergibt für einen Link, ein Bild, einen Blogeintrag ein Schlüsselwort, auf Web-2.0-Neusprech »Tag« genannt. Und die Gesamtheit aller Tags zu einem Thema bündelt in der Wüste Internet die Information in relevante Kanäle, gesteuert aus der kollektiven Intelligenz des taggenden Personals vor dem Rechner.

Das ist aber nicht so einfach wie es scheint. Werfen wir zum Beispiel einen Blick auf die delicious-Links zum Tag Wiki. Diese Seite wäre eine logische Anlaufstelle, wenn sich jemand über welche Aspekte auch immer von Wikis informieren möchte. Darin befinden sich aber auch zahllose Seiten, die zwar in einem Wiki gefunden wurden, aber mit dem Thema Wiki nichts zu tun haben. Trotzdem wurden sie mit Wiki getaggt. Das ist meines Erachtens falsch. Wenn ich diese Wikipedia-Seite taggen würde, so würde ich die Tags Titmouse, Vögel usw. verwenden. Aber nicht Wiki. Machen die Leute aber trotzdem. Die Lehre daraus: Traue nicht der scheinbaren kollektiven Intelligenz der taggenden Massen. Und: Tags sind nicht der Königsweg zur Strukturierung der Informationsflut.

tags

Mac Weblogtalk

NewsGator kauft NetNewsWire

Oh nee! NewsGator kauft NetNewsWire: »NewsGator Technologies, Inc., the leading RSS platform company, announced today that it has acquired NetNewsWire, the leading RSS reader for Mac OS X. NewsGator also announced that NetNewsWire will integrate tightly with the NewsGator Online synchronization platform. […] As part of this deal, existing NetNewsWire full-version customers will receive a free 2-year paid subscription to NewsGator Online. More details will be announced with the next release of NetNewsWire, which will include advanced features and functions from NewsGator Online.« Das will ich aber gar nicht. NewsGator kann mir gestohlen bleiben.
Anlässlich des Aufkauf von FeedDemon durch NewsGator schrieb ich einst: »Als Mac-User kann man nur hoffen, dass NetNewsWire nicht den selben Weg gehen wird.« Und nun passiert genau das. Die vorzügliche Integration des NetNewsWire mit Bloglines wird dann sicher zu Gunsten der Integration mit NewsGator abgelöst. Also, Zeit sich nach einem neuen RSS-Reader umzusehen …

rss newsgator netnewswire

Rundesleder

Borussia-Freuden

Diese Tabelle dokumentieren wir hiermit für die Nachwelt, wer weiß schon so genau was danach kommt. ;-) Nach einem etwas wackeligen Erfolg über Mainz 05 steht der VfL auf Rang 6 in der Bundesliga. Man mag als leidgeprüfter Anhänger von Borussia Mönchengladbach der ganzen Sache noch nicht so ganz trauen, aber im Moment ist das ein ganz anderes Borussia-Gefühl. Endlich muss man mal nicht ängstlich gen Abstiegsränge schauen, auch wenn das Gekicke auf dem Rasen mit dem Tabellenplatz noch nicht so gut mithalten kann. Hübscher kleiner Nebeneffekt: Der VfL hat in der ewigen Bundesliga-Tabelle den Fahrstuhl-Klub aus der rheinischen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofs-Kirche überholt.

Ganz trauen kann man auch nicht der Technik. Da sitzt man im Stadion und denkt man hätte gemoblogged, aber in Wirklichkeit hat man nur Fehlermeldungen produziert. Eine Inkompatibilität eines der wie immer halbgar zusammengewi…ten Textpattern-Plugins mit PHP5 verhinderte den Moblog-Erfolg. Die Bilder wurden zwar nach Flickr, aber nicht ins Weblog übertragen. Ne ne ne, wenn man nicht alles selbst programmiert, und das bei solch’ einem bedeutsamen Premium-Content. ;-)

So kann man denn in diesen Zeiten wohlgemut sagen: Mein Freund ist aus Leder!

bundesliga borussia gladbach

Linux

Asciiquarium

Real Geeks brauchen keinen grafischen Schnick-Schnack, sondern leben in ihrem Terminal und stets nach der Maxime: »If it can’t be done in vi, it’s not worth doing it.«
Aber nicht nur Geeks leben im Terminal, sondern auch Fische. Man muß sie nur heraus lassen. Genau das macht »Asciiquarium«. Es benötigt das Perl-Modul »Term::Animation«, dass man sich leicht in der CPAN-Shell besorgen kann. mir.aculo.us (dem auch das via gebührt) hat für jene, die sich die Mühsal des Installierens ersparen möchten, ein Quicktime-Video mit dem Asciiquarium in Aktion.

asciiquarium shell geek

Lagedernation

SPD ohne Rückgrat?

Die CDU verkündet (lt. SpOn), dass der Regierungsauftrag und die Kanzlerschaft bei der Union als stärkster Fraktion lägen. Wenn die SPD Rückgrat besäße, würde sie auf ein solches Junktim mit einem freundlichen »Yo, dann schaut mal wo Ihr eine Mehrheit herbekommt« reagieren und jegliche Verhandlungen absagen. Es kann eigentlich nicht angehen, dass jede Partei ihre Maximalpositionen beibehält, aber die SPD, natürlich im Interesse des Landes, und der drängenden Sachfragen in der ja so schlimmen Lage, getrieben von den publizistischen Merkel-Spritzpistolen nachgeben soll und die völlig unakzeptable Merkel zur Kanzlerin wählt. Wäre ich Münte oder Gerhard, ich würde die ganze schwarze Bande auf Granit beißen lassen. Sollen sie doch schauen, wo sie ihre Merkel-Mehrheit herbekommen.

Aber, wie ich die SPD kenne, wird sie einknicken. Und wir werden Merkel ertragen müssen, unter dem publizistischen Jubilieren der schreibenden Jungspunde mit Gel in den Haaren …

wahl05