Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Momentaufnahme

Palast-Zweifel

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Palast der Republik
Palast der Republik im Rückbau

Es ist Sonntag, und Ihr habt ein Recht auf ein Ruinenbild! Sogar zwei. Der jüngste Besuch in Berlin musste selbstverständlich zu einem Besuch bei der sozialistischen Lieblingsruine, dem »Palast der Republik«, genutzt werden. 18 Monate liegen zwischen den beiden Bildern, und sie zeigen, dass die »Zweifel« des Palastes trotz des einst noch sonnigen blauen Himmel gerechtfertigt waren. Der Wahn, Geschichte mit der Abrissbirne zu entsorgen, wird noch ziemlich teuer werden. Und die Zukunft nach dem so genannten »Rückbau« liegt im grauen Himmel über der entkernten Ruine verborgen und bietet reichhaltigen Raum für trefflich zu lesende ausschweifende Betrachtungen.

palastderrepublik berlin rückbau

Es ist Freitag und Ihr habt ein Recht auf ein »Die Bahn ist ein Fruchtgetränkekontor mit grotesken Verspätungen und deshalb verbrate ich nun die sündhaft teure Hotspot-Connectivity für sinnfreies Bilder-Bloggen«-Bild

Momentaufnahme

Chaos...

Ganz schön viele Verspätungen. Ziemlich vielen Leuten fehlen ziemlich viele Züge und sie stehen ziemlich dämlich ziemlich lange vor dem Bahnsteig herum und gucken ziemlich blöde aus der Wäsche…

bahn frankfurt chaos verspätung hauptbahnhof ziemlichvoll

Verfallende Historie: Das Stadion an der Telegrafenkaserne

Rundesleder Momentaufnahme

KFV-Stadion Mitten in Karlsruhe verrottet mit dem »Stadion an der Telegrafenkaserne« des Karlsruher FV einer der historischen Orte des deutschen Fußballs. Ich habe es besucht, natürlich mit Kamera, das Ergebnis ist einem flickr-Set zu bewundern.

Der Karlsruher FV, 1891 gegründet, war einer der ruhmreichen Vereine der Frühgeschichte deutschen Kickerwesens. 1905 wurde das »Stadion an der Telegrafenkaserne« gebaut und war damals eines der modernsten in Deutschland. Während sich die Kicker an anderen Orten der frühen Fußballkunst nach getaner Arbeit an Waschschüsseln waschen mussten, gab es in Karlsruhe Wannen mit fließendem Wasser und entspannende Unterwasser-Massagen!

1910 wurde der KFV Deutscher Meister, im Jahr zuvor übrigens mit Phönix Karlsruhe der Lokalrivale und Vorläuferverein des heutigen Karlsruher SC. Der KFV hatte zu dieser Zeit mit Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius »Juller« Hirsch den gefährlichsten Sturm Deutschlands. Alle drei waren Nationalspieler, und Gottfried Fuchs hält mit 10 Toren in einem Spiel, erzielt beim 16:0-Sieg Deutschlands gegen Russland während der Olympischen Spiele 1912, den bis heute gültigen Rekord für deutsche Nationalspieler. Dieser Rekord wurde übrigens auch international erst 2001 überboten.
Berühmt wurden Fuchs und Hirsch aber weniger für ihre fußballerischen Heldentaten, sondern weil sie als Juden vom DFB in vorauseilender Anbiederung an die Nationalsozialisten 1933 aus allen Länderspiel-Statistiken gestrichen wurden. Fuchs war schlau genug, rechtzeitig auszuwandern, Juller Hirsch blieb in Deutschland und wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der DFB tat sich lange schwer mit der Aufarbeitung dieses dunklen und ruhmlosen Kapitels, erst in jüngster Zeit tat sich etwas in Sachen Aufarbeitung.

Und, um wieder die Kurve zum Stadion zu bekommen, in diesem Stadion rannten diese drei legendären Helden der deutschen Fußballgeschichte dem Ball hinter her. Ein historisches Länderspiel gab es auch an der Telegrafenkaserne, hier gelang der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem 1:0 über die Schweiz am 4. April 1909 vor 7.000 Zuschauern der erste Sieg in einem Länderspiel überhaupt.

Am Anstosspunkt

Haupteingang

KFV-Stadion: Die namensgebende ehemalige Telegrafenkaserne

KFV-Stadion: Blick auf die Haupttribüne

Aber die glorreichen Zeiten Karlsruher Fußball-Historie liegen fast 100 Jahre zurück, im Oktober 2004 fand der einst ruhmreiche Klub in den Niederungen der unteren Amateurligen ein ruhmloses Ende mit einer prosaischen Insolvenz. Seitdem rottet das Stadion an der Telegrafenkaserne vor sich hin.

Die meisten Zuschauer fanden sich an der Telegrafenkaserne am 19. Juni 1949 beim Wiederholungsspiel im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft zwischen Offenbach und Worms ein: 35.000 (lt. dieser Quelle). Wenn man in dem Stadion heute steht, kann man sich kaum vorstellen, wo die einst alle Platz gefunden haben sollen. Die reguläre Kapazität war 4.000 Zuschauer, auch wenn sich in den Niederungen der Amateurligen manches mal gerade noch 20 einfanden…

Wie man dem Stadtwiki entnehmen kann, soll auf dem historischen Grund ein Seniorenheim errichtet werden. Darum, wenn Euer Freund aus Leder ist und Ihr mal in Karlsruhe seid: Werft einen Blick auf das alte Stadion an der Telegrafenkaserne, Ihr findet es in der Hertzstraße.

Mein Freund ist aus Leder.

fußball karlsruhe kfv telegrafenkaserne

Der Frühling kommt!

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Spur des Frühlings Zur Erbauung in diesen ewigen weißen Zeiten des Schneefalls ein wenig unmotivierte Naturfotografie, gestern in Karlsruhe gesehen. Wird wirklich Zeit, dass das mit dem Winter aufhört, ich bin sowieso kein Freund davon. Im Interesse der guten Sache ( = Vertreibung des Winters) verstoße ich gerne mal wieder gegen das 12. Gebot, das da lautet: »Du sollst Deine Blogleser nicht langweilen mit Bildnissen Deiner Kinder, Deiner Haustiere und unmotivierten Lichtbildern von Pflanzen.« ;-)

krokus karlsruhe frühling

Aus die Maus: Palast der Republik endgültig dem Untergang geweiht!

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Aus die Maus! Wenig überraschend hat der Bundestag Anträge von Linkspartei und Grünen abgelehnt, den Abriss des Palastes der Republik aufzuschieben oder ganz abzublasen. Wen interessiert da schon, dass es vor 2020 an der Stelle nix Neues geben wird, also im Grunde überhaupt keine Eile besteht? »Vae victis« (Wehe den Besiegten!), wusste man schon aus der Antike zu berichten. Der Palast muss einfach weg, als Symbol der untergegangenen DDR, als symbolischer Akt, ohne Sinn und Zweck. Adrian Pohr in ZEIT.de: »Abgesehen von den 12 Millionen Euro, die diese neue Baustelle im Herzen Berlins kosten wird, ist der Abriss Vorbote eines noch sehr viel mehr Geld verschlingenden Projekts: dem Wiederaufbau des alten Stadtschlosses. Falls es gebaut wird. Denn wie sparsamer Bund und bankrottes Berlin das fast eine Milliarde Euro teure Projekt finanzieren wollen, ist rätselhaft.« Und man beachte das wirklich schwache Bild, das Bauminister Tiefensee im Zeit-Interview abgibt! Überzeugend ist etwas anderes.

So geht er also demnächst dahin, der Palast. Ein visuelles Denkmal, offen für jedermensch: flickr-Gruppe »Palast der Republik«.

