Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.
22c3 Ontour

Berlin im Schnee

Volksbühne im Schnee Ganz Berlin, wo ich gerade beim 22C3 weile und kräftig konferenzblogge, liegt im Schnee und ist genau so kalt, wie man sich Sibirien halt so vorstellt. Das Bildchen zeigt übrigens den Blick aus der Unterkunft auf die berühmte Volksbühne.

Hier, wo wir unter uns sind, kann ich mal erzählen, dass dieses Jahr der Anteil der Ober-Verpeilten und Kiddy-Pseudo-Hacker ziemlich hoch ist. Neben mir sitzen ganz pöse Hacker, die meinen, wenn sie Enigmail im Thunderbird installieren, wäre die Abfrage ihres unverschlüsselten POP3-Accounts sicher. Dem schadet ein gecrackter Account aber nicht, er fiel mir schon vorher durch telefonieren während eines Vortrags auf und trägt damit den Stempel Wünschenswertes Opfer fett auf der Stirn…
Und ein voluminöser Verpeilter von geschätzten 100 Kg flog quer durch das Auditorium und riss dabei fast die versammelten Notebooks vom Tisch. Ne ne ne. ;-)

Die interessanten und guten Sachen (die natürlich in der Überzahl sind, keinen falschen Eindruck hier mitnehmen) erzähle ich weiterhin drüben

berlin volksbühne 22c3

Zeugs

Frohe Festtage!

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Da sich Weihnachten jedes Jahr wiederholt, kann auch das Bildchen noch einmal wiederholt werden, zumal ich der Ansicht bin, dass es, in Anbetracht der Mühe, die die Aufnahme gekostet hat, nicht angemessen gewürdigt wurde. ;-)

Dieses Jahr habe ich mit den Einkäufen schon etwas früher angefangen, nämlich gestern Nachmittag hüstel. Dabei hatte ich im Kaufhaus eine Erscheinung, die mir den Schreck in alle Glieder fahren ließ. Ich dachte schon, der Rächer der späten Geschenke wäre gekommen um die Strafe für die Sünde einzufordern und zu fragen, wo denn bei all’ dem Weihnachten im Kapitalismus eigentlich die Botschaft geblieben ist?

Ich wünsche Euch schöne Feiertage!

Direkt danach steht ja 22C3 auf dem Programm. Das dazugehörige Konferenzblog wurde auch noch zwischen den Geschenken fit gemacht, sogar mit Podcast. Premium Content, wohin das Auge reicht…

Zeugs

Da für Sekunden und weg für Jahre

Leeres Haus / Empty House Hier war es in letzter Zeit ganz schön ruhig. Das hatte so seine speziellen Gründe. Einer davon sind Heuschrecken. Im Kontext von Münte zu verstehen. Zum Thema »Arbeit« bietet 2006 daher Handlungsbedarf. Dazu kommt eine diffuse Unlust, das zu bloggen was sowieso alle bloggen, und die immer gleichen Kurzzeit-Rants der immer gleichen Problematisierer locken auch keinen Hund hinter dem Ofen hervor.

Zum Jahresende 2005 wird die Blogaktivität aber wieder hochgefahren. Denn nicht nur heuschreckenfreie Tage und die Jahresendzeitfestivitäten stehen vor der Türm, sondern auch der 22C3. In diesem Zusammenhang darf ich dezent darauf hinweisen, dass das bewährte Konferenzblogger-Team dort auch in diesem Jahr nicht nur rumlungern und Club-Mate trinken, sondern auch total interessant und voll brutal ernsthaft bloggen wird: 22c3.konferenzblogger.de. Dazu dann in den nächsten Tagen mehr. Hier und dort. Dort wird auch noch hübscher. Aber Propaganda muss ja beizeiten gestartet werden.

