Hier sind die aus blognostalgischen Gründen archivierten Artikel meines ersten Weblogs das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war. Aktuellere Artikel hat die neueste Version der Uninformat im Angebot.
Zeugs Weblogtalk

Zugeklappt!

Viereinhalb Jahre sind eine lange Zeit. Als ich das Geblogge hier damals begonnen habe, war alles anders. Mit Weblogs, mit mir, meinem Duktus, mit allem. Nur die Themen sind erstaunlich ähnlich geblieben, schon damals war im Zweifelsfall das Internet alles schuld. ;-)

Mein Leben hat sich in den letzten zwei Jahren ziemlich geändert. Und ist noch dabei. Ich habe, wie man der relativen Ruhe hier im Blog unschwer entnehmen konnte, überlegt, was mit dem Weblog anzustellen ist. Dicht machen, weiter machen, überhaupt, wenn ja, wie.

Das Ergebnis, verehrte Zielgruppe: »Das Netzbuch« wird nach 1.654 Tagen und 2.444 Artikeln zugeklappt, Ihr lest den 2.444. und letzten Artikel. Was aber nicht bedeutet, das Schluss mit meinem Geblogge ist. Ich möchte auch weiterhin (oder wieder, je nach dem) über Themen des Webs und des »Geektums« schreiben. Womit aber Schluss ist, sind »Rants« über Alltags- und allgemeine Themen, die es vor allem in früheren Jahren hier reichlich zu lesen gab.

Die Weblog-Welt hat sich verändert. Damals , Anfang 2002, war man in einem überschaubaren Kreis unter sich. Heute wird jedes Wort aggregiert, gespeichert, kumuliert, öffentlich. Jeder Hirni mit zu viel Freizeit und einem Root-Server baut sich seinen eigenen Aggregator, seine eigene Blogsuchmaschine, und kümmert sich einen Dreck um ungeschriebene und geschriebene Regeln oder Datenschutz. Darum: Alles, was man schreibt, verbreitet sich unkontrollierbar. Man hat keine Kontrolle darüber, wo es auftaucht und verfügbar und assoziierbar ist. Dem muss man Rechnung tragen.
Und, wo wir gerade beim Meta-Schwadronieren sind: Solche aberwitzige Dinge wie meinen Stamm-Spammer gab es auch nicht. Da ist einer, der sendet tagaus, tagein, jede Stunde, vier mal, sinnlosen Kommentarspam über das Tor-Netzwerk. Und ich werfe es wieder raus. Genau so wie neunmalkluge Marketing-Genies, die grotesk schlecht getarnte Werbung für ihre miesen kleinen Klitschen in der Kommentarspalte abladen. Diese lösche ich auch kommentarlos. Ne ne ne. Von mir aus hätten Weblogs nicht das große Ding werden müssen, das dieses ganze Kroppzeuch anlockt…

Genug Meta. Als nächstes auf dem Programm: Neustart. In Kürze. In einem neuen Rahmen. Ihr braucht aber nix machen, neue Sachen kommen von selbst ins Haus, dank unserem guten alten Kumpel mod_rewrite. Denn »Cool URIs don’t change«, you know.

Und Danke für’s Lesen im Netzbuch, ohne Leser hätte es keinen Spaß gemacht! :-)

netzbuch weblog endegelände

Webworking

»Bitte machen Sie Platz, digitale Bohème im Einsatz«

Digitale Bohème

»But if you dig on vegan food
Well, come over to my work
I’ll have ‘em cook you something
That you’ll really love
‘Cos I like you
Yeah I like you
And I’m feeling so bohemian like you«
(Dandy Warhols »Bohemian like you«)

Das St. Oberholz ist ein Café in Berlin. Das Besondere: Es gibt freies WLAN (gut, das ist so besonders nicht), und diejenigen, die kein Notebook dabei haben, sind die »Unnormalen«. ;-) Es gibt ausreichend Steckdosen (grandios für Leute, die ihre Akkus immer kaputt machen, so wie ich), und viel Platz. Darum ist es ein Stelldichein der so genannten »digitalen Bohème«, die aktuell in dem Buch »Wir nennen es Arbeit« (lese ich gerade, dazu mehr, wenn ich es ausgelesen habe) definiert, analysiert und seziert wird. Auf dem Bild sieht man sie bei der Arbeit. Der Laden (kommt auf dem Bild nicht so rüber) ist voll in Apple-Hand, die Virenschleudern sind die Exoten.

