Dieser Artikel erschien ursprünglich in meinem ersten Weblog das Netzbuch, das von Mai 2002 bis November 2006 aktiv war, und wurde hier aus blognostalgischen Gründen archiviert. Aktuellere Artikel hat der Uninformat im Angebot.
Weblogtalk

Blog-Bashing

Nach den “Apologeten” folgen immer die “Kritikaster”:

In der von mir abonnierten und hochgeschätzten taz:
»Schon lange Zeit machte ich mir Gedanken über digitale chinesische Reissäcke – liebevoll geschmacklos gestaltete Webpages, die keiner lesen will, kleine, bestenfalls zur Hälfte gefüllte Leinenbeutel, die reihenweise umfielen, und keinen kümmerte es. Dann fingen manche Leute an, ihre Säcke täglich und sogar gleichzeitig umzuwerfen. Heraus kamen www.blogger.com und andere Portale für die online geführten Tagebücher dieser Welt. «
Und jetzt alle im Chor: “Weblogs sind keine Tagebücher! Weblogs sind keine Tagebücher!” Üben!
Übrigens: In alter taz-Leser-Tradition (insbesondere bei den frauenbewegten Leserinnen nach einem unter sexistischen Verdacht stehenden sowie den schwerst friedensbewegten LeserInnen nach einem unter bellizistischen Verdacht stehenden Artikel) sollte ich nun einen “LeserInnenbrief” schreiben und mit Abo-Kündigung drohen … ;-)

In einer amerikanischen Onlinegazette namens “ClickZ-Today” schreibt eine Susan Solomon:
»I am the essence of uncool. I drive a 2000 Mitsubishi with dents as big as Shaq`s shoe and a booster seat in the back that weighs more than my five year old. The parties I attend usually break up around 9 p.m. (when the babysitter gets very expensive). I don`t blog.« Damit hat sie zweifellos Recht: Sie ist uncool! Und weiter: »I don`t think we should toss aside the possibilities of the medium. Blogs have an immediacy and ease of use that may justify using them on a business` site. « Aha, ein Medium hat erst dann höhere Weihen wenn man es für den überaus wichtigen “Business” nutzen kann, das ist dann eine “richtige” Anwendung (via Microcontent News).

Dummes Zeug, liebe KritikasterInnen dieser weiten Welt, keine private Website kann so langweilig und unwichtig sein wie die Marketing-“Blahs”, Pressemeldungen, Quartalsberichte und anderen Märchen aus der großen wichtigen Business-Welt von den vielen mißratenen Unternehmen im WWW.