heuschrecken 22c3

Rundesleder

Jahresabschlussborussiabloggen

Ein letztes Mal in diesem Jahr »Borussia-Bloggen«. Man kann die Winterpause diese Saison mit einem in den letzten Jahren ungekannten wohligen Gefühl eines relativ sicheren Tabellenplatzes angehen, und die Art und Weise, wie die Helden mit der Raute auf der Brust das Spiel gegen Frankfurt nach einem 0:2-Rückstand noch in die richtige Bahn zu einem 4:3-Sieg umgedreht haben, macht Mut für die Rückrunde. So gut, mit Kontakt zu den UEFA-Pokal-Plätzen, standen wir schon lange nicht mehr. Gute Sache! ;-)

Ansonsten? Wer Herbstmeister wurde, ist mir soeben entfallen. Und die Liga entwickelt sich immer mehr zum Irrenhaus. Ein paar Spiele verloren und ein bißchen Unruhe – schwupps, weg ist der Trainer. Neuerdings auch der Manager gleich mit, so in der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche (oops, auf welchem Tabellenplatz steht denn der Geißbockklub, sowas aber auch…) und beim VfL Wolfsburg. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Strunz als Manager die Fehlbesetzung schlechthin war. Als ich im Sommer das Kicker-Sonderheft studiert habe, musste ich ob dieser Personalie schon arg zweifelnd mein von vielen Jahren Bundesliga erfahrenes Haupt wiegen…

Wie man es richtig macht, zeigt Mainz 05. Trotz katastrophalem Start hielt man am Mainzer Gott Kloppo fest, der Erfolg gibt ihnen Recht. Aber das ist die Ausnahme, darum kann man über Meldungen wie diese nur schmunzeln. Nix gegen Thomas Doll, aber wenn der HSV knapp die Champions League verpasst und mit, sagen wir, zwei Auswärtsniederlagen und drei Heimunentschieden in die nächste Saison startet, heisst es »und tschüss«. Darum kann man sich solche symbolischen Vertragsverlängerungen (der Vorstand will zeigen »Boah, machen wir einen auf Kontinuität«) eigentlich schenken.

Nun, das war es also für 2005 mit dem runden Leder. Ab jetzt kann der Fernseher aus bleiben, da nur noch obskure Wintersportarten zu sehen sind, bis man dann Ende Januar 2006 endlich wieder lauthals verkünden kann: Mein Freund ist aus Leder.

borussia gladbach fußball

Weblogtalk

Der große Haken 2.0

Das große Desaster an unser aller Lieblings-Web.2.0-Site del.icio.us zeigt sehr drastisch den gewaltigen Haken an der so fürchterlich wunderbaren Web-2.0-Welt des »Remixens« von persönlichen Informationen auf externen Web-Services mit den offenen APIs: Hat $Anbieter ein Problem, sind die Daten weg. Oh, Vergänglichkeit, Du bist immer der große Sieger, auf die Unendlichkeit hin gesehen.

Ich bin gespannt, ob das ohne Datenverlust abgegangen ist.
Dabei habe ich bereits einen deli-Importer, ich müsste ihn nur mal aktivieren…

Update: Hurra, deli ist wieder da! Und auf dem ersten Blick scheinen wir noch einmal Glück gehabt zu haben, die Links machen einen vollständigen Eindruck. Nun geht es aber an das Sichern…

Weblogtalk

Realitätswahrnehmung 2.0

Bild: Reality Dieses Bild »Reality« von Flickr-User Gridlock bringt die neuartige mediale Wahrnehmung von Realität in den Zeiten von Web 2.0 am Beispiel des desaströsen Feuerinfernos von Hemel Hempstead ohne große Worte auf den Punkt.
Natürlich sind wir, die wir das auf unserem Computerschirm anschauen, ohne von einem quasi-amtlichen medialen Vermittler darauf »angesetzt« worden zu sein, Teil jenes »auf den Punkt bringen«.

