Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Zeugs

Krise live

Ausnahmsweise mal etwas persönliches im Netzbuch: Die Krise in Deutschland schlug quasi im Nachbarbüro zu. Was schon in der Frankfurter Rundschau zu lesen war ist nun Realität: Die Insolvenz ist eröffnet, über 100 Kollegen aus der Mutterfirma meines Arbeitgebers sind nun arbeitslos. Ich habe für dieses mal (noch) Glück gehabt, dreimal dürft Ihr raten wer 50% der Belegschaft der in der FR erwähnten (»Nicht von der Insolvenz betroffen ist eine Tochterfirma mit zwei Beschäftigten, die Notfallarbeitsplätze etwa für Banken bereit stellt.«) Tochterfirma ist …

So werden dann all` die Dinge, über die immer fröhlich in “kompetenter” Runde bei Sabine Christiansen o.ä. diskutiert werden, plötzlich sehr real. Das Arbeitsamt hat praktisch nichts anzubieten, darum braucht man sich auch keine Gedanken über von der Politik gewollte und geplante Verschärfungen und Sanktionen bei Nichtbeachtung von Angeboten und Beratungen des Arbeitsamtes zu machen. Weiterbildungen gibt es auch keine mehr, kein Geld.
Dazu passt eine Information “aus anderer Quelle” dass bestehende, auch unter sozialen Gesichtspunkten wichtige, Programme wie Nachmachen des Hauptschulabschluß für bisher “hoffnungslose Fälle” gestrichen werden sollen, die privaten Institute die das durchführen bekommen es schon zu spüren.

Verehrte Zielgruppe, das ist ein Streiflicht aus der Realität, Deutschland 2003. Jeden kann es treffen. Außer Politiker und Manager, selbstverständlich.