Techkram

Adieu, mein kleiner Alturo-Server

Da der Hoster Alturo bekanntlich den Laden dicht macht, musste ich notgedrungen mein kleines Alturo-Serverchen töten. Also: Rettungssystem booten, alle Partitionen weghauen, und mit einem beherzten dd if=/dev/zero of=/dev/hda die gesamte Festplatte mit Nullen überschreiben. Aber das ist noch nicht sicher genug, in den üblichen Foren der ganz ganz tollen klugen Linuxexperten war zu lesen (sinngemäß), dass eine Festplatte, die nur mit Nullen überschrieben wurde, von usbekischen Datenspionagespezialisten in Kältekammern, die mit Nanopinzetten die Magnetpartikel richten, ausgelesen werden könnten. Da ich mir schon lebhaft vorstellen kann, wie sie Schlange stehen werden, um meine gebrauchte Server-Platte mit all’ den geheimen Web-3.0-Projekten drauf abzugreifen, wenn Alturo das Lager räumt und die alten Server alle in eine große Schuttmulde wirft, musste also noch ein dd if=/dev/urandom of=/dev/hda her. Ah, nun fühle ich mich sicher, nehmt das, Ihr Usbeken!

Wirklich schade, dass Alturo dicht macht, denn das Serverchen (es hatte 512MB RAM, obwohl ich nur 256 gekauft hatte) war sehr zuverlässig, in den 1,5 Jahren gab es überhaupt kein Problem und 100% Verfügbarkeit. Nun bin ich auf einen größeren tolleren Server woanders umgestiegen, der genug Leistung für Web-3.0- und sogar Web-4.0-Projekte mit Rails bietet. Doppelt so teuer, versteht sich. Aber dafür nun auch mit 4804 statt 2523 Bogomips.

server linux rootserver alturo bogomips

Rundesleder

35 Jahre Büchsenwurf

In dieser Woche, in der die Borussia aus Mönchengladbach lediglich ein 1:1 gegen Tottenham Hotspurs im ersten Spiel der Gruppenphase des UEFA-Cups erreichte, jährt sich eines der legendärsten Fußballspiele der Historie zum 35. Mal: Am 20. Oktober 1971 gewann Borussia 7:1 gegen Inter Mailand, von der UEFA nachträglich annuliert wg. eines Büchsenwurfs, den Robert Boninsegna mit einer oscarreifen Einlage ausnutzte und sich vom Platz tragen liess. Der Rest ist bekannt, das Spiel wurde annuliert, wiederholt, Gladbach schied aus.

Aber jenes 7:1, das war nach Meinung vieler Zeitzeugen das beste Spiel, dass jemals von einer deutschen Mannschaft gespielt wurde, mit dem legendären Doppelpass Heynckes’ mit Netzer, der dann in seinem ersten Spiel nach Verletzungspause den Ball ins Eck schlenzte. Ein Moment, in dem Günter Netzer (so die Borussia-Chronik »Die Elf vom Niederrhein«, S.56) endgültig in wenigen Sekunden (Zitat) »ein Fußballgott, ein Heiland in Unschuldsweiß, ein Erlöser aller Underdogs und Außenseiter« wurde…

Anlässlich des Jubiläums interviewt die »Torfabrik« den damaligen Schiedsrichter Jef Dorpmans der, sich bereits damals der Einmaligkeit des Erlebten bewusst, allerlei Devotionalien von jenem Abend 1971 gesammelt hat und sie stolz präsentiert. Außerdem gibt es noch ein Interview mit Hacki Wimmer, einem der damaligen Akteure.

Glorreiche Geschichte, die Gegenwart: Nächster Anlauf ein Auswärtsspiel zu gewinnen, ausgerechnet bei Hertha BSC, wo es schon traditionell eine Klatsche gibt. Die Chancen stehen gut, dass es auch Morgen wieder heisst:

»Wir fahren weit, wir fahren viel – und wir verlieren jedes Spiel.«

Andererseits: Jedes Spiel muss erst gespielt werden, vielleicht kann man ja erstmals in dieser Saison nach einem Auswärtsspiel sagen: Mein Freund ist aus Leder.

borussia mönchengladbach büchsenwurf

Momentaufnahme

Palast-Zweifel

Palast der Republik
Palast der Republik im Rückbau

Es ist Sonntag, und Ihr habt ein Recht auf ein Ruinenbild! Sogar zwei. Der jüngste Besuch in Berlin musste selbstverständlich zu einem Besuch bei der sozialistischen Lieblingsruine, dem »Palast der Republik«, genutzt werden. 18 Monate liegen zwischen den beiden Bildern, und sie zeigen, dass die »Zweifel« des Palastes trotz des einst noch sonnigen blauen Himmel gerechtfertigt waren. Der Wahn, Geschichte mit der Abrissbirne zu entsorgen, wird noch ziemlich teuer werden. Und die Zukunft nach dem so genannten »Rückbau« liegt im grauen Himmel über der entkernten Ruine verborgen und bietet reichhaltigen Raum für trefflich zu lesende ausschweifende Betrachtungen.

palastderrepublik berlin rückbau

Weblogtalk

Kommentarspam und kein Ende

Irgendwie hat mich ein Spammer im Visier, das Neueste: Spam bekommt eine URL-Angabe von Blogs aus meiner Blogroll, ich werde vom Spam mit Namen angesprochen, und es stehen »normale« Texte drin. Und der Spam ist technisch nicht zu fassen, daher ist nun erst einmal Kommentar-Moderation angesagt. Helfen würde wohl nur eine Neukonzeption der Kommentarfunktion.