[Nachtrag:] Unbedingt lesen: Andrea im Küchenkabinett: »palast vs. schloß«

palastderrepublik

Aus den Zeiten des Spreeblicks

Ontour Momentaufnahme

Spreeblick Die Zeiten des Blickens in die Spree sind wieder vorbei, die Jahresendzeittour ist beendet und die Redaktion befindet sich wieder im heimischen Bürohochhaus in Wiesbaden. Hä? Redaktion? Hochhaus? Klar, das macht man jetzt so, Pluralis Majestatis ist im Microcontent-Kosmos der Blogosphäre schwer en vogue. Das machen wir jetzt auch so. ;-)

Silvester trieben wir uns auf den Straßen Berlins herum. Noch nie haben wir so viele Knaller gehört und gesehen. Vom Nachmittag an knallte es in einer Tour, wobei die dumpfe Freude am reproduzierbaren Wunder des Knallens nach unseren empirischen Forschungen korreliert mit der Zugehörigkeit zu gewissen bildungsfernen Schichten, auf den Punkt gebracht: Je Unterschicht, desto laut. Jederzeit rechneten wir damit, dass ein Knaller neben unserem Ohr explodiert, weil die besonders unterschichtigen Unterschichtlicher maximale Satisfaktion erst aus dem Knallen in dicht bevölkerten Menschengruppen gewinnen können …

Vor dem Palast der Republik fand, von zwei Polizeiautos aufmerksam beobachtet, eine kleine Silvesterparty mit Musik und Lightshow statt. Es hätte dort aber voller sein können:

Silvester am Palast der Republik Silvester am Palast der Republik

Überhaupt, Palast der Republik. Eingedenk der Tatsache, dass selbiges Bauwerk demnächst wohl abgerissen wird, veranstalteten wir dort eine ausgiebige Fotosession, dessen Resultate peu à peu an den bekannten Orten zu sehen sein werden. Abgerissen wird der Palast sicher werden, denn es geht nicht um eine rationale städteplanerische Entscheidung, sondern um eine ideologische Abrechnung, wie die Wortwahl »sozialistischer Schandfleck« des CDU-Generalsekretärs Frank Henkel (lt. heute) sehr schön verdeutlicht. Für manch einen sind die ideologischen Kämpfe von damals noch lange nicht vorbei…

Palast der Republik Abbruch statt Aufbau Ost? Symbol Ost und Symbol West

Für die Palast-Bilder gibt es einen eigenen Flickr-Set, der in den nächsten Tagen noch Zuwachs bekommen wird.

Rundlederwelten

Am Neujahrstag ging es in die Rundlederwelten. Ein Ausstellung rund um Fußball und Kunst, noch bis zum 8. Januar im Gropius-Bau zu sehen. Tolle Sache, erstaunliche Werke gibt es da zu sehen, wie den Eckball mit Borussia-Enblem, der tatsächlich an einer Mauerecke klebt, oder die verbotenerweise mit dem Handy fotografierte Heldengalerie der Weltmeisterelf von 1974. Die Helden von einst schauen in bewährter Fußballbildermanier in den Trikots von damals, die Fotos sind aber von heute. Bei manch einem muss man zweimal hinschauen, um ihn wieder zu erkennen.

Danach waren wir durstig wie nach einem harten Spiel, darum stand ein kühler Trunk im FC Magnet auf dem Plan, denn dort gibt es nicht nur kühle Getränke, sondern auch eine Ausstellung mit Fotos des Gladbacher Ballgott Günter Netzer zu sehen. Netzer im ersten Ferrari auf den Straßen Mönchengladbachs, Netzer auf den Rängen des Bökelbergs, usw. Kann man sich anschauen, als Hardcore-Gladbacher, wenn man eh in der Nähe ist. Ist aber auf alle Fälle eine nette Bar, der FC Magnet.

Auf dem Weg dorthin verliefen wir uns ganz kräftig und standen plötzlich an den Überresten der Berliner Mauer in der Bernauer Straße: Die Mauer Dank allzeit bereitem Stativ in der Tasche konnten wir auch dort ein paar Fotos machen. Das Ambiente des ehemaligen Todesstreifens, der auch in seinem Zustand als Gedenkstätte vergangener Zeiten nicht gerade die Aura eines netten Plätzchens für einen lauschigen Spaziergang ausstrahlt, und das feuchte, leicht neblige Wetter schrien laut »Bilder machen«…

Die Mauer Die Mauer Die Mauer Die Mauer Nach so einem düsteren Ort braucht man ein wenig Spass, den hatten wir dann mit Kameras auf dem Bahnsteig der Berliner U-Bahn.

Und zum guten Schluss, damit wir die Tagebuchseite mit Berlin abschließen können, speziell für Herrn andI, das ultimative Old-School-Foto-Konferenz-Blogger-Mützen-Bild, aufgenommen als Selbstportrait auf dem Balkon an der Glasfront des verfallenen Palast der Republik: Auf dem Palast der Republik

berlin palastderrepublik fußball rundlederwelten mauer

Prag - Die Schöne an der Moldau

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Karlsbrücke Den Chronisten verschlug es über das verlängerte Wochenende nach Prag. Die Schöne an der Moldau präsentierte sich dabei von ihrer wechselhaften Seite, es gab ein wenig Regen und es war deutlich kühler als in den hiesigen hessischen Breiten. Nichtsdestotrotz hat mir Prag sehr gut gefallen, auch wenn ein verlängertes Wochenende natürlich viel zu kurz ist. Neben einigen (auch im November überlaufenen) typischen Touri-Attraktionen gab es auch Orte, wo sich der Touri als solcher eher selten blicken lässt. Zum Beispiel musste ich mir unbedingt das größte Stadion der Welt, das Spartakiádní Stadion im Stadtteil Strahov anschauen (selibiger dem Reiseführerleser eher als Standort eines Klosters mit exorbitanter Bibliothek bekannt). Spartakiádní Stadion, Prag In den sozialistischen Zeiten der CSSR fanden hier vor bis zu 300.000 Menschen die Spartakiaden statt. Das Bild gibt die Ausmaße des Stadions nur unzureichend wieder, es ist schon eine gewaltige Anlage. Die Tribünen zeigen deutliche Anzeichen des Verfalls, das Innere ist aber frisch begrünt, da sich dort heute ein Trainingszentrum des Prager Fußballklubs AC Sparta befindet. Mit 8 Fußballplätzen übrigens, alle innerhalb des Tribünenrechtecks.

Natürlich wurde ordentlich geknipst, ein erster Teil ist in einem beständig erweiterten Flickr-Set zu sehen.

In den digitalen Zeiten fotografiert man schon einiges an Material, Khoi Vinh hat gerade vor ein paar Tagen darüber ein wenig problematisiert. Ohne in Details gehen zu wollen (ich geniere mich die Zahl zu nennen ;-)), meine Fotoausbeute steht Khois nicht nach. Das Bearbeiten und Sichten artet dann richtig in Arbeit aus. Was waren das für Zeiten, als man zwei 36er-Filme dabei hatte und die Auswahl vor dem Abdrücken erfolgte. Kommt mir vor wie eine andere Ära.

Prag

love SYS

Moblog Momentaufnahme

Sonntägliche Exkursion, natürlich an verfallene Bahnhöfe. Dieses Mal am Bahnhof Wiesbaden-Ost. Beim Fotoblogger-Treffen stellte sich übrigens heraus, dass die Leidenschaft für verfallene Bahnanlagen von (fast) allen geteilt wird.

