Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

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35 Jahre Büchsenwurf

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In dieser Woche, in der die Borussia aus Mönchengladbach lediglich ein 1:1 gegen Tottenham Hotspurs im ersten Spiel der Gruppenphase des UEFA-Cups erreichte, jährt sich eines der legendärsten Fußballspiele der Historie zum 35. Mal: Am 20. Oktober 1971 gewann Borussia 7:1 gegen Inter Mailand, von der UEFA nachträglich annuliert wg. eines Büchsenwurfs, den Robert Boninsegna mit einer oscarreifen Einlage ausnutzte und sich vom Platz tragen liess. Der Rest ist bekannt, das Spiel wurde annuliert, wiederholt, Gladbach schied aus.

Aber jenes 7:1, das war nach Meinung vieler Zeitzeugen das beste Spiel, dass jemals von einer deutschen Mannschaft gespielt wurde, mit dem legendären Doppelpass Heynckes’ mit Netzer, der dann in seinem ersten Spiel nach Verletzungspause den Ball ins Eck schlenzte. Ein Moment, in dem Günter Netzer (so die Borussia-Chronik »Die Elf vom Niederrhein«, S.56) endgültig in wenigen Sekunden (Zitat) »ein Fußballgott, ein Heiland in Unschuldsweiß, ein Erlöser aller Underdogs und Außenseiter« wurde…

Anlässlich des Jubiläums interviewt die »Torfabrik« den damaligen Schiedsrichter Jef Dorpmans der, sich bereits damals der Einmaligkeit des Erlebten bewusst, allerlei Devotionalien von jenem Abend 1971 gesammelt hat und sie stolz präsentiert. Außerdem gibt es noch ein Interview mit Hacki Wimmer, einem der damaligen Akteure.

Glorreiche Geschichte, die Gegenwart: Nächster Anlauf ein Auswärtsspiel zu gewinnen, ausgerechnet bei Hertha BSC, wo es schon traditionell eine Klatsche gibt. Die Chancen stehen gut, dass es auch Morgen wieder heisst:

»Wir fahren weit, wir fahren viel – und wir verlieren jedes Spiel.«

Andererseits: Jedes Spiel muss erst gespielt werden, vielleicht kann man ja erstmals in dieser Saison nach einem Auswärtsspiel sagen: Mein Freund ist aus Leder.

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Zerstörte Fußballhistorie in Karlsruhe: Der Engländerplatz

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Auf dem Engländerplatz in Karlsruhe wird durch den Neubau einer Mensa ein historischer Bolzplatz zerstört! 1889 war dieser Platz einer der ersten Orte in Deutschland, auf dem das »englische Spiel«, Fußball, gespielt wurde, folgerichtig heisst er seit 1913 »Engländerplatz«.

1899 gab es hier sogar vor 1.500 Zuschauern das dritte Länderspiel der deutschen Fußball-Geschichte auf heimischen Boden, als eine deutsche Mannschaft gegen eine englische Profi-Auswahl antrat und mit 0:7 unterlag. Kurios: Der Veranstalter Walther Bensemann fungierte auch als Schiedsrichter.

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Verfallende Historie: Das Stadion an der Telegrafenkaserne

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KFV-Stadion Mitten in Karlsruhe verrottet mit dem »Stadion an der Telegrafenkaserne« des Karlsruher FV einer der historischen Orte des deutschen Fußballs. Ich habe es besucht, natürlich mit Kamera, das Ergebnis ist einem flickr-Set zu bewundern.

Der Karlsruher FV, 1891 gegründet, war einer der ruhmreichen Vereine der Frühgeschichte deutschen Kickerwesens. 1905 wurde das »Stadion an der Telegrafenkaserne« gebaut und war damals eines der modernsten in Deutschland. Während sich die Kicker an anderen Orten der frühen Fußballkunst nach getaner Arbeit an Waschschüsseln waschen mussten, gab es in Karlsruhe Wannen mit fließendem Wasser und entspannende Unterwasser-Massagen!

1910 wurde der KFV Deutscher Meister, im Jahr zuvor übrigens mit Phönix Karlsruhe der Lokalrivale und Vorläuferverein des heutigen Karlsruher SC. Der KFV hatte zu dieser Zeit mit Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius »Juller« Hirsch den gefährlichsten Sturm Deutschlands. Alle drei waren Nationalspieler, und Gottfried Fuchs hält mit 10 Toren in einem Spiel, erzielt beim 16:0-Sieg Deutschlands gegen Russland während der Olympischen Spiele 1912, den bis heute gültigen Rekord für deutsche Nationalspieler. Dieser Rekord wurde übrigens auch international erst 2001 überboten.
Berühmt wurden Fuchs und Hirsch aber weniger für ihre fußballerischen Heldentaten, sondern weil sie als Juden vom DFB in vorauseilender Anbiederung an die Nationalsozialisten 1933 aus allen Länderspiel-Statistiken gestrichen wurden. Fuchs war schlau genug, rechtzeitig auszuwandern, Juller Hirsch blieb in Deutschland und wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der DFB tat sich lange schwer mit der Aufarbeitung dieses dunklen und ruhmlosen Kapitels, erst in jüngster Zeit tat sich etwas in Sachen Aufarbeitung.

Und, um wieder die Kurve zum Stadion zu bekommen, in diesem Stadion rannten diese drei legendären Helden der deutschen Fußballgeschichte dem Ball hinter her. Ein historisches Länderspiel gab es auch an der Telegrafenkaserne, hier gelang der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem 1:0 über die Schweiz am 4. April 1909 vor 7.000 Zuschauern der erste Sieg in einem Länderspiel überhaupt.

Am Anstosspunkt

Haupteingang

KFV-Stadion: Die namensgebende ehemalige Telegrafenkaserne

KFV-Stadion: Blick auf die Haupttribüne

Aber die glorreichen Zeiten Karlsruher Fußball-Historie liegen fast 100 Jahre zurück, im Oktober 2004 fand der einst ruhmreiche Klub in den Niederungen der unteren Amateurligen ein ruhmloses Ende mit einer prosaischen Insolvenz. Seitdem rottet das Stadion an der Telegrafenkaserne vor sich hin.

Die meisten Zuschauer fanden sich an der Telegrafenkaserne am 19. Juni 1949 beim Wiederholungsspiel im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zwischen Offenbach und Worms ein: 35.000 (lt. dieser Quelle). Wenn man in dem Stadion heute steht, kann man sich kaum vorstellen, wo die einst alle Platz gefunden haben sollen. Die reguläre Kapazität war 4.000 Zuschauer, auch wenn sich in den Niederungen der Amateurligen manches mal gerade noch 20 einfanden…

Wie man dem Stadtwiki entnehmen kann, soll auf dem historischen Grund ein Seniorenheim errichtet werden. Darum, wenn Euer Freund aus Leder ist und Ihr mal in Karlsruhe seid: Werft einen Blick auf das alte Stadion an der Telegrafenkaserne, Ihr findet es in der Hertzstraße.

