Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Generation Montag

Webworking Ontour

Am Montag, dem 10. April, ist es wieder so weit: Der Web Montag in Frankfurt geht in die nächste Runde. Und, wie beim Bericht über die erste Ausgabe angedroht, bin ich auch wieder dabei. Im Web-Montag-Wiki findet man wie immer alles, was man dazu wissen muss. Dieses Mal scheint das Vortrags-Programm nicht so üppig wie beim letzten Mal zu werden, so dass man dieses Mal vielleicht mehr zum »Kuscheln« ;-) kommt.

Wer schauen möchte, ob es sich lohnt, das Montagsspiel der 2.Liga im DSF für einen Web Montag sausen zu lassen, kann im Web-Montag-Wiki Links und Berichte zu dem finden, was die Schriftkundigen aus Nah und Fern zur letzten Ausgabe in das digitale Pergament ritzten.

webmontag webmontag20060410

Großartig: Tomte live!

Musik

Tomte live, 31.3.06 - 1

Freitag abend spielten Tomte live im Substage in Karlsruhe. Und der Laden war ausverkauft! Die Glücklichen, die hinein durften, erlebten ein großartiges Konzert. Tomte-Sänger Thees Uhlmann war glänzend aufgelegt und begrüßte das Publikum mit den Worten »Hallo, wir sind Umbra et Imago, mein Name ist Mozart« (Für die Uneingeweihten: Wikipedia: Umbra et Imago). Tomte spielten einige alte Klassiker und natürlich die Songs ihres aktuellen fantastischen Albums »Buchstaben über der Stadt«. Obwohl die Band aus großartigen Musikern besteht (3/5 davon waren bereits letztes Jahr mit Olli Schulz in Karlsruhe zu bewundern, und der Hund Marie sitzt bei Tomte am Keyboard), lebt sie in erster Linie von Stimme und Präsenz des Sängers Thees. Hat er, so wie gestern, einen richtig guten Abend, wird es ein großes Konzert.

Wenn man die eher ruhigen Songs von Tomte von Tonträgern kennt, mag man sich es kaum vorstellen, aber die Menge war so enthusiasmiert, dass sich verzeinzelte BesucherInnen zum Crowd Surfing (erstaunlich, für was es alles Einträge in der Wikipedia gibt ;-)) animiert fühlten. Und sie trieb die Band zu zwei Zugaben, eine davon spielte Thees alleine mit der Gitarre. Fazit: Wer dabei war, wird garantiert beim nächsten Mal wieder kommen, und dann wird das Substage sicher zu klein sein…

Pardon für das lausige Bild (ich habe noch eins und noch eins), aber die Umstände ließen keine Highlights der Fotokunst zu.

tomte musik karlsruhe substage

Nackt! Nackt! Alles nackt!

Weblogtalk Webworking

Und am 5. April, da machen wir uns alle nackig im Web! Äh, also, nur die Website, denn am 5. April ist First Annual Naked Day: »That’s right, I’m starting the first annual CSS Naked Day. In the spirit of promoting Web Standards along with good semantic markup and proper hierarchy structures, April 5th will be a day of nakedness for all webmasters to remove their style sheets from their website for one day.« Um den Wert von standardbasiertem Design durch die Abwesenheit von selbigen dem Betrachter mit der Holzhammermethode einzubläuen, entfernen wir alle das CSS von der Website und schreiben einen kleinen Text dazu, den man bei Dustin Diaz finden kann. Also dann, ich will Euch nackt sehen! ;-)

[Via Jens]

css nakedday nackt webstandards

Two Gallants

Musik

Und der passende Soundtrack für diese finsteren Zeiten.