Interessante Problematisiererei: Blogge und verlinke ich ein in flickr deponiertes Bild im Netzbuch, erhält es etwa die zehnfache Anzahl an Views, verglichen mit der Zahl, wenn es einfach nur in flickr allein veröffentlicht wird. Und das völlig unabhängig von der Qualität des Bildes. Interessant, oder? ;-)

[Original-URL: http://www.flickr.com/photos/leralle/32021763/]

flickr bahn graffiti

Uninspirierte »social« Naturfotografie

Momentaufnahme Zeugs


Uninspirierte Naturfotografie, verehrte Zielgruppe, heute war es so mild, dass sogar die Marienkäfer richtig zur Sache gingen und es auf den Blättern krachen ließen

Und das nicht nur in Wiesbaden, wie eine kurze Social-Software-Tag-Analyse zum Thema »Ladybug« (engl. für Marienkäfer) zeigt. Solch’ plastische Beispiele lassen erahnen, wie wichtig Tags und Social Software für unser Verständnis der Dinge sein können und werden und müssen …

Gucken:

Lesen:

Ostermarsch in Düsseldorf

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Das Osterwochenende habe ich im Westen verbracht und bin ein bißchen durch meine Geburts- und Heimatstadt Düsseldorf geschlendert. Vor dem alten Schloßturm fand sich dieser traurige Rest der einst stolzen Ostermarsch-Bewegung ein und versammelte sich unter Fahne der PDS vor einer Bühne, auf der eine voluminöse Dame merkwürdige Friedensweisen aus den 60er- und 70er-Jahren gröhlte sang. 750 Teilnehmer sollen es gewesen sein, ein großer Teil davon war wohl schon in die benachbarte Altstadt abgezogen, als dieses Foto entstand … Was aber wohl eine Frage der Motivation ist, denn beim Ostermarsch gegen das Bombodrom gab es mehr als 10.000 Teilnehmer.

Wikipedia: Ostermarsch

Allgegenwärtiger Zufall

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Ein Nachtrag zum Berlin-Trip vorletzte Woche. In Berlin kann man der Apple-Werbung für den iPod shuffle nicht entrinnen, sie ist quasi allgegenwärtig, egal ob quadratmetergroß an Häusern oder als leuchtende Dekoration am Bauzaun. Das habe ich in Wiesbaden oder Frankfurt bisher noch nicht gesehen, die hippe Zielgruppe ist wohl nur in Berlin verortet. Die Bilder wurden übrigens aus einem fahrenden Bus aufgenommen und sind daher ein bißchen merkwürdig. Überhaupt, der Zufalls-Modus. Darüber hatte ich kürzlich schon einmal problematisiert. Man kann mit einiger Plausibilität die These vertreten, dass die Reihenfolge eines musikalischen Gesamtwerkes, eines Album, oder gar eines Mixtapes, eine Rolle spielt und mit Bedacht so gewählt wurde. Somit zerstört das zufällige Abspielen von Stücken, in einer Reihenfolge, die ein Algorithmus sich mit der ihm eigenen kalten Computerlogik »ausgedacht« hat, einen Teil des Gesamtwerkes. Liebevoll zusammen gestellte Mixtapes werden obsolet, da die Beschenkten selbiges in ihre digitale Zufallsmaschine werfen. Symptomatisch die Erfahrung von MP3-Blogger calistan: »I’m wounded. I made a mix CD for a good friend for her birthday and I sent her an email last week asking if she liked it. Her response was, “I’m a bad friend, I haven’t gotten around to putting it in my IPod yet so I haven’t been able to listen to it.”
Wrong answer. I once predicted a relationship was headed for ruin the day I saw a mix tape I made for a girl on the floor of her car covered in mud. It was like reading the bones.«
Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie der arme Kerl an der Reihenfolge der Stücke gefeilt hat, die Dramaturgie des Mixes immer wieder umgeworfen hat, nur um dann so eine Antwort zu bekommen. Harte Zeiten, um eine Message musikalisch rüber kommen zu lassen. ;-)

Sonntäglich podcastende Klangwelten und ein wenig Problematisieren

Momentaufnahme Musik

Schon etwas älter, aber man kommt ja zu nix ;-): Abstract Avenue – »Audio Port«, ein Legoego – Netaudio-Release, über das ein Individuum mit dem androgyn klingenden Namen humpaaa im DE:BUG-Netaudio-Podcast so schön schrieb: »In 14 Tracks und knapp 70min Spielzeit wühlen sich Liam-Arthur Berent und Andrej Mühlberg durch schönste verspielte Beats und glockenspielartige Melodieläufe zwischen trippiger Leichtigkeit und anscheinend nie langweilig werdenden Geräuschstrukturen.
Ein wunderschönes Release, daß auf meinem iPod einen festen Stammplatz erhalten hat und dort auch nicht so schnell weichen wird! Musik zur Wiederentdeckung des reinen Hörens auf dem Bett oder um sich einfach nur in einen Zug/U-Bahn zu setzen und konzeptlos durch die Gegend zu fahren – den Kopf natürlich in Jimmy Somerville-Manier (im Smalltown Boy-Video) gegen die Scheibe gelehnt – Rausschauen und sich der Melange aus organischem/realen Musikvideo und dem auf den Ohren befindlichen Soundtrack hingeben.«
Ich bin nicht so der Freund elektronischer Musik, im Gegenteil, Musik ist für mich, wenn ein paar Jungs mit Gitarren, Baß, Schlagzeug und Mikro die Bühne entern und rocken, aber Abstract Avenue gefällt auch dem weniger elekto-affinen Ohr. Zwei weitere anhörbare Tipps aus dem DE:BUG-Netaudio-Podcast:

Apropos Podcast, nennt mich einen Rabulisten, aber IMHO ist der DE:BUG-Podcast ein sehr interessantes MP3-Blog, aber kein Podcast. Einfach MP3s von anderen Servern in einen Feed mit RSS-Enclosures packen ist ebensowenig Podcast, wie ein paar Texte zusammenklauben und umgekehrt chronologisch anordnen automatisch Weblog ist.

Wo wir gerade beim Problematisieren sind: Es gibt ein deutschsprachiges Podcast-Wiki, aus dem eine Anlaufstelle für alle Interessierten werden könnte (via Nicole, sie hat noch einige andere interessante Podcaster-Ressourcen).

Und natürlich gibt es auch schon welche, die aus Podcasting das nächste große Geschäft machen wollen: Odeo möchte für Podcasting das werden, was Blogger für das Webloggen war, folgerichtig ist mit Ev Williams einer der Gründer von Blogger an dieser Unternehmung beteiligt. Ev schildert in seinem Weblog die Hintergründe der Odeo-Unternehmung, und ein Artikel in der New York Times (Registrierung erforderlich, bla bla, gefährlich!) beschäftigt sich mit Podcasting und seinen kommerziellen Aussichten.
Da Odeo momentan außer einer Ankündigungsseite noch nix zu bieten hat, kann man noch nicht viel drüber sagen, aber man darf mit Fug und Recht sehr gespannt sein. Was bei Odeo passiert, kann man natürlich in ihrem Weblog verfolgen. Möglicherweise gibt Odeo mit einem einfach zu bedienenden Werkzeug und Service für Podcasting tatsächlich einen Schub, denn Labern ist normalerweise noch einfacher als Schreiben … ;-)

Und für die Geeks: Odeo läuft auf Ruby On Rails, das kommt immer mehr in Mode, darauf muß man als Webworker einfach mal einen Blick werfen!

podcast

»Mother the sun makes me cry«

Momentaufnahme Musik

Einen für den Morgen:
Vinyl Mines Coffee and Cigarettes MP3 Mix #10

Einer davon ist auch der höchst merkwürdige, titelgebende Track für diesen Blogeintrag. Das mit den Cigarettes ist übrigens (in meinem Fall) nur metaphorisch zu sehen, dies ist seit fast 3 Wochen eine Nichtraucherblog. ;-)

