Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Weblogs und Medienkompetenz

Ein Artikel in de:bug: Google, Blogger, Zeitgeist. Die dunkle Seite der Macht. Sehr differenziert, endlich mal ein Artikel aus den “herkömmlichen” Medien der nicht auf der unsäglichen “Weblog = Tagebuch”-Schiene fährt sondern sich mal ein bißchen Mühe macht und einen interessanten Ansatz heraus arbeitet.


Zitat: »Den Erfolg von Weblogs kann man auf unterschiedliche Faktoren zurückführen. Zum einen sicherlich auf die scheinbare Diskrepanz von Privatem und der permanenten Anwesenheit von Öffentlichkeit. Viele Blogger schreiben über persönliche Beobachtungen, Ansichten, Erlebnisse und eine gehörige Portion Meinungsstärke hat noch nie geschadet. […] Blogger reflektieren die Weltpolitik genauso wie Erlebnisse an der Supermarktkasse, schreiben über Belanglosigkeiten und hochgradig Philosophisches in den unterschiedlichsten Stilen und Qualitäten, kurz, sie sind so unterschiedlich und farbenfroh, so langweilig oder aufregend wie die Person dahinter. Und gerade das Wissen über die reine Subjektivität der Beiträge, über die vollkommene Abwesenheit jeglichen Lektors oder gar Zensors machen das Lesen in Weblogs oft so spannend und unterscheidet es so von der Lektüre “seriöser” Nachrichtenquellen.

Das regelmäßige Studieren von Weblogs fördert Medienkompetenz. Das Wissen darüber, dass diese Netz-Publikationen im Normalfall von lediglich einer, oder einer Handvoll Personen mit Inhalten gefüttert werden, die Redakteur, Lektor, Herausgeber und technischer Betreuer in Personalunion sind, lässt uns jeden Beitrag mit einer gesunden Portion Skepsis konsumieren, die niemals falsch sein kann angesichts der Tatsache, dass auch “seriöse” Magazine Enten, wie das Aussterben der Blondinen, hervorgebracht und emsig voneinander abgeschrieben haben oder sich oft genug in vorauseilendem Gehorsam dem gerade vorherrschenden politischen Mainstream und immer wieder gerne auch wirtschaftlichen Interessen von Anzeigenkunden beugen müssen.«


Wer Weblogs liest lernt zu Mißtrauen, und führt sich, eben durch die demonstrativ hervorgehobene Subjektivität von Weblogs, vor Augen dass alle Nachrichten subjektiv sind, auch die Tagesschau. ;-)


(Gefunden beim Schockwellenreiter und vielen anderen Blogs …)