Ab und an begegnet einem etwas bei den musikalischen Exkursionen in die Weites des Webs, wo einem die Maus aus der Hand fällt und man denkt: »Wahnsinn! Was ist denn das? Haben!«

Wie zum Beispiel das sensationelle Duo Two Gallants. Dahinter verbergen sich Adam Stephens und Tyson Vogel aus San Francisco, benannt nach einer Geschichte aus James Joyce’ Dubliners (gibt es auch zum anhören), die kürzlich ihr Album »What The Toll Tells« vorgelegt haben. Von Jan Wigger in SpOn mit 7/10 und den Worten begrüßt:
»Die Two Gallants, Adam Stephens und Tyson Vogel, […] vermischen auf ihrer zweiten LP ‘What The Toll Tells’ Delta-Blues, Folk, Punk, Country, urplötzliche Lärm-Ausbrüche und unerhörte Geschichten von Zechtouren, leichten Mädchen und der Flucht vor dem Sheriff. Stephens und Vogel sind Storyteller der uralten Schule, denen der Schmutz an den Stiefeln haftet wie Erinnerungen, die man einfach nicht mehr los wird.«
Erschienen ist die Platte bei Saddle Creek, wo schon Hochkaräter wie Bright Eyes, “Son, Ambulance” oder The Faint ihre musikalische Heimat gefunden haben.

Ebendort gibt es einiges von den beiden zu hören, z.B. das ganze Album als Stream (Vorsicht, danach wollt Ihr es haben!), und auf ihrer eigenen Website ein paar MP3s (besser so ;-)). Unbedingt zu hören ist das sensationelle »Waves Of Grain«. Und nun ist zu eruieren, wo man hier in D zeitnah die Platte her bekommt…

twogallants saddlecreek

Finsteres rundes Leder

Rundesleder

Schaut Euch das an! Mal wieder unterwegs in den heimatlichen Gefilden des Westens, habe ich tatsächlich jemanden in Köln gefunden, der Fußball spielen kann. ;-)

Aber die Aussicht, dass der »geliebte« Geißbockklub demnächst den Weg in die Liga antritt, in die er gehört, kann für den Fan der Borussia aus Mönchengladbach nur ein schwacher Trost sein in diesen Tagen. Die erneute Auswärtsniederlage, eine 0:3-Packung, ausgerechnet bei den Unsympathen aus dem Pfälzer Wald, lässt es mal wieder hoch hergehen bei der Borussia und Zweifel daran aufkommen, ob der Verein es tatsächlich schafft, mal eine Saison ohne Trainerwechsel durch zu kommen. Die Torfabrik stellt berechtigte Fragen, und die Heimpartie gegen Borussia Dortmund am Wochenende bekommt den Charakter einer schicksalhaften Begegnung. Wie die Kollegen von Seitenwahl gleich wieder das Abstiegsgespenst an die Wand zu malen halte ich trotz allem für übertrieben, dazu ist die Liga insgesamt einfach zu schwach.

Bökelberg in Trümmern

Da ich einmal da war, habe ich auch mal wieder dem guten alten Bökelberg in Gladbach einen Besuch abgestattet, der bis auf eine Ecke nur noch eine Trümmerwüste ist. Und als solche fast schon als Symbol für den derzeitigen Zustand der Borussia taugt…

fußball köln mönchengladbach borussia bökelberg

Hässliche Desktops

Linux

Ein schönes Freitags-Thema ;-) wirft Computerwoche-Autor und Blogger Thomas Cloer auf: »Last, but not least ist das ganze Open-Source-Zeug (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel) auch noch immer irgendwie hässlich. Woran das liegt, weiß ich auch nicht. Programmierer verstehen halt selten was von Eye Candy, und Designer umgekehrt selten was vom Coden. Aber die Community muss irgendwann mal kapieren, dass das sprichwörtliche Auge auch mitisst.« Leute, mal ehrlich: Gibt es etwas hässlicheres als Windows? Von Benutzer-Konsistenz mal ganz zu schweigen. Jeder, der mal in einem hässlichen Dialog voller Reiter den Erweitert-Knopf gedrückt hat, um dann einen neuen Dialog mit hässlichen Tabs und Erweitert-Knöpfen präsentiert zu bekommen, weiss, wovon ich rede. Und dass Thomas ausgerechnet OpenOffice als Beispiel für die Hässlichkeit von Open-Source-Software anführt, ist mehr als unfair, denn das verbreitet in dem Bestreben, DAU-sicher zu sein, mit seiner Windows-95-Optik auf jedem System, egal ob Windows, Linux oder Mac OS X, die übelriechende Aura von Tod, Verderben, Flickwerk, Viren und Datenverlust, die man logischerweise gemeinhin mit Windows assoziiert. Sprich: Es ist so hässlich, weil es so nach Windows aussieht. Darum suchen auch alle auf dem Mac händeringend nach Office-Alternativen.