Der Sonnenaufgang vor meinem Dachfenster ist übrigens nicht von heute, in Blogs ist alles gefakt, der ist schon ein paar Wochen alt. Aber er passte gut. ;-)

Vaihingen On Rails

Momentaufnahme Ontour

Obschon der Wiesbadener als solcher nicht zur primären Zielgruppe von BlogMeetSKa gehört, verschlug es mich, eingedenk der Tatsache, dass ich mitunter meine Zeit in Baden verbringe, am letzten Freitag zum Bloggertreffen Karlsruhe-Stuttgart. Beate, Oliver, Clemens, Thomas, und, wie schon erwähnt, ich selbst (sonst könnte ich ja nichts drüber schreiben, logo, oder? ;-)) trafen sich in Vaihingen an der Enz im Ristorante Salento. Neben aktuellen geheimnisvollen Entwicklungen der deutschen und internationalen Bloggerszene wurden Themen wie aphrodisische Hauptspeisen, das notwendige Know-How zum Überleben in der Welt nach dem demnächst zu erwartenden Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft, die Problematik des Taxifahrens in Vaihingen, Diskrepanzen in der Lebensqualität von Dresden und Halle und noch einiges mehr erörtert. Da das Treffen im Vorfeld der irakischen Wahlen statt fand, konnten leider aus Sicherheitsgründen keine Fotos gemacht werden. Besonderer Dank geht an Oliver für wertvolle Chauffeursdienste und an den freundlichen Wirt des Salento für eine nächtliche, aus Gründen der Diskretion hier nicht öffentlich zu benennende, soziale Großtat. Nett war’s in Vaihingen!
Die Züge aber fahren, wie das Bild oben zeigt, im Ländle nicht mal mitten inner Nacht pünktlich, das Bild log noch, ’ne geschlagene Viertel Stunde Verspätung wurde es. Und dann stieg auch noch eine Horde größtenteils schmerzfreier jugendlicher Besucher der Grötzinger Faßnacht (oder so) in die Bahn ein, was noch weitreichende Folgen bezüglich der Funktionsweise der Türen und der freien Entscheidung des Aussteigens aus der Bahn haben sollte.

Das nächste Treffen findet am 25.3. statt, alle Infos dazu findet Ihr in Olivers Wiki.

Eis und Feuer

Momentaufnahme Musik

Ziemlich kalt in diesen Zeiten in den hessischen Landen! Die Eiskristalle feiern Feste an den Fenstern, der eisige Wind lässt einem den Atem gefrieren, die gefühlte Temperatur liegt so niedrig, dass man sich wünscht, irgendwo unter der glühenden Sonne der Sahara zu sein.

Wärme muß daher von innen kommen, one for the morning:
The Naysayer – »On Fire«

The Naysayer ist eine Dame namens Anna Padgett, die auf grapeJuiceplus vorgestellt wird. Noch mehr zu hören von ihr gibt es auf der Diskographie-Seite ihrer Website, »On Fire« ist mein persönlicher Favorit.

Anhalten bei der Macht

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In der sanft eingeschlafenen Tradition der Bahnbilder: Ein Bild vom Lehrter Bahnhof in Berlin,an dem bekanntlich die Züge selten oder gar nicht anhalten. Das soll in Zukunft anders werden, das wird der protzige neue Großstadtbahnhof, edel und shiny, und wird eines Tages den Bahnhof Zoo als »Ankomm-Bahnhof für Auswärtige« ablösen. Und das dann direkt in der unmittelbaren Nähe der Macht: Wobei die Baustelle der Macht die hinter der Scheibe ist, es könnte ja jemand auf die Idee kommen, das Dingen da auf dem Bahnsteig wäre die rot-grüne Reformkiste …

Und noch one for the weekend: Strangechord: »24 songs for a winter’s chillin’«.
Das ist kein richtiger Permalink, ich weiß nicht wie lange das da rumliegt, gebt also Gas beim wochenendlichen Chillen. ;-)

Leere

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Lange kein Bahn(hofs)-Bild mehr gehabt! Der Sound dazu: Laura Burhenn – Helicopters.

Und bevor Ihr dann einschlaft: Flogging Molly – Seven Deadly Sins. Yeah!

Leere, ermüdende Leere, erzeugt der Gedanke in mir, jetzt auch noch zum Thema Planetopia was sagen zu müssen. Das überlasse ich den üblichen Problematisierern. Immer dieselben! Aber immer! Meine Güte, ich kann kaum ausdrücken wie ermüdend ich das finde, dieses immer gleiche Karussell der ewigen blogosphärischen Selbstreferenz, in dem immer die selben Leute bis zum Abwinken problematisieren. Und sie nennen das wahrscheinlich auch noch Diskurs, in ihren feuchten Fieberträumen von der Medienrevolution durch Blogs. Nun, im Bild vorne rechts, da ist die Lösung …

Oh, München, Hauptstadt der Bajuwaren ...

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…, Du begrüßt den Besucher, so er dem stählernen Feuerroß entstiegen ist, gleich mal mit der Botschaft: »Hier wird keine Fluppe angesteckt, Alda!« Aber wir wollen ja gar nicht rauchen! ;-)

Den Rest der Woche verbringe ich arbeitshalber in München. Ich darf gar nicht daran denken, wie nahe ich nun an Uli Hoeneß bin.
Gleich in der U2 gab es ein für eine rheinische Frohnatur wie mich erstaunliches Erlebnis: Ein paar Kinder stiegen ein, tollten ein wenig herum, nicht übermäßig schlimm (im Vergleich zu dem, was ich in der Hinsicht schon erlebt habe), und umgehend donnerte ein Bajuware die Kinder an, dass sogar ich zusammen zuckte: »Jo mei, Du willst mi aber jetzt nicht nerven!« (oder so ähnlich, die Transkription des örtlichen Idioms fällt mir ein wenig schwer). Und mir gegenüber saß einer, der die Kinder mit Blicken tötete, einen roten Kopf bekam und seine Aktentasche so fest umklammerte, dass die Fingerknöchel sich weiß abzeichneten. Das war das erste Erlebnis nach 10 Minuten München. Na, das kann ja noch was werden …

Strom!

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Übrigens: Frankfurt-Niederrad hat wieder Strom, wie dieser billige Webcam-Schuß demonstriert! Heute morgen um fünf Uhr wurde in der Bürostadt der Strom wieder eingeschaltet, lasst Euch nicht von Pressemeldungen was anderes erzählen. Früher, als Strom noch von ordentlichen Stadtwerken kam, und nicht von auf deregulierten Märkten operierenden Unternehmen, wäre 10 Stunden Ausfall undenkbar gewesen. Aber Privatisierung macht ja alles besser, toller, effizienter, sagen uns die Markt-Ideologen …

Gladbacher Nebel

Rundesleder Momentaufnahme

Da reist man um die halbe Welt, um das Gastspiel der dreck…, äh, überaus sympathischen und bescheidenen Kicker des FC Bayern bei der Borussia aus Mönchengladbach vor Ort, live und in Farbe zu verfolgen, und dann das: Ganz Gladbach im Nebel! So dichter Nebel, dass sogar der lokale Reiher den Flugbetrieb eingestellt hat, wie auf dem billigen Schuß da oben unschwer zu erkennen ist.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge wurden sämtliche gefeuerten Gladbacher Ex-Trainer in den Borussia-Park abkommandiert, um den Nebel mit vereinten Kräften weg zu pusten. Mal schauen heute Nachmittag, ob sie erfolgreich waren!

