Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Musik

»Its time to stick your branches in the merciless wheel of time.«

Musik

Eben. Deshalb musste es mal wieder ein Platz sein, den Menschen in unserem Alter vermeiden, um dort nicht zu verglühen. Am Donnerstag (31.8.06, das muss dokumentiert werden, denn das Bloggen über besuchte Konzerte dient eigentlich nur dem Zweck, sich wieder dran zu erinnern, wenn man noch älter ist) spielten die legendären Cursive in Wiesbaden auf der kleinen Bühne des Schlachthofs. Es war viel zu eng, viel zu warm, viel zu verraucht und viel zu laut, kurz: es war großartig. Tim Kasher und seine Band drängelten sich mit sieben Herren und einer Dame am Cello auf der viel zu kleinen Bühne und spielten sich kreuz und quer durch ihr beachtliches Repertoire, und natürlich einige Stücke vom grandiosen aktuellen Album »Happy Hollow«, das bei mir gerade dauerhaft rotiert. Bei Cursivearmy kann man zwei der besten Stücke daraus anhören. Das Publikum war angemessen enthusiasmiert, eine junge Dame in der ersten Reihe dergestalt, dass sich Tim Kasher bereits »in trouble« wähnte…
Das musikalisch verarbeitete Leiden Kashers an der Welt und am Sein trieb Musikern und Publikum ein Lächeln auf die verschwitzten Gesichter. Weltleiden okay, aber mit Stil.

Das Bild ist übrigens heute ein »CC-Symbolfoto«. Meine Handy-Aufnahmen waren dieses Mal derartig unbrauchbar, dass ich zur Illustration auf das Bild »tim kasher [cursive]« von misscaro in flickr zurückgegriffen habe, das dankenswerterweise unter CC steht und Tage zuvor in München aufgenommen wurde. Aber Tim sah in Wiesbaden exakt genauso aus. Sogar das gleiche Hemd. Oder das selbe. Wer weiß. Vielleicht die junge Dame aus der ersten Reihe… ;-)

musik cursive live wiesbaden schlachthof cursivearmy

Landungsbrücken raus

Musik

Auf geht’s nach Bonn! Männer mit Gitarren aus Norddeutschland geben sich die Ehre, das Line-Up lässt dem Eingeweihten das Wasser im Munde zusammen laufen. Und die leibhaftigen Weakerthans geben sich die Ehre, Ihr wisst schon, »… als die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang…«

Update: Großartig war’s! Nur dass man am Eingang die Kamera abgeben musste, weil ein großer Eiweißklotz (diese Security-Typen sollte man lieber nicht zur Doping-Probe schicken, dagegen ist Floyd Landis garantiert »clean«) am Eingang das so will, und sie, die Kamera, halt groß und mächtig ist, war ungut. Deshalb auch fast den ganzen Auftritt von Felix Gebhardt alias Home Of The Lame verpasst. Das mit der Kamera hat mich auch während Pale (Daumen nach unten, der Sänger arbeitet wohl an einem Bewerbungsvideo für die Guano Apes mit seinem ständigen infantilen Gehampel) noch geärgert.
Dann kamen aber Olli Schulz und der Hund Marie, und an Kamera habe ich gar nicht mehr gedacht. Nur Olli Schulz bringt eine Menschenmenge dazu, sich freiwillig in den Staub zu knien. Großartiger Bursche. Demnächst kommt übrigens ‘ne Platte vom Hund Marie aka Max-Martin Schröder. Und im November ein neues Album von Olli Schulz.
Dann die Weakerthans, ihren gefälligen Weisen lauschte ich aus der Ferne, wir mussten uns etwas entspannt niederlassen und ein wenig Nahrung zu uns nehmen. Denn Kettcar und Tomte, die danach kamen, verlangen auch dem Publikum alles ab.
Das lakonische Rocken von Kettcar, optisch wie altgewordene Physikstudenten wirkend, ihre Texte voller Seele unter eine Fassade der Kryptik verborgen, reißen immer wieder auf’s Neue mit, auch nach nur einer Woche Pause.
Und dann Tomte. Thees an der Weinflasche nuckelnd, große wirre Reden haltend, um sich dann ob der zweifelnd schauenden Mitmenschen auf und vor der Bühne lieber die Gitarre zu greifen und ein großartiges Stück zu spielen.
Schönes Festival, und wie immer bei Konzerten mit Bands der Indie-Männer-mit-Gitarren-Fraktion, eine entspannte, friedliche proletenfreie Atmosphäre. Wie pflegt Marcus Wiebusch immer zu sagen: »I will remember!«

Update 2: Auch den Bonnern hat es gefallen.

ghvc weakerthans bonn tomte kettcar ollischulz

»Ein Volk steht wieder auf, na toll, bei Aldi brennt noch Licht...«

Musik


Stammleser wissen um das Faible des Autors für deutschsprachigen Indie-Rock mit problematisierenden Texten vornehmlich Hamburger Provenienz. Da verwundert es natürlich niemanden, dass der erste Tag von »Das Fest« in Karlsruhe ein Pflichttermin war. Es hatten nämlich die Gitarren das Wort, und niemand anders als Kettcar gab sich die Ehre. Und die Herren um Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff, ihres Zeichens auch die Chefs eines der wenigen Labels, von denen man Platten kaufen kann, ließen sich nicht lumpen und brachten das zahlreich erschienene Publikum zum toben. Sie spielten fast alle Songs vom zweiten Album und ein paar Hits aus alten Zeiten. Erstaunlich, wie textsicher die Karlsruher Massen waren, die Choreinlage am Ende von »Stockhausen, Bill Gates und ich« (von wegen »der gebrochene Daumen von Carlos Santana« ;)) funktionierte hervorragend. Kettcar wurde übrigens nach Marcus’ eigenen Worten eingeladen, weil die Fans von Juli und Silbermond, die letztes Jahr eingeladen waren, zu wenig Bier tranken. ;) Und aus Getränkeverkäufen finanziert sich das »Das Fest«, denn ansonsten ist es umsonst und draußen. Wo kann man schon Bier trinken für einen guten Zweck?

Kettcar: Erik Langer Das Fest 2006: Kettcar Kettcar Kettcar: Reimer Bustorff Das Fest 2006: Kettcar

Danach spielten noch die alten Haudegen von der New Model Army. Ich war weiland nie ein großer Fan von ihnen, aber »Here comes the war« und andere alte Klassiker entbehren, live und äußerst wild vorgetragen, nicht ihres animalischen Reizes…

Das Fest 2006 - New Model Army

Das Fest ist badisch-effizient organisiert, Getränkezufuhr und Leergut-Abfuhr klappt ausgezeichnet. Eine strenge Kontrolle am Eingang verhindert (zu Recht), dass die Kiddies sich mit mitgebrachten brennbaren Getränken die Kante geben und bewahrt damit eine friedliche Atmosphäre. So kann man zwischen den Live-Acts entspannt über das Gelände schlendern und wunderliche Dinge, wie einen Turm aus leeren Desperado-Kästen, bewundern:

Und ewig leuchtet der Desperado-Turm...

Mein persönliches musikalisches Fest-Highlight ist mit Kettcar schon rum. Einen Geheimtipp für die Indie-Gitarren-Fraktion gibt es noch am Sonntag, wenn »Kate Mosh« auf der kleinen Bühne spielen. Ansonsten spielen u.a. noch Seeed (Rap und Hip-Hop ist nun einmal gar nicht mein Ding, werde ich zum »Konzertfotos üben« nutzen ;-)) und Skin, die ehemalige Sängerin von Skunk Anansie. Ihre durchaus goutierbare Musik wird leider durch ihre auf die Dauer exorbitant nervtötende Stimme relativ unhörbar gemacht.
Nun ja, wir werden sehen. Und in Zeiten des Web 2.0 geht es natürlich nicht ohne einen über das ganze Wochenende beständig aktualisierten flickr-Set vom Fest.

kettcar indierock dasfest karlsruhe dasfest2006 newmodelarmy

»Sometimes the silence can be like the thunder«

Musik

Ich weiß, ich weiß, der Sommerhit der Blogossphäre ist »Opel-Gang«.

Aber denkt nicht über so einen Tinnef nach. Der heutige Tag, der 65. Geburtstag von Bob Dylan, einem der vielseitigsten, mysteriösten, zeitlosesten und größten Musikern unserer Zeit, musste natürlich damit begangen werden, dass den ganzen Tag nur Musik von Dylan gehört wurde. Old-Fart-Musik, klar.

Aber Dylan klingt nicht alt wie die Alten im Radio, die grauenhaften aus den 70ern, 80ern und 90ern und das Schlimmste von heute. Dylan kann man immer wieder neu entdecken. Lieder, die 40 Jahre auf dem Buckel, haben klingen wie neu. Ein faszinierender und rätselhafter Bursche mit einem unerschöpflichen Ozean voller Musik und Poesie.

Ausklingen wird der Dylan-Tag mit »No Direction Home«, um 23:15 Uhr im WDR. Sicherheitshalber mal ’ne Videokassette mitlaufen lassen, denn ob ich bis 2:40 Uhr durchhalte, erscheint mir zweifelhaft.

Lesenswert:

Gehört haben muss man

Und die Überschrift ist ein Zitat aus »Love Sick«.

dylan bobdylan

Großartig: Tomte live!

Musik

Tomte live, 31.3.06 - 1

Freitag abend spielten Tomte live im Substage in Karlsruhe. Und der Laden war ausverkauft! Die Glücklichen, die hinein durften, erlebten ein großartiges Konzert. Tomte-Sänger Thees Uhlmann war glänzend aufgelegt und begrüßte das Publikum mit den Worten »Hallo, wir sind Umbra et Imago, mein Name ist Mozart« (Für die Uneingeweihten: Wikipedia: Umbra et Imago). Tomte spielten einige alte Klassiker und natürlich die Songs ihres aktuellen fantastischen Albums »Buchstaben über der Stadt«. Obwohl die Band aus großartigen Musikern besteht (3/5 davon waren bereits letztes Jahr mit Olli Schulz in Karlsruhe zu bewundern, und der Hund Marie sitzt bei Tomte am Keyboard), lebt sie in erster Linie von Stimme und Präsenz des Sängers Thees. Hat er, so wie gestern, einen richtig guten Abend, wird es ein großes Konzert.

Wenn man die eher ruhigen Songs von Tomte von Tonträgern kennt, mag man sich es kaum vorstellen, aber die Menge war so enthusiasmiert, dass sich verzeinzelte BesucherInnen zum Crowd Surfing (erstaunlich, für was es alles Einträge in der Wikipedia gibt ;-)) animiert fühlten. Und sie trieb die Band zu zwei Zugaben, eine davon spielte Thees alleine mit der Gitarre. Fazit: Wer dabei war, wird garantiert beim nächsten Mal wieder kommen, und dann wird das Substage sicher zu klein sein…

Pardon für das lausige Bild (ich habe noch eins und noch eins), aber die Umstände ließen keine Highlights der Fotokunst zu.

tomte musik karlsruhe substage

Two Gallants

Musik

Und der passende Soundtrack für diese finsteren Zeiten.

Ab und an begegnet einem etwas bei den musikalischen Exkursionen in die Weites des Webs, wo einem die Maus aus der Hand fällt und man denkt: »Wahnsinn! Was ist denn das? Haben!«

Wie zum Beispiel das sensationelle Duo Two Gallants. Dahinter verbergen sich Adam Stephens und Tyson Vogel aus San Francisco, benannt nach einer Geschichte aus James Joyce’ Dubliners (gibt es auch zum anhören), die kürzlich ihr Album »What The Toll Tells« vorgelegt haben. Von Jan Wigger in SpOn mit 7/10 und den Worten begrüßt:
»Die Two Gallants, Adam Stephens und Tyson Vogel, […] vermischen auf ihrer zweiten LP ‘What The Toll Tells’ Delta-Blues, Folk, Punk, Country, urplötzliche Lärm-Ausbrüche und unerhörte Geschichten von Zechtouren, leichten Mädchen und der Flucht vor dem Sheriff. Stephens und Vogel sind Storyteller der uralten Schule, denen der Schmutz an den Stiefeln haftet wie Erinnerungen, die man einfach nicht mehr los wird.«
Erschienen ist die Platte bei Saddle Creek, wo schon Hochkaräter wie Bright Eyes, “Son, Ambulance” oder The Faint ihre musikalische Heimat gefunden haben.

Ebendort gibt es einiges von den beiden zu hören, z.B. das ganze Album als Stream (Vorsicht, danach wollt Ihr es haben!), und auf ihrer eigenen Website ein paar MP3s (besser so ;-)). Unbedingt zu hören ist das sensationelle »Waves Of Grain«. Und nun ist zu eruieren, wo man hier in D zeitnah die Platte her bekommt…

twogallants saddlecreek

Die Fantastischen Vier

Musik

Die Fantastischen Vier Kontrastprogramm. Heute mal keine Männer mit Gitarren, sondern mit den Fantastischen Vier, die auf ihrer Clubtour Station im Wiesbadener Schlachthof machten, eine Dosis Hip-Hop. Und es war richtig gut, Fanta 4 spielten die alten Hits, die man halt so kennt. Das Publikum ging gut ab, und die Jungs haben es einfach drauf, das Publikum zu unterhalten. Ansonsten gab es Tanzeinlagen der Herren, die ein wenig an eine Boyband erinnern, eine ziemlich dramatische Solonummer von Thomas D., für die die drahtige Hupfdohle sich auszog und den Damen im Publikum sein Sixpack offenbarte, und ca. zwei Stunden (gefühlt, habe nicht die Zeit gestoppt) Action. Fazit: Kann man sich anschauen, unterhaltsamer Abend. Tour geht noch bis zum 18.12.05, Termine auf der Website, die geflasht ist und daher nicht verlinkt werden kann. Aber ich denke, sie wird eh schon, wie auch in Wiesbaden, überall ausverkauft sein.

fanta4 diefantastischenvier fantastischenvier wiesbaden schlachthof

Maximo Park

Moblog Musik

Maximo Park Heute abend in Frankfurt.

