Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Google und Weblogs

Moe auf plasticthinking.org über einen weiteren Artikel des notorischen Webloghassers Andrew Orlowski auf dem von mir hochgeschätzten Register:

»Google ist weder eine Institution noch eine moralische Instanz, sondern eine kommerziell operierende Firma. Man sollte vielleicht nicht vergessen, dass, wenn überhaupt, sich ihre Suchmaschine an das real existierende Netz anpassen muss – sicher nicht müssen die Netzinhalte dieser Suchmaschine gerecht werden.
Und ich werde her schlichtweg das Gefühl nicht los, dass es bei dieser ganzen Diskussion nicht um Information, sondern um Macht und Kapital geht. Durch Google Geschäfte zu machen ist ohne Weblogs vielleicht einfacher. Vielleicht ist es auch einfacher, Meinungen zu kontrollieren. Mehr aber auch nicht. Nur wäre es ein tragisch, wegen irgendwelchen Netzkapitalisten die freie Meinung, das lebendige, dynamische, menschliche im Netz auszublenden. Auf dass man in Ruhe wieder Geschäfte machen kann, ohne böse Blogger die dazwischenreden.«

Genau so ist es! Es ist ein großes Mißverständnis zu glauben, dass es ein Anrecht für Unternehmen gibt bei einem Stichwort als erstes in Google zu erscheinen. Man muß Google die Stärke wünschen sich gegen jegliche Begehrlichkeiten dieser Art zu wehren.

In Wirklichkeit ist es doch nur Neid: Weblogs bringen es fertig, ohne es gezielt anzustreben, im Suchindex an Positionen aufzutauchen, wofür, um diese zu erreichen, manches Unternehmen ohne Erfolg teure “Schamanen des Internets”, die sogenannten “Suchmaschinen-Optimierer”, verpflichtet.