Flickr: Photos tagged with hempstead

web2.0 flickr hempstead

Musik

Die Fantastischen Vier

Die Fantastischen Vier Kontrastprogramm. Heute mal keine Männer mit Gitarren, sondern mit den Fantastischen Vier, die auf ihrer Clubtour Station im Wiesbadener Schlachthof machten, eine Dosis Hip-Hop. Und es war richtig gut, Fanta 4 spielten die alten Hits, die man halt so kennt. Das Publikum ging gut ab, und die Jungs haben es einfach drauf, das Publikum zu unterhalten. Ansonsten gab es Tanzeinlagen der Herren, die ein wenig an eine Boyband erinnern, eine ziemlich dramatische Solonummer von Thomas D., für die die drahtige Hupfdohle sich auszog und den Damen im Publikum sein Sixpack offenbarte, und ca. zwei Stunden (gefühlt, habe nicht die Zeit gestoppt) Action. Fazit: Kann man sich anschauen, unterhaltsamer Abend. Tour geht noch bis zum 18.12.05, Termine auf der Website, die geflasht ist und daher nicht verlinkt werden kann. Aber ich denke, sie wird eh schon, wie auch in Wiesbaden, überall ausverkauft sein.

fanta4 diefantastischenvier fantastischenvier wiesbaden schlachthof

Mac

Mein toter Powerbook-Akku

Akkus von Apple-Notebooks und das nette Progrämmchen coconutBattery, das auch auf dem Bildchen oben zu sehen ist, sind gerade in aller Blog-Munde, z.B. bei Andreas, metamac oder vowe.

Wie man auf dem Bild oben sehen kann, ist mein Akku nach 27 Monaten und 270 Ladezyklen hinüber. Er lädt nicht mehr (ja, die üblichen Ratschläge von wg. Reset der PMU etc. wurden ausprobiert), oder zumindest nicht mehr viel. Er hält zwar noch tagsüber mehrere Stunden ohne Strom den Ruhezustand im Speicher, aber zieht man im eingeschalteten Zustand den Stecker ab, ist 20 Sekunden später Feierabend.
Da ich ein Feuer-Paranoiker bin, lasse ich das Notebook niemals unbeaufsichtigt am Stromnetz hängen, d.h., der Akku wird praktisch ständig ein wenig entladen und bekommt dann beim nächsten Gebrauch wieder Strom und lädt. Das ist ihm wohl gar nicht gut bekommen.

Nun habe ich in Ebay einen neuen Akku erstanden, ein kompatibles Gerät von einem anderen Anbieter (schlechter als das Original-Teil von Apple kann er ja kaum sein…). Den habe ich einige Male be- und entladen und erst einmal raus genommen. Für den normalen Daheim-Betrieb reicht der kaputte noch. Nun müsste ich noch einen Trick kennen, wie man den Akku wechseln kann, ohne anschließend das System neu starten zu müssen. Oder sollte ich lieber denken: »Egal, ich nehme jetzt den neuen Akku bis er auch kaputt ist, zu viel problematisieren darüber schadet nur dem Karma…«

Übrigens: coconutBattery ist nett, aber echte Männer holen Informationen über den Akku ein, indem sie das Terminal öffnen und ioreg -l | grep -i IOBatteryInfo in die Kommandozeile tippen (via weiß nicht mehr, findet man in diversen Foren).

apple mac akku

Moblog Musik

Maximo Park

Maximo Park Heute abend in Frankfurt.

Nachdem sich die Herrschaften zunächst Zeit ließen, wurde es 22:00 Uhr, dann ging es ab. Sänger Paul Smith gab den Dandy im Anzug mit gegelter Haartracht, ganz so als wäre er der Sohn (oder Enkel ;-)) von Bryan Ferry. Die Herrschaften begannen zu rocken, und das ziemlich laut. Das zahlreich erschienene Publikum war zunächst etwas reserviert, aber spätestens nach »Apply Some Pressure« sah man viele hüpfende Leiber im Saal. Paul Smith unterhielt das Publikum mit seinen coolen Dandy-Gesten und -Manierismen, Höhepunkt das scheinbare Ablesen des Textes bei »Once, A Glimpse« aus einer obskuren Kladde. Maximo Park spielten alle Songs (passenderweise »Going Missing« als zweite Zugabe und Abschluss) von »A Certain Trigger«, aber auch einige neue Songs, die Lust auf’s nächste Album machen. Nach einer Stunde und 15 Minuten war die ganze Sache beendet, mit der Ankündigung, nächstes Jahr wieder zu kommen (das sagen sie aber eh immer alle), verschwanden die Mannen um den mittlerweile seiner Dandy-Kluft weitestgehend befreiten Paul Smith von der Bühne. Fazit: Gut war’s, die Jungs haben es auch live »voll drauf«.