Mein Freund ist aus Leder.

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Auswärtssieg!

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Nun endete also die Bundesliga-Saison und das allsommerliche Reich der samstäglichen Finsternis hat das Regiment übernommen.
Zum Abschluss holte die Borussia aus Gladbach den zweiten Auswärtssieg der Saison (siehe Torfabrik und Seitenwahl), was die Auswärtsbilanz seit dem Wiederaufstieg 2001 auf die Bilanz von 9 Siegen, 26 Unentschieden und 50 Niederlagen in 85 Auswärtsspielen »verbessert«.

Immerhin, wir stehen auf Platz 10 und hatten mit dem Abstieg nichts zu tun. Andererseits wurde die Chance auf den UEFA-Cup im Schneckenrennen der am wenigsten schlechten Mannschaften geradezu fahrlässig verschenkt. Daher wage ich die Prognose, das in der nächsten Saison ein anderer Übungsleiter die Profis der Borussia über die Trainingsplätze des Gladbacher Nordparks scheuchen wird.

In der ewigen Tabelle der Bundesliga haben wir den 1.FC Köln überholt, der »leider« absteigen muss, und können uns in der nächsten Saison den 1.FC Kaiserslautern vorknöpfen, der »leider« auch absteigen muss, und auf Platz 5 springen. Überhaupt, was diese beiden Absteiger angeht: Gute Wahl, oh weise Fußballgötter.

Und Meister? Wer ist noch mal Meister? Gab’s einen? ;-)

Aber die Saison ist ja noch nicht vorbei! Heute nachmittag geht es mit The Girl ins Karlsruher Wildparkstadion, wo wir versuchen werden, mit vereinten Kräften ein Wunder zu bewirken.

Mein Freund ist aus Leder.

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Das Spiel mit dem runden Ball und das verlorene Paradies

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Fußball ist »Einübung ins Leben. Er symbolisiert das Leben selbst und nimmt es in einer frei gestalteten Weise voraus. […] Im Zusehen identifizieren sich die Menschen mit dem Spiel und den Spielern und sind so sehr am Miteinander und Gegeneinander, an seinem Ernst und seiner Freiheit beteiligt. Die Spieler werden zum Symbol des eigenen Lebens; das wirkt wieder auf sie zurück. Sie wissen, dass die Menschen in ihnen sich selbst darstellen und bestätigt finden. […] Natürlich kann dies alles verdorben werden durch einen Geschäftsgeist, der das Ganze dem düsteren Ernst des Geldes unterwirft und das Spiel aus einem Spiel in eine Industrie verkehrt, die eine Scheinwelt von erschreckendem Ausmaß hervorbringt. Aber selbst diese Scheinwelt könnte nicht bestehen, wenn es nicht den positiven Grund gäbe, der dem Spiel zugrunde liegt: die Vorübung des Lebens und die Überschreitung des Lebens in Richtung des verlorenen Paradieses.«

Der Papst aka Benni 16, als er noch Joseph Ratzinger war, 1978 in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, zitiert von 11 Freunde.

So, und nun soll noch einmal irgendwer etwas sagen, wenn man mit der Bierpulle in der Hand vor dem TV hängt und Fußball schaut. Äußert jemand Unverständnis, antwortet man trocken: »Ey, ich mache eine Vorübung des Lebens, Du weisst schon, Überschreitung des Lebens in Richtung des verlorenen Paradieses…«

Und der erste paradiesische Schritt wäre: 3 Punkte gegen Hertha! Denn im Haus Borussia hängt schon wieder der Haussegen schief. Wir brauchen Punkte, Punkte, Punkte!

Mein Freund ist aus Leder.

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Das Leben als Möglichkeit zur Kunst begreifen

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»Der linke Fußball ist für mich zugleich intelligent und kreativ. Er ist inspirierend und voll Leichtigkeit, fast eine Kunstform. Der rechte Fußball ist Kampf, ist Arbeit und eher destruktiv. Ich habe mich, wie ja auch Millionen Fußballfans, ganz klar dem linken Fußball verschrieben, und es wundert mich, dass wir in der Bundesliga fast nur rechten Fußball zu sehen bekommen. Vielleicht ist hier Werder Bremen noch die Ausnahme, aber ansonsten wird bei uns Fußball vor allem gearbeitet.«

Zitat des Gladbacher Mittelfeldspielers Thomas Broich in einem sehr sehr sehr guten Interview mit dem VfLog (Teil 1). Auch wer keine Fußballer-Interviews mag (wg. des Lukas P. Traumas) darf mal reinlesen. Man kann dann erfahren, wie ein Fußballer sich selbst unsympathisch finden kann, Fußball nicht immer nur arbeiten, sondern das Leben an sich als Möglichkeit zur Kunst begreifen möchte, und überhaupt einen kleinen Ausflug ins Innenleben eines Fußball-»Stars« unternehmen.

Nach dem souveränen Sieg vom Samstag kann man sich nun erst einmal beruhigt solchen Schöngeistereien hingeben, bevor man dann gegen Wochenende kühn wird und es wagt, heimlich im stillen Kämmerlein von drei Punkten in Hamburg zu träumen… ;-)

P.S.: Manchmal geht mir Textile so richtig auf die Nerven. Ich muss wie ein funktionaler Analphabet »Lukas P. Trauma« schreiben statt, wie es bekanntlich im Deutschen gehört, »Lukas-P.-Trauma«, weil Textile sonst den halben Absatz durchstreicht. Und wir alle wissen ja, dass es im Deutschen keine zusammengesetzten Substantive mit Leerzeichen gibt, immer wenn ich z.B. Web Montag lese habe ich große große Schmerzen…

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Finsteres rundes Leder

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Schaut Euch das an! Mal wieder unterwegs in den heimatlichen Gefilden des Westens, habe ich tatsächlich jemanden in Köln gefunden, der Fußball spielen kann. ;-)

Aber die Aussicht, dass der »geliebte« Geißbockklub demnächst den Weg in die Liga antritt, in die er gehört, kann für den Fan der Borussia aus Mönchengladbach nur ein schwacher Trost sein in diesen Tagen. Die erneute Auswärtsniederlage, eine 0:3-Packung, ausgerechnet bei den Unsympathen aus dem Pfälzer Wald, lässt es mal wieder hoch hergehen bei der Borussia und Zweifel daran aufkommen, ob der Verein es tatsächlich schafft, mal eine Saison ohne Trainerwechsel durch zu kommen. Die Torfabrik stellt berechtigte Fragen, und die Heimpartie gegen Borussia Dortmund am Wochenende bekommt den Charakter einer schicksalhaften Begegnung. Wie die Kollegen von Seitenwahl gleich wieder das Abstiegsgespenst an die Wand zu malen halte ich trotz allem für übertrieben, dazu ist die Liga insgesamt einfach zu schwach.