Muss ich Textpattern wohl eher ablösen, als es geplant war, denn darauf habe ich auf die Dauer keinen Bock. Und wenn ich Dich einmal erwische, Bürschchen – suche Dir mal ein Foto von Arthur Abraham nach seinem letzten Kampf. ;-)

spam textpattern

Weblogtalk Ontour

BarCamp-Notizen

Mittlerweile sind wir schon mitten im zweiten Tag des BarCampBerlin.

Was gab es am ersten Tag noch im Programm?

Eine Session, die sich der Frage widmete: »Warum verwenden noch nicht alle Webstandards?« Erwartungsgemäß konnte diese Frage nicht schlüssig beantwortet werden, mangelnde Fortbildung der Coder, tabellenlastige unsaubere Industrie-CMS und Ignoranz der Agenturen wurden als Schuldige ausgemacht. Lösung: Mehr Publicity für Web-Standards. Web-Krauts, übernehmen. ;-)

Eine gut besuchte Session widmete sich der Frage, wie man in den Fluten der benutzererzeugten Inhalte in den Zeiten des Web 2.0 zwischen »gut« und »schlecht« unterscheidet: »Dr. Signal Mr. Noise«. Ergebnis war: Es ist schwierig. War auch so zu erwarten, denn diese Sessions dienen schließlich dem Gehirnsturm.

Außerdem besuchte ich noch zwei Sessions mit unterschiedlicher Ausrichtung, aber ähnlichen Inhalten: Politik im Netz und Netzpolitik. Olli Gassner hat im Fischmarkt alles geschrieben, was dazu zu schreiben war.

Danach machte die »Rotte 2.0« Berlin unsicher, eine Death-Metal-Band tauchte auf, und am Ende war es eine Strandparty. Oh, wundersame Wandlungen 2.5!

Der heutige Sonntag begann verspätet, ein Rennen in China stand erst einmal an. Danach hielt Hans Dorsch eine Einführung in GTD. Im Rahmen der daran anschließenden regen Diskussion kam auch mein Hipster-PDA zu Ehren. Psst, der ist im Moment nur ein Lauftagebuch, aber das Prinzip zählt.

Und das BarCamp geht weiter!

Weblogtalk Ontour

Schreie vom Campus

BarCampBerlin ist in vollen Gange. Nach der Phase der Selbstorganisation ging es in die Sessions.

Mein erstes Thema war AJAX vs Accessibility. Vorrangig ging es um die Problematik der Zugänglichkeit von Websites beim Einsatz von Ajax, einige kollektive Notizen gibt es im Netz zu lesen.
Und an meinem Platz gab es Strom und WLAN. Oh ja! ;-)

Danach gab Oliver Gassner eine Einführung in die Möglichkeiten für Pro-Blogger in Deutschland, hier meine Notizen, live getippt und relativ uneditiert (wir erwarten gleich Mittagessen, Zeit drängt ;-)):

BarCampBerlin: Oliver Gassner verrät die Geheimnisse des Pro-Bloggen Pro-Bloggen: Weblogs schreiben und dafür Geld bekommen. Nicht: Firma haben und ein Blog machen.
Die Modelle:

1. Adsense und Co.:
Funktioniert in USA recht gut (5-6 stellige Beträge/Monat), teilweise ergänzt mit Partnerprogrammen. Bildblog+Spreeblick sagen für D: “Man kann davon nicht leben.” Es geht nur für deutsche Blogger, wenn sie Englisch schreiben (Google Blogoscope).

2. Banner:
Zu wenig los auf deutschen Blogs dafür.

3. Honorar:
Was bloggen und sich dafür von irgendwem bezahlen lassen.
Übliche Tarife: 500 EUR für “ich pflege Euer Blog für einen Monat und bloggen jeden Tag etwas, wenn es nix zu bloggen gibt dann eben nicht”

4. Sponsoring:
Bsp. blog.literaturwelt.de – Bloggen von der Buchmesse

5. Sonderfall “Kompetenz”:
Man bloggt über sein Kompetenzfeld und lockt damit Kundschaft an.

6. Modell “Blog-Kompetenz-Nomade”:
A la Johhny Häusler auf allerlei Konferenzen auftauchen und Vorträge halten und Panels moderieren und “London Calling” singen. ;-)

These: Man muss im Netzwerk bloggen, und Geld mit einem Mix der obigen Methoden einfangen.

barcampberlin barcamp berlin

Ontour Weblogtalk

Berliner Camp 2.0

Dieses Wochenende hat es den Teilzeitblogger in die Hunde-Hauptstadt der Republik nach Berlin verschlagen: BarCampBerlin steht auf dem Programm. Eine Art Web-Montag, nur länger. Und mehr. Ich bin sehr gespannt.
Ihr könnt daher ob dieses Anlasses an diesem Wochenende mehr Sachen in diesem alten Blog auf dem Weg nach unten erwarten, als sonst derzeit in 3 Wochen. Verweilt also eingeschaltet!

