Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Lehrstellenmangel: Schuldfrage parteiübergreifend geklärt!

Bei n-tv kann man nachlesen dass das Lehrstellenproblem in Deutschland gar keins ist, sondern das “faule Pack” potenzieller Azubis ist einfach zu unflexibel und zu dumm, stellen PolitikerInnen und Wirtschaftslobbyisten aller Couleur einstimmig fest. Das folgt einem bekannten Muster, bekanntlich sind ja auch Arbeitslose schuld dass es Arbeitslosigkeit gibt und Kranke dass der Krankenversicherungsapparat so teuer ist. So leicht ist das, wenn man Politiker ist und ein Mikrofon in der Nähe.

Wenn man eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Düsseldorf möchte muß man so flexibel sein auch Metzger in Garmisch zu werden. Von dem üppigen Ausbildungssalär kann man dann in der Fremde den umfangreich vorhandenen preiswerten Wohnraum nutzen, und wenn man dann nach Ende der Ausbildungszeit nicht übernommen wird muß man halt wiederum flexibel sein und einen Minijob in der Gastronomie oder als Haushaltshilfe annehmen, Hauptsache man taucht nicht in der Arbeitslosenstatistik auf, das würde die Wahlchancen schmälern.

Wer mal dezent anmerkt dass es vielleicht ein Problem des Wirtschaftssystems ist dass es nicht genug Ausbildungs- und Arbeitsplätze gibt und dieser Umstand ein staatliches Eingreifen erforderlich macht ist ein ewig gestriger Altlinker. Oder Gewerkschafter. Richtet Euch schon mal auf das Nomadendasein mit Minijobs ein, verehrte Zielgruppe, denn das ist es was sich unsere “Entscheidungselite” für Euch ausgedacht hat!