Bökelberg in Trümmern

Da ich einmal da war, habe ich auch mal wieder dem guten alten Bökelberg in Gladbach einen Besuch abgestattet, der bis auf eine Ecke nur noch eine Trümmerwüste ist. Und als solche fast schon als Symbol für den derzeitigen Zustand der Borussia taugt…

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Der Freund aus Leder ist betrübt

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Sich für Fußball zu interessieren, ist derzeit kein Spaß. Alles wird thematisiert, nur nicht das, worum es eigentlich gehen sollte: Das Spiel auf dem Rasen. Das liegt an der Armada der Geschäftemacher und Egomanen, die sich rund um den Fußball tummeln. Und an der dämlichen Wetterei, die sowieso durchgehend verboten gehört, man sieht ja, wo das hinführt.

Was haben wir denn da alles? Noch einen Wettskandal, der Bayern-Arzt und die Nanoteilchen. Nanogröße haben auch ihre Eier, wie der Nationaltorwart Olli K. immer so schön sagt, wenn sie international auf dem Platz stehen. Desaster ist das Wort der Stunde, wenn es um deutschen Fußball geht. Der FIFA-Oberdiktator Blatter möchte, ganz in der Tradition römischer Imperatoren, deren Sitze im Kolosseum aus Marmor waren (im Gegensatz zu jenen aus Stein und Holz des gewöhnlicheren Volkes), neue eigene Sessel exakt auf Höhe der Mittellinie in den WM-Stadien für sich und seine Fußball-Junta aufgebaut haben. Man bekommt groteske Regularien auf das Auge gedrückt, wenn man nur eine WM-Karte verkaufen möchte. Aber dieses unser Land und seine publicitygeile Brut von Polit-Hinterbänklern hat nur ein Problem: Klinsmann muss in Deutschland wohnen. Die FIFA schnappt sich den öffentlichen Raum wie eine Kolonialmacht, aber das Problem, worum sich die politische Klasse Gedanken macht, ist Klinsmanns Wohnort. Nicht zu fassen, der Verstand hat keine Heimat mehr in Deutschlands Öffentlichkeit.

Was das alles noch mit Fußball zu tun hat? Nichts, gar nichts.

Und um mal zum Ball zu kommen: Ich erwarte heute drei Punkte aus Mainz! Noch stets gilt, trotz aller oben aufgeführte Dinge: Die Wahrheit liegt einzig allein auf dem Rasen. Und mein Freund ist aus Leder…

Kein Freund

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Und, falls jemand warme Worte zum Rückrundenstart der Bundesliga erwartet: Diese Woche ist mein Freund in keinster Weise aus Leder. Solcherart schönfärberische Einschätzungen kann ich in keinster Weise teilen, sehr bitter, ausgerechnet gegen die unaussprechlichen Bajuwaren in Rot und Weiß daheim zu verlieren…

Nur die Aussicht, dass bei einem Punktgewinn der Lauterer am heutigen Sonntag die Geißbockkicker aus der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche auf den letzten Tabellenplatz rutschen könnten, wärmt ein wenig das frierende Fußballherz…

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Tschöö Bökelberg!

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Nun ist es soweit, heute hat der Abriss des ruhmreichen Gladbacher Bökelberg begonnen. Oh Du mein Fußballtempel, Stätte ruhmreicher Siege und elender Grottenkicke, da gehst Du ruhmlos dahin. Traurig bröseln Betonstücke auf Deinen ungemähten Rasen. Und was für eine letzte Demütigung, dass Du von einem Baggerfahrer aus Hoyerswerda mit den Worten »Ich hab’ nichts mit Fußball. Baustelle ist für mich Baustelle.« ruchlos nieder gerissen wirst…

Heute wurde als erstes der Spielertunnel, in dem ich im Oktober noch den Boden geküsst habe, der von den Stollen an den Schuhen Günter Netzers geadelt wurde, eingerissen, damit der Baggerführer aus Hoyerswerda in den Innenraum fahren und sein schlimmes Werk durchführen kann…

Schlimmes Werk auch bei sport.ard.de. Sie würdigen den heutigen Tag zwar mit einer Fotoserie (auf der Seite nach »Bye bye, Bökelberg« suchen, kann man nicht Verlinken, Javascript-Gedöns), aber verlegten fälschlicherweise das legendäre 12:0 gegen Borussia Dortmund und das 5:1 gegen Real Madrid auf den Bökelberg. Beide Spiele fanden aber im Düsseldorfer Rheinstadion statt (beim Spiel gegen Real war ich dabei). Rechercheschlampen! Mal schauen, ob sie das entfernen, als notorischer Querulant habe ich natürlich eine empörte E-Mail geschrieben.

Anlässlich solch’ tragischem Geschehens möchte ich noch einmal auf meine Bildergalerie »Mythos Bökelberg« aufmerksam machen, die ich im Oktober 2005 fotografiert habe.

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Jahresabschlussborussiabloggen

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Ein letztes Mal in diesem Jahr »Borussia-Bloggen«. Man kann die Winterpause diese Saison mit einem in den letzten Jahren ungekannten wohligen Gefühl eines relativ sicheren Tabellenplatzes angehen, und die Art und Weise, wie die Helden mit der Raute auf der Brust das Spiel gegen Frankfurt nach einem 0:2-Rückstand noch in die richtige Bahn zu einem 4:3-Sieg umgedreht haben, macht Mut für die Rückrunde. So gut, mit Kontakt zu den UEFA-Pokal-Plätzen, standen wir schon lange nicht mehr. Gute Sache! ;-)

Ansonsten? Wer Herbstmeister wurde, ist mir soeben entfallen. Und die Liga entwickelt sich immer mehr zum Irrenhaus. Ein paar Spiele verloren und ein bißchen Unruhe – schwupps, weg ist der Trainer. Neuerdings auch der Manager gleich mit, so in der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche (oops, auf welchem Tabellenplatz steht denn der Geißbockklub, sowas aber auch…) und beim VfL Wolfsburg. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Strunz als Manager die Fehlbesetzung schlechthin war. Als ich im Sommer das Kicker-Sonderheft studiert habe, musste ich ob dieser Personalie schon arg zweifelnd mein von vielen Jahren Bundesliga erfahrenes Haupt wiegen…

Wie man es richtig macht, zeigt Mainz 05. Trotz katastrophalem Start hielt man am Mainzer Gott Kloppo fest, der Erfolg gibt ihnen Recht. Aber das ist die Ausnahme, darum kann man über Meldungen wie diese nur schmunzeln. Nix gegen Thomas Doll, aber wenn der HSV knapp die Champions League verpasst und mit, sagen wir, zwei Auswärtsniederlagen und drei Heimunentschieden in die nächste Saison startet, heisst es »und tschüss«. Darum kann man sich solche symbolischen Vertragsverlängerungen (der Vorstand will zeigen »Boah, machen wir einen auf Kontinuität«) eigentlich schenken.

