Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Howard Dean - Per Weblog ins Weiße Haus?

Die Frankfurter Rundschau und die Heise-News (der FR-Artikel ist “substanzieller”) beschäftigen sich mit dem amerikanischen Politiker Howard Dean. Dean ist einer der Bewerber für den Posten des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, also des Herausforderers Nr.1 von Präsident Bush im nächsten Jahr. Da es dem amerikanischen System eigen ist, dass in den herausfordernden Parteien erst einmal eine Wahl vor der Wahl statt findet, muß schon ein Kandidat Wahlkampf bestreiten um überhaupt in der eigenen Partei bekannt zu werden. Deans Internet-Kampagnenleiter Mathew Gross etablierte zu diesem Zweck ein Weblog namens Blog for America, dass sich durch den typischen Weblog-Stil wohltuend von den (auch von deutschen Politikern) bekannten Politiker-Verlautbarungs-Websites abhebt. Seine politische Positionierung als “linker Anti-Bush” (“links” für amerikanische Verhältnisse, natürlich) tut ein übriges dazu ihn für den liberalen Teil des amerikanischen Spektrums, der im Internet zahlenmäßig stärker und lautstarker wirkt als er es tatsächlich ist, interessant zu machen. Diese Kampagne wirkt, laut FR gibt es schon über 60 “inoffizielle” Weblogs zu Deans Unterstützung, und Dean gewann eine “Internet-Vorwahl” mit 44% und 20 Prozentpunkten Vorsprung auf den nächsten Verfolger.


Das alleine bringt es natürlich nicht, das weiß auch Mathew Gros (Zitat lt. FR): »Vieles, was wir jetzt ausprobieren, wird in der Zukunft zum Standard-Repertoire einer Wahlkampf-Kampagne gehören.« Aber: »Wahlen werden nicht im Internet entschieden, sondern in der Wahlkabine.«