Wikipedia: »BarCamp«

[Update]: Es hat begonnen, WLAN gibt es auch. Und die ersten Fotos sind schon in flickr. Von mir gibt es ein Set, das laufend aktualisiert wird.

BarCampBerlin: Treiben im Hof

barcamp barcampberlin berlin

Weblogtalk

Mirakulöse Welle

Heute abend brach die merkwürdigste Kommentarspamwelle über dieses kleine Weblog herein, die ich je gesehen habe. Jede Menge Kommentare, aber ohne Links. Dafür Kommentarprosa wie »Warum hast Du mir das angetan? Ich hab’s von einem Bekannten erfahren. Du hast jetzt einen neuen Freund. Zwei Wochen lang hab’ ich nur geweint!« oder »in der http.conf unter Virtual Host steht eigentlich nicht wirklich viel, nur Sachen hier aus dem Tutorial« oder »Walter Ulbricht als alter Ostkopp hatte wohl einen Schnurrbart« oder »die ‘long tail’-theorie wurde weiter oben schon zitiert. ich nehme an spreeblick ist popkomm-geschädigt». Genau. ;-)

Aber was soll das? Aufwärmtraining für ein neues Spam-Skript, dass die TXP-Hürden gegen automatisches Spammen geknackt hat? Trainingseinheiten für die sprichwörtlichen »Turnhallen voller Chinesen« zum Spam-Eintippen?

Jedenfalls, bis diese Welle rum ist, bleiben alle Kommentare geschlossen, nur dieser Artikel bleibt zum Sammeln von Spam-Beispielen offen.

Ne ne ne. Früher hätte es das alles nicht gegeben. Wäre nichts über Weblogs im Unterschichtenfernsehen gekommen, wären sie auch nicht von den windigen Geschäftemachern entdeckt worden. Mein Reden, schon immer, aber auf mich hört ja keiner. ;-)

kommentarspam

Momentaufnahme

Es ist Freitag und Ihr habt ein Recht auf ein »Die Bahn ist ein Fruchtgetränkekontor mit grotesken Verspätungen und deshalb verbrate ich nun die sündhaft teure Hotspot-Connectivity für sinnfreies Bilder-Bloggen«-Bild

Chaos...

Ganz schön viele Verspätungen. Ziemlich vielen Leuten fehlen ziemlich viele Züge und sie stehen ziemlich dämlich ziemlich lange vor dem Bahnsteig herum und gucken ziemlich blöde aus der Wäsche…

bahn frankfurt chaos verspätung hauptbahnhof ziemlichvoll

Weblogtalk

The Times, They Are A-Changin

Verehrte Zielgruppe, nur wer eine rosarote Brille auf und »Ist ja alles supergut, ne« in den Ohren hat, kann negieren, dass sich die Weblog-Welt verändert hat. Und zwar nicht zu ihrem Vorteil. Klatsch, Pöstchenneid, Wichtiggetue, SEO-Müll. Greifen nach den Krümeln vom Kuchen unbekannter Größe. Angst, das große Ding zu verpassen. Halbherzig mitmachen. Nix verstehen. Trotzdem mitmachen. Selbsternannte Superstars. Das Comeback der Claque. Sprache benutzen, ohne sie zu beherrschen. Dummheit zur Tugend erheben. Mit pseudo-ironischer Distanz den eigenen Hang zum Allzu-Trivialen glorifizieren. Es saugt. Gewaltig.

Nächstes Indiz: Mein weiland, zu Beginn des Jahrtausends, erster Startpunkt in die damals noch übersichtliche deutschsprachige Blogwelt, das Weblogverzeichnis b|Logs, macht Schluss (via Konsumkinder), Zitat:

»Dann jedoch begann irgendwann die ‘Große Weblogschwemme’. Weblogs wurden zu dem, was die ‘Homepages’ davor waren …
Jeder startete plötzlich sein eigenes Blog. Egal, ob als privates Vergnügen oder mit kommerziellem Hintergrund (oft sollte ja der Unterschied absichtlich nicht zu erkennen sein).
Die Anzahl der Weblogs explodierte, die Qualität sank leider spürbar.«

Christian schaute sich jedes angemeldete Weblog selbst an, bevor es hinzugefügt wurde. Das geht heute nicht mehr. Kapitulation vor der Müllflut. Schade. Aber das ist wohl der Lauf aller Dinge, die irgendwann einmal ein »großes Ding« werden.