Nun, das war es also für 2005 mit dem runden Leder. Ab jetzt kann der Fernseher aus bleiben, da nur noch obskure Wintersportarten zu sehen sind, bis man dann Ende Januar 2006 endlich wieder lauthals verkünden kann: Mein Freund ist aus Leder.

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Bravo, Schweiz!

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Das war ja dramatisch, Glückwunsch an die Schweizer zur WM-Teilnahme! Das die Türkei bei der Wm zuschauen muss, erfreut mich, die unfaire und unsportliche Art, wie sich Mannschaft und Publikum in der Türkei in diesen Tagen präsentieren, machen ihre Nichtqualifikation zur einzig angemessenen Strafe. Manchmal sind die Fußballgötter gerecht. ;-)

Aber auch sportlich eine gute Sache: Mit der Schweiz, Spanien und (hoffentlich) den Tschechen haben wir nächstes Jahr zur WM bei uns drei weitere attraktive Mannschaften im Teilnehmerfeld.

Mein Freund ist aus Leder!

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Oben festsetzen!

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Na, das wird ja immer besser mit dem VfL Borussia! Offensichtlich bringt es Glück, wenn ich hier die Tabelle blogge (nicht, dass ich abergläubisch bin …), also muss das heute wieder sein. Ein souveränes 4:1 gegen Kaiserslautern, das sieht richtig gut aus. Auch wenn man nicht durchdrehen soll, so kann man doch den Kollegen von seitenwahl.de zustimmen: »Sicherlich soll man die aktuelle Platzierung und die bis dato gezeigten Leistungen nicht überbewerten, doch darf man ruhig mit breiter Brust und dem Anspruch auf weiteren Erfolg in die nächsten Partien gehen, in denen mit Dortmund, Hamburg und Leverkusen ungleich stärkere Gegner warten. […] In den vergangenen Jahren haben mehrere Mannschaften erstaunliches Stehvermögen in diesen Tabellenregionen bewiesen, auch wenn große Teile der Medien und im Umfeld wöchentlich darauf gewartet haben, dass irgendwann der Dämpfer kommen müsse.« Ansonsten erfüllt den Gladbach-Anhänger als solchen sicherlich auch die deftige Packung für unsere »Freunde« aus der verbotenen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofskirche mit einer gewissen Schadenfreude. Ja, ich weiß, ist echt fies, aber bei denen okay! Hielten selbige sich doch bereits für die Größten, nur weil sie nicht gleich von Saisonbeginn an ordentlich Senge bezogen haben …

Als nächstes geht es diese Woche im Pokal zu Hertha BSC. Und am Samstag dann zur falschen Borussia aus Dortmund. Wir werden sehen, im Moment bin ich exorbitant optimistisch, denn: Mein Freund ist aus Leder!

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Besuch auf dem Bökelberg

Fotografie Rundesleder

Premium-Content-Cross-Marketing! Drüben im Fotoblog gibt es Bilder vom Besuch im alten Stadion der Borussia auf dem Bökelberg in Mönchengladbach am vorletzten Wochenende. Wir drangen in das Stadion ein und knippsten was das Zeug hält, denn im November soll es abgerissen werden und wird dann für immer mythische Geschichte sein.

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Oh, Borussia: UEFA-Cup-Platz!

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Ja, was sind denn das für Sachen mit dem VfL Borussia? Um ein Haar fast schon wieder Auswärts gewonnen, und trotz der leichtfertig verschenkten zwei Zähler auf einem UEFA-Cup-Platz – da reibt sich der Borussia-Fan als solcher die Augen, wann hat man sowas zuletzt erlebt?
Mit dem Eigentor in letzter Minute war das Unentschieden natürlich unglücklich, schade.

Ausgesprochen gut gefällt mir auch, dass die Bayern als Tabellenführer gestürzt wurden. So muss das sein! Im Moment gilt eindeutig: Mein Freund ist aus Leder.

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Borussia-Freuden

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Diese Tabelle dokumentieren wir hiermit für die Nachwelt, wer weiß schon so genau was danach kommt. ;-) Nach einem etwas wackeligen Erfolg über Mainz 05 steht der VfL auf Rang 6 in der Bundesliga. Man mag als leidgeprüfter Anhänger von Borussia Mönchengladbach der ganzen Sache noch nicht so ganz trauen, aber im Moment ist das ein ganz anderes Borussia-Gefühl. Endlich muss man mal nicht ängstlich gen Abstiegsränge schauen, auch wenn das Gekicke auf dem Rasen mit dem Tabellenplatz noch nicht so gut mithalten kann. Hübscher kleiner Nebeneffekt: Der VfL hat in der ewigen Bundesliga-Tabelle den Fahrstuhl-Klub aus der rheinischen Stadt mit der schmutzigen Bahnhofs-Kirche überholt.

Ganz trauen kann man auch nicht der Technik. Da sitzt man im Stadion und denkt man hätte gemoblogged, aber in Wirklichkeit hat man nur Fehlermeldungen produziert. Eine Inkompatibilität eines der wie immer halbgar zusammengewi…ten Textpattern-Plugins mit PHP5 verhinderte den Moblog-Erfolg. Die Bilder wurden zwar nach Flickr, aber nicht ins Weblog übertragen. Ne ne ne, wenn man nicht alles selbst programmiert, und das bei solch’ einem bedeutsamen Premium-Content. ;-)

So kann man denn in diesen Zeiten wohlgemut sagen: Mein Freund ist aus Leder!

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Borussia - Grauen auf dem Rasen