Und wahrscheinlich hat Thomas noch gar nicht mitbekommen, dass man Linux-Desktops optisch so tunen kann, wie man gerne möchte. Im Gegensatz zu Windows, übrigens…

linux windows desktop openoffice

Riya, oder: Keine Fotos mehr auf Bloggertreffen und Konferenzen

Webworking Techkram

Riya ist die »Schily-Schäuble-Beckstein-Variante« von flickr und Konsorten. Also eine Bilder-Hochlade-Community, die alle Bilder mit Personen drauf einer automatischen Gesichtserkennung unterzieht. Damit der freiwillig selbstgeschaffene Große Bruder auch effektiv funktioniert, fordert das System nach der Registrierung (http://www.riya.com/groundTruth) dazu auf, mal eben 1.000 Bilder aus dem Fotoordner hoch zu laden und die vom System erkannten Gesichter mit Namen zu taggen. Ziel der ganzen Aktion ist es, nach Menschen und Orten und Kombinationen davon zu suchen.

Verblüffend finde ich die Reaktionen, die bisher dazu zu finden sind. Die meisten finden das »cool«. Hat denn niemand mehr auch nur ansatzweise ein Gespür für Datenschutz und Privatsphäre? Wenn das einmal Mainstream ist (im Moment ist es glücklicherweise viel zu viel Arbeit, das System zu trainieren, als dass wir in absehbarer Zeit einen Foto-Big-Brother-2.0 haben würden), muss auf Bloggertreffen und Konferenzen leider gelten: Keine Fotos, bitte. Und es muss Aufgabe der Blogosphäre werden, die (vorwiegend jüngeren) Leute, die allzu naiv mit persönlichen Daten umgehen, ein wenig zu sensibilisieren.

web2.0 riya

Der Freund aus Leder ist betrübt

Rundesleder

Sich für Fußball zu interessieren, ist derzeit kein Spaß. Alles wird thematisiert, nur nicht das, worum es eigentlich gehen sollte: Das Spiel auf dem Rasen. Das liegt an der Armada der Geschäftemacher und Egomanen, die sich rund um den Fußball tummeln. Und an der dämlichen Wetterei, die sowieso durchgehend verboten gehört, man sieht ja, wo das hinführt.

Was haben wir denn da alles? Noch einen Wettskandal, der Bayern-Arzt und die Nanoteilchen. Nanogröße haben auch ihre Eier, wie der Nationaltorwart Olli K. immer so schön sagt, wenn sie international auf dem Platz stehen. Desaster ist das Wort der Stunde, wenn es um deutschen Fußball geht. Der FIFA-Oberdiktator Blatter möchte, ganz in der Tradition römischer Imperatoren, deren Sitze im Kolosseum aus Marmor waren (im Gegensatz zu jenen aus Stein und Holz des gewöhnlicheren Volkes), neue eigene Sessel exakt auf Höhe der Mittellinie in den WM-Stadien für sich und seine Fußball-Junta aufgebaut haben. Man bekommt groteske Regularien auf das Auge gedrückt, wenn man nur eine WM-Karte verkaufen möchte. Aber dieses unser Land und seine publicitygeile Brut von Polit-Hinterbänklern hat nur ein Problem: Klinsmann muss in Deutschland wohnen. Die FIFA schnappt sich den öffentlichen Raum wie eine Kolonialmacht, aber das Problem, worum sich die politische Klasse Gedanken macht, ist Klinsmanns Wohnort. Nicht zu fassen, der Verstand hat keine Heimat mehr in Deutschlands Öffentlichkeit.