Nachdem sich die Herrschaften zunächst Zeit ließen, wurde es 22:00 Uhr, dann ging es ab. Sänger Paul Smith gab den Dandy im Anzug mit gegelter Haartracht, ganz so als wäre er der Sohn (oder Enkel ;-)) von Bryan Ferry. Die Herrschaften begannen zu rocken, und das ziemlich laut. Das zahlreich erschienene Publikum war zunächst etwas reserviert, aber spätestens nach »Apply Some Pressure« sah man viele hüpfende Leiber im Saal. Paul Smith unterhielt das Publikum mit seinen coolen Dandy-Gesten und -Manierismen, Höhepunkt das scheinbare Ablesen des Textes bei »Once, A Glimpse« aus einer obskuren Kladde. Maximo Park spielten alle Songs (passenderweise »Going Missing« als zweite Zugabe und Abschluss) von »A Certain Trigger«, aber auch einige neue Songs, die Lust auf’s nächste Album machen. Nach einer Stunde und 15 Minuten war die ganze Sache beendet, mit der Ankündigung, nächstes Jahr wieder zu kommen (das sagen sie aber eh immer alle), verschwanden die Mannen um den mittlerweile seiner Dandy-Kluft weitestgehend befreiten Paul Smith von der Bühne. Fazit: Gut war’s, die Jungs haben es auch live »voll drauf«.

Nachschlag 29.11.: Auch die Zeit hat Maximo Park gesehen, und war, wie sollte es anders sein, begeistert.

Nachschlag 2: Ebenso die FAZ vom Auftritt in Frankfurt.

[Moblogged von leralle (Original-URL)]

musik maximopark

Frankfurt erwartet Maximo Park

Musik

Kulturelles Highlight des kommenden Wochenendes im Rhein-Main-Gebiet (sieht man daran, dass sie, s.o., die Titelseite von plan.F zieren): Maximo Park, mit ihrem Album »A Certain Trigger« für eines der besten Alben des Jahres aus der Abteilung Männer mit Gitarren verantwortlich, spielen am kommenden Sonntag (27.11.) in Frankfurt. In München waren sie schon, Marcus vom Noiseblog war dabei. Der Netzbuch-Blogger ist gespannt und hinreichend enthusiasmiert und wird am Sonntag vor Ort weilen.

Maximo-Frontmann Paul schreibt übrigens ein Tour-Tagebuch, u.a., dass er krank ist. Alter, sieh zu dass Du bis Sonntag fit bist! ;-)

Unverständlich für mich ist, dass sich in kurzer Zeit in Frankfurt die Männer mit Gitarren stapeln. Innerhalb von vier Tagen spielen I Am Kloot, Maximo Park, Bloc Party und Elbow in Frankfurt. Was soll das? Die Kapellen sprechen alle ein ähnliches Publikum an, aber wer kann und will sich vier Konzerte in ein paar Tagen leisten? Wenigstens I Am Kloot und Bloc Party hätte ich mir normalerweise auch angeschaut, aber so musste ausgewählt werden, Maximo Park haben gewonnen…

musik maximopark

Olli Schulz - Nachschlag

Musik

Oli Schulz und der Hund Marie Gestern dann Olli Schulz und der Hund Marie live gesehen. Zwar ohne Kostum, aber klasse war es trotzdem. Olli spielte Lieder von allen Alben, erzählte Geschichten, brachte das Publikum dazu, ihn mit typischer Heavy-Metal-Fan-Gestik (Taurus-Hände und Pointer ;-)) zu seinem Heavy-Song »Zwei bangen, einer spricht« anzufeuern, und zeigte einen Dokumentarfilm vom Country-Festival Hamburg-Horn. Olli ist ein Entertainer erster Güte und ich denke, es gab nicht eine(n) im Publikum, der oder die sich an diesem Abend gelangweilt hat.
Ich kann der verehrten Zielgruppe nur wärmstens empfehlen, sich den guten Olli live anzuschauen, wenn er in der Nähe auftaucht, das lohnt sich auf jeden Fall auch, wenn man nicht bedingsloser Anhänger der Männer-mit-Gitarren-Fraktion ist.

Related: »Olli Schulz und der Hund Marie – Und dann schlägt Dein Herz«

ollischulz musik live

Olli Schulz und der Hund Marie - Und dann schlägt Dein Herz

Liedgutderwoche Musik

Olli Schulz und der Hund Marie
Und dann schlägt Dein Herz
Album »Das beige Album« – 2005

Aus Hamburg, von Grand Hotel van Cleef, kommt deutschsprachige Musik von Männern mit Gitarren. Z.B. Kettcar oder Tomte. Oder Olli Schulz, der sich von den Labelgenossen durch die Devise »Weniger bedeutungsschwanger problematisieren, dafür mehr Humor« unterscheidet. Das aktuelle Album von Olli Schulz und seinem treuen Helfer, dem Hund im Hasenkostüm namens Marie (alias Max Schröder von Tomte), heisst einfach »Das beige Album« und ist für mich eine der Überraschungen des Jahres. »Und dann schlägt Dein Herz« war auf einem Visions-Sampler vertreten, und ein Mann, der sich Verse zutraut wie »Weil Du dem Leben trotzt, tanzt Du den Diskofox
komm stell’ Dich in die Mitte, alte Plastiktüte«
dessen Album muss man einfach haben. Und welcher Musiker hat schon einen eigenen Antville-Fanklup?

Und mit jedem Anhören taucht der geneigte Hörer mehr in die schräge, humorvolle und tiefsinnige Welt des Olli Schulz ein. Olli erzählt in seinen Songs kleine Geschichten aus dem Alltag des Lebens, der Liebe und überhaupt.
Olli steht in dem Ruf, ein sehr unterhaltsamer Live-Künstler zu sein. Und das wird am Freitag überprüft, denn Olli Schulz und der Hund Marie befinden sich seit heute auf Deutschland-Tour. Und das, obwohl es in »Und dann schlägt Dein Herz« heisst, dass »dieses Land nicht für Rock’n Roll gemacht« ist. Vielleicht doch, ein bißchen! ;-)

ollischulz musik

last.fm vernünftig benutzen

Musik Internet

Über die Neuerungen bei Last.fm habe ich bereits ausführlich problematisiert. Der neue Player ist eine Zumutung, unter Mac OX beansprucht er kontinuierlich 50% Prozessorleistung, das kommt zu den sonstigen Nachteilen noch hinzu.

Rettung naht aber in Gestalt des findigen Programmierers Vidar Madsen. Vidar hat einen LastFM-Proxy in Python geschrieben, der gegenüber Last.fm als Player fungiert und es ermöglicht, weiterhin vernünftige Abspielsoftware zu benutzen. Das funktioniert ganz ausgezeichnet, das wurde hier sowohl unter Mac OS X Tiger (mit dem eingebautem Python) als auch unter Windows (wo man zunächst Python downloaden und installieren muß) getestet.

Mal schauen, ob das so bleibt. Ich habe ja den aus meiner hinlänglichen Erfahrung im Web-Business gespeisten Verdacht (wohlgemerkt, ich schreibe hier Verdacht, reine Vermutung von mir!), dass der Last.FM-Player mitnichten nur eine Abspielsoftware sein soll und wird, sondern eines Tages als Werbemonstrum (à la RealPlayer) gebraucht wird. Dann werden solche Umwege sicher abgeklemmt. Aber zunächst kann man wieder den Stream von Last.FM vernünftig genießen! Thanks, Vidar!

lastfm last.fm musik python lastfmproxy

Frische Ware!

Weblogtalk Musik

In der Blogosphäre wurde frische Ware von altbewährten Fachkräften angeliefert, verehrte Zielgruppe! Normalerweise bin ich ja nicht der Blogosphären-Grüßaugust, aber heute muß das mal sein!

Da wäre zunächst einmal Marcus’ neues Blog »Noiseblog«. Worum geht es da? »Um was geht es hier? In erster Linie um Musik. Um gute Musik. Und was hier gute Musik ist, das bestimme ich!« Klare Ansage, jawoll! ;-) Das wird sicher lesenswert, da ich Marcus und seinen Musikgeschmack schon länger per Weblog kenne, wird es im Noiseblog um (vornehmlich britische) »Männer mit Gitarren« gehen. Und das ist gut, komisches Elektrogefiepse wird einem schließlich fast in jeder Ecke der Blogosphäre angetragen.

Gefährlich wird es hingegen im neuen Blog von Dee und Josh, die beiden ziehen als »Bedeutungsmafia« marodierend und schutzgelderpressend durch die Blogosphäre. Wurde auch Zeit, dass das mal jemand übernimmt! ;-)

Schöne Sachen, ich bin gespannt. Finde ich gut, neue Sachen von altbewährten Leuten zu lesen statt leise aufstöhnend bloggige Neuzugänge von Pseudopromis, Werbe- und Marketingstrategen, die jetzt auch bloggen, zur Kenntnis nehmen zu müssen …

weblogs bedeutungsmafia noiseblog musik

Der iPod verändert unser Leben

Musik

Behauptet Michael Althen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: »Wie der iPod unser Leben verändert hat«. Dabei schlägt er den ganz großen Bogen, von den Zeiten, die meine Generation (gute Güte, klingt das Oldie-mäßig ;-)) noch gut kennt: »Vor langer, langer Zeit – kunstgeschichtlich also etwa vor Erfindung der Zentralperspektive – haben Menschen Musik auf tellergroßen schwarzen Scheiben mit einem Loch in der Mitte gespeichert, auf denen eine Rille vom Rand zur Mitte lief, die von einer Nadel abgetastet werden mußte, um die Musik hörbar zu machen. […] Man muß sich das mal vorstellen: Menschen kauften sich Schallplatten, setzten sich auf einen Sessel oder legten sich aufs Bett und starrten stundenlang aufs Plattencover, küßten es, falls der Künstler darauf abgebildet war, oder rätselten über dessen Bedeutung, falls es abstrakterer Natur war. « Über das Tapedeck und die CD geht es hin zur Digitalisierung und der digitalen Musikikone unserer Zeit, dem iPod. Und bringt recht gut auf den Punkt, was den iPod (oder eben andere tragbare Player mit großen Platten) von Walkman, Minidisc-Player und Konsorten unterscheidet: »Das Problem mit Musik ganz allgemein ist jedoch, daß man mitunter zwar gerne etwas hören würde, aber nicht immer die Entscheidungskraft aufbringt, sich auf eine bestimmte CD, Gruppe oder auch nur Richtung festzulegen. […] Der iPod stößt in diese Lücke des musikalischen Leerlaufs. Man stellt ihn an, und der Zufallsgenerator wählt irgendeinen Song, von dem man nur so viel sicher weiß: daß man ihn irgendwann mal gut genug fand, um ihn auf den iPod zu überspielen. Und regelmäßig ist man überrascht: Man wäre selbst nie auf den Song gekommen, hätte sich gegebenenfalls womöglich sogar dagegen entschieden, aber in dem Moment, wo er erklingt, kommt die Erinnerung zurück.« Der Zufall also wieder. Auf den kommt man in diesen digitalen Zeiten immer wieder zurück. Irgendwie related: Flickr: Photos tagged with ipod

musik mp3 ipod

Bright Eyes, doppelt!

Musik

Bright Eyes Tja, auch die Weisheit des Alters schützt nicht vor dem gelegentlichen irrlichtigen Aufflackern der Infantilität. Nach dem Auftritt von Bright Eyes letzten Samstag in Wiesbaden kam ich nicht umhin, mir meine derzeitige Lieblingskapelle auch am Mittwoch (6.7.) in Karlsruhe beim Zeltival noch einmal anzuschauen. Wiederum im Doppelpack mit The Faint. Die begannen schon eine halbe Stunde zu früh, so dass wir von ihnen nicht mehr viel mitbekamen. Schade.

Das junge Genie Conor Oberst, dessen One-Man-Show Bright Eyes ist, hat bekanntlich die Tendenz, ein bißchen viel Alkohol zu trinken. Folgerichtig kam er am Samstag in Wiesbaden auch ziemlich breit auf die Bühne, strangulierte sich fast mit dem Gurt der Gitarre und redete zwischen den Songs ziemlich wirres Zeug. Aber wenn ein Song beginnt, wird in seinem Kopf ein Schalter umgelegt, und man merkt ihm davon nichts mehr an. Da bei dieser Tour sein elektronisches angehauchtes Werk »Digital Ash In A Digital Urn« vorgestellt wurde, präsentierten sich Bright Eyes in großer Besetzung mit 8 Mann, einer Frau am Cello und Conor Oberst. Die Dame und die Herren spielten die Songs zwei Zacken lauter als vom Album gewohnt, gleich zwei Schlagzeuger sorgten für einen druckvollen Sound und eine lautstarke Interpretation der filigranen Songs.

In Karlsruhe dann präsentierte sich Conor für seine Verhältnisse nüchtern und glänzend aufgelegt, plauderte halbwegs verständliche Sätze ;-) über die Mißverständnisse, die dem armen Kerl bei seinem musikalischen Treiben auf der Welt so begegnen. Eine der zahlreichen jungen Damen in den ersten Reihen reichten Conor einen Ausdruck einer Internet-Fakemeldung über seinen Tod auf die Bühne, der bei der ganzen Band kopfschüttelnd rumgezeigt wurde und dann vom Gitarristen verbrannt wurde. Conor meinte nur trocken, dass es im Jenseits eigentlich gar nicht so übel sei, und hatte die Lacher auf seiner Seite.
Interessant ist das gemischte Publikum, das Bright Eyes anziehen, von eher älteren Herrschaften bis zu schwärmerischen jungen Damen ist alles dabei.