Nachschlag 29.11.: Auch die Zeit hat Maximo Park gesehen, und war, wie sollte es anders sein, begeistert.

Nachschlag 2: Ebenso die FAZ vom Auftritt in Frankfurt.

[Moblogged von leralle (Original-URL)]

musik maximopark

Moblog

Praha-Dejvice

Praha-Dejvice Endlich mal wieder ein Bahnbild, sogar aus Prag! Und da das hier zu sehen ist, funktioniert das XMLRPC-Gedöns wieder, und es kann endlich wieder ge-moblogged werden. Das war mal kaputt, wg. PHP 5. Nun hat er es wieder repariert, und das mit PHP 5.1. Ist er ein Gott. ;-)

[Moblogged von leralle (Original-URL)]

Musik

Frankfurt erwartet Maximo Park

Kulturelles Highlight des kommenden Wochenendes im Rhein-Main-Gebiet (sieht man daran, dass sie, s.o., die Titelseite von plan.F zieren): Maximo Park, mit ihrem Album »A Certain Trigger« für eines der besten Alben des Jahres aus der Abteilung Männer mit Gitarren verantwortlich, spielen am kommenden Sonntag (27.11.) in Frankfurt. In München waren sie schon, Marcus vom Noiseblog war dabei. Der Netzbuch-Blogger ist gespannt und hinreichend enthusiasmiert und wird am Sonntag vor Ort weilen.

Maximo-Frontmann Paul schreibt übrigens ein Tour-Tagebuch, u.a., dass er krank ist. Alter, sieh zu dass Du bis Sonntag fit bist! ;-)

Unverständlich für mich ist, dass sich in kurzer Zeit in Frankfurt die Männer mit Gitarren stapeln. Innerhalb von vier Tagen spielen I Am Kloot, Maximo Park, Bloc Party und Elbow in Frankfurt. Was soll das? Die Kapellen sprechen alle ein ähnliches Publikum an, aber wer kann und will sich vier Konzerte in ein paar Tagen leisten? Wenigstens I Am Kloot und Bloc Party hätte ich mir normalerweise auch angeschaut, aber so musste ausgewählt werden, Maximo Park haben gewonnen…

musik maximopark

Weblogtalk

Encore une fois

Der Podcastverband wurde an dieser Stelle bereits angemessen gewürdigt. Das reicht aber nicht, Podcasten geht den Weg des Profiboxens, da existieren auch mehrere Verbände, damit es für die Aktiven genug Titel zu verteilen gibt. Voilà: Der Podcastclub (gefunden bei Thomas). Die deutschsprachige Podcastszene ist auf keinem guten Weg, um das mal mit aller Vorsicht auszudrücken …

Boris’ Kommentar zur damaligen »Würdigung« war ja fast schon prophetisch …

Zeugs

C´est finis le jeu!

Hier muss noch etwas abgearbeitet werden. Un bâton von Mme. Dee, resp. ein Stöckchen von Marco dem Codemonauten (wie sagt der Neuköllner Altmeister: Allerschärfstes Willkommen! ;-)) liegen hier noch im Vorgarten herum und verrotten langsam. Also dann, frisch ans Werk:

Allez dans vos archives.
Retrouvez la 23e note ou celle proche de ce chiffre.
Retrouvez la 5e phrase.

Oder:
Den 5. Satz in meinem 23. Post wiedergeben.