Was das alles noch mit Fußball zu tun hat? Nichts, gar nichts.

Und um mal zum Ball zu kommen: Ich erwarte heute drei Punkte aus Mainz! Noch stets gilt, trotz aller oben aufgeführte Dinge: Die Wahrheit liegt einzig allein auf dem Rasen. Und mein Freund ist aus Leder…

Tumblen beim P.K.K.

Weblogtalk

Nach der Erkenntnis, auf halbgare Rails-Skripte zu verzichten, wurde der Editor angeworfen und ein Tumblelog mit SQLite und good old PHP geschrieben. Ich wollte sowieso schon immer mal SQLite mal in einer real world application testen. Und es wurden gleich zwei Damen mit Hang zum Tumblen dienstverpflichtet, und das Resultat, meine Damen und Herren: P.K.K. – Purzel-Kollektiv Kübelreiter.

Und übrigens, Herrschaften: Wenn man sich berühmte Tumblelogs anschaut kann man nicht ernsthaft behaupten, ein Tumblelog wäre eine Linkspalte im Weblog. Wir müssen schon ernsthaft distinguieren in der Weblog-Wissenschaft, sonst wird das nix mit der zwölfbändigen »Kleinen Weblogkunde«… ;-)

tumblelog weblogs

Der Frühling kommt!

Momentaufnahme

Spur des Frühlings Zur Erbauung in diesen ewigen weißen Zeiten des Schneefalls ein wenig unmotivierte Naturfotografie, gestern in Karlsruhe gesehen. Wird wirklich Zeit, dass das mit dem Winter aufhört, ich bin sowieso kein Freund davon. Im Interesse der guten Sache ( = Vertreibung des Winters) verstoße ich gerne mal wieder gegen das 12. Gebot, das da lautet: »Du sollst Deine Blogleser nicht langweilen mit Bildnissen Deiner Kinder, Deiner Haustiere und unmotivierten Lichtbildern von Pflanzen.« ;-)

krokus karlsruhe frühling

Purzeln auf Schienen: ozimodo

Weblogtalk

Von »Tumblelogs« hatte ich es kürzlich schon einmal. Es sind komische Zeiten, diese Zeiten. Bloggen driftet in eine merkwürdige Richtung ab. Mehr so in Richtung »Wannabee-Popliteratur«. Oder ermüdend penetrantes »Watchbloggen« von Publikationen, die den ganzen Aufwand eigentlich nicht wert sind. Tumblelogs sind dagegen »old school«, reduzieren bloggen auf das, was es mal war, und was es auch sein soll. Gefällt mir!

Der Tumbletrend kommt aus der Ruby-Ecke. Chris’ Anarchaia, das Ur-Tumblelog, läuft mit einer selbst gestrickten Ruby-Lösung namens Nukumi2. Der Projectionist wird von Geeks aus der RubyOnRails-Ecke betrieben. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis es die erste Tumblelog-Software in Rails geben musste, et voilà: »ozimodo – a rails tumbleloggin’ engine«. Wurde ausprobiert und für sehr kühl befunden! So ein reduziertes Bloggen mit so einem kleinen hübschen Tool macht richtig Spaß. Vielversprechend! Und der Vorteil von einem Framework wie Rails: Man findet sich, wenn man Rails kennt, sofort zurecht, wenn man selber drin hacken will. Das kann man wahrhaftig nicht von jedem Blog-System behaupten.