weblogs müll

Musik

»Its time to stick your branches in the merciless wheel of time.«

Eben. Deshalb musste es mal wieder ein Platz sein, den Menschen in unserem Alter vermeiden, um dort nicht zu verglühen. Am Donnerstag (31.8.06, das muss dokumentiert werden, denn das Bloggen über besuchte Konzerte dient eigentlich nur dem Zweck, sich wieder dran zu erinnern, wenn man noch älter ist) spielten die legendären Cursive in Wiesbaden auf der kleinen Bühne des Schlachthofs. Es war viel zu eng, viel zu warm, viel zu verraucht und viel zu laut, kurz: es war großartig. Tim Kasher und seine Band drängelten sich mit sieben Herren und einer Dame am Cello auf der viel zu kleinen Bühne und spielten sich kreuz und quer durch ihr beachtliches Repertoire, und natürlich einige Stücke vom grandiosen aktuellen Album »Happy Hollow«, das bei mir gerade dauerhaft rotiert. Bei Cursivearmy kann man zwei der besten Stücke daraus anhören. Das Publikum war angemessen enthusiasmiert, eine junge Dame in der ersten Reihe dergestalt, dass sich Tim Kasher bereits »in trouble« wähnte…
Das musikalisch verarbeitete Leiden Kashers an der Welt und am Sein trieb Musikern und Publikum ein Lächeln auf die verschwitzten Gesichter. Weltleiden okay, aber mit Stil.

Das Bild ist übrigens heute ein »CC-Symbolfoto«. Meine Handy-Aufnahmen waren dieses Mal derartig unbrauchbar, dass ich zur Illustration auf das Bild »tim kasher [cursive]« von misscaro in flickr zurückgegriffen habe, das dankenswerterweise unter CC steht und Tage zuvor in München aufgenommen wurde. Aber Tim sah in Wiesbaden exakt genauso aus. Sogar das gleiche Hemd. Oder das selbe. Wer weiß. Vielleicht die junge Dame aus der ersten Reihe… ;-)

musik cursive live wiesbaden schlachthof cursivearmy

Mac Linux

Der »Un-Unswitcher«

Wir erinnern uns an die Geschichte von den vor der Ubuntu-Gefahr angeblich aus der Apple-Miene fliehenden Kanarienvögeln. Eine der berühmten Geeks auf dem Unswitcher-Zug war Tim Bray. Und der ist nun knapp zweieinhalb Monate später wieder zurück geswitcht:

»On balance, the Mac experience is better. But Ubuntu is not that far behind, and it’s catching up. I’m thinking about the endgame.«

So geht’s. Das Un-Unswitchen machte aber nicht mal ansatzweise den Wind, den das Unswitchen verursachte.
Und Khoi Vhin wollte mal schauen, wie das so ist mit dem Unswitchen und berichtet über seine Erfahrungen, die in einer brauchbaren Installationsanleitung für Ubuntu auf PowerPC-Macs endeten.

mac ubuntu linux unswitch apple

Denken

Vom Schreiben

»Nichts kann einen Menschen vom Schreiben abhalten, es sei denn, er tut es selbst. Wenn einer ein echtes Verlangen danach hat, dann schreibt er auch. Ablehnung und höhnische Kommentare machen ihn nur stärker. Wie Wassermassen, die gegen einen Damm drücken. Wer schreibt, kann nicht verlieren. Noch im Schlaf kitzelt es die Zehen zum Lachen. Du kriegst einen Gang wie ein Tiger. Deine Augen funkeln. Du siehst dem Tod ins Gesicht. Du wirst als Krieger sterben, und in der Hölle werden sie Dich ehren.«

Schrieb Charles Bukowski in seinem Tagebuch, das in diesen Tagen unter dem Titel »Den Göttern kommt das große Kotzen«, übersetzt vom bewährten Carl Weissner, erschienen ist. Dem man auch entnehmen kann, dass Buk seinen Macintosh IIse liebte. Und dass Leute, die Tagebücher schreiben, Armleuchter sind. Sagt Buk, ist also wahr. Gut, dass wir keine Tagebücher schreiben…

bukowski schreiben

Weblogtalk

Montag! Web-Montag! Live!

Ich bin schon wieder auf einem Web-Montag, diesmal in Karlsruhe. Und weil das so sensationell ist, wird es auch live mitgetippert, damit die Welt an den Ereignissen in der Fächerstadt teilhaben kann! ;-)

Nachschlag: Beim live mittippen kam mir der Gedanke, dass ein Live-Textile-Interpreter auf dem Webserver für solche Einsatzzwecke ein Desiderat ist. Live mitschreiben in einem Textfeld eines Blog-Systems im Browser geht nicht, es muss schon ein Editor sein. Und es wäre doch fein, wenn man eine Textile-Datei einfach auf den Server wirft und beim Tippen aktualisiert, und sie dann automatisch interpretiert wird.