Rundesleder

Gestern hatte ich nicht einmal Lust, die Sportschau zu gucken, so hat mich die erneute Auswärtsniederlage der Borussia aus Mönchengladbach in Köln angeödet. Zur Erinnerung, der letzte Auswärtssieg war im April 2004 in Rostock. Und sich ausgerechnet von den Kölnern abschlachten lassen – das schmerzt. Und zwar so, dass sich Martin vom VfLog dazu hinreißen ließ, die zyklische obligatorische Gladbacher Trainerdiskussion vorzuziehen und schon einmal los zu poltern: »Es wird Zeit, dass man bei Borussia einsieht: Wir haben im Kader nur Mittelmaß, und mittelmäßige Neuverpflichtungen werden daran nie etwas ändern können, auch 100 nicht. Dieser Verein braucht nicht immer neue Trainer, die immer neue mediokre Kicker ihres Geschmacks serviert bekommen. Borussia braucht einen Trainer, der aus dem, was wir haben, eine Mannschaft formt. Horst Köppel ist dazu nicht in der Lage. Horst Köppel muss weg!« Und streckt schon begierig die Händchen aus nach Jürgen Klopp oder Ralf Rangnick, von denen mit Sicherheit einer demnächst verfügbar ist. Einserseits sind das Protagonisten modernern Fußballs, andererseits spielen ihre Vereine auch nicht unbedingt besser als die Borussia. Ich finde, man sollte ein wenig Geduld mit Horst Köppel und der neu formierten Mannschaft haben. Dass die Borussia mit ihren ewigen Spieler- und Trainer-Tauschereien ins neue Vereinsheim eine Drehtür hätte einbauen können, ist nicht Köppels Schuld. Andererseits sollte man Köppel an seinen eigenen Aussagen messen, im Interview mit der Torfabrik sagte er: »Man hat doch in den letzten Jahren gesehen, dass man keinen Schritt weiter gekommen ist, wenn es mal nicht lief und man etwas auf der Trainerposition geändert hat. Ich bin der Meinung, dass wir mit der Mannschaft, wenn sie sich besser eingespielt hat, unsere Ziele erreichen können. Und das ist nicht der UEFA-Cup. Ich habe davon gesprochen, dass wir mal nach zehn Spielen nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ob uns das gelingt, müssen wir sehen. Aber wir sind keine Spitzenmannschaft, da soll man sich nicht irgendwas in die Tasche lügen.« Also denn, am Dienstag, gegen Werder Bremen, wollen wir Punkte. Drei Punkte!

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Metaphysisches ...

Seltsames Rundesleder

… von jemandem, von dem man so etwas eher nicht erwartet, nämlich dem Fussball-Gott Zinedine Zidane, lt. taz: »Eine rätselhafte Erscheinung hat Frankreichs Fußball-Star Zinédine Zidane zur überraschenden Rückkehr in die Nationalelf bewegt. ‘Eines Nachts um drei Uhr morgens bin ich plötzlich aufgewacht und habe mit jemandem gesprochen’, sagte er dem Magazin France Football. Er habe mehrere Stunden mit der Person verbracht, die außer ihm sonst niemand gesehen habe. Dabei habe eine ‘unwiderstehliche Macht’ von ihm Besitz ergriffen. ‘Ich musste dieser Stimme gehorchen, die mir Ratschläge gab’, sagte der 33-Jährige. […] ‘Das ist jemand, den Sie wahrscheinlich nie treffen werden’, sagte ‘Zizou’ den Reportern. ‘Diese Person existiert, aber sie kam von sehr weit her …’« Ah ja. Update: Ach, Zizou, Du bist so langweilig wie nur ein Fussballspieler es sein kann. Statt Dich mit dem Mythos der metaphysischen Erscheinung zu verklären, erzählst Du nachträglich, dass die Person Dein Bruder war (lt. 11 Freunde) …

Eher ein professioneller Metaphysiker ist der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Er berichtete von katholischer Metaphysik in einem Interview mit Spiegel Online: »Als Johannes Paul tot war, war ich am Boden zerstört, weil er mich mit dem Weltjugendtag allein ließ. Aber als ich dann vor dem aufgebahrten Papst kniete, habe ich seine Stimme vernommen: ‘Das müsstest du eigentlich wissen: Wenn Heilige im Himmel sind, dann nehmen sie teil an den unbegrenzten Möglichkeiten Gottes.’ […] Beim Requiem des Papstes habe ich den Sarkophag gesehen und dahinter Kardinaldekan Ratzinger – was für eine Symbiose. Da habe ich gedacht: ‘Papa Wojtyla, jetzt tu was, dass der dein Nachfolger wird!’ Und danach habe ich noch dem einen oder anderen Kollegen vor dem Konklave gesagt: Denkt daran, der Wojtyla-Papst guckt euch über die Schulter. Und als Benedikt XVI. gewählt wurde, hat er mir auch gleich zugesagt, nach Köln zu kommen – noch bevor ich überhaupt die Einladung aussprechen konnte. Und das ist für mich wirklich ein Wunder.« Weniger metaphysisch sind Meisners in diesem wirklich erstaunlichen Interview geäußerten Ansichten zu gesellschaftlichen Themen wie Kindererziehung oder Homosexualität. Hassprediger-Mentalität findet man nicht nur im Islam. Gehet hin und leset dieses Interview, und freuet Euch, dass Ihr in Zeiten lebet, in denen Leute wie Meisner nichts Wirkliches mehr zu melden haben in dieser unserer Gesellschaft. Und nehmet es als Ansporn, jene zu wählen, die sich eine weitere Beschränkung des kirchlischen Einflusses auf die säkulare demokratische Gesellschaft auf die Fahne geschrieben haben. Kirchensteuer, kirchliche Vertreter in Gremien wie Rundfunkräten wären da noch Dinge, die umgehend abgeschafft gehören.

Zidane Meisner

Niemand weiß, wo er steht

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Heute ist es mal wieder so weit: Die Zeit der sinnlosen leeren Samstage ist vorbei, komische Radfahrer und ähnliche Zeitgenossen machen den Bildschirm frei für wichtigere Sachen, nämlich getretene Bälle auf grünem Rasen: Die Fussball-Bundesliga startet in die Saison 2005/06. Und da zu Saisonbeginn niemand weiß, wo er steht, ist die Hoffnung, dass in der neuen Saison alles besser wird, der Antrieb jeglichen fussballerischen Strebens.

Wer wird Meister? Mir eigentlich egal, so lange es nicht sie werden, die üblen Gesellen des FC Bayern München. Nicht schon wieder!

Und Borussia Mönchengladbach? Ausgerechnet heute Abend mit einem Auswärtsspiel bei eben jenen Bayern in die neue Saison starten zu müssen, ist natürlich nicht gerade optimal. Wenn man bedenkt, dass sich an den letzten Gladbacher Auswärtssieg (das war am 10.4.2004 ein 3:1 in Rostock, wenn ich das jetzt richtig recherchiert habe) nur noch die Graubärte erinnern, und der letzte und einzige Gladbacher Sieg in München ein 2:1 am 14.10.1995 war (8 Unentschieden und 32 Niederlagen gab es sonst noch), muss man schon einen unerschütterlichen Optimismus an den Tag legen, um an einen Gladbacher Erfolg zu glauben. Aber egal, das ist ja das schöne am Fussball: Jedes Spiel beginnt mit 0:0.

Saisonwünsche für die Borussia: Zwei Siege gegen Bayern, und dieses Mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Mögen die Bälle rollen und die Besten gewinnen, so lange es nicht die Bayern sind! ;-)

Mein Freund ist aus Leder!

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Abpfiff!

