Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.

Linux

Der »Un-Unswitcher«

Mac Linux

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

mac ubuntu linux unswitch apple

Debian vs. Ubuntu

Linux

Debian ist bekanntlich »der Felsen, auf den Ubuntu erbaut wurde«. Aber, die Popularität von Ubuntu stößt so manchem Debian-Urgestein sauer auf. Debian-Paketpacker »Madduck« hat einmal alles zusammen getragen, was Debian-Menschen an Ubuntu stört. Der einzige Punkt, den ich nicht unter »leichten Anflug von Neid« einreihen würde, ist der mit der Rücklieferung von Patches durch die Ubuntu-Paketmeister an die Debian-Paketpacker. Wer in diesem Punkt Recht hat, ist schwer zu beurteilen, ohne sich das en detail anzuschauen.

Madducks Liste hat natürlich eine Reaktion auf Ubuntu-Seite provoziert, die aber, ganz Ubuntu-like, sehr gemäßigt ausfällt.

Wie hängen Debian und Ubuntu eigentlich zusammen? Das kann man auf der Ubuntu-Site nachlesen, kurz zusammen gefasst: Wann immer, nach einem Ubuntu-Release, die Arbeit am nächsten Ubuntu-Release beginnt, nehmen die Ubuntu-Menschen einen Snapshot der Debian-Development-Pakete und bauen darauf ihre eigene Ubuntu-Paketstruktur auf, die dann irgendwann zum nächsten Release wird. Der Weg, den ein Paket vom eigentlichen Entwickler (denn die Software wird ja nicht »bei Debian« entwickelt, sondern nur für das apt-System zusammen gepackt) hin zum Release nimmt, ist bei Ubuntu dadurch deutlich schneller als bei Debian. Und deshalb benutzen die Leute da draußen lieber Ubuntu. Und damit haben einige Debian-Paketpacker ein Problem.

Letztendlich tut sich das Debian-Projekt mit solchen Beiträgen keinen Gefallen.
Die GPL ist eindeutig: Ubuntu dürfte die Debian-Pakete einfach nehmen, was draus machen, und bräuchte sich gar nicht weiter um einen Rückfluß an Informationen und Patches an Debian kümmern.
Und, die Realität ist: Debian-Releases sind sehr stabil, aber bereits am Release-Tag veraltet. Wenn ich sehe, das Debian Sarge noch stets kein PHP5 im Repository hat, und daran denke, wie viele Leute da draußen deshalb Backports aus obskuren Quellen benutzen oder, mit gesundem Halbwissen ausgestattet, PHP selbst kompilieren, führt die Realität den Stabilitäts-Fetisch von Debian ad absurdum.

Und, auch ein wichtiger Punkt, die »Community«. Irgendwo im Ubuntu-Land bekommt man in der Regel eine freundliche und hilfreiche Antwort, der Debian-Paket-Betreuer an sich aber wird sich alle Mühe geben, dem Fragenden ein RTFM an den Kopf zu werfen und ihm das Gefühl zu geben, ein »Klein-Doofi« zu sein. Das ist sein gutes Recht, aber auch deshalb ist Ubuntu erfolgreich.

Bei mir sind noch stets die Server mit Debian ausgestattet, aber der nächste, der aufzusetzen sein wird, wird ein Ubuntu-Server bekommen. Und auf dem Desktop ist Debian sowieso keine Option.

linux debian ubuntu

Die »Unswitcher« und der große gelbe Vogel

Mac Linux

(Meines Wissens) unbemerkt von der normalerweise alles Mac-Bezogene pedantisch sezierenden deutschsprachigen Mac-Blog-Szene hat sich in der internationalen Blog-Szene eine kleine Debatte um das »Switchen« weg vom Mac hin zu Ubuntu entwickelt.

Es begann alles mit einem Beitrag von Mark Pilgrim, in dem er in seiner unnachahmlich polarisierenden Art den Wechsel vom Mac zu Ubuntu verkündet. Und das nach was-weiß-ich-wievielen Jahre als Mac-User. Grund: Die Plattform Mac OS X ist ihm nicht frei (im Sinne von Freier Software) genug (Zitat):

»Mac OS X was ‘free enough’ to keep me using something that was not in my long-term best interest. But as I stood in the Apple store last weekend and drooled over the beautiful, beautiful hardware, all I could think was how much work it would take to twiddle with the default settings, install third-party software, and hide all the commercial tie-ins so I could pretend I was in control of my own computer. Beauty is in the eye of the beholder, and to my eye Apple isn’t beautiful anymore. I’ve worked around it or ignored it for a long time, but eventually the bough breaks.«

John Gruber zerlegte gewohnt wortreich Marks Argumente. Kurz darauf bloggte Cory Doctorow in »Boing Boing« ein identisches Ansinnen, worauf Jason Kottke meinte:

»If I were Apple, I’d be worried about this. […] Nerds are a small demographic, but they can also be the canary in the coal mine with stuff like this.«

Tim O’Reilly griff im »O’Reilly Radar« das Thema als nächstes auf. Und schon war, ob dieser Blogosphären-Schwergewichte, die Debatte vom Zaun gebrochen, spätestens als es eine Slashdot-Story wurde.

Rui Carmo, Autor von »The Tao Of Mac«, wähnt Tim O’Reilly von kommerziellen Interessen in Sachen Ubuntu motiviert und Cory Doctorow auf einem reinen »Me too«-Trip:

»The difference between Mark Pilgrim and Cory Doctorow where it regards switching from Mac OS X to Ubuntu is that Mark made an informed decision, whereas Cory will just be the loudest ‘me too’ parroting his beliefs from one of the most absurdly popular sites on the Internet.«

Und weil das so ist, liefert Rui gleich das passende T-Shirt-Design zur Debatte (Sorry, I had to steal this):

Und was machen wir nun aus dieser Debatte? Mark Pilgrim hat bereits eine »Software-Essentials«-Liste für den Switcher erstellt. Gibt es eine Gefahr für den Mac durch Ubuntu? Erstaunlich ist übrigens, dass fast überall von Ubuntu gesprochen wird, nicht von Linux.

Worum es eigentlich geht, ist die Sicherheit unserer Daten. Werde ich in, sagen wir, 5 Jahren noch das ganze Ordnungszeug von iPhoto in irgendeiner Form auslesen und benutzen können? Was ist, wenn ein Mac dann schon ein von der DRM-Knute geschütteltes Monstrum geworden ist, das man nicht mehr benutzen möchte?

Durchaus valide Fragestellungen (vgl. dazu noch einmal Rui Carmo). Ich habe hier auf meinem Notebook diverse lange Arbeiten von mir aus den 90er Jahren, die in Word für DOS geschrieben wurden. Angenommen, ich würde diese jetzt gerne noch einmal so ausdrucken wollen wie damals, oder überhaupt nur die Texte anschauen, was mache ich dann?

Die Antwort auf Fragestellungen dieser Art könnte »Open Source« heißen. Andererseits hilft das auch nur theoretisch. Wenn ich meine Musik in amaroK statt in iTunes organisiere, stecken die Metadaten halt in irgendeiner amaroK-Struktur statt in der iTunes-Datenbank. Da amaroK Freie Software ist, könnte ich mir theoretisch die Datenstrukturen anschauen und alles in was-auch-immer konvertieren, meine Daten wären sicherer. Praktisch ist das aber für 99% aller Anwender keine Lösung, da sie nicht gut genug Programmieren können, um die Datenstrukturen von amaroK zu verstehen und auslesen zu können. Ergo macht es für sie überhaupt keinen Unterschied, ob die Meta-Daten ihrer Musik in amaroK-eigenen oder im iTunes-eigenen Format gefangen sind.

Man darf auf den weiteren Verlauf dieser Debatte gespannt sein!

[Update 9.7.06]

mac ubuntu linux opensource macosx

Ein »adretter Erpel«

Linux

The Drake has arrived!

Das hat geklappt, der »adrette Erpel« (»Dapper Drake«) ist gelandet.
Von einer Nervtöterei, nämlich dumme Fragen während des Upgrades, die das Upgrade anhalten, und einem Fehler mit einer Kette von Warnhinweisen wg. nicht mehr gefundener Symbole, ist alles sehr, wie man neudeutsch sagt, smooth gelaufen. Neuerdings ist übrigens Epiphany der Standard-Webbrowser des Gnome-Desktops. Das kann man zwar abstellen, der Firefox-Fan an sich wird davon jedoch wenig erbaut sein, wo er doch gerade vorher ob der Tatsache, dass auf Ubuntu Drapper nun Firefox 1.5.0.3 seinen Dienst tut, sicherlich doch erbaut war. So ist das Leben, man ist mal erbaut und mal nicht erbaut, so ein dist-upgrade ist halt doch eine Gratis-Opel-Fahrt durch die hügeligen Landschaften des (Linux-)Lebens. ;-)

Ebenfalls wenig erbaulich: Amarok ist nur 1.3.9, und mein selbst kompilierter 1.4 ist »verschwunden«, da muss noch einmal der Compiler angeworfen werden.

Sehr erbaulich: Das neue zackige schnelle Gnome 2.14, und darin das wirklich unfassbar zackig und schnell gewordene Gnome-Terminal. Macht mal ein »Rennen« mit xterm mit einer üppigen Ausgabe, z.B. dpkg -l, das ist ein Unterschied.

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Goodbye Breezy, Hello Dapper!

Linux

Heute wurde der Release-Candidate für Ubuntu »Dapper Drake« veröffentlicht, in dem aktuelle Breezy-Anwender explizit zum Test ermuntert werden. Dieser Aufforderung zum Tanz der Pakete komme ich gerne nach, natürlich nicht ohne vorher, ganz Weichei, vom aktuellen System ein Image zu ziehen und die Konfigurationsdateien meines Home-Verzeichnisses zu sichern, man weiß ja nie! ;-)

Das Upgrade ist heutzutage wirklich einfach geworden, man startet den aktuellen update-manager von Ubuntu mit dem Switch -d, wartet ein wenig und, simsalabim, erfreut ein neues System das Ubuntu-User-Gemüt. Diese Prozedur ist im Ubuntu-Wiki noch etwas ausführlicher beschrieben. Nun glüht die DSL-Leitung und die Redaktion wartet gespannt auf das Ergebnis!

In der Zwischenzeit kann man ein weiteres Interview mit Mark Shuttleworth lesen und sich bereits, wie schon auf dem Linuxtag verkündet, auf die übernächste Version freuen:

»Dapper Drake, das jetzt anstehende Release, wird äußerst stabil und zuverlässig sein und damit sehr geeignet für den Produktiveinsatz. Ich bin die treibende Kraft dahinter. Ich habe die Richtung vorgegeben. Und jetzt, beim Folge-Release Edgy Eft, sagen wir den Entwicklern: Nun seid ihr dran, Jungs! Jetzt bestimmt Ihr, was passiert. Danach übernehme ich wieder und gebe die Zielrichtung einer nächsten Unternehmens-Version vor.
Entwickler können viel besser große Sprünge machen als ich. Darum lassen wir das Pendel bei Edgy Eft in Richtung mehr Risiko und weniger Stabilität schwingen. Dieses kommende Release, das für November geplant ist, wird gewagt sein. Es wird eine Vielzahl neuer Features enthalten, nicht 110 Prozent ausgereift sein, und es wird dafür auch keine fünf Jahre Support wie für Dapper Drake geben. Ein solches Ubuntu kann ich nur machen, wenn ich den Entwicklern freies Spiel lasse und sage: ‘Habt Spaß!’«

ubuntu dapper dapperdrake linux shuttleworth markshuttleworth

»Delivering on the Promise of Free Software«

Linux Ontour

Marc Shuttleworth Andrang
Der Auftritt von Mark Shuttleworth, dem, wie er selbst sagte, »Chief Dreamer« des Ubuntu-Projektes war von einem enormen Andrang begleitet, der Raum platzte aus allen Nähten, die Kameras surrten und blitzten um die Wette. Der »Chief Dreamer« erwies sich als großer Kommunikator und verstand es, durch seine sehr sympathische Art das Publikum für sich einzunehmen. Wie die verehrte Zielgruppe vielleicht mitbekommen hat, gab es einige Unstimmigkeiten mit Kubuntu, die in einer sogenannten »Protestwoche« gipfelten. Heute gab es von Mark ein deutliches Bekenntnis zu Kubuntu (und auch zu Xubuntu), das darin gipfelte, dass er sein Hemd öffnete und ein KDE-T-Shirt zum Vorschein kam. ;-)
Ansonsten gab es die Info, dass am 1. Juni erwartungsgemäß die nächste Ubuntu-Version erscheinen wird, und zeitgleich auch Kubuntu und Xubuntu als offizielle Releases. Und es wird eine offizielle Server-Version geben, mit fünf Jahren garantiertem Support. Und allerlei neue Tools für die Open-Source-Community.

Aber darum ging es eigentlich nicht. Für das Publikum ging es vor allem darum, den Mann anzuschauen, der die Idee hatte, Debian-Pakete zu nehmen und mit Hilfe einer ständig wachsenden Community die führende und modernste Linux-Desktop-Distribution zu entwickeln. Und Mark gab sich alle Mühe, seine Vision herüber zu bringen:

»Free Software enables a different economic paradigm. Embrace it. [Und:] The Free Software Desktop is ready for widespread adoption and deployment.«

Fazit: Ein toller, mitreißender Vortrag, für mich der Höhepunkt des LinuxTags. Man darf von Ubuntu und Mark Shuttleworth noch viele spannende Dinge erwarten. Und wenn es nur die Änderung im »Ton« ist. In den einschlägigen Linux-Foren und sonstigen Orten verschwindet langsam das typische, von einem Studenten mit Uni-Account auf Staatskosten zigfach in die Linux-Newsgroups gerotzte »RTFM, Trottel« als Standardantwort auf alle Fragen. Alleine das wäre schon ein großer historischer Verdienst von Ubuntu. ;-)

Feierabend 1

Nun ist er also herum, der LinuxTag, Zeit für ein Fazit. Das offizielle Fazit des ersten LinuxTag in Wiesbaden sagt: 9.000 Besucher. Etwa 3.000 weniger als im Vorjahr in Karlsruhe (lt. Pro-Linux). Mein Eindruck war, es gab mehr Community als Big-Business, die großen Protz-Stände mit zweifelhaften Features fehlten. Was man nicht vermissen muss. Statt dessen gab es Anregungen zu Linux-Geek- und Netzkultur-Themen, die eine nähere Beschäftigung lohnen. Alles in allem hat es mir gefallen. LinuxTag in Wiesbaden ist anders als in Karlsruhe, aber es kann etwas draus werden…

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LinuxTag - Zwischen Kommandozeilen, Friedrich Nietzsche und dem Mann der im Weltraum war

Linux Ontour

Bunt Entgegen meiner eigenen Skepsis hat sich das Vortragsprogramm doch noch als anregend interessant heraus gestellt. So ein Vortrag auf dem LinuxTag (oder anderen Veranstaltungen dieser Art) soll ja, wie ein guter Zeitschriftenartikel, kein erschöpfendes Detailwissen liefern, sondern als Appetitanreger dienen, sich mit Dingen, die man im Prinzip schon länger kennt, mal wieder oder erstmals genauer zu befassen.

Diesen Anspruch erfüllte exaktement die als »Guckes’ Großer Kommandozeilenmarathon« angekündigte Veranstaltung von Sven Guckes. Sven ist ein bekennender »Kommandozeilenfetischist« und brachte in einem Rundgang durch sein Setup viele Tipps für Programme wie mutt, vim, screen oder elinks rüber. Daneben versteht sich der gute Sven auch als »Community-Antreiber«, immer wieder forderte er das Publikum auf, nicht nur zu zu hören, sondern selbst aktiv zu werden. So gab es noch Kurzvorträge in der Art der Lightning Talks zu verschiedenen Themen von Projekten, die sich auf dem LinuxTag herum treiben. Eines davon muss ich hier einfach erwähnen: Race Against Root.

Philosophisch startete dann der vierte und letzte Tag des LinuxTag, der Samstag, in das Programm. Dr. Miriam Ommeln erzählte etwas über »Die Relevanz F. Nietzsches für die Open-Source-Bewegung«. Dabei stellte sie die These auf, Friedrich Nietzsche wäre der Philosoph des Netzes und der Open-Source-Bewegung. Ist er das? Ist das mal jemandem aufgefallen? Mir eigentlich nicht. Zu dem Thema später noch einmal mehr, darüber muss ich erst mal in Ruhe nachdenken.

Meike Richter erzählte danach etwas über FAIR CODE Free/Open Source Software and the Digital Divide. Den Vortrag hatte ich beim 22C3 verpasst, schön dass er hier wiederholt wurde, auf Meikes Website FAIR CODE gibt es reichlich Material dazu.