Also, auf geht’s: Rails installieren, Ozimodo starten, und »tumblen« was das Zeug hält! ;-)

ozimodo tumblelogs weblogs rails ror

Microsoft baut neues OS auf Darwin-Basis?

Techkram

Wie Chris Holland im Apple-Blog schreibt, verdichten sich ganz klar die Anzeichen, dass Microsoft Windows fallen lassen und, ganz wie Apple, ein neues Betriebssystem auf der Basis von Darwin bauen wird. Darwin ist das BSD-basierende Unix, das im Keller von Mac OS X werkelt.
Erinnert Euch dran, wo Ihr das erstmals gelesen habt, welches Blog wahrhaftig sein Ohr am Puls der Zeit hatte.

Was, das sind nur haltlose Gerüchte? Also bitte, es gibt Leute, die werden für Spekulationen dieser Art auf einer erheblich schmaleren Faktenbasis noch stets für Insider oder angesehene Kolumnisten der IT-Szene gehalten…

London calling

Weblogtalk

Apropos Web 2.0-Meetings: In London findet heute der Carson Workshops Summit »The Future Of Web Apps« statt. Dort versammeln sich Fans und Heroen der Web 2.0-Welt. Jeremy, rikman und viele andere mehr bloggen live. Ich muss gestehen, da wäre ich auch gerne dabei gewesen. Fotos von Geeks in Aktion gibt es selbstverständlich auch.

Und ganz was feines: Man kann zuschauen, wie die kühlen Leute im Publikum, also jene mit Mac und SubEthaEdit, live notieren, beobachten und bloggen.

futureofwebapps web20

»I come from Cyberspace, the new home of Mind«

Internet

Vor 10 Jahren: John Perry Barlows Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace, ein (Zitat) »Kammerstück der neueren Literatur amerikanischer liberaler Politikvorstellungen«: »Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.« Das Original findet man bei der EFF. Damals war ich davon, wie bereits nicht ganz so damals erwähnt, schwer begeistert. Heute klingt schon der Begriff »Cyberspace« ein bißchen merkwürdig. Und die »müden Giganten« erwiesen sich als widerstandsfähiger, als Barlow glaubte.

Andererseits, Notwendiges bleibt nun einmal Notwendiges. Wer möchte in einer Zeit, in der ein paar dumme Karikaturen Aufruhr und Tote verursachen, die Notwendigkeit einer neuen »Zivilisation des Geistes« bestreiten? Darum bleibt Barlows Vision ein Ansporn für uns alle, die wir das Netz mit gestalten wollen: »Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes erschaffen. Möge sie humaner und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen bislang errichteten.«

barlow cyberspacedeclaration

Die mit den Sternen schreien

Weblogtalk

Vom Web Montag in Frankfurt

Nach dem Motto »Ich bin dann mal ’ne Runde networken« versammelten sich ca. 60 Web2.0-Interessierte in der Brotfabrik zu Frankfurt am Main. Diese liegt nicht gerade zentral, entpuppt sich aber, wenn man sie erst einmal gefunden hat, als perfekte Lokalität für ein Ereignis dieser Art.

Zunächst gab es allerlei Vorträge. Mehr oder weniger ausführliche Materialien dazu sind übrigens auf der Web Montag-Wikiseite verlinkt.

Thomas Wanhoff machte den Anfang mit einer Tour-de-Force durch das Podcasting, »Radio 2.0«, »Social Media« und »Rosenzüchterpodcast« habe ich mir als Schlagworte notiert. Eine knackige Einführung in die Materie.

Arne Klempert von Wikimedia Deutschland referierte dann, für meinen Geschmack ob des straffen Zeitplans und der sowieso vorhandenen öffentlichen Debatte über die Problematik, viel zu lange über den so genannten »Fall Tron«, ohne dabei etwas Neues zu erzählen.