Der 23. Artikel ist jener hier. Gute Wahl, eine richtig obskure Geschichte war das damals, am 16. Mai 2002. Dank meines schon damals vorhandenen Hang zu Schachtelsätzen, den auszuleben ich mir nur in Ausnahmefällen versage, gibt es aber ein Problem: Der Artikel hat nur drei Sätze. Also müssen wir das Stöckchen brutalst mit den Stiefeln bearbeiten und heraus kommt: Der 5. Haupt- oder Nebensatz in meinem 23. Post. Und das ist dann: »… daher werde ich auch nicht die URL seines “Vereins” veröffentlichen (hehe) …« Der URL, Herr Graf, der, ist ja nicht zu fassen…

Und nun das, was ich schon immer mal mit einem Stöckchen-Mem machen wollte: Kraft meiner Autorität als Mitglied der Top 10 der Business-Blogger erkläre ich den hier praktizierten 23/5/5-Mem offiziell für beendet!

Ein Hinweis für die Ironieresistenten: ;-)

Techkram

Happy Birthday, MS Windows!

Heute vor 20 Jahren, am 20. November 1985, erschien in den USA die erste Version von Microsoft Windows. Bei der Gelegenheit fällt mir einmal mehr auf, dass es praktisch keine Windows-Fan-Blogs gibt, die solche Daten ähnlich den zahlreichen Mac- und Linux-Blogs angemessen feiern würden. Anscheinend benutzen es (fast) alle, weil sie es nicht anders wollen/können/dürfen. Während aber die Mac- und Linux-User ihr System »ins Herz geschlossen haben«, behandeln die Windows-UserInnen ihr System eher wie eine Grippeschutzimpfung: Man braucht es, aber man mag es eigentlich nicht.

Da ich ja alt bin ;-), kann ich ein wenig vom Krieg erzählen. Damals, Mitte der 80er, hat das Erscheinen von Windows niemanden wirklich interessiert. Selbst Microsoft Deutschland muss angesicht des Geburtstags eingestehen, dass »Windows im Jahre 1985 noch eine Software für EDV-Enthusiasten« war. Wir PC-Benutzer schauten damals ein wenig neidisch auf die Benutzer von Apple-, Atari- und Amiga-Rechnern. Während wir DOS booteten und der Norton Commander der einzige Luxus auf der kargen Benutzeroberfläche war, konnten sich die Benutzer der anderen Rechner den Luxus graphischer Benutzeroberflächen gönnen.
Nicht Windows war damals der Favorit auf die Position der grafischen Standard-Oberfläche für PCs, sondern eine Portierung der Atari-Oberfläche für PCs namens GEM (Bild: Toastytech via Wikipedia):

Als die Pläne für die Portierung von GEM auf den PC ruchbar wurden, verklagte Apple (schon damals klagefreudig) den Hersteller Digital Research, und GEM auf dem PC musste so verkrüppelt werden, dass es niemand benutzen mochte. Letztendlich bereitete damit Apple den Boden für den Siegeszug von Windows, der aber erst 1990 mit Windows 3.0 beginnen sollte.
GEM ist übrigens im Laufe der Zeit zu einer OpenSource-Anwendung mutiert und kann erstaunlicherweise sogar noch gesaugt und installiert werden.

Zurück in die Mitte der 80er-Jahre. Selbstverständlich sahen die zeitgenössischen Entwickler für die PC-Plattform die Notwendigkeit, $AnwenderIn mit einer komfortableren Oberfläche für die tägliche Büroarbeit auszustatten. Es entstanden die so genannten integrierten Pakete, die MS-DOS mit einer eigenen Oberfläche für Standardanwendungen und Dateimanagement ausstatteten. Sehr verbreitet war ein Paket namens »Framework« von Ashton-Tate, einer Firma die damals berühmt war für die später von Borland geschluckte Datenbank »dBase«. Mit solchen Paketen bewältigte $AnwenderIn die tägliche Arbeit, so dass, wenn überhaupt ein Desktop als Symbol für den PC der 80er-Jahre steht, es der von Framework sein muss (Quelle):

Framework existiert übrigens auch noch, als Windows-Software der eher exotischen Art.