Und dann kam Mark Shuttleworth und hielt eine großartige Rede. Bilder und mehr dazu ebenfalls später, wenn ich Kabel und Zeit habe.

Was hat sich sonst noch so ereignet? Gestern war Brigitte Zypries da, Sven wollte die Gelegenheit nutzen, mit ihr ein wenig über Softwarepatente zu plaudern, aber unsere verehrte Bundesjustizministerin präsentierte sich wenig diskussionsfreudig. ;-)

Freitag abend gab es eine Community-Party. Diese fiel aber zu der glorreichen Party der KaLUG in Karlsruhe letztes Jahr deutlich ab, da muss die lokale Szene nachlegen.

Nun aber geht es in den LinuxTag-Endspurt!

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Vorträge, Vorträge, Vorträge!

Linux Ontour

Und noch stets steht der LinuxTag-Besucher als solcher im Mahlstrom der Worte, Bilder, Menschen und Eindrücke und versucht, alles zu ordnen und zu verarbeiten.

Übrigens, die Veranstaltung rund um Creative Commons und die Filmvorführung war sehr gelungen. Markus hielt eine kurze Einführung in die CC, und danach gab es eine Reihe von interessanten und/oder amüsanten Kurzfilmen. Das Thema, CC und FilmCommons, hat mich, wie man so schön sagt, »gepackt«, darauf werden wir nach dem LinuxTag noch einmal ausführlicher zurück kommen.

Heute gab es (Überraschung! ;-)) auch Vorträge. Den Auftakt meines Programms machten Tobias Hauser und Christian Wenz mit dem Thema »Open Source AJAX«. Zum Auftakt gab es müde Witzchen über das Wort Ajax, also von wegen Putzmittel, Fußballklub etc. (das Übliche halt), und ich war vom zwanghaften Pausenclown-Gebaren des Referenten eigentlich schon nach fünf Minuten bedient, so etwas kann ich morgens überhaupt nicht vertragen. Aber die beiden bekamen noch die Kurve, obschon es für mich nichts Neues zu erfahren gab, war es letztendlich noch eine im Rahmen der verfügbaren Zeit gelungene Einführung in Ajax und die verfügbaren Frameworks.

Danach quetschte ich mich in den viel zu kleinen Workshop-Raum in den Keller, um Noèl Köthes Vortrag »Wie das Debian Projekt die Debian GNU/Linux Distribution entwickelt« zu lauschen. Noèl liess uns ein wenig hinter die Kulissen und Mechanismen des Debian-Projektes schauen. Interessant, auch für mich als langjährigen Debian-User gab es Neuigkeiten. Und, so ganz nebenbei erfuhr man, dass Debian Etch, die nächste Stable-Version, im Dezember 2006 erscheinen soll. Man hat, wie Noèl süffisant anmerkte, im Debian-Projekt aus den Erfahrungen des Releases von Sarge gelernt. Man darf gespannt sein!

Und es gibt noch mehr Vorträge, immer mehr Vorträge, mein armer kleiner Kopf schwirrt schon ob der vielen vielen Informationen. Gleich gibt es einen Kommandozeilen-Marathon, das wird etwas nach meinem Geschmack sein. ;-)

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LinuxTag am Haken

Linux Ontour

Am Haken Am dritten Tag ist Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Es ist schwierig zu beurteilen, aber es scheint mir, als wäre es dieses Jahr in Wiesbaden um einiges leerer als letztes Jahr in Karlsruhe.

Ein kleiner LinuxTag-Knigge:

  • Grundsätzlich ca. 6 Minuten zu spät zu einem Vortrag kommen.
  • Sodann grundsätzlich, übelst und lautstark mit der Papiertüte (s.o., Bild) voller schon beim Druck zum Altpapierschicksal verdammten obsoleten Werbegedöns-Schriften raschelnd, einen Platz in der Mitte einer der vorderen Reihe suchen.
  • Sich diesem dann durch die Reihen drängelnd nähern und laut schnaufend niederlassen.
  • Mit den Klettverschlüssen der Tasche ratschend was zu schreiben suchen.
  • Nix notieren.
  • Die Kunst des richtigen Endes nicht beherrschen. Soll heißen: Dann, wenn alle klugen Fragen gestellt sind, alle inkl. Dozent sich auf den Kaffee freuen, noch eine peinlich dumme langatmige Frage stellen.

Wenn Du diesen kleinen Knigge beherrschst, fällst Du auf dem LinuxTag gar nicht auf. ;-)

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LinuxTag 2006 - Tag 2

Linux Ontour

Geek-Stilleben Heute startete das Freie Vortragsprogramm auf dem LinuxTag, und entsprechend ist es heute auch deutlich voller als gestern.
Ich startete heute morgen mit dem Vortrag von Peter Prochaska zum Thema »Neue Trends im Webhacking«. Nach allerlei Gefrickel mit Bildschirmauflösungen wurden zwei relativ neue Gefahren vorgestellt: HTTP Response Splitting und Cross Site Request Forgery. Ich erspare mir große Texte, man folge den Links, wenn Ihr nach Wissen dazu dürstet. Für Insider in der Materie enthielt der Vortrag eher weniger Neuigkeiten, aber er war recht lebendig und flüssig vorgetragen.

Danach war Datenbank-Zeit. MySQL-Legende David Axmark musste leider absagen, damit fiel der angekündigte traditionelle »State of MySQL«-Talk leider aus. Kai Vogt sprang ein und erzählte etwas über MySQL-Cluster und was in den nächsten Versionen dazu zu erwarten sein wird. Ein informativer Talk, zumindest wenn man sich für die Materie interessiert, zumal er sicher kurzfristig erst vorbereitet wurde.

Bernd Helmle referierte im Anschluss über PostgreSQL. Dieser Vortrag war aber für Datawarehouse-Freaks von Datawarehouse-Freaks. Da ich so etwas eher nicht bin, hatte der, wie man fairerweise sagen muss, sehr fachkundig vorgetragene Talk für mich gewisse Längen. ;-)

Und sonst? Es gibt Geek-Radio vom LinuxTag bei Radio Tux, ich kam aber noch nicht dazu, da rein zu hören, was beim Besuch von Vorträgen auch naturgemäß schwierig ist. Dem Vortragsprogramm aus Raum 7 kann man via Internet live folgen. Auch hier gilt das zu Radio Tux gesagte.

Mal schauen, was wir heute noch anschauen. Nächster fixer Termin sind die »FilmCommons« um 16:00 Uhr. Meike Richter, Karsten Gerloff und Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl (der natürlich auch eine Ankündigung gebloggt hat) stellen Creative Commons und einige unter CC entstandene Filme vor. Das wird eine verdiente Entspannung nach dem harten Brot PostgreSQL werden. ;-)

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amaroK, die Killerapplikation

Linux Ontour

<img class=“thumbtext” src=“/img/f/139944471_24393f60ca_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="amaroK – Die “Killerapplikation” in Aktion" /> Am ersten Tag des Linuxtags gab es einen gelungenen Vortrag von Sven Krohlas zu amarok. Darüber hat Sven natürlich auch schon gebloggt und seine Folien verlinkt. AmaroK ist ein unter KDE laufendes iTunes-artiges Musikplayer und -verwaltungsprogramm unter Linux. Ich benutze Gnome als Desktop-System unter Linux, und hatte die nativen Alternativen wie Rythmbox, Banshee oder Quod Libet alle einmal ausprobiert. Der KDE-Fremdling amaroK mit seinen geekigen Features wie dem automatischen Suchen von Lyrics oder dem Nachschlagen des Interpretens in der Wikipedia (ein Produkt der letztes Jahr auf dem LinuxTag verkündeten Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia) hat es mir aber wirklich angetan und ist erste Wahl in Sachen Musik unter Linux. Es hat viele der Features, die ich auch an iTunes schätze plus einiger singulärer Gimmicks.

Und psst, ich weiß ja nicht, ob ich es verraten darf, aber hier gibt es eine spezielle Linuxtag-Vorab-Version von amaroK 1.4 (im Source-Code), die ich gerade gebacken habe und die auf dem Screenshot oben in Aktion zu sehen ist.

amarok linuxtag linuxtag2006 ubuntu linux

Hallo vom LinuxTag

Linux Ontour

Rhein-Main-Halle Noch leer! Practical Linux Forum Kantine


Da sind wir also auf dem LinuxTag in Wiesbaden! Eine Rhein-Main-Halle als Baustelle begrüßt die Geeks und Krawattenmenschen aller Art zum LinuxTag. Am heutigen ersten Tag ist es noch nicht arg voll, denn die größte Attraktion, das Freie Vortragsprogramm, startet erst am morgigen Donnerstag. WLAN gibt es auch, standesgemäß wird gerade live gebloggt. Und, es sind die Zeiten 2.0, ein Flickr-Set angelegt, welches in den nächsten Tagen kontinuierlich gefüllt wird. Wer den optischen Eindruck aus der Ferne mit dem vom letzten Jahr vergleichen möchte, kann das mit dem Flickr-Set vom letzten Jahr tun.

Einem ersten Vortrag wurde auch schon gelauscht, und die ersten Linux-Community-Promis gesichtet! Watch out for more exclusive Premium-Content! ;-)

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LinuxTag 2006: Pinguine im Landeshauptdorf

Linux Ontour

Vor kurzem noch drüber problematisiert, nun ist es schon so weit: Morgen beginnt der LinuxTag 2006 in Wiesbaden.

Wie in den Jahren zuvor bin ich auch bei dieser Ausgabe, erstmals in unserem hessischen Landeshauptdorf Wiesbaden, dabei. Aber, so unter uns, der Blick ins Programm macht mir in diesem Jahr nicht unbedingt den Mund wässerig. Natürlich möchte ich mir den Vortrag von Mark Shuttleworth nicht entgehen lassen. Aber sonst? Anscheinend verliert sich die Linux-Realität im Jahre 2006 derart im Alltäglichen, dass allenthalben Partikularthemen zu sichten sind. Und: Nichts gegen einen Blick über den Tellerrand, aber bietet Linux derart wenig Stoff für Themen dass es zwei Riesenstrecken mit Vorträgen zu OpenBSD und Solaris geben muss? Ein wenig Fokussierung auf das Kernthema Linux würde dem ganzen Programm sehr gut tun, denn sonst kann man die Veranstaltung gleich »Linux und alles was irgendwie mit Unix, Web und Open Source zu tun hat-Tag« nennen.

Aber, genug im Vorfeld gemotzt, was es dort zu erleben und zu hören gibt werde ich wie stets hier berichten.

Und ich habe noch 4 Tagestickets für den freien Eintritt zu Kongress, Freiem Vortragsprogramm und Practical-Linux-Forum abzugeben. Bei Interesse einfach aufschreien!

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Hässliche Desktops

Linux

Ein schönes Freitags-Thema ;-) wirft Computerwoche-Autor und Blogger Thomas Cloer auf: »Last, but not least ist das ganze Open-Source-Zeug (natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel) auch noch immer irgendwie hässlich. Woran das liegt, weiß ich auch nicht. Programmierer verstehen halt selten was von Eye Candy, und Designer umgekehrt selten was vom Coden. Aber die Community muss irgendwann mal kapieren, dass das sprichwörtliche Auge auch mitisst.« Leute, mal ehrlich: Gibt es etwas hässlicheres als Windows? Von Benutzer-Konsistenz mal ganz zu schweigen. Jeder, der mal in einem hässlichen Dialog voller Reiter den Erweitert-Knopf gedrückt hat, um dann einen neuen Dialog mit hässlichen Tabs und Erweitert-Knöpfen präsentiert zu bekommen, weiss, wovon ich rede. Und dass Thomas ausgerechnet OpenOffice als Beispiel für die Hässlichkeit von Open-Source-Software anführt, ist mehr als unfair, denn das verbreitet in dem Bestreben, DAU-sicher zu sein, mit seiner Windows-95-Optik auf jedem System, egal ob Windows, Linux oder Mac OS X, die übelriechende Aura von Tod, Verderben, Flickwerk, Viren und Datenverlust, die man logischerweise gemeinhin mit Windows assoziiert. Sprich: Es ist so hässlich, weil es so nach Windows aussieht. Darum suchen auch alle auf dem Mac händeringend nach Office-Alternativen.

Und wahrscheinlich hat Thomas noch gar nicht mitbekommen, dass man Linux-Desktops optisch so tunen kann, wie man gerne möchte. Im Gegensatz zu Windows, übrigens…

linux windows desktop openoffice

Reload - Internet Explorer 6 unter Linux

Linux

Wunder der Interoperabilität Das Thema MS Internet Explorer unter Linux war bereits vor fast zwei Jahren ein Thema im Netzbuch. Da ich mich in meinem Home-Netz nun von der letzten Windows-Installation getrennt habe (unnötige Verschwendung meines kostbaren Festplatten-Platzes), es aber leider notwendig ist, Web-Kreationen in dem antiken Windows-Stamm-Stöberer MSIE 6 zu testen, wurde dieses Thema re-problematisiert. So wie es damals beschrieben wurde, kann man es natürlich noch stets machen. Heutzutage ist es aber geradezu kindisch einfach, eine Kollektion von drei IEs zu Testzwecken unter Linux zu installieren.

Zur Vorbereitung installiert man mit dem Paketmanager der GNU/Linux-Distribution des Vertrauens Wine, cabextract und die Truetype-Schriften. Danach steuert man seinen Browser zur Seite »IEs 4 Linux – Internet Explorers für Linux«. Dort lässt man sich von der etwas merkwürdigen Sprache nicht weiter beeindrucken, sondern besorgt sich das Installationsskript. Das heruntergesaugte Archiv packt man aus und startet das darin enthaltene Skript. Man beantwortet ein paar Fragen (bspw. nach dem Zielort für die IEs, ich habe sie in ~/bin installieren und mir Shortcuts auf dem Desktop anlegen lassen, s. Screenshot), geht einen Kaffee trinken, und wenn man zurück kommt, kann man die IEs unter Linux benutzen.

Der Screenshot zeigt den IE unter Ubuntu, das wiederum per VNC auf dem Mac-Desktop angezeigt wird, so dass die Testsession für den unsäglichen Schleuderbrowser ohne Unterbrechung des Mac-WebWorker-Workflows erfolgen kann. So liebe ich das!

Und so ist es nun tatsächlich so, meine Damen und Herren, nachdem ich nun die letzte WinXP-Partition geplättet habe: Erstmals seit 1986 ist auf meinen Rechnern kein einziges Betriebssystem von M$ mehr zu finden! :-)

linux wine msie ubuntu gnulinux

nUbuntu - Network Ubuntu

Linux

Eine feine Sache: nUbuntu – Network Ubuntu. nUbuntu ist eine Ubuntu-Version, die als Live-System von CD bootet und auf einem Fluxbox-Desktop alles anbietet, was das Herz derer erwärmt, die sich in Netzwerken bewegen wollen/müssen/sollen. Neben allerlei Security-Werkzeugen findet man auch Firefox, Gaim und Irssi, so dass man sich umgehend mit der Welt verbinden kann und bei seinen »Untersuchungen« (welcher Art auch immer ;-)) nicht so alleine ist. Kühl ausehen tut es auch, finde ich.

Interessanterweise funktioniert die Hardware-Erkennung besser als mit der Original-Ubuntu-Live-CD. Mein Rechner im Büro hat Schwierigkeiten mit der Grafikkarte und startete Ubuntu von der Live-CD nur nach vorherigem manuellen Eingriff in die xorg.conf, nubuntu dagegen startet ohne »Gegenwehr«.

nubuntu linux ubuntu

Raggle

Linux Weblogtalk

Raggle Eine weitere Komponente für die implizite Netzbuch-Serie Leben im Terminal: Raggle ist ein RSS-Reader für unixoide Konsolen, bspw. Linux oder Mac OS X. Geschrieben in der Modesprache Ruby, ermöglicht Raggle das Lesen liebster Blogs und Newsquellen ohne grafischen Schnickschnack in jeder Terminal- oder ssh-Session. Und ist damit ein Konkurrent von Snownews. Raggle bietet eine dreiteilige Ansicht, wie ein grafischer Reader, und kann Einträge, die man sich im Browser (wie ELinks) anschauen möchte, an neue »screen«- Sessions senden. Und das Lesen funktioniert recht übersichtlich und flott und, für ein Konsolenprogramm, intuitiv.
Raggle ist als Tarball oder als Debian-Paket erhältlich. Und auf der Website sind allerlei Screenshots verfügbar.

raggle linux osxcli rss snownews

LinuxTag nach Wiesbaden!