Und besonders gespannt ist das Auditorium auf den ersten Auftritt der Borussia nach dem Trainerwechsel, Interimscoach Horst Köppel verbreitet Zweckoptimismus: »Einen schöneren Einstand gibt es doch gar nicht. Die habe ich als Spieler oft weggehauen.« Die Bayern nehmen auch, gewohnt bescheiden und sympathisch auftretend, den Mund voll, Coach Felix Magath: »Wir fahren mit Selbstbewusstsein dahin und haben keine Angst. Ich gehe davon aus, dass wir aus Gladbach drei Punkte mitbringen.« Ich werde auf der Tribüne alles geben, um das zu verhindern. ;-)

Berliner Bilderbogen

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Da Kopf und Herz nach dem Berlin-Trip noch nicht im Alltag angekommen sind, gibt es heute einen kleinen Bilderbogen aus Berlin, für das “Alltagsbloggen” fehlt mir noch jeglicher Antrieb.
Das Bild oben zeigt die Gedächtniskirche in der Abenddämmerung, sie wirkte in ihrer Zerstörung sehr seltsam und deplatziert inmitten eines hektischen Straßenfesttreibens (am linken Bildrand kann man noch das Dach eines Standes erkennen), in dem ich mich befand, als ich die Szenerie am Himmel entdeckte. Einen ordentlich Auftrieb gab es bei der Henri Cartier-Bresson – Ausstellung im Gropius-Bau, das Bild zeigt die Schlangen der Kulturbeflissenen, die Zugang zu den Meisterwerken begehren. Die Ausstellung selbst war sehr interessant und umfangreich, es mindert aber das Vergnügen beträchtlich, wenn man ständig Slalom laufen muß, um sich die Bilder anschauen zu können. Neben den bekannten und weniger bekannten Fotografien des großen Meisters gab es auch Original-Zeitschriften mit Bildern Cartier-Bressons im originären Veröffentlichungs-Kontext zu sehen. Und seltene Portrait-Aufnahmen und Dokumente aus seinem Privatbeständen, auch wenn die Ausstellung nicht so gedacht war (als sie begann, lebte HCB bekanntlich noch), die Ausstellung wirkt wie ein Nachruf … Ein Tourimagnet, voller Cafes wo niemals ein Kellner kommt, ist der Potsdamer Platz mit dem SonyCenter. Eine etwas merkwürdige überdachte Scheinwelt, wenn man die Horden darin sitzen sieht, im Sommer, wohlgemerkt, fragt man sich, warum man eigentlich ausgerechnet da sitzen soll, wo doch Berlin so viele schöne Ecken bietet, an denen man seinen Kaffee schlürfen kann. Das Bild zeigt eine der Innenfassaden des SonyCenters, und es wartet im Fotoblog in einer größeren Ansicht von 720 Pixeln auf interessierte Betrachter. Auch sehr beliebt: Die Hackeschen Höfe, hier durch eines der (etwas schmutzigen) Fenster vom S-Bahnhof Hackescher Markt aus gesehen. Benannt übrigens nach Graf von Hacke, der 1750 in seiner Funktion als Stadtkommandant dort erstmals Straßen anlegen ließ, unter anderem die Neue Promenade, wo sich heute die Restaurants und Cafes am S-Bahnhof befinden. Und noch etwas Hübsches im tiefsten Osten, in Lichtenberg: Ein Sonnenblumenlabyrinth. Auf dem Bild kann man im Hintergrund das sonstige Ambiente der Gegend erahnen, die Sonnenblumen sind ein Farbtupfer in einer recht tristen Gegend am Bahndamm.

Unterhaltsame Bloggertreffen gab es natürlich auch ;-), eines mit dee, Martin und Heiko in Kreuzberg, und eines mit Lia, Gabi, Moe, Mike, dem Schockwellenreiter und dem bloggenden Hund Zebu im Sandmann in Neukölln. Und, last but of course never least, bei beiden Treffen dabei, Beate. :-)

Berliner Sonntag

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Ein Gruß in die Runde aus unserer glorreichen Bundeshauptstadt Berlin! Trotz meiner Bedenken bezüglich des galoppierenden amerikanischen Kulturimperialismus ;-) sitze ich mit Hedwig dem Powerbook bei Starbucks an den Hackeschen Höfen und genieße den Hottschpott.

Drei Tage Berlin in Kurzfassung: Laufen, gucken, laufen, knipsen, laufen, Schlange stehen, warten (oh Henri, Du hättest ruhig noch ein wenig länger leben können, wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte es sicher auch noch einen Katalog gegeben, zum weglachen sind die Gespräche der Bildungsbürger, während sie sich die Bilder von HCB anschauen), laufen, knipsen, Blogger treffen, Spaß haben, laufen, knipsen, Blogger treffen, Spaß haben, Bahn fahren, warten (meine Herren, was an der Gepäckannahme am Bahnhof Zoo vorgeht, spottet jeder Beschreibung “Ach Nein, das rosa Rucksäckchen brauche ich ja doch noch, ach ne, ich brauche es doch nicht, ich meinte die kleine rote Tasche”, gut, das ich so ein sonniges Gemüt habe), gleichmütig gucken wenn die Schnorrer durch die Bahn laufen (hatte ich ja in Wien geübt, obwohl der etwas streng riechende Typ, der mir eben in der Bahn einen Kaffee aus einer völlig versifften Thermoskanne verkaufen wollte, einen Originalitätspreis verdient hat), knipsen, laufen, Neuköllner Müllbeseitigung live sehen, lachen, Sonnenblumen, Gebäude, überall neue Gebäude, laufen, knipsen, freuen.
Waren schöne Tage hier in Berlin, Du siehst mich wieder, oh brodelnde, mitunter etwas schmutzige Monsterperle des deutschen Ostens …

Wiesbadener Wohnkultur

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So sieht es hier in der Nachbarschaft in Wiesbaden-Freudenberg aus, und das nun fast schon zwei Wochen. Das ist übrigens keine wilde Ablage im Grünen, sondern da wohnt jemand mit einem recht schwach ausgeprägten Sinn für Ästhetik …

Farbiger Zug

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Schon lange kein beinahe wöchentliches Bahnbild mehr gehabt! Ein nahezu vollständig eingesprühter Zug verlässt über die Kaiser-Wilhelm-Brücke den Kölner Hauptbahnhof natürlich genau in dem Augenblick, in dem ich die Speicherkarte wechseln muß. Flott wie ich bin, habe ich ihn gerade noch erwischt, bevor er für immer über die Brücke entfleucht, ein rollender Farbklecks auf der finster-monumentalen Eisenbahnbrücke …

Ein schönes Wochenende allerseits!

Wien-Nachschlag - Impressionen vom Praterstern

Momentaufnahme Ontour

Auf besonderen Wunsch von Mark dem Anonymen ;-) hier also noch einige Impressionen von der Gegend um den Praterstern in Wien, worauf ich bereits verbal eingegangen war.
Der Praterstern liegt in der Leopoldstadt (benannt nach Leopold I., der 1670 die Juden aus Wien vertrieb), dem 2.Bezirk, ist von der Innenstadt durch den Donaukanal getrennt und in erster Linie ein gewaltiger Verkehrsknoten. Der Stern ist die gelebte “Weg mit den Fußgängern” – Philosophie aus den Autowahn-Zeiten der 60er und frühen 70er-Jahre.
Der erste Eindruck täuscht aber, bewegt man sich von den Hauptverkehrsstraßen weg, entfaltet die Leopoldstadt durchaus ihren ganz eigenen Charme. Große alte, mitunter etwas heruntergekommene Häuser säumen die Straßen hin zum Stadtzentrum der Leopoldstadt. Auf der anderen Seite vom Stern geht es zum Prater-Gelände mit dem lokalen Touri-anziehungspunkt Nummer 1, dem Wurschtelprater. Nach ein paar Tagen vor Ort stellten sich die abends vom Wurschtelprater in den Bahnhof strömenden besoffenen deutschen Touri-Horden als erheblich unangenehmer heraus, als die zu jeder Tages- und Nachtzeit rund um den Stern herumlungernden “Tschuschen” (wienerisch für ausländische Mitbürger aus Südosteuropa) und “Sandler” (wienerisch für ‘Stadtstreicher’). In der dritten Richtung türmen sich die Bürohäuser auf, dort hausen IBM, SAP, ÖBB und Konsorten.