Fazit: Mir hat es sehr gut gefallen, das Konzert in Karlsruhe war das bessere der beiden.
Von Conor Oberst, dem musikalischen Wunderknaben, wird man noch einiges hören, ich kann dann sagen: »Hey, ich habe ihn schon gesehen als er noch in kleinen badischen Zelten spielte« ;-). Conor wirkt authentisch, sein »Leiden an der Welt«, dass er wie kaum jemand anderes so packend musikalisch umzusetzen weiß, wirkt echt. Oder, wie es weiland der taz-Rezensent ausdrückte: »Aber wir haben gelernt, dem angeblich Authentischen mit besonderem Misstrauen zu begegnen. Also blättern wir weiter, auch wenn die Triebwerke längst ausgefallen sind. Wir halten uns für abgeklärt und aufgeklärt, wo wir doch eigentlich nur versteinern. Wer wissen will, ob er schon verloren ist, sollte Bright Eyes hören – und dabei auf seine Nackenhaare achten.« Bei Saddle Creek gibt es übrigens ein bißchen was von Bright Eyes als MP3 zu hören.

brighteyes

... And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Musik

Diese Woche stand unter dem Motto »Wir schauen jungen Leuten beim Musizieren zu.« Am Montag (4.7.) in Karlsruhe standen die bombastischen … And You Will Know Us By The Trail Of Dead auf dem Programm. Allenthalben konnte man lesen, dass ein Live-Auftritt dieser Herren einen bleibenden Eindruck hinterlässt, das kann ich nur bestätigen. Die Angewohnheit der Trail Of Dead, leise, fast lyrische Passagen mit brachialen Lärmorgien abzuwechseln, kommt live mit einer durchdringenden lautstarken Intensität rüber. Folgerichtig war das Publikum, animiert vom wilden Treiben auf der Bühne, im kleinen engen dunklen (darum leider auch kein annähernd brauchbares Cameraphone-Bild) Karlsruher Substage ordentlich enthusiasmiert. Trail Of Dead spielten nur zwei Stücke vom aktuellen Album »Worlds Apart«, was ich ein wenig schade fand, boten dafür aber einige Klassiker aus dem Repertoire an, so zum Beispiel die logische Hymne aller Webworker, »Source Codes & Tags« vom gleichnamigen Album. Dem obligatorischen Zerstören der Instrumente boten auf die Bühne eilende Ordner des Substage schnell Einhalt, so dass uns dieses legendäre Schauspiel leider entging. ;-)
Anschließend sausten ein wenig die Öhrchen, so ein doppeltes Schlagzeug verfehlt halt nie seine Wirkung, aber es hat sich gelohnt, wie würde der Powerseller sagen: »Gerne wieder!«

trailofdead

»Sun turns us to stone«

Musik

Bright EyesAnd you will know us by the trail of dead

Heisst es in einem Song von Bright Eyes. Wenn sich dieses trübe Schicksal trotz der gegenwärtigen Sonnenscheinintensität vermeiden lässt, werde ich das junge Genie Conor Oberst und seine Band Bright Eyes am 2.7. in Wiesbaden live sehen. Und dann am 4.7. in Karlsruhe die bombastischen und fantastischen … and you will know us by the trail of dead …. Ich bin in Hinsicht auf diese beiden Konzerte bereits jetzt hochgradig enthusiasmiert.

brighteyes trailofdead

Winter Tale

Zeugs Musik

Wenn der Kopf gerade zu leer ist für Anstrengungen aller Art, bloggt man über das Wetter. ;-)

Aber darüber muß man mal ein ernstes Wort verlieren, so geht das nicht weiter. Jede Nacht zwischen -10 und -15 Grad, wenn man morgens das Haus verlässt, hat man das Gefühl, dass sich das Leben auf Erden dem Ende entgegen neigt, weil eine dräuende Eiszeit alles hinwegfriert. Ich fordere daher die Bundesregierung auf, umgehend für wärmeres Wetter zu sorgen! Ich fürchte nur, der Einfluß der Bundesregierung auf das Wetter ist ähnlich groß wie der auf die Beschäftigungslage in diesem unseren Lande.

Der passende Soundtrack für diese kalten Tage kommt schon wieder von DE:BUG: »Winter Tales« von OpenLab Records. Das beim Stapfen durch die Kälte in den Ohren, und man gerät schnurstracks in den Gefrierfach-Flow … ;-)

Sonntäglich podcastende Klangwelten und ein wenig Problematisieren

Momentaufnahme Musik

Schon etwas älter, aber man kommt ja zu nix ;-): Abstract Avenue – »Audio Port«, ein Legoego – Netaudio-Release, über das ein Individuum mit dem androgyn klingenden Namen humpaaa im DE:BUG-Netaudio-Podcast so schön schrieb: »In 14 Tracks und knapp 70min Spielzeit wühlen sich Liam-Arthur Berent und Andrej Mühlberg durch schönste verspielte Beats und glockenspielartige Melodieläufe zwischen trippiger Leichtigkeit und anscheinend nie langweilig werdenden Geräuschstrukturen.
Ein wunderschönes Release, daß auf meinem iPod einen festen Stammplatz erhalten hat und dort auch nicht so schnell weichen wird! Musik zur Wiederentdeckung des reinen Hörens auf dem Bett oder um sich einfach nur in einen Zug/U-Bahn zu setzen und konzeptlos durch die Gegend zu fahren – den Kopf natürlich in Jimmy Somerville-Manier (im Smalltown Boy-Video) gegen die Scheibe gelehnt – Rausschauen und sich der Melange aus organischem/realen Musikvideo und dem auf den Ohren befindlichen Soundtrack hingeben.«
Ich bin nicht so der Freund elektronischer Musik, im Gegenteil, Musik ist für mich, wenn ein paar Jungs mit Gitarren, Baß, Schlagzeug und Mikro die Bühne entern und rocken, aber Abstract Avenue gefällt auch dem weniger elekto-affinen Ohr. Zwei weitere anhörbare Tipps aus dem DE:BUG-Netaudio-Podcast:

Apropos Podcast, nennt mich einen Rabulisten, aber IMHO ist der DE:BUG-Podcast ein sehr interessantes MP3-Blog, aber kein Podcast. Einfach MP3s von anderen Servern in einen Feed mit RSS-Enclosures packen ist ebensowenig Podcast, wie ein paar Texte zusammenklauben und umgekehrt chronologisch anordnen automatisch Weblog ist.

Wo wir gerade beim Problematisieren sind: Es gibt ein deutschsprachiges Podcast-Wiki, aus dem eine Anlaufstelle für alle Interessierten werden könnte (via Nicole, sie hat noch einige andere interessante Podcaster-Ressourcen).

Und natürlich gibt es auch schon welche, die aus Podcasting das nächste große Geschäft machen wollen: Odeo möchte für Podcasting das werden, was Blogger für das Webloggen war, folgerichtig ist mit Ev Williams einer der Gründer von Blogger an dieser Unternehmung beteiligt. Ev schildert in seinem Weblog die Hintergründe der Odeo-Unternehmung, und ein Artikel in der New York Times (Registrierung erforderlich, bla bla, gefährlich!) beschäftigt sich mit Podcasting und seinen kommerziellen Aussichten.
Da Odeo momentan außer einer Ankündigungsseite noch nix zu bieten hat, kann man noch nicht viel drüber sagen, aber man darf mit Fug und Recht sehr gespannt sein. Was bei Odeo passiert, kann man natürlich in ihrem Weblog verfolgen. Möglicherweise gibt Odeo mit einem einfach zu bedienenden Werkzeug und Service für Podcasting tatsächlich einen Schub, denn Labern ist normalerweise noch einfacher als Schreiben … ;-)

Und für die Geeks: Odeo läuft auf Ruby On Rails, das kommt immer mehr in Mode, darauf muß man als Webworker einfach mal einen Blick werfen!

podcast

Kettenblogpostingmememusik

Weblogtalk Musik

Da mich Roland mit dem Ast angepingt hat, und Frau Fragmente weiterhin beschäftigt werden muß, muß ich antworten, auch wenn das nun schon ein paar Tage her ist.

1. Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?

ralf@hedwig-ralle-netz:~/Music$ du -sh 21G

Nun ja, bin Jäger und Sammler, Musikfan seit ich Musik wahrnehmen kann. Und habe fast alles digitalisiert!

2. Die letzte CD, die du gekauft hast…

Bright Eyes »I’m Wide Awake It’s Morning«. Conor Oberst ist ein wirklich erstaunlicher Musiker. Und »Digital Ash In A Digital Urn« gab es gleich dazu, Herr Oberst kam auf die Idee, gleich zwei Alben gleichzeitig auf den Markt zu werfen!

3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?

Gar keines, ich war gerade im Büro. hüstel

4. Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre.

Eine Momentaufnahme, so etwas ist stimmungs- und zeitabhängig:

Bright Eyes »Land Locked Blues«
22-20s »Shoot Your Gun«
Interpol »Not Even Jail«
36 Crazyfists »An Agreement Called Forever«
Son, Ambulance »Paper Snowflakes«

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

Meinen überaus musikalischen Lieblingsbloggerinnen Beate und dee (eben deshalb ;-)). Und Josh, damit er sich beim Bloggen mal nicht aufregen muß. ;-)

»Mother the sun makes me cry«

Momentaufnahme Musik

Einen für den Morgen:
Vinyl Mines Coffee and Cigarettes MP3 Mix #10

Einer davon ist auch der höchst merkwürdige, titelgebende Track für diesen Blogeintrag. Das mit den Cigarettes ist übrigens (in meinem Fall) nur metaphorisch zu sehen, dies ist seit fast 3 Wochen eine Nichtraucherblog. ;-)

Der Sonnenaufgang vor meinem Dachfenster ist übrigens nicht von heute, in Blogs ist alles gefakt, der ist schon ein paar Wochen alt. Aber er passte gut. ;-)

Eis und Feuer

Momentaufnahme Musik

Ziemlich kalt in diesen Zeiten in den hessischen Landen! Die Eiskristalle feiern Feste an den Fenstern, der eisige Wind lässt einem den Atem gefrieren, die gefühlte Temperatur liegt so niedrig, dass man sich wünscht, irgendwo unter der glühenden Sonne der Sahara zu sein.

Wärme muß daher von innen kommen, one for the morning:
The Naysayer – »On Fire«

The Naysayer ist eine Dame namens Anna Padgett, die auf grapeJuiceplus vorgestellt wird. Noch mehr zu hören von ihr gibt es auf der Diskographie-Seite ihrer Website, »On Fire« ist mein persönlicher Favorit.

»Social Software« mal nicht als Selbstzweck: Last.FM

Musik Internet

Der erste Samstag seit Wochen im trauten hessischen Heim, Zeit einmal auszuprobieren, was seit Nicos Blogeintrag dazu bei mir auf der GTD-Maybe-Liste stand: Last.FM

Last.FM ist eine Online-Radio-Station der besonderen Art. Man saugt sich das zur eigenen Kombination aus Betriebssystem/bevorzugten Music-Player passende Audioscrobbler-Modul herunter, legt sich einen Account an, und hört Musik. Entweder die eigene, aus der eigenen Sammlung in iTunes, Winamp, XMMS und Konsorten, oder sucht sich durch die Eingabe von drei favorisierten Musikanten im Last.FM-Station Selector einen passenden Stream. Jeder Song, dem man nun lauscht, wird in das eigene Profil eingetragen. Wenn man etwa 100 Titel im eigenen Profil hat, fängt ein schlaues Skript in Last.FM an, nach Neighbours zu suchen, also Last.FM-Benutzern, deren musikalische Vorlieben den eigenen ähneln, und es wird ein Profile-Stream generiert, der ein Programm aus dem eigenen Bestand an Titeln und dem der Neighbours im Angebot hat.

Auf der Last.FM-Website bekommt man während des Lauschens einen kleinen Player eingeblendet: Wenn einem das, was man hört, sehr gut gefällt, klickt man auf das Herzchen, gefällt es weniger, klickt man auf Skip, wenn es gar furchtbar ist, auf Ban. Last.FM lässt diese Aktionen in seine Profilberechnungen einfließen, und mit der Zeit entsteht so ein immer feineres Profil des eigenen Musikgeschmacks, was wiederum bei der automatischen Auswahl der Neighbours berücksichtigt wird.
Während ich gestern mit to get things done beschäftigt war, habe ich das den ganzen Tag laufen lassen (die teure T-DSL-Leitung muß ja mal richtig beschäftigt werden ;-)), und ich bin wirklich begeistert. Richtig (für mich) üble Sachen wie Rap oder Hip-Hop traten nur anfangs auf, man muß dann halt schnell an den Rechner stürzen und auf Ban klicken. Man kann Alben, die im Last.FM-Datenbestand sind, übrigens manuell dem eigenen Profil hinzufügen, damit man schneller einen Grundbestand an Titeln im Profil erhält.

Last.FM ist auch »Social Software« um mal die Buzzword-Komponente dieses Blogeintrags ein wenig in die Höhe zu treiben. Früher, als ich jung war ;-), warf man beim ersten Blick in Wohnung oder Zimmer einer neuen Bekanntschaft einen prüfenden Blick auf die Plattensammlung. Oder man bekam einen Tipp von Leuten mit ähnlichen Musikgeschmack. Das macht Last.FM nun im netz-globalen Maßstab. Ein paar Links mit Gedanken zu Last.FM und dem Social Software-Aspekt:

Wenn man ein paar Dollar oder Euro donated (Summe steht im freien Belieben des edlen Spenders), erhält man eine persönliche Radio-Station, der jeder in der weiten Welt des Netzes lauschen kann. So kommt man auf einfache Art und Weise zu einem legalen eigenen Radio-Programm im Internet. Wie kühl ist das denn?

Wer mal dem lauschen möchte, was ich so mag, kann auf meiner Last.FM-Seite vorbei schauen. Es gibt noch allerlei Spielereien, bspw. eine Auswertung nach Herkunftsland, bei den Deutschen liegen peinlicherweise Die Ärzte weit in Front. Das muß anders werden ;-), wie “Nico schon schrieb”: »So, und nun meldet Euch an. Wir müssen was tun. Laut Statistik sind in Deutschland die Ärzte die Top-Band, das kann ja wohl nicht angehen, hier müssen mal mehr Leute mit gutem Musikgeschmack mitmachen.« Es lohnt sich, habe schon am ersten Tag Musikanten entdeckt, die mir gut gefallen und die ich bisher noch nicht kannte.