Linux

Was hier noch mit einem Fragezeichen versehen war, kann nun mit einem fetten Ausrufezeichen versehen werden, wie man dieser Meldung der Freie Software Presseagentur entnehmen kann. In seinem Blog plaudert LinuxTag-Pressemeldungs-Mensch Markus ein wenig über die Hintergründe: »Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der ‘grünen Wiese’ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten.« Das macht die ganze Sache verständlich. Die Rhein-Main-Hallen befinden sich zumindest schon mal in der Innenstadt Wiesbadens, also das, was man hier in Wiesbaden so Innenstadt nennt. Also keine grüne Wiese ;-)
Schade ist es schon, der LinuxTag in Karlsruhe hatte durch seine Einbettung in die örtliche Szene seinen besonderen Charme. Da in Wiesbaden keine nennenswerte vergleichbare Szene existiert, bin ich gespannt, wie der LinuxTag dann, gerade was das »nicht-offizielle Programm« angeht, aussehen wird.

linuxtag karlsruhe wiesbaden

Breezy im Anmarsch!

Linux

1068 aktualisiert, 420 neu installiert, 47 zu entfernen und 1 nicht aktualisiert.
Es müssen 878MB Archive geholt werden.
Nach dem Auspacken werden 644MB Plattenplatz zusätzlich benutzt.
Möchten Sie fortfahren [J/n]?
Aber sicher! Nachdem es bei Beate geklappt hat und thorte die Vorreiterrolle erwartet ;-), geht es nun also los. Ich bin gespannt, ob das alles klappt. Wer den Distri-Hasardeur in sich spürt und gleiches Begehr hat, möge vorher das und das lesen. Ihr müsst übrigens nicht den Server der TU Dresden nehmen (den nehmen sie jetzt alle, weil es so im UbuntuUsers-Wiki steht), ziemlich flott ist jetzt gerade de.archive.ubuntu.com. Hm, nachdem ich das gebloggt habe, wahrscheinlich nicht mehr.

<img src=“/img/f/52534113_4d4fa703c9_o.jpg” width=“240” height=“192” alt="Ubuntu “Breezy Badger”" />

[Update] Etwa zweieinhalb Stunden später war alles fertig. Einmal blieb das Upgrade stehen, ein apt-get -f install musste helfen. Danach dann ein weiteres Mal apt-get dist-upgrade, und alles war gut. Unbedingt zu beachten sind die Hinweise zu den Sprachanpassungen im UbuntuUser-Wiki.
Sehr eindrucksvoll ist das neue Anwendungen hinzufügen-Programm, so smooth habe ich das noch bei keinem Linux gesehen. Einfach auswählen, hinzufügen, dann wird installiert und das Progrämmchen sagt dem Anwender noch, wo im Menü das Programm zu finden ist. Vorbildlich! Mal schauen, was noch alles so im neuen Ubuntu steckt.

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LinuxTag nach Wiesbaden?

Linux

Pro-Linux vermeldet den Umzug des LinuxTags von Karlsruhe nach Wiesbaden. Da kommt er also in meine Nachbarschaft, aber irgendwie bin ich schon wieder destruktiv. Der LinuxTag passt zu Karlsruhe, aber nicht zu Wiesbaden. Wenn ich in der Meldung das Gebrasel von z.B. »Synergieeffekten« (ich bin da allergisch, so ein Gewäsch begleitet mich den lieben langen Tag …) lese, frage ich mich, ob die Veranstaltung auf einem guten Weg ist …

Auf der Linuxtag-Website gibt es dazu noch nichts zu lesen, ich bin gespannt ob der LinuxTag wirklich ausgerechnet nach Wiesbaden zieht.

[Update] Siehe auch: »LinuxTag nach Wiesbaden!«

linuxtag linux karlsruhe wiesbaden

Ubuntu »Breezy Badger« ist da!

Linux

Pünktlich sind sie ja: Version 5.10 »Breezy Badger« des besten Desktop-Linux von allen, Ubuntu, wurde pünktlich am heutigen 13.10. frei gegeben. Am virtuellen Kühlschrank der Ubuntu-Community hängen lauter Zettelchen und Bildchen dazu, z.B. die Geburtstagstorte der Ubuntu-Spezialversion für Schulen, Edubuntu. Und auch das KDE-Ubuntu kubuntu wurde frei gegeben. Glückwunsch!

Am Wochenende werde ich vom bestehenden Ubuntu ein Image ziehen und dann kommt der Moment der Wahrheit, ein Upgrade des laufenden Systems. Ich bin gespannt!

Beate macht das Upgrade natürlich ohne vorheriges Image, ui ui ui, kann ich da nur sagen. ;-)

ubuntu linux

Asciiquarium

Linux

Real Geeks brauchen keinen grafischen Schnick-Schnack, sondern leben in ihrem Terminal und stets nach der Maxime: »If it can’t be done in vi, it’s not worth doing it.«
Aber nicht nur Geeks leben im Terminal, sondern auch Fische. Man muß sie nur heraus lassen. Genau das macht »Asciiquarium«. Es benötigt das Perl-Modul »Term::Animation«, dass man sich leicht in der CPAN-Shell besorgen kann. mir.aculo.us (dem auch das via gebührt) hat für jene, die sich die Mühsal des Installierens ersparen möchten, ein Quicktime-Video mit dem Asciiquarium in Aktion.

asciiquarium shell geek

LinuxTag 2005 - Das wars!

Linux Ontour

Aus und vorbei! Aus und vorbei, der LinuxTag, lieblos hängt das Eintrittskärtchen mit seinem gelben Band am erstbesten Plakat auf der Straße. ;-)

Ein Fazit: Ich werde nicht in den »früher war alles besser«-Chor einstimmen. Im Gegenteil, ich finde es interessant, dass der LinuxTag, trotz aller Kommerzialisierungsbemühungen noch stets vom bunten Auftreten der Community geprägt ist und die business-uniformierten StandwächterInnen wie Wesen von einem anderen Stern wirken. Die Vorträge, die ich gesehen habe, waren bis auf einen gut vorbereitet und angenehm zu verfolgen. Man bekommt Anregungen, dieses und jenes einmal auszuprobieren, und es ist eine tolle Sache den Heroen der Freien Software-Welt einmal leibhaftig zu begegnen. Damit genug des Geblogge vom LinuxTag, meine Bildsammlung, die das gratis Flickr-Monatsvolumen gesprengt hat, gibt es hier zu sehen, aller Bilder mit dem Tag linuxtag sind auch einen Blick wert.

Andere Leute haben auch über den LinuxTag gebloggt. Der Preis für den kürzesten LinuxTag-Besuch geht an Steven: »Angekommen beim Kongresszentrum, wunderte ich mich schon, warum alle so gelbe Plaketten um den Hals trugen. Diese bekam ich dann aber beim Bezahlen der Eintrittskarten auch ;) Leider war das Event dann total auf die Firmenschiene gelegt, was mich dazu veranlasste nach knapp einer Stunde den Heimweg anzutreten.« Das mit der interessanten persönlichen Begegnung wird mitunter auch ganz eigen interpretiert, wie z.B. bei honza: »Es war auch interessant, mal die Typen zu sehen, die den ganzen Kram entwickeln. Ich hätte es nie gedacht und für ein Klischee gehalten, aber die meisten sehen wirklich irgendwie gestört aus. Manche von ihnen scheinen nur ab und zu mal Sonne oder Tageslicht zu sehen…« Und manchmal hinterlassen LinuxTag-Besuche auch ihre Spuren in den ewigen Annalen menschlicher Tragik, die Rammstein einmal so treffend mit »die selbe Sache, das alte Leid« besungen haben, höret was Tolimar zu berichten hat: »Met a nice girl the other day and I would really like to tell you all that I have fallen in love. But I haven’t, since she seems quite happy with her current boyfriend.« Das Schlußwort gehört dem Sil53r Surf3r, zum Thema LinuxTag und persönliche Begegnung: »Allein schon, einige der Gesichter zumindest einmal gesehen zu haben, macht bereits eine Menge aus. Um nicht zu vergessen, daß Software von Menschen für Menschen gemacht wird und daß es sich dabei nicht bloß um seelenlose Produkte handelt. Wenn man den Enthusiasmus erlebt, mit dem einige der Autoren ihre Projekte vorstellen, dann spürt man deutlich, wieviel Engagement und Herzblut sie – zum Teil über Jahrzehnte hinweg – in ihre Software-Produkte investiert haben und auch heute immer noch investieren. Das motiviert auch, sich als Anwender weiterhin intensiv damit zu befassen.«

linuxtag linux karlsruhe

LinuxTag 2005 - Tag 3

Linux Ontour

Leon Shiman Leon Shiman von der XOrg-Foundation sagte: »The X Window System is the backbone of the Open Desktop.« Ansonsten bezog er Position in allerlei, wohl offenkundig heiß diskutierten Fragen bei der Entwicklung von X Window und stocherte in der Vergangenheit herum. Allein, mir fehlt das Hintergrundwissen, um das alles einordnen zu können.
Live im Grid! Interessanter, als von der »Papierform« zu erwarten, war der Auftritt der Hochenergiephysiker der Uni Karlsruhe. Sie gaben einen Überblick über ihre Projekte, die verwendete Hard- und Software und machten deutlich, welche wichtige Rolle die Freie Software bei ihrer Forschungsarbeit spielt. Demnächst fliegt sogar ein Linux aus Karlsruhe hinauf zur ISS. Interessant war auch (siehe Bildchen) ihre Live-Demonstration, bei der eine Berechnung im gewaltigen weltweiten Grid der Kernforscher durchgeführt wurde

Danach gaben vier Vertreter des Debian-Projektes einen von der Thematik her zwar hochinteressanten Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise von Debian, aber böse Zungen würden wohl behaupten, dass dieser Vortrag ähnlich organisiert und strukturiert war wie die Release-Politik. Dieser Vortrag war leider ein Ausreißer in der Reihe gut vorbereiteter und präsentierter Vorträge, die ich gesehen habe, sprich: Das war gar nix.

Ben Mako Hill

Das Kontrastprogramm kam gleich hinterher, Benjamin Mako Hill, seines Zeichens sowohl Debian- als auch Ubuntu-Entwickler, stellte die Entwicklung von Ubuntu in einem engagierten und lebhaften Vortrag als gelungenes Beispiel eines der bei OpenSource-Projekten gefürchteten »Forks« dar. Interessant: Jedes halbe Jahr, nach einem Ubuntu-Release, nehmen die Ubuntu-Entwickler das zu dem Zeitpunkt aktuelle Debian-Unstable und packen die Ubuntu-Pakete neu. Der Bursche hat einen wirklich unterhaltsamen Vortragsstil, gestikuliert wild mit den Händen und turnt in Flip-Flops dazu auf der Bühne herum. Und weiß, wovon er spricht, natürlich. Sehr kurzweilig! Solltet Ihr je auf einer Konferenz sein, wo Benjamin spricht: Unbedingt anschauen!

Michael Kofler

Ubuntu war dann auch das Stichwort für den letzten Vortrag: Buchautor Michael Kofler stellte Ubuntu, »das afrikanische Linux« vor, beleuchtete dabei die Hintergründe des Projektes und zeigte sich durchaus angetan von Ubuntu. Das sei die Distribution, die er einem normalen Anwender installieren würde. Und auch der Poweruser kann, dank des ausgefeilten Debian-Paketsystems, durchaus mit Ubuntu leben. Deshalb hat er auch gleich ein Buch über Ubuntu geschrieben. ;-)

linuxtag debian ubuntu xorg

LinuxTag 2005 - Tag 3: »Was bedeutet Freie Software«

Linux Ontour

Georg Greve Der erste Vortrag des Samstags, des dritten Tags des freien Vortragsprogramm, wollte eine Antwort auf die Frage geben: »Was ist Freie Software?« Georg Greve, Präsident der FSF Europe, und bestens bekannt aus seiner »Brave GNU World«-Kolumne in verschiedenen Linux-Publikationen, hatte sich zur Beantwortung dieser Frage Verstärkung geholt: Federico Heinz von der argentinischen Freie Software Organisation Vía Libre versuchte sich zunächst auf Englisch, traf damit aber erstaunlicherweise auf Widerstand im Publikum und setzte seinen Vortrag in perfektem Deutsch fort.
Federico Heinz
Da man es einer Software nicht ansieht, ob sie frei oder unfrei ist, gibt es vier Kriterien, die eine Software frei machen:

Die Freiheit, sie nach Belieben zu benutzen. Beileibe keine Selbstverständlichkeit, wie das von Federico angeführte Beispiel eines HTML-Editors, der in seinen Benutzungsbestimmungen die Verwendung für Websites, in denen das Produkt kritisiert wurd, untersagt.

Die Freiheit, die Software zu studieren. Quelltextoffenheit, ein wichtiges Kriterium, wenn der Quelltext nicht mitgeliefert wird, weiß man auch nicht genau, was diese Software eigentliche genau macht. Und man hat die Möglichkeit, sie bei Bedarf zu verändern, Federico: »Wenn wir Software nicht an unsere Bedürfnisse anpassen können, verlieren wir die Selbstbestimmung in der Datenverarbeitung.«

Die Freiheit, kopierte Software zu verteilen. Der soziale Aspekt. Die Nutzungsbedingungen unfreier Software, die mir unter Strafandrohung verbieten, von mir benutzte Software weiter zu geben, schränkt die Freiheit ein, solidarisch zu sein. Der Reichtum, den ein Programm darstellt, wird künstlich begrenzt, weil jemand seinen Reichtum maximieren möchte.

Die Freiheit, das geänderte oder verbesserte Programm weiter zu geben.

Diese Freiheiten sind nicht selbstverständlich. Federico, der einen Hang zu zitierfähigen Ausführungen hat, drückte es so aus:»Freiheit ist eher seltzen gratis, Freiheit muß erkauftft werden, Freiheit muß erkämpft werden.« Es gibt genug Organisationen und Unternehmungen auf dieser Welt, denen die pure Existenz Freier Software ein Dorn im Auge ist, da sie ihre eigenen auf Profitmaximierung ausgelegten Software-Unternehmungen stört. Zur Unterstützung der Freien Software gibt es daher bereits seit 1985 die Free Software Foundation, und seit 2001 einen europäischen Ableger, die FSF Europe. Und als nächstes, gerade im Aufbau, die FSF Lateinamerika. Diese unterschiedlichen FSFs sind übrigens nebeneinander und voneinander unabhängig, nicht hierarchisch, organisiert.

Die FSF-Europe setzte übrigens weltweit zum allerersten Male gerichtlich die GPL gegen ein Unternehmen durch.

Was ist freie Software?

Zum Abschluß berichtete Fernanda Weiden aus Brasilien (auf dem Bild in der Mitte) über die Zusammenarbeit der Freie Software-Aktivisten in Brasilien mit der Regierung. In deren Büros findet man keinen Rechner, der unfreie Software einsetzt. Erstaunlicherweise können sie ihren Aufgaben dort nachkommen, ohne ein Word oder Excel. Ich sehe ihn vor meinem geistigen Auge, den beamteten IT-Verantwortlichen einer typischen deutschen Behörde, das Wort Industriestandardkompatibilität wie eine Monstranz vor sich her tragend.

linuxtag fsf freiesoftware

HP auf dem LinuxTag: Wir haben nichts verstanden, aber wir sind dabei!