Es folgen noch einige Bilder, ein ‘Klick’ auf das kleine Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht in einem seperate Fenster, das vierte Bild zeigt die Mühlfeldgasse, wo ich letzte Woche gewohnt habe.



Ade Wien!

Ontour Momentaufnahme

Mit einem Schnappschuß vom abendlichen Wien verabschiede ich mich von Wien, es war wirklich schön hier, und ich werde bestimmt mal wieder hinfahren. Jetzt gerade sitze ich im Flughafen, in einem Cafe, einer verschwiegenen Ecke. Es ist beim öffentlichen Bloggen einfach essenziell, dass man so sitzt, dass einem niemand auf den Schirm starren kann, denn ich hasse das abgrundtief. ;-)

Im Flughafen Wien gibt es ein vorzügliches freies WLAN (PDF), das in fast allen Restaurationsbetrieben mit einwandfreier Signalstärke funktioniert. Die Wiener haben ein Herz für Blogger, scheint mir.

Am Praterstern-Bahnhof war noch ein Freak mit einer besonders perfiden Geldeintreibestrategie unterwegs, er wartete am Fahrkartenautomaten hinter mir, und als ich das Restgeld verstaute, fragte er, ob er etwas davon haben könne. Ob dieser Frage war ich zunächst einmal sprachlos, beschloß aber ob dieser Impertinenz, die Anfrage zu ignorieren.

Der nächste Eintrag kommt dann wieder aus den heimatlichen Gefilden.

Einwandfreie Zweckbauten

Momentaufnahme Ontour

In der Leopoldstadt in Wien, im 2.Bezirk, mitten im idyllischen Augarten, findet der neugierige Betrachter zwei monströse Betonklötze: Die Flaktürme. Die Bilder können die Monströsität dieser Klötze nur unzureichend einfangen, wenn man direkt davor steht, insbesondere vor dem auf dem unteren Bild, dann kommt man sich ziemlich klein vor. Umgeben von der Stille des Augartens, nur unterbrochen vom heiseren Krächzen der Vögel, welche die Türme umfliegen, und wenn genau in dem Augenblick, in dem man davor steht, die Sonne hinter den Wolken verschwindet, wirken sie besonders eindrucksvoll. Die beiden Monster wurden ab 1940 von den Nationalsozialisten als (Zitat) »in konstruktiver Hinsicht einwandfreie Zweckbauten« errichtet. Die Türme waren völlig autark, mit eigener Wasser- und Stromversorgung. Für das Wien von heute stellen sie ein Problem dar, da sie mit ihren 5 Meter dicken Wänden nicht abgerissen werden können, ohne den halben Stadtteil in Schutt und Asche zu legen. So stehen sie also da, als Monument einer finsteren Zeit …

Staatstrauer in Wien

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An einem der Touri-Aufmarschpunkte Nummer 1, der Hofburg, hängen alle Fahnen auf Halbmast (und nicht nur dort), da es bekanntlich mit Thomas Klestil von sieben Präsidenten der 2. Republik bereits den fünften während seiner Amtszeit “verrissen hat”, wie die Einheimischen so sagen.

Summertime

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Den Sommer, verehrte Zielgruppe, habe ich irgendwie anders in Erinnerung, als er sich mit diesem Blick aus meinem Dachfenster darstellt. Selbiger Regenguß hatte mich einige Momente früher, bevor dieser Schnappschuß entstand, mit etwas überoptimistischer Oberbekleidung ausgestattet, auf der Straße voll erwischt. Ein begossener Pudel sieht geradezu würdevoll aus, verglichen mit dem Anblick, den der Autor dieser Zeilen danach bot …

Onboard-Kamera

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pic

Es wird mal wieder Zeit für das “Beinahe wöchentliche Bahnbild”! Das Bild zeigt die Anfahrt auf den Wiesbadener Hauptbahnhof, geknippst mit der Onboard-Kamera meiner Privatlokomotive, mit der ich heute Morgen ein bißchen herum gefahren bin. ;-)

Ein wunderschönes Rest-Pfingstwochenende wünsche ich den verehrten Leserinnen und Lesern!

Ende aller Fahrten

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Am Hafen in Wiesbaden-Schierstein stolpert man über Schienen im Boden die nirgends mehr hin führen. Darum war es gefahrlos möglich, einmal ein Gleis aus der Perspektive eines Rades abzulichten.

Langsam aber sicher werden die verwaisten Gleise zugewuchert, die Natur holt sich früher oder später alles zurück.

Irgendwer hatte wohl damit begonnen, die Gleise zu demontieren, aber irgendwann die Lust daran verloren. Nach dem “Wucherungsgrad” zu urteilen, liegen diese Schwellen und Schienen schon ein bißchen länger auf diesem Stapel.

Verfallende Bahnhöfe

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Leise vor sich hin verrottende Kleinstadt- und Vorortbahnhöfe sind faszinierend. Ist man die Hochglanz-Shopping-“Hip”-“Yeah”-Welt der neu- und umgebauten Metropolenbahnhöfe gewohnt, kommt man sich an diesen kleinen Stationen wie nach einem Zeitsprung vor. Der Bahnhof Wiesbaden-Schierstein, ganz in meiner Nähe, ist ein typisches Beispiel.

Auf dem Fotos sieht der heruntergekommene Bahnhof fast idyllisch aus, leider kann man den eigentümlichen Geruch, eine Mischung aus Aktenstaub, Verfall und den Überresten aller möglichen menschlichen Ausscheidungen, noch nicht in Weblogs einfangen. Insbesondere der “Wartesaal” ist eine Herausforderung für die Geruchsnerven.

Alle “Jubeljahre” kommt mal ein Zug vorbei, die Verkehrslage sieht meistens so aus wie auf den ersten beiden Bildern, folgerichtig wird ein Teil der Gleisanlage langsam aber sicher überwuchert.

Mit dieser “Special Edition” der beinahe wöchentlichen Bahnbilder ist für diese Woche Schluß mit Bloggen, ich wünsche allseits ein sonniges und schönes Wochenende!

Vorsicht, Güterzug fährt durch!

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Bild: Bahnhof Mainz-Kastel

Mal wieder eines der allseits beliebten beinahe wöchentlichen Bahnbilder: Ein Güterzug windet sich durch den gebogenen Bahnhof Mainz-Kastel, das trotz seines komischen Namens ein Stadtteil von Wiesbaden ist, da es auf “unserer” Seite des Rheins liegt. Eine beliebte Falle für alle die neu hier in der Gegend sind, denn Züge die über Mainz-Kastel fahren fahren nicht über Mainz. Die Touris und Zugereisten steigen aber trotzdem ein und haben dann die Panik in den Augen wenn sie ihren Fehler bemerken. ;-)

Ich hoffe dass Ihr beim Anblick von Bahnhöfen nicht gleich an runterfallende Traktoren und Bomben denkt. Alles ist gefährlich, Leben ist gefährlich, Bahnfahren aber nur ein mäßiger Risikofaktor. Es sei denn man hört länger als notwendig dem bayerischen Innenminister Beckstein zu, der möchte ja gerne die Bundeswehr einsetzen um uns vor dem Terror zu schützen. Details verrät er leider nicht, vielleicht möchte er Panzer auf den Bahnhof stellen und Abfangjäger drüber kreuzen lassen, um Terroristen daran zu hindern Bomben an Bahnanlagen zu legen. Wenn ich Becksteins Weltbild hätte, dürfte ich vor lauter Angst nicht mehr vor die Türe gehen …

Genug gebabbelt, schönes Wochenende allerseits!