Jens Grochtdreis, Pontifex Maximus der Kirche der Webstandards aka »Webkrauts«, stellte selbige Intiative und ihr (in meinen Augen wichtiges) Ziel, nämlich ein Bewusstsein zu schaffen für die Vorteile und Notwendigkeit der Webpage-Entwicklung in Webstandards, vor. Ich will keine Layout-Tabellen-Höllen mehr sehen, Jungs und Mädels! Auf Seiten, an denen ich beteiligt bin, gibt es selbige bereits seit 2002 nicht mehr, also gibt es 2006 keine Ausreden mehr!

Danach gab es einen Schwenk in die düstere Corporate-Web-1.0-Welt. Sebastian Werner stellte qooxdoo vor, ein eindrucksvolles GUI-Toolkit für die Erstellung von Web-Anwendungen, die nach traditionellen (Windows-)Desktop-Anwendungen aussehen und sich auch so verhalten (Modale Dialoge im Browser!). Vor drei Jahren hatte ich ein Projekt, wo ich so etwas sehr gut hätte gebrauchen können, mit Grausen denke ich an JavaScript-Orgien zum Abfangen von Events zurück, um liebe Kollegen an schlimmen Dingen zu hindern. Gute Sache. Für einen solchen Anwendungszweck, wie gesagt, eher Web-1.0-Corporate-Welt als schillerndes Web 2.0. Aber Ihr wisst ja, wo man wirklich das Geld verdienen kann…

Gerrit van Aaken spürte drei Trends im »Web-Fonthandling« nach, nämlich dem Anwachsen der Font-Families in den Stylesheets dieser Welt, den neuen Windows-Font (jene, die mit Windows Vista erscheinen, also gegen 2010, mit den komischen Namen), und den mehr oder weniger brauchbaren (in meinen Augen überflüssigen) technischen Tricks zum dynamischen Umwandeln von Text in Bildern oder Flash-Filme im Browser des Anwenders. Wem der Powerbook-Lüfter lustig zum rollenden Strandball ins Ohr säuselt, weil eine Blogseite mit 50 Überschriften jene mit sIFR als 50 Flash-Filme ausliefern möchte, wird sich in seiner Begeisterung über diese Technik kaum zügeln können. Ein guter, kompakter und zügiger Vortrag von Gerrit.

Rany Keddo stellte in einem amüsanten Vortrag seine very social Kalender-Applikation »fleavent« vor. Er gab Einblicke in seinen Entwicklungsprozess und begeisterte das Publikum durch purzlets. Man kann sich bei Rany übrigens für das Beta-Programm von fleavent registrieren lassen, das ist sehr web-2.0-ig. ;-)

Beate Paland führte das Publikum in die Welt der meistgehypeten Programmierumgebung unserer 2.0-Zeit ein, nämlich Ruby On Rails. Und das selbstverständlich so brilliant, dass sogar bekennende Nicht-Programmierer nun einen Eindruck gewonnen haben, was das ist und worum es da geht, und warum Rails toll ist.

Um Abschluss gossen fukami und Lars Stojny Wasser in den süßen Wein 2.0 und nahmen das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Exploits und Skript-Attacken, die das Leben im Web 2.0 zu einer mitunter gefährlichen Sache machen können. Selbstverständlich taten die beiden das mit einer expliziten White Hat – Attitüde. ;-)

Nach diesen schönen Vorträgen war es dann schon ganz schön spät. Und so leerten sich die Reihen zunehmend, es gab noch einige interessante Gespräche und, Jens sei Dank, mussten The Girl und ich nicht den mühsamen Weg per Bahn nach Wiesbaden angehen.