Linux Weltalssolche

Werbung für Netzwerküberwachungskameras Where .com meets .org ist bekanntlich das Motto des LinuxTags. Dementsprechend ist auch das IT-Business-Establishment, z.B. in Form von Hewlett-Packard, auf dem LinuxTag anwesend. Wie es sich für das Big Business gehört, natürlich mit einem pompös ausgestatteten Stand. Der Stand selbst und das krawatten- und kostümmäßig ausgestattete Standpersonal wirken wie ein Fremdkörper im bunten Treiben des LinuxTags. Das wäre nicht weiter tragisch, ist halt so, wenn .com auf .org trifft.
Das für HP das Mitmischen im Bereich OpenSource nur ein Geschäft ohne jegliches Verständnis der Idee dahinter ist, verdeutlicht die glorreiche Idee, ausgerechnet auf dem LinuxTag zu versuchen, ein Netzwerkkamera-Überwachungssystem an den Mann zu bringen.
Überwachungskamera
Und, wenn man diesem Newsgroupbeitrag glauben darf (via AK’s weblog), steht der Verdacht im Raum, das HP das Treiben auf dem Messestand mit diesen Kameras aufzeichnet. Was zwar nicht verboten ist (denn es handelt sich ja um eine öffentliche Veranstaltung, sonst dürfte man auch keine Fotos machen), aber doch zeigt, dass man zwar mit Linux Geschäfte machen will, aber im Grunde von diesen ganzen Zusammenhängen dahinter (Was wohl »Freiheit«, »Offenheit« und »OpenSource« miteinander zu tun haben?) nichts verstanden hat. Schwaches Bild!

hp linuxtag

LinuxTag 2005 - Tag 2

Linux Ontour

Zukunft von KDE Torsten Rahn und Matthias Ettrich (seines Zeichens niemand geringeres als der Initiator des KDE-Projekts himself) warfen am Freitag, dem 2. Tag des freien Vortragprogramms, einen Blick in die Zukunft von KDE und den Linux-Desktop. Es fällt auf, dass die KDE-Entwickler sich bei neuen Features von den Entwicklungen in Mac OS X inspirieren lassen und versuchen, etwas besseres zu entwickeln. Beispiele dafür sind plasma, eine Art Panel mit Elementen, die Apples Dashboard ähneln, oder Tenor, eine Art Spotlight mit erweiterter Funktionalität. Links liefere ich nach, die Websites des KDE-Imperiums sind gerade nicht benutzbar. Tenor soll nicht nur Inhalte finden, sondern auch die Historie eines Dokumentes per lokaler Suchfunktion verfügbar machen. Zum Beispiel, wenn ein Bild einmal ein Anhang einer E-Mail war, soll das auch später nachvollziehbar sein, wenn das Bild längst, von der Mail gelöst, im Dateisystem schlummert. Man darf gespannt sein.

Kasper Skårhøj (TYPO3) Ein Highlight war der Vortrag von Mr. Typo3 höchstpersönlich, Kasper Skårhøj. Kasper ließ ein Bekenntnis zu Linux los: Typo3 »Works on Windows but LIVES on Linux :-)« Außerdem sprach er über seine hinreichend bekannte, religiös untermauerte Philosophie und seinen Antrieb, OpenSource-Software zu erstellen. Und er erstellte live eine Website in Typo3, benutzte dabei die TemplateVoila-Extension. Das sah, wenn Kasper das macht, verblüffend einfach aus. Kein Vergleich zu den Schmerzen, die man als Typo3-Newbie normalerweise hat. Nach einem Ausblick auf die kommenden Versionen garantierte er sozusagen höchstpersönlich und hochoffiziell, dass die aktuelle Typo3-Version XHTML-Transitional ausspuckt. Fazit: Interessanter Vortrag, macht Lust darauf, das CMS für Masochisten noch einmal auszuprobieren!

linuxtag kde typo3

LinuxTag 2005 - 10 Jahre PHP/MySQL

Linux Ontour

Am Donnerstag gab es ein Fragestündchen mit den zwei Herren, die im Web, wie es sich heute darstellt, deutliche Spuren hinterlassen haben: Rasmus Lerdorf, der Erfinder von PHP, und Monty Widenius, Chefentwickler von MySQL. Es gab ein wenig Webarchäologie, die älteste Spur von PHP im Internet ist ein Newsgroup-Announcement von Rasmus Lerdorf für die erste Version seiner Personal Homepage Tools. Warum ist PHP überhaupt OpenSource? Rasmus: »Pure Lazyness!« Er fand es überaus cool, Probleme mit seinen Tools von der sich schnell bildenden Community gelöst zu bekommen. ;-)
Zur Geschichte von MySQL hatte Michael Monty Widenius schon am Nachmittag gesprochen, in einer seiner bekannten State Of The Dolphin-Vorträge. Neben einem Abriss der Geschichte von MySQL, aus den Anfängen als Teilzeitfirma, die sich über den Verkauf der ersten MySQL-Versionen für Windows als Shareware finanzierte, erfuhr man, dass MySQL mitnichten für engl. mein SQL steht, sondern der Name von Montys Tochter My ist, es heisst also eigentlich, phonetisch ausgesprochen, müeskuell. Folgerichtig wurde die zweite DB im MySQL-Portfolio, MaxDB, nach Sohnemann Max benannt. Wichtiges Wissen, falls ihr mal bei einem Günter-Jauch-Open-Source-Quiz sitzt. ;-)

linuxtag linux mysql php

Hängt den Tux! Oder: LinuxTag in Flickr?

Linux Ontour


Der arme Tux! Hängt da in dieser unbequemen Haltung in der Ausstellungshalle!
Der LinuxTag findet keinen übermäßigen Niederschlag in meinem neuen Lieblingsspielzeug Flickr. Ich habe einen Fotoset angelegt, in dem nun nach und nach meine Pics vom LinuxTag eintrudeln. Ansonsten gibt es aber nicht viel mehr an Bildern zum Tag linuxtag. Wahrscheinlich befindet sich der Blogger als solcher tatsächlich in einer anderen Wahrnehmungswelt, was den Verbreitungsgrad der neuen Websites mit social touch angeht.

linuxtag flickr

LinuxTag 2005 - Tag 1

Linux Ontour

Ein herzliches, wg. eines nachlässigerweise nicht am Mann befindlichen USB-Kabels im Moment leider bilderloses, Hallo vom LinuxTag 2005.

Am heutigen Donnerstag begann das freie Vortragsprogramm, die Keynote zur Eröffnung hielt Wikipedia-Monarch Jimmy Wales. Jimmy erzählte im Prinzip das, was er schon weiland auf der 21C3 erzählt hatte. Zusätzlich stellte er die Wikipedia in den Kontext freier Software, Zitat: »Wikipedia should be thought of as a core part of the free software world – supporting it and supported by it.« Jimbo erwähnte in diesem Zusammenhang, dass in Wikipedia ausschließlich freie Software verwendet würde. Als Maßstab dafür gelte: Wenn ein Programm selbst oder ein Programm zur Bearbeitung der Daten in Debian Free-Repository enthalten sei, könne es verwendet werden.
Außerdem (geisterte ja schon durch die gängigen digitalen Gazetten) gibt es eine Zusammenarbeit von KDE und Wikipedia. Präziser gesagt, es wird ein API für die Wikipedia geben, dass sicher nicht nur Integration in KDE-Applikationen, sondern auch hübsche neue Blog-Spielzeuge ermöglichen wird.

Jan Kneschke von MySQL, bekannt in der OpenSource-Welt durch seine Apache-Alternative lighttpd, stellte in einem Vortrag die neuen Features von MySQL 5.0 vor. Im Prinzip sind das Stored Procedures, Views und Trigger. Also alles die Dinge, die in ihrer Oracle-Implementation schuld an einigen der grauen Haare auf meinem Haupte sind. ;-)

Abseits des großen Vortragsprogramm fand sich eine kleine Gruppe von s9y Entwicklern, Bloggern und Interessenten zu einem Serendipity-Vortrag von Kris Köhntopp ein, den er schon in seinem Blog dokumentiert hat . Ich hatte mit diesem System bekanntlich meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Mittlerweile ist ein Jahr fleißiger Entwicklungsarbeit ins Land gegangen, und ich denke, man kann mal wieder einen intensiveren Blick auf Serendipity werfen.
Tim Pritlove war auch da und stellte eine Menge Fragen, darum werfe ich jetzt einmal ein haltloses Gerücht in die Blogosphäre: Der CCC steigt demnächst komplett auf Serendipity um! ;-) Ein Herr namens CrUIsEr ;-) hat eine kleine Galerie vom Bloggertreffen.

Danach besuchte ich den Vortrag von Sebastian Bergmann zum Thema PHP 5 – Ein Jahr danach, den man auf Sebastians Talks-Seite bereits als PDF runtersaugen kann. Er gab einen interessanten Ausblick auf die appetitlichen Features von PHP 5.1 und 6 und stellte einige, für die Entwicklung »großer« Applikationen nützliche Tools und Frameworks vor.

Danach war es an der Zeit, sich leibhaftige Legenden der OpenSource-Welt anzuschauen, nämlich MySQL-Mastermind Monty Widenius und PHP-Erfinder Rasmus Lerdorf. Dazu dann mehr in einem weiteren Artikel.

Gestern abend fand ein feucht-fröhliches Grillfest ohne Grillgut der KaLUG statt, dessen Nachwirkungen den Autor dieser Zeilen vom rechtzeitigen Verlassen des Nachtlagers und Nachkommen seiner Blogpflicht abhielten. Tja, verehrte Zielgruppe, das Alter, Wärme und das gute badische Hoepfner-Bier, eine schlechte Kombination für die Konstitution des Konferenzbesuchers. Aber Spaß hat es gemacht. ;-)

LinuxTag 2005

Linux Ontour

Nun ist es schon wieder so weit, der LinuxTag 2005 wird unter dem Motto »Linux everywhere« eröffnet. Wie im letzten Jahr werde ich auch bei der diesjährigen Ausgabe in Karlsruhe weilen und mich in das bunte Treiben rund um das freie Betriebssystem stürzen. Gleich zur Eröffnung gibt es einen prominenten Gast: Jimmy »Jimbo« Wales wird mit einer Keynote zum Thema »Free Content in a Free World: The Wikipedia Phenomenon« das freie Vortragsprogramm eröffnen. Zur Einstimmung: In der LinuxNacht gibt es bereits jetzt ein Audio-Interview mit Jimbo Wales.

Außerdem interessant am Donnerstag: Im Practical Linux Forum dreht sich alles um PHP und MySQL, Heroen wie der PHP-»Erfinder« Rasmus Lerdorf und MySQL-Mastermind Michael »Monty« Widenius haben den Weg nach Karlsruhe gefunden.

Und es gibt auch noch ein Treffen der S9Y-Blogger, und für Donnerstag abend ist auch noch ein Bloggertreffen im Rahmen des KaLUG-Grillfestes geplant. Ordentlich was los also, in Karlsruhe. ;-)

linux linuxtag karlsruhe

Hoary Hedgehog, oder: Ein Linux auf die Platte bügeln!

Linux

Letztes Wochenende begab es sich, dass ich meinen PC und das Notebook der Liebsten, letzteres auf den liebevollen Spitznamen »die Virenschleuder« lauschend, mit einer aktuellen unproblematischen debianesken Linux-Distribution versehen wollte.
Bisher lief mein PC unter Gentoo. Damit war ich auch stets hoch zufrieden, aber die ewige Kompiliererei bei jedem Update ging mir nun doch ein wenig auf die Nerven, zumal ich den Linux-PC eher selten benutze und das Linux zumeist lediglich der Netzwerk-Wrapper für die Backup-Festplatte ist, auf der die Daten meines Powerbooks gesichert werden. (Aber ich habe natürlich ein Image des Systems erstellt, falls der Verzicht auf Gentoo mich doch reuen sollte. ;-)) Und ich wollte es einheitlich haben, fast alle Server, mit denen ich zu tun habe, laufen auf Debian. Und ich wollte eine aktuelle Distri, um die neuesten Spielzeuge stets zeitnah verfügbar zu haben.
Bei dem Notebook war das Ziel, die Hardware ohne große Fummelei zu erkennen, um Power-Management und WLAN zu ermöglichen. Neben diversen bei mir herumfliegenden Knoppixen waren Debian sarge, Aurox (steht im Ruf, besonders gut mit Notebooks zusammen zu arbeiten), Kanotix und Ubuntu im Rennen. Das Kanotix und Ubuntu just an diesem Wochenende mit neuen Versionen heraus kamen, war purer Zufall.
Nach diversen Tests in einer VMWare-Umgebung und mit Live-CDs entschieden wir uns schließlich für Ubuntu. Auf dem PC lief es unproblematisch, aber auf dem Notebook bewahrheitete sich wieder einmal der Eindruck (der nicht nur der meinige ist, vgl. The Tao Of Mac: Laptop Linux, Revisited), dass Linux auf dem Notebook einfach nicht mit vertretbarem Aufwand zum Arbeiten zu bringen ist. Mit zum Arbeiten bringen meine ich, dass mindestens die unter Windows übliche Funktionalität des Geräts vorhanden ist. Insbesondere die (durchaus gängige) WLAN-Karte funktioniert überhaupt nicht, auch nicht nach dem ich mich mit grotesken Spielereien mit Ndiswrapper-Modulen und solchem Zeug eingelassen hatte. Ich fühlte mich schon wie ein junger Gott, als nach diversen Kernel-Modul-Spielereien tatsächlich die LED auf der WLAN-Karte leuchtete. Fazit, von The Tao Of Mac schön formuliert: »Want Painless Laptop UNIX? Get a Mac – For Now«

Davon abgesehen, Ubuntu Linux »The Hoary Hedgehog« gefällt mir sehr gut, auf dem PC läuft es ganz ausgezeichnet, bisher gab es auch keine Probleme mit den Paketen aus Universe. Die Software ist topaktuell, und das System gehorcht der (mir) geläufigen Debian-Logik. Feine Sache!

Mehr zum aktuellen Ubuntu-Release:

Das dünne Eis freier Projekte

Linux

Wenn man auf freie Projekte setzt, kann man unter Umständen auf sehr dünnem Eis stolzieren. Beim Debian-Projekt hat ein Server die Grätsche gemacht, was zur Folge hat, dass ich seit Tagen bestimmte Pakete nicht bekommen kann. Und ich bräuchte dringend die Subversion-Pakete für Woody. Wie kann man einen Server auch ausgerechnet nach ihm benennen. ;-)

Es ist schon ein Kreuz. Debian ist genial, hängt aber am seidenen Faden der Erreichbarkeit, SuSE saugt, RedHat sowieso, Gentoo ist zu mühsam für richtige Server – was soll man bloß nehmen?

Nachtrag: Ganz einfach, man macht das wie ein richtiger Mann, lädt sich die Sourcen herunter und kompiliert alles selbst. Brandneues Subversion mit Apache-Modul. Und die ganzen halbgaren Bastelserver freier Projekte können einem fortan gestohlen bleiben. ;-)

Pinguineskes: Großes Update und KDE3.3

Linux

Linux feiert heute 13. Geburtstag, sagt der vom H-Blog in sein eigenes Ameisendorf umgezogene thorte (die Release-Notes des ersten Kernels 0.0.1 kann man sich noch anschauen, und sogar den Kernel 0.0.1 downloaden), und irgendwann diesen Monat vor 10 Jahren installierte ich mein erstes Linux. Das genaue Datum lässt sich nicht mehr nachvollziehen, es waren sowieso mehrere Tage (und Nächte, selbstredend), die ich damals brauchte, um mein erstes Linux in Gang zu kriegen, ein SuSE war das damals noch. Und da auch noch eine wohlbekannte Bloggerin sich hochgradig enthusiasmiert über das neue KDE 3.3 äußerte, war es an der Zeit, mein vor lauter Apfel-Begeisterung in letzter Zeit arg vernachlässigtes Gentoo Linux-System mal wieder zu aktualisieren.

Mit einem beherzten Tippen von emerge rsync, emerge portage und, schließlich, die Krönung, der herrschaftliche Befehl schlechthin, zwei Worte die eine gewaltige Download-, Stromverbrauch- und Kompilierorgie auslösen, emerge world in die gierig auf Eingabe wartende Kommandozeile, startete der Upgrade des elegantesten Linux-Systems von allen. Etwa 34 Stunden dauerte die Neukompilierung und Aktualisierung des Gesamtsystems, dreimal blieb es stehen. Einmal, weil ich die von mir selbst gebloggten weisen Ratschläge natürlich nicht beherzigt habe (obwohl ich schwören könnte, die LINGUAS-Variable in /etc/profile gesetzt zu haben, aber sie war nicht da ;-)). Beim zweiten Mal stolperte emerge über die DSL-Zwangstrennnung nach 24 Stunden, die wohl zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam, und beim dritten Mal ließ sich ein Paket namens ml_donkey (Wer hat denn das installiert? So etwas würde ich nie benutzen!) nicht kompilieren. Ansonsten lief alles problemlos, alles war aktuell, und vor allem, alles funktionierte auf Anhieb. Lieber 34 Stunden warten, als nach dem Upgrade gewisser RPM-basierter Systeme anschließend tagelang in Newsgroups und Foren nach einer Lösung für beharrliches Nicht-Funktionieren zu suchen. Nach dem grafischen Login erfreute sich mein von der Kommandozeile schon arg getrübtes Auge an der frischen Pracht eines KDE 3.3.-Desktops (ein Klick! auf das Bildchen öffnet den Screenshot in der Originalgröße von 1280×1024 Pixeln, und die artifizielle Dame, die sich neckisch im Hintergrund des transparenten Terminals präsentiert, gehört nicht zur KDE-Distribution): Der Unterschied zu KDE 3.2 ist nicht so arg groß, Spielsachen wie die transparenten Menüs funktionieren nun zügiger, es gibt endlich einen vernünftigen “Theme-Manager”, und die Integration des ganzen PIM-Gerödels zu einem großen Outlook-Imitat ist weiter fortgeschritten. Der KDE-Stammbrowser Konqueror wurde weiter verbessert. Er hat nun ein sehr kühles Feature, wenn man einen der Tabs angeklickt hat, kann man mit dem Scrollrad der Maus schwungvoll zwischen den einzelnen Browser-Tabs hin und her wechseln.

