Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

Netscape R.I.P.

Webworking

AOL hat Netscape als Marke getötet, die Mozilla-Entwickler die noch bei AOL (die vor einigen Jahren Netscape übernommen hatten) beschäftigt sind werden gefeuert, und die Weiterentwicklung der Mozilla-Familie wird zukünftig von einer Stiftung finanziert. Das ist die Quintessenz eines “digitalen Blätterrauschens” in den amerikanischen Weblogs, ausgelöst durch einen Eintrag im mozillaZine. Dort ist zu lesen dass sogar die Netscape-Logos von den Büro-Gebäuden abgeschraubt wurden. Radikaler Schnitt, sozusagen. Auch der für Netscape arbeitende CSS-Guru Eric Meyer bestätigt dass sein Team aufgelöst und in andere AOL-Abteilungen zerstreut wurde. Auch Daniel Glazman wurde gefeuert. Das ist also das ruhmlose Ende eines großen Webpioniers, Netscape ist Geschichte …

Wie erwähnt, die Mozilla-Entwicklung wird zukünftig von einer Stiftung finanziert, deshalb strahlt nun auch die Website von Mozilla.org in neuem Design. Um unser aller Lieblings-Browser Mozilla braucht man also keine Angst zu haben, nur den Netscape-Browser (Mozilla [Gecko]-Engine mit überflüssigem AOL-Zeugs drumherum) wird es nicht mehr geben. Was ja nicht so tragisch ist …

Diese Geschichte wird die nächsten Tage durch Netz und Presse geistern und Unkenrufe über Microsofts endgültigen Sieg im Browser-Krieg auslösen, ich kann mich in dieser Hinsicht nur Simon Willison anschließen: »With Netscape dead, less enlightened web developers may be tempted to drop all pretences at cross browser compatibility and go back to targeting Internet Explorer. This would be a folly: even without Netscape, the browser ecosystem is thriving now more than any time before in the history of the web. The browser wars are dead and gone, and with due attention to standards they need never come back. Let`s hope this truth is not lost in the media barrage we can expect over the next few weeks.«