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Die Bundesliga-Saison ist glücklicherweise vorbei, und der VfL Borussia aus Mönchengladbach verabschiedete sich angemessen mit einer 1:5-Packung aus selbiger. Mit jämmerlichen 36 Punkten, keinem einzigen Auswärtssieg und kümmerlichen 35 Toren steigt man normalerweise ab. seitenwahl.de meint dazu sehr passend: »Bayer Leverkusen siegte hochverdient und vor allem auch in der Höhe verdient mit 5:1, weil man auf eine Mannschaft traf, die am letzten Spieltag auch ohne den vielzitierten “Druck” noch einmal exakt so niederträchtig schlecht agierte, wie sie es über 3/4 der Saison unter wechselnden Verantwortlichen ausgiebig getan hatte. Weshalb es nunmehr ein völliges Wunder sein dürfte, dass sie am Ende die Klasse dennoch erhalten musste.
Es wird nun an Trainer Horst Köppel und seinen Mitstreitern sein aus dieser Leistung und aus dem Können und Wollen aller Einzelspieler die richtigen Lehren für die Sommerpause zu ziehen. […] Die Auswärtsbilanz nicht nur von dieser Saison spricht da unglaubliche Bände und offenbart die grundlegendste Krankheit aller. Vor fremdem Publikum erachtet man es schon als Gewinn nicht mehr als eins, zwei Gegentore zu schlucken. Zudem hält man sich schon für unwiderstehlich prima, wenn man auswärts mit dem Ball die Mittellinie überschreiten kann.
Es ist nur zu wiederholen. Der Klassenerhalt in dieser jetzt beendeten Saison ist das Produkt von wenig Können, viel Glück und zwei vollauf toll verlaufenden Wochenenden im Saisonendspurt.«
Und mit diesen treffenden Worten schließen wir die Saison 2004/05 ab. Im Moment kann ich echt keinen Fußball, und vor allem keine Loser im Borussia-Trikot, mehr sehen, und das will schon etwas heißen bei mir. ;-)

Die Rettung!

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Die offizielle gladbach-darf-nicht-absteigen – Schleife hat ihre Schuldigkeit getan und wurde entfernt, wir sind ein weiteres Mal gerettet. Das darf aber nicht über den katastrophalen Verlauf der Saison hinweg täuschen, irgendwann, im letzten Sommer, war mal ein einstelliger Tabellenplatz als Ziel verkündet worden …

Der Dank geht nach Freiburg, Rostock und Bochum, dafür, dass sie wirklich kontinuierlich eine ganze Saison noch schlechter gespielt haben als wir, das war unser Glück.

Ach übrigens: Der KSC ist auch nicht aus der 2. Bundesliga abgestiegen. ;-)

Borussia darf nicht absteigen!

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Genau! Seit meinem letzten Posting in diesem meinen Blog hat sich bei Borussia bekanntlich eine Menge getan, und unser einzig wahrer Coach Horst Köppel führt die Buben auf den Weg des Erfolges zurück.
Aber noch sind wir nicht gerettet, daher schmückt nun, bis zum Tage der Rettung (an etwas anderes denke ich nicht einmal) die offizielle gladbach-darf-nicht-absteigen-gedächtnis-schleife, kurz GDNAGS der verehrten Kollegen vom VfLog, ihres Zeichens »einfache und unwürdige Arbeiter im Weinberg des Fußballgottes«, dieses mein kleines Weblog, auf dass sie den Kickern des VfL Borussia Glück bringe. ;-)

»Der Ball wird erkennbar flach gehalten!«

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Es ist wieder so weit! Die schlimme fußballlose Winterzeit ist vorbei, endlich rollt wieder der Ball auf dem Schirm und man muß nicht mehr komische Gestalten die Ski fahren, in der verschneiten Gegend rum ballern oder Schanzen runter hüpfen ertragen. Warum die ARD uns zum Auftakt mit dem grottigen Langweiler Bayern vs. HSV quälen muß, weiß wohl niemand so genau. Ein wirklich schlimmer Kick in der ersten halben Stunde! Die Überschrift ist übrigens ein Zitat von Reinhold Beckmann von heute Abend, was mich zum schmunzeln animierte. ;-)

Mein Klub, die Borussia aus Mönchengladbach, hat eingekauft, als wäre auch bei kickenden Fußarbeitern die Mehrwertsteuer abgeschafft. Sechs (!) neue Leute hat unser neuer Coach, Brigadegeneral Dick Advocaat, eingekauft. Nicht nur der Kicker fragt sich: »Geht das gut?« Alles andere als ein Platz im Mittelfeld wäre nach dem Kaufrausch (sechs Leute ist schließlich eine halbe Mannschaft) eine Enttäuschung, die jeder wohl an Dick Advocaat fest machen würde. Der General steht enorm unter Druck. Zum Auftakt brauchen wir mal drei Punkte gegen Arminia Bielefeld, um mal ein bißchen Luft im Abstiegsschlamassel zu bekommen. Auf geht’s, VfL!

VfL Borussia 06

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Die 0:6-Pleite der Borussia gegen Hertha BSC war selbst für den (notgedrungen) Niederlagen-gestählten Borussia-Fan eine richtig derbe Klatsche, »Fassungslosigkeit« macht sich breit, Kapitän Christian Ziege (lt. borussia.de): »Es gibt einen Unterschied zwischen einer normalen Niederlage und dem was heute passiert ist. Das war ein vollkommenes Desaster. Was wir da fabriziert haben, hatte nichts mit einer Bundesliga-Mannschaft zu tun.« Das ist wohl wahr! Das sah auch der Kicker so: »Die Borussia fiel nach dem zweiten Tor völlig auseinander, dieser Leistungsabfall war einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig.« Das 0:6 in Berlin war die zweithöchste Auswärtsniederlage der Borussia aller Zeiten, nur beim 1:7 gegen den VfL Wolfsburg am 7.11.1998 gab es noch einen Gegentreffer mehr. Die höchste Niederlage überhaupt gab es daheim, ein 0:7 gegen Werder Bremen am 30.4.1966. Hoffen wir mal, dass die Borussia-Kicker nicht auch die Einstellung dieses Rekordes anstreben. Wir können von Glück reden, dass es mit Freiburg, Rostock und Bochum drei Mannschaften gibt, die regelmäßig noch schlechter spielen als wir, aber darauf sollte man sich dauerhaft nicht verlassen …

Nun denn, die Hoffnung stirbt zuletzt! Nur wer auch derbe Niederlagen mit Würde erträgt, kann Siege angemessen würdigen. ;-)

Der Neue

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Das ist er also, der neue Trainer des VfL Borussia Mönchengladbach: Dick Advokaat, bis zur EM Trainer der Niederlande. Zu dem Herrn habe ich keine Meinung (ich bin in erster Linie mal froh, dass Lodda in Ungarn bleibt), daher wird nun erst einmal abgewartet, was der Bursche aus der Mannschaft macht. Ein großer kluger Ball-Philosoph ist er jedenfalls (Zitat): »Wenn man offensiv spielen kann, muss man offensiv spielen, wenn man besser defensiv ist, spielt man lieber defensiv. Bei allen Vereinen wo ich gearbeitet habe, haben wir viele Tore geschossen und wenige bekommen. Ich denke, dass ist das wichtigste.« So ist es! Nicht dass ich das hier nun unbedingt hätte bloggen müssen, aber so kann man bei der nächsten Entlassung besser nachvollziehen, wie lange der Herr in Amt und Würden war. ;-)

Schlechte Verlierer ...