Eine für Blogger interessante Neuerung ist die Integration eines RSS-Readers in den Konqueror, Newsticker genannt. Das Anlegen der Feeds ist etwas umständlich, ohne Zwischenablage und Dialog-Klickerei geht es nicht, da ist noch Raum für Verbesserungen, ich denke da an automatisches Erkennen des Feeds einer Seite auf Knopf- oder Tastendruck. Hat man den Feed angelegt, erscheinen die Einträge in der Seitenleiste, und mit einem Klick bekommt man den entsprechenden Eintrag im Browserfenster angezeigt. Nett, aber wäre mir für Dauerbenutzung zu umständlich und zu langatmig.

Eine eher putzige Neuerung ist das neue Malprogramm Kolourpaint, ein astreines Plagiat des mit Windows ausgelieferten MS Paint. Wenn Gimp zu kompliziert ist, findet man in Kolourpaint ein einfacher zu bedienendes Pixel-Grafik-Programm zum Malen und Zeichnen großer digitaler Meisterwerke in KDE. Die beiden kleinen Screenshot-Ausschnitte kann man sich übrigens auf einem weiteren großen Screenshot in 1280×1024 Pixel in Originalgröße betrachten.

Fazit: Gefällt mir gut, das neue KDE 3.3. Nicht-Linuxer sollten sich mal eine Linux-Live-Distribution wie z.B. SLAX besorgen und es einfach mal ausprobieren, im Grunde unterscheidet sich die Arbeit mit Linux und KDE nur noch in Spezialfällen von der mit Windows. Ob das so wünschenswert ist, aus der Linux-Perspektive, steht natürlich auf einem ganz anderen Stück Papier …

Gentoo und kde - Falle

Linux

Eine böse Falle: Wenn man unter Gentoo-Linux kde mit deutscher Lokalisierung aktualisieren möchte, so muß man vor dem emerge kde kde-i18n ein export LINGUAS=“de” absetzen, sonst schaut man nach Stunden nach und ärgert sich schwarz, dass nix kompiliert wurde. Damit ich das nicht beim nächsten Mal wieder vergesse, wird es nun hier “abgebloggt”!

Warum kde? Der Vortrag von Klas Kalass auf dem LinuxTag wurde mit solch einer ansteckenden Begeisterung intoniert, dass ich mal wieder kde aktualisieren und zum Standard-Desktop machen musste.

LinuxTag-Impressionen

Linux

Ein weiterer Höhepunkt des LinuxTags war der Vortrag von Klaus Knopper, der die LinuxTag-DVD-Edition von Knoppix vorstellte. Mit der Tücke des Objekts konfrontiert, sprich, sein Laptop wollte nicht so richtig mit dem Beamer zusammenarbeiten, machte Klaus aus der Not eine Tugend und demonstrierte, wie man den Knoppix-Bootvorgang in solchen “Krisensituationen” steuert und sich mit dem Framebuffer-Device rettet. Er stellte den üppigen Umfang der LinuxTag-DVD-Edition vor (ganz geschickt mit einem komprimierten Dateisystem versehen, so dass auf eine 4,7 GB-DVD satte 6 Gig Inhalt passen) und machte sie dem geneigten Publikum so schmackhaft, dass ich gleich nach dem Vortrag los und sie für 10 Euro erwerben musste.

Ein Fazit des LinuxTags: Eine recht interessante Veranstaltung, die Vorträge können, bedingt durch ihre Länge (besser: Kürze), bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzen (wie z.B. die über den Apache oder GIMP, die ich besucht habe). Man kann halt andere Linuxer einmal “in Augenschein” nehmen, und allerlei Devotionalien erwerben, so z.B. einen äußerst kühlen Gentoo-Badge für meinen PC. Und ein herzliches Danke schön geht an die KaLUG, die das Bloggen vom LinuxTag mit ihrem kostenlosen WLAN erst möglich machte.

Zum Abschluß noch einige Bild-Impressionen, ein Klick auf das kleine Bild öffnet eine vergrößerte Ansicht in einem separaten Fenster.



Auf dem Berg der Verzweiflung

Linux

Ein echtes Programm-“Highlight” am gestrigen Freitag war der Vortrag von Kristian Köhntopp (Bild oben) und Oliver Stoll (Bild unten) von web.de über Wachstumsschmerzen mit Linux. Die beiden plauderten aus dem Nähkästchen, berichteten vom “Berg der Verzweiflung” und haben echte Entertainer-Qualitäten, der geneigte Zuhörer nahm die Erkenntnis aus der Praxis mit, dass kein Hardwarehersteller die Versprechungen halten kann die sie gemeinhin so machen.

Da Blogger, wenn sie unterwegs sind, meistens andere Blogger treffen ;-), hatte ich gestern das große Vergnügen Beate kennen zu lernen und den Nachmittag auf dem LT in höchst angenehmer Gesellschaft zu verbringen.

Heute habe ich dann erst einmal verschlafen, und musste mich nun in höchster Not an eine Steckdose in der WLAN Ecke (vgl. Eintrag von gestern ) retten um mein Powerbook erst einmal aufzuladen, wenn man WLAN benutzt kann man zuschauen wie sich der Akku lehrt, wie gesagt, kein Hardwarehersteller hält seine Versprechungen …

Im Moment ist die WLAN-Ecke von allerlei Linux-Kiddies bevölkert, es ist schön zu sehen dass nicht die gesamte “Jugend von heute” auf einem schlechten Weg ist! ;-)

Gruß vom LinuxTag

Linux

Ich grüße die Welt vom LinuxTag!

Dank eines WLAN der KaLUG kann man auf dem LinuxTag vorzüglich bloggen, wenn man des Anhörens von Vorträgen und des Anschauens von Ständen überdrüssig geworden ist und erst einmal eine Runde mit dem Notebook auf dem Schoß entspannen möchte. Ich sitze hier in der Sitzecke im Erdgeschoss des Kongresszentrums, wo man sich dank der leuchtenden Äpfelchen auf dem Schoß der BesucherInnen sofort heimisch fühlt. Neben mir sitzt eine reizende Apple-Userin, die mich bereits während meiner höflichen Anfrage, ob der Platz neben ihr frei ist, keines Blickes gewürdigt hat. ;-)

Man kann hier ein Vermögen für Merchandising-Zeugs ausgeben, Pinguin-T-Shirts, -Tassen, -Pins und allerlei anderen kühlen Tand gibt es käuflich zu erwerben. Da werde ich wohl zuschlagen müssen. Ähnlich wie bei der MacExpo hat sich auch auf den LinuxTag das “Evil Empire” Microsoft mit einem eigenen Stand hingetraut, im Programmheft betonen sie aber, dass sie zu einem sachlichen Dialog zur Verfügung stehen. “Was macht Ihr denn hier, Ihr Wurmschleuder-Spacken” wäre wohl nicht der Auftakt zu einem sachlichen Dialog im Sinne Microsofts.

Ich war noch nie auf einem Kongress oder einer Messe, wo so viele Besucher mit kurzen Hosen und Sandalen rumrennen, kommt auch nicht oft vor dass ich mich auf einer Veranstaltung dieser Art für “overdressed” halte.

Das soll’s für’s erste gewesen sein, wenn ich den nötigen Grad der Schmerzfreiheit erreicht habe, um mit der Kamera um den Hals durch die Gegend zu laufen, gibt es auch ein paar Foto-Impressionen.

LinuxTag hat begonnen!

Linux

Der LinuxTag hat begonnen, in der Blogosphere gibt es die ersten Berichte zu lesen und auch die ersten Fotos zu sehen.

Ich werde im Morgengrauen des morgigen Freitags gen Karlsruhe aufbrechen und mich Freitag und Samstag am Programm ergötzen, ob es davon hier etwas zu lesen gibt hängt davon ab, ob es irgendwo “Connectivity” gibt. Und natürlich möchte ich noch einmal auf die Hostsharing-Veranstaltung am Sonntag im Anschluß an den LinuxTag aufmerksam machen, deren aktualisiertes Programm auf der HS-Website zu finden ist.

Enthüllt: Linus hat Linux gar nicht erfunden!

Linux

Der fünften Kolonne Microsofts und SCOs, einer Alexis de Tocqueville Institution, ist es zu verdanken, dass Linus Torvalds endlich mit der Wahrheit rausrückt:

»Ok, ich gebe es zu. Ich wurde nur von der Zahnfee und dem Weihnachtsmann vorgeschickt, sie wollten nicht zugeben, dass sie Interesse an Computern zeigen. Ursprünglich nannten sie es Freax, weil sie sich ohnehin wie Außenseiter fühlten. Sie hatten schon eine ganze Reihe von Betriebssystemen entwickelt, bei Linux jedoch wurde ihnen klar, dass sie es nicht länger geheim halten sollten und suchten somit jemanden, der die Rolle des Erfinders übernimmt. Da der Weihnachtsmann aus Finnland kommt, enge Verbindungen zur Universität von Helsinki hat, und die Zahnfee der Ansicht war, dass meine Zähne sehr kräftig sind, kam er auf mich.«

Aber Spaß beiseite, diese ominöse Institution hat natürlich völlig Recht, es kann in unserer modernen und freien Gesellschaft nichts existieren, das nicht von unseren geliebten und glorreichen Unternehmen in all ihrer kreativen und innovativen Gloria entwickelt und patentiert wurde, denn Patente schützen bekanntlich die Innovation vor so bösen Hackergestalten mit Open Source – Gelüsten …

Tag des Werkelns

Linux

Heute (gestern, Montag) war in zweifacher Hinsicht ein Tag des Werkelns: Eine Zahnwurzelentzündung führte zu einem morgendlichen Spiegelbild, dass an den Anblick von Corrie Sanders nach seiner Niederlage gegen Vitali Klitschko erinnerte. Also war ein Zahnarztbesuch fällig, und ich durfte die historische erste Praxisgebühr zahlen! Warten muß man ohne Ende als ordinärer Kassenpatient (»Hey, wieso muß ich warten, ich bin ein Weblog-Star!«), dank stets am Mann befindlichen iPod war es aber erträglich.

Danach war dann Einbau einer Festplatte in den PC nebst Neuordnen der Partitionen fällig, eine gute Gelegenheit einmal Partimage und QTParted, ein Linux-Klon des bekannten Windows-Partitionierer Partition-Magic, auszuprobieren. Beim Erstellen der Images von den Partitionen fand ich Knoppix ein wenig saugend, Partimage schaufelte lediglich 100MB/Minute rüber, da konnte etwas nicht stimmen. Es gibt aber eine andere, für solche Zwecke absolut brauchbare CD-Linux-Distribution, SystemRescueCD, auf Gentoo basierend. Diese wurde auch mal flugs gebooted, sie enthält alles was man so für Festplattenspielchen und Notfälle benötigt. Und siehe da, Partimage schaufelte unter SystemRescueCD die Daten mit 450MB/Minute ins “Image” rüber. Irgendetwas muß da bei Knoppix falsch konfiguriert sein, mir fehlte aber jegliche Lust nachzuforschen was …

Für QTParted benötigt man den Framebuffer, der zwar etwas wackelig und wenig vertrauenerweckend läuft (es wirkt nicht gerade beruhigend, wenn bei der Eingabe der Partitionsdaten irgendwo auf dem Schirm wirre Zeichen erscheinen), aber letztendlich alle Partitionen problemlos verschob und die Größen anpasste. Die Vergrößerung der NTFS-Partition führte zu einem Scandisk und zwei Neustarts von XP, bevor es das geschluckt hatte, aber so kennt man das ja. ;-)

Fazit: Lief alles glatt, musste ja so sein, denn ich hatte, Sissy die ich bin, alle Partitionen in Images gesichert. Wenn man Backups hat, läuft bekanntlich immer alles glatt …

Linux ist nicht sicherer als Windows

Linux

Behauptet Forrester Research lt. einer Meldung von Technews (die bescheuerte Flash-Werbung gibt`s gratis dazu ;-)). Forrester hat, wenn man Technews glauben darf, lediglich die Zeit bewertet die vergeht bis ein Flicken verfügbar ist, die Qualität der Bedrohung aber außen vor gelassen. Es sind ja auch die Linux-Rechner von denen Trojanische Pferde Spams verschicken und Attacken auf andere Internet-Server reiten, es sind die Linux-Rechner deren grandiose Anti-Viren-Programme Mailserver lahmlegende Virenwellen noch anheizen in dem sie Bestätigungsmails über erhaltene Viren versenden. Es sind die Linux-Rechner die von Würmern einfach mal eben herunter gefahren werden, es sind die Linux-Rechner auf denen man sich beim Surfen Dialer einfängt, es sind die Linux-Rechner die sich Spyware einfangen, die Linux-Server die von SQL-Würmern befallen werden, usw. usw. usw. Daher ist die Studie wirklich plausibel, die Realität bestätigt das eindrucksvoll. ;-)

Was sollen solche Studien eigentlich beweisen? Die Realität verdrehen für Tech-Analysten-Report-gläubige Anzugträger?

Einige Linux-Distributoren haben eine gemeinsame Erklärung zu dieser Studie veröffentlicht.

(Via Link-Dump)

Internet Explorer 6 unter Linux

Linux Perennen

Ein Ärgernis für jeden passionierten oder professionellen Website-Kreator: Man kommt nicht umhin, seine Werke mit dem “Werkzeug des Teufels”, dem MS Internet Explorer 6, zu testen. Das bedeutet für den Linuxer, dass er entweder Windows booten oder einen zweiten Rechner mit Windows anschaffen muß, und das nur um mal zu gucken wie die Windowser gucken. Extrem ärgerlich!

Vor zwei Jahren hatte ich mal mit Wine experimentiert, das aber frustriert wieder aufgegeben. Heute startete ich einen neuen Anlauf, und staunte nicht schlecht als sich schlußendlich dieses Bild auf meinem KDE-Desktop bot:

Screenshot: MSIE 6 unter Linux

Es funktioniert tatsächlich, und das relativ unaufwändig!

Vorgegangen bin ich nach einer Installationsanleitung im Gentoo-Forum, einer weiteren Anleitung in “Frank`s Corner” und Mikes Wine Internet Explorer Installer.

Als erstes benötigt man Wine. Wine ist kein “Windows-Emulator”, wie der Volksmund gerne mal behauptet, sondern stellt einen Layer für die Ausführung von Windows-Programmen unter Linux zur Verfügung. Die Installation von Wine ist distributionsabhängig, unter Gentoo installiert man es mit emerge wine cabextract, letzteres ist ein nützliches Utility das man gleich mit installieren sollte. Wichtig: Man benötigt die Wine-Version “20031212”!

Als nächstes muß das System wissen wie es Wine findet, folgende Befehle, in der Shell ausgeführt, bewerkstelligen dies:

export PATH=$PATH:/usr/lib/wine/bin<br /> export LD_LIBRARY_PATH=$LD_LIBRARY_PATH:/usr/lib/wine/lib

Am besten fügt man diese Zeilen gleich seiner .bashrc hinzu!


Nun besorgt man sich Mikes Wine Internet Explorer Installer, bspw. mit wget:


wget http://bylands.dur.ac.uk/~mh/wine-ie/install-ie6.sh

Und führt ihn aus: ./install-ie6.sh


Es wird nun das Installationsprogramm von Microsoft für den Internet Explorer 6 “downgeloadet” und ausgeführt. Ab und an kommt es zu irgendwelchen Fehlermeldungen, einfach ignorieren! Bleibt Mikes Installationsskript in der Wine-Debugshell stehen, beendet man diese mit “quit”. Das Skript bietet am Schluß noch an, ein Startskript sowie ein Symbol für den Internet Explorer anzulegen, dem stimmt man zu. Wenn alles gut gegangen ist, sollte das Bild oben auf dem Linux-Desktop erscheinen.


Als erstes sollte man die Startseite im Internet Explorers umstellen, denn bei mir stürzte der IE ab als er versuchte die von Microsoft voreingestellte MSN Deutschland – Startseite zu laden, “about:blank” ist da eine gute Wahl.


Das war es schon, zukünftig kann man mit iexplore den Internet Explorer starten, diesem Skript kann man auch einen URL als Parameter mitgeben, also in der Shell z.B. iexplore <a href="http://www.das-netzbuch.de" >http://www.das-netzbuch.de</a> tippen. Fortan kann man sich das Booten von Windows für Textzwecke sparen! :-)

Frisches Gentoo erschienen!

