Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Musik

Von Milchmädchen und Silberscheiben

In der FR: Molltöne für die Musikwirtschaft: »“Musik wird heute mehr gehört denn je – nur bezahlt wird dafür seltener.” Dieses Klagelied, fast schon ein Evergreen, stimmt Gerd Gebhardt an. Der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände stützt sich auf eine weitere Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) über das private Kopieren in Deutschland. Bestellt haben die Untersuchung, für die 10 000 Personen befragt wurden, der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft und der Filmförderungsanstalt (FFA) erstmals gemeinsam.«

Tragisch, tragisch: »Demnach wurden im vorigen Jahr 259 Millionen CD-Rohlinge allein mit Musik bespielt, 42 Prozent mehr als 2001. Die Zahl der gebrannten Scheiben habe damit die der verkauften CD-Alben um etwa 100 Millionen Stück übertroffen.« Da wurden wieder Zahlen hochinterpretiert dass es eine statistische Freude ist, aber das Kernproblem verstehen sie immer noch nicht: Irgendwelche gecastete Superstars und halbnackte Hupfdohlen eine CD mit einem Hit und einer Menge Schrott aufnehmen lassen und sich dann wundern dass die Leute nur dieses eine Stück lieber runterladen und sich ihre CDs selbst zusammen stellen. Und womit machne sie das? Mit Recht. Qualität verkauft sich nach wie vor, aber die Umsätze gehen zurück weil immer mehr Schrott auf Alu gepresst wird. Aber es ist ja viel einfacher alles auf Downloaden und Brennen zu schieben.