Noch eine Warnung für Apfelfreunde: Last.FM killt ab und an mal unvermittelt den Safari, also schön vorsichtig sein, wenn man noch wichtige Dinge in anderen Tabs hat!

Und noch etwas für die technischen Spielkinder: Auf seiner Audioscrobbler-Profilseite (Audioscrobbler und Last.FM benutzen den selben Datenbestand) findet man auch einen RSS-Feed der zuletzt gehörten Titel. Anregungen, was man damit anfangen könnte, liefert Joseph auf »Not Quite A Blog«.

Und nun viel Spaß beim Radio hören auf Last.FM, ohne Werbung, Gewinnspiele, Verkehrshinweise und den im Äther versammelten akustischen Ärgernissen des deutschen musikalischen Mainstreams. Last.FM ist die Rückeroberung der Idee Radio durch die Hörer!

Last.FM,Musik,Social Software

Put your disk to my slot ...

Musik Seltsames

Einen für die Nacht:
»Wakka Chicka Wacka Chicka – Porn Music For The Masses Volume 1. […] From celebrations of the beauty of intimacy to a cautionary tale of excess, this collection of sound sculptures of the ‘Wakka Chikka Wakka Chikka’ mystique from around the world will guide you into the heart of all that is ‘Wakka Chikka Wakka Chikka’.« Höhepunkte (hm hm, das Wort klingt in diesem Kontext merkwürdig ;-)):

(Via zero transmission)

Interpol - Obstacle 1 / Obstacle 2

Liedgutderwoche Musik

Interpol
Obstacle 1 / Obstacle 2
Album: »Turn On The Bright Lights« – 2002

Da es letzte Woche kein Liedgut gab (ich Schlamper!), gibt es diese Woche eine Doppelausgabe – eine Band, zwei Titel, zumal die beiden Stücke irgendwie zusammen gehören.

Im Windschatten der Strokes dringen allerlei Töne aus New York City ins alte Europa hinüber – Bands wie Radio 4, Nada Surf, und natürlich Interpol. Jeglicher Text, der Interpol den Ohren des geneigten Publikums näher bringen möchte, bemüht Remineszensen an Joy Division (was vom Sound her ein wenig hinkommen mag) und den Smiths (was in meinen Augen fast schon ehrenrührig ist). Interpol bieten einen Sound, der ebenso perfekt gestylt ist wie ihre dunklen Anzüge, mit denen sie sich bevorzugt im öffentlichen Raum aufhalten. Die Kunst, die Interpol beherrschen, ist es, trotz penibel gestylter Klangstrukturen die emotionalen Botschaften zu transportieren, ohne die Rockmusik keine Seele hat und zum bloßen Handwerk verkommt, oder, wie es der LAUT.DE-Biograf ausdrückt: »Stramm stehende Depressionen schweben über die Leichen des britischen Post-Punk und bleiben dabei rätselhaft an Melodien kleben, während ein Ian Curtis-Klon stilvoll gebrochen über die Leiden der Zwischenmenschlichkeit singt.«

Durch die NYC-Welle kam letztes Jahr »Turn On The Bright Lights« zu mir. Zunächst gefiel mir die Scheibe nicht übermäßig gut, aber je öfter ich sie hörte, desto mehr bohrten sich die filigranen Klangstrukturen in mein Ohr. Vor kurzem erschien übrigens das zweite Album von Interpol, »Antics«.

Die Songs der Woche drehen sich (schon wieder ;-)) um die Hindernisse (engl. Obstacle) auf dem Weg zum Glück, das landläufiger männlicher Meinung nach beim ewig lockenden Weibe zu verorten ist. Nichterfüllung resultiert im traurigen Sange, die Rockmusik lebt davon (Lyrics Obstacle 1): »It’s different now that I’m poor and aging, I’ll never see this face again, You go stabbing yourself in the neck« Und in rätselhaften Botschaften (Lyrics Obstacle 2): »Friends don’t waste wine when there’s words to sell«

Interpol-Links:

Rammstein - Amour

Liedgutderwoche Musik

Rammstein
»Amour«
Album: »Reise, Reise« – 2004

Eine neue Scheibe der »Ossi-Pyromanen« ;-) Rammstein ist immer ein Ereignis. Mit dieser Band verhält es sich wie mit dem FC Bayern – man liebt sie oder man hasst sie. Seit ich Anno 1996 zum ersten Mal »Asche zu Asche« gehört habe, bin ich dem Tanzmetal verfallen. Ersteres also, in meinem Fall. Die schwermütigen Texte, gepaart mit der brachial-stampfenden Musik, sind für manche Gemütszustände exakt der richtige Soundtrack.

Drei Jahre nach »Mutter« nun also »Reise, Reise«. Der erste Eindruck: Rammstein sind irgendwie lascher geworden, man wartet beim Hören darauf, dass jetzt endlich mal richtig die Post abgeht, aber von wenigen gewittrigen Passagen abgesehen, bleibt das ganz große Stahlgewitter aus. Man bekommt neuerdings von Rammstein sogar Chöre und Mandolinen geboten. ;-) Ein Song, »Mein Teil«, deutlich inspiriert vom hessischen Kannibalen, löste die wohl einkalkulierte Empörung bei den üblichen Verdächtigen der Boulevard-Presse aus. Aber man muß schon sehr ironieresistent sein, wenn man diesen Song mit seinen Knüttelversen ernst nimmt. Überhaupt, die Texte – sie klingen diesmal für meine Ohren ein wenig knüttelig gereimt, früher waren sie deutlich lyrischer. Richtig gut gefallen mir »Dalai Lama«, der Song erzählt die Erlkönig-Geschichte in einem Flugzeug, und das Liedgut der Woche, »Amour«.

Ja, schon wieder ein Song über die Liebe: »Die Liebe ist ein wildes Tier
In die Falle gehst du ihr
In die Augen starrt sie dir
verzaubert wenn ihr Blick dich trifft«
Songs über die Liebe mit deutschen Texten balancieren auf einem schmalen Grat, bei jedem noch so kleinen Fehltritt lauert der Abgrund des Kitsches (fragt mal Xavier Naidoo ;-)). Erstaunlicherweise treffen Rammstein genau den richtigen Ton, meiner Meinung nach ist »Amour« das gelungste Liebeslied auf deutsch seit Element Of Crimes »Schwere See«. Und der Song besticht durch eine realistische Einschätzung über die Natur der Liebe an sich, die letzte Zeile lautet: »Bitte bitte, gib mir Gift« … ;-)

Links:

Meine ersten Platten

Musik

Nico, Thorte und Bronski zeigen ihre ersten Platten, mache ich doch mit (Mem, Mem!).

Als Grundschüler, mit 9, bekam ich den ersten Plattenspieler geschenkt, nebst einigen aussortierten Schlagerplatten, die ich bereits als Neunjähriger furchtbar fand. Erste bewusste Anschaffung (sprich, so lange quängeln bis sie mir gekauft wurde ;-)) war die Single »Kung-Fu Fighting« von Carl Douglas, die im Anschluß an die Anschaffung in, wie man heute sagen würde, Heavy Rotation genommen wurde. Meine armen Eltern, »ohhohohooooooo« …

Erste Langspielplatte war im Jahre 1978 »If you can’t stand the heat"« von Status Quo, damals meine absoluten Idole, die auch mein erstes Live-Konzert bestritten. Damals rockten sie noch, zumindest zwei von den Jungs sind ja immer noch aktiv und reisen als Karikatur ihrer selbst in der Welt herum. Alles was nach 1982 von Quo, wie wir Insider damals sagten, kam, kann man getrost in die Mülltonne der Musikgeschichte werfen.

Das digitale Zeitalter der kleinen runden Alu-Scheiben begann 1987 mit »Into The Pandemonium« von Celtic Frost, einer Metal-Kapelle aus der Schweiz mit ziemlich tief gestimmten Gitarren. Im Gegensatz zu den Scheiben oben, schleppe ich die erste CD noch heute im iPod-Musikbestand mit mir herum, muß aber zugeben dass ich sie schon lange nicht mehr angehört habe, aber die erste CD ist natürlich trotzdem irgendwie etwas besonderes.

The Libertines - Music When The Lights Go Out

Liedgutderwoche Musik

The Libertines
»Music When The Lights Go Out«
Album: »The Libertines« – 2004

Niemand, der die britischen Gitarrenrocker The Libertines ein wenig beobachtet hat, hätte wohl damit gerechnet, zwei Jahre nach dem grandiosen »Up The Bracket« mit »The Libertines« ein neues Album in den Händen halten zu dürfen. Die Libertines sind in erster Linie das Gesangs-, Gitarren- und Songwriterduo Pete Doherty und Carl Barât. Nach dem Erfolg des ersten Albums begannen die beiden sich öffentlich zu streiten, und Pete Doherty verfiel übelst den Drogen, saß im Knast, weil er in die Wohnung eines Bandmitglieds eingebrochen war, usw. usw. Die Nachrichtenübersicht zum Thema bei laut.de dokumentiert das ganze Theater vortrefflich.

Ich war sehr gespannt auf das zweite Album. Zweite Alben sind immer so eine Sache, die Erwartungen nach einem “Hammer-Erstling” steigen gewaltig an, und oft lauert die Enttäuschung im runden Aluminium. Umso schöner, wenn man, wie bei The Libertines, ein erstauntes “Wow!” in die Stille nach dem ersten Anhören werfen kann. Sie sind ein wenig ruhiger geworden, aber die Songs sind derartig gut, dass sie auch mehrfaches Hören überleben, ohne fad zu werden.

Ein Highlight des Albums ist das melancholische »Music When The Lights Go Out«, wie fast alle großen Pop- und Rocksongs ist auch dieser Kriegsberichterstattung vom großen Schlachtfeld der Gefühle (Lyrics): »Well I no longer hear the music when the lights go out
Love goes cold in the shades of doubt
The strange face in my mind is all too clear
Music when the lights come on
The girl I thought I knew has gone
And with her my heart it disappeared«
Wenn man diesen Zeilen voller bittersüßer Melancholie ergriffen lauscht, unprätentiös dargeboten von den vier wilden Jungs aus London, dann fragt man sich ein weiteres Mal, wie es möglich ist, dass (fast!) die ganze Weisheit des Lebens in ein paar Minuten Musik zusammengefasst werden kann. Das muß an der schlichten Konfiguration des Menschen an sich liegen. ;-)

Libertines-Links:

Das »Liedgut der Woche«

Musik Liedgutderwoche

Es wird zu viel problematisiert, und zu wenig über schöne Dinge gebloggt, wie z.B. Musik. Darum gibt es nun im Netzbuch, mehr oder weniger regelmäßig, inspiriert von Keith’ Song Of The Week auf Asterisk, das Liedgut der Woche. Alte, neue, kühle, wilde, sanfte Songs werden vorgestellt, auf dass sie vielleicht neue Hörerinnen und Hörer finden mögen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie gefallen mir. ;-)

In diesem Zusammenhang: Wäre es nicht schön, wenn die Musikverwalter dieser Welt keine Leidenschaft für Juristerei, sondern für Musik hätten, und man dieses Liedgut der Woche gleich mal als MP3 einfach an den Eintrag dranhängen könnte, ohne auf Post vom Anwalt warten zu müssen? Ja, ich weiß, nur ein schöner Traum von einer besseren Welt …

Rock den Montag

Musik Schoenes

Am Wochenende wollte ich ein bißchen denken, bin ich aber nicht zu gekommen. So wie ein Teil unserer wahlberechtigten Brüder und Schwestern im Osten, der Teil denkt aber auch nicht, wenn er dazu kommen würde, fürchte ich. Denn selbst Teilzeitdenker wählen keine braune Brut, wenn ich im Fernsehen diese Penner von NPD und DVU sehe, deren Schlägervisagen nur mühsam in die Kaufhausanzüge passen, wird mir geradewegs furchtbar schlecht. Zu schöneren Dingen, wie beispielsweise gebloggten Oden auf Moleskines. Jemand, der eine Runde gedacht hat, ist Milo von Radio Free NYC: »I spent the past few days walking around and thinking. […] I did get one more thing, which was the biggest impulse buy a moleskine notebook. It’s really neat, it oozes old world craftsmanship and features I never seen in a notebook like this. Like the grid ruling, imitation leather covers, elastic band, bookmark, and coolest of all a secret pocket. […] there is something extremely punk about this book. I can’t describe it. Maybe I’m easily bought to the marketing thinking that I am using something that the greats used.« Wenn man bei Milo auf der rechten Seite auf RFNYC Radio klickt, kann man äußerst kühler Musik lauschen (via Moliskenerie).

