Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Lagedernation

Hiob war da!

Heute war er wieder in aller Munde, der biblische Held Hiob, denn er verkündete seine Botschaften: 37 Milliarden weniger Steuern, Schelte von den sogenannten “Wirtschaftsweisen” und Tricksen bei der Nettokreditaufnahme, dazu Kranken- und Rentenversicherung, Euro-Stabilitätskriterium, krebserregende Bratkartoffeln – nicht gerade das was man einen Freudentag nennt.

Nun prasseln die klugen Ratschläge nieder, ein glorreicher Herr (ein sogenannter “Wirtschaftsweiser”) meinte man müsse halt auf soziale Gerechtigkeit verzichten dann wird alles gut (das ist nun zugegebenermaßen von mir etwas zugespitzt wiedergegeben).

Aber vielleicht ist es ja gar keine Krise unseres Systems, sondern das System ist die Krise? Vielleicht hält das ganze marktwirtschaftliche Kartenhaus nicht wenn es auch noch näherungsweise “sozial” sein soll? Geschichte endet nie, keine Gesellschaftsform ist für die Ewigkeit (auch unsere nicht, wir leben nicht im alternativlosen Ende der Geschichte), möglicherweise erleben wir nun die ersten Zuckungen von dem was dann in 150 Jahren als “Ende des liberalen Marktwirtschaftssystems” in den Geschichtsbüchern stehen wird …