Linux

Gentoo-Linux 2004.0 ist erschienen! Das ist aber nur für “Neu-Gentooer” von Belang, der Vorteil von Gentoo liegt bekanntlich darin, dass das System kontinuierlich aktualisiert wird. Das Konzept von “Releases” auf CD ist mehr oder weniger aus der Windows-Welt in die “Linuxerei” gesickert, ich bekomme regelmäßig Anfälle wenn mir einer etwas von “Linux 9.2” erzählt. “Offizielle” neue Versionen gibt es nur dann, wenn Linus einen neuen Kernel freigibt, der Rest ist reines Marketing der Distributoren.

Da mein Gentoo ein paar Monate nicht aktualisiert wurde, habe ich einmal trocken “emerge world” getippt, den Rechner etwa 32 Stunden in Ruhe gelassen, und in der Zwischenzeit wurde fast das gesamte System in “frischen” Quelltexten aus dem Netz gezogen und kompiliert. So muß das laufen! Nur einmal war ein “händischer” Eingriff notwendig. Nun brummt er mit Kernel 2.6, KDE 3.2 und allen neuen schönen Sachen! Und damit ich in ein paar Monaten nachschauen kann, wann ich denn das letzte Mal “die Welt” aktualisiert habe, schreibe ich das halt hier hin. Clever, wa? ;-)

Fakten Fakten Fakten

Linux

Jetzt auch auf deutsch, vom guten alten Microsoft: Fakten zu Windows und Linux. Dort gibt es Studien und Referenzfabeln, denen eines gemein ist: Sie belegen, dass das schillernde Microsoft-Pferd auf jeden Fall weniger Hafer frisst als der gefräßige häßliche Linux-Gaul. Propaganda der alten Schule halt. Via Pro-Linux, die trocken bemerken: »Der Alltag von Windows-Installationen besteht aus Fehlfunktionen, Viren, Würmern und Trojanern, die natürlich in der bunten Werbewelt von Microsoft nicht auftauchen.«

Das fehlt noch

Linux

Infoworld: »IBM to launch MS Office for Linux.«

Das braucht wirklich kein Mensch. Schon jetzt kann man 98% aller Office-Dokumente mit Linux verarbeiten, da die typischen Büromenschen Word wie eine Schreibmaschine benutzen, und es um die Multimediaeffekte aus Powerpoint, die beim Import verloren gehen, sowieso nicht weiter schade ist. Statt den proprietären Pseudo-Standard auch noch Linux aufzudrücken sollte man sich lieber um die Etablierung offener Standards kümmern.

(Via Linuxtoday)

Linus Torvalds spricht ...

Linux

… in der Wirtschaftswoche zur leidigen SCO vs. Linux-Geschichte:

»Ich finde es ziemlich verwirrend – und persönlich verletzend –, wenn SCO sogar Urheberrechte am Programmcode geltend machen will, den ich selbst geschrieben habe. Die stecken inzwischen offenbar in einer derart aussichtslosen Lage, dass sie versuchen müssen, alte Lügen mit neuen Lügen zu verbergen.«

Nebenbei ist Linus auch der Ansicht dass sich Linux so weiter entwickeln wird dass es sich letztendlich auf Heim-PCs gegen Windows durchsetzen wird.

Tut nichts zur eigentlichen Sache, ist aber ärgerlich: Diese Geschichte fand ich auf de.internet.com (absichtlich kein Link), dort wird der Eintrag der Wirtschaftswoche fast wörtlich zitiert, ohne dass man es für nötig hält, den Link auf den Originaleintrag zu setzen. Es könnte ja jemand woanders hin surfen und dadurch Werbeeinnahmen auf der mit mit “Produktinformationen” zugekleisterten Seite entfallen. So viel damit zum Thema: “Die Werbung auf der (meiner, unserer) Website beinflußt doch nicht die (meine, unsere) Inhalte!”

Apache Friends brauchen Hilfe

Linux

Wer unter Windows oder Linux mal flugs ein “Cutting Edge” Apache-MySQL-PHP-Perl-System aufsetzen will oder muß, der fummelt nicht an allen einzelnen Programmpaketen der Projekte herum, sondern lädt sich (seit nunmehr über zwei Jahren) das vorzügliche XAMPP-Paket der Apache-Friends herunter – “downloaden”, auspacken, starten, fertig! Mit im Paket sind noch zahllose Extras wie expat, Ming, Sablotron, die PEAR-Classes – kurz und gut, ein “Rundum-Sorglos-Paket”. Die hohe Qualität dieser LAMPP resp. WAMPP-Distribution machte XAMPP populär, allein im Januar wurde XAMPP fast 36.000 mal heruntergeladen!

Nun haben die beiden Macher des Projektes, Kai `Oswald` Seidler und Kay Vogelgesang, Ärger am Hals. Ein Trittbrettfahrer, der mit dem XAMPP-Projekt nichts zu tun hat, meldete XAMPP beim Deutschen Patentamt als Wortmarke auf seinen Namen an. Da Kai und Kay verständlicherweise etwas dagegen haben, dass irgendwer mit der Popularität ihres Projekts Geld verdient, wollen sie mit Hilfe eines Anwalts gegen diese Marken-Registrierung vorgehen und bitten deshalb die Community um Spenden:

»Es ist schon traurig: Kaum hat man mit einem freiwilligen, ehrenamtlichen, unkommerziellen Projekt Erfolg, gibt es Trittbrettfahrer, die einem in die Quere kommen und versuchen ihren eigenen Profit raus zu schlagen. […] Einige haben uns gefragt, warum wir nicht die Konfrontation vermeiden und XAMPP einfach umbenennen. Aber verschieben wir damit das Problem nicht nur in die Zukunft? Wir nennen XAMPP nach LALALA um und sind damit erfolgreich. Und dann kommt der nächste und klaut uns dann LALALA? Sollen wir uns dann wieder einen neuen Namen suchen?
Es ist nicht richtig, dass uns jemand unseren Namen klaut und wir lassen uns das nicht gefallen!!!
Aber das können wir nicht selbst (ein Politologe und ein Informatiker) alleine durchsetzten. Dafür brauchen wir die Hilfe eines Anwalts und für den Anwalt brauchen wir Geld. Und da kommt ihr ins Spiel. Da brauchen wir eure Hilfe.«

Also, wer ein paar Euro übrig hat, und sich vielleicht mit XAMPP die Arbeit erleichtern konnte, findet hier die richtige Adresse um die Euro loszuwerden. ;-)

Was sind das nur für Zeiten …

Weg mit der GUI! Konsole rules!

Linux

“Echte Männer” benutzen Linux. Das ist mal Fakt (`tschuldigung, liebe Leserinnen, Ihr wisst ja, im heutigen medialen Umfeld, in dem sich auch der Blogger als solches bewegt, muß auch ein trockener Blogeintrag über Linux-Konsolen-Anwendungen einen Aufhänger, ne, ich meine, wie sagen die Glattgekämmten, `nen “Eyecatcher” haben). Die richtig harten Burschen und Mädels benötigen die grafische Oberfläche aber nur um mehrere Terminal-Fenster gleichzeitig laufen zu haben. Konsequenz: »Throw That GUI Out the Door: Console Applications That Shine«

»The applications available for the console are at a level of quality that should satisfy a large array of *nix users whether your goal is to add some new applications to your arsenal or to use the console exclusively. My favorite advantage gained by using console applications is the ability to run a ssh daemon and access these applications from anywhere with a basic ssh client.«

Der Artikel stellt einige nützliche Programme für die Konsole vor. Eine der “Konsole-Killer-Applikationen” hat Autor Scott aber vergessen: Den Mailclient mutt. Da ich tagsüber hinter einem recht dichten Firewall sitze komme ich lediglich per ssh-Kette nach “draußen” und lese meine Mails auf der Konsole direkt auf dem Rechner meines Providers Hostsharing. Man täuscht sich, mutt als Konsolenprogramm steckt in Sachen Übersicht und Geschwindigkeit jeden grafischen Mailclient locker in die Tasche, selbst IMAP-Folder mit einigen tausend Mails sind mit mutt spielend zu beherrschen. Die Konfiguration ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist diese Hürde aber genommen kann man damit hervorragend arbeiten. Als Linux-User(in) sollte man mutt einmal ausprobieren!

BSD für Linuxer

Linux

Weit angelegte Betrachtungen über Betriebssysteme im Kontext anderer Betriebssysteme scheinen in Mode zu kommen. Nach Amit Singhs »What is Mac OS X?« (im Netzbuch am 8.1.04 gewürdigt) folgt nun: »BSD vs. Linux« (via Linux Today). Vom Autor Matt Fuller selbst als “Rant” (dt. etwa: Phrasengedresche, Wortschwall) klassifiziert, ist Matts Text ähnlich wie Amits Ausführungen aufgebaut, also Einleitung, technische Exkursionen, philosophische Fragmente und persönliches Fazit.
Matts Fazit:

» Why should you run BSD?
Well, I don`t know. Does what you have now meet your needs? Then you probably don`t have an urgent need to change anything.
There`re plenty of essays and rants on there about why X works better than Y, for any values of X and Y. I don`t want to write another one. If and when you do get time or inclination or resources to try BSD, I want this essay to help you understand why some of those differences are there, and what the result of those differences is.«

Debian: Gecrackt und aktualisiert

Linux

Wer in den letzten Tagen mal ein “apt-get update” versucht hat, dem ist sicher aufgefallen dass einige Debian-Server (insbesondere der mit den Security-Updates) nicht erreichbar waren. Grund: Einige Debian-Server wurden “gecrackt” (Pro-Linux, Slashdot). Nun ist wieder alles in Ordnung, und es gibt ein Update für Debian Woody, nämlich “3.0 r2”. Ein “apt-get update” gefolgt von “apt-get upgrade” bringt das System auf den neuesten Stand.

[Via Slashdot]

Novell SUSEware

Linux

Novell krallt sich SuSE, und ein “Frankenwindows”-Fan schreibt im Heise-Forum einen Abschiedsbrief: »Erinnerst du dich noch, wie ich dir damals im romantischen Schein des blauen Win-Bildschirms heilig versprochen habe, nur noch fremdzugehen, wenn ich spielen will*? Ich bin standhaft geblieben. Und du? Du hast dich vollkommen naiv an einen Ami verschenkt. Du wolltest berühmt werden, und hast Mr. Novell geglaubt, als er dir versprochen hat, er würde dich ganz groß rausbringen – die Heidi Klum der IT-Branche aus dir machen. Ha! Und gleich noch eins: Ha!Wenn du in den US of A angekommen bist, fahr mal auf den Straßenstrich von Silicon Valley. Da findest du jede Menge von den gebrochene-Herzen-durch-gebrochene-Versprechen-Verlierern.«

Und noch ein paar etwas ernsthaftere Einschätzungen präsentiert NewsForge.

Was soll man davon halten? Ich habe mich vor zwei Jahren, nachdem ich von 1994 an treuer SuSE-Anhänger war, von SuSE-Distributionen verabschiedet, weil sie sich leider als “un-update-bar” offenbarten. Von daher ist es mir eigentlich egal. Andererseits ist es ein weiterer Schritt in Richtung “totaler Linux-Kommerz”, was mir ein rational schwer erklärbares Unbehagen verursacht, gerade weil es ein amerikanisches Unternehmen ist. SCO lässt grüßen.

Gentoo mit Gnome 2.4

Linux

[Screenshot Gentoo-Linux mit Gnome 2.4
Screenshot des Wiedergeborenen. Klick öffnet Bild in voller Pracht!



Jubelstürme auf dem Freudenberg: Mein Gentoo-Linux lebt wieder! Nach einer etwas gründlicheren Analyse dessen was schief lief stellte ich fest dass das letzte Update fstab sowie die rc.conf völlig verhärmt hatte, nach einer händigen Reparatur, der Auswahl eines anderen Gentoo-Mirrors und einem beherzten emerge rsync, gefolgt von einem aufgeregt verfolgten emerge system, ist alles wieder in Ordnung. Man fragt sich zwar wie es sein kann, dass man mit den normalen Befehlen des Paketmanagers sein System so kaputt machen kann dass man nicht mal mehr eine deutsche Tastaturbelegung nach dem Reboot hat und kein Paket mehr kompiliert (ich schwöre beim Rasen des Bökelbergs, ich habe nichts händig in irgendwelchen Config-Dateien verhärmt!), aber sei`s drum, “you get what you pay for.” Ein emerge gnome reparierte X11 und nun strahlt Gnome 2.4 in voller Pracht.

Dieses Gnome-Release gefällt mir sehr gut, endlich ist dieses Durcheinander mit Desktop-Umgebung plus separater Fenster- und Dateimanager, die irgendwie mehr oder weniger integriert wurden, weg (oder so gut versteckt dass es nicht mehr auffällt). Dieses Konzept wollte mir nie einleuchten, daher habe ich Gnome nie genutzt. Das könnte sich nun ändern, es ist nicht so “windowsig” wie KDE und ein wenig komfortabler als fluxbox. Performance ist bei meinem PC glücklicherweise kein Entscheidungskriterium, das System ist mit allen grafischen Umgebungen sehr schnell. Also darf nur der Geschmack und die Freude am grafischen Schnick-Schnack entscheiden. ;-)

Wer keine Arbeit hat ...

Linux

… der macht sich welche: Mein Gentoo-Linux-System ist völlig hinüber, jeglicher Versuch neu zu kompilieren führt zu Fehlern. Was lernen wir daraus? Ab und an mal ein “Image” von der Systempartition zu ziehen lohnt sich. Zumindest wenn man es braucht.

Nun muß wohl mal ein trüber Herbsttag herhalten für eine langwierige Neuinstallation …

Spaß mit cal

Linux Perennen

Unter der unscheinbaren Unix-Kommandozeile (z.B. in Mac OS X und Linux) schlummert so manches unentdeckte Schätzchen. Z.B. der cal Befehl. Wenn man gerade in einem Terminal tippt und mal schnell nachschauen möchte wann man Geburtstag hat, so hackt man mal kurz ein cal -y in die Kommandozeile und erhält einen wunderhübschen Jahreskalender. Unter Linux kann man auch ncal -y benutzen, das formatiert den Jahreskalender etwas eleganter.

cal funktioniert für den Zeitraum ab dem Jahr 1 nach Christus. Sehr interessant ist ein cal -y 1752. Bekanntlich gab es bereits im Jahre 1582 die Gregorianische Kalenderreform, die aber erst 1752 in ganz Europa umgesetzt wurde. Daher sieht der September 1752 sehr interessant aus …


Aber es steckt noch mehr drin. Unter “/usr/share/calendar” sind in Mac OS X und Linux Kalenderdateien mit historischen Daten versteckt, Paso bedient sich im fscklog immer dieser Funktion für seine “Jubiläen aus dem Terminal”. Unter Mac OS X gibt ein cat /usr/share/calendar/* | grep `date +"%m/%d"` auf dem Terminal aus was sich alles so ereignet hat, Linux-User brauchen nur ein trockenes calendar in das Terminal zu hacken.


Mit calendar -a kann der oder die “root” des Systems alle Jubiläen und Termine eines Tages per Mail an alle User senden, und (zumindest unter Linux) kann sich auch jede® Benutzer(in) eine Kalenderdatei im Home-Verzeichnis anlegen die dann durch cal und calendar ebenfalls verarbeitet wird.


Wie man sieht, es müssen nicht immer große bunter Programme sein, auch in der unscheinbaren Kommandozeile findet man nützliche Sachen …

Computer-Philosophisches: Linuxzeit - Bastelzeit

Linux

Ich konnte es natürlich nicht lassen: Irgendwo gelesen dass Gnome 2.4 draußen ist, musste ich natürlich haben. Dank des genialen Gentoo-Portage-System sollte das ja kein Problem sein – ist es natürlich doch. Es scheint einfach so zu sein: Alle, aber wirklich alle, Paketverwaltungen für Linux saugen. Die eine mehr, die andere weniger. Sicher, ich kann ja bei Debian Woody bleiben, da saugt die Paket-Verwaltung eigentlich nicht, nur kann ich dann frühestens im Frühjahr 2005 mit Gnome 2.4 rechnen. Bei einem Produktivsystem würde ich das sogar machen, mein Linux daheim ist aber zu einem gewissen Grad auch “Fun”, und da gehört es einfach dazu dass man neue bunte Sachen einmal ausprobieren möchte.