Rheinische Philosophen

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Tach, da bin ich wieder, bin ein bißchen in der Weltgeschichte rumgefahren. Bspw. in das Land westlich des Niederrheins, wo die großen Philosophen daheim sind, wie das Bildchen eindrucksvoll zeigt. Mich würde nur mal interessieren was der letzte Satz auf dem Stein bedeutet … ;-)

Nachts in der S-Bahn

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Wochenende ist es schon wieder, also mal wieder Zeit für das beinahe wöchentliche Bahnbild. So einen leeren S-Bahn-Waggon erwischt man höchst selten, und diesmal konnte ich es riskieren die Kamera zu zücken. Häufig genug treiben sich des Nachts Gestalten in der S-Bahn herum, denen man den mangelnden Respekt vor bestehenden Eigentumsverhältnissen schon an der Nasenspitze ansehen kann. ;-)

Ein schönes Wochenende Euch allen da draußen!

Frankfurt-Niederrad, Freitag Morgen

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Bild: S-Bahnhof Frankfurt-Niederrad im Spiegel

Die Sonne zeigte sich mal wieder im Hessenlande, wo wir alle ja so schön Together sind. In der glitzernden Fassade eines Hochhauses spiegelt sich der S-Bahnhof Frankfurt-Niederrad und der Messeturm, der gleich zweimal.

Im Netzbuch ist es gerade ein wenig ruhig geworden, viele Dinge sind derzeit zu tun und elementare Fakten des Lebens entwickeln Eigenschaften die nach Veränderung schreien. Aber, jetzt ist erst einmal Wochenende, wie das Bild vom Bahnhof zweifelsfrei belegt ;-), daher wünsche ich allerseits ein schönes eben solches!

Vorsicht an der Bahnsteigkante!

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Bild: Piktogramm auf dem Hauptbahnhof Wiesbaden

Und da haben wir auch schon wieder Freitag, also ist es Zeit für das beinahe wöchentliche Bahnbild. Diesmal haben wir ein drastisches Piktogramm, dass den Reisenden als solchen davon abhalten soll an der Bahnsteigkante herum zu turnen und dabei die magische weiße Linie zu überschreiten.
Schönes Wochenende Euch allen, und immer schön an der Bahnsteigkante aufpassen! ;-)

Kuppel

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[Bild: Glaskuppel am Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen]

Mit dem beinahe wöchentlichen Bahnbild rufe ich hiermit vorzeitig das Wochenende aus!
Das Bild zeigt die Glaskuppel der Bahnhofshalle des Fernbahnhofs am Frankfurter Flughafen, auch liebevoll “das Treibhaus” genannt, weil es im Sommer, wenn die Sonne ordentlich auf das Glas knallt, dort immer so mollig warm ist …

Ich wünsche Euch allen da draußen an Euren teuren Spielzeugen ein schönes Wochenende!

Warten auffen Zuch

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Bild: Bahnhof Rheydt-Odenkirchen

Das näherungsweise wöchentliche Bahnbild zum Wochenende führt uns heute in das Land der verrottenden Bahnhöfe, das Areal zwischen Köln und Mönchengladbach. Auf der Strecke hat die Bahn eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 38 km/h, von der Natur schon halb zugewucherte, zerfallene Bahnhöfe, auf denen ein Fahrkartenautomat und eine Laterne schon die gesamte Infrastruktur der Moderne sind, säumen die Strecke. Das Bild zeigt eine auf dem Bahnhof Rheydt-Odenkirchen völlig unmotiviert auf dem Bahnsteig herumstehende Bank an den von der Natur bedrängten Gleisen. Abseits der glitzernden ICE-Bahnhöfe der Metropolen kümmert sich die Bahn nicht mehr übermäßig um die Anlagen. Aber dafür werden auch dort regelmäßig die Preise erhöht!

Und mit diesen Blick in das Fotoalbum des bahnreisenden Netzbuch-Chronisten wünsche ich Euch allen da draußen noch ein unverhärmtes Wochenende!

Wintermorgen

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Bild: Wintermorgen 1

Wenn über dem Wiesbadener Industriegebiet die Sonne aufgeht, wird es höchste Zeit es ihr nach zu machen!

Bild: Wintermorgen 2

Denn die Schornsteine müssen ja rauchen, damit es in der Republik der knappen Kassen aufwärts geht!

Bild: Wintermorgen 3

Wenigstens gibt es jetzt sogar im Rhein-Main-Gebiet einmal einen Hauch von Winter, kalt, weiß und klar, so muß Winter sein!

Solche schönen Morgen wird es auf dem Mars garantiert nicht geben, darum bleiben wir lieber hier! ;-)

Winter im Windkanal

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Bahnhof Wiesbaden Ende Dezember 2003

Beinahe hätte ich das beinahe wöchentliche Bahnbild vergessen! Schließlich ist es doch Wochenende, und in Anbetracht des noch stets nervtötenden Wind-und-Regen-Wetters gibt es heute eine optische Reminiszens an die Zeit um Weihnachten 2003 herum, als sich der Winter tatsächlich ein wenig nach Winter anfühlte, und nicht nach Dichtigkeitsüberprüfung im Windkanal …

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende Euch allen da draußen!

Ein Wochenende auf dem Mars ...

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Bild: ICE im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens

… kann man (noch) nicht verbringen. Aber das Bahnbild ist ein untrügliches Zeichen: Es ist Freitag, und das Wochenende naht, auch ohne Mars! Ich wünsche Euch allen da draußen an den Browsern und RSS-Readern ein schönes Wochenende, lasst Euch nicht vom Regen weg spülen. ;-)

Nur der Mond schaut zu ...

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Sonnenaufgang auf dem Freudenberg


… wenn über Wiesbaden und Mainz die Sonne aufgeht und der Netzbuch-Chronist halbnackt, im eisigen Wind, im Dachfenster hängt und versucht den Sonnenaufgang festzuhalten. Dieser Ring um den Mond ist übrigens kein Artefakt, der Mond sah Freitag morgen fast aus wie bei einer Mondfinsternis.

Herbstnebel

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[Bild: Nebliger Morgen am Wiesbadener Bahnhof]



Deutschland im Herbst. Der Weg, die Gleise entlang, endet im undurchdringlichen Nebel. Wenn dieses Bild kein Zeichen ist …

Schlägt man die Zeitung auf, Nebel überall. Jeder Tag eine neue Version für eine “Reform” der Sozialsysteme, wie es wirklich werden wird liegt im Nebel. Wann gibt es die Autobahnmaut? Liegt im Nebel. Wer regiert uns übernächste Woche? Liegt im Nebel. Wird Schumi Weltmeister? Liegt im Nebel. Qualifizieren wir uns für die EM? Liegt im Nebel.

So könnte man sich dran halten. ;-) Alles im Nebel! Der einzige Trost: Irgendwann verzieht sich der Nebel auch. Die Frage ist nur ob das, was dann zum Vorschein kommt, nicht besser im Nebel am Ende der Gleise geblieben wäre …

Nacktbloggender Rechner

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[Bild: Rechner ohne Gehäuse]


Hier oben unterm Dach sind es auch um Mitternacht noch 31,4 Grad, da bleibt nur noch trendiges Nacktbloggen als Lösung, zumindest für den Rechner …

Man muß es ja nicht so weit kommen lassen … ;-) (gefunden bei nacktbloggen).