Apropos kühle Musik, wenn man mal ein wenig in MP3-Blogs stöbert, findet man einige sehr hörenswerte Sachen. Damit nicht alles immer nur Old Fart ist, solltet Ihr die Woche mit einer Dosis Dogtree von The Ex starten, danach braucht man ein bißchen Erholung bei I lied von Spain, bevor es dann mit Unity von Operation Ivy aus der Rock against Bush – Compilation weiter geht (alles gefunden bei music for robots). So sind wir dann gestählt für den Auftakt einer weiteren Woche! ;-)

The Killers und das FBI

Musik Seltsames

Hilfe, ich habe die CD gerippt, muß ich mich nun auf der Straße nach Männern in dunklen Anzügen umschauen?
Noch nie gesehen: Die bei Amazon erworbene Scheibe »Hot Fuss« von The Killers verschreckt mich mit einem FBI-Logo auf der Rückseite. Vielleicht ist das ja in den US of A gängige Praxis, für deutsche Augen wirkt das aber ziemlich ridikül. Gut, dass in Deutschland Polizei Ländersache ist, sonst würden wahrscheinlich auch schon Sterne auf den CD-Rückseiten zu bewundern sein. Aber sie wissen eben nicht, welche Polizei zuständig ist, und bis sich eine Bund-Länder-Kommission darüber geeinigt hätte, wären CDs schon lange out … ;-)

Wie schon die bloggenden Herren Robinson, Kottke (Link zu dem MP3 ist leider tot) oder Blanton kann ich »Hot Fuss« wärmtens empfehlen. Vorausgesetzt, man steht auf die Gitarrenschiene à la Strokes, Franz Ferdinand, BRMC oder Libertines. Easy Listening Rock mit ein wenig elektronischem Geklimper garniert, der sich umgehend in die Gehörgänge windet, ohne dass man gleich melancholisch wird wie bei den Strokes oder dem BRMC. Das bei Asterisk als Song Of The Week vorgestellte »Somebody Told Me« ist ein Ohrwurm, nach ein paar Mal hören ertappt man sich dabei, »somebody told me, you had a boyfriend, who looks like a girlfriend, that I had …« vor sich hin zu singen …

Auf Website der Killers soll man übrigens, nach vorheriger Registrierung, ein wenig legal Probe hören können, vorausgesetzt man verfügt über die notwendige Windows-Software von M$ und Real (Ads, ich will Ads auf meinem Rechner, Real rulez!). Da ich nicht gewillt bin, solchen Dreck zu installieren oder gar zu nutzen, konnte ich das nicht näher überprüfen. Aber es gibt ja noch andere Orte im Netz, wo man Probehören kann… ;-)

Encore: iPod 4G und die Konkurrenz

Musik

War das Ergebnis des ‘Vergleichstest’ iPod vs. Sony Walkman schon vorhersehbar, so braucht man garantiert kein Prophet zu sein, um das Resultat eines weiteren ‘Shoot-Outs’ bei Mac360.com, iPod 4G vs Dell DJ, vorherzusagen (via MacTechNews). Sieger ist überraschenderweise der iPod, aber amüsant zu lesen ist der Artikel der “Glitter-Lady” allemal: »Dell says the DJ will get up to 20 hours of battery life. Of course, most Dell users never use up the 20 hours before ditching the little bugger and moving to an iPod.« Etwas ernsthafter ist da schon ein Beitrag von metamac über den Sony NW-HD1. Da ich einen PDA von Sony habe, der eine Audio-Player-Funktion hat, kenne ich die Sony-Software und ihre grotesken Regularien (okay, ist fast 3 Jahre alt, aber ich denke nicht dass Sony da etwas liberalisiert hat). Mit Sony-Software digitalisierte Songs von den eigenen CDs(!) unterliegen plötzlich einem rigiden DRM, die Software schreibt einem vor, dass die eigenen Songs nur dreimal übertragen werden dürfen. Daher kann ich von Sony im Zusammenhang mit digitaler Musik nur ganzheitlich abraten. Mal ganz abgesehen davon, dass das ganze Sony-Zeug nur mit Windows funktioniert und schon von daher indiskutabel ist. Und teuer ist es auch noch.

Das unaufgeräumte CD-Regal auf dem Mac-Desktop: Clutter

Mac Musik

Da ja die Blogosphäre, die Welt und das Internet im Sommerloch stecken, füllen wir selbiges mit der Vorstellung eines weiteren sinnfreien “Tools”. Hey, wer wird da rummosern, soll ich vielleicht ein Sendepause-Testbild ins Blog stellen, oder wat? ;-)

Nun aber ernsthaft werden, zur Sache!

Die digitale Verwaltung des eigenen Musikbestandes produziert ein gewisses haptisches Defizit, denn der Griff ins CD-Regal, das Auswählen des Tonträgers nach dem visuellen Eindruck oder der Position im CD-Regal, funktionierte nach irgendwelchen verborgenen irrationalen Kriterien, die in der kühlen digitalen Playlist-Logik eines iTunes (o.ä.) nicht nachempfunden werden können. Dieses Defizit im entstofflichten digitalen Raum des zweidimensionalen Computerschirms ein wenig zu lindern, hat sich für Mac OS X Clutter zur Aufgabe gestellt. Clutter stellt die digital abgelegten CDs (oder wahlweise auch Playlists) als kleine Bildchen auf dem Desktop dar: Durch einen Klick auf das Bildchen startet iTunes, und die CD (resp. Playlist) dudelt los. Sehr kühl! Jedes Cover ist übrigens ein vollwertiges Fenster, mit Kontext-Menü, das das Anspringen jedes Tracks der CD erlaubt. Diese Fenster tauchen auch in Exposé auf, spätestens dann bemerkt man, dass der Name “Clutter” durchaus programmatisch gemeint ist: Per Amazon-API kann man sich das Cover herbei zaubern, was erstaunlicherweise erheblich besser funktioniert als die ähnliche Funktion des vor kurzem vorgestellten iTunes-Watcher.
Fazit: Sehr kühles Spielzeug, ich liebe solche kleinen verspielten Werkzeuge, besonders wenn sie noch so anstandslos funktionieren wie Clutter.

Gefunden in Brad Choates OS X software inventory, einer wahren Fundgrube.

iTunes Watcher

Mac Musik

Es geht doch nichts über die Implementation sinnfreier Weblog-Spielzeuge! Eines davon ist Michael Simmons’ iTunes Watcher. Das ist eine kleine AppleScript-Anwendung, die man starten kann, wenn man gerade mit iTunes Musik hört, und der gerade gehörte Titel wird an den Server gesendet und in einer Datenbank abgelegt. Per Amazon-API versucht das Skript, das zum gerade laufenden Titel passende “Cover-Art” zu laden, was aber nicht immer klappt. Liegt möglicherweise an meinem Musikgeschmack.

So kann man nun links in der “Sidebar” (weiter unten) die letzten neun Titel anklicken, die ich gehört habe und über Cover-Art verfügen, und auf einer eigenen Seite die aktuell laufenden Stücke angucken. Eine technologisch relativ aufwändige Lösung für eine Information von zweifelhaftem Wert, aber Spaß hat’s gemacht. ;-)

Andere iTunes Watcher-Implementationen kann man z.B. bei Jon Hicks, Chez Porchez oder And she said bewundern.

Analog rippen

Musik

Einige wenige CDs lassen sich weder mit dem Mac noch auf dem Linux-PC digitalisieren, Kopierschutz sei Dank. Da muß man dann zu anderen Mitteln greifen, nämlich eine analoge Aufnahme über den Line-In – Port des Rechners. Das ist so schön “Retro”, wie weiland vor dem Tape-Deck sitzt man da, und wartet dass die Laufzeit der CD herum ist …

Brauchbar für diesen Zweck ist Audacity, gibt es für Windows, Mac OS 9/X und Linux. Audacity funktioniert ganz hervorragend, was mich daran stört, ist das manuelle Zerlegen nach Zeit und Auge in einzelne Stücke. Kennt jemand ein Progrämmchen für Mac OS X oder Linux, das selbstständig eine große Audio-Datei nach definierten Kriterien (wie “3 Sekunden Pause”) in einzelne Stücke zerlegt?

Ach ja, ob das legal oder illegal ist, interessiert mich nicht im geringsten, wenn ich eine CD physisch im Regal liegen habe, spiele ich die auf den iPod. Punkt. Dabei ist mir völlig egal, ob irgendein Krawatten-Spacko der Musik-Industrie oder die von jeglichem Realitätssinn unbefleckte Frau Zypries der Ansicht ist, das sei illegal.

Schwere Geschütze ...

Musik Seltsames

… fährt die Musikindustrie in ihrer großen Aktion zur Kriminalisierung der eigenen Kunden auf: »57-jähriger Realschullehrer im Raum Stuttgart muss 10.000 Euro Schadenersatz für 2.000 illegale Musikangebote in Tauschbörse zahlen«.

Besonders possierlich: Laut Spiegel Online lässt sich die Polizei bei ihren Aktionen von einer privaten Spitzelbrigade der Musikindustrie “unterstützen”, das ist absolut skandalös. Eigentlich sollte man überhaupt keine Musik mehr kaufen …

Nervende bestialische Jungs

Musik Zeugs

So wie es den Herrn Kniebes nervt, auf seiner Blogtour ständig über die Fußball-EM lesen zu müssen, so nervt es mich kolossal dass in jedem dritten Weblog die grausame Kapelle Beastie Boys gehypt wird. Ich fand, finde und werde sie immer be… scheiden finden, und hatte eigentlich gedacht sie würden verdientermaßen im Anhang des letzten Bands der immerwährenden Musikhistorie verstauben. So hat jeder sein Kreuz zu tragen. ;-)

Netzeitung: Beastie Boys: ‘Ja, man schämt sich’ (Via LinkDump)

iTunes Music-Store kommt ...

Musik

… nach Europa, zunächst nach Großbritannien, Frankreich und Deutschland, berichtet IT&W von der aktuellen Steve-Audienz in London. 99 Cent pro Song soll der Preis sein.

Nun können die komischen Download-Stores (die, welche sowieso nicht funktionieren, ich sage nur Phonoline) mit ihren seltsamen WMA-Songs einpacken, bevor sie richtig ausgepackt haben.

Kurt Cobain

Musik

Bild: Kurt Cobain
»My heart is broke but I have some glue
Help me inhale and mend it with you
We`ll float around and hang out on clouds
Then we`ll come down and have a hangover«
(Nirvana “Dumb”)

Gestern vor 10 Jahren tötete sich Nirvana-Sänger und Grunge-Ikone Kurt Cobain im Drogenrausch mit einer Schrotflinte selbst. Bei toten Legenden ist es Usus, dass irgendwann später jemand mit einer abstrusen Verschwörungsgeschichte auftaucht, bei Kurt ist es natürlich nicht anders. Wenn man sich die Fotos von Kurt anschaut, so hat er auf vielen Bildern einen ganz speziellen Ausdruck in den Augen, ganz so als wäre er in seinem Inneren ganz woanders. Kann natürlich auch sein, dass das eine nachträgliche Projektion des Wissens darüber, was danach passieren wird, ist.

Am kommenden Donnerstag, 8. April, gibt es bei MTV einen “Kurt-Cobain-Gedenktag” mit einer ganze Reihe von Sendungen. Der “offizielle” Gedenktag ist der 8.4., da Kurt drei Tage unentdeckt tot in seiner Garage lag. Sehen muß man davon eigentlich nur das grandiose “MTV-Unplugged” um 20:00 oder 23:30 Uhr, ein echtes Highlight der Rock-Historie, das man immer wieder anschauen kann. Die drei Radaubrüder spielten ihre recht “lauten” Songs an jenem Abend im Dezember 1993 mit einer Fragilität und Präzision, die sie neu und doch vertraut klingen lässt. Das ist für jeden Musikinteressierten ein absolutes Pflichtprogramm!

Bei der Gelegenheit muß ich natürlich noch los werden, dass für mich “In Utero” das grandioseste Werk von Nirvana ist, einfach eines jener raren Alben die zeitlos herausragend sind!

10 aus 2666

Musik

Eine neue Meme, gefunden bei Flo! Aus der Musik-Sammlung soll man eine Zufallsauswahl mit 10 Stücken zusammenstellen, also mal iTunes gestartet. Aber was ist denn das für eine Zusammenstellung? Ich sollte dazu sagen dass ich fast meine gesamte CD-Sammlung auf der Platte habe, diese “gothischen” Sachen sind im Moment nicht mehr so ganz mein Geschmack. ;-)

  1. Lorelei / Theatre of Tragedy (Aegis)
  2. Seele in Not / Lacrimosa (Angst)
  3. Die Toten kehren wieder … / Sopor Aeternus (The inexperienced Spiral Traveler) Was ist denn das? Erschreckend!
  4. Inner Sanctum / Celtic Frost (Into the Pandemonium)
  5. Seventeen / Sex Pistols (Never mind the Bollocks)
  6. Welcome to hell / Venom (In Memorium)
  7. The sweetest Condition / Depeche Mode (Exciter)
  8. Target Audience (Narcissus Narcoticus) / Marilyn Manson (Holy Wood)
  9. Purple Avenue / Ute Lemper (Punishing Kiss)
  10. Better Man / Robbie Williams (Sing when you`re winning)

The Strokes - Room On Fire

Musik

Wenn Pepino seine Lieblings-CD vorstellt mache ich das glatt auch mal, da sie sowieso täglich läuft:

Bild: Cover von The Strokes - Room On Fire

Das zweite Album der Strokes, “Room On Fire”, wurde allgemein mit Bangen erwartet, denn nach dem Hammer-Debut “Is This It” fragte man sich ob die Jungs aus New York noch einen drauflegen können – sie können. Besonders die ersten vier Stücke, und davon wiederum das erste, “What ever happened?”, beschreiten den Weg zum “perfekten Rock-Song”, wie in irgendeiner Plattenkritik zu lesen war, ein gutes Stück. Ins Ohr schleichende Melodien, mal singende und mal scheppernde Gitarren, und dazu des Sängers Julian Casablancas` rotziges Genöhle – einfach klasse! Wer Affinität zu Musik mit Gitarren hat (und welcher Mensch mit Geschmack hat das nicht?), muß in diese Scheibe einfach mal reinhören …

So, erst Pepino, nun ich, wer stellt als nächstes seine derzeitige Lieblings-CD vor, damit die Leserschaft Anregungen zum Downl…, äh, ich meine, CD-Kauf bekommt? ;-)

Urheberrecht und Privatkopie

Musik

Noch etwas zum Artikel von gestern:

Unsere Justizministerin Brigitte Zypries hat eigentlich in der ganzen Problematik keinen rechten Durchblick und gab das auch bei der Auftaktveranstaltung für den so genannten “Zweiten Korb” des neuen Urheberrechts öffentlich zu: »Eine weitere strittig gebliebene Frage: Soll die Privatkopie auch bei Kopiersperren durchsetzbar gemacht werden. Hier gerät das geistige Eigentum in Konflikt mit Interessen der Verbraucherschützer und der Informationsfreiheit. Aber auch die Frage der Sozialpflichtigkeit des Eigentums stellt sich, nimmt man z.B. Gruppen von Behinderten in den Blick. Ich kann darauf heute noch keine Antwort geben. Ihr guter Rat wird mir deshalb sehr hilfreich sein.« Den “guten Rat” liefern die Lobbyisten der Industrie sicherlich gerne …

Und noch ein Artikel zur Problematik in der heutigen taz: »Bitraten sind Profitraten«

Rammstein als klassischer Liederzyklus

Musik

Nun liebe Kinder gebt fein acht

ich bin die Stimme aus dem Kissen

ich hab euch etwas mitgebracht

ein heller Schein am Firmament

Mein Herz brennt


(Rammstein Mein Herz brennt)



Harte Töne und Klassik passen ja ganz gut zusammen, man erinnere sich z.B. an die Werke von Rage mit dem “Lingua Mortis Orchestra”, oder an die “S&M”-Scheibe von Metallica. Die Dresdner Sinfoniker wollen nun einen ganz neuen Weg gehen, nämlich Texte von Rammstein als klassischen Liederzyklus à la Mahler oder Schubert vertonen und dann “performen”, wie man so schön neudeutsch sagt, schreibt die Welt (ist der Newsticker, wird also sicher bald verschwunden sein). Das Ergebnis kommt am 20. Oktober in ganz Europa auf den Markt und soll den Titel “Mein Herz brennt” tragen.


