Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.

Geplaudert. Aber nichts verstanden.

Weblogtalk

Gerade im Zug auf “toten Bäumen” gelesen und schon ist es hier:

Michael Ridder hat sich mal ein bißchen auf Antville umgesehen und darüber in der FR geschrieben:

»Wäre Kafka heute Weblogger? “Im Kino gewesen. Geweint.” Lakonisch ins Netz gestellt, unter eine Kopfzeile, die nüchtern den Verfasser und das Datum des Eintrags protokolliert? Dem scheuen Dichter aus Prag hätte der Gedanke wohl nicht behagt, vor aller Welt sein Innerstes nach außen zu kehren. Aber in Zeiten, da das Tagebuch nicht mehr Gralshüter der Intimität, sondern – unter dem schicken Namen Weblog – Zeugnis einer exhibitionistischen Gesellschaft ist, muss man die neuen Kafkas fraglos im Internet suchen.«

Klarer Fall, wieder jemand der den Unterschied zwischen Tagebuch und Weblog nicht verstanden hat. Dazu passt auch (Zitat): »die Menschen der Postmoderne bewältigen mit Weblogs offensiv den zwangsläufigen Schwund ihrer Privatsphäre.«