Ansonsten war der Karlsruher Web-Montag wieder eine rundherum gelungene Veranstaltung, interessante Vorträge, und auch das »Networking« kam nicht zu kurz. Und ein herzliches Danke schön für die schöne Lokation geht an Johannes und seine Mitstreiter von Kubik, ich denke, der Karlsruher Web-Montag hat seine Stamm-Lokation gefunden.

webmontag karlsruhe

Lagedernation

Unterwegs im Irrenhaus

Heute abend: S1, Frankfurt nach Wiesbaden. Die Bahn fährt in den Bahnhof Frankfurt-Höchst ein, als es heisst: »Aufgrund einer behördlichen Anordnung endet die Fahrt der Linie S1 heute in Frankfurt-Höchst.« Strammstehend (hey, »behördliche Anordnung«!) verließen wir Fahrgäste das Schienengefährt, wurden zu einem anderen Bahnsteig komplimentiert. Zehn Minuten später entert die allzeit bereite Staatsmacht in Form zweier beindruckend voluminöser Polizisten den Bahnsteig, spaziert einmal von Vorne nach Hinten, beratschlagt sich, spaziert einmal von Hinten nach Vorne durch die leere S-Bahn, beratschlagt sich erneut. Kurz darauf heisst es: »Na gut, S-Bahn endet doch nicht hier, weiter fahren.«
Dreißig Minuten hat dieser Spaß gekostet. Was die beiden Herren bei ihrem Spaziergang hätten entdecken wollen, bleibt der Spekulation des Betrachters überlassen. Vielleicht waren sie auf der Suche nach einer Tüte?

Die Terrorhysterie nimmt wirklich beeindruckende Ausmaße an, ständig hört man Durchsagen, man soll sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen lassen. Dem sollte man tunlichst Folge leisten, möchte man vermeiden, die eigenen schmutzigen Socken mit einer Wasserkanone quer durch den geräumten Bahnhof fliegen zu sehen, nur weil man seinen Koffer drei Meter neben der Kaffeebude stehen gelassen hat.

Realistisch betrachtet braucht man sich nicht vor Terror fürchten. Aber vor jenen in Amt und Würden, die uns angeblich schützen wollen, vor denen schon. Und es ist an der Zeit, seine E-Mail zu verschlüsseln, sofern man das nicht sowieso schon macht.

terrorwahn bahn irrenhaus

Weblogtalk

Ethik!

»If you’re operating as a peer in a peer-based environment then it seems to me that you should basically be trustworthy and that has to mean that you have to make it clear that you’re not for sale.«

Großartig: Tom Coates – »On Ethical Weblogging (Part Two)«.

Würde bitte jemand diesen Artikel zu Papier bringen, vervielfältigen und Jenen in die Hand drücken? Also Jenen, die in ihren Blogs wortreich vorurteilsfreie Begeisterung bei Neuem einfordern (vorzugsweise bei ihrem Neuem, was in der Regel mit Uraltem zu tun hat), und sich im Grunde doch einfach nur waschen wollen, ohne nass zu werden…

weblogs ethik glaubwürdigkeit

Musik

Landungsbrücken raus

Auf geht’s nach Bonn! Männer mit Gitarren aus Norddeutschland geben sich die Ehre, das Line-Up lässt dem Eingeweihten das Wasser im Munde zusammen laufen. Und die leibhaftigen Weakerthans geben sich die Ehre, Ihr wisst schon, »… als die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang…«

Update: Großartig war’s! Nur dass man am Eingang die Kamera abgeben musste, weil ein großer Eiweißklotz (diese Security-Typen sollte man lieber nicht zur Doping-Probe schicken, dagegen ist Floyd Landis garantiert »clean«) am Eingang das so will, und sie, die Kamera, halt groß und mächtig ist, war ungut. Deshalb auch fast den ganzen Auftritt von Felix Gebhardt alias Home Of The Lame verpasst. Das mit der Kamera hat mich auch während Pale (Daumen nach unten, der Sänger arbeitet wohl an einem Bewerbungsvideo für die Guano Apes mit seinem ständigen infantilen Gehampel) noch geärgert.
Dann kamen aber Olli Schulz und der Hund Marie, und an Kamera habe ich gar nicht mehr gedacht. Nur Olli Schulz bringt eine Menschenmenge dazu, sich freiwillig in den Staub zu knien. Großartiger Bursche. Demnächst kommt übrigens ‘ne Platte vom Hund Marie aka Max-Martin Schröder. Und im November ein neues Album von Olli Schulz.
Dann die Weakerthans, ihren gefälligen Weisen lauschte ich aus der Ferne, wir mussten uns etwas entspannt niederlassen und ein wenig Nahrung zu uns nehmen. Denn Kettcar und Tomte, die danach kamen, verlangen auch dem Publikum alles ab.
Das lakonische Rocken von Kettcar, optisch wie altgewordene Physikstudenten wirkend, ihre Texte voller Seele unter eine Fassade der Kryptik verborgen, reißen immer wieder auf’s Neue mit, auch nach nur einer Woche Pause.
Und dann Tomte. Thees an der Weinflasche nuckelnd, große wirre Reden haltend, um sich dann ob der zweifelnd schauenden Mitmenschen auf und vor der Bühne lieber die Gitarre zu greifen und ein großartiges Stück zu spielen.
Schönes Festival, und wie immer bei Konzerten mit Bands der Indie-Männer-mit-Gitarren-Fraktion, eine entspannte, friedliche proletenfreie Atmosphäre. Wie pflegt Marcus Wiebusch immer zu sagen: »I will remember!«

Update 2: Auch den Bonnern hat es gefallen.