Was bleibt zum Geburtstag von Windows? War ein weiter Weg in den letzten 20 Jahren, vom 1.0er-Exotensystem für PC-Frickler zum Hoffnungsträger in Version 3.0 zum omnipräsenten Sicherheitsrisiko in den aktuellen Varianten, dass in seinen aktuellen Entwicklungen nur noch Standards hinterher hechelt, die andere Systeme längst gesetzt haben.
Objektiv gesehen liegt es auf der Hand, dass mit einem Betriebssystem, dass man nur benutzen kann, wenn man diverse so genannte »Sicherheitspakete« von Drittanbietern installiert, etwas nicht stimmen kann und es nicht empfehlenswert ist, einer solchen Dauer-Baustelle wichtige Daten anzuvertrauen. Ich persönlich hatte bereits 1994 genug davon (das war damals Win 3.1 mit guter alter 8+3-Dateinamenkonvention und einem Desktop, der schneller abstürzte als man gucken konnte) und wechselte zu OS/2 und Linux, und später, im neuen Jahrtausend, zum Mac.

windows gem framework dos microsoft

Weblogtalk

Parteitagsbloggen geht doch: Im Küchenkabinett!

Das Jahr 2005 mit seiner unerwarteten Bundestagswahl-Bescherung bescherte uns bekanntlich auch das neue Weblog-Genre Parteitagsbloggen. Die ersten Versuche während des Wahlkampfes haben mich nicht vom Hocker gerissen, das »Klein-Fritzchen der Blogger besucht die große Welt der Parteitage und bloggt staunend seine Beobachtungen«-Bloggen traf meinen Geschmack überhaupt nicht.

Um so positiver überrascht war ich dagegen vom Geblogge der Jungs vom Küchenkabinett (sowieso mein Lieblings-Politblog) vom SPD-Parteitag (schaut einfach selbst, neumodischen Kram wie Tags oder Kategorien, die man direkt verlinken könnte, gibt es da nicht ;-)) zu Beginn dieser Woche. Pointierte Beobachtungen und meinungsfreudige politische Einschätzungen statt zwanghaftes Aufsuchen und Bloggen lustiger Randbegebenheiten – so kann das eigentlich bereits abgeschriebene Parteitagsbloggen tatsächlich ein Gewinn sein. Gut gemacht, Jungs!

Apropos Jungs vom Küchenkabinett: Küchenkabinettinitiator TH befindet sich gerade im Krankenhaus, alles Gute, »alter Sack«.

weblogs parteitagsbloggen

Rundesleder

Bravo, Schweiz!

Das war ja dramatisch, Glückwunsch an die Schweizer zur WM-Teilnahme! Das die Türkei bei der Wm zuschauen muss, erfreut mich, die unfaire und unsportliche Art, wie sich Mannschaft und Publikum in der Türkei in diesen Tagen präsentieren, machen ihre Nichtqualifikation zur einzig angemessenen Strafe. Manchmal sind die Fußballgötter gerecht. ;-)

Aber auch sportlich eine gute Sache: Mit der Schweiz, Spanien und (hoffentlich) den Tschechen haben wir nächstes Jahr zur WM bei uns drei weitere attraktive Mannschaften im Teilnehmerfeld.