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… sind wie immer die Bayern. Felix Magath brachte, in Rage wegen der völlig berechtigten Roten Karte gegen Lucio (nach dem Abpfiff des Schiris hat man nicht mit seinem Fuß am Hintern des Gegenspielers herumzumachen, eigentlich ganz einfach), den Brüller des Wochenendes (Zitat sport1.de): »Das ist abenteuerlich. Man kann ja auch immer Bayern benachteiligen. So geht es auch!« Das ist das Sympathische an der Großkopferten-Truppe von der Isar, sie zeigen auch bei Niederlagen Größe und erkennen an, wenn sie einfach mal schlecht waren. Deshalb wirken die Herren Magath, Hoeneß und Rummenigge bei ihren TV-Auftritten nach Niederlagen immer so ungemein sympathisch …

Die Bayern werden systematisch benachteiligt, denn zu Saisonbeginn dauerten die Spiele immer so lange, bis die Bayern noch ein Tor machten. Kahn bekam, als er mit seiner Hand in der Nase von Miro Klose herummachte, keine Rote Karte, ebenso wie Ballack, der seinem Gegenspieler im Spiel gegen Bremen das Nasenbein mit dem Ellebogen brach. Arme Bayern, so was von benachteiligt!

Gladbacher Nebel

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Da reist man um die halbe Welt, um das Gastspiel der dreck…, äh, überaus sympathischen und bescheidenen Kicker des FC Bayern bei der Borussia aus Mönchengladbach vor Ort, live und in Farbe zu verfolgen, und dann das: Ganz Gladbach im Nebel! So dichter Nebel, dass sogar der lokale Reiher den Flugbetrieb eingestellt hat, wie auf dem billigen Schuß da oben unschwer zu erkennen ist.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge wurden sämtliche gefeuerten Gladbacher Ex-Trainer in den Borussia-Park abkommandiert, um den Nebel mit vereinten Kräften weg zu pusten. Mal schauen heute Nachmittag, ob sie erfolgreich waren!

Und besonders gespannt ist das Auditorium auf den ersten Auftritt der Borussia nach dem Trainerwechsel, Interimscoach Horst Köppel verbreitet Zweckoptimismus: »Einen schöneren Einstand gibt es doch gar nicht. Die habe ich als Spieler oft weggehauen.« Die Bayern nehmen auch, gewohnt bescheiden und sympathisch auftretend, den Mund voll, Coach Felix Magath: »Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und haben keine Angst. Ich gehe davon aus, dass wir aus Gladbach drei Punkte mitbringen.« Ich werde auf der Tribüne alles geben, um das zu verhindern. ;-)

Same procedure as last year ...

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Unglaublich, damit habe ich nun nicht gerechnet, O-Ton Borussia-Website: »Borussia Mönchengladbach und Trainer Holger Fach haben heute einvernehmlich beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden.« Sportdirektor Christian Hochstätter, der jetzt nach dem zweiten Trainerwechsel innerhalb eines Jahres auch mal fällig wäre, im DSF: »Wir wollten langfristig etwas mit ihm [Holger Fach, R.] aufbauen, die Trennung erfolgte jetzt nur wegen der Ergebnisse. Holger hat bei uns mehr als ordentlich gearbeitet, zuletzt fehlte eben auch das nötige Glück. Aber man kann nicht immer behaupten, die bessere Mannschaft gewesen zu sein, und trotzdem verlieren.« Nun ist es also mal wieder rum. Arme Borussia! Wenn das so weiter geht, hat bald jeder Bundesliga-Trainer mal bei Borussia gespielt oder war mal kurz Trainer dort. Wenn man bedenkt, dass Borussia in der Zeit von 1963 bis 1987 mit Hennes Weisweiler, Udo Lattek und Jupp Heynckes gerade mal drei Trainer hatte, und in der Zeit von 1987 bis jetzt schon zehn, dann sieht man, wie der schöne Verein vor die Hunde gekommen ist …

Skandal!

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Skandal! Da gewinnen wir endlich mal wieder, dann wird Oliver Neuville nachträglich für zwei Spiele gesperrt, nur weil er ein wenig mit der Hand nachgeholfen hat, bzw., wie das Foto deutlich zeigt, seine Hand von Wiese und Hertzsch quasi vor den Ball geschubst wurde. ;-) Und überhaupt, ich denke es war die Hand des Geists von Hennes Weisweiler, die den Ball seiner gerechten Bestimmung, nämlich im Lauterer Tor zu landen, entgegen führte!
Wurde jemand nachträglich gesperrt, als letztens im Pokalhalbfinale gegen Gladbach die Aachener Abwehrspieler im eigenen Strafraum Torhüter spielten, ohne dass der Schiri dies gesehen hätte? Ne, natürlich nicht, aber jetzt. Dabei ist Tor genau dann, wenn der Ball ins Netz kullert und der Schiri zum Mittelkreis zeigt. Die (Fußball-)Welt ist ungerecht!

ARD - Schuld war nur der Bagger!

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Nachtrag: Dieser Eintrag entstand, als Freitag um 20:30 die Bundesliga starten sollte, das Bild plötzlich weg war, die ARD das Horrorkabinett ihrer mir ansonsten glücklicherweise gänzlich unbekannten Programme öffnete, es eine Stunde dauerte bis im TV mal gesagt wurde was eigentlich los war, und ich mich wg. DJ Ötzi und Vicky furchtbar langweilte. ;-)

Ich werd’ zum Tier! Bundesliga-Auftakt, Anstosszeit, und was passiert bei den unfähigen Deppen der ARD? Sie verlieren die Leitung nach Bremen, und foltern das wartende Publikum mit DJ Ötzi. Immerhin, gerade haben sie direkt nach Ötzi eingeblendet: “Bitte entschuldigen Sie die Störung.” Ötzi ist wirklich eine Störung, und zwar eine Störung des Geschmacks.

Aber es kommt noch schlimmer, nun senden sie das Festival des deutschen Schlagers, Jürgen Marcus, “eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, schallalala”! Morgen kündige ich die GEZ, und steht dann ein Spitzel vor der Tür, spiele ich ihm eine Kassette von heute abend vor. ;-)

Und dann noch Vicky Leandros hinterher. Ich glaube, ich betrinke mich jetzt sinnlos!