Es liegt einfach in der Natur der Sache: Mit den immer komplexeren Desktop-Umgebungen ist einfach ein Durcheinander von Abhängigkeiten im Linux-System erreicht dass man nur von, nun ja, Windows kennt. Gentoo will alles mögliche kompilieren für ein Gnome-Update, und mittendrin bleibt ein Paket mit einem Kompilierfehler stehen. Und damit geht nun kein X mehr. Sicher, nun kann man lesen, suchen, lesen, suchen, kompilieren, lesen, suchen, und irgendwann ist der Fehler dann behoben. Ich habe schon im Gentoo-Forum gelesen dass genau dieses Paket bekannt für seine Probleme ist. Nur eine Lösung gab es keine. ;-)

Ich will Euch mal was verraten: Ich mag Linux wirklich. Ist ein feines System, ein Traum, wenn es einmal läuft. Macht einfach Spaß damit zu arbeiten. Aber: Vielleicht liegt es am zunehmendem Alter, ich habe einfach keinerlei Lust mehr bei jeder Aktualisierung damit rechnen zu müssen dass irgendwas Schlimmes passiert. Seit 1994, als ich mein erstes Linux installierte, wird das schlimmer statt besser. Wie gesagt, die Komplexität nimmt zu. Das wird das Problem sein. Und das ist keine spezifische Gentoo-Sache, damit muß man bei allen Linux-Distributionen rechnen. Dieses ewige suchen, lesen, basteln, suchen, lesen, basteln, wenn man etwas “außergewöhnliches” wie z.B. einen PDA an die USB-Schnittstelle anschließen, möchte. Braucht man erst mal dieses und jenes Kernelmodul, dank des grandiosen Prinzips dass Treiber im Kernel laufen heisst es dann erst einmal: Fröhliches Kernel-Backen. Und dann 7 Man-Pages, 3 Docs in /usr/share und 37 HTML-Dokumente lesen, konfigurieren und machen und tun – einfach keinen Bock mehr drauf!

Als Alternative (Windows ist natürlich indiskutabel) gefällt mir MacOsX immer besser. Eigentlich sitze ich auch daheim nur noch am Powerbook. Gut, MacOsX kostet Geld. Aber nicht nur Geld ist eine Ressource, sondern auch Zeit, insbesondere für den erwachsenen Menschen der einer geregelten Tätigkeit nachgehen muß. Und da stellt sich die Frage ob es nicht einfacher ist ab und an Steve und seinem Apfel-Laden 130 Euro für ein MacOsX-Update, dass man dann einfach reinschiebt, einen Moment wartet und es läuft, in den Rachen zu werfen als ständig stundenlang seine Zeit mit dem Studium von trockenen Dokus, Basteleien und Suchaktionen im Netz zu verbringen nur weil man jetzt gerne mal schöne neue Sachen hätte (oder “Unmögliches” verlangt wie den PDA an USB anschließen, oder gar PowerManagement auf einem Notebook). Ich tendiere nun ernsthaft zu ersterem. Vielleicht sollte ich den PC verkaufen, den Sparstrumpf füllen und dann durch einen G5 ersetzen. ;-)

Das Image der Linux-Benutzer ...

Linux

… ist nicht das allerbeste. Das Problem ist dass arrogante Besserwisser in der netz-öffentlichen Wahrnehmung einen prägenden Eindruck hinterlassen. Da lese ich z.B. gerade bei Urban Netizen: »[…] ihr seit[sic!] selbst schuld, ich werd IE in absehbarer Zeit hier verbieten, also besorgt euch einen vernuenftigen Client.« Das ist genau so unsäglich wie die Webseitenproduzenten die Seiten ins Netz stellen auf denen steht: “Um unser Angebot zu besuchen benötigen Sie IE6 mit aktiviertem Schwuppwuppdiwupp.” Das zweite Gesicht des selben Januskopf. Warum kann man es nicht bleiben lassen anderen Leuten Vorschriften machen zu wollen?

Ich benutze Linux seit 94, genauso lange verfolge ich die “Szene” im Internet, arrogante Missionare wie der urbane Netzbürger treiben sich aber erst in den letzten zwei-drei Jahren gehäuft im Netz herum. Man muß schon ein ziemlich armer Wicht sein, wenn man meint aus seinem Betriebssystem und einem wie auch immer akkumulierten technischen Wissen eine Position “von oben herab” einnehmen zu können …

20 Jahre GNU

Linux

[GNU-Logo] Gestern vor 20 Jahren, am 27.9.1983, schrieb Richard M. Stallman folgenden Newsgroup-Beitrag:

»Free Unix!

Starting this Thanksgiving I am going to write a complete
Unix-compatible software system called GNU (for Gnu`s Not Unix), and
give it away free to everyone who can use it. […]

To begin with, GNU will be a kernel plus all the utilities needed to
write and run C programs: editor, shell, C compiler, linker,
assembler, and a few other things. […] We hope to supply, eventually, everything useful that
normally comes with a Unix system, and anything else useful, including
on-line and hardcopy documentation.«

20 Jahre später ist GNU-Software allgegenwärtig. Egal ob man in Linux, FreeBSD oder Mac Os X eine Shell öffnet und ein ls tippt oder ein Paket aus dem Netz zieht und es kompiliert: Man benutzt GNU-Software. Ohne die bestehende GNU-Software wäre Linux nur ein Kernel geblieben, fast alles was das System überhaupt erst benutzbar machte und macht ist GNU-Software. Tragisch dabei: Jeder redet von Linux, kaum jemand von GNU und der die GNU-Entwicklung tragenden Free Software Foundation. Eigentlich müsste man immer “GNU/Linux” sagen statt einfach nur “Linux.”

Das einzige GNU-Projekt was bis heute nicht richtig in die Gänge gekommen ist ist der Systemkernel, der GNU-Kernel namens Hurd ist auch zwanzig Jahre später noch eine große Baustelle.

Da bleibt nur zu sagen: Thanks a lot and happy birthday, old GNU!

Linux beliebtestes Cracker-Ziel

Linux

Pro-Linux: »Die neueste monatliche Analyse der Firma mi2g sieht Linux-Server weiterhin als beliebtestes Angriffsziel von Internet-Kriminellen. […] Einen Grund dafür, warum die Zahlen für Linux so hoch sind, lieferte die Firma bereits selbst in ihrer früheren Analyse: Linux wird angegriffen, weil es die dominierende Plattform im Serverbereich ist. Bei einem Anteil von Apache von fast 70 Prozent aller Webserver kann man von einem entsprechenden Anteil von Linux ausgehen, auch wenn einige dieser Apache-Server unter Windows oder BSD laufen.«

Das ist eine erstaunliche Aussage, finde ich, zumal die Zahlen von mi2g nicht nachprüfbar sind.

SCO: Der "Beweis"

Linux

Bruce Perens hat die SCO-Slide-Show mit dem angeblichen “Beweis” veröffentlicht und diesen “Beweis” dann gleich mal widerlegt (via Slashdot): »These slides have several C syntax errors and would never compile. So, they don`t quite represent any source code in Linux. But we`ve found the code they refer to. It is included in code copyrighed by AT&T and twice released as Open Source under the BSD license: once by Unix Systems Labs (a division of AT&T), and again by Caldera, the company that now calls itself SCO. The Linux developers have a legal right to make use of the code under that license. No violation of SCO`s copyright or trade secrets is taking place.«

Bruce` Seiten sind derzeit etwas überlastet, daher müsst Ihr ein wenig Geduld mitbringen wenn Ihr Euch das anschauen möchtet.

Zitat des Tages

Linux

Bill Gates sprach (lt. Pro-Linux):

»Die unkontrollierte Entwicklung von Linux bewirkt, dass das System auf der Stelle steht. Änderungen und Neuerungen die von einem Entwickler eingeführt wurden, werden durch Änderungen anderer wieder zunichte gemacht. […] nur die Innovationen Microsofts [bieten] die Grundbausteine für ein stabiles und sicheres System [..], bei dem alles unter Kontrolle ist.«

Quod erat demonstrandum.

VIM kannste knicken!

Linux

Pro-Linux: »Kein Flame, sondern ein neues Feature von VIM 6.0: Folding. […] Das Fold-Feature ist seit der VIM-Version 6.0 integriert. Generell kann man darunter verstehen, Teile des zu editierenden Textes zu knicken oder zu falten (engl. to fold). So können Texte in verschiedene Teilbereiche gegliedert und für den Editierenden momentan uninteressante Bereiche einfach ausgeblendet werden.«

Mehr: Pro-Linux!

SCOs preiswerte Linux-Lizenz

Linux

Manchmal passieren Dinge bei deren Kenntnisnahme man einfach staunend mit offenem Mund vor dem Rechner hockt: So möchte SCO dass jeder, der das (O-Ton) “unautorisierte Unix-Derivat Linux” kommerziell einsetzt, eine Lizenz von SCO kauft, zum Einführungspreis von 699 Dollar pro Prozessor (Pro Linux). Dazu fällt mir rein gar nix mehr ein. Ich hoffe doch sehr dass niemand so dumm ist und tatsächlich Lizenzen von SCO kauft.

Die Botschaft des Pinguin

Linux

[Der Rollberg] Linux inspiriert – zu Reflexionen über die Gesellschaft als solches, z.B. diese Woche im Freitag: Kann ein Nischenphänomen als Utopiemaschine dienen? fragt sich Rainer Fischbach in einem lesenswerten Artikel und möchte Software als ein “öffentliches Gut” sehen: »Die Logik, der ein öffentliches Bildungswesen folgt, stimmt auch für die Standardsoftware: eine einheitliche Systemplattform, einheitliche Formate und Protokolle für den Datenaustausch, einheitliche Text- und Rechenblattsoftware sind etwas Ähnliches wie eine einheitliche Sprache und ein einheitliches Maßsystem. Zeitgenossen wie Bill Gates sind deshalb vor allem Rentiers: Sie kassieren eine Gebühr für die nahezu kostenfrei erstellte Kopie ihrer Version der digitalen Grammatik. Was liegt da näher, als diese Version durch eine öffentliche zu ersetzen? Ganz nebenbei sägen nicht allein die deutschen öffentlichen Hände auch ein wenig an der Position der US-Wirtschaft: Die ökonomische Basis des Empire wird löchriger. […] Nichts spricht dagegen, diese Fäden wieder aufzunehmen und die Entwicklung offener Software auch öffentlich zu finanzieren. Zugleich könnte offene Software als Modell für mehr Transparenz und für einen offen ausgetragenen Wettbewerb um gesellschaftlich sinnvolle Ideen und Konzepte dienen. Die öffentliche Hand veranstaltet schließlich auch Architektenwettbewerbe. […] Die Macht der Begutachtungs- und Beratungskartelle in Politik und Forschungsförderung ließe sich so erheblich begrenzen. Statt Konformismus in fast allen wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen würden wir vielleicht mehr von dem erleben, was diese Gesellschaft mehr denn je braucht: einen offenen und informierten Dialog über Reformen, die diesen Namen verdienen.«


(Auch auf dem Rollberg)

Linux Heroen im Gespräch

Linux

»Applikationen sind nur Testfälle für den Kernel.«

Andrew Morton, Maintainer des neuen Linux-Kernels 2.6, im Interview mit Computerworld Australien.

Linus Torvalds im Gespräch mit CRN über den SCO vs- Linux-Streit über angeblich abgekupferten Code im Kernel: »I am personally convinced that exactly because we are so open we can follow the code through any time. If something bad happens, you have the trail, you can see who did it, what happened, how did it get here, which is actually not that common in proprietary systems. It is actually much harder, usually, to see that in other systems just because you can`t go through the main list archives. That in itself says if something bad happens we can stop it. We can go and look at what was going on. […] But I mean it was clear that in the U.S.-business kind of climate [that] once enough money is involved, lawsuits will happen. This is not an `if,` this is a `when` question. And most lawsuits are resolved. This one has gotten a lot of press because Linux finally got big enough that people decided we can make money more easily by suing somebody than by using Linux. In the end, SCO is not a very surprising [company to bring a lawsuit]. Their business was zero and it was shrinking.«

(via Pro-Linux)

Digitaler Videorekorder mit Linux - 2

Linux

Zum Thema Digitaler Videorekorder mit Linux gibt es noch ergänzende Informationen von wil (dessen wurch.log in einem äußerst schicken neuen Design erstrahlt):


Das VDR-Portal beschäftigt sich, in deutscher Sprache, mit allen Dingen rund um das Software-Paket Video Disk Recorder, Hubertus Sandmann liefert eine sehr schöne Installationsanleitung dazu. Diese muß man wg. “Frame-Alarm” links im Menü selbst auswählen …


Danke für den Tipp, wil!

Digitaler Videorekorder mit Linux

Linux

Das Gute an Linux: Es ist so flexibel dass man damit alles mögliche anstellen kann. Z.B. einen digitalen Videorekorder aufbauen, wie Wired vorschlägt: »If you want a really super-duper digital video recorder, you have to build your own. All you need is knowledge of Linux, plenty of cash for hardware and, if anything goes wrong, hundreds of hours to troubleshoot the device.« Eine Übersicht über die dafür geeigneten Softwarepakete gibt es beim Linux PVR Depot, empfohlen wird im Wired Artikel ein Projekt namens MythTV.


Dazu gibt es übrigens auch eine Artikelreihe in der Zeitschrift Linux-User, Teil 1, Teil 2 und Teil 3 von insgesamt sechs Teilen sind auch “online” verfügbar.

Wer hat Angst vorm Pinguin?

Linux

Das fragt c`t. c`t startet mit der aktuellen Ausgabe eine Serie für Umsteigewillige, ein “Teaser” ist auch online verfügbar. Gut gefällt mir ein Bonmot aus diesem Artikel:

»Linux oder Windows – die Debatte ist Schnee von gestern. Die Realität heißt längst Linux und Windows. Statt mit Vorurteilen und längst ausdiskutierten Argumenten um sich zu werfen, ist der PC-Kenner in beiden Welten zu Hause.«

Da ist was dran. “OS-Wars” sind genauso “out” wie Browser-Kriege, außer vielleicht in den Heise-Foren.

Gentoo auf LinuxWorld

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Nick Petreley bespricht auf LinuxWorld meine favorisierte Linux-Distribution, Gentoo. Er kommt, wenn ich das mal so unbescheiden schreiben darf ;-), zu den selben Schlüssen wie ich. Nur scheint er einen etwas langsamen Rechner zu haben, die von ihm angegebenen Kompilierzeiten kann ich nicht bestätigen. Heute abend habe ich mal wieder erlebt wie einfach Gentoo ist, ein neues KDE ist raus, kurz drauf ist es auf Gentoo verfügbar und der User tippt mal kurz “emerge kde” in die Root-Shell ein, und knapp 3 Stunden später (auf einem System mit Pentium 4 2,5 GHz und 512 MB RAM) hat man ein frisch kompiliertes KDE 3.1.2 auf der Kiste. Nicht dass ich das nun unbedingt bräuchte, aber ich wollte mal das Update ausprobieren. Drei Stunden klingt lang, wer aber schon mal ein ja angeblich soooo unkompliziertes Update per SuSE-RPMs durchgeführt hat und dann stundenlang suchen musste, weil eine Konfigurationsdatei nach dem Update an der falschen Stelle gesucht wurde, kompiliert lieber ein bißchen. Dafür funktioniert es anschließend.

Nicks Fazit ist auch mein Fazit: »Do I still like Debian? I absolutely love it. But until further notice, Gentoo is now my flavor of Linux" (ebd.).

München bekommt Linux

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Das ist ein Signal: »Münchner Stadtrat stimmt für Linux« (Pro-Linux). Dass das ein Signal ist kann man schon dem (für eine IT-Sache) erstaunlichen Medienecho entnehmen: Computerwoche, ARD-Tagesschau / BR, Spiegel Online (die Distributor SuSE und Linux als solches nicht differenzieren können, vielleicht sollten sie aufhören über IT-Themen zu berichten wenn sie keinen Durchblick haben), und an vielen anderen Orten. Natürlich auch bei heise (siehe auch »CSU kritisiert Münchener Entscheidung als “Software-Abenteuer”«), dort sind natürlich auch die Reaktionen in den Foren sehr amüsant zu lesen. ;-)

Eine gute Entscheidung! Es musste sowieso umgestellt werden, Win NT und das verwendete MS-Office-Paket wurden von M$ nicht mehr unterstützt und München sollte daher XP und Office XP erwerben. Bei einer sowieso umfangreichen Aktion kann man dann gleich das System wechseln. Die MitarbeiterInnen müssen ihr Linux ja nicht selbst aufsetzen, sondern werden an einem fertig eingerichteten KDE-Desktop sitzen. Und der Unterschied zwischen KDE und Windows in der Bedienung ist zu vernachlässigen. Der Rechner wird sicherer gegen virenverseuchte “Spaß-Word-und Powerpoint-Dateien”. Und dass nicht-IT-MitarbeiterInnen ihr “daheim an den M$-Raubkopien und in Computer Bild-Artikeln erworbenes Grundwissen” nicht mehr am Arbeitsplatz einsetzen können dürfte ein wohlwollendes Lächeln auf das Gesicht manches leidgeprüften Admins zaubern …

SCO vs. Linux vs. SCO

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Und neuer Stoff in der SCO vs. Linux – Geschichte: »Linus Torvalds hat das Softwarehaus SCO aufgefordert, im Zusammenhang mit der Milliardenklage gegen IBM Beweise für eine Verletzung des Urheberrechtes vorzulegen. SCO verhalte sich wie die von der Sekte der Ufo-gläubigen Raelianer gegründete Firma Clonaid, die die Öffentlichkeit immer wieder vertröstet hätten, als Beweise für das angebliche Klonen eines Menschen verlangt wurden« (heise). Außerdem hat SCO einen wohl entscheidenden Fehler begangen.