Mein Freund ist aus Leder!

fußball wm2006

22c3 Ontour

22C3 - Private Investigations

Chaos auf dem Desktop Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Was für eine Eröffnung! Ich sollte unbedingt bei den richtigen Medien arbeiten, ich habe das mit den Eröffnungen einfach voll drauf… Auch in diesem Jahr wird die Zeit »zwischen den Jahren« wieder dem Chaos gewidmet sein, genauer gesagt, dem 22. Chaos Communication Congress, kurz 22C3. Selbiger gewinnt langsam aber sicher an organisatorischen Konturen, ein Weblog und ein Wiki sind da, es gibt das CongressRadio-Weblog, und, damit man sich schon einmal mental, visuell und grundsätzlich in den nächsten Wochen einstimmen kann, von antenna erstellte 22C3-Tapeten für den digitalen Schreibtisch (siehe Bildchen oben) und einen (Mac-)Bildschirmschoner. Wie bereits im letzten Jahr werde ich mich auch dieses Jahr gen Berlin aufmachen, (ich muss sowieso nach Berlin, bekanntlich ist mein Freund aus Leder und Rundlederwelten muss man gesehen haben ;-)), um mit einer Club-Mate in der einen und einem Switch und CAT5-Kabel in der anderen Hand auf dem Fußboden hockend das Chaos zu geniessen. Und ein bißchen gebloggt werden wird sicher auch, denn man darf, schenkt man den Andeutungen, die man so aufschnappen konnte, glauben, auf das 22C3-Programm gespannt sein…

22C3

Techkram

Rails

Ich möchte wetten, dass 90% jener Damen und Herren, die in ihren Blogs das Ruby On Rails lobpreisen, höchstens ein fertiges Installer-Paket auf ihrem Windows oder Mac OS X installiert haben, aber noch nie eine »echte« Website mit Rails auf einem richtigen Server maintained haben. Ein Alptraum, sage ich Euch, jedes Update ist eine Zitterpartie. Und wenn etwas schief läuft, geht das fröhliche Suchen los. Das Rails-Gedöns verteilt sich im Betriebssystem wie ein MS Office seine DLLs. Und was weiß ich schon, was es bedeutet, wenn irgendein ActionDingsda eine Exception wirft? Ich bin (in diesem Fall) nur ein kleiner Linux-Admin, ey …

rails rubyonrails

Momentaufnahme

Prag - Die Schöne an der Moldau

Karlsbrücke Den Chronisten verschlug es über das verlängerte Wochenende nach Prag. Die Schöne an der Moldau präsentierte sich dabei von ihrer wechselhaften Seite, es gab ein wenig Regen und es war deutlich kühler als in den hiesigen hessischen Breiten. Nichtsdestotrotz hat mir Prag sehr gut gefallen, auch wenn ein verlängertes Wochenende natürlich viel zu kurz ist. Neben einigen (auch im November überlaufenen) typischen Touri-Attraktionen gab es auch Orte, wo sich der Touri als solcher eher selten blicken lässt. Zum Beispiel musste ich mir unbedingt das größte Stadion der Welt, das Spartakiádní Stadion im Stadtteil Strahov anschauen (selibiger dem Reiseführerleser eher als Standort eines Klosters mit exorbitanter Bibliothek bekannt). Spartakiádní Stadion, Prag In den sozialistischen Zeiten der CSSR fanden hier vor bis zu 300.000 Menschen die Spartakiaden statt. Das Bild gibt die Ausmaße des Stadions nur unzureichend wieder, es ist schon eine gewaltige Anlage. Die Tribünen zeigen deutliche Anzeichen des Verfalls, das Innere ist aber frisch begrünt, da sich dort heute ein Trainingszentrum des Prager Fußballklubs AC Sparta befindet. Mit 8 Fußballplätzen übrigens, alle innerhalb des Tribünenrechtecks.

Natürlich wurde ordentlich geknipst, ein erster Teil ist in einem beständig erweiterten Flickr-Set zu sehen.

In den digitalen Zeiten fotografiert man schon einiges an Material, Khoi Vinh hat gerade vor ein paar Tagen darüber ein wenig problematisiert. Ohne in Details gehen zu wollen (ich geniere mich die Zahl zu nennen ;-)), meine Fotoausbeute steht Khois nicht nach. Das Bearbeiten und Sichten artet dann richtig in Arbeit aus. Was waren das für Zeiten, als man zwei 36er-Filme dabei hatte und die Auswahl vor dem Abdrücken erfolgte. Kommt mir vor wie eine andere Ära.

Prag