Was nehmen wir mit von diesem Web Montag? Mir hat es gefallen, es war schön alte Bekannte aus der Rhein-Main-Bloggerszene zu sehen und neue kennen zu lernen, wie z.B. Gerrit oder Leo. Beim nächsten Mal sollte es mehr Zeit für das Labern und Trinken ;-) geben.
Rany erzählte mir, dass Angestellter sein und Software-Entwicklung mit konsequentem GTD besser unter einen Hut zu bringen sind, das nehmen wir als Ansporn mit. Und die Erkenntnis, dass Web 2.0 vielleicht doch mehr als nur die Wiederkehr von AGs mit windigen Geschäftsmodellen aus der Zeit der Jahrhundertwende ist, wie uns das die ganz ganz schlauen Leute wie Hal Faber immer erzählen. Beim nächsten Web Montag bin ich wieder dabei.

webmontag webmontag20060206 web2.0

Es leuchten Buchstaben über der Stadt

Weblogtalk Ontour

Und zwar leuchtet heute (der 6.2.2006 ist damit gemeint, falls dieser Eintrag in 10.500 Jahren von einer außerirdischen Macht gelesen wird) in großen Lettern, den abgeklärten klugen Alleswissern, die schon alles kennen und alles gesehen haben zum Trotze, Web 2.0 über Frankfurt am Main. Denn es findet zum ersten Mal in Frankfurt ein Web Montag statt. Eine solche Veranstaltung bringt (Zitat) »[…] Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Web-Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zum Thema Web 2.0 (im weitesten Sinne) zusammen.« Das klingt interessant, dementsprechend voll ist die Teilnehmerliste. Neben den altbewährten Blogszene-Größen aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich auch zahlreiche (für mich) neue Gesichter angekündigt. Und sogar aus dem fernen Karlsruhe eilt eine Bloglegende herbei, um einen Vortrag über Ruby On Rails zu halten. Kurz und gut, es verspricht ein interessanter Abend zu werden. Live-Bloggen werde ich nicht, denn ich nehme keinen Rechner mit ;-), aber eifrig Notizen machen. Vielleicht.

Links:

webmontag webmontag20060206 frankfurt web20

Reload - Internet Explorer 6 unter Linux

Linux

Wunder der Interoperabilität Das Thema MS Internet Explorer unter Linux war bereits vor fast zwei Jahren ein Thema im Netzbuch. Da ich mich in meinem Home-Netz nun von der letzten Windows-Installation getrennt habe (unnötige Verschwendung meines kostbaren Festplatten-Platzes), es aber leider notwendig ist, Web-Kreationen in dem antiken Windows-Stamm-Stöberer MSIE 6 zu testen, wurde dieses Thema re-problematisiert. So wie es damals beschrieben wurde, kann man es natürlich noch stets machen. Heutzutage ist es aber geradezu kindisch einfach, eine Kollektion von drei IEs zu Testzwecken unter Linux zu installieren.

Zur Vorbereitung installiert man mit dem Paketmanager der GNU/Linux-Distribution des Vertrauens Wine, cabextract und die Truetype-Schriften. Danach steuert man seinen Browser zur Seite »IEs 4 Linux – Internet Explorers für Linux«. Dort lässt man sich von der etwas merkwürdigen Sprache nicht weiter beeindrucken, sondern besorgt sich das Installationsskript. Das heruntergesaugte Archiv packt man aus und startet das darin enthaltene Skript. Man beantwortet ein paar Fragen (bspw. nach dem Zielort für die IEs, ich habe sie in ~/bin installieren und mir Shortcuts auf dem Desktop anlegen lassen, s. Screenshot), geht einen Kaffee trinken, und wenn man zurück kommt, kann man die IEs unter Linux benutzen.

Der Screenshot zeigt den IE unter Ubuntu, das wiederum per VNC auf dem Mac-Desktop angezeigt wird, so dass die Testsession für den unsäglichen Schleuderbrowser ohne Unterbrechung des Mac-WebWorker-Workflows erfolgen kann. So liebe ich das!

Und so ist es nun tatsächlich so, meine Damen und Herren, nachdem ich nun die letzte WinXP-Partition geplättet habe: Erstmals seit 1986 ist auf meinen Rechnern kein einziges Betriebssystem von M$ mehr zu finden! :-)

linux wine msie ubuntu gnulinux