ghvc weakerthans bonn tomte kettcar ollischulz

Mac

Keine Lieder über Uhren


Jeder kennt sie, niemand mag sie, sie preisen Aktien obskurer Klitschen aus Übersee oder Replikas ebenso kitschiger wie hochpreisiger Armbanduhren an: Die Spam-E-Mails, die aus Bildern zu bestehen scheinen, aber weder vom SpamAssassin noch von Apple Mail als Spam aussortiert werden. Und noch viel schlimmer, selbst wenn man eingestellt hat, dass Bilder in HTML-E-Mails nicht automatisch dargestellt werden sollen, leuchten diese Biester einen frech aus dem Posteingang an: Kurz und gut, sie sind ein echtes Ärgernis, das selbst den friedlichsten Benutzer zum axtschwingenden Amokläufer machen kann.

Aber nun nicht mehr, hoffe ich zumindest, denn Hawk Wings, das Problematisierblog Nr.1, wenn es um Apple Mail geht, hat einen Ansatz für eine Regel gefunden, die den lästigen Störenfrieden den Garaus machen soll.

Das Anlegen der Regel ist ein bißchen trickreich, denn Apfel-Userlein muss zunächst eine bestimmte Header-Information für die Regeln zugänglich machen. Dazu klickt man im »Regeln«-Dialog, den man natürlich unter »Einstellungen« findet, in die Auswahl-Box für die Bedingungen und wählt den letzten Punkt, »Header-Liste bearbeiten« aus:

Dann erscheint ein weiterer Dialog, hier muss »Content-Type« engetragen werden:

Jetzt kann man Regeln auf diesen Header hetzen, dazu vervollständige man die Regel nach dem Muster:

Was macht die Regel? Sie schaut nach, ob es einen Header »Content-Type« gibt, der »multipart/related« enthält. Da der Artikel von »Hawk Wings« vor der Möglichkeit von fälschlich als Spam eingeschätzten E-Mails warnt, verschiebt meine Regel die verdächtige Nachricht in den Ordner »Werbung« und versieht sie mit einem dekorativen Hintergrund in Lila, damit man sie leichter in der Liste unerwünschten Gedönses überprüfen kann. Seit ich die Regel habe, kam aber noch keine einzige dieser E-Mails ins Postfach gerauscht. Wen die Resultate interessieren: Einfach auf Updates dieses Artikels achten.

mac spam applemail mail.app

Weblogtalk

Die Schönheit der Chance

Web-Montag in Stuttgart

Man ist seinem Ruf einiges schuldig. Darum führte die nächste Station der Web-Montag-Tournee nach Stuttgart, für mich persönlich die dritte Web-Montags-Stadt nach Frankfurt und Karlsruhe. Jeder Web-Montag hat seinen ganz eigenen Charakter. Frankfurt ist das Geek-Treffen im alternativen Ambiente der Brotfabrik, Karlsruhe das Familientreffen der lokalen Szene, die sich im Prinzip sowieso kennt, und Stuttgart erinnert an eine akademische Veranstaltung.

Natürlich gab es auch Vorträge, die Jan Theofel, als Mann mit Notebook und Netz-Verbindung zum Live-Protokollanten ausgeguckt, bravourös live mitgebloggt hat.

Dirk Baranek, Online-Journalist, eröffnete den Abend mit einem Vortrag zum Thema Online-Journalismus. Und präsentierte sein angeblich wichtigstes Arbeitsgerät (nein, nicht Strg-V bzw. Apfel-V ;)): Ein prächtiges altes analoges Telefon mit Wählscheibe. Kenne ich noch aus eigener Nutzung, wir hatten ja damals nix. Die Präsentation des Telefons symbolisierte mit dem visuellen Hammer, wo die Reise seines Vortrags hingehen sollte: Hier die klassischen Journalisten, bestens ausgebildet und von der eigenen journalistischen Ethik angehalten zu Recherchetiefe, Nachfragen, Zurückstellen der eigenen Meinung und der strikten Trennung von Kommentar und Information. (Es bleibt dem Leser vorbehalten, dieses hehre Bild an der Realität einer beliebigen von Journalisten befüllten Online-Publikation zu überprüfen.) Dort die Blogger in ihrer puren Subjektivität, die sich einbilden, ihr Treiben wäre so etwas wie Journalismus. Was Journalisten können, können nur Journalisten. Das ist wohl die amtliche Sichtweise der Profession. Ich fürchte, Journalisten nehmen das, was derzeit im Web passiert, nicht unbedingt als »Chance« wahr…