Rechner ausziehen ist übrigens fast schon wieder ein neuer Trend. Das kommt von den sinnlos auf High-Speed überzüchteten Prozessoren, die enorm Strom verbrauchen und Hitze produzieren. Und das nur um die immanenten Schwächen der aufgeblähten und trägen “Industriestandard”-Betriebssysteme in Fenstern aus Redmond mit purer Hardware-Gewalt platt zu bügeln …

Winterzeit

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[Burgruine in Ebersteinburg]


Der Winter hat uns voll im Griff, so lange es dabei so sonnig wie jetzt bleibt kann man das ja noch ein paar Tage aushalten. Das Bild zeigt die “Hausburg” des Hauses Eberstein in Baden-Baden-Ebersteinburg.

Home again!

Momentaufnahme

[Impression vom Atlantikstrand auf Gran Canaria]



Hallo Zielgruppe, da bin ich wieder! Es ist ganz schön kalt in Deutschland wenn man aus der kanarischen Sonne mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad kommt, und gestern abend hat es zur Begrüßung gleich mal geschneit. Da fühlt man sich doch gleich wieder heimisch!

Übrigens, hatte ich nicht ausdrücklich angeordnet auf das Internet aufzupassen? Und was ist das dann? ;-)

Die Vorher-Nachher-Show

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Die innere Stimme: “Hey, ralle, jetzt wird aber mal aufgeräumt, guck mal an wie das hier aussieht, Werkzeug, Zettel, ausgebaute defekte Platten, Du machst nicht eher den Rechner an bis das mal aufgeräumt ist!”






Vorher
[Schreibtisch vorher]

Nachher
[Schreibtisch nachher]



Getreu dem alten Motto von Charles Bukowski: »Wenn man alleine ist kann man nur noch ein Problem mit sich selbst haben« ;-)

Frankfurt-Niederrad, 9:15 Uhr

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[Frankfurt-Niederrad, Viertel nach Neun]

»In den Straßen läuft die Armee der Verlierer,
der große Direktor neben dem kleinen Kassierer.
Die Anzüge als Uniform bestimmen die Hierarchie.
Das Ende steht schon vor der Tür,
bis zur letzten Sekunde kämpfen sie.

Der Gegner ist die Zeit,
Generation um Generation schlägt die Zeit.
Die Nächsten warten schon,
schlägt sie mit Grausamkeit.

Erbärmlich sieht es aus,
wie jeder sich abkämpft
und zum Bus rennt,
keine Ruhe kennt
und Jahr um Jahr verschenkt,
bis er verliert.

Der Gegner ist die Zeit,
Generation um Generation schlägt die Zeit.
Die Nächsten warten schon,
schlägt sie mit Grausamkeit.«

(DIE TOTEN HOSEN “Armee der Verlierer”)



Dieser Text ist all denen gewidmet die jeden Morgen wichtigtuerisch rempelnd aus der S-Bahn sprinten weil sie so wichtig sind dass jede Sekunde die sie zu spät ins Büro kommen dem Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik bleibende Schäden zufügt …

Feuer in Baden-Baden

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[Baden-Baden 17.11.2002]


Mein Wochenendwohnsitz Baden-Baden ist ein hübsches und beschauliches Städtchen, am letzten Wochenende ereignete sich aber (zumindest für Baden-Badener Verhältnisse) eine große Katastrophe. Im Mode Wagener (zufällig auch mein bevorzugter Kleidungs-Distributor) brannte es, das Bild zeigt das Baden-Badener Feuerwehrauto und eine enorme Menschenmenge am Tag danach, hemmungslos wie ich bin hatte ich die Digitalkamera dabei und natürlich auch benutzt. Der Schaden hält sich glücklicherweise in Grenzen und soweit ich weiß ist niemand verletzt worden.

[Baden-Baden 17.11.02]


Das Dach ist ordentlich zugerichtet worden, wie man sieht.

Wochenende

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[Wiesbaden Hauptbahnhof]



Und das war es auch schon für diese Woche, nächstes Update des Netzbuchs gibt es frühestens Montag abend, das Offline-Leben und die physischen Weiten der Welt haben ja auch etwas zu bieten, ein schönes Wochenende allerseits!

Bestraft sie!

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[Ärgernis!]


Wer einen solchen Verschluß konstruiert gehört gnadenlos bestraft. Wie bitte soll man das öffnen ohne Schreibtisch und/oder Hände schmutzig zu machen?
Die Strafe: Der Konstrukteur muß 12 Stunden lang solche Schachteln öffnen, und für jede Schachtel die einreisst oder wo Quark verschüttet wird gibt es abwechselnd 1 Stunde lang Dieter Bohlens Autobiografie als Hörbuch oder eine BroSis-CD auf den Kopfhörer, mit gefesselten Händen damit man es nicht ausschalten kann. Oh, ich kann so grausam sein …

Magie der Destruktion (II)

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[Abriß der Wiesbadener Hauptpost]


Der Abriß der alten Wiesbadener Hauptpost ist seit den hier dokumentierten Bildern ein ordentliches Stück voran gekommen. Stückchen für Stückchen knabbern die Bagger und sonstigen Werkzeuge der mechanischen Zerstörung die alte Bausünde neben dem Bahnhof weg, und man hat freien Blick auf die “Skyline” Wiesbadens. Das Panorama der Zerstörung passt gut zum grauen Herbsthimmel …

[Skyline und Baustelle in Wiesbaden]


Grenzpunkt

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[Grenzpunkt]


Da es heute hier alles so textlastig ist markieren wir noch einen grafischen “Grenzpunkt” zwischen Sommer und Herbst, und Licht und Schatten, denn es ist ganz schön kalt. Grenzpunkte setzt auch das Leben manchmal, nicht nur der Kalender, genau wie Kälte nicht nur vom Wetter kommt, aber wir wollen ja nicht haltlos herumphilosophieren …

Magie der Destruktion

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[Abriß 1]


Neben dem Wiesbadener Hauptbahnhof wird die alte Hauptpost, eine schlimme Bausünde aus den 60er Jahren, abgerissen. Als ich dort vorbei kam wurde ich magisch angezogen von der Faszination der Zerstörung, ich könnte stundenlang zuschauen wie der Bagger in die Betonplatten haut die mit einem Getöse und aufsteigendem Rauch zerbrechen …

[Magie des Baggers]




Sommertag 2002 - 2

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[Sommertag 2002-2]


Da das Wetter ja langsam schlechter wird ein Bild für die Ewigkeit als Erinnerung an bessere Zeiten. Die Szenerie ist identisch mit dem Bild hier, aber das sieht doch schon ganz anders aus. Nicht dass jemand denkt im Badischen gäbe es nur graue Tage … ;-)

Sommertag 2002

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[Ein Sommertag 2002]


Das ist nicht etwa ein apokalyptisches Endzeitszenario, sondern ein typischer Sommertag 2002, aufgenommen gestern in der Umgebung von Baden-Baden.

Aber man hat ja schon Glück wenn man nicht von einer Schlammlawine, Hochwasserwelle oder einem reissenden Bach der durch die Regenfälle breit wie der Amazonas geworden ist hinweggespült wird …


Da ich mir vor einigen Wochen eine Digitalkamera gegönnt habe und seitdem eigentlich kaum mehr ohne herum laufe gibt es in Zukunft in der neuen Rubrik “MomentAufnahme” Zeugnisse meines fotografischen Dilettantismus ;-)