Da bin ich sehr gespannt drauf, denn ich gestehe hiermit öffentlich ein Rammstein-Fan zu sein (manchmal brauche ich das einfach ;-)). Den Initiator, Jazz-Musiker Sven Helbig, erinnern die Rammstein-Texte an Hermann Hesse oder Charles Baudelaire. Nun ja, das ist wohl ein wenig übertrieben. Ob sie wohl auch Stücke wie Weißes Fleisch oder Bück Dich in den Zyklus aufnehmen werden?

Dip dip dip dibbi dip dip dip

Musik

Gestern abend, ziemlich müde auf Couch abhängend, schaltete ich noch ein bißchen auf der Fernbedienung herum, über die einschlägigen Musikkanäle. Deren Programm war so gut dass ich auf der Couch eingenickt bin. Es geht doch nichts über mediale Schlafmittel!

Irgendwann, so gegen halb drei, werde ich wieder wach, und auf dem Bildschirm gröhlt ein blonder Typ mit einem saudummen Gesichtsausdruck: “Dip dip dip dibbi dip dip dip.” Jäh bin ich glockenwach, was mir den Schlaf geraubt hat war die neue Single der Prolo-Techno-Band Scooter. Mit der gleichen Faszination, die einem eine von einem Zug zerquetschte Taube auf den Bahngleisen trotz eines kaum zu unterdrückenden Ekelgefühls betrachten lässt, schaue und höre ich mir das grausige Treiben an und kann es kaum glauben dass jemand solch einen proletigen Vulgärtechno schön finden kann. Immerhin, mit den Refrains haben sich Scooter nun der Intelligenz ihrer Zielgruppe angepasst (von wg. “dip dip dip dibbi dip dip dip”). Ich mache den Fernseher aus, gehe ins Bett, träume schlecht und verschlafe heute morgen. Kein Wunder, wenn man von Scooter aus dem Couch-Schlaf gerissen wird …


Jetzt denke ich so bei mir: Welches ist eigentlich die peinlichste aktive Band Deutschlands?

Also eine Kapelle, für die man sich so richtig schämen muß wenn man öffentlich verkündet dass man eine Platte von denen besitzt, oder gar Anhängerschaft bekennt! Ist es Scooter, oder vielleicht doch die Vokuhila-Combo Pur?

Herpes für die Ohren

Musik

Frankfurter Rundschau: »Die Forderung nach einer Quote für deutsche Musik im Radio ist wie Herpes: Äußerst ärgerlich, immer wiederkehrend – und vollständig sinnlos.«

Autor Stefan Müller beleuchtet die Hintergründe der Forderung nach einer vorgeschriebenen Quote für deutsche Musik im Radio. Und findet ein ganz anderes Problem: Die Musikredakteure, die sich nicht trauen Songs in ihre “Rotationsmaschine” aufzunehmen die noch nicht in den Top 10 verzeichnet sind. Fazit: »Eine gesetzlich festgeschriebene Quote führt in eine Sackgasse. Gefragt sind mutigere Musikredakteure, die ihre Automaten auch freiwillig mal mit Blumfeld statt Catterfeld füttern. Keine Angst vor guter Popmusik […]« Grundsätzlich sicher richtig, ob es nun unbedingt Blumfeld sein muß ist aber durchaus diskutabel …

Mehr: Frankfurter Rundschau

Leeres Ölfaß

Musik

Telepolis über Metallica:

»Letzten Samstag. Metallica treten bei RTLs “Top of the Pops” auf. Ob Alexander, der dort seinen Knüller “Stay with me” vorstellte, sich ein Autogramm geholt hat? So mancher Metallica-Fan ist enttäuscht: “Treten die da etwa auf? Gott, wie tief sind die gesunken? :´-(” Ein Blick in die deutschen Albumcharts… Platz 5 (letzte Woche noch 2): Daniel Küblböcks “Positive Energie”; Platz 3 (Neueinstieg): “The Final Album” von Modern Talking; Platz 1 (schon seit vier Wochen): Metallica mit “St. Anger”. Moment mal. Modern Talking steigen nicht auf 1 ein? Seit wann schreibt Dieter Bohlen Metallicas Songs? Tut er nicht. Ein Grund, sich mit “der letzten der großen Rockbands” (Playboy) und ihrem Straßenfeger auseinander zu setzen.«

Mehr: Telepolis

Karin Clercq - Femme X

Musik

[Cover: Karin Clercq - Femme X] Vorigen Monat war in Spiegel Online ein Artikel, besser gesagt eine Hymne in Worten, über die belgische Sängerin Karin Clercq und ihr Debüt-Album “Femme X” zu begutachten. Den hatte ich gelesen und in einer Ecke meines Gehirns auf Wiedervorlage gelegt. Die Tage war ich mal im Plattengeschäft und hatte dann ihren Namen vergessen, nach einiger vergeblicher Sucherei und Fragen ans Personal (“Ich suche die Platte von so ner hübschen blonden Belgierin die französisch singt, letztens im Spiegel erwähnt wurde und glaube ich Karen oder Karin mit Vornamen heisst”) hörte ich mal rein in “Femme X”, und war sehr angetan. Ich sollte dazu sagen, dass mit ich französischen Gesang sowieso zu begeistern bin, französisch ist einfach eine musikalische Sprache. Kurz und gut, CD wurde gekauft.

Die Songs sind abwechslungsreich und klingen “modern”, tendenziell eher rockig als “chanson-mäßig”, recht Gitarren-lastig. Besonders “Kassandre” (Stück Nr. 9), ein episches Drama von 7,5 Minuten, muß man einfach mal gehört haben. Karin hat eine hinreißende Stimme die von den 13 Songs schön in Szene gesetzt wird. Sie klingt nicht so “blutleer” wie man das heute bei so vielen “neuen” Sängerinnen feststellen kann. Anspieltipps sind neben dem erwähnten “Kassandre” noch “Desir” (Nr. 5) und “La chanson d`Anna” (Nr. 7). Das Bonmot zum Schluß stammt aus dem erwähnten Spiegel-Online-Artikel: »Frauen sind was Wunderbares. Und Frauen wie Karin Clercq sind noch ein bisschen wunderbarer.«

Die Website der “Femme X”: karinclercq.com (franz.)

Metallica sind wieder da! Und wie!

Musik

[Cover: Metallica - St.Anger] Rückblende, so etwa 1983/1984: Gymnasiast ralle lauscht gern und oft den harten Klängen dieser Zeit. Die damals “herrschenden” Bands des Heavy Metals hießen Saxon, Judas Priest oder Iron Maiden, und waren vor allem eines: Auf die Dauer recht eintönig. Immer das gleiche: Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Gitarrensolo, Strophe, Refrain. Dann, wie heiße Ware, machten auf dem Schulhof Tapes die Runde. Ganz neue harte Klänge, vornehmlich von der Westküste der USA, Namen wie Venom, Dark Angel, Slayer und: Metallica! Diese Bands legten eine damals unbekannte Aggressivität, ungeheure Wucht und irres Tempo in ihre Musik und leiteten eine neue Ära der harten Musik ein. Völlig undenkbar damals dass so etwas jemals im TV zu sehen sein würde. Metallica legten mit “Kill`em all”, “Ride the Lightning” und “Master Of Puppets” drei epochale Meisterwerke vor und gingen dann den Weg vieler ehemals harter Bands: Den des “Wimping Out”. Die Alben der Neunziger sagten mir überhaupt nicht mehr zu, es fehlten einfach der Druck und die Aggressivität die sie berühmt gemacht hatte, sie klangen furchtbar fad` …

Zeitsprung: Das Jahr 2003, ralle sitzt gelangweilt vor dem Fernseher und schaltet rum, bleibt bei einem Musiksender hängen, und hört die neue Metallica Single “St. Anger”. Und kann es nicht fassen. Da war sie wieder, diese Wucht, hämmerndes Schagzeug, ratternder Bass, Tempowechsel und ein James Hetfield der seine Wut (worauf auch immer) in die Welt hinaus schreit. Am nächsten Tag: Plattengeschäft, neues Metallica-Album “St. Anger” kaufen! Denn es ist, wie der geniale Jan Wigger in seiner Spiegel Online-Rubrik “Abgehört” schreibt: »Niemand, der etwas auf sich hält und Metallica für “Master Of Puppets” oder “Ride The Lightning” geschätzt hat, wird sich gerne an “Re-Load” erinnern, das letzte Studio-Album von Metallica aus dem Jahre 1997. Und doch sind James Hetfield und der Rest noch die größte existierende Metal-Band, denn keiner konnte Gegenteiliges beweisen – Pfeifen wie P.O.D oder Linkin Park, die sich während Metallicas Absenz dumm und dämlich verdienten, schon gar nicht.«

Nun sind sie also wieder da, nach diversen Jahren Pause, Entziehungskuren, Psycho-Behandlungen und was-weiß-ich-noch-alles, und das mit einem Album, das, wie ein Plattenmanager anmerkte, “kommerzieller Selbstmord”(Spiegel) sei. Was aus einem solchen Munde ja einem Gütesiegel gleichkommt. So manches Milchbübchen, das sich nach “Load” und “Reload” ein Metallica-Shirt anzog und “hart” durchs Leben lief, wird sich nun die Öhrchen reiben. Denn es geht zur Sache auf “St. Anger”, derbe zur Sache.

Harte Zeiten wie diese verlangen nach harter Musik, Metallica liefern sie. Im Gegensatz zum LAUT-Kritiker gefällt mir der ausgesprochen rohe Sound von “St Anger” sehr gut. Anspieltipps sind die Single-Auskopplung “St. Anger” (Nr.2), “Invisible Kid” (Nr. 5) und “Unnamed Feeling” (Nr. 9). Aber die Scheibe ist durchgängig gut, einfach reinlegen, Lautstärkeregler aufdrehen und die Gläser im Schrank bei jedem Schlag von Lars Ulrich auf seine Drums hüpfen sehen …

Heutzutage erlebt man in Sachen Musik nicht mehr häufig angenehme Überraschungen, “St. Anger” ist eine. Jedem Freund harter aggressiver Klänge uneingeschränkt zu empfehlen, aber nichts für “Turnbeutelvergesser.” Für mich bis jetzt das Album des Jahres!

Adieu, Lyrics im Web!

Musik

Und wieder eine schöne Sache im Internet die von der “Diktatur des Urheberrechts” kaputt gemacht wird: Songtext-Sites verletzen Urheberrecht (futurezone). War ja auch zu schön einfach mal eben einen Text eines Songs im Internet zu lesen, das muß weg, denn Musik und alles was damit zu tun hat ist nichts was schön ist. They suck!


Schade dass es wohl nicht machbar ist dass sämtliche Konsumenten von Musik alle Erzeugnisse der Musikindustrie mal drei Monate boykottieren, keine einzige CD, kein Konzertbesuch, einfach nichts. Das Zeug muß bleischwer im Regal liegen damit die Damen und Herren mit der Urheberrechtskeule langsam mal merken dass nicht alles was juristisch durchsetzbar ist auch sinnvoll ist. Und dass man so nicht mit seiner Kundschaft umspringt.


(via Schockwellenreiter)

Marilyn Manson

Musik

Auf Spiegel Online findet man ein interessantes Interview mit Marilyn Manson: “Ich bin Amerikas Alptraum.”

»Die momentane Stimmung in den USA erinnert mich an die Art, wie in Deutschland vor gar nicht so langer Zeit mit so genannter entarteter Kunst umgegangen wurde. Doch Gefahr und Angst bringen häufig große Kunst hervor. Die schlimmste Form der Zensur in Amerika ist zurzeit die Selbstzensur. Immer weniger Menschen haben den Mut, ihre Meinung öffentlich zu sagen. Aus Angst vor Repressalien.«

(Spiegel Online)

Open Source, Creed und Musik

Musik

Ein Artikel bei Pro-Linux: »Was hat Creed mit Open Source zu tun?«

Creed ist eine Rockband, und nun tun sie etwas Gutes und haben die With Arms Wide Open-Foundation gegründet, benannt nach ihrem größten Hit. Und dazu meint Autor Thorsten Wandersmann auf Pro-Linux:


»Woher kommt das Geld? Natürlich von uns. Von uns, die wir CDs kaufen; von uns, die wir spenden, von uns, die wir anderweitig mithelfen.
Nun, in diesem Sinne ähnelt Creed einem klassischen Linux-Distributor. Einem Dienstleister, der im Open-Source Bereich arbeitet, damit Geld verdient und es der Community, aus der er geschöpft hat, teilweise wieder zurückgibt, in welcher Form auch immer.
Umgekehrt gilt das gleiche natürlich auch für Open Source. Denn nicht nur die Distributoren haben am meisten davon, indem sie Geld verdienen. Das, was sie der Community zurückgeben, ist etwas, was viele Anwender Geld sparen läßt. So ist es auch für Anwender aus sozial schwächeren Schichten oder aus Ländern der Dritten Welt. Sogar die ganzen Dritte Welt profitiert, denn die Steuern, die gespart werden, können an anderen Stellen wie Infrastruktur etc. direkt Anwendung finden und somit indirekt jedem Einwohner nützen.
Damit ist jedes Quentchen Open Source und jedes Geld, das dafür investiert wird, auch eine Hilfe für andere.
Und so schließt sich der Kreis. Creed ist also Open Source, zumindest in der Art und Weise, wie sie handeln, und vielleicht sollte sich jeder davon mal eine Scheibe abschneiden und Open Source nicht mit kostenlosen Downloads zu verwechseln, nicht mit ISO Images auf einem FTP-Server, die das Geld, welches dafür aufgewendet werden muss, den Falschen zukommen lassen.«

Also, kauft Creed-CDs, ich habe schon eine, nämlich Human Clay. Allerdings wusste ich da noch nicht dass das “Open Source” ist.

