Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Internet Perennen

Internet-Plagen: Texte im Word-Format in Emails

Man kennt das: Kunde möchte einen Text für eine im Aufbau befindliche Website senden, und man bekommt – ein Word-Dokument. Oder man reserviert ein Wochenende in einem Hotel, man erhält eine digitale Auftragsbestätigung – als Word-Dokument. Als wäre das in irgendeiner Form ein Standard. Man öffnet es (schließlich benötigt man die Info), ein Makrovirus aktiviert sich, löst eine Kette von schlimmen Killer-Prozessen in Windows aus, der Prozessor überhitzt, der Rechner fängt Feuer, die Tapeten gleich danach. Schon steht das Stockwerk in Flammen, die Gasleitung explodiert – kurz und gut, totale Apokalypse, ein halber Stadtteil in Trümmern, und alles nur weil jemand nicht in der Lage war den Text per Zwischenablage in die Mail zu kopieren!


Richard Stallman, seines Zeichens GNU-Evangelist, mag auch keine Word-Attachments, deshalb fordert er alle Nutzer freier Systeme Emails mit Word-Anhängen höflich aber bestimmt abzulehnen und den Absender über sein schä(n)dliches Tun aufzuklären: Wir können Word-Anhängen ein Ende machen


»Für uns Nutzer freier Betriebssysteme ist es lästig, Word-Dokumente zu erhalten. Aber die schlimmste Wirkung übt das Senden von Word-Dokumenten auf Leute aus, die auf freie Software umsteigen wollen: Sie zögern, weil sie Word benötigen, um die erhaltenen Dateien zu lesen. Die Praxis, Word-Anhänge zu verschicken, verhindert das Wachsen unserer Gemeinschaft und die Ausbreitung der Freiheit. Wir nehmen nur die gelegentliche Belästigung eines Word-Anhangs wahr, dabei stellt dies eine beständige Verletzung unserer Gemeinschaft dar, die nicht in unsere Aufmerksamkeit rückt. Aber es passiert die ganze Zeit.«


Da diese Aktion aber schon seit Januar 2002 im Netz steht und ich die aufgeblähten Virenschleudern trotzdem immer bekomme war diese Aktion wohl noch nicht sehr erfolgreich, man müsste vielleicht einen schicken Button für den Einbau auf der Homepage basteln, sonst nimmt das keiner wahr. Oder das Thema hat nicht die soziale Relevanz wie z.B. die Aktion gegen Copy & Paste in Gästebüchern


Interessant ist es übrigens so ein fremdes Word-Dokument mal mit einem Ascii-Editor unter die Lupe zu nehmen, was die meisten nicht wissen ist dass Word gelöschte Textteile im Dokument speichert und man so leicht mal nachschauen kann wie denn z.B. der erste Preis des Angebots war …