Der direkt folgende Vortrag von Oliver Gassner, zum Thema “User Generated Content” passte perfekt dazu. Oliver referierte über die Krisensymptome der Zeitungen, die das Feld des Lokaljournalismus aus Kostengründen nach und nach verlassen. Somit entstehen Städte und Kreise, die keine Medien mit lokalen Themen mehr haben. Im Gegenzug »boomen« Weblogs, alle 18 Monate verdoppelt sich ihre Anzahl. Zeitungsverlage bauen Weblogs in ihre Online-Angebote ein, und lassen sie zumindest teilweise von »Nicht-Journalisten« befüllen. Freiwillige unbezahlte Blogger übernehmen die Rolle der bezahlten Lokaljournalisten. Aber auch ohne Verlag dahinter haben Weblogs Potenzial in den Gebieten, die bisher von Journalisten besetzt waren: Sie können als »Anti-Gatekeeper« fungieren, als Bürgerjournalisten, Watchblogging betreiben oder Agenda-Setting betreiben.
Agenda-Setting? Kein Journalist einer lokalen Zeitung wohnte im offiziellen Auftrag der Veranstaltung bei. Die redaktionellen Gatekeeper haben entschieden: Thema irrelevant. Hier kommen nun die Blogger als Anti-Gatekeeper ins Spiel (Zitat Oliver Gassner): »Wenn wir alle drüber bloggen, haben wir ’nen Effekt.« Und werden wahrgenommen. Agenda-Setting ohne die selbsternannten hauptamtlichen Agenda-Setter!

Diese Gegenüberstellung war für mich der interessanteste Aspekt der Vorträge. Was es sonst noch so gab hat, wie gesagt, Jan bereits bestens zusammengefasst. Generell wirkt der Web-Montag in Stuttgart ein wenig »akademisch« überorganisiert. Man sollte daran denken, dass ein Web-Montag eine Veranstaltung von Mitwirkenden für Mitwirkende ist, und keine »von oben« gesteuerte Veranstaltung, in der ein Zentralkomitee zählt und bestimmt, wie viele technische und untechnische Vorträge gehalten werden dürfen.

webmontag stuttgart webmontag20060731

Musik

»Ein Volk steht wieder auf, na toll, bei Aldi brennt noch Licht...«


Stammleser wissen um das Faible des Autors für deutschsprachigen Indie-Rock mit problematisierenden Texten vornehmlich Hamburger Provenienz. Da verwundert es natürlich niemanden, dass der erste Tag von »Das Fest« in Karlsruhe ein Pflichttermin war. Es hatten nämlich die Gitarren das Wort, und niemand anders als Kettcar gab sich die Ehre. Und die Herren um Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff, ihres Zeichens auch die Chefs eines der wenigen Labels, von denen man Platten kaufen kann, ließen sich nicht lumpen und brachten das zahlreich erschienene Publikum zum toben. Sie spielten fast alle Songs vom zweiten Album und ein paar Hits aus alten Zeiten. Erstaunlich, wie textsicher die Karlsruher Massen waren, die Choreinlage am Ende von »Stockhausen, Bill Gates und ich« (von wegen »der gebrochene Daumen von Carlos Santana« ;)) funktionierte hervorragend. Kettcar wurde übrigens nach Marcus’ eigenen Worten eingeladen, weil die Fans von Juli und Silbermond, die letztes Jahr eingeladen waren, zu wenig Bier tranken. ;) Und aus Getränkeverkäufen finanziert sich das »Das Fest«, denn ansonsten ist es umsonst und draußen. Wo kann man schon Bier trinken für einen guten Zweck?

Kettcar: Erik Langer Das Fest 2006: Kettcar Kettcar Kettcar: Reimer Bustorff Das Fest 2006: Kettcar

Danach spielten noch die alten Haudegen von der New Model Army. Ich war weiland nie ein großer Fan von ihnen, aber »Here comes the war« und andere alte Klassiker entbehren, live und äußerst wild vorgetragen, nicht ihres animalischen Reizes…

Das Fest 2006 - New Model Army

Das Fest ist badisch-effizient organisiert, Getränkezufuhr und Leergut-Abfuhr klappt ausgezeichnet. Eine strenge Kontrolle am Eingang verhindert (zu Recht), dass die Kiddies sich mit mitgebrachten brennbaren Getränken die Kante geben und bewahrt damit eine friedliche Atmosphäre. So kann man zwischen den Live-Acts entspannt über das Gelände schlendern und wunderliche Dinge, wie einen Turm aus leeren Desperado-Kästen, bewundern:

Und ewig leuchtet der Desperado-Turm...

Mein persönliches musikalisches Fest-Highlight ist mit Kettcar schon rum. Einen Geheimtipp für die Indie-Gitarren-Fraktion gibt es noch am Sonntag, wenn »Kate Mosh« auf der kleinen Bühne spielen. Ansonsten spielen u.a. noch Seeed (Rap und Hip-Hop ist nun einmal gar nicht mein Ding, werde ich zum »Konzertfotos üben« nutzen ;-)) und Skin, die ehemalige Sängerin von Skunk Anansie. Ihre durchaus goutierbare Musik wird leider durch ihre auf die Dauer exorbitant nervtötende Stimme relativ unhörbar gemacht.
Nun ja, wir werden sehen. Und in Zeiten des Web 2.0 geht es natürlich nicht ohne einen über das ganze Wochenende beständig aktualisierten flickr-Set vom Fest.

kettcar indierock dasfest karlsruhe dasfest2006 newmodelarmy