Musikindustrie: Auf in den Kampf?

Musik

Eines der absoluten Netzbuch-Lieblingsthemen: Der Umgang der Musikindustrie mit ihren potenziellen Kunden.

Heute gibt es in der futurezone die neuesten Gerüchte zu lesen. Angeblich möchte die Musikindustrie die Rechner von Tauschbörsen-Benutzern sabotieren in dem Programme auf dem Rechner des Benutzers eingeschmuggelt werden. Z.B. “Freeze”, das den Rechner des Benutzers einfrieren soll (aha, sie wollen Windows ME auf den Rechnern der Musikfreunde installieren ;-)) oder “Silence” das anfängt die Festplatte nach illegalen MP3s zu durchforsten und dann für Ruhe sorgt.

Solche Dinge gehören aber wohl eher zur Kategorie “Propaganda zur Einschüchterung”, denn der Einsatz beider Programme wäre (zumindest in Deutschland) illegal. Aber alleine die Idee verdeutlicht wieder einmal dass die Musikindustrie ein hoffnungsloser Fall ist und man eigentlich keine einzige CD mehr kaufen sollte …

Ich brauche Hilfe!

Musik

Verehrte Zielgruppe, ich habe auf irgendeinem Musikkanal ein Video gesehen von einer mir bis dato unbekannten Kapelle namens “The Roots” (oder so ähnlich), das geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Nun brauche ich den Titel! “Roots” ist aber ein denkbar schlechter Begriff für Google, und bei den einschlägigen “Probehördiensten” gibt es für “Roots” oder “The Roots” zig Titel, das hat es also nicht gebracht.
Das Lied hat so eine “hypnotisch groovende” Baßlinie, in dem Video steht die Kapelle in einem Haus voller leerer Räume und spielt, und ein kleines Mädchen läuft herum und schaut immer verstohlen um die Ecke. Kennt das jemand und kann mir den Titel nennen?

Die taz besucht ...

Musik

Marilyn Manson: »Plötzlich ein Raunen: Marilyn Manson mischt sich ins Volk. Ein paar Fans fallen fast in Ohnmacht, da ist er, Brian Wagner, wie er wirklich heißt, ganz in Erdbeerrot, Frack, Plateauschuhe, hoher Zylinder, der Mund dick geschminkt und auch die weiße Kontaktlinse darf nicht fehlen – beeindruckend. Gravitätisch schreitet er seine Bilder ab, die er erstmals in Europa zeigt: Zartschmelzend verwischte Aquarelle von kranken Homunculi mit Löchern, wo sonst Augen sind. Marilyn Manson sagt ernste Dinge in die Kamera, die ihn begleitet: Wie sehr ihn die Figur des Dandys interessiere. Das Leben der Schönheit unterwerfen, sich mit gelangweilter Pose gegen das bürgerliche Nützlichkeitsdenken der modernen Welt stemmen, das möchte auch er.«

Shakira: »Shakiras Welterfolg zeigt die ästhetische Rache der Peripherie. Sie verbindet Latino-Kitsch mit den Mitteln von Hollywood und hebt damit den schlechten Geschmack Südamerikas auf Weltniveau.«

Man kann die taz durchaus lesen, nur von Musik haben sie keinen Schimmer, was sich auch an dem grausamen Lied zeigte dass die taz damals zum Grand Prix D`Eurovision-Vorentscheid schickte.

Von Milchmädchen und Silberscheiben

Musik

In der FR: Molltöne für die Musikwirtschaft: »“Musik wird heute mehr gehört denn je – nur bezahlt wird dafür seltener.” Dieses Klagelied, fast schon ein Evergreen, stimmt Gerd Gebhardt an. Der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände stützt sich auf eine weitere Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) über das private Kopieren in Deutschland. Bestellt haben die Untersuchung, für die 10 000 Personen befragt wurden, der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und der Filmförderungsanstalt (FFA) erstmals gemeinsam.«

Tragisch, tragisch: »Demnach wurden im vorigen Jahr 259 Millionen CD-Rohlinge allein mit Musik bespielt, 42 Prozent mehr als 2001. Die Zahl der gebrannten Scheiben habe damit die der verkauften CD-Alben um etwa 100 Millionen Stück übertroffen.« Da wurden wieder Zahlen hochinterpretiert dass es eine statistische Freude ist, aber das Kernproblem verstehen sie immer noch nicht: Irgendwelche gecastete Superstars und halbnackte Hupfdohlen eine CD mit einem Hit und einer Menge Schrott aufnehmen lassen und sich dann wundern dass die Leute nur dieses eine Stück lieber runterladen und sich ihre CDs selbst zusammen stellen. Und womit machne sie das? Mit Recht. Qualität verkauft sich nach wie vor, aber die Umsätze gehen zurück weil immer mehr Schrott auf Alu gepresst wird. Aber es ist ja viel einfacher alles auf Downloaden und Brennen zu schieben.

Guckbefehl

Musik

Heute (Samstag, 5.4.03) abend in MTV: A night with Nirvana. Es gibt natürlich auch die legendäre “MTV-Unplugged”-Session von 1993, die ich bestimmt schon 10mal gesehen habe aber immer wieder gucken muß.


»I`m not like them

But i can pretend

The sun has gone

But i have a light

The day is done

But i`m having fun

I think i`m dumb


Or maybe just happy«

(Nirvana, Dumb)

Un-CD Register

Musik

Heise hat nun auch eine Datenbank für CDs die keine mehr sind, sogenannte “Un-CDs”, also Musik-CDs die mit einem Kopierschutz verunstaltet sind. Dort kann man bereits vor dem Kauf nachschlagen ob die Silberscheibe der Begierde auf der eigenen Hardware läuft, und, wenn man selbst eine gekauft hat, diese Information dort eintragen.

Bei der britischen “Campaign for Digital Rights” gibt es schon länger eine Liste mit “Known Bad CDs.”

Gute Idee!

Musik

Und wieder etwas Neues aus den technologischen Giftküchen der Musikmultis: »[..] das US-Unternehmen Sunncomm will in Zukunft seinen Kopierschutz für Musikstücke direkt in die Audio-Files integrieren.
Selbst wenn die digitalen Songs anschließend komprimiert, auf ein analoges Medium überspielt oder aus dem Radio aufgenommen werden, soll die hartnäckige Markierung dabei erhalten bleiben« (futurezone).

Sie werden es nie lernen. Nicht Restriktionen, sondern nur Qualität bringt den Konsumenten als solchen dazu wieder mehr Musik zu kaufen.

GRid

Musik

Eine neue Idee der Musikindustrie: Der Global Release Identifier, kurz GRid. Jedes digitale Musikstück soll einen eindeutigen Code mitbekommen um Aktivitäten in der “Wertschöpfungskette” eindeutig “tracken” zu können. Das setzt aber voraus dass die Hardware des Benutzers diese Information einer Sammelstelle übermittelt, das passt dann gut zu der TCPA-Strategie. Schöne neue Welt! (futurezone)

Wo wir gerade beim Thema sind: Künstlerin stoppt Musiktauschbörse (Netzeitung). Soulseek können wir damit auch abhaken.

Marilyn Manson ...

Musik

… hat ein Online-Tagebuch, manche nennen so etwas ja auch Blog:

»I`ve been in the bored room this past month trying to explain the difference between a night club and a night stick to a pile of idiots, who for the life of them, could not see the connection betwixt the moustache of Dali and the “mustache” of Nietzsche. I have put the dirt back in my mouth and drank from the dead, regardless of what these powdered wig witch doctors prescribed.« Ah ja! Eigentlich schreibt er ziemlich wirres Zeug, und die Schrift ist kaum lesbar. Es klingt aber so wirr dass es autentisch sein muß.

Übrigens dürstet es mich schon exorbitant nach seiner neuen Scheibe “The Golden Age Of Grotesque”, die angeblich im März erscheinen soll. Solange muß man sich halt mit den alten Scheiben begnügen …

“If you die when there`s no one watching
then your ratings drop and you`re forgotten
but if they kill you on their TV
you`re a martyr and a lamb of god”
(Marilyn Manson “Lamb Of God”)

Ein paar MM-Links:
Die offizielle Homepage, die deutschsprachige Fansite Manson-Valley, die Marilyn Manson Lyrics and Discography, die Deutsche Marilyn Manson Homepage und das Mansonforum sind empfehlenswerte Anlaufstationen. Letzteres wird natürlich, wie das halt bei Musiker-Sites immer so ist, von Kindsköpfen heimgesucht.

Wer kennt`s?

Musik

Es geht nichts über unbeschriftete Musikkassetten, gerade habe ich eine eingelegt um die Schmach der schmählichen Niederlage der Borussia bei den [zensiert] Bayern zu vergessen, und es erklang folgendes:

Living is easy with eyes closed

Misunderstanding all you see

It`s getting hard to be someone

But it all work out

It doesn`t matter much to me


Na, wer kennt das, wer hat noch kulturelle Bildung heutzutage?
Ach ja, googlen zählt nicht!

Krise der Musikindustrie

Musik

Die Frankfurter Rundschau berichtet in ihrer Weihnachtsausgabe über die Krise der Musikindustrie:

»Die Musikindustrie wäre heute in einer deutlich stärkeren Position, wenn sie nur die Hälfte der Energie, die sie im Kampf gegen Piraterie einsetzt, für die Entwicklung neuer Vermarktungsmodelle verwenden würde.

Mehrere Befragungen haben ergeben, dass Online-Angebote nicht der Grund für die Krise in der Branche sind. Der Umsatzschwund ist laut Bernoff auf die generelle Konsumflaute zurückzuführen und darauf, dass die Hauptkunden der Plattenfirmen, Leute zwischen 13 und 30, ihre Budgets umgeschichtet haben. Sie geben mehr Geld für Handys und Videospiele aus.

Mit neuen attraktiven Angeboten könnten die Produzenten von Rock und Pop wieder Boden gut machen. Aber nach Ansicht von Bernoff und anderen Branchenkennern haben die großen Labels in punkto Repertoire vieles vergeigt. Sie schafften es in den vergangenen Jahren einfach nicht, neue, interessante Künstler nach vorne zu bringen. Stattdessen setzten sie auf Stars, die ihren Zenit bereits überschritten hatten, und gaben ihnen hoch dotierte Plattenverträge. Das abstruseste Beispiel: EMI zahlte Mariah Carey 30 Millionen Euro für die Auflösung ihres Kontraktes, also dafür, dass sie nicht singt« (FR).

So ist es!

Brachial-Lyriker

Musik

Gerade gelesen in der Netzeitung: Rammstein-Sänger Till Lindemann ist unter die Lyriker gegangen, da muß ich auf jeden Fall mal einen Blick reinwerfen und schauen ob das bspw. mit dem mithalten kann:

“Ich komm wieder in zehn Tagen
als Dein Schatten, und werd` Dich jagen
heimlich werd` ich auferstehen
und Du wirst um Gnade flehen,
dann knie ich mich in Dein Gesicht
und steck` die Finger in die …
… Asche” (Rammstein “Asche zu Asche”)

Die Leseprobe liest sich jedenfalls schon einmal ganz gut an.

Hm, jetzt habe ich Lust auf Brachiales bekommen, für den Weg zur Arbeit gleich mal ein paar Rammstein Minidiscs einpacken ;-)

Oasis im Knast

Musik

Oasis haben sich in München im Hotel geprügelt und die Nacht im Knast verbracht, und zwar gleich alle, aber in Einzelzellen. Gegen Kaution freigelassen haben sie umgehend München verlassen und das für heute abend angesetzte Konzert geschmissen (Quelle: SWR3-Nachrichten). So sind sie, eine tickende Zeitbombe, da können sie noch so alt und scheinbar seriös werden …

Update: Mittlerweile gibt es die Geschichte bei RP Online und n-tv zu lesen. Erstaunlicherweise war Noel der einzige der sich nicht das bayerische Gefängnis von innen anschauen durfte.

Phil Collins Kopierschutz

Musik

Guten Morgen allerseits, etwas aus den Abgründen meiner Statistik:

Der absolute Renner unter den Google-Suchbegriffen die hier hin führen ist die Kombination Phil Collins Kopierschutz. Liebe Suchende, was Ihr sucht findet man hier nicht, denn (a) Phil Collins wurde hier nur erwähnt wg. seines ungebührlichen Verhaltens gegenüber unser aller Weltmeister Schumi und (b) Kopierschutz von CDs ist immer ein Thema (zuletzt hier).

Phil Collins ist nicht nur für mich (ich denke da z.B. an die einschlägigen Stellen in den Werken von Benjamin von Stuckrad-Barre) der Inbegriff der unkreativen Weichspülmusik, er gab seinerzeit nicht eher Ruhe bis der ja zu Peter Gabriels Zeiten durchaus kreative Sound von Genesis von seinen Solo-Werken nicht mehr zu unterscheiden war. Daher, wenn es schon Solo-Werke von Genesis-Musikern sein müssen, würde ich eher Mike & The Mechanics empfehlen …

Lustig: Gerade wo ich das schreibe läuft Phils neuestes Werk im Radio.