Und Telepolis bezeichnet die ganze Geschichte als Panikmache gegen Linux:

»Welcher Grund hinter der ganzen Aktion steckt, muss wohl Gegenstand von Spekulationen bleiben. Die Erfolgsaussichten SCOs dürften angesichts der Faktenlage und schon des materiellen Umfangs der Rechtsabteilung IBMs eher schlecht sein. Insofern drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um einen verzweifelten letzten Versuch handelt, die eigene Kasse mit Schadenersatzforderungen aufzubessern. […] Die weitere Entwicklung von Linux wird davon wohl weitgehend unberührt bleiben. […] Sollten sich aber nun viele Firmen wieder aus dem “Linux-Geschäft” zurückziehen, wären das auch nur das Ende eines weiteren Hypes, so wie das Platzen der dotcom-Blase. Egal wie der Prozess ausgehen wird, es wird auf keinen Fall das Ende von Linux bedeuten oder auch nur ein nennenswertes Hindernis darstellen.«


Und die Netzeitung spekuliert über die Rolle die der Einstieg Microsofts bei SCO spielen könnte und vermutet dass es, wie fast immer im Leben, nur ums Geld geht.


Und noch einer: Auf Newsforge kann man nachlesen dass SCO mitnichten die Rechte an UNIX als solchem hält, sondern nur die für Teile des Sourcecode. Somit dürfte es schwierig werden zu belegen dass gerade sie die Geschädigten eines angeblichen Code-Plagiats sind. Was eh Unfug ist, SCOs Unix ist so was von mausetot, es hätte eh niemand gekauft. Darum haben sie sich ja auch als Caldera auf den Linux-Markt geworfen.

SCO vs Linux vs SCO

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Weiter geht es in der Story SCO vs Linux. Eric S. Raymond hat ein ausführliches Dokument verfasst, ein brillianter philosophisch-technischer Rundumschlag, Zitat (Übersetzung von Heise):

»Wir haben unseren Unix- und Linux-Code als ein Geschenk und als Ausdruck einer Kunst geschrieben, damit er von Gleichgesinnten und anderen für alle zulässigen kommerziellen und nicht-kommerziellen Zwecke genutzt werden kann. Wir haben den Code aber nicht für Leute geschrieben, die so verachtenswert sind, zunächst acht Jahre lang dieses Geschenk kommerziell auszunutzen und sich dann um 180 Grad zu drehen und unsere Kompetenz zu beleidigen.«

(via Heise)

Ich gebe mal ganz offen zu: Mir passt dieser ganze Einbruch des Kommerzes in die Linux-Szene nicht, das kaum bekannte alternative System von vor ein paar Jahren war mir lieber, es kann nichts Gutes entstehen wenn “Global Player” plötzlich “Markt” wittern, die unfassbare SCO-Geschichte ist der schlagende Beweis dafür. Mir ist es auch völlig egal ob Linux “Marktanteile” hat oder nicht, wer lieber Windows benutzen möchte soll es halt machen und damit glücklich werden.

Gentoo, Teil 2

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Es ist immer eine ganz schöne Plackerei bis ein neues System so eingerichtet ist wie es sich gehört. Was hier begonnen wurde ist nun vollendet, das Gentoo-Linux ist arbeitsfähig, zur Wahl stehen KDE 3.1, Gnome 2, und natürlich mein Lieblings-Windowmanager, Fluxbox. Und da strahlt er nun in all seiner Pracht:

[Screenshot: Fluxbox-Desktop unter Gentoo-Linux]



Generell kann man noch zu Gentoo sagen: Nervtötend ist die Erstinstallation und die mörderische Kompilierorgie bis das X-Window-System und KDE zur Verfügung stehen, alles weitere kann dann “nebenbei” kompiliert werden während man am System arbeiten kann. Das Handling ist ähnlich wie bei Debian, statt “apt-get” verwendet man halt “emerge” und es dauert, je nach Paket, einen (oder auch zwei ;-)) Momente bis das Paket fertig kompiliert ist und zur Verfügung steht. Der Pluspunkt ist das erheblich aktuellere Angebot an Paketen als bei Debian Woody (3.0), der “Linux-Poweruser” kann sich genau das System zusammen stellen was er gerne haben möchte. Der Weg ist also umgekehrt zu den “normalen” Linux-Distributionen wie SuSE oder RedHat: Diese hauen einem den Rechner voller Zeug und man kann schauen was man nun alles auf der Platte hat (was ja auch für den neugierigen Einsteiger okay ist), Gentoo legt nur das auf die Platte was der User explizit haben möchte, was natürlich voraussetzt dass man das auch weiß …

Nun ist das Linux-Leben am heimischen PC wieder voller Freude, und ab morgen wird wieder gebloggt wie sich das gehört, statt den ganzen Abend am Linux zu schrauben …. ;-)

Furcht, Unsicherheit und Zweifel ...

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… möchte SCO verbreiten. Bei der Durchsetzung ihrer angeblich wg. von SCO abgekupferten Code im Linux-Kernel verletzten Interessen möchte sie nun auf die “Methoden der RIAA” greifen und beginnen damit von (kommerziellen) Linux-Usern Gebühren zu erheben, berichtet u.a. die futurezone.

Es ist halt immer so: Irgendwas Gutes entsteht, in den glorreichen Zentralen der sauberen Unternehmen wie SCO fragt man sich “hm, wie kann ich nun Bares abschöpfen.” Ohne jetzt zu wissen was an der Code-Geschichte dran ist: Zum einen kann ich mir nicht vorstellen dass irgendwer einfach Code in den Linux-Kernel “reinkopiert” hat, und zum anderen stört mich maßlos an der ganzen Sache dass die mit ihren Ansprüchen jetzt, 12 Jahre nach dem ersten Linux-Release, damit ankommen. Es ist förmlich die Gier zu spüren und die Lust auf Abzocken zu riechen, welche viele der Gangster mit Krawatten, Verzeihung, einige “unser aller Unternehmer”, nun einmal auszeichnet. They suck, too.

Eric S. Raymond meint dazu nur dass SCO “bescheuert” sei, und Linus Torvalds meinte SCO wolle nur “FUD” (siehe Überschrift) verbreiten.

(Mehr: futurezone, NewsForge)

Nachtrag: Dazu gibt es auch einen Artikel auf Pro-Linux.

Gentoo-Linux

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Da ich gerade ein paar Tage Urlaub habe habe ich nun umgesetzt was ich schon einmal angedeutet habe: Gentoo Linux zu installieren. Eines kann man dazu von vornherein sagen: Die Installation von Gentoo-Linux ist nur routinierten Linuxern zu empfehlen für die modprobe kein Fremdwort ist, die auch mal “händisch” ein Netzwerk konfigurieren können und die sich trauen einen neuen Bootmanager zu installieren oder in der Lage sind einem vorhandenen Lilo ein weiteres System hinzuzufügen.

Im Gegensatz zu “normalen” Linux-Distributionen verfolgt Gentoo einen anderen Ansatz: Sämtliche Software wird in Quelltext-Paketen bereit gestellt die man sich aussucht und dann auf seinem eigenen System kompiliert. Dadurch kann die Software relativ aktuell gehalten werden, denn es braucht ja keine Rücksicht auf verschiedene System-Release mit verschiedenen Versionen diverser fertig kompilierter Bibliotheken genommen werden. Ein Paketmanager verwaltet die Source-Pakete und sorgt dafür dass immer alles downgeloadet und kompiliert wird was die zu kompilierenden und installierenden Pakete verlangen.

Zur Erstinstallation empfiehlt es sich ein sogenanntes Stage-3-ISO-Image herunterzuladen (Größe: etwa 214 MB) und auf CD zu brennen. Damit wird der Aufwand zum ersten Basissystem einfacher, bei den Stage 1 und Stage 2-Images muß mehr kompiliert werden. Die frisch erstellte CD ist bootfähig. Nun sollte man sich mit GNU Parted oder kommerziellen Tools wie Partition Magic von einem vorhandenen System seine Partitionen ordnen und Platz für Gentoo schaffen, 3GB Platz sollte man schon haben. Es sei denn es handelt sich um einen Rechner mit “nackter” Festplatte, dann ist alles bestens. Nun benötigt man noch die Installationsanleitung (die deutschsprachige Anleitung auf gentoo.org ist nicht auf dem neuesten Stand und daher nicht empfehlenswert, es gibt aber eine aktuelle auf gentoo.de, was mir aber erst nach der Installation auffiel und somit zu spät für mich war ;-)) und die Installation kann beginnen. Diese Anleitung benötigt man die ganze Zeit, also entweder man hat einen zweiten Rechner mit Netzzugang in Reichweite oder man druckt die Anleitung aus, ohne Anleitung ist eine Installation (wenn man nicht schon 10 Gentoos vorher installiert hat) nicht durchführbar!

Nach dem Booten des Rechners von der erstellten CD gibt es einen hübschen Begrüßungsschirm mit Hilfestellung über verschiedene Optionen die man am Boot-Prompt auswählen kann. Hat man sich für eine entschieden oder einfach “Enter” gedrückt wird das Installationssystem von CD und RAM-Disk hochgefahren. Mit dem bunten Schirm hat sich dann auch erledigt was man so “Installationsprogramm” nennen würde, alle weiteren Schritte sind Handarbeit nach Anleitung, Gentoo ist also keine Distribution für dialogeklickende TurnbeutelvergesserInnen. ;-))

Wichtig ist dass man den Internetzugang hinbekommt, man benötigt diesen im weiteren Verlauf der Installation, wer wie ich einen separaten Router für den Netzzugang im lokalen Netz besitzt hat es natürlich einfacher. Bei mir funktionierte das während der Installation empfohlene (aber in der Anleitung nicht erwähnte) Konfigurationsprogramm für den Netzwerkzugang nicht, was aber daran liegt dass meine Netzwerkkarte eine Option für ihr Kernelmodul erwartet die den verwendeten Transponder einstellt. Ein bißchen “rumfummeln” mit modprobe, ifconfig und route war notwendig, dann lief es.

Nun folgt man genauestens der Anleitung. Eine böse Falle trat bei der Kernel-Kompilierung auf, nachdem mit “make menuconfig” der Kernel konfiguriert war brach die Kompilierung mit einer Fehlermeldung ab. Ursache war eine von menuconfig nicht ordnungsgemäß abgeschlossene Zeichenkette in der Datei /usr/src/linux/kernel/proconfig.data, nachdem ich diese händig mit einem dezenten " geschlossen hatte lief es. Man muß sich vor dem Reboot entscheiden ob man Grub oder lilo als Bootmanager verwenden möchte, natürlich kann man das frische Gentoo-System auch manuell einem vorhandenen lilo hinzufügen. Grub wollte ich schon immer mal haben, also habe ich den installiert, er funktioniert gut und kann auch das vorhandene Windows XP problemlos booten. Praktisch an Grub ist dass man mit “c” das Bootmenü verlassen kann und dann in eine Shell kommt wo man bei Problemen manuell eingreifen kann und ein beliebiges System “händig” starten kann.

Nach dem Reboot kann man zum ersten Mal das frische Gentoo starten und sich dran machen die benötigte Software zu installieren. Das Angebot ist sehr aktuell, der Haken ist dass es schon sehr lange dauern kann bis das Kompilieren der Software abgeschlossen ist. Während der Harald-Schmidt-Show gestern abend habe ich die kde, gnome und natürlich X-Window-Installation angestoßen, während ich das hier tippe läuft das immer noch (auf einem Pentium 4 mit 2,5 GHz und 512 MB RAM). Wenn es einmal angestoßen wurde läuft das Herunterladen und Kompilieren aber ohne weitere Benutzereingaben, Überraschungen nach Windows-Art dass man während eines langwierigen Vorgangs den Rechner verlässt nur um festzustellen dass man eine Minute später eine Frage der Art “Wollen Sie wirklich den Hintergrund ändern? Ja Nein Abbrechen” beantworten musste gibt es nicht. Nun bin ich gespannt, ich werde der verehrten Zielgruppe hier kundtun wenn ein Arbeitsfähiges grafisches “Desktop-System” zur Verfügung steht.

Fazit: Gentoo ist nichts für Anfänger, routinierte LinuxerInnen können sich aber mit Gentoo ein individuelles und aktuelles System zusammen stellen dass genau auf die Hardware zugeschnitten ist, denn man kann den Kompiliervorgang auf den Prozessor optimieren, während fertige Distributionen natürlich alle halbwegs gängigen Prozessoren berücksichtigen und daher auf Prozessor-Optimierungen verzichten müssen. Ob sich das konkret auswirkt ist natürlich eine ganz andere Frage, wir werden sehen. ;-)

Was man nicht mit Debian-Linux machen sollte ...

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Seine /etc/apt/sources.list auf “Unstable” umstellen, sich denken “hey, da ist ja ein neuer Mozilla 1.3” drin, und dann völlig naiv ein “apt-get install mozilla” eintippen. Resultat: KDE weg, Gnome weg, und Mozilla funktioniert natürlich auch nicht. Ein Hoch auf die Debian-Paketverwaltung mit ihrem “microsoftesken” Eigenleben. ;-)

Gibt es denn keine Linux-Distribution deren Paketverwaltung nicht “saugt”? Oder hat man nur die Wahl zwischen “stabil aber alt” oder “neu aber endlos basteln”? Ich denke ich muß mal Gentoo ausprobieren, es liest sich zumindest so als dass dort Wert drauf gelegt wird immer “frische” Ware in einer schönen Paketverwaltung parat zu haben.

"Linux ist unreif"

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Zur Abwechslung mal etwas “unkriegerisches”: Linux ist unreif lautet die Überschrift über einem Interview mit “Sun”-Boss Scott McNealy auf der Website des “manager-magazins”:


»So unreif wie Linux derzeit ist, benötigt das System unzählige Beraterstunden zur Anpassung und Wartung.« Ansonsten sondert Antipath McNealy (ich konnte den Burschen noch nie leiden, gegen ihn ist mir Bill Gates richtig sympathisch) nur Binsenweisheiten ab, dass nicht ein System für alle denkbaren Anwendungsfälle geeignet ist leuchtet jedem ein.


(via Netlife-Liste)

die.linuxzeitung

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die.linuxzeitung: »Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, jeden Monat kostenlos und leicht verständlich über GNU/Linux, Freie Software und Open Source zu berichten. Sie können sich unter „Freier Software“ und „Open Source“ wenig vorstellen? Dann sind Sie bei uns richtig! die.linuxzeitung ist genau für Sie gemacht!« Na denn!

LinuxFromScratch

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Die Alternative für alle SuSE-Geschädigten: "Linux-Distributionen haben in den vergangenen Jahren die Installation des Betriebssystems GNU/Linux zunehmend vereinfacht, halten die Nutzer dabei aber zunehmend von den Interna des Betriebssystems fern. Anders das Projekt “Linux From Scratch”, das eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung einer eigenen GNU/Linux-Systems bietet, die jetzt in der aktualisierten Fassung 4.0 vorliegt" (Golem).

Und hier der Link: Linuxfromscratch

Emacs Wiki und MarkUp

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EmacsWiki: “Emacs-wiki is an extended WikiMode that is Emacs friendly. It follows the rules of WikiMarkup. It can also be used to maintain a live Wiki, using either the httpd-serve script (which uses a dedicated Emacs instance), or the emacs-httpd script (which spawns a new Emacs process to serve each request).”

Das ganze auch noch “shiny” und bunt mit den beiden Modes, soll irgendwie gehen:

http://www.gci-net.com/~johnw/Emacs/texinfo-markup.el

http://www.gci-net.com/~johnw/Emacs/latex-markup.el