Aha, Stromausfall in Bremen, sagt sport.ard.de. Garantiert ein Terroranschlag einer Fußball-Hasser-Gruppe gegen die Bundesliga! ;-) Offiziell war es ein Bagger, der die Stromleitung kappte. Sachen gibt es, was sagt die Gewerkschaft, dass der Bagger Freitag Abend baggert?

Aber das Ersatzprogramm ist schon wirklich hart, jetzt entdecke ich mal, was die alles so senden wenn ich abgeschaltet habe. Abgründe!

Sie setzen immer noch einen drauf, nun Udo Lindenberg. Schlimm! Da muß man zum Kettenraucher und Trinker werden!

Um 21:35 geht es tatsächlich los! Woah! Und dann aber ein übles Match, ist nix für die sensiblen Fußballerseelen, so ein Stromausfall. ;-)

Fazit: War ein verhärmter Fußball-Abend!

Das Leben hat wieder Sinn!

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Denn heute startet die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Meisters Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 in die Spielzeit 2004/2005. Boah, was bin ich geil auf richtigen Fußball, auf Kampf um Punkte und Tore, auf Drama und Action auf dem grünen Rasen, auf das simple Spiel, das in seiner klaren Zielsetzung (“das Runde muß in das Eckige”) das Auf und Ab menschlicher Existenz in 90 Minuten (plus Nachspielzeit) komprimiert. Jeder Sieg ist wie eine Wiedergeburt, jede Niederlage in ihrer unabwendbaren Endgültigkeit jedesmal ein bißchen sterben …

Jetzt ist Schluß mit dem Vorfeld-Gelaber. Wie sagte Jürgen “Kloppo” Klopp, Trainer vom Aufsteiger Mainz 05, heute in der Rundschau: »Ich bin leer gebabbelt.« Und: »Lasst uns endlich über Fußball reden!«

Wer wird Meister? Mir egal, so lange es nicht die neuerdings in grotesken güldenen Trikots auftretende Un-Truppe des FC Bayern ist.

Eine kühle Neuerung: In dieser Saison dürfen Meister-Vereine mit Sternchen über dem Vereins-Enblem herum laufen. Vereine mit 10 und mehr Meistertiteln seit Einführung der Bundesliga 1963 dürfen drei Sternchen tragen (nur die Bayern, ausgerechnet ;-)), mit 5 und mehr Meistertiteln zwei Sterne, das darf nur die Borussia aus Mönchengladbach (ha, sind wir stolz :-)), ab drei Titeln darf man noch einen Stern tragen (Werder Bremen, Hamburger SV und Borussia Dortmund).

Aber Sterne hin, Sterne her, ab heute wird auf dem grünen Rasen entschieden. Möge stets der Bessere gewinnen! Es sei denn, es ist … aber Ihr wisst schon. ;-)

Borussia gerettet!

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Bild: Runder Ball!Borussia Mönchengladbach hat auch in diesem Jahr den Klassenerhalt geschafft, den 60ern sei Dank. Auch wenn mir der 60er Kioyo irgendwie leid tat und ich gewisse Sympathien für 1860 München habe, gilt doch: Besser die als Borussia. Obwohl mir ein anderer Münchner Klub als Absteiger erheblich besser gefallen würde!

Nächstes Jahr möchte ich gerne einmal nicht zittern müssen, Borussia muß zwei Defensivleute und einen “richtigen” Stürmer kaufen, dann könnte man vielleicht mal an die Plätze für den Döner-Cup anklopfen. Abstiegskampf ist auf Dauer ein wenig zu nervenaufreibend.

Ach ja, und mein Bayern-Fluch scheint immer noch zu wirken! ;-)

Ein Hoch dem Meister!

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pic Ich ziehe meinen Hut und verneige mich ehrfurchtsvoll vor dem neuen Deutschen Meister, dem SV Werder Bremen. Das war eine souveräne Leistung, und gerade der Sieg in München war das Tüpfelchen auf dem i einer tollen Saison. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Bayern in letzter Zeit mal so trocken abgefertigt wurden in ihrem eigenen Stadion.

Schon die alten Römer wussten, als sie von den Galliern besiegt wurden: Vae victis! (= “Wehe den Besiegten”). Nun wird über die Bayern kübelweise Häme entleert werden, und das völlig berechtigt. Wer den großen Worten stets dürftige Taten folgen lässt, darf sich darüber nicht beschweren. Und, wie beim “FC Hollywood” üblich, sie werden sich zerfleischen und Hitzfeld zum Saisonende rausschmeißen. Eine alte Fußballweisheit hat sich wieder einmal bewahrheitet: Geld schießt keine Tore!

Damit hat die “Anti-FC-Bayern-Woche” ein großartiges Ende genommen, da auch Gladbach heute einen wichtigen Sieg eingefahren hat bin ich mit den Fußballgöttern im Reinen, und werde heute Abend mein Glas auf den Deutschen Meister 2004 erheben!

Oh Borussia!

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Bild: Runder Ball! Allerübelst! Borussia verliert kläglich bei Alemania Aachen. Hat jemand schon einmal eine derart miserabel postierte Mauer gesehen wie beim Freistoßtor der Aachener? Auch wenn der Borussia mindestens ein klarer Handelfmeter vorenthalten wurde (der Schiri hat sich dem Gladbacher Spielniveau angepasst ;-)), mit einer Fehlpassorgie wie bei den Gladbacher Angriffsbemühungen in der zweiten Halbzeit kann man halt nicht gewinnen. So eine Chance auf Pokalsieg und Europapokalteilnahme kommt mit Sicherheit so schnell nicht wieder, und diese Schmach, gegen einen Zweitligaklub aus der Provinz zu verlieren …

Aber egal, Job, Wohnort, Frau oder Haarfarbe kann man wechseln, aber den Lieblingsverein nicht. ;-)

Oh, Borussia!

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Bild: Runder Ball! Borussia Mönchengladbach rauscht abwärts in den Tabellenkeller, das sieht alles andere als gut aus. Die Fans blockierten nach dem Auswärtsdebakel in Frankfurt die Abfahrt des Mannschaftsbus und produzierten dabei das Zitat des Tages (FR):

»Jede Thekenmannschaft spielt in der Abwehr besser als ihr!«

Dem ist nix mehr hinzu zu fügen!

Heute abend ...

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Bild: Runder Ball! … sind wir alle Aachener, die glorreich das überaus sympathische großkopferte Kick-Ensemble aus München aus dem Pokal eliminiert haben! Und in der nächsten Runde, das Jupp-Land-Derby: Aachen gegen Borussia “MG-Action-Town”. Yo!

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Borussia kommt ins Finale gegen Bremen, gewinnen wir das ist sowieso alles bestens, verlieren wir, wird Bremen Meister und wir sind trotzdem im UEFA-Pokal. Manchester und Madrid, wir kommen! ,-)