Karaoke!

Musik

Tolle Sache: Italienische Karaoke-Seite für “Wonderwall” von Oasis (gefunden in der New Joerg Times). Man sollte mal einen deutschen Text dazu schreiben, dann steht dem fröhlichen Trällern nichts mehr im Wege!

“Änt mäibiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie, jurr gonnabi tze oan zät säivs miiiiiiiiiiiiiiii, änt affter ooooooooollllll, jurr mei wanderwooooolllllll”

Kundenbetreuung à la EMI

Musik

Schon das oder das gelesen?

Wenn die Mail echt ist dann ist das unglaublich, was für ein arroganter Haufen EMI ist, so springt nicht mal die Telekom oder die Bahn mit ihren Kunden um, man sollte ihnen ihre CDs zu essen geben …

EMI, schon die Sex Pistols wussten damals was das für ein Laden ist:

»you do not believe we`re for real
or you would lose your cheap appeal?
don`t judge a book just by the cover
unless you cover just another
a stupid fools who stand in line
like e.m.i e.m.i e.m.i«
(Sex Pistols – E.M.I.)

Man müsste wirklich einen effektiven Kundenboykott organisieren, was aber sehr schwierig wird da man kaum die Medien auf die Seite der Kunden bekommen wird …

Boykottiert BMG!

Musik

[Verkrüppelte CDs? Nein Danke!] Die ersten Musik-Multis drehen ob ihrer hausgemachten Krise nun völlig durch und unternehmen den finalen Anlauf um auch die letzten Kunden zu verprellen:

Die Bertelsmann-Abteilung BMG Entertainment hat beschlossen in Zukunft nur noch kopiergeschützte CDs auf den Markt zu bringen, zur propagandistischen Unterstützung des Vorhabens gibt es eine eigene Website, dort gibt es u.a. zu lesen: »Das massenhafte Kopieren auf bespielbare CDs droht den Künstlern ihre Existenzgrundlage zu entziehen. Mit Kopierschutzverfahren möchten wir die Rechte der Kreativen schützen.« Und weiter, auf der FAQ-Seite (nicht direkt verlinkbar, dummer Frame drumrum): »Es gibt kein Recht auf Privatkopie. Privatkopien sind erlaubt, aber genauso ist es erlaubt, sich technisch gegen das Kopieren zu schützen. Das ist so ähnlich wie beim Fernsehen. Was im Free-TV läuft, darf ich ohne weiteres anschauen. Deshalb habe ich aber noch lange keinen Anspruch darauf, dass es nur unverschlüsselte Programme gibt. «
Grandioser Vergleich, kann man da nur sagen! Übrigens wird das, u.a. von der Bundesregierung (lt. Heise Online) etwas anders gesehen, Kopien zum privaten Gebrauch sind und waren legitim, trotz aller verzerrenden Propaganda die den Versuch unternimmt den Konsumenten einzuschüchtern und ihm seine Rechte zu nehmen. Wozu werden eigentlich z.B. MiniDisc und MP3-Player verkauft? Soll ich da vielleicht selbst besungene Musik drauf hören? Und das noch, wie bei Sony, vom gleichen Konzern. Da kann man echt nur den Kopf schütteln ob einer solchen Ignoranz gegenüber der Kundschaft.

Zumal die futurezone berichtet dass der Kopierschutz auch auf aus Sicht der Musikindustrie “legalen” Abspielgeräten Ärger macht. Daher gibt es aus meiner Sicht nur einen Weg um die Konzerne zur Vernunft zu bringen:

Boykottiert alle kopiergeschützten CDs aus dem Hause BMG!

Nur wenn die Vertragskünstler der BMG keine Scheiben mehr verkaufen sorgen sie dafür dass dieser Unfug aufhört. Hier kann man schauen welche Künstler in Zukunft nur noch kopiergeschützt erhältlich sind.

Die Musikindustrie ruiniert sich selbst

Musik

In der futurezone:
»Plattenlabels, die ihre Audio-CDs mit einem Kopierschutz ausstatten, um den Inhalt vor dem Raubkopieren zu schützen und sich so höhere Einnahmen von dem Verkauf der CDs erhoffen, werden wohl eher den Ärger der Kunden auf sich ziehen und infolgedessen auch ihre Umsatz gefährden. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Marktforscher von GartnerG2 hervor.«

Das Gute an diesen vielen Analysten und Marktforschern ist dass man sich immer die heraussuchen kann die ins eigene Weltbild passen, daher kann ich in diesem Fall nur sagen: Stimmt! Wenn z.B. meine gekauften CDs beim Kopieren auf MiniDisc selbige völlig “verhärmen” bringt mich das nicht unbedingt in gelöste Kaufstimmung.

Die neueste haarsträubende Geschichte: Ich bin neuerdings stolzer Besitzer eines PDAs mit MP3-Player, die von Sony mitgelieferte Software zum Überspielen von CD auf den PDA funktioniert (a) nur mit speziellen Memory Sticks die “Digital Rights Management” unterstützen und (b) beschränkt den Vorgang des auf den PDA kopieren auf genau drei mal. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, ich kaufe eine CD, möchte sie unterwegs hören (und vielleicht auch einmal die Musik auf dem PDA je nach Stimmung austauschen, denn 128MB ist ja auch nicht die Welt), aber die Sony-Software gestattet mir das nur drei mal. Das ist doch impertinent! Daher kopiert man einfach über das Betriebssystem MP3s auf eine normale Karte ohne “Digital Rights Management” und ich kann das so oft ändern wie ich möchte. Da fragt man sich doch: Haben die sie noch alle beisammen?

So graben sich die Multis ihr eigenes Grab, denn warum soll man sich teures Equipment und CDs kaufen wenn man es nicht ohne Verrenkungen nutzen kann?

Comeback der Fehlfarben

Musik

[Die Fehlfarben 2002] So, ein letzter noch für heute, dann gibt es “ran” und Amüsement … ;-)

Wer so alt ist wie ich kennt sicher noch die “Fehlfarben”, sie wurden Anfang der 80er groß im deutschsprachigen Punk, aus dem dann später durch unheilvollen Schlager-Einfluß die “Neue Deutsche Welle” wurde. “Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran” konnte damals jeder textsicher mitgröhlen.

Nun haben die Jungs ein Comeback gewagt und eine neue Scheibe namens “Knietief im Dispo” heraus gebracht, und die taz widmet diesem Comeback heute eine ganze Doppelseite, die auch im Onlineangebot der taz gelesen werden kann. Must read!

Die offizelle Homepage der Fehlfarben ist hier.

Coldplay

Musik

[Cover: Coldplay] “So i`m gonna buy a gun and start a war,
if you can tell me something worth fighting for.”


Seit ein paar Tagen im Dauereinsatz auf meinen Audio-Gerätschaften: “A Rush Of Blood To The Head” von Coldplay. Im Radio hört man mitunter ihren Song “In My Place”, als ich ihn das erste Mal vernahm war klar dass ich auf dieses Album mal einen Blick werfen musste. Und es lohnt sich, ein tolles Album. Es erinnert vom Sound ein bißchen an “The Verve”, wobei mir aber die Stimme von Coldplay-Sänger Chris Martin besser gefällt als selbige von Richard Ashcroft. Melancholische Songs mit der notwendigen Dosis “Power” und geschickten Melodiebögen erschaffen im Hörer ein wohlig dunkles Gefühl. Besonders passend ist diese Musik wenn man ganz alleine im Waggon eines Zuges sitzt und der Blick aus dem Fenster einen dunklen grauen herbstlichen Himmel zeigt. Und der Stimme von Chris Martin könnte man eh ewig zuhören …
Anspieltipps: “In My Place” (die Nummer 2), “Warning Sign” (8) und “A Rush Of Blood To The Head” (10). “Ralle-Empfehlung” des Monats!

Musik mit Seele

Musik

Gerade beim Herumschmökern bei Towanda entdeckt, bezieht sich auf den genialen Oasis-Song “Don`t look back in anger”, der auf “(What`s the story) Morning Glory?” zu finden ist: “Verdammt, dieses Lied ist ein elender Schmachtfetzen mit den üblichen Oasis-Tricks, die immer wieder die gleichen sind. Ich hab [..] zwar keine Ahnung davon […], aber ich wette, das Teil ließe sich mit maximal drei bis vier Griffen für Anfänger pipieinfach auf der Gitarre schrammeln.” Klar, mit ein bißchen Übung kriege sogar ich das hin, aber es war ihre Idee, und sie haben es gemacht. Wenn`s so einfach ist kann das ja jeder machen, hat ja niemand was gegen. Außerdem, Musik muß nicht musikalisch kompliziert sein, sondern “Seele” haben. Und das haben Oasis-Songs halt, vieles andere was man so hört aber nicht. Das Verarbeiten noch so komplexer Harmonien ist überflüssig wenn die Musik keine “Seele” hat sondern nur ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder hinausgeht. Manche können mit drei Akkorden etwas großartiges schaffen, manche mit monströsen Tonabfolgen und riesigem technischen Aufwand nicht. Das ist der Unterschied zwischen guter und schlechter Musik, zumindest in meinen Ohren …

Wiedergehört: TIAMAT Wildhoney

Musik

[TIAMAT Wildhoney] “With every tear a dream …”

Beim Wühlen in der CD-Sammlung bin ich auf ein Meisterwerk gestoßen was ich schon lange nicht mehr gehört habe: “Wildhoney” von Tiamat. Ein Meisterwerk an das Tiamat danach höchstens noch auf “A Deeper Kind Of Slumber” näherungsweise herankamen. Wildhoney enthält psychedelisch-verträumte Passagen die dann abrupt auf das “volle Brett” umschalten, Sänger Johan Edlund flüstert manchmal fast seine (mir zumindest) nahezu unverständlichen Texte und brüllt im nächsten Moment aus Leibeskräften, ein verstörendes Meisterwerk voller Poesie und Gewalt. Hörenswert, zumal es dieses Prachtstück immer mal wieder zum reduzierten Preis zu erwerben gibt.

Man sollte öfter mal in den CDs wühlen ;-)

Wo war Liam?

Musik

[Noel in der Schmidt-Show vom 18.9.02] Gestern (Mittwoch) abend waren Oasis in der Schmidt-Show und spielten live “Little By Little” vom göttlichen aktuellen Album “Heathen Chemistry”. Aber wo war Liam Gallagher? Hatte der frei weil der Song sowieso von Bruder Noel gesungen wird? Fragen über Fragen … ;-)

Gröni

Musik

“Im Bus der Zeit hast Du nur einen Stehplatz …”

Eine Textzeile aus einem Song des neuen Grönemeyer-Albums “Mensch”. Gestern abend und heute morgen gab es auf meinem bevorzugten Sender SWR3 allerlei Songs aus dem neuen Album zu hören, ich denke ihm ist da wirklich ein großer Wurf gelungen. Die gleichnamige Single “Mensch” ist schon jetzt die erfolgreichste Grönemeyer-Single aller Zeiten (ja, sogar erfolgreicher als “Männer”). Es sei ihm gegönnt, denn der arme Kerl wurde ja vom Schicksal wirklich heftig geschlagen.

Ich fürchte “Mensch” wird die erste Grönemeyer-CD meiner Sammlung werden, erhältlich ab 2.9. …

Oasis auf Mallorca

Musik

Oasis spielten auf einem Festival auf Mallorca und wurden von gelangweilten Zuschauern mit Gegenständen geworfen, Liam Gallagher ließ sich sogar dazu verleiten sein geliebtes Tambourin ins Publikum zu werfen und bekam es postwendend zurück, berichtet laut.de.

Man kann halt den Mallorca-Urlauber als solchen nicht mit solch “intellektuell anspruchsvoller” Musik traktieren, “Scooter”, die “Hermes House Band” oder ähnliche Protagonisten musikalischer Unfähigkeit wären zielgruppengerechter gewesen …

Neues OASIS-Album

Musik

ralles weblog wird immer mehr ein Gedanken-Supermarkt (das wäre ein cooler Name für ein neues Weblog), nun also eine neue Kategorie: Musik. Besessen von dem Gedanken den ewigen Kampf gegen das Schlechte in den Ohren der Menschen zu führen stelle ich meine Lieblinge und Neu-Errungenschaften vor.

pic Den Anfang macht das neue Album der einzig wahren Band von der Insel: Oasis. Nach dem äußerst dürftigen “Standing On The Shoulder Of Giants” ist den Gallagher-Brüdern und ihren Vasallen wieder etwas vernünftiges gelungen. Es ist halt ein typisches Oasis-Album, klingt wie Oasis nun mal so klingt. Es wäre auch äußerst merkwürdig auf einer Oasis-Scheibe plötzlich Drum-Computer und Rapper zu hören (all das was man heute so “zeitgemäß” nennt). Das mag man oder mag es nicht, ich mag die Großmäuler aus Manchester halt und daher zieren bis auf das mißratene Live-Album alle Longplayer von Oasis mein CD-Regal. Das stampfende “The Hindu Times” war ja schon ein Appetithappen, “Heathen Chemistry” hält was die Single versprach. Diesmal hat sich seine Hoheit Noel Gallagher sogar dazu herabgelassen Brüderchen Liam und zwei der Vasallen Songs schreiben zu lassen, besonders die von Liam sind gut gelungen.
Anspieltipps: (Track-Nr.) 1 “The Hindu Times”, 3 “Hung In A Bad Place” und 10 “Born On A Different Cloud”.

Es ergeht folgendes Urteil: Tolles neues Album wenn man Oasis-Fan ist, wenn nicht lässt man lieber die Fingerchen davon …

Noch ein paar Links:
Offizielle Oasis-Website
The Oasis (deutsche Fansite)
sadsong.net (dto.)
OasisCentral (englische Fansite)

We the people fight for our existence
We don’t claim to be perfect but we’re free
We dream our dreams alone with no resistance
Faded like the stars we wish to be

(OASIS “Little By Little”)