Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Internet

Tim Berners-Lee in der taz

Der muß noch rein (ja, das war auch einer der Artikel mit dem Varus-Schicksal): Die Internet-Seite der taz war diese Woche dem WWW-Erfinder Tim Berners-Lee gewidmet und ist natürlich auch online verfügbar, als da wäre ein Interview und ein kleines Portrait.

Einige bemerkenswerte Zitate aus dem Interview:

»Das Internet ist im Großen und Ganzen nur ein Spiegel des Lebens. Wenn Ihr Provider kontrollieren kann, welche Seiten Sie zu sehen bekommen, kann er Ihnen seine Sicht der Dinge aufpfropfen. Wenn das Internet aber offen bleibt, sollte ein intelligenter Mensch schon in der Lage sein, das Leben in anderen Ländern wahrzunehmen.«


»Ich sehe einen wachsenden Druck von Regierungen, der mit der Gefahr einhergeht, persönliche Freiheiten und Rechte zu missbrauchen. Das ist leider wahr. Einige Grundrechte müssen unbedingt geschützt werden, denn es geht um die Verteidigung der Freiheit. Das Copyright ist ein weiteres Problem. Die Verlängerung des Urheberschutzes in den USA ist von großen Konzernen durchgedrückt worden. Ich glaube nicht, dass irgendjemandem damit geholfen ist, dass das Copyright auf 75 Jahre ausgedehnt wurde. Denn für den akademischen Fortschritt und die Kultur überhaupt ist es enorm wichtig, dass es ein umfassendes Repertoire von großartigem Material gibt, das die Menschen frei nutzen und zitieren können. Würde Goethe heute leben, hätte er seine Gedichte nach den neuen Regeln für elektronische Medien an irgendein Hollywood-Studio lizenziert. Dann müssten Sie jedes Mal zahlen, wenn Sie ihn zitieren wollen. Das ist die Richtung, in die die neuen Gesetze gehen.«


»Enttäuschend finde ich, wenn Firmen versuchen, die Kontrolle über das Web zu übernehmen. Dinge wie Pop-up-Fenster, die aus dem Browser herauskommen und sich des Desktops bemächtigen. Das geht einfach zu weit. «

Tim Berners-